Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP des KAP-Institutes
Aufgrund des Datenschutztes wurden die Namen der beteiligten Personen geändert und alle Informationen, die Rückschlüsse auf Personen zulassen, entfernt.
Überleben in der Natur
Erlebnispädagogisches Projekt von Eugen Kern
Oktober 2012
„Alles, was nicht natürlich ist, ist unvollkommen.“
Napoleon I. (Bonaparte, 1769-1821), Kaiser d. Franzosen
Vorwort
In meinem Alltag als Erzieher an einer Schule bin ich immer wieder aufs Neue überwältigt, wie vielen Ansprüchen, Erwartungen und Reizen Schüler ausgesetzt sind. Erwartungen der Eltern, der Gesellschaft, der Gleichaltrigen und eigene Erwartungen. Wie viel Wissen an einen jungen Menschen herangetragen wird und wie vergleichsweise wenig getan wird, um einfache Dinge zu vermitteln. Hochkomplexe Zusammenhänge werden erklärt, Smartphones bedient, internationale politische Geschehen aufgearbeitet, Mehrsprachigkeit gefördert – all das ist wichtig und soll nicht in Frage gestellt werden. Die Motivation für die vorliegende Arbeit ist jedoch eine Andere: schulartiges Lernen soll durchbrochen werden, der Leistungsdruck einmal bei Seite gelegt werden, um die Aufmerksamkeit nach Innen zu richten. Zu verdeutlichen, dass der Preis und der Wert einer Sache meist nicht der Selbe ist.
Das Tempo wird beschleunigt ohne den Wert der Langsamkeit zu schätzen. Konsum wird oft mit Glück verwechselt. Ergiebigkeit durch Nachhaltigkeit ersetzt. Mündigkeit wird mit Reizen überflutet. Aus ökologischer Verantwortung wird ökonomischer Druck. Das Projekt „Überleben in der Natur“ soll dazu beitragen jungen Menschen zu vermitteln, wie wenig ein Mensch braucht um zu überleben, um sich frei zu fühlen und noch viel mehr um Momente des Glücks zu erleben.
Überleben in der Natur
1. Einleitung / Beschreibung der Einrichtung
1.1 Struktur und Rahmenbedingungen
1.2 Team und eigene Stellung im Internat
1.3 Klientel
1.4 Pädagogisches Konzept des Internats
1.5 Erlebnispädagogik im Internat
1.6 Sommerfreizeiten
1.7 Versicherung / Haftung
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1 Pädagogischer Hintergrund
2.2 allgemeine Zielsetzungen
2.3 Art der Unternehmung
3. Zielgruppe
3.1 Gruppenzusammensetzung
3.2 Beschreibung der Teilnehmer
4. Projektverlauf
4.1 Vorbereitung
4.2 Geplanter Projektverlauf
4.3 Tatsächlicher Projektverlauf
4.4 Abschluss
5. Nachbereitung
5.1 Veränderung bei den beteiligten Jugendlichen
5.2 Reaktionen in der Einrichtung
6. Reflexion
6.1 Erkenntnisse / Erfahrungen
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang
1. Einleitung / Vorstellung der Einrichtung
1.1 Struktur und Rahmenbedingungen
Das staatliche Landschulheim ist ein öffentliches Gymnasium mit schuleigenem Internat, das derzeit 126 Schülerinnen und Schülern Platz bietet, deren Altersstufen auf vier Häuser verteilt sind.
Bis zum Erreichen der Kollegstufe leben dort Kinder und Jugendliche, nach Geschlechtern getrennt, in Gruppen von 12 bis 16 Schülern in Zweibettzimmern. Die Schüler der Kollegstufe sind in zwei Außenhäusern untergebracht, die den Charakter von Wohngruppen haben.
Der Internatsalltag beginnt für unsere Schüler am Sonntagabend mit der Anreise und endet am Freitag nach dem Mittagessen. Das Internat ist jedes zweite Wochenende geöffnet und bietet Schülern aller Gruppen auf freiwilliger Basis Freizeit- und Erlebnispädagogische Angebote.
Zu Beginn eines jeden Schuljahres findet für alle Gruppen ein verbindliches Integrationswochenende statt. Vor den Sommerferien bietet das Internat zwei Freizeitveranstaltungen für die Unter- und Oberstufe an.
1.2 Team und eigene Stellung im Internat
Ich arbeite als hauptamtlicher Erzieher neben zwei weiteren hauptamtlichen Erzieherkollegen. Zusätzlich dazu werden die Schülerinnen und Schüler von Lehrern der Schule betreut. Zwei sogenannte „Lehrer-Erzieher“ teilen sich den Gruppendienst jeweils von Montag bis Mittwoch und von Mittwoch bis Freitag.
Die hauptamtlichen Erzieher sind vor allem für die Mädchen- und Jungengruppen der 5. bis 9. Jahrgangsstufe zuständig.
