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Menschen zum Thema

Donaustrudl 09/2001


Von Lina Biberger

 

Menschen zum Thema.

Diesmal: Peter Alberter, Erlebnispädagoge: Wer fürs Leben motivieren möchte, muss den Alltag abenteuerlich gestalten.

 

„Eigentlich wollte ich Motorradmechaniker und Ducati-Fahrer werden“, berichtet Peter Alberter, Erlebnis-Pädagoge. Weil der heutige Gesamtleiter des KAP-Instituts mit seiner Mutter eine Wette verloren hatte, musste er ein Wochenende lang unentgeltlich in einem Krankenhaus arbeiten - was „mit Schuld war“ an der Weichenstellung für seinen späteren, abenteuerlichen Berufsweg. Die eigentlichen Wurzeln für die Gründung des KAP-Instituts 1995 finden sich aber vor allem in Alberters frühen Erlebniswelten: „Die Liebe und das Leben draußen, mit Freunden unterwegs zu sein“, hatten für den gebürtigen Mittelfranken schon in der Kindheit einen höheren Stellenwert als vor dem Fernseher zu sitzen oder das Leben in der Kneipe zu verbringen. Der 33jährige hat neben seiner Ausbildung zum Heilpädagogen und Fachkrankenpfleger für Kinder- und Jugendpsychatrie mehrere Zusatzausbildungen absolviert. Bald regte sich in ihm der Wunsch, sich selber zu verwirklichen und eigene Ideen umzusetzen. 1995 gründete er das KAP-Institut, an dem zurzeit drei feste Mitarbeiter und ca. 30 Honorarkräfte mitarbeiten. Es ist eine Weiterbildungsakademie für die professionelle Arbeit im Bereich „Erlebnispädagogik“. Ausserdem bietet es Outdoor-Trainings für Firmen sowie Erlebnistherapie für verhaltensauffällige und schwierige Jugendliche an. Die praxisorientierte Ausbildungstätigkeit, bisher sind über 500 Erlebnispädagogen aus ganz Deutschland bei KAP in Ausbildung oder bereits fertig ausgebildet, fußt auf eine mehr als zehnjährige Erfahrung in der Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychatrie. Außerdem wird mit überregionalen Instituten wie z.B. dem Kinderzentrum St. Vincent und der Kath. Jugendfürsorge seit Jahren  eng zusammengearbeitet. Realisiert wurde „in 18 Tagen mit dem Mountainbike und einem Jungen von Marokko nach Regensburg“  und „in 365 Tagen mit sechs schwierigen Jugendlichen und einem Segelschiff 3600 sm im Mittelmeer von Spanien in die Türkei“…Neben dem „ozeanischen Freiheitsgefühl“ und seemännischen Aufgabenstellungen werden hier gegenseitige Abhängigkeiten und Notwendigkeiten zur Teamarbeit direkt erfahrbar.


„Die Kids unserer Zeit erfahren sich fast nur noch auf virtueller Ebene durch Internet, Fernsehen, Computerspiele erleben keine wirklichen Abenteuer und Herausforderungen mehr. Damit jene Zielgruppe sich wieder als Handelnde und Gestaltende erleben kann, sich auch des eigenen Körpers bewusst wird, sich geistig und körperlich wieder aktiver in Freizeit, Sport und Arbeit einbringen kann, müssen diese Menschen wieder lernen, Kreativität, Fantasie, Träume und Neugierde zu leben. Hierzu brauchen sie aber ausreichend Spielräume, in denen  sie innerhalb eines gesicherten Rahmens experimentieren können und sich geborgen fühlen“, so die KAP-Philosophie.
In seiner Freizeit mach der Vater zweier Söhne das Gleiche wie „von Arbeit wegen“. Kanufahren, Klettern, Bergtouren, Höhlentouren, Radeln…Natürlich  nicht ohne die Kinder und Frau. „Die sind von klein auf mit dabei.“ Alberter ist ein Mensch, der sich auch an den kleinen Dingen freuen mag. So stellte er sich auch privat immer wieder Herausforderungen: Ein Jahr lang fernsehlos, ein Jahr kein Alkohol, Fast Food und Süßigkeiten (bei letzterem musste er kapitulieren). „Wenn man diese Dinge packt, packt man auch das Leben.“

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