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Safari Wochenende begeistert Groß und Klein

SVN Magazin 09/2006

(Susanne Müller)

 

Der Judokreis berichtet

Safari-Wochenende begeistert Groß und Klein

 

Zum fünften Mal hieß es beim SVN „auf zur Judo-Safari“. Gemäß dem Wort SAFARI (Erlebnis) ging es an dem Wochenende um ein bisschen Judo und viel Spiel und Spaß miteinander, das Zusammengehörigkeitsgefühl sollte gestärkt werden. Zur Freude von Initiatorin Susanne Müller nahmen alle im Moment aktiven Judokas an dem Safari-Wochenende teil, 46 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 19 Jahren.

 

Zum einen standen für die Kids Disziplinen wie Laufen, Werfen (Judoanzugweitwurf) und Springen auf dem Programm, die zusammen mit einigen Geschicklichkeitsübungen die Grundlage für das Safari-Abzeichen (gelbes Känguru, oranger Fuchs, grüne Schlange, blauer Adler, brauner Bär und schwarzer Panther) bilden. Dabei wurden die Judoka altersentsprechend gefordert. Alle Spiele und Übungen standen unter dem Motto „einander vertrauen – wertvolle sinnliche und pädagogische Erfahrungen sammeln“. So wurde „Blindenfußball“ gespielt, d.h. ein blinder Spieler wird von einem Sehenden gelenkt. Beim „Namenpatschen“ war Reaktionsschnelligkeit gefragt, als „Ballonjongleure“ mussten die einzelnen Gruppen Luftballons so lange wie möglich in der Luft halten. Als „speedy Gonzales“ wurde die schnellste und geschickteste Maus gesucht, bei „Frantic“ musste eine ständig steigende Zahl an Bällen in der Luft gehalten werden. Dabei war sowohl Geschicklichkeit als auch Reaktionsschnelligkeit beim Fangen und Werfen gefragt.
Die Größeren mussten bei der Dorfrallye ihre Allgemeinbildung und Kommunikationsfähigkeit unter Beweis stellen. In zwei Gruppen, man hatte sich auf eine Geschlechtertrennung geeinigt, zogen die Jugendlichen durch Nittendorf um Fragen über die Gemeinde, Ärzte und Infrastruktur, Judo im allgemeinen und den Judokreis speziell zu beantworten. Dabei waren einige Fragen bewusst so gewählt, dass fremde Hilfe in Anspruch genommen werden musste.

 

Kurz nach 22.00 Uhr brach die Gruppe dann zu einer Nachtwanderung auf, die als Höhepunkt einen Vertrauensspaziergang beeinhaltete. Mit verbundenen Augen hangelte sich jeder an einem Seil entlang, dabei führte das Seil durch abwechselungsreiches Gelände. Für die meisten eine ganz neue Erfahrung. Die Geräusche der Nacht und das teilweise unwegsame Gelände waren sehr interessant. Mit vielen neuen Eindrücken und auch körperlich erschöpft legten sich die meisten gegen Mitternacht auf die Matte. Der eine oder andere hatte noch etwas Probleme zur Ruhe zu kommen und den Schlaf zu finden, aber um 1.00 Uhr war doch endgültig Stille im Sportheim eingekehrt.

 

Während die Frühaufsteher bereits gegen 6.00 Uhr die Augen öffneten, hätte der eine oder andere auch beim allgemeinen Weckruf um 7.30 Uhr gerne noch ein bisschen weitergeschlafen.

 

Am Samstag stand ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm, eine Höhlentour. Viele dachten an eine ganz normale Tropfsteinhöhle und von dem einen oder anderen war schon zu hören „äh, wie langweilig!“. Doch es kam ganz anders!!!! Das KAP-Institut (Kooperative Abenteuer-Projekte) aus Undorf hatte seine Unterstützung zugesagt und führte die Kids mit einigen Eltern (hatten sich für den Transfer zur Verfügung gestellt) ins Altmühltal nach Essing. Schon die Fahrt dorthin war für einige ein Erlebnis, durften sie doch im Landrover des KAP-Instituts mitfahren.

 

 

Anfahrt zu den Höhlen mit den Landrovern der KAP

 

Dort ging es dann in zwei Gruppen unter die Erde. Annett Alberter erforschte mit den Jüngeren und deren Müttern die Silberhöhle und machte dort auf sanfte Art Erfahrung mit Dunkelheit, Enge und Höhlenluft.

