Thilo Wagner
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
Teamtraining als Hajk für ehrenamtliche Leiter und Mitarbeiter
des Pfadfinderstammes Rudersberg
Teamtraining Leiterhajk
Erlebnispädagogisches Projekt von Thilo Wagner
vom 30. Mai bis 01. Juli 2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung / Vorstellung der Einrichtung
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1 Hintergrund des erlebnispädagogischen Projekts
2.2 Ziele und Lernerfahrungen
2.3 Art der Unternehmung
3. Zielgruppe
3.1 Gruppenzusammensetzung
3.2 Beschreibung der einzelnen Teilnehmer/innen
4. Projektverlauf
4.1 Vorbereitung des Projekts
4.1.1 Planungsschritte
4.1.2 Sicherheitskonzept
4.1.3 Aufgabenteilung
4.1.4 Finanzierung
4.2 Geplanter Projektverlauf
4.2.1 Ablaufpläne
4.2.2 Einzelne Spiele und Aktionen
4.3 Tatsächlicher Projektverlauf
4.4 Abschluss
5 Nachbereitung
5.1 Berichte und Reaktionen der Teilnehmer
5.2 Reaktion der Leitung
6 Reflexion
6.1 Besondere Erlebnisse
6.2 Erfahrungen und Erkenntnisse
7 Literaturverzeichnis
8 Anhang
1. Einleitung / Vorstellung der Einrichtung
Das Teamtraining als Haijk für ehrenamtliche Leiter und Mitarbeiter war ein Angebot der christlichen Pfadfinder Royal Rangers aus dem Stamm 290 in Rudersberg, 40km östlich von Stuttgart. Rudersberg mit seinen zwölf Teilorten liegt in der Mitte des Rems-Murr-Kreises, eingebettet in der Natur- und Erlebnislandschaft des Welzheimer Waldes und den Höhen der Berglen.
Die christlichen Pfadfinder Royal Rangers bilden einen Teil der Jugendarbeit der evangelischen Freikirche Treffpunkt C. Die Royal Rangers sind eine internationale und interkonfessionelle christliche Pfadfinderschaft mit zur Zeit über 400 Stämmen und ca. 16.000 Mitgliedern in Deutschland. Sie sind als Mitglied im Bundesjugendwerk des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Im Jahre 1962 wurden die Royal Rangers in Springfield im Bundesstaat Missouri von Johnnie Barnes gegründet. 1980 wurde die Pfadfinderarbeit in Deutschland von der evangelischen Christengemeinde in Bremen in einem Pilotprojekt getestet und ein Jahr später wurden auf Schloß Naumburg bei Frankfurt am Main die ersten Stämme in Deutschland gegründet. Heute, 27 Jahre später, konnte in diesem Jahr in Passau der 400. Stamm der Royal Rangers in Deutschland gegründet werden.
Der Stamm 290 in Rudersberg wurde im Jahr 2001 maßgeblich von Daniela Greiner, einer Pastorin der evangelischen Freikirche Treffpunkt C gegründet. Daniela Greiner ist bis zum heutigen Tag Stammleiterin dieses Stammes. Beim wöchentlichen Stammtreff Freitag nachmittags treffen sich zur Zeit ca. 45 Kinder und Jugendliche. Betreut werden diese von ca. 14 ehrenamtlichen Leitern und Mitarbeitern. Höhepunkt der jährlichen Arbeit ist immer ein wöchentliches Pfingst- oder Sommercamp, das meistens mit anderen Stämmen der Royal Rangers durchgeführt wird. Höhepunkte der letzten Jahre waren sicher das Bundescamp 2005 in Neufrankenroda mit über 10.000 Royal Rangers aus dem gesamten Bundesgebiet und natürlich das Eurocamp 2007 in Lillehammer/Norwegen, das mit ca. 3500 Pfadfindern aus ganz Europa in dem legendären Skistadion gefeiert wurde.
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1 Hintergrund des erlebnispädagogischen Projekts
Nach der Gründung des Pfadfinderstammes in Rudersberg im Jahr 2001 wurde in den letzten Jahren vorwiegend Aufbauarbeit geleistet. Begonnen hat die Arbeit damals mit einer Hand voll Kinder, die man für dieses Projekt begeistern konnte. Allerdings liegt der Schwerpunkt wie bei jedem anderen Projekt in der offenen Jugendarbeit immer auf den Schultern von ehrenamtlichen Leitern und Mitarbeitern. Ohne diese Kräfte könnte eine solche Arbeit nicht geleistet werden. Die ersten Jahre bringen es mit sich, dass man auch gelegentlich an seine Grenzen kommt. Die Arbeit ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen, und es mussten neue Mitarbeiter und Leiter für neue Teams gefunden werden. Dies gelang meist sehr gut, und man konnte durch die vergangen Jahre hin eine tüchtige Mitarbeiterschaft gewinnen, die jede Woche unermüdlich für zwei Stunden am Freitag Abend sich für die Kinder einsetzt. Es wird großes Gewicht auf die intensiven Beziehungen zu den einzelnen Kindern gelegt, um so gut wie nur möglich auf die Bedürfnisse des einzelnen eingehen zu können.
Der Einsatz, der von den Mitarbeitern gefordert wird, hat jedoch im Lauf der Zeit zu Ermüdungserscheinungen geführt. Es ist bei einer solchen Arbeit, die zum größten Teil auf den Schultern von ehrenamtlichen Leitern und Mitarbeitern ruht, zum einen immens wichtig, dass diese Anerkennung für ihre Arbeit bekommen, zum andern aber auch, dass sie selbst einmal das erleben dürfen, was sie sonst anderen zu vermitteln versuchen. Aus diesem Grund war es wichtig, eine Möglichkeit zu schaffen, wie man diese beiden Ziele miteinander verbinden und den Leitern und Mitarbeitern eine Gelegenheit bieten kann, selbst „aufzutanken“. So wurde von der Leitung ein gemeinsamer Haijk vorgeschlagen. Ich habe mich dann eingeschaltet und der Leitung vorgeschlagen, dies als Projekt durchzuführen, um den Leitern und Mitarbeitern auf verschiedenen Ebenen zu helfen und Ihnen zu dienen.
Folgende gemeinsamen Ziele wurden danach mit der Leitung besprochen und erarbeitet. Die Leitung ließ mir für dieses Projekt weitestgehend freie Hand, und so konnte ich für die verschiedenen Ziele entsprechende Elemente mit einbauen.
2.2 Ziele und Lernerfahrungen
Aus den oben genannten Anforderungen wurden dann folgende Ziele für dieses Projekt und die Mitarbeiter und Leiter festgelegt.
• Gemeinschaft untereinander soll wachsen
Aufgrund der Tatsache, dass die einzelnen Leiter und Mitarbeiter immer nur in Ihrem eigenen Team präsent sind, gibt es wenig Kontakt untereinander. Es ist aber wichtig, dass die Leiter einander besser kennenlernen und sich austauschen, um die Pfadfinderarbeit als gesamtes zu sehen.
• Selbst die Natur genießen und auftanken
Der einzelne Mitarbeiter gibt sehr viel und unternimmt sehr viel mit seinem Team. Doch oft kommt er selbst dabei zu kurz. Aus diesem Grund ist es wichtig, selbst Erfahrungen zu machen, die einen auf eine ganz neuartige Art und Weise an persönliche Grenzen bringen.
• Teamarbeit lernen
Jeder Leiter arbeit in seinem Team meistens mit einem Mitarbeiter zusammen. Es sollte aber der Schwerpunkt darauf gelegt werden, dass alle zusammen im gemeinsamen Tun großes leisten können.
