seit 1994

Tanja Schmuck

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Klettercats mit Kids

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Tanja Schmuck

 

 

vom 05.07. - 08.07.2010

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1    Einleitung/ Beschreibung der Einrichtung

 

2    Erlebnispädagogisches Konzept

2.1 pädagogischer Hintergrund/ Idee

2.2 allgemeine Zielsetzung

2.3 Art der Unternehmung

 

3    Zielgruppe

3.1 Gruppenzusammensetzung

3.2 Vorstellung der Teilnehmer

 

4    Projektverlauf

4.1 Vorbereitung

4.2 geplanter Projektablauf

4.3 tatsächlicher Ablauf

4.4 Nachtreffen

 

5    Nachbereitung

5.1 Veränderung bei den Betreuten

5.2 Reaktion der Kolleginnen

 

6    Reflexion

6.1 Besondere Erlebnisse

6.2 Erkenntnisse/ Erfahrungen

 

7    Öffentlichkeitsarbeit

 

8    Literaturverzeichnis



9    Anhang

 

 

 

1 Einleitung/ Vorstellung der Einrichtung

 

Ich arbeite als freie Mitarbeiterin bei EGALIA. EGALIA ist eine sozialpädagogisch betreute Mutter-Kind Einrichtung. Es ist eine relativ kleine Einrichtung, mit sieben Plätzen, verteilt auf drei Wohngemeinschaften in Holzkirchen im Süden von München. EGALIA hat dafür zwei Wohnungen, in denen jeweils zwei Frauen leben und ein Reihenhaus für drei Frauen und Büro angemietet.

 

Die jungen Frauen kommen über verschiedene Jugendämter zu uns, entweder in der Schwangerschaft, oder wenn sie bereits ein Kind haben. Das Einzugsgebiet ist hauptsächlich München und Umgebung. Der Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit liegt in der Verselbständigung der jungen Frauen. Dazu gehört hauptsächlich der angemessene Umgang mit ihrem Kind, eine sinnvolle Tagesstrukturierung, der hauswirtschaftliche Aspekt, und je nach Möglichkeit der Mutter und Alter des Kindes die Fortführung der beruflichen/schulischen Ausbildung.

 

Die Einrichtung wird von einer Privatperson, also freiem Träger geleitet. Dazu kommt eine pädagogische Leitung und weitere sechs Fachkräfte. Jeweils eine Betreuerin ist für ein bis zwei Mädchen die direkte Ansprechpartnerin. Gruppendienste sind auf alle Betreuerinnen verteilt. Unsere Einrichtung ist teilzeitbetreut, d.h. es gibt von Montag bis Donnerstag von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr einen Abenddienst, an dem die Bewohnerinnen anwesend sein müssen, um sich um ihre Kinder zu kümmern und diese zur Ruhe kommen können.

 

Einmal wöchentlich findet eine Gruppe für jede WG statt, in der Themen besprochen werden oder gemeinsame Aktivitäten stattfinden. Einmal im Monat gibt es eine Grossgruppe für alle Wohngemeinschaften, die ich leite und bei der Erlebnispädagogik stattfindet. Ansonsten gibt es noch Einzeltermine mit den Bezugsbetreuerinnen. Ich betreue zwei junge Frauen in unterschiedlichen Wohngemeinschaften.

 

 

2 Erlebnispädagogisches Konzept


2.1 pädagogischer Hintergrund/ Idee

 

Die Idee für mein Projekt lieferte mir kurz nach meinem Einführungskurs die Trägerin von Egalia. Sie fragte, wer sich vorstellen könnte im August 2010 mit den Mädchen eine Freizeit zu gestalten oder daran mitzuwirken. Ich teilte ihr mit, dass ich ein Abschlussprojekt bräuchte, ob das nicht eine Möglichkeit wäre. Sie stimmte zu. Bei dem Kurs Anleitung zur Praxis glitt mir mein "Projekt" immer weiter aus den Fingern...