Zusammen mit Raphael Gutknecht (Lehrer-Erzieher), betreue ich im sog. „Oberhaus“ OG I 16 männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren der Jahrgangsstufe 8 und 9.
Zusätzlich zum Erzieherdienst bin ich zuständig für die Elternarbeit sowie der Planung und Durchführung der Internatswochenenden.
1.3 Klientel
Das Internat wird von Schülern aus ganz Bayern besucht. Immer wieder haben wir auch Gastschüler, beispielsweise aus Mexiko, Spanien und Hongkong bei uns im Haus. Mit einem monatlichen Beitrag von 390.- € zählt unser Internat zu den vergleichsweise günstigen, weshalb Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichsten sozialen Milieus vertreten sind. Die meisten Kinder kommen zu uns, weil deren Eltern berufstätig oder alleinerziehend sind und die schulische Begleitung bzw. die Nachmittagsbetreuung nicht entsprechend gewährleistet werden kann. Dem zunehmenden Druck, dem Kinder und Jugendliche durch G8, Umstellung der Bachelor- und Masterstudiengänge und Anforderungen an Lebensläufe ausgesetzt sind, kann als weiterer Grund gesehen werden, der Eltern überzeugt, ihre Kinder in einem Internat fördern zu lassen.
Daneben spielen vermutlich die eigenen beruflichen Herausforderungen der Eltern, und der damit verbundene Zeitmangel, eine weitere Rolle. Einige Schüler besuchen das Internat auch deshalb, weil sie Einzelkinder sind und sich Kontakt zu Gleichaltrigen wünschen. Des Weiteren erfolgt die Unterbringung im Internat, von einem geringeren Anteil der Kinder und Jugendlichen, im Rahmen der Hilfe zur Erziehung gemäß §§ 27 ff. SGB VIII, über verschiedene bayerische Jugendämter. Obwohl das Internat keine spezifische heilpädagogische Ausrichtung hat, stieg der Anteil der Schüler mit erhöhtem erzieherischem Bedarf in den letzten Jahren deutlich. Psychische Herausforderungen, wie AD(H)S, Legasthenie, Schulangst oder psychosomatische Beschwerden sind Aufgaben, mit denen Mitarbeiter des Internats zunehmend konfrontiert werden. Die Internatsleitung entscheidet in Absprache mit dem Team im Einzelfall, welche Schüler entsprechend ihres Bedarf gefördert werden können und für wen eine Unterbringung im Internat sinnvoll sein kann.
1.4 Pädagogisches Konzept des Internats
Die Pädagogische Arbeit im Internat orientiert sich am Leitbild der Erziehung für öffentliche Internatsschulen in Bayern. Neben der Befähigung zu strukturiertem und eigenverantwortlichem Lernen, ist die Vermittlung von Lebens- und Sozialkompetenz das wichtigste Ziel der Erziehungsarbeit im Internat. Durch das gemeinsame Gestalten des Alltags nach der Schule sollen nicht nur alltagspraktische Fertigkeiten erlernt und die Selbstständigkeit gefördert werden, die Schüler sollen auch durch das gemeinschaftliche Zusammenleben ( mit festen erzieherischen Bezugspersonen ) vielfältige Impulse für ihre soziale und emotionale Persönlichkeitsentwicklung erhalten. Da einige der Internatserzieher/innen auch als Lehrer im Gymnasium arbeiten, das in unmittelbarer Nähe zum Internat liegt, besteht eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Internat.
Außerhalb des herausfordernden Schulalltags sollten Naturerlebnisse und erlebnispädagogische Aktionen den Kindern und Jugendlichen zusätzliche Erfahrungen ermöglichen. Aus diesem Grunde bietet das Internat vor allem an den Wochenenden Mountainbiken, Berg- und Klettersteigtouren, Rafting auf der nahegelegenen Ache, Kajaktouren am Chiemsee und auf der Alz, Ski- und Snowboard fahren, sowie kulturelle Ausflüge an. Das entsprechende Equipment ( Fahrräder, Kajaks, Schlauchboot, Klettersteigausrüstung ) befindet in Besitz der Schule und des Internats und kann von den Erziehern jederzeit genutzt werden.
1.5 Erlebnispädagogik im Internat:
Die 14-tägig stattfindenden Internatswochenenden werden hauptsächlich von den hauptamtlichen Erziehern geplant und durchgeführt. An diesen Wochenenden nehmen Internatsschüler aller Jahrgangsstufen teil. In aller Regel sind fünf bis 15 Schüler anwesend. Die meisten Kinder nehmen aus Interesse am jeweiligen Angebot teil, Andere haben oft keine Heimfahrmöglichkeit und bleiben daher im Internat.
Das Integrationswochenende wurde vom Erzieher -Team vor einigen Jahren verbindlich für alle Internatsgruppen eingeführt. Es findet immer am zweiten Wochenende nach Beginn eines neuen Schuljahres statt und hat das Ziel, dass sich die jeweiligen Internatsgruppen mit ihren Erziehern unter außerschulischen Rahmenbedingungen kennenlernen und somit eine gute Beziehungsbasis für das kommende Schuljahr entwickeln.