• Voneinander lernen
Da jeder immer nur mit seinem Team beschäftigt ist, ist der Austausch untereinander sehr wichtig. Jeder kann vom anderen lernen und so auch neue Ideen für die eigene Arbeit sammeln. So sollen die Spiele und Aktivitäten an dem Wochenende den Leitern neue Inspiration für Ihre Arbeit bieten.
2.3 Art der Unternehmung
So kam die Idee für einen Leiter- und Mitarbeiter-Haijk zustande. Das Projekt sollte über drei Tage (Wochenende) gehen und aus Wandern, New Games, kooperativen Abenteuerspielen und viel Zeit miteinander bestehen. Wir hatten uns entschieden, nicht weit weg zu fahren, sondern die Nähe des Welzheimer Waldes zu nutzen. Ein weiterer Grund wurde mir erst bei der Besichtigung der Wanderstrecke klar. Ich wollte den Leitern und Mitarbeitern zeigen, dass wir eine aufregende und spannende Landschaft direkt vor unserer Haustür haben, die sie später wieder mit Ihren Kindern würden entdecken können.
Als Termin wurde dann Freitag, der 30. Mai bis Sonntag, 1. Juni 2008 festgesetzt. Als Startpunkt hatte ich Althütte am Rande des Welzheimer Waldes gewählt. Dorthin hatten wir nur ca. 10 Min. Anfahrt. Die erste Wanderung sollte eine halbe Stunde dauern und am ersten Biwakplatz enden. Der zweite Tag war gespickt mit Wandern, Spielen und viel Gemeinschaft. Der zweite Biwakplatz wurde individuell festgelegt, und am nächsten Tag war nach einer kleinen Wanderung ein Überraschungsfrühstück geplant, von dem keiner der Teilnehmer außer der Leitung und mir wissen sollte. Für die Durchführung dieses Frühstücks hatte sich ein Elternpaar, deren Kinder ebenfalls die Royal Rangers besuchen, bereiterklärt.
3. Zielgruppe
3.1 Gruppenzusammensetzung
An dem Teamtraining haben insgesamt 9 ehrenamtliche Leiter und Mitarbeiter der christlichen Pfadfinderarbeit Royal Rangers teilgenommen. Vorgesehen war, dass alle 15 Leiter und Mitarbeiter des Teams bei diesem Haijk dabei sein würden. Doch aus verschiedenen Gründen war dies leider nicht möglich. Zusammengesetzt hat sich die Gruppe schließlich aus einer weiblichen Leiterperson, die zu allen anderen Teilnehmern ein offenes und freundschaftliches Verhältnis lebt, einem Leiterehepaar und noch einer Leiterin und einem Leiter. Als Juniorleiter oder Mitarbeiter waren noch weitere vier Personen dabei.
Alle Personen bis auf die Leiterin sind ehrenamtliche Mitarbeiter des Pfadfinderstammes in Rudersberg. Die Leiterin ist als Pastorin in der evangelischen Freikirche als 50%-Kraft angestellt. Einer Ihrer Schwerpunkte liegen im Bereich der Pfadfinderarbeit und Betreuung der ehrenamtlichen Leiter und Mitarbeiter.
Alle Personen kennen einander und sind alle auch mir bekannt.
3.2 Beschreibung der einzelnen Teilnehmer
M.
Alter 17 Jahre
Pfadfinder seit Gründung des Stammes Rudersberg 2001 und Mitarbeiter seit 2005 Juniorleiter bei den Startern
zur Zeit besuche ich ein berufliches Gymnasium (Ernährungswissenschaftliches Gymnasium) um 2010 mein Abi zu machen.
S.
Alter 14 Jahre
Pfadfinder seit Gründung des Stammes Rudersberg 2001 uns seit 2008 Mitarbeiter im Team der Skorpione
Schulüer 8. Klasse Realschule
D.
Alter 41 Jahre
Gründerin und Leiterin der Royal Rangers in Rudersberg im Jahre 2001
Pastorin in der Evangelischen Freikirche Treffpunkt C
R.
Alter 17 Jahre
Seit mehreren Jahren Leiter eines Kundschafter-Teams der Royal Rangers.
besuche die 12. Klasse eines allgemein bildenden Gymnasiums
L.
Alter 24 Jahre
Verheitratet mit L.
Seit vielen Jahren als Leiter und Mitarbeiter in der Pfadfinderarbeit Royal Ranger. Leitet heute das Team der Wölfe.
L.
Alter 22 Jahre
Verheitratet mit L.
Ebenfalls seit vielen Jahren Leiter und Mitarbeiter in der Pfadfinderarbeit Royal Rangers. Sie leitet das Team der Schneeleoparden.
Im Augenblick bin ich noch Studentin (Lehramt).
J.
Alter 15 Jahre
Seit 2007 Mitarbeiter im Team der Wölfe
Schüler 9. Klasse Realschule
M.
Alter 19 Jahre
Seit einigen Jahren bei den Royal Rangers in Rudersberg. Sie leitet zusammen mit L. das Team der Schneeleoparden.
Schüler der 13. Klasse im Gymnasium
M.
Alter 22 Jahre
Seit 2006 bei den Royal Rangers als Leiter des Geier Teams
Lelernter Kfz-Mechaniker, im Augenblick Zivildienst in einem städtischen Jugendhaus.
4. Projektverlauf
4.1 Vorbereitung des Projekts
4.1.1 Planungsschritte
Anfang des Jahres 2008 haben die Leiterin der Royal Rangers in Rudersberg und ich uns verständigt, dass ich den Leiter- und Mitarbeiter-Haijk vorbereiten und durchführen sollte. Wir hatten uns ebenso verständigt, dass dieser Haijk auch das Abschlussprojekt meiner Zusatzqualifikation als Erlebnispädagoge dienen sollte.
Im April wurde dann den Leitern und Mitarbeitern das Projekt vorgestellt. Bei einem Mitarbeitertreffen haben wir die Mitarbeiter zum ersten Mal mit einer Teamaufgabe konfrontiert. Ich wollte den Mitarbeitern auf der einen Seite zeigen, was an dem geplanten Wochenende auf sie zukommt. Es sollte aber auch einen kurzen Einblick geben, wie die Gruppe mit solch einer Arbeit umgehen sollte. Danach erst wollte ich bestimmen, welche Spiele und Aufgaben ich der Gruppe zumuten würde.
Der Preis für dieses Wochenende sollte so gering wie möglich gehalten werden. Dadurch dass alles selbst gekocht und im Freien übernachtet wurde, war dies aber auch nicht schwierig einzuhalten. Näheres ist unter 4.1.4 zu lesen. Dort wurde noch einmal die genau Finanzierung zusammengestellt.
Einen großen Teil der Vorbereitung verbrachte ich damit, zu analysieren, welche Route und Biwakplätze für diese Tour gewählt werden sollten. Hierbei waren mir folgende Punkte bei der Auswahl sehr wichtig:
• Die Strecke sollte nicht zu lang sein.
• Es sollte immer die Möglichkeit geben, bei unvorhersehbaren Umständen oder Wetterverhältnissen eine Alternativroute zu wählen.
• Gibt es die Möglichkeit eines Unterstands bei entsprechenden Wetterverhältnissen?
• Was ist landschaftlich in der jeweiligen Gegend geboten?
• Bietet die Umgebung die Möglichkeit für die Spiele und Aufgaben, die ich mir vorgenommen habe?
• Wo gibt es die Möglichkeit für einen optimalen Biwakplatz?