 

Mit allen jungen Frauen und ihren Kindern und Babys ist nur eine freitzeitpädagogische Massnahme möglich, da die Kinder viel zu jung sind, um daran teilzunehmen und das Zeitfenster zwischen Stillen, Füttern, Wickeln... viel zu kurz wäre, um sinnvolle Erlebnispädagogik durchzuführen.

 

Es entstand die Idee, mit nur einer WG zu fahren, um die Beziehung zwischen den Mädchen zu stärken und ihnen dabei eine intensive Mutter-Kind-Beziehung zu vermitteln. In den beiden Wohnungen lebt jeweils eine Schwangere, die ca. zum Projektzeitpunkt entbindet, diese Wg´s fallen somit für das Projekt aus. In der Dreierwohngemeinschaft leben derzeit nur zwei Frauen, da der dritte Platz nicht besetzt ist. Diese beiden Frauen leben schon sehr lange bei uns, eine drei, die andere vier Jahre, ihre Kinder wären alt genug. Das Projekt nahm nun doch Formen an, diese beiden Frauen nehmen mit ihren Kindern an dem Projekt "erlebnispädagogisches Klettern" teil.

 

 

2.2 allgemeine Zielsetzung

 

•  Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung

•  Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und das eigene Kind

•  Verantwortung für sich, andere und das eigene Kind übernehmen

•  Körperwahrnehmung

•  zur Ruhe kommen

•  mit Ängsten konfrontiert werden und umgehen lernen

•  Offenheit für Neues

•  Grenzen setzen und natürliche Konsequenzen finden und umsetzen

 


Ich stellte mir vor dem Projekt die Fragen:

"Wie kann ich durch die Erlebnispädagogik eine Mutter-Kind-Beziehung intensivieren?"

"Wie kann eine junge Mutter in der Erlebnispädagogik lernen, Grenzen richtig zu setzen?"

 

Diese Antworten entstanden für mich während des Projektes.

 

 

2.3 Art der Unternehmung

 

Ich liebe unsere Berge, die Voralpen, doch war mir sehr schnell klar, dass ein Projekt hier in den Münchner Hausbergen nicht möglich ist. Es ist nicht durchführbar ohne Bergerfahrung der Mütter, die Kinder und das nötige Gepäck nach oben zu bekommen. Das Altmühltal und ihre Umgebung hat mich stark fasziniert, daher fand das Projekt im Naturfreundehaus in Schönhofen statt. Diese Entscheidung fiel mir sehr leicht, nachdem ich durch das KAP-Institut die Gegend kennen lernen durfte. Leichte Steigungen, Natur pur und die Kletterfelsen für meine Ideen direkt vor der Nase. Es sollte rund um das Thema Seil gehen, von mobilen Seilelementen über Klettern am Naturfels, eigenes Abseilen, gemeinsames Kochen und Spielen. Das Projekt wurde gemeinsam mit den jungen Frauen vorbereitet und zwei Ablaufpläne, einer für gutes und einer für schlechtes Wetter, erstellt.

 

Das Projekt fand vier Tage Montag bis Donnerstag vom 05.07.-08.07.2010 statt. Wir hatten zum Glück die ganze Zeit wunderschönes Wetter.

 

 

3 Zielgruppe


3.1 Gruppenzusammensetzung

 

Zur Zeit der Projektplanung war der dritte Platz in der WG nicht besetzt, trotzdem gab es oftmals Konflikte zwischen den Müttern, aber auch den Kindern, meistens ging es dabei um Lügen oder auch Diebstahl und Konkurrenz untereinander. Die Teilnehmerinnen kennen mich bereits aus den Grossgruppen, die Bezugsbetreuung habe ich nicht.

 

 

3.2 Vorstellung der Teilnehmer

 

Vorweg muss gesagt sein, dass nicht ich die anonymisierten Namen für die Teilnehmer ausgesucht habe, sondern sie selbst, genauso wie den Namen des Projektes.