1.6 Sommerfreizeiten
Am Ende des Schuljahres finden zwei Abschlussveranstaltungen für die Internatsschüler statt. Die 9. bis 12. Jahrgangsstufe fahren für fünf Tage in ein Zeltlager an den Gardasee. Dort haben sie die Möglichkeit gruppenübergreifend an verschiedenen Outdooraktivitäten teilzunehmen. Im Angebot stehen Mountainbike-Touren in der Umgebung von Riva del Garda, Klettersteig Touren mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und Kajakfahrten auf dem See.
Die Schüler bis zur 8. Klasse erwartet dasselbe Programm, ebenfalls am Gardasee nur im zeitlichen Versatz.
Obwohl diese Aktionen eher freizeitpädagogisch ausgerichtet sind - und am Ende eines anstrengenden Schuljahres zur „Belohnung“ aller dienen - , haben diese meines Erachtens einen hohen erlebnispädagogischen Stellenwert, da viele Kinder in der Gemeinschaft mit anderen oftmals erst den Mut und das Vertrauen entwickeln an Aktivitäten teilzunehmen, die sie sich vorher nicht zugetraut hätten, bzw. alle Kinder auf einen hohen Verantwortlichkeitslevel – gerade bei den Kletter- und Fahrradtouren – miteinander agieren.
1.7 Versicherung/Haftung
Für alle Internatsschüler wird zusätzlich zur Krankenversicherung eine Freizeitunfallversicherung abgeschlossen, die bei Folgeschäden von Unfällen haftet. Die Eltern unterschreiben zu Beginn des Schuljahres eine Einverständniserklärung zur Teilnahme ihrer Kinder an verschiedenen Aktivitäten.
2 Erlebnispädagogisches Konzept
2.1 pädagogischer Hintergrund
Der Alltag der Jugendlichen auf unserem Stockwerk und im Internat im allgemeinen ist geprägt vom Internatsleben, durch einen klar strukturierten Tages- und Wochenablauf in dessen Mittelpunkt die schulische Förderung steht.
Dieser sehr straffe Zeitplan lässt in der Regel nur sehr wenig Spielraum für individuelle Bedürfnisse. Das Leben der Kinder ist darüber hinaus sehr stark durch die Dynamik in der jeweiligen Internatsgruppe geprägt, was ihnen sehr viel Selbstbehauptung einerseits und Regelkonformität und Rücksichtnahme andererseits abverlangt.
Ein weiterer nicht unerheblicher Punkt für uns und die Jugendlichen ist das durchleben ihrer Pubertät.
Bei all diesen gestellten Anforderungen an die Kinder ist es mir sehr wichtig folgende Fähigkeiten zu fördern:
2.2 allgemeine Zielsetzung
> Selbstwahrnehmung
> Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit
> Selbstkontrolle
> Wertschätzung
> Ökologische Verantwortung
> Verantwortlichkeit für das eigene Handeln
> Steigerung der Frustrationstoleranz
> Abbau des übersteigerten Konsumdenkens
2.3 Art der Unternehmung
Das Thema unserer Unternehmung wird „Überleben in der Natur“ sein.
Es ist geplant mit minimaler Ausrüstung, das heißt ohne Zelt, ohne Feuerzeug, künstlichem Licht und ohne mitgeführte Verpflegung vier Tage und drei Nächte, von dem zu leben was die Natur uns bietet.
Die Chiemgauer Alpen sind die ideale Umgebung für Aktivitäten dieser Art.
3. Zielgruppe
3.1 Gruppenzusammensetzung
Zusammen mit meinem Kollegen Raphael betreue ich 16 Jungs der Jahrgangsstufen 8. und 9. Klasse. Bis auf zwei Schüler die in diesem Jahr neu zu uns gekommen sind, lebt der Rest schon seit dem Wechsel von der Grundschule bei uns im Internat.
Für mein Survival Projekt, habe ich fünf Teilnehmer gesucht. Die Neugier und das Interesse waren sehr groß, sodass ich meine Gruppe sehr schnell beieinander hatte. Ich habe bewusst zwei Schüler mitgenommen die im Internatsalltag oft Auslöser für Konflikte sind. Ich war gespannt was die beiden Jungs an Dynamik in die Gruppe bringen.
3.2 Beschreibung der Teilnehmer
• L1, 16 Jahre, 9. Klasse
arbeitet in der Schule sehr Leistungsorientiert, ist sehr aufgeschlossen und freundlich, hat sich auf seinem Stockwerk bestens integriert. Hobbys: Fußball
• P, 16 Jahre, 9. Klasse
hat viel Witz und ist bei seinen Stockwerkskollegen sehr beliebt, in der Schule verausgabt er sich nicht so gerne. Hobbys: Fußball, Tauchen
• K, 16 Jahre, 9. Klasse
sehr ehrgeizig in allem was er macht, Hobbys: Gitarre spielen, Sport am liebsten Trampolin und Handball
• S, 15 Jahre, 8. Klasse
guter Schüler ist auf dem Stockwerk integriert, provoziert und manipuliert gerne sein Umfeld.