Vier Wochen vor Beginn des Projekts bin ich mit meinem Sohn den größten Teil der Strecke abgewandert, um mir die Landschaft und die Umgebung genau anzuschauen. Ich wollte genau sehen, ob die Landschaft das hergibt, was ich für einzelne Elemente in dem Projekt benötigte.So konnte ich danach die genaue Route festlegen und auch einen genauen Zeitplan erstellen. Ebenso war es mir möglich, Alternativrouten für bestimmte Situationen zu bestimmen. So hatte ich mir eine Karte ausgesucht, die ich in Folie eingeschweißt hatte, um sie später den Teilnehmern zur Verfügung zu stellen.
Bei einem weiteren großen Teil der Vorbereitungen war ich damit beschäftigt, das Material für die einzelnen Spiele und Aufgaben zu besorgen, zu basteln oder zusammenzustellen. Ebenso habe ich einzelne Spiele und Aufgaben mit einer anderen Gruppe noch einmal getestet, um Sicherheit zu bekommen und auf eventuell auftretende Fehlerquellen im Vorfeld aufmerksam zu werden.
4.1.2 Sicherheitskonzept
Um die Gefahren auf dem Haijk richtig einschätzen zu können, bin ich einen Grossteil der Strecke abgewandert bzw. gefahren. Nur so war es möglich, genau festzustellen, wo Gefahrenquellen liegen und wie man sich auf diese gegebenenfalls vorbereiten kann.
Die Vorbereitung zeigte, dass folgende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen waren:
• Es ist wichtig, dass in einem Notfall auch telefonisch beschrieben werden kann, an welchem Ort wir uns befinden. Aus diesem Grund sollten sich die Teilnehmer eingehend mit der vorbereiteten Karte auseinandersetzen.
• Jeder Ort sollte auch per Fahrzeug zu jeder Zeit erreichbar sein, um zum Beispiel einem Notfall zu begegnen, aber auch um einen Teilnehmer vorzeitig abholen zu lassen, wenn dies von Nöten wäre. Aus diesem Grund habe ich die Route im Vorfeld ein wenig geändert und die Möglichkeit vorgesehen, auch einmal eine Abkürzung nehmen zu können.
• Es sollte die Möglichkeit geben, innerhalb kürzester Zeit Handyempfang zu bekommen, um gegebenenfalls einen Notruf abzusetzen oder sonstige Hilfe holen zu können. Dies konnte ich während der vorbereitenden Wanderung eingehend testen.
• Auf dem Weg sollte die Möglichkeit gegeben sein, immer wieder Wasser nachzufüllen. Dies würde nicht nur für den einzelnen wichtig sein, sondern da wir Wasser zum Kochen benötigten, musste dieses immer wieder nachgefüllt werden können. Ich habe den Teilnehmern später zusätzliche Wasserkanister zur Verfügung gestellt, damit wir nicht Gefahr liefen, einmal ohne Wasser da zu stehen.
Für die Sicherheit wurden unter anderem zwei Erste-Hilfe-Sets zur Verfügung gestellt, die verschiedene Teilnehmer die gesamte Zeit über bei sich zu tragen hatten und mit denen sie im Notfall auch umgehen konnten. Des weiteren wurden zwei Handys mitgeführt, um jederzeit Kontakt nach außen aufnehmen zu können.
Die meisten Gefahren aber drohen in der Regel nicht von größeren Unfällen etc., sondern sind durch schlechte Vorbereitung, was Kleidung und Ausrüstung angeht, bedingt. (vgl. Perschke/Flosdorf 2003 – Liste siehe Anhang)
4.2.3 Aufgabenteilung
Die Aufgabenverteilung wurde wie folgt festgelegt. Die Stammleiterin soll sich aus Ablauf, Organisation und Umsetzung heraus halten und als gleichwertiges Gruppenmitglied die Gruppe begleiten.
Die Leitung des Haijk umfasst daher Organisation, Vorbereitung und Durchführung der Kooperationsaufgaben, Warmup- und Vertrauensspiele.
Ein Helfer ist dafür zuständig, an bestimmte Orte Material zu liefern, damit nicht alles, was für Spiele und Übungen benötigt wird, von Anfang an mitzutragen ist. Diese Person ist auch das gesamte Wochenende telefonisch erreichbar, um gegebenenfalls Notfallfahrten zu übernehmen.
Ein Ehepaar hat sich bereit erklärt, das Überraschungsfrühstück auf einem Waldspielplatz vorzubereiten.
Die gesamte Gruppe hat Dinge wie Kochen, Biwakbau, das Aufteilen und Tragen der Lebensmittel und der Erste-Hilfe-Sets selbst abzustimmen. Ebenso ist die Gruppe dafür verantwortlich, bei der Wanderung zwei Personen zu bestimmen, die für die Navigation zuständig sind.
4.2.4 Finanzierung
Beiträge der Teilnehmer: 9 x je € 20,- = € 180,-
Aufwendungen Lebensmittel: € 98,-
Überraschungsfrühstück wurde gesponsert: € 0,-
Material für Spiele: € 29,-
Spiritus: € 3,-
2 Erste Hilfe Sets: 2 x € 12,- = € 24,-
Überschuss: € 26,-
4.2 Geplanter Projektverlauf
4.2.1 Ablaufpläne
erster Tag
Uhrzeit | Zeit | Aktion | Was wird benötigt |
19.15 – 19.30 | 15 Min. | Vorbereitungen für die Abfahrt – Abschied von den Kindern | |
19.30 | Abfahrt | ||
19.30 – 19.45 | 15 Min. | Fahrt zum Startplatz des Hajks | |
19.45 – 20.10 | 25 Min. | Ausarbeitung der Erwartungen und Befürchtungen | Karteikarten und Stifte |
20.10 | Abmarsch | ||
20.10 – 20.40 | 30 Min | Wandern - Austausch | |
20.40 – 20.45 | 5 Min. | Erklärungen zum Biwakbau | Poncho, Schnüre und Heringe |
20.45 – 21.30 | 45 Min. | Biwakbau | |
21.30 – 22.15 | 45 Min. | Essen | Lebensmittel |
Ausklingen des Abends – danach schlafen im Biwak |
zweiter Tag
Uhrzeit | Zeit | Aktion | Was wird benötigt |
7.30 | 30 Min. | Aufwecken und anziehen | |
8.00 – 8.30 | 30 Min. | Aufwärmspiel – Wie geht’s? – Danke gut! | |
8.30 – 9.30 | 60 Min. | Frühstück mit kurzer Andacht - PUR | Alles fürs Frühstück, eine Person für Andacht |
9.30 – 10.00 | 30 Min. | packen | |
10.00 – 10.15 | 15 Min. | Reflexionsrunde – Wie geht es mir – Der Daumen des Caesar | |
10.15 – 10.30 | 15 Min. | Erklärung New Games – Verzicht auf Wettbewerbsspiele, gemeinsam sind wir stark | |
10.30 – 10.45 | 15 Min. | Gordischer Knoten | |
10.45 – 11.00 | 15 Min. | Erklärung Themenwanderung | |
11.00 – 12.45 | 105 Min. | Wanderung – erster Teil als Themenwanderung | |
12.45 – 13.45 | 60 Min. | Mittagspause – Vesper an der Schlucht | Seile, Eimer, Karabiner, |
13.45 – 15.15 | 90 Min. | Kooperationsaufgabe – Brückenbau – Leonardo da Vinci | Holzstäbe |
15.15 – 17.15 | 120 Min. | Wandern | |
17.15 – 17.30 | 30 Min. | Erklärung Erdofenbau | Materialien für 2 Öfen |
17.30 – 20.00 | 120 Min. | Ofenbau und Essen – parallel dazu Biwakbau | |
20.00 – 21.00 | 60 Min. | Kistenkreis – mit Reflexionsrunde Zündhölzer | Kisten, Zündhölzer |
21.00 – open end | Vorbereitung fürs Lagerfeuer – Abend ausklingen lassen und schlafen |
dritter Tag
Uhrzeit | Zeit | Aktion | Was wird benötigt |
7.30 | 30 Min. | Aufwecken und anziehen | |
8.00 – 8.30 | 20 Min. | Aufwärmspiel – Das kotzende Känguruh | |
8.30 – 9.00 | 30 Min. | kurzes Frühstück | |
9.00 – 9.30 | 30 Min. | packen | |
9.30 – 11.00 | 90 Min. | Wandern | |
11.00 – 13.00 | 120 Min. | Überraschungsbrunch im Wald | |
13.00 – 14.00 | 30 Min. | Abschlussreflexion | Getränkekisten |
14.00 – 14.30 | 30 Min. | Wandern - Auslaufen | |
14. 30 – 14.55 | 25 Min. | Rückfahrt nach Rudersberg | Abholservice |
14.55 | Verabschiedung der Teilnehmer |
4.2.2 Einzelne Spiele und Aktionen
Erwartungen und Befürchtungen
Noch auf dem Parklatz sollen die Teilnehmer aufgefordert werden, einen Kreis zu bilden. Jeder bekommt Stift und eine Karteikarte. Durch das Aufstellen im Kreis kann jeder den Rücken des Vordermanns als Schreibunterlage nutzen. Dann soll jeder die Möglichkeit bekommen, seine Erwartungen und Befürchtungen an den Haijk für sich persönlich zu formulieren. Anschließend wird ein kurzer Austausch darüber stattfinden. Die Karteikarte soll von jedem Teilnehmer bis zum Ende des Haijks aufbewahrt werden. Ziel: Jeder soll die Möglichkeit bekommen, das weiterzugeben, was in ihm vorgeht.