 

Gluthilde:

Sie ist 20 Jahre alt, lebt seit drei Jahren bei Egalia und kam in der Schwangerschaft zu uns. Gluthilde ist lebhaft, hilfsbereit, motivierend für andere und kann sich gut ausdrücken. Sie weiss auch, was wir Betreuerinnen hören wollen. Sie ist extrovertiert. Sie kommt aus einer schwierigen Familie, in der schon längere Zeit das Jugendamt aktiv ist. Gluthilde hat es bei Egalia gelernt, ihren Haushalt ordentlich zu führen. Die Grundversorgung für Hans-Peter ist ebenso gesichert. Bei Gluthilde spielen Männerbeziehungen eine dominante Rolle. Sobald sie einen Freund hat, steht dieser und nicht mehr Hans-Peter im Mittelpunkt ihres Lebens. Gluthilde fällt es schwer sich an Regeln zu halten und greift als Problemlösungsstrategie sehr oft auf Lügen zurück.

 

Gluthilde soll anhand von Praktika erfahren, welche Ausbildung sie machen möchte. Nach ca. ein- zwei Wochen bricht sie das bestehende Praktikum ab und erscheint dort nicht mehr. Zur Zeit ist sie den ganzen Tag zu Hause oder mit Freunden unterwegs. Sie soll therapeutisch begleitet werden, geht aber nicht regelmässig dorthin.

 

 

Hans-Peter:

Er ist 3,4 Jahre alt und lebt seit seiner Geburt bei Egalia. Er ist tagsüber (8.00 -15.00 Uhr) bei einer Tagesmutter untergebracht und geht ab September 2010 in den Kindergarten. Seine Wochenenden verbringt er bei der italienischen Familie seines Vaters. Hans-Peter fordert viel Aufmerksamkeit und hat einen grossen Bewegungsdrang. Sich an Regeln zu halten fällt ihm schwer, wobei ich nicht beurteilen kann, ob er das Verständnis dafür hat, da die sprachliche Entwicklung noch nicht seinem Alter entspricht. Gluthilde geht deshalb mit ihm zur Logopädie.

 

 

Elfriede:

Sie ist ebenso 20 Jahre alt. Sie ist introvertiert und oft sehr schweigsam, wenn es um ihre Person geht. Eigenreflexionen im Positiven und Lob kann sie schwer annehmen. Sie erledigt ihren Haushalt und die Aufgaben die mit ihrer Tochter verbunden sind sehr selbständig und zuverlässig. Sie versucht den Anforderungen, die wir an sie stellen, gerecht zu werden und niemanden zu enttäuschen. Zu ihrer Mutter hat sie ein gespaltenes Verhältnis und wird oft von ihr enttäuscht. Auch hier ist das Jugendamt schon längere Zeit in der Familie aktiv. Sie stürzt immer wieder in psychische Krisen und entwickelt verschiedene Symptome. Elfriede wird therapeutisch begleitet. Ihr grösster Wunsch ist es, ausziehen zu können und ein selbständiges Leben zu führen.

 

 

Anne-Maria:

Sie ist 6 Jahre alt. Sie besucht ganztags den Kindergarten und wird im September eingeschult. Sie ist altersentsprechend entwickelt, fordert allerdings häufig nach Grenzen und steht in starker Konkurrenz zu Hans-Peter. Ihre Frustrationstoleranz ist sehr niedrig.

 

 

Uli und Tanja:

Uli ist Sozialpädagogin und als freie Mitarbeiterin bei Egalia seit sechs Jahren tätig. Sie ist bei diesem Projekt "Helferin". Uli klettert seit einem Jahr, hauptsächlich in der Halle.

