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KAP schenkt Judokas erlebnisreichen Samstag

SVN Magazin 9/2008

 

(Susanne Müller)

 

Seit neuneinhalb Jahren wird der Judokreis von Susanne Müller geleitet und zum 6. Mal organisierte sie für „ihre Kinder und Jugendlichen“ eine Judo-Safari. Dabei hat sie den Begriff „Safari“, der vom Deutschen Judobund mit dem Gedanken ein sportliches Event zu schaffen bei dem nicht nur Judo zählt, stark weiter entwickelt und daraus ein ganzes Erlebniswochenende geschaffen.

 

Am Freitag wurden bei den  Disziplinen Laufen in Lang- und Kurzstrecke, Springen in Hoch- und Weitsprung unterschieden; das Werfen wurde mit Gummistiefeln und Judoanzug durchgeführt. Nach soviel Einzelleistungen war für die Abteilungsleiterin auch Teamsport wichtig und so durften die in Altersgruppen aufgeteilten Judokas bei Hockey, Tauziehen und Fußball mit dem großen Gym-ball ihr Können unter Beweis stellen. Aber auch ganz andere Fähigkeiten wurden am Abend gefragt, so ging es um das Begriffe erklären bzw. erraten und um Pantomime. Den Abschluss des Freitagabends bildete eine Nachtwanderung ohne Leuchtmittel. Unterwegs gab es Geschichten zur Persönlichkeitsentfaltung sowie einen Seilparcour, der mit verbundenen Augen bewältigt werden musste.

 

Die für manche doch sehr kurze Nacht – ein Trainerassistent hatte vergessen die Jalousien zu Gunsten der frischen Luft zu schließen – wurde mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Man brauchte Kraft für die bevorstehende Wanderung zum Gasthof Retzer in  Etterzhausen. Einige Kleine kamen auf der Strecke in den Genuss zumindest stückweise von fürsorglichen Trainerassistenten Huckepack genommen zu werden. In Etterzhausen empfing uns das KAP-Institut (Undorf) mit Leiter Peter Alberter und seiner Frau Annett, sowie Mitarbeiterin Andrea, ausgebildete Rettungsschwimmerin (damit auch ja nichts passiert!!). Und dann durften erst einmal die tollen Landrover erobert werden. Natürlich wurde auch eine Fahrt damit unternommen.

 

Dann begann der Floßbau: sämtliche Materialien mussten aus dem Anhänger geschafft werden und so sortiert werden, dass anschließend ein problemloser Aufbau erfolgen konnte. Jeder wurde mit Arbeitshandschuhen ausgestattet und bekam eine Aufgabe. Selbst die Kleinen durften ein Loch Bohren, während den Größeren das Schrauben und Anlegen der Seile vorbehalten war. Nach kurzer Zeit war aus einigen Paletten, Holzleisten und Fässern ein tragfähiges Floß entstanden. Bevor wir in den Fluss stachen, gab es eine Stärkung und ein „Probesitzen“, denn wenn das Floß im Wasser war, musste jeder wissen, wo er sich zu platzieren hatte, wer paddelte etc. 

 

Wer hätte gedacht, dass Paddeln so schwer sein kann? Schnell kristallisierte sich Koordinations- und Anpassungsfähigkeit heraus, denn es konnte ja nicht jeder einfach drauf lospaddeln. So merkte manch einer doch, dass Teamfähigkeit gar nicht so einfach ist! Doch nach kurzer Eingewöhnung klappte es ganz gut und wir kamen gut am unteren Steg des Naabbades an.

 

Nach dem schweißtreibenden Vormittag stand hier endlich eine Abkühlung und etwas „Freiheit“ auf dem Programm. Ob mit Schwimmen, ins Wasser springen, Muscheln suchen, Schlamm einreiben, jeder fand etwas für seinen Geschmack.

 

Eigentlich hatten wir noch ganz tolle Spiele im und am Wasser geplant, doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung – mit einem Mal schüttete es wie aus Kübeln und alle versuchten, sich in den Landrovern ein trockenes Plätzchen zu sichern, netterweise fanden sich dort auch die Süßigkeiten!! So mussten wir unseren Naabbadaufenthalt abbrechen und erfreuten uns im Sportheim einer warmen Dusche und einer Stärkung mit herrlichem Kuchen von fleißigen Mamis.

 

Auch eine Judodisziplin sollte an diesem Wochenende stattfinden. Daher wurde ein kleines Turnier durchgeführt, das für jeden Teilnehmer mit einer  Medaille belohnte. Das „Sommerfest“  schließlich brachte wieder ein gemütliches Zusammensein und einigermaßen trockenes Wetter zum  Verbrauchen der Restkräfte auf dem Fußballplatz. Peter Alberter überraschte Kinder und Eltern mit einer Fotoshow über die Aktivitäten am Naabbad. Der erste Schwung müder Kinder verließ mit seinen Eltern am Samstagabend das Sportheim, während für die Älteren noch ein aktiver Sonntagvormittag auf dem Programm stand: pädagogische Spiele blind und sehend, Test mit Judobegriffen und Hintergrundwissen („hätte ich im Training doch bloß ein bisschen besser aufgepasst!“) und natürlich Austoben. Die Zeit verging wie im Flug. Und zum Abschluss noch aufräumen. Reichlich müde und ausgepowert verließ die Mannschaft das Sportheim.

 

Was blieb in den folgenden Tagen zu verarbeiten:

wenn ich etwas zu essen haben will, muss ich mich um mein Geschirr kümmern und es anschließend auch wegräumen

wenn ich an einem gemeinsamen Tisch gegessen habe, muss ich auch Dinge wegräumen, die nicht von mir sind bzw. alle benutzt haben

leere Flaschen und Müll räumt man weg, auch wenn man ihn nicht selbst „produziert“ hat

wenn ich mich für das Übernachten entschieden habe, dann muss ich das auch durchstehen (gemeint sind ältere Kinder) und kann nicht mitten in der Nacht erwarten, dass meine Eltern angesprungen kommen

es gibt anpassungsfähige und rücksichtlose Kameraden/innen, mit beiden Sorten muss ich mich arrangieren

Aktivitäten sind toll, aber eine gewisse Portion Schlaf braucht jedes Kind

 

Zum Abschluss ein ganz großes DANKE SCHÖN an:

Peter und Annett Alberter, die uns zum zweiten Mal einen tollen Tag geschenkt haben

meine Trainerassistenten und ihren unermüdlichen Einsatz: Danissa Bendel, Steffi Hoch, Konstantin Kronfeldner, Marina und Dominik Müller, Claus Vogl

allen Mamis für Kuchen und Salat

allen Eltern, die sich beim Grillen, Verkauf, Spülen etc. unentbehrlich gemacht haben

allen Eltern für das Abschlussgeschenk, über das ich mich sehr gefreut habe
Luitpold Hochleitner für seine Rundum-Unterstützung