Aufwärmspiel – Wie geht’s? – Danke gut!
Jeder in diesem Spiel ist Gast, und gemeinsam bilden wir einen Kreis und schauen in die Mitte. Einer aus der Gruppe spielt den Gastgeber. Er geht außen um die Gruppe herum und wählt einen Gast aus, indem er ihm auf die Schulter klopft. Jetzt beginnt der Austausch formvollendeter Höflichkeiten. Der Gastgeber schüttelt die Hand seines Gastes, stellt sich vor und fragt höflich: “Wie geht´s?“ Der Gast antwortet: “Danke gut!“ Aber der Gastgeber fragt noch einmal: “Wie geht´s?“ Worauf der Gast wieder antwortet: “Danke gut!“ Ohne die Hand des Gastes loszulassen, fragt der Gastgeber ein drittes Mal: “Wie geht´s?“ Nachdem der Gast zum dritten Mal: “Danke gut!“ geantwortet hat, lassen sie die guten Manieren plötzlich fallen und beide rasen los. Der Gastgeber rennt in derselben Richtung wie vorher um den Kreis herum, während der Gast in die andere Richtung läuft. Beide versuchen, als erstes auf den Ausgangsplatz zurückzukommen. Wenn sich Ihre Wege kreuzen, müssen Gastgeber und Gast stehen bleiben, sich die Hände schütteln und wieder dreimal die gleiche Förmlichkeiten austauschen: “Wie geht´s?“ “Danke gut!“ “Wie geht´s?“ “Danke gut!“ “Wie geht´s?“ “Danke gut!“ – und schnell weiter um den Kreis herum. Wer bei dem Rennen verliert, muss in der nächsten Runde den Gastgeber spielen. Ziel: Aufwärmen am frühen Morgen und die Teilnehmer in Bewegung bringen.
Reflexionsrunde – Wie geht es mir – Der Daumen des Caesar
Hier geht es darum, den Gemütszustand der einzelnen Teilnehmer unabhängig voneinander auf einmal überprüfen zu können. Die Teilnehmer stellen sich in einer Reihe Schulter an Schulter auf. Jeder schließt die Augen und zeigt deutlich seinen Gemütszustand mit dem Daumen nach oben, unten oder zur Seite an. Was soviel heißt wie: Es geht mir gut, geht so oder mir geht es schlecht. Wenn jeder sein Zeichen angezeigt hat, dürfen die Teilnehmer Ihre Augen öffnen, und jeder hat die Möglichkeit, einen Kommentar abzugeben, warum er sich für das jeweilige Zeichen entschieden hat. Ziel: Gesamteindruck über die Gruppe bekommen. Wie geht es meinen Teilnehmern.
Gordischer Knoten
Bei diesem Spiel stellen sich die Teilnehmer in einen Kreis Schulter an Schulter und strecken die Hände in die Mitte. Nun greift jeder nach zwei beliebigen Händen. Die Aufgabe der gesamten Gruppe besteht jetzt darin, den entstandenen Knoten wieder zu lösen. Hierbei dürfen die Teilnehmer die Hände nicht mehr loslassen. Ziel: Ein New Game Spiel vermitteln, das die Leiter und Mitarbeiter in Ihrer Gruppe genauso umsetzen können.
Themenwanderung
Die Teilnehmer können Vorschläge machen, über welche Themen sie sich in Bezug auf Ihre Pfadfinderarbeit mit anderen austauschen wollen. Danach werden Gruppen gebildet und es wird weitergewandert. Ziel: Es wird gemeinsam ganz konkret an ein paar wenigen Anliegen gearbeitet. Jeder kann dem anderen helfen und seine Erfahrungen weitergeben.
Vesper an der Schlucht
Das Mittagessen sollte an einer Schlucht eingenommen werden. Hierbei wurde die Gruppe in zwei Teams aufgeteilt und mit Seilen und Eimer ausgestattet. Jedes Team sollte sich auf einer Seite der Schlucht platzieren und war nur durch ein Seil und einen Eimer mit der anderen Gruppe verbunden. So konnte die Gruppe die Lebensmittel von einer Seite zur anderen transportieren. Ziel: Diese Aktion fordert die Gruppe im Bereich der Kommunikation. Alles steht und fällt damit.
Kooperationsaufgabe – Brückenbau – Leonardo da Vinci
Die gleichen Teams, die zuvor auf den verschiedenen Seiten der Schlucht saßen, sollten sich jetzt an die Aufgabe wagen, die Schlucht zu überwinden. Es handelt sich dabei um einen Brückenbau. Jede Gruppe bekommt 14 Stäbe, die eine Länge von 1,5m haben. Mit diesen Stäben soll jedes Team ohne Kontakt zum anderen ein Konzept entwickeln, wie diese Brücke konstruiert werden könnte. Die beiden Teams haben dann die Möglichkeit, dem gegnerischen Team ihre Idee vorzustellen und müssen sich dann für eine Konstruktion entscheiden. Danach wird versucht die Brücke zu bauen. Ziel: Auch hier ist Kommunikation entscheidend. Die Gruppenmitglieder sind gefordert, aktiv zu hören und hinzuhören, etwas zu wagen und zurückzustecken.