 

Peter Alberter führte die Älteren zur Klausenhöhle. Spätestens beim „Einkleiden“ (jeder bekam einen Schutzanzug, Helm, Höhlenlampe und Gummistiefel) dämmerte es auch bei den größten Zweiflern, dass dies keine alltägliche Höhlenwanderung werden würde. Bereits der Eingang der Höhle musste durchkrabbelt werden und es erwartete uns eine noch erfrischend wirkende Höhlentemperatur (außen herrschten 28°, innen ca. 9°), sowie der erste Steilabstieg. Hier wurde klar, diese Höhle kann man nur in der Gruppe erforschen, allein geht da nichts!! In den folgenden Stunden war gegenseitiges Unterstützen, Führen, Helfen, Warten angesagt. Und es funktionierte hervorragend, auch die anfänglichen Mauler wurden immer stiller. Klettern, Krabbeln, kurz wieder aufrecht gehen; jeder wusste warum er einen Schutzanzug trug.

 

In einer großen Höhle konnten wir erfahren, was es heißt „es ist stockfinster“. Alle Lampen wurden ausgeschaltet, alle waren mucksmäuschenstill – 5 Minuten lang. Dann traten wir den Rückweg an. Mancher war froh, dass wir nicht noch einmal durch den „Geburtskanal“ (er machte seinem Namen wirklich alle Ehre) hindurch mussten. So langsam spürte man trotz Schutzanzug die Kälte und Nässe der Höhle. Nach drei Stunden erblickten wir wieder das Tageslicht und freuten uns über die wärmende Sonne. Hungrig und durstig stürzten sich alle auf das mitgenommene Picknick. Zum Vergnügen kommt natürlich wie im richtigen Leben auch etwas Arbeit und so wurden in einer Gemeinschaftsaktion die Schutzanzüge und Gummistiefel wieder gereinigt.

 

Beim abendlichen Sommerfest zeigten die Judokas Ausschnitte aus dem Trainingsbetrieb. Neben Technikdemonstrationen legte die Abteilungsleiterin besonderen Wert auf die spielerischen Elemente. So können die für das Judo wichtigen Komponenten Koordination, Kondition, räumliche Wahrnehmung und Geschicklichkeit sehr gut mit Spielen kombiniert werden. Mit turnerischen Elementen werden Körperspannung, Gleichgewichtssinn und Kraft geschult. Nach einer Stärkung durften Kinder und Eltern gemeinsam einen Parcour meistern. Dabei bekam das Elternteil eine Augenbinde und wurde von seinem Kind mit Worten durch den Parcour dirigiert. Sowohl für die Kids (rechts und links ist ja so schwer auseinander zu halten) als auch für die Eltern (blind dem Kind folgen) eine tolle Übung!

 

Eine Spirale aus allen Kindern und Eltern führte zum Abschluß ins Sportheim, wo Peter Alberter eine Leinwand aufgebaut hatte. Fleißig hatte er die Aktionen des Tages auf DVD gebracht und so konnten alle den Tag noch einmal „erleben“. Anhand der Bilder wurde dem einen oder anderen erst klar, was wir erlebt hatten, wie eng und teilweise auch beklemmend es in der Höhle wirklich war. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Annett und Peter Alberter und das KAP-Institut, die uns einen Tag beschert haben, der uns lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Die zweite Nacht verläuft erfahrungsgemäß etwas ruhiger, doch ein kräftiges Gewitter und ein krankes Kind machten diesmal einen Strich durch die Rechnung. Die jüngeren Judoka durften den Morgen noch mal mit Spielen verbringen, bis sie von ihren Eltern abgeholt wurden. Nun kümmerte sich Susanne Müller um ihre Jugendlichen und Trainerassistenten. Auch hier standen Gruppenspiele nach dem Vorbild des modernen Managementtrainings auf dem Programm. So mussten blind geometrische Figuren gebildet werden, bzw. blind und ohne zu reden eine Zahlenreihe aufgestellt werden. Ausgelassen wurde zum Abschluß dann noch Fußball gespielt mit verschieden großen Bällen, z.B. auch dem Pezziball. Am späten Nachmittag verabschiedeten sich alle müde und ausgepumpt in die Ferien.

 

Susanne Müller