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Lautes Kinderjohlen liegt bei der Alberhütte in der Luft

Steyrer Rundschau (Österreich) vom 27.08.1998

 

 

Lautes Kinderjohlen liegt bei der Alberhütte in der Luft
Sozialpädagogisches Zentrum Gleink führt die Aktion „Wurzel 98“ durch

 

Kleinreifling. Eine Almhütte im Gebirge, lautes Kinderjohlen, aufgeschlagene Knie, die selbstgebaute Strickleiter in den Bäumen, das ungeheuerliche Wurzelmonster, die Eidechsenfamilie im HolzschaffR und die Frösche in der Badewanne: Auf den ersten Blick ein Bild einer scheinbar glücklichen, unbelasteten Kindheit. Der Schein trügt! Die Alberhütte im Reichraminger Hintergebirge ist Ort einer Ferienaktion des Sozialpädagogischen Zentrums in Gleink. Die Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren alt sind sogenannte „Schwererziehbare“ und mussten in ihrem kurzen Leben schon oft Vernachlässigungen erfahren. Gemeinsam mit Peter Alberter, Erlebnispädagoge vom KAP-Institut Regensburg versuchen die engagierten Betreuer ihre Kinder behutsam aus den sie belastenden Strukturen zu führen. „Trekkingtouren, Abenteuerspiele, das gemeinsame Basteln und Werken fördern die soziale Kompetenz aller Beteiligten. Wörter wie Teamfähigkeit und Konfliktbewältigung versuchen wir  hier zu leben“, erklärt Peter Alberter. Die wunderschöne unberührte Natur und das einfache Leben tragen wesentlich dazu bei. Die „Gleinker-Bubn“ Christian und Lorenzo erklären das Programm. Jeder Tag hat seine festen Regeln und ist strukturiert: vom Frühstück bis zur Nachtruhe. Bemerkenswert ist auch, dass die Alberhütte kostenlos von der Forstverwaltung zur Verfügung gestellt wird. „Es ist nicht selbstverständlich, dass unseren Jugendlichen eine Chance gegeben wird“, meint Ute Böckmann, Leiterin des Jugendzentrums. Als Gegenleistung haben sich die Burschen etwas besonderes ausgedacht: Sie haben einen neuen Hochstand gebaut. „Wurzel 98“ ist ein Projekt, das „unverwurzelten“ Kindern helfen soll, ihre ursprünglichen guten Seiten wieder zu finden. Eine beispielhafte Szene: „Komm schon, Andy, gib die Schoko zurück. Du hast sie dir nicht verdient, weil du geschummelt hast!“ Wenig später schleudert er zwar wütend aber trotzdem den Schokoriegel zurück. Sein neues Selbstbild hat gesiegt.

 

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