 

Tanja ist fast fertige Erlebnispädagogin und Leitung dieses Projekts:
Ich bin Erzieherin. Vor zwei Jahren habe ich mich selbständig gemacht und arbeite seit Februar 2009 als freie Mitarbeiterin bei Egalia. Zudem bin ich Hochseilgartentrainerin und Feuertänzerin. Meine ersten Klettererfahrungen machte ich mit 17 Jahren, seit vier Jahren klettere ich wieder regelmässig und intensiv. Daher war es mir überhaupt möglich, dieses Projekt so durchzuführen.

 

 

4 Projektverlauf


4.1 Vorbereitung

 

Die Problematik bestand für mich darin, die richtige Kombination von verschiedenen erlebnispädagogischen Methoden zu finden, um den Bedürfnissen aller Beteiligten, Kinder wie Erwachsenen gerecht zu werden. Elfriede und Gluthilde waren in den Grossgruppen mit mir vorher schon bouldern (klettern in Absprunghöhe mit Weichbodenmatten) und auch Niederseilelemente kannten sie dadurch bereits. Für Gruppenspiele waren wir zu wenig Personen.

 

Die Kolleginnen Auswahl war sehr schnell getroffen. Es gibt bei Egalia nur eine weitere Kollegin, die sich mit dem Klettern auskennt, mit der ich selbst seit ca. einem Jahr regelmässig klettern gehe und mit der ich dadurch auch befreundet war. Ich habe sie gefragt und sie war gerne bereit, mir bei meinem Abschlussprojekt zur Seite zu stehen. Wir haben uns zweimal vor dem Projekt für die Planung getroffen. Einmal um Ideen zu sammeln und ein zweites Mal, um die Aufgaben zu verteilen. Zwischen unserer Ideensammlung und der Aufgabenverteilung traf ich mich jedoch mit den Teilnehmerinnen, um mit ihnen das Projekt zu besprechen und ihre Ideen mit einzubeziehen. Dadurch gingen die Ideen meiner Kollegin, Waldorfpädagogik mit ins Boot zu holen verloren. Ich wollte diese Ideen auch nicht unbedingt umsetzen, da sie meines Erachtens nicht in das Projekt gepasst hätten.

 

Zum Zeitpunkt der Aufgabenverteilung sah meine Kollegin sich lediglich als "Helfer" und damit war ich zufrieden.

 

 

Organisation:

 

Mit der Leitung wurde geklärt, dass ich für das Projekt fünf Stunden bezahlt bekomme, meine Kollegin zwei. Dadurch lag die Vorbereitung mit den jungen Frauen und Kindern, sowie die Organisation bei mir, da die zwei Stunden meiner Kollegin durch unsere Besprechungen bereits verbraucht waren. Von ihr konnte ich nicht erwarten, dass sie unentgeldlich arbeitet. Ich reservierte am 08.05.2010 das Naturfreundehaus Schönhofen für vier Erwachsene und zwei Kinder.

 

Mit meiner Chefin fanden zwei Treffen statt, in denen geklärt wurde, dass meine Kollegin Benzinkosten erstattet bekommt, da sie ihr Privatfahrzeug zu Verfügung stellte. Ich bekam, da ich kein Auto besitze, das vollgetankte Privatauto meiner Chefin. Beide Autos haben eine Insassenversicherung. Auch die Kindersitze konnten wir uns von der Einrichtung leihen. Frau Matha bezahlte uns einen Tagessatz und ich bekam von ihr 700,- Euro zur Verfügung für Übernachtung und Essen.

 

Einverständniserklärung der Chefin und der Frauen für das Projekt befinden sich im Anhang. Ich suchte im Internet die Anfahrtsbeschreibung, Einkaufsmöglichkeiten und verschiedene Arztpraxen und Krankenhäuser heraus. Diese Liste wurde immer mitgeführt.

 

Meine Kollegin und ich wollten vor dem Projekt privat nach Schönhofen fahren, um die Kletterrouten zu testen. Diese Unternehmung musste wegen Dauerregen im Mai ausfallen. Somit kannte ich den Felsen nur flüchtig und über das Topo.