Bau eines Erdofens
Mit einer großen Blechdose, einem alten Dachziegel und einem Ofenrohr ausgestattet, sollte die Gruppe einen Erdofen bauen. Am Abend sollte dieser dann natürlich funktionieren und Pizza darin gebacken werden. Ziel: Eine Idee, die jeder mit seinem Team einmal umsetzten könnte. Hoher Abenteuerfaktor
Kistenkreis - mit Reflexionsrunde, Zündhölzer
Bei dieser Aufgabe hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, ein Streichholz anzuzünden. In der Zeit, solange das Streichholz brennt, hat er die Möglichkeit, den Tag zu reflektieren und dies der Gruppe mitzuteilen. Ziel: Eine Möglichkeit, die Reflexionsrunde zeitlich einzuschränken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Abschlussreflexion - Kistenkreis
Bei der Abschlussreflexion war wieder ein Kistenkreis vorgesehen. Zuerst waren noch zwei Ideenspiele auf den Kisten geplant, bei denen sich die Teilnehmer in der Reihenfolge der Zugehörigkeit zum Pfadfinderstamm Rudersberg aufstellen sollten, ohne von den Kisten zu fallen. Bei der Abschlussreflexion selbst hatte jeder die Möglichkeit, seine Liste mit Erwartungen und Befürchtungen noch einmal anzuschauen und auf diese einzugehen. Ziel: Ein Spiel kennenlernen, das in den Teams zuhause einfach umgesetzt werden kann. Dadurch dass jeder noch einmal mit seinen Gedanken kurz an den Anfang gehen kann, hat er die Möglichkeit, das gesamte Wochenende zu reflektieren und dies der Gruppe mitzuteilen.
4.3 Tatsächlicher Projektverlauf
Freitag 30. Mai
19.30 – Treffen nach dem wöchentlichen Stammtreff der Leiter und Mitarbeiter. Es werden die restlichen Utensilien und Lebensmittel der Gruppe zur Verfügung gestellt. Die Gruppe entscheidet selbst, wie viel sie davon mitnehmen möchte und verzichtet auf einzelne Dinge, die Ihnen als nicht wichtig erscheinen. Es werden noch die einzelnen Rucksäcke gecheckt, alle Wasserflaschen aufgefüllt und dann kann es losgehen.
19.45 - Abfahrt nach Althütte, wir werden von freiwilligen Helfern dort hingefahren, da wir später nicht an denselben Ort wieder zurückkehren werden.
20.00 – Wir sammeln uns am Parkplatz und machen uns startklar. Der Gruppe wird noch der Ablauf des Abends geschildert, damit diese sich darauf einstellen kann. Jeder hat danach die Möglichkeit, seine Erwartungen und Befürchtungen an dieses Wochenende aufzuschreiben. Bevor wir losgehen, hat jeder die Möglichkeit, sich der Gruppe zu diesem Thema mitzuteilen. Bei dem Wetter hat der eine oder andere so seine Bedenken, und gelegentlich fallen auch ein paar Regentropfen.
20.20 – Abmarsch. Wir ziehen los Richtung Wald. Die Gruppe ist gut drauf und die ersten fangen auch schon an zu singen. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir unseren ersten Biwakplatz.
21.00 – Dort angelangt, wird schnell geklärt, wer wo mit wem ein Biwak bauen möchte, und dann wird sofort gehandelt. Es entstehen danach 4 Biwaks, die alle mit geknüpften Bundeswehrponchos gebaut werden. Danach richtet sich jeder seinen Schlafplatz und sucht sich die Lebensmittel für das Abendessen zusammen. So langsam wird es auch dunkel und romantisch und die ersten Stirnlampen werden von den Teilnehmern ausgepackt.
21.45 – Die ersten setzen das Wasser in einem der Trangia auf, um später Reis darin zu kochen. In den beiden anderen Trangias wird angefangen, Geschnetzeltes nach “Gyros Art“ anzubraten. Der Geruch verbreitet sich schnell, die Stimmung steigt und der Hunger aller wird immer größer. Die Gruppe arbeitet bis jetzt bei allem großartig zusammen und harmoniert sehr gut. Beim Essen wird es dann schlagartig ruhig, und jeder ist nur noch mit sich und seinem Essen beschäftigt. Es ist ein beeindruckendes Bild, wie jeder der Teilnehmer in dunkler Nacht auf einem Baumstamm sitzt, hungrig mit seiner Stirnlampe in seinen Teller leuchtet und sich von niemandem beim Essen stören lässt. Während wir so zusammen sitzen und später in den Himmel schauen, können wir viele Sterne sehen, was uns alle in eine gute Stimmung versetzt, da wir in dieser Nacht nicht mit Regen zu rechnen haben.
23.00 – Es ist kollektives Zähneputzen angesagt. Die gesamte Gruppe hat sich am Bach versammelt und putzt die Zähne. Nach und nach kriecht jeder in seinen Schlafsack und es wird ruhig im Wald.
Samstag 31. Mai
ca. 6.00 – Ich wache sehr früh auf und alle anderen schlafen noch. Ich habe einen schönen Blick auf eine Waldlichtung und kann am frühen Morgen zwei Rehen dort beim Grasen zusehen. Sie lassen sich von uns auch nicht stören, und ich schlafe nochmals ein.
7.20 – So langsam ist Aufwachstimmung im Biwaklager. Die Jungs sind die ersten, die aus Ihren Zelten kriechen, und sie fangen schon an, Wasser im Trangia für Kaffe und Tee aufzusetzen. Als sich der Kaffeegeruch im Lager breit macht, dauert es nicht lange, bis der Rest der Gruppe sich zu den anderen gesellt. Gemeinsam wird ausgiebig gefrühstückt und über die verschiedenen Erfahrungen in der Nacht auf dem Waldboden berichtet. Später organisiert sich die Gruppe beim Abwasch wieder selbst.
8.10 – Wir treffen uns zur Morgenrunde und spielen als erstes das Aufwärmspiel: Wie geht´s? – Danke gut! Danach machen wir eine Reflexion, um abzuchecken, wie es den einzelnen Teilnehmern geht. S. ist der einzige, der hier etwas aus dem Rahmen fällt. Aber dafür, dass er ansonsten immer schwer zu begeistern ist, geht sein Daumen sogar bis zur Hälfte hoch. Im Anschluss erkläre ich der Gruppe etwas über New Games und wir spielen als praktisches Beispiel noch “Gordischer Knoten“.
10.05 – Wir machen uns ans Packen und bauen die Biwaks ab.
10.45 – Gemeinsam machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg, um die ersten Kilometer des heutigen Tages hinter uns zu bringen. Nach ca. einer halben Stunde legen wir eine kleine Pause ein.
11.20 – Es werden die ersten zwei Freiwilligen gesucht und auch gleich gefunden, die sich als Navigatoren zur Verfügung stellen. Zum anderen erkläre ich der Gruppe das Projekt der Themenwanderung. Wir wählen gemeinsam drei Themen aus, über die einzelne Teilnehmer sprechen wollen. Jetzt hat jeder die Möglichkeit, sich für ein Thema zu entscheiden, und gemeinsam wird dann die nächste halbe Stunde genutzt, um diese Themen, die einzelnen auf dem Herzen liegen, zu reflektieren und wenn möglich auch Hilfestellung zu bieten. Nach einer weiteren Stunde kommen wir an einer kleinen Siedlung vorbei, und die Gruppe beschließt dort nachzufragen, ob sie dort Wasser auffüllen können. Was natürlich kein Problem ist.