Hobbys: Gitarre spielen, Trampolin und Akrobatik
• L ,16 Jahre, 9. Klasse
an der Schule fällt er gelegentlich durch respektloses Verhalten gegenüber seinen Lehrern auf, kann mit Erwartungsdruck schlecht umgehen. Ist bei seinen Mitschülern anerkannt und im Internat gut integriert. Hobbys: Tauchen, Fotografieren und Zocken. Ist bei dieser Aktivität als Photograf eingesetzt!
3.3 Ausgangssituation vor dem Projekt
Vor den Ferien hatte ich schon einige Programmpunkte bekanntgegeben um die Motivation und die nötige Abenteuerlust zu steigern.
Obwohl alle Jungs sportlich interessiert sind und auch in jedem Fall körperlich in der Lage sind die Sache durchzustehen befürchte ich jedoch dass so mancher an seine psychischen Grenzen kommen wird. Kälte, Hunger evtl. Schmerzen könnten ihr Übriges dazu beitragen. Alle Jugendlichen kommen aus gut situierten Elternhäusern und es fehlt ihnen auf den ersten Blick an nichts.
3.4 pädagogische Vorüberlegung zur Wahl des Projekts
Ausgehend von meinen täglichen Eindrücken bei der Arbeit mit den Kindern, die heutzutage erschlagen werden von Reizen und Gütern jeglicher Art, die sich nur in den seltensten Fällen mit Fragen auseinandersetzen, woher und zu welchem Preis das alles kommt, erachte ich es für unerlässlich, die eigenen Bedürfnisse zumindest für einen kurzen Zeitraum auf ein Minimum zu beschränken.
In einer kleinen Gruppe unterwegs zu sein, die ständig damit beschäftigt sein wird etwas Essbares zu finden, Feuer ohne Feuerzeug und Streichhölzer zu machen und dann ohne Zelt im Freien zu übernachten, sich mit Langsamkeit und Stille auseinander zusetzen, scheint mir doch ein geeignetes Mittel zu sein um eine Fülle an inspirierenden Wahrnehmungen und Gedanken entstehen zu lassen.
Mein Wunsch und meine Hoffnung ist es bei diesem Projekt eine erfahrbare Nähe zur Schöpfung zu erzeugen und die tiefere Bedeutung auf den Lebensweg mitzugeben.
4. Projektverlauf
4.1 Vorbereitung/Planung
Die Vorbereitungszeit und der Vorbereitungsaufwand waren sehr gering weil ich viele Überlebenstechniken aus der Praxis kenne und mir die Gegend, in der unser Projekt stattfindenden soll, bestens bekannt ist.
Mir war vom ersten Moment an klar, dass ich diesen Survival Trip ohne eine oder einen Kollegen durchführen wollte, weshalb ich die Gruppenstärke auf fünf Jungs beschränkt habe. Die Gruppe sollte sich ohne viel reglementierendes Eingreifen von Erzieherseite mit den Anforderungen zurecht kommen. Die von uns zu bewältigende Wegstrecke ist ohne Risiken zu durchwandern und ein dichtes Forststraßennetz gewährleistet einen schnellen Einsatz von Rettungsfahrzeugen im Notfall.
Anhang
> Infobrief an Eltern, genauer Ablauf und Anforderungen
> Anmeldebogen/Einverständniserklärung Eltern Medizinischer Fragebogen zu Besonderheiten der einzelnen Kinder
> Packliste
> aufbereitete Landkarten
Sicherheitskonzept:
Da die geplante Streckenführung keine besonderen Anforderungen an Trittsicherheit und Kondition stellt, ist das Mitführen normaler Erste Hilfe-Sets ausreichend. Das Areal ist für Rettungsfahrzeuge über ein sehr gut ausgebautes Forststraßennetz bestens zugänglich.
Notfallplan:
Während des Projektverlaufs wird meine Frau permanent in Rufbereitschaft sein um gegebenenfalls helfen zu können. Sollten wir wider Erwartend nichts Essbares finden habe ich 1kg Dinkelkörner dabei.
In unserer Gruppe führen wir drei Handys mit unterschiedlichen Netzbetreibern mit, sodass ein einwandfreies Funktionieren gewährleistet ist.
Regeln:
Die Regeln werden zu Beginn der Unternehmung mündlich vermittelt. Es wird darauf hingewiesen, dass deren Einhaltung für die Gruppe verpflichtend ist, und der Erfolg der Exkursion davon abhängt.
