seit 1994

15.01.15 - Feedback Fachakademie für Heilpädagogik

"Zwei Tage auf dem Floß leben"

Mitte letzten Jahres führte der Gesamtleiter des KAP-Instituts, Peter Alberter, zum wiederholten Male erlebnispädagogische Tage mit Schülern der Fachakademie für Heilpädagogik Regensburg durch. Zwei Tage lang waren die Teilnehmer bei Floßbau, Lagerfeuer und Zelten im Tal des Regens unterwegs...

 

 

Vor kurzem haben wir die Pressemitteilung der Fachakadmie erhalten:

 

 

"Heilpädagogik im Fluss

Text: Christine Allgeyer                                        

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen bauen ein Floß. Die zwei Tage erlebnispädagogischer Lehrgang am Regen zwischen Ramspau und Nittenau sind beileibe kein Wellness-Kurzurlaub.

Wie kreativ und erfinderisch sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts? Wie kommen sie ohne großen Komfort, auf sich selbst gestellt, in der Natur und mit dem Auftrag „Floßbau“ zurecht? Teamgeist, Einsatzbereitschaft und Organisationstalent sind gefragt. Erlebnispädagoge Peter Alberter fordert die jungen Leute heraus.

„Das hier ist nicht Club Robinson“, entgegnet Peter Alberter, als er ungläubigen Blicken begegnet. „Schlafen auf dem selbst gebauten Floß oder im Zelt?“, „Wer hat etwas zu Essen dabei?“, „Wie organisieren Sie die beiden Tage?“, „Wer kocht?“ – spätestens nach diesen Fragen ist klar: Für ihre Verpflegung muss die Gruppe selbst sorgen und ob das Abenteuer Floßbau am Fluss gelingt, hängt allein von den jungen Leuten ab.

Es ist deutlich zu spüren, mit dieser Situation müssen sich einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer erst arrangieren. Der Prüfungsstress steckt ihnen noch in den Knochen und irgendwie wäre Chillen und Rund-um-Service besser. Geschickt moderiert Peter Alberter das Thema Speiseplan, Essensbeschaffung und –zubereitung. Ein absolutes MUSS für die zwei Tage: das Grundbedürfnis „Essen“ muss befriedigt werden. „Wer hat das Gefühl er kriegt immer alles, was er will?“, fragt Peter Alberter – es geht darum, Essen für alle zu beschaffen. Max hat zwar kein Geld dabei, will aber Fisch organisieren. „Habt ihr Vertrauen zum Max?“. Max übernimmt den Auftrag: „Vielleicht bekommen wir welchen geschenkt“, meint er und hat die nahegelegene Gastwirtschaft im Auge.

Mit Blick auf deren späteren Berufsalltag macht Peter Alberter den jungen Fachkräften deutlich: Aufträge und Vereinbarungen müssen konkretisiert, am besten schriftlich fixiert werden. Die einen übernehmen Verantwortung, die anderen vertrauen darauf, dass sie sich auf gemachte Zusagen verlassen können. Kathi, Johannes, Susi, Max, Gerti, Silvia, Melanie und Andrea erfahren auf diese Weise wie Gemeinschaft entsteht und tragfähig bleibt, auch wenn es schwierige Situationen zu meistern gibt.

Das Projekt „Floßbau“ ist die Absolventen der Fachschule für Heilpädagogik in Regensburg Bestandteil ihrer Ausbildung; ein krönender Abschluss nach den Prüfungen. Peter Alberter vermittelt darin methodische Prinzipien der Erlebnispädagogik und ein aktives wie passives Sicherheitskonzept. Gemeinsam entwickelt die Gruppe pädagogische Ziele und prüft wie wirksam diese sind. Floßbau und Floßwanderung sind einfach umzusetzen, so kann das Projekt insbesondere mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden. Ein Floß zu steuern, Wehre zu umfahren – das macht Spass! Die jungen Leute lernen, wie sie erlebnispädagogische Projekte mit Kindern und Jugendlichen planen und umsetzen können, wie sie Probleme lösen und welche Initiativ- und Abenteuerspie rund um das Thema Wasser positiv auf die die Gruppendynamik wirken.

 

Und was sagen die Beteiligten dazu?

Max Geisel, 24 Jahre

„Wir haben erlebnispädagogische Spiele gemacht, ein Floß gebaut und zwischendurch immer wieder fachliche Erklärungen bekommen. So viel Zeit mit Frauen zu verbringen, war für mich etwas herausfordernd (lacht) ... . Alle Aktionen waren gut von Peter begleitet. Ich habe viele gute Anregungen von ihm erhalten. Besonders beeindruckt hat mich wie Peter das Floß konstruiert hat. Wir haben es so gebaut, dass auch Rollifahrer mitfahren können.  Ich würde mir wünschen, dass die Erlebnispädagogik noch mehr im Körperbehindertenbereich eingesetzt wird. Peter hat uns gezeigt, dass das geht. Das ist ein toller Aspekt.“

 

Melanie Hackinger, 32 Jahre

„Die zwei Tage waren sehr lustig und abenteuerreich. Die Gruppe ist gut zusammengewachsen. Wir haben gelernt, dass ‚weniger oft mehr ist‘ und dass man gemeinsam vieles schaffen kann. Es braucht eigentlich gar nicht viel, um die Gemeinschaft zu stärken. Draußen in der Natur zu sein, war richtig schön. Das Prinzip der Selbstwirksamkeit haben wir selbst erfahren.“

 

Katja Müller, 31 Jahre

„Wir haben sehr viel mitbestimmen können. Das hat der Gruppe gut getan, dass jeder seine Meinung sagen konnte und dass auf alle Bedürfnisse eingegangen wurde. Es waren viele Inhalte dabei, die man in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen umsetzen kann. Es ist wichtig, den Kindern viel zuzutrauen und sie selbstbestimmt handeln zu lassen. Wir haben es selbst gemerkt, wie viel Freude es macht, etwas selbst zu tun und wie stolz man ist, wenn man etwas geschafft hat.“

 

Peter Alberter ist Geschäftsführer des KAP-Institutes – Kooperative Abenteuer Projekte – und kompetenter Ansprechpartner für Outdoor-Teamtrainings, Azubi-Teamtrainings, Team Events. Der Heilpädagoge, Erlebnispädagoge, Outdoor-Trainer und Fachkrankenpfleger für Kinder- und Jugendpsychiatrie bietet 20 Jahre profunde Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften im sozialen Bereich. Er ist langjähriger und geschätzter Partner der KJF.

Besonders erwähnt sei an dieser Stelle Peter Alberters Unterstützung des V-KJF e.V. bei der Gewinnung von Nachwuchskräften auf der Fachmesse ConSozial in den Jahren 2013 und 2014. Beide Male gab es bei Aktionen von Peter Alberter gestiftete und selbst durchgeführte Outdoor-Projekte zu gewinnen. 2013 war es das Floßbauprojekt. Herzlichen Dank für dieses Engagement!"

 

 

 

Auch in der Mittelbayerischen Zeitung erschien ein Artikel über das Erlebnispädagogik-Projekt.

< zurück