13.00 – Wir kommen an der Schlucht an, um das Mittagessen an der Schlucht zu gestalten. Hier lassen wir uns nieder, und die Gruppe wird hier in zwei Teams aufgeteilt. Von unserem Helfer wurde das Material für die Spiele und die Seilbahn rechtzeitig an den vereinbarten Platz gebracht. Gemeinsam legen die Jungs schnell Hand an und realisieren das Projekt, eine Seilbahn über die Schlucht zu bauen. Während des Baus gibt es zu einem kurzen Zeitpunkt eine Situation, die mir den Atem stocken lässt. R., der das Seil durch die Schlucht geben will, rutscht ab, kann sich aber nach ein paar Metern wieder an einer Baumwurzel festhalten. Das ist gerade noch mal gut gegangen, denn weiter unten hätte er von einem höheren Felsen auch noch abstürzen können. Danach geht der Bau sehr gut voran, und bald kann mit dem Essen begonnen werden.
13.50 – Die beiden Teams bleiben bestehen und es geht nun darum, die Schlucht zu überwinden und eine Brücke zu bauen. Die Teilnehmer jedes Teams hatten Zeit, sich auszutauschen, um die ihnen optimal erscheinende Lösung zu finden. Nach dem Austausch und dem Bau der Brücke sind die Teilnehmer begeistert, diese Aufgabe gelöst zu haben. Doch die Zeit schreitet voran, und wir packen unsere Sachen, um den zweiten Teil der heutigen Tour noch rechtzeitig zu schaffen.
15.30 – Nach einem kurzen Fußmarsch von ca. 10 Minuten erreichen wir eine Verkehrsstrasse, wo unsere Helferin S. ihr Auto geparkt hat. Wir laden alle Materialien ab, die wir für die letzen Spiele benötigen. Ebenso bekommen wir Material, das die Teilnehmer bis zu diesem Zeitpunkt nicht zuordnen können. Denn keiner hat eine Idee, was wir mit einem Ofenrohr, einem Dachziegel und einer großen Dose anstellen sollen. Nach dem kurzen Zwischenstop geht es sofort weiter, nachdem wir wieder zwei neue Navigatoren bestimmt haben. Dieses mal sind R. und S. an der Reihe. Die Wanderung auf dem folgenden Abschnitt wird mit der Zeit immer beschwerlicher. Das Wetter ist sehr heiss und schwül und macht einigen sehr zu schaffen. Wir legen immer wieder kurze Pausen ein und sind froh, als wir aus einem Waldstück heraus kommen und R. verkündet, dass es jetzt nur noch ca. 2-3 km sein dürften. Während der Wanderung auf den letzten Kilometern braut sich ein schweres Gewitter zusammen. Für die Nacht gibt es zwei mögliche Schlafplätze, und wir sind froh, den ersten zu erreichen, der mit einer kleinen Schutzhütte und Grillstelle auf uns wartet.
17.40 – Es wird innerhalb von Minuten immer windiger, und wir ziehen alle schnell los, um noch etwas trockenes Holz zu sammeln. Jeder packt tüchtig an, und wir haben innerhalb kürzester Zeit alles Holz beieinander, das man für einen romantischen Abend am Lagerfeuer benötigt. Kaum ist das Holz in Sicherheit, gießt es wie aus Kübeln. Wir sitzen alle in der kleinen nach einer Seite offenen Hütte und schauen dem Regen zu. D. und L. beginnen Wasser im Trangia aufzusetzen, um einen Tee zu kochen. Andere bringen ihre Haribootüte bei der Gruppe in Umlauf, und die drei Jungs S., R. und L. haben schon mal angefangen, das Holz klein zu sägen und ein Feuer zu machen.
18.15 – Leider hat der Regen unseren Zeitplan etwas über den Haufen geworfen, aber wir lassen uns dadurch nicht stören. Als der Regen aufhört und die ersten sich nach einem Biwakplatz umschauen, kommen zwei Autos an den Waldplatz gefahren und laden allerlei Dinge für eine große Party ab. Sie erklären uns, dass sie den Platz für diesen Abend gemietet hätten. Dies macht bei uns natürlich lange Gesichter und wir fangen an, unsere Sachen wieder zusammenzupacken. Wir nehmen es mit Humor, setzen unsere Rucksäcke auf und nehmen unser Holz unter die Arme, um es zu dem anderen Platz, etwa zwei Kilometer entfernt, zu tragen ( schließlich war dieses Holz trocken).
19.00 – An dem Platz angelangt, sind alle hungrig und fühlen sich teilweise gerädert. So langsam spürt man die lange Tour des Tages in den Knochen. Damit die Arbeit effektiver vonstatten geht, mache ich den Vorschlag, die Gruppe in drei Teams aufzuteilen. Die einen suchen einen Platz für das Biwak, das zweite Team kümmert sich um Holz, Feuer und den Pizzateig, das dritte darf sich mit dem Bau des Pizzaofens beschäftigen. Das funktioniert sehr gut.
20.00 – Der Ofen und die Feuerstelle sind heiß und es wird gebacken und gebraten. Um die Pizzaherstellung effektiver zu machen, haben wir auf den Grill der Feuerstelle noch einen Dachziegel gelegt, und so können wir noch mehr Pizzas backen. Doch als der Hunger gestillt ist und jeder noch einige Zeit etwas müde am Lagerfeuer gesessen hat, will jeder gerne schnell schlafen gehen.
22.15 – So machen wir also unsere Feuer aus und ziehen mit unseren Rucksäcken zum Biwakplatz. Alle sind müde und schlafen schnell ein. Es ist eine ruhige und regenfreie Nacht bis auf eine kleines Ereignis, das uns erst am nächsten Morgen zugetragen wird. L. war nämlich in der Nacht unterwegs, um zur Toilette zu gehen, hatte aber keine Taschenlampe gefunden. Da es aber immer dringender wurde, zog sie ohne Lampe los und hatte danach Probleme, ihren Biwakplatz wieder zu finden. Sie stolperte dann noch über eine Schnur, die zu dem Biwak von J. und S. gehörte. So war sie zumindest beruhigt, dass sie an der richtigen Stelle war.
Sonntag 1. Juni
7.30 – Die Mädels sind als erste wach, und die Sonne bringt uns nach dem Regen am vergangenen Abend trotz der frühen Stunde in Hochstimmung. Wir packen schnell unsere Sachen und bauen auch gleich das Biwak ab.
8.15 - Als alles fertig ist, machen wir eine Morgenrunde. Wir stellten uns im Kreis auf, und ich beginne die Reflexion mit einem Streichholz. Dies hat sich als gutes Instrument in der Frühe herausgestellt, da einige noch nicht so zum Reden aufgelegt sind.
8.30 – Wir gehen zurück zu unserer Feuerstelle und packen noch die Materialien von unserem Pizzaofen ein. Schnell stellt sich dann bei einigen die Frage, was wir denn heute morgen frühstücken werden. Ich erkläre, dass wir zuerst eine Wanderung vor uns hätten von ca. 1 ½ Stunden, bis wir zu einem Frühstücksplatz kommen würden. Wir bestimmen daraufhin noch L. und J. als unsere neuen Navigatoren und machen uns auf den Weg.
8.45 – Sehr schnell stellt sich heraus, dass wir die Strecke nicht in der geplanten Zeit schaffen werden. Der Anstieg raus aus dem Wald nimmt kein Ende und drückt bei allen auf die Stimmung. Dies wird erst wieder besser, als wir aus dem Wald herauskommen, die Sonne scheint und wir die Landstrasse erreichen, die wir überqueren müssen. Es folgt ein Marsch von ca. 20 Minuten in der Morgensonne, bis wir einen kleinen Hof erreichen, wo ein Teil der Gruppe noch einmal Wasser auffüllen möchte.