• Markierte Wege werden nicht verlassen
• Die Teilnehmer bleiben auf Sichtweite
• An Kreuzungen und Gabelungen sammelt sich die Gruppe
• Der Langsamste bestimmt das Tempo
• Steine oder Geröll wird nicht nach unten gerollt
• Die Exkursionsleitung muss Essbares überprüfen
• Eingriffe in die Natur (auch durch Schreien) ist untersagt
4.2 Geplanter Projektverlauf
Am Samstag den 25.08.2012 beginnt unser Projekt mit der Anreise um 18:00 Uhr im Internat. Um 7:00 Uhr morgens gemeinsames Packen der Rucksäcke, genau nach Packliste (s. Anhang), es wird nichts mitgenommen was nicht auf der Packliste steht. Außer mir als Leitenden und zwei weiteren Jungs werden keine Handys mitgeführt, diese werden auf volle Akkus überprüft und alle wichtigen Telefonnummern werden gespeichert. Die Handynutzung erfolgt nur im Notfall.
Ich habe auf das Einbauen von kooperativen Spielen verzichtet weil das ganze Projekt auf Kooperation ausgelegt ist. Befindet man sich erst einmal in der Natur und versucht dort zu überleben, so ist die Notwendigkeit für Spiele oder Übungen nicht mehr gegeben, da die gesamte Unternehmung bereits gruppendynamische Prozesse auslöst, die weit effektiver sein können, als ein Spiel. Ein weiterer Grund für den Verzicht derartiger Spiele ist jener, dass die Zeit dafür gar nicht gewesen wäre, da die Gruppe mit dem Erkunden der Natur, dem Zurücklegen der Wege und den Aufgaben die die Unternehmung mit sich bringt, von früh bis spät zu tun hatte.
Nachdem um 8:30 Uhr die Verhaltensregeln an die Gruppe herangetragen wurde, wird nun die Aufgabenstellung erklärt: die Teilnehmer befinden sich nach einem Flugzeugabsturz in unbewohntem Gebiet in gemäßigter Klimazone. Aufgabe ist es, mit den aus dem Flugzeug geborgenen Ausrüstungsgegenständen und Kartenmaterial, bewohntes Gebiet zu erreichen.
Sonntag :
> 7:00 Uhr wecken
> 7:30 Packen der Rucksäcke
> Bekanntgabe Verhaltensregeln/Sicherheit, Aufgabenstellung
> Anreise
> Wanderung über zum Hochgerngipfel 1747 m
> Pause
> orientieren mit Karte u. Kompass
> während des Gehens Nahrungs- und Wassersuche
> Abstieg zur Grundbachalm 1250 m
> Pause u. Nahrungssuche
> Aufstieg Jochbergsattel 1488 m
> Pause Nahrungssuche
> Abstieg Jochberg-Tal 1185 m
> Pause
> Abstieg Röthelmoos 875 m
> Bau des Nachtlager, Feuer machen, Essen zubereiten
Montag :
> Abstieg entlang des großen Wapbach zum Weitsee 743 m
> Einrichten am Biwakplatz
> Bogenjagd auf künstliches Ziel
> Häuten und ausnehmen der Hasen
> Feuer machen und zubereiten der Tiere
> Mittagessen
> verschiedene Praktiken des Feuermachens
> Überlebenstechniken
> Überqueren eines Gewässers mit Gepäck
> Nachtlager
Dienstag :
> Frühstück
> Wanderung Richtung Zirmbergrücken 1105 m
> Pause Nahrungssuche Wasseraufnahme
> Abstieg zum Fischbach 750 m
> Bau Nachtlager, Feuer machen, Essen zubereiten
Mittwoch :
> Wanderung Richtung Biathlon Zentrum auf ebener Strecke
> Rückfahrt mit Bus über Reit i. Winkl
> Ankunft im Internat
> gemeinsamer Großeinkauf mit anschließendem Grillen
> Feedbackrunde
> 18:00 Uhr Abholung durch Eltern
4.3 Tatsächlicher Projektverlauf
Ab 17:00 Uhr trafen die Schüler im Internat ein. Um 18:00 Uhr war die Gruppe vollzählig. Angesichts der Tatsache, dass Ferien sind und der ein oder andere Schüler im Vorfeld die Entscheidung trifft, an der Exkursion nicht teilzunehmen, war es umso erfreulicher, dass alle Teilnehmer erschienen sind.
Die Stimmung der Gruppe ist ausgelassen und fröhlich. Spannung und Vorfreude sind zu erkennen und die Teilnehmer stellen vielerlei Fragen und möchten dem Anschein nach am liebsten sofort erfahren, was sie die kommenden Tage erwartet. Diesem Wunsch nicht nachzugeben wird als Teil des Konzeptes verstanden, da es ein Ziel der Unternehmung ist, zu Lernen mit Unerwartetem umzugehen und situationsabhängig zu handeln.
Um 7:00 Uhr morgens werden die Schüler geweckt und das Packen der Rucksäcke beginnt. Trotz der Uhrzeit, die den Teilnehmern zunächst übertrieben früh erscheint ist die Stimmung in der Gruppe gelockert. Der Inhalt der Rucksäcke wird von der Projektleitung nochmals überprüft, was auf Unverständnis stößt. Hier wurde so mancher Inhalt nochmals auf ein Minimum verkleinert, um Reizarmut zu gewährleisten. Gegen 8:30 Uhr findet eine Versammlung in der Küche statt, wo die allgemeinen Regeln, die Sicherheitsregeln und die Aufgabenstellung bekanntgegeben werden.