 

 

Ausrüstung:

 

Meine Kollegin besitzt selbst die komplette Kletterausrüstung inklusive Helm, sie konnte einer Teilnehmerin ihre Ersatzschuhe leihen. Ich besitze mehrere Gurte, drei Paar Schuhe und zwei Helme. Ein paar Schuhe und einen weiteren Helm konnte ich mir von meinem Freund leihen. Die Kinderkletterausrüstung liehen wir vom Kletterwald Blomberg ohne Gebühr: zwei Kinderkombigurte und zwei Kinderhelme. Die vorhandene Ausrüstung befindet sich im Anhang.

 

Eine Diensthaftpflichtversicherung für mich als Selbständige besitze ich, sie beinhaltet auch die Erlebnispädagogik. Die Mütter sind beide volljährig und wurden von mir informiert, dass sie die Aufsichtspflicht für ihre Kinder haben. Es besteht auch ein Vertrag mit den Müttern.

 

 

Sicherheitskonzept und Notfallplan

 

Zu Beginn des Projekts werde ich den Teilnehmern mitteilen, dass am Fels Helmpflicht besteht, es wird immer einen Partnercheck durch meine Kollegin oder mich geben. Ich werde die Anforderungen sehr niedrig ansetzen, damit niemand überfordert und somit das Verletzungsrisiko nicht so hoch ist. Ich habe immer ein funktionierendes Handy und erste Hilfe Massnahmen dabei. Jeder weiss, wo sich diese Sachen befinden. Ich selbst kenne mich gut mit verschiedenen Seil- und Sicherungstechniken aus.

 

 

Vorbereitung mit den Teilnehmerinnen

 

Mittwoch, 05.05.2010

Heute erfahren die jungen Frauen, dass sie mit meiner Kollegin Uli und mir für mein Abschlussprojekt vier Tage wegfahren. Wir spielen zuerst "Wie geht´s, danke gut". Ich erkläre den Mädels, was Erlebnispädagogik ist.

•  dass wir in ein Naturfreundehaus fahren werden

•  dass es um das Thema Seil gehen wird

•  dass ihr Thema "Der eigene Weg" sein wird

•  dass sie eigene Ideen einbringen können

•  dass wir Erwartungen und Befürchtungen sammeln werden

•  dass es ein Selbstversorgerhaus ist und wir selbst kochen werden

Elfriede hält sich sehr zurück, Gluthilde stellt Fragen. Anne-Maria fragt, ob sie Spielsachen mitnehmen darf. Es kommt die Frage, wie wir dort schlafen werden. Es wird gemeinsam entschieden, dass es ein Kinderzimmer und ein Frauenzimmer geben wird. Gluthilde fragt mich nach der Dokumentation. Ich erkläre ihr, dass ich einen Bericht schreiben muss, mit Fotos, sie sich selbst Namen überlegen dürfen, wie sie dann heissen wollen. Elfriede will nicht fotographiert werden. Gluthilde möchte selbst einen Fotoapparat mitnehmen.

 



Mittwoch, 9.6.2010

Beim zweiten Treffen findet sich der Name des Projekts "Klettercats mit Kids", meine Vorschläge finden sie zum Glück doof, und die Entscheidung ist schnell gefällt. Danach stellen wir einen Metaplan auf. Ziele, die die Mädchen haben, Erwartungen vom Projekt, Befürchtungen und Ideen (sh. Anhang). Da diese Treffen auf eine Stunde beschränkt sind und die Mütter nicht so ganz wissen, was sie schreiben sollen, lasse ich den Metaplan bei ihnen und sie sollen ihn mir Ende der Woche geben.

 

 

Mittwoch, 23.6.2010

Heute geht es darum, einen konkreten Ablauf zu entwickeln, Packlisten zu schreiben und zu schauen, was organisatorisch noch zu tun ist.

