seit 1994

Ausbildung mit dem Abenteuer im Rucksack

Donaupost 20.02.2003

 

Ausbildung mit dem Abenteuer im Rucksack

Erlebnispädagogik für junge „Mehmets“ als Chance für anstellungslose Erzieher

 

Regensburg (kw) Eine „abenteuerliche“ Chance für arbeitslose Lehrer, Sozialpädagogen und Erzieher bietet ab Juni dieses Jahres das Regensburger „Institut für Kooperative Abenteuer Projekte“ (KAP): eine Vollzeitausbildung zum Erlebnispädagogen. Laut KAP-Institutsleiter Peter Alberter ist die Nachfrage nach gut geschultem Fachpersonal in der Erlebnispädagogik enorm.

 

Etwas hart im Nehmen müssen die Teilnehmer allerdings sein, denn zum einen bekommen sie es mit extrem verhaltensauffälligen Jugendlichen, zum anderen mit Outdoor-Aktivitäten vom Klettern und Höhlenbegehen bis zum Kanufahren und Mountainbiken durch einsame Landstriche zu tun. Die Ausbildung, für die in Regensburg 20 Plätze zur Verfügung stehen, dauert insgesamt sieben Monate und kostet 6500 Euro. Anstellungslose soziale Fachkräfte werden voll über das örtliche Arbeitsamt gefördert. Nach Abschluss erhalten die frisch gebackenen Erlebnispädagogen ein Zertifikat.

 

„Zwei Fliegen mit einer Klappe“


Weil die Zahl der extrem verhaltensauffälligen und nicht sozialisierten Jugendlichen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zunimmt, erlangt der relativ junge Zweig der Erlebnispädagogik immer größere Bedeutung, obwohl solche Maßnahmen sehr aufwändig sind. Mit Hilfe eines intensivpädagogischen Programms, Kontrolle und unterstützender Begleitung können auch so schwierige Jugendliche wieder „auf Kurs gebracht“ werden, berichtet Institutsleiter Alberter aus eigener Erfahrung. 1994 meldete er seine Einrichtung an. Über das Bayerische Sozialministerium gefördert, bildet Peter Alberter seit 1996 Multiplikatoren aus.


Neue Handlungsorientierte Methoden und Arbeitsansätze mit ihrer Assoziation von Abenteuer, Action und Spaß ziehen Jugendliche an, die sich anderen Formen der Hilfe zur Erziehung ablehnen. Weil es andererseits im sozialen Bereich viele pädagogische Fachkräfte ohne Anstellung gibt, schlägt die Ausbildung zum Erlebnispädagogen sozusagen „zwei Fliegen mit einer Klappe“. Während der Vollzeitausbildung erwerben die Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen nicht nur den professionellen Umgang mit extrem schwierigen Jugendlichen, sondern lernen auch die notwendigen technischen Fähigkeiten im Umgang mit erlebnispädagogischen Medien wie Kanu fahren, Höhlen begehen oder Klettern.

 

Psychologisches Wissen


Auch heilpädagogisches und psychologisches Wissen steht auf dem Lehrplan. Ausgehend von den verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten wird erarbeitet, welchen Förderungsbedarf die Jugendlichen mitbringen, wie dieser in ein individualpädagogisches Reise- oder Standortprojekt integriert werden kann und welches erlebnispädagogische Medium sich speziell eignet. Um für den Notfall gerüstet zu sein, absolvieren die Teilnehmer auch eine Ausbildung in Erste Hilfe Outdoor. Während eines vierwöchigen Praktikums wird das erworbene Wissen in praktische Arbeit umgesetzt.

 

Start der Ausbildung im Juni 2003


Die Ausbildung startet im Juni 2003 mit 20 Ausbildungsplätzen. Die Ausbildung kostet inklusive Lehrgangsmaterialien 6500 Euro. Aufgrund der massiven Nachfrage nach geschultem Fachpersonal können arbeitslose Erzieher, Lehrer uns Sozialpädagogen für diese Ausbildung eine Förderung beim örtlichen Arbeitsamt beantragen. Nach Abschluss der Ausbildung besitzt die Fachkraft das notwendige Wissen und die erforderliche Handlungskompetenz zur eigenständigen Umsetzung erlebnispädagogischer Projekte im individualpädagogischen Bereich oder der Jugendhilfe allgemein. Ebenso verfügen die Teilnehmer über das notwendige Know-how zur Durchführung erlebnispädagogischer Maßnahmen als speziell für diese Zielgruppe geeigneten Handlungsansatz. Damit werden sie für die Institutionen zu gewünschten Mitarbeitern und ihre Beschäftigungschancen steigen erheblich. Bereits jetzt haben sich mehrere Einrichtungen bei KAP gemeldet, die großes Interesse an qualifiziertem Fachpersonal haben und mit einer Festanstellung locken.

 

Träger der Ausbildung 


Das KAP-Institut in Regensburg ist ein privater Anbieter, der sich auf die Arbeit im erlebnispädagogischen und erlebnistherapeutischen Bereich spezialisiert hat. Ausgehend von den jahrelangen praktischen Erfahrungen des Instituts in der Jugendhilfe, entwickelte KAP bereits 1994 eine berufsbegleitende Zusatzqualifikation zum Erlebnispädagogen in der Jugendhilfe, Kinder –und Jugendpsychatrie. Seit dieser Zeit konnten mehr als 1000 soziale Fachkräfte durch das praxisnahe und herausfordernde Ausbildungskonzept für die Arbeit mit benachteiligten Fachkräften weiter qualifiziert werden. Damit zählt das KAP-Institut mittlerweile zu den Wegbereitern der modernen Erlebnispädagogik.


Ansprechpartner bei KAP-Weiterbildung ist Peter Alberter(Gesamtleiter KAP-Institut), Adolf-Schmetzer-Str. 3, 93055 Regensburg.