Im Anschluss werden die Teilnehmer nach ihren Erwartungen und Befürchtungen befragt:
Erwartungen: gutes Wetter, Spaß haben, genug zu essen, Abenteuer, Lagerfeuer Romantik;
Befürchtungen: Wasserblasen, starken Hunger, anstrengende Wanderung, schlechtes Wetter, zu schweres Gepäck, dass das Essen nicht schmeckt;
Eindrücke: die Jugendlichen geben nur sehr zögerlich preis was sie erwarten oder befürchten und es scheint sie haben eine sehr unrealistische Vorstellung der Aufgabenstellung.
Tag 1:
Nach der Anreise geht es bei kühler und wechselhafter Witterung in östlicher Richtung los, die Stimmung könnte nicht besser sein. Schon nach einer Stunde wird deutlich, dass der Zeitplan nicht zu realisieren sein wird. Bereits die leichtesten Steigungen nutzen drei der Buben um das Tempo derart zu verzögern dass wir nur schleppend vorankommen. Nach einem Viertel der Strecke werden die ersten Blasen verarztet. Die Wartepausen werden genutzt, um nach Essbarem Ausschau zu halten. Trotz alledem wird nach 9 Stunden, 13 Kilometern und 1400 Höhenmetern hungrig und müde der erste Lagerplatz erreicht. Das Wetter beginnt sich zunehmend zu verschlechtern und der sehr starke und kalte Wind lässt schlechtes Wetter befürchten. Durch die viel zu lange Gehzeit ( die Strecke kann ohne große Anstrengung in vier Stunden bewältigt werden ) geht wichtige Zeit für die Nahrungssuche verloren und der angestrebte Lagerplatz kann nicht erreicht werden.
Die Teilnehmer sind erschöpft und müde und es ist schwer sie zum Bau des Schlafplatzes zu motivieren. Durch genaue Anleitung wird versucht Sicherheit zu geben. Das Zünden eines Feuers mit Hilfe eines Magnesiumstabes lenkt die Aufmerksamkeit weg von den Anstrengungen. Ein kleines Feuer sorgt für Wärme und Behaglichkeit, und sichtbar kehrt ein erstes Erfolgserlebnis ein.
Während die Kinder an ihren Schlafplätzen bauen kocht der Projektleiter aus dem gefundenen Disteln, Heidelbeeren und dem mitgebrachten Dinkel eine Suppe. Die Freude über das knisternde wärmespendende Feuer währt nur kurz, denn der Starkwind hat auf Sturm gewechselt und
wolkenbruchartigen Regen über die Gruppe gebracht, sodass panikartig Planen über die halbfertigen Schlafplätze geworfen werden mussten, um zu vermeiden dass alles durchnässte. Die Stimmung der Gruppe erreicht einen ungeahnten Tiefpunkt. Die Buben kauerten unter ihren Planen und hofften auf ein baldiges Ende des Starkregens. Währenddessen wird von der Gruppenleitung das Feuer versorgt und mit Hilfe dessen ein Abendessen zubereitet, dass von den Teilnehmern als Lichtblick dieses Abends empfunden wird.
Die zubereitete Heidelbeersuppe mit Dinkeleinlage schmeckt den Jungs und bei dem gemeinsamen Essen stellt sich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit ein. Unglücklicherweise hält der Regen die ganze Nacht hindurch an und geschlafen wird wenn überhaupt nur etappenweise Gedanken/ Anmerkung der Projektleitung:
Ich habe Zweifel ob manche Jungs mit den gestellten Aufgaben überfordert sind, obwohl alle den körperlichen Anforderungen konditionell gewachsen sind. Was auffällt ist der starke Zusammenhalt in der Gruppe. Die aufgestellten Regeln werden eingehalten. Trotz der sehr widrigen Umstände ist die Stimmung gut. Ich bin überrascht dass um 2:00 Uhr morgens, P. mit einem Spiel beginnt, „ Ich packe einen Koffer und in meinen Koffer packe ich...“) an dem sich alle beteiligen und ihren Spaß haben.
Tag 2:
Es wird hell, es ist kalt und die meisten Schlafsäcke samt Inhalt sind nass. Den Gesichtsausdrücken der Teilnehmer nach zu urteilen könnte die Stimmung nicht schlechter sein.
Frühstück/Planänderung: Nach dem Aufstehen versucht S. zwei seiner Gefährten zur Aufgabe zu
bewegen und es sieht sehr danach aus als hätte er Erfolg. Um ein vorzeitiges Ende zu verhindern, wird angeboten auf der über uns liegenden Jochbergalm ein Sennerfrühstück mit Kakao, Brot, Butter, Geräuchertem zu spendieren.