 

Ausserdem sprechen wir über Ziele und schreiben diese nieder:

Spaß, Stärken der Mutter-Kind-Beziehung, Offenheit für Neues, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

 

Spezielle Ziele, die man gut beim Klettern erreichen kann:

den Kindern was zutrauen, mitmachen, mit Angst umgehen, innere Ruhe/zur Mitte finden.



Ich erfahre ausserdem, dass am Mittwoch das Halbfinale der FussballWM stattfindet und die Mädels unbedingt Fussball schauen wollen. HILFE, ich finde Fussball grauenvoll.

 

 

Dienstag, 29.6.2010

Zeit für letzte Fragen, am Montag geht´s los. Ich bekomme einen Zettel, wie sie gerne im Bericht heissen möchten, wobei sie sich prächtig amüsieren. Von meiner Chefin erfahre ich, dass diese Freizeit mit sehr gemischten Gefühlen angegangen wird, teilweise wollten die jungen Frauen gar nicht mitfahren, dann haben sie sich wieder darauf gefreut.

 

 

4.2 geplanter Projektablauf



Dieser Projektablauf wurde gemeinsam mit den jungen Frauen erstellt. Dadurch habe ich erfahren, dass Hans-Peter noch einen Mittagsschlaf braucht und meine Ideen mussten umgestellt werden. Zusätzlich zu den ganzen Aktivitäten nimmt natürlich das Essen grossen Raum ein. Ich wollte, dass sich die Mütter an den Ideen dazu besonders intensiv einbringen, was auch gelungen ist. Meine Kollegin war von der Essensauswahl nicht sehr begeistert und es kam noch sehr viel Salat dazu. Sie selbst hätte gerne in einem anderen Rahmen gekocht. Ich wollte aber, dass sich die Frauen selbst um das Essen kümmern und sich so in einem ihnen bekannten Bereich bewegen können. Nicht jede Sequenz ist komplett durchgeplant, da der momentane Augenblick für intensive Arbeit so besser genutzt werden kann.

 

 

Montag:

9.00 Uhr: Treffpunkt an der Wohngemeinschaft

ca. 11.00 Uhr: ungefähre Ankunft Naturfreundehaus, Zimmer einräumen
Essen: Würstel im Schlafrock, Salat (Vorbereitung Uli und Tanja)

13.00 -14.00 Uhr Mittagsschlaf und Ruhezeit

Uli fährt Einkaufen in Nittendorf

ab ca. 14.30 Uhr Gegend erkunden, erste Niederseilelemente, evtl. Knotenkunde

Kekse und Obst, Getränke mitnehmen

ca. 18.00 gemeinsames Kochen, Nudeln mit Tomaten-Kräuter-Sauce

ca. 19.00 Schlafenszeit für die Kinder

Reflexion

danach Freizeit

möglich auch bei Regen

 

 

Dienstag:

8.00 Uhr Frühstück, Uli fährt davor zum Bäcker

ab ca. 9.00 Uhr Klettern

ab ca. 11.00 Uhr selbst gemachte Kasspatzen kochen und essen

13.00-14.00 Uhr Mittagsschlaf und Ruhezeit

ab ca. 14.30 Uhr Klettern mit abendlichen Picknick (Obst, Rohkost, Salat, Semmeln, Wurst, Käse)

ca. 19.30 Uhr Schlafenszeit für die Kinder

Reflexion

danach Freizeit

bei Regen: Regenwanderung und KAP Besuch

 

 

Mittwoch:

8.00 Uhr Frühstück

ab ca. 9.00 Uhr Niederseilelemente im Wald

Picknick im Wald

13.00 -14.00 Uhr Mittagsschlaf und Ruhezeit

ab ca. 14.30 Uhr Abseilen am Fels, Vertrauensübungen

ca. 18.00 Uhr Abendessen, Fischstäbchen mit Kartoffelpürree und Gemüse, Obstsalat

ca. 19.30 Uhr Schlafenszeit für die Kinder

Reflexion

danach Mädels übernachten alleine draussen

bei Regen: Höhlenbesichtigung

 