10.15 – Nach der Pause haben wir noch ca. drei Kilometer vor uns, bis wir den Frühstücksplatz erreichen. Die Gruppe reißt etwas auseinander, und ich lege kurz vor der Ankunft nochmals eine kleine Notpause ein, damit wir dann gemeinsam den Platz erreichen, wo uns ein toller Brunch erwartet.
11.15 – Wir erreichen den Platz und sind überwältigt. Ein bunt gedeckter Tisch mit allem darauf, was man sich so vorstellen kann. Die Teilnehmer sind so begeistert und können es kaum fassen. Man kann es später auch in den Feedbacks der Teilnehmer lesen. So lassen wir es uns gut gehen und essen uns alle satt.
13.00 – Nachdem S., meine Helferin, auch zu dem Platz gekommen ist und uns Getränkekisten mitgebracht hat, treffen wir uns alle auf einem Wiesestück zu einem Abschlussspiel und der Abschlussreflexion. Jeder hat nochmals die Möglichkeit, seinen Zettel, den er zwei Tage zuvor auf dem Rücken eines anderen Teilnehmers geschrieben hat, durchzulesen und diesen zu reflektieren. Danach darf sich jeder noch einmal zu Wort melden und sein Resümee für den ersten Leiter- und Mitarbeiterhaijk des Stammes Rudersberg weitergeben. Dies war eine bewegende Runde und wir schließen diese mit einem Dankgebet ab.
13.50 – Wir haben alle unsere Sachen gepackt, um noch die letzten drei Kilometer zum Ziel zurückzulegen. Die Strecke führt uns am Bach entlang durch ein kleines Waldstück. Man tauscht sich noch rege über die vergangenen Tage aus und überall, wo ich mich noch kurz dazu geselle, schwärmt man von dem tollen Frühstücksbrunch, den wir zuvor genossen haben.
14.30 - Zügig erreichen wir unser Ziel und haben dort noch eine kleine Wartezeit, bis uns unsere Helfer S., P. und R. abholen und uns sicher nach Rudersberg zurückbringen.
4.4 Abschluss
Als ich am Nachmittag nach einer erholsamen Dusche auf meinem Balkon in meinem Strandkorb liege, habe ich noch einmal die Möglichkeit, das ganze Wochenende vor meinem inneren Auge vorüber- ziehen zu lassen. In mir kommt ein Gefühl von Erleichterung, aber auch Begeisterung über diese Unternehmung hoch und ich genieße es, das Projekt meinem Gefühl nach erfolgreich abgeschlossen zu haben. Schon am selben Abend erhalte ich das Feedback von M., das mich unheimlich begeistert. Sie hat sich an diesem Wochenende entschieden, dabeizubleiben und sich weiter in die Kinder zu investieren. Als ich das lese, steigt in mir riesige Freude auf und ich stelle fest, dass, wenn die Ergebnisse so ausfallen, ich bald die nächste Tour angehen möchte.
5. Nachbereitung
5.1 Berichte und Reaktionen der Teilnehmer
Hi Thilo
Das Wochenende war spitze! Seit langem einmal konnte ich den Alltag total vergessen und einfach nur die Natur genießen und mit euch allen Spaß haben.
Vor allem haben mir Pizza backen und die Spiele gefallen. Einige der Spiele kann ich auf jeden Fall bei den Startern einsetzten.....
Super war außerdem, dass man nie bemerkt hat dass ein Zeitplan vorliegt oder dass du deinen Plan manchmal spontan einfach ein bisschen umgeschmissen hast und das Frühstück am Sonntag war begnadet....
Echt klasse gemacht!
Ich konnte durch das Wochenende viele Leiter besser kennen lernen und konnte viele gute Ratschläge sammeln.
Zur Zeit bin ich am überlegen wie es bei mir nächstes Jahr mit den Rangern weiter gehen soll. Darüber habe ich mir letztes Wochenende viele Gedanken gemacht und ich kam zu der Einsicht, dass mir etwas fehlen würde wenn ich aussteigen würde. Das Hajk hat mich wieder neu für die Pfadfinder begeistert und mich um viele neue Erfahrungen bereichert!
DANKE für deinen Dienst
Ich hoffe wir machen so etwas einmal wieder ;)
Liebe Grüße
M...
Hallo,
Ich fand den Hajk gut weil er super organisiert war und man auch nicht so weit gewandert ist, die Spiele waren auch gut weil man dann etwas Abwechslung hatte. Geschlafen habe ich auch gut und das Essen war das beste das ich jemals auf einem Hajk bekommen habe.
Gruß S...
Hallo Thilo,
Mir hat der Hajk sehr gut gefallen. Zuallererst deswegen, weil ich selbst für nichts verantwortlich war und alles auf mich zukommen lassen konnte. Ich wusste, dass Thilo alles gut organisiert hat und habe darauf vertraut, dass alles klappt. Immer wieder ergaben sich geplante Überraschungen, die den Hajk interessant machten. Spiele, Andachten und Pfadfinderelemente wechselten sich perfekt ab. Alles, was hätte schief laufen können, hat schließlich wunderbar geklappt. Im Rückblick kann ich nur sagen: Vielen Dank für eine flexible und dennoch genaue und umfangreiche Planung und vielen Dank für viele unvergessliche Momente meines Rangerlebens.
Dein R...
Hallo Thilo,
Der Haijk hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte das Gefühl es wurde sehr viel Zeit und Energie sowie Kreativität in die Vorbereitung und Organisation gesteckt.
Die Route war absolut klasse. Ich wohne mein ganzes Leben schon in diesem Flecken von Deutschland, aber diese Strecke bzw. einzelnen Plätze habe ich seither noch nie gesehen. Er war sehr inspirierend für einen Haijk mit einem Pfadfinderteam.
Neben der Streckenauswahl fand ich die Pausen mit den Ausbildungsstops oder Aufgaben klasse. Es waren richtig gute Spiele und Aufgaben, die das ganze Team forderten.
Vom Schwierigkeitsgrad hatte ich das Gefühl das alle gefordert aber nicht überfordert waren. Es war grad richtig.
Was für die gute Organisation sprach war der Zeitplan. Ich hatte nie das Gefühl unter Stress zu sein und von einem zum anderen zu hetzen. Es war genügend Zeit für Pausen etc. eingeplant.
Die Krönung war natürlich noch das Brunch am letzten Tag.
Alles in allem war es ein klasse Haijk und ich bin froh im Nachhinein dabei gewesen zu sein.
Ganz großes Lob an Dich und fettes Merci.
Lieber Thilo,
Mir hat der Haijk sehr gut gefallen: Die Route und die Biwakplätze waren gut ausgewählt. Die Wanderstrecken waren anspruchsvoll, aber nicht überanstrengend, sodass man körperlich angestrengt, aber nicht überlastet wurde. Sie waren auch landschaftlich sehr schön. Die Mischung von Spannung, Pausen und Spiel war sehr ausgewogen und auch die Zeitpunkte richtig. Die Spiele waren sehr entspannend und inspirierend. Mir hat gut gefallen, dass es einen Zeitplan gab, der aber nicht gesagt wurde und mit sanfter Lenkung eingehalten wurde. Beispielsweise wurde nie gesagt, wann wir wieder weiter müssen o.ä. Es war entspannt, aber trotzdem nicht zu langweilig und locker.
Das Essen war super. Das Pizzabacken hat Spaß gemacht, auch wenn es schön gewesen wäre, nach einem solchen Tag sein Essen schneller auf dem Teller zu haben.
Es war ein unvergessliches, erlebnisreiches, entspannendes und entspanntes Wochenende.
Noch einmal vielen Dank! Du hast das echt super gemacht.
Liebe Grüße,
L...