Der Wetterbericht und die ersten blauen Wolkenlücken wirken dabei unterstützend, die Jungs zum Durchhalten zu bewegen.
Bis auf S. wollen alle weitermachen. Nach einem weiteren Gespräch mit S. steht fest, dass er sich entschlossen hat, die Exkursion abzubrechen. S. wird von der Jochbergalm auf einer Forststraße zum Internat absteigen. Seine Eltern sind benachrichtigt und für den Notfall hat er ein Handy dabei. Auf die Gruppe wirkt diese Entscheidung so, als wollen sie jetzt erst recht weitermachen und sich selbst beweisen dieser Herausforderung gewachsen zu sein.
Bei Sonnenschein und bei bester Laune geht es bergab zum Röthelmoos und entlang des Wapbaches weiter zum Weitsee, dem Tagesziel. Gegen halb elf wird der See erreicht und die Buben sind sich einig dass dies ein beeindruckend schöner Ort ist. Auf einer Kiesbank am Ostufer des Sees wird das Quartier bezogen. Die nassen Schlafsäcke können nun in der Sonne getrocknet werden und die Teilnehmer legen sich auf die wärmenden Steine in die Mittagssonne.
Bogenjagd/Planänderung:
Zunächst war es der Plan aus mitgebrachtem Material eine Bogenjagd durchzuführen. Zugunsten den Ressourcen der Natur wurde auf das Mitbringen von diesem Material verzichtet und beschlossen statt einem Bogen Speer und Speerschleuder selbst zu bauen. Das Material hierfür spendet der Wald. Mit der Speerschleuder wird versucht einen aufgeblasenen Müllsack in ca. acht Metern Entfernung zu treffen, was sich als äußerst schwierig gestaltet. Nach einer Unzahl von Versuchen wird das Ziel endlich getroffen, was für Freude in der Gruppe sorgt. Gegen 13:00 Uhr werden zwei Stallhasen tot von einem befreundeten Züchter geliefert. Um den Jungs einen möglichst realistischen Eindruck zu vermitteln sind die Tiere zwar schon ausgeblutet aber noch in der Decke und nicht ausgenommen. Beim Häuten und Ausnehmen der Hasen äußern die Kinder keinen Ekel und sind sehr interessiert bei der Sache, stellen Fragen zu den Innereien. L. möchte unbedingt die Leber und das Herz essen.
Mit dem Feuerbohrer wird ein kleines Feuer entfacht, auf dem das Fleisch mit reichlich wildem Thymian in Wasser gekocht wird. Alle Teilnehmer sind fasziniert und überrascht wie gut ein gekochter Hase ohne Salz schmecken kann.
Gewässer Überquerung mit Gepäck/Planänderung:
Nach dem Wettersturz hat sich die Gewässertemperatur stark abgekühlt und die Gruppe hat sich gemeinsam zu entschlossen diesen Programmpunkt entfallen zu lassen. Das Überqueren eines Gewässers mit Gepäck wurde somit lediglich in der Theorie vermittelt. Der Nachmittag wird damit verbracht zu Faulenzen, auf der Kiesbank zu liegen, mit Steinen zu werfen und zu schnitzen. Ein besonderes Gesprächsthema an diesem Nachmittag war es, über „All-you-can-eat- Restaurants“ zu sprechen. Diese Art von Nahrungsaufnahme wird von den Schülern, dank der gemachten Erfahrungen, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Eine besondere Erfahrung war jene, dass L. neben der Projektleitung sitzend, sagt er sei jetzt gerade richtig glücklich.
Schon während der Dämmerung liegen alle in ihren Schlafsäcken und beobachten das aufziehen des Nebels vom gegenüberliegenden Seeufer her. Bald schlafen alle tief und fest.
Gedanken/ Anmerkung der Projektleitung:
In der vergangenen Regennacht überlege ich wie ich es anstellen kann die Jugendlichen zum Weitermachen zu bewegen weil ich mir sicher bin dass die Mehrheit keine Lust auf eine weitere Nacht im Freien hat. Mit dem Schlachten der Hasen hoffe ich den Kindern Respekt vor der Kreatur zu vermitteln, dass Tiere keine Sachen und keine Ware sind zu der sie in unserer Zeit verkommen sind. Es ist spannend zu erleben wie sich die Wahrnehmung der einzelnen ändert. Einer bemerkt dass die Zeit einen anderen Stellenwert bekommt, ein anderer findet es angenehm so fern von allen Medien zu sein.
Tag 3:
Morgengrauen, ein Naturschauspiel wie es eindrucksvoller nicht sein könnte. Auf der spiegelglatten Wasseroberfläche liegen Nebelschwaden, Enten ziehen lange Wellen hinter sich her und alle Vegetation ist schwer mit Tautropfen beladen. Die Jungs sind beeindruckt von diesen Bildern. In den Schlafsäcken liegend wird ungeduldig darauf gewartet wie sich die Sonne gemächlich über die Bergrücken, schiebt bis endlich die Gruppe von ihren wärmenden Strahlen erreicht wird. Schlafsäcke werden in der Sonne getrocknet und zum Frühstück gibt`s kalten Hasen aus dem Seekühlschrank. Das ist wirklich nicht jeder Manns Sache, aber mit dem nötigen Hunger geht auch das.
