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Spass auf dem Fluss

Mittelbayerische Zeitung vom 02.05.2001

 


Spass auf dem Fluss

Benachteiligte Kinder als meisterliche Floßbauer

 

Nittenau/Marienthal (tka) Wie baut man mit ganz einfachen Mitteln ein Floß? Eine Gruppe Jugendlicher aus Deutschland und Österreich lernte im Rahmen eines Lehrgangs des „KAP-Institutes-Kooperative Abenteuer Projekte“, aus Plastikfässern und Europaletten ein schwimmfähiges und praxistaugliches Wassergefährt herzustellen.

 

Das Regensburger Institut führterlebnispädagogiksche Veranstaltungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus der stationären Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie durch. „Mit solchen Projekten aus dem Bereich der Erlebnispädagogik und –therapie können die persönlichen Entwicklungschancen benachteiligter Jugendlicher enorm verbessert werden“, erläutert Institutsleiter Peter Alberter den Sinn solcher Veranstaltungen. Zudem bereite man den jungen Menschen durch diese spannende und herausfordernde Tätigkeit eine große Freude.

 

Eine Herausforderung sei diese Aktion auch für die Fachbetreuer: „Die alltagstaugliche Umsetzbarkeit der erlebnispädagogischen Methoden kann hier getestet und veranschaulicht werden“, so Alberter. Für die Betreuer, die eine abgeschlossene pädagogische Berufsausbildung vorweisen müssen, sei das „Abenteuer Floßbau“ gleichzeitig ein Teil des fünftägigen Lehrganges zum Erwerb der Zusatzqualifikation „Erlebnispädagogik“. Sicherheitstraining auf dem Wasser, Erste Hilfe bei Ertrinkungsunfällen und die Sensibilisierung für potentielle Gefahren stünden dabei ebenfalls auf dem Programm. Die „Schiffsbauer“, die vorher bereits zwei Tage auf dem Campingplatz Nittenau verbrachten und eine Kanufahrt absolvierten, hatten jedenfalls reichlich Spaß beim Zusammenbau ihres Gefährtes am Ufer des Regenufer in Marienthal: Binnen einer Stunde war der „Schiffsrumpf“ aus Plastikfässern fertig und mit den Holzpaletten als „Deck“ durch Seile vertäut. Nach Mast- und Segelmontage stand der Jungfernfahrt auf dem Regen nichts mehr im Wege. Das Floß wurde durch gemeinsame Kraftanstrengung zu Wasser gelassen und anschließend der Lohn der Arbeit bei einer Paddelrunde genossen.