5.2 Reaktion der Leitung
Hallo Thilo,
sehr gut sehr sehr gut hast du das gemacht.
alle meine Erwartungen wurden erfüllt und ich freue mich auf das nächste mal.
hier noch Details:
Start mit dem Zettel ausfüllen war sehr gut, das zeigt dass hier jemand für uns geplant hat, dieser Hajk ist nicht nur eine ziellose Sache.
Biwak im Wald ist immer gut. Spiele am Morgen fand ich eine gute Idee, waren nicht zu viel nicht zu stressig, jeder konnte mitmachen. Klasse war natürlich das Daumen rauf oder runter (zumal das für den Sascha eine gute Lernaktion war.) er war es bisher gewohnt in einem Team von Jungs zu sein wo es angesehen ist wenn man meckert und alles schlecht macht, jetzt war er in einer Gruppe die alles toll fanden und wenn er sich nicht unbeliebt machen möchte, hat er selbst bemerkt.. musste er mehr Freude und positives über den Hajk finden…
Das mit dem essen über die Schlucht eine gute Erfahrung, wobei das Seil zu lang war, hätte wohl besser geklappt wenn es kürzer wäre.
Das spiel mit den Stäben war auch sehr interessant, was du vielleicht da noch machen könntest, ist noch mehr die Teilnehmer über sich selbst reden lassen. wer hat gut zuhören können? wer hat das Gespräch geführt? … damit man das Verhalten des Teams reflektieren kann. da könntest du noch etwas mehr Zeit nehmen.
Pizza Backofen war eine gelungene Sache und auch ich der ich schon viel gesehen habe, habe eine Überraschung erlebt, den ich habe noch nie so ein Backofen gesehen, danke! sehr liebevoll und kostbar, geht in die Geschichte der Dani Greiner ein.
Sonntag morgen, etwas stressig wegen zeitplan aber das gute essen der Birzeles hat alles wieder gut gemacht. Die Spiele am Schluss waren sehr wertvoll, da wir nochmals als Team zusammen gewachsen sind.
Ich fand es sehr schön und habe mich sehr gefreut an deinem dienst Thilo!!! du hast eine tolle ermutigend Art, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. du konntest uns überraschen und du hast uns wirklich gedient. ich wünsche mir dass du immer wieder Zeit findest für so ein Projekt, das ist für unsere Zeit wo es nur noch um PC, TV, youtube geht was sehr sehr wertvolles.
Was du noch machen könntest um dem ganzen eine Message zu geben, wäre auf Gott zu hören, was er diesen Leitern sagen möchte. so hätte man gut am morgen bzw. am Abend, bzw. während dem Tag einen Zielgedanken oder gar Bibelvers rein fließen lassen. das hat mir noch gefehlt, bzw. da bin ich ja dann eingesprungen.
Ein Freund von mir in Kanada macht solche Hajks mit Leuten und ließt dann nur einen Bibelvers damit sie darüber meditieren. Lectio divina heißt das … wäre bestimmt noch eine Sache die du damit einbauen könntest, bedarf wohl wenig Vorbereitung aber hat eine große Wirkung.
Gruß D...
6. Reflexion
6.1. Besondere Erlebnisse
Dieser Haijk war eine großartige Sache. Die Rückmeldungen, die ich von den Teilnehmern erhalte, machen mir Mut, weiterzumachen.
Was mich während der gesamten Tour am meisten aus der Fassung gebracht hat, war die Beobachtung, dass ich meinen Zeitplan nicht einhalten konnte. Das ist ja an sich überhaupt nicht wichtig, aber ich stellte fest, dass mich dies innerlich unter Druck setzte. Ich war immer dabei, auf die Uhr zu schauen und dafür zu sorgen, dass die Spiele nicht zu lange dauerten und wir pünktlich weiter kamen. Erst als wir in der Hütte festsaßen und dem Regen zuschauten, konnte ich alles beiseite schieben und ließ alles weitere nur noch auf mich zukommen. Interessant für mich war aber dann später, dass die Teilnehmer dies ganz anders empfunden hatten. Dies beruhigte mich und ich glaube heute, dass die Gelassenheit einfach mit der Erfahrung kommt.
Auf einer Wanderstrecke unterhielt ich mich mit D., der Leiterin, und sie bemerkte einfach nur, wie toll sie es finde, dass alle so gut mit dabei sind und ich diesen Haijk im Griff hätte. Sie selbst konnte es genießen und wir tauschten uns über zukünftige Projekte weiter aus. So erzählte sie mir, dass es im Stamm nicht viel Erfahrung im Bereich der Ersten Hilfe gebe. Ich konnte ihr dann von dem großartigen Kurs erzählen, den ich kurz davor beim KAP gemacht hatte, und wir vereinbarten für das nächste Jahr einen Erste-Hilfe-Haijk für Leiter und Mitarbeiter . Auf diesem Weg können wir den Leitern und Mitarbeitern dieses heikle Thema auf eine ganz andere Art und Weise näher bringen.
Die Wochen danach bin ich einfach nur begeistert, als ein Feedback nach dem anderen mich erreicht und freue mich schon auf die nächste Tour.
6.2 Erfahrungen und Erkenntnisse
Die Kosten für solch eine Tour sind absolut überschaubar und machen Lust auf mehr.
Was mich anfangs etwas geärgert hat, war dass einige Teilnehmer kurzfristig abgesagt hatten. Doch ich sollte solche Ereignisse nicht persönlich nehmen. Aber ich denke, aufgrund der positiven Rückmeldungen von diesem Haijk wird die Teilnahme beim nächsten Mal sicher besser sein. Die Gruppe hätte gut und gerne noch 3-5 Personen mehr vertragen und bei einigen Spielen wäre dies auch hilfreich gewesen.
Für mich geht es darum, mehr Gelassenheit zu erreichen. Ich habe bemerkt, dass ich mich schnell in Stress bringen lasse, wenn ich nicht mehr alles lenken und steuern kann. Doch gibt es im Leben Momente, in denen man nichts mehr tun kann und nur den Umständen ausgesetzt ist. Doch dies hinzunehmen, ist nicht so leicht.
7. Literaturverzeichnis
H.P. Schock / N. Ritter - Pfadfinderhandbuch der Royal Rangers, Schorndorf 2000
Perschke H. / Flosdorf P. – Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik,
Weinheim und Münschen 2003
Gilsdorf R. / Kistner G. – Kooperative Abenteuerspiele 1, 16. Aufl. Seelze-Velber 2006
Gilsdorf R. / Kistner G. – Kooperative Abenteuerspiele 2, 5. Aufl. Seelze-Velber 2006
Reiners A. – Praktische Erlebnispädagogik, 7. Aufl. Augsburg 2004
Arbeitskreis Erlebnispädagogik ejw – Sinn gesucht - Gott erfahren, Stuttgart 2005
Landesvermessungsamt BW – Topographische Karte L7122 1:50000, 6. Aufl. 1990
Landesvermessungsamt BW – Wandern und Radfahren – Schwäbisch Hall, Backnang 1:35000, 1. Aufl. Stuttgart 2007
Mössler-Tochtrop E. – Fang, Kochen auf Fahrt, Hemer
8. Anhang
• Bilder
• Hinweisliste für Haijk
• Mitnehmliste Haijk
• Einladung Haijk
• Ausschnitt Landkarte
• Abläufe für Unterwegs
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
Teamtraining als Hajk für ehrenamtliche Leiter und Mitarbeiter
des Pfadfinderstammes Rudersberg
Teamtraining Leiterhajk
Erlebnispädagogisches Projekt von Thilo Wagner