Gruppenbesprechung/Planänderung/ Anmerkung der Projektleitung:
Ich stelle den Kindern heutigen Tagesablauf vor. Doch trotz des entspannten gestrigen Tages merke ich den Jungs an dass es ihnen zu viel wird. Bestimmt würden sie der Tagesaufgabe gewachsen sein aber ich möchte es nicht übertreiben. Wir beschließen den Heimweg anzutreten, nach kurzem Fußmarsch, in Reit im Winkl den Bus zu besteigen und ins Internat zurück zu fahren.
Wieder in der Zivilisation angekommen treiben uns die aufgestauten Gelüste nach Süßem in die erstbeste Bäckerei, wo wir die Wartezeit auf den Bus überbrücken. Zurück im Internat besprechen wir den weiteren Verlauf des Tages, zuerst schlafen danach einkaufen und Grillen. Der Grillabend verläuft ausgelassen lustig denn an Gesprächsstoff mangelt es nicht.
Gedanken der Projektleitung:
Erstaunlich finde ich, dass keiner der Jungs sein Handy oder dergleichen vermisst. Ebenso bin ich beeindruckt mit welcher Gelassenheit die Gruppe auf die bisher gestellten Anforderungen reagiert hat.
Tag 4:
Nachdem sich unsere gesamte Planung um einen Tag verkürzt hat bleibt uns noch sehr viel Zeit, die wir sinnvoll nutzen. Beim Weißwurstfrühstück besprechen wir den heutigen Tag. Die Jungs möchten sich noch einmal mit der Speerschleuder beschäftigen und das Feuerbohren versuchen.
Bei der anschließenden Feedbackrunde haben die Jungs meinen Eindruck bestätigt. Trotz der physischen und psychischen Strapazen war es ein sehr positives Erlebnis. Einige hatten sich mehr „Aktion“ erwartet, andere waren verwundert über das Aufgeben eines Gruppenmitgliedes schon nach dem ersten Tag. L. fand es schade dass der Trip schon zu Ende war.
4. 4 Abschluss
Ein gemeinsames Abendessen aller Beteiligten und deren Eltern, bildete den gelungenen Abschluss unseres Abenteuers.
5. Nachbereitung
5.1 Veränderung bei den beteiligten Jugendlichen
Die gemeinsamen Erlebnisse der letzten Tage und mein wenig reglementierendes Verhalten, hat viel Vertrauen aufgebaut welches die zukünftige Arbeit mit den Jugendlichen unterstützen wird. Was sich im Bezug auf ein ökologisch Verantwortungsvolleres Denken verändert hat kann ich heute noch nicht sagen, ganz bestimmt bleibt aber in Erinnerung mit wie wenig man tatsächlich zurecht kommen kann. Was den meisten Gruppenmitgliedern als nachhaltige Erfahrung geblieben ist, wie entscheidend die innere Haltung und der Wille das bewältigen schwieriger Lebensumstände beeinflusst.
5.2 Reaktionen in der Einrichtung
Bei uns an der Schule und im Internat hat dieses Projekt sehr viel Interesse geweckt, die Reaktionen waren durchwegs positiv. Ein Kollege aus der Lehrerschaft erwägt Unternehmungen dieser Art als P-Seminar anzubieten oder in die Tagesbetreuung, die an der Schule angeboten wird, einzubauen.
Das Projekt wird auf der Homepage des Internats erscheinen, so wie im Jahresbericht erwähnt werden, in der Hoffnung, dass es Interesse weckt und der Schule hilft sich erlebnispädagogisch zu Profilieren.
6 Reflexion
6.1 Erkenntnisse Erfahrungen:
Für mich ist das Thema „Survival“ nichts neues, neu war das Klientel, die ausführliche Dokumentation sowie der Pädagogische Ansatz. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie Nachhaltig derartige Naturerlebnisse auf Menschen wirken können. Bei meinen nächsten Projekten werde ich in jedem Fall mehr Zeit in die Planung investieren und wahrscheinlich einen Kollegen mitnehmen um dem Thema noch mehr gerecht zu werden. Mir hat dieses Projekt sehr viel Freude gebracht und ich bin überzeugt dass ich bei den Jugendlichen sehr viele, bisher unbekannte Gefühle und Gedanken auslösen konnte.
*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet
Zitate aus den Tagebüchern:
„Als ich aufwachte, wurde ich Zeuge einer der schönsten Anblicke, die ich je hatte. Die Sonne ging über den Bergen auf und das Wasser des Weitsees glitzerte unter den vereinzelten Dunst- und Nebelschwaden“
„Als wir an der Hochgerner Alm vorbei gekommen sind und Richtung Gipfel gingen, war es ein Kampf um die Willensstärke.“