 

Donnerstag:

8.00 Uhr Frühstück

9.00 Uhr Packen und Einladen

ca. 10.00Uhr Abschlussreflexion draussen (bei Regen im Naturfreundehaus)

 

 

 

4.3 tatsächlicher Ablauf

 

Ich habe mich dazu entschieden, nicht die jungen Frauen ein Projekttagebuch führen zu lassen, sondern am Abend eine gemeinsame Reflexionsrunde einzuführen. Diese Entscheidung rührt daher, dass Elfriede Reflexionen schwer fallen und verbal mehr Rückmeldungen kommen, als schriftlich.

 

 

Montag, 05.07.2010: Wetter: bewölkt, sonnig, warm.

 

9.00 Uhr Treffpunkt

Die Mädchen haben alles gepackt und sind abreisebereit. Alle sind wahnsinnig nervös. Elfriede und Anne-Maria fahren mit mir, Gluthilde und Hans-Peter mit Uli im Auto.

 

11.00 Uhr Ankunft am Naturfreundehaus

Wir haben während unseres Aufenthalts das Haus für uns alleine. Während die jungen Frauen die Zimmer einräumen, die Betreuer das Essen vorbereiten, entdecken die Kinder die angebotenen Spielsachen vom Naturfreundehaus im Gemeinschaftsraum. Sie richten grosses Chaos an und ich geselle mich zu ihnen. Sie sollen mir helfen, die Kletterausrüstung auszupacken. Sie schnappen sich die Kinderhelme und "klettern" im Raum umher. Wir gestalten einen Ausrüstungstisch mit Fachliteratur, einen Spieltisch und einen Tisch an dem man sich gemütlich zusammen setzen kann.

 

12.30 Uhr Mittagessen, Würstel im Schlafrock und Salat, wir essen auf der Terrasse.

 

13.30-15.00 Uhr Ruhezeit, Uli geht einkaufen

Hans-Peter schläft sofort ein, Anne-Maria legt sich ein bisschen mit hin, schläft aber nicht. Gluthilde, Elfriede und ich haben ein Gespräch über den Umgang mit ihren Kindern hier und im Alltag. Wir sprechen über Grenzen setzen und natürliche Konsequenzen. Hier sollen sie die Möglichkeit haben, dies ohne Alltagsstress zu üben. Sie können sich hier Zeit nehmen für ihre Kinder. Anne-Maria und Elfriede gehen noch eine Runde spazieren. Uli kommt vom Einkaufen, wir helfen ihr auspacken und räumen noch gemeinsam auf.

 

15.15 Uhr Gegend erkunden, erste Begegnung mit dem Kletterfelsen

Ich vergesse den Fotoapparat und werde von den Mädels ausgelacht. Unterwegs entdecken wir einen Spielplatz, die Kinder zeigen kein sehr grosses Interesse und es reicht aus, ihnen zu versprechen, dass wir da irgendwann mal hingehen. Wir erreichen den Felsen und die Teilnehmer sind alle miteinander sehr überrascht, wie hoch Anne-Maria und Hans-Peter üben schon mal Klettern und massiv der Fels ist. Sie haben es sich alle anders vorgestellt. Gluthilde verbietet Hans-Peter näher an den Felsen heranzugehen und bricht letztendlich nach längerem inneren Kampf in Tränen aus. Elfriede bouldert ein bisschen mit meiner Unterstützung, Anne-Maria versucht´s auch und beide haben Spass.

 

Ich führe mit Gluthilde ein Gespräch über Angst und sie schafft es, zum Felsen hinzugehen und sich dagegen zu lehnen. Im Anschluss gehen wir einen steilen Weg zwischen den Felsen nach oben. Es besteht keine Gefahr abzustürzen, jedoch ist es für alle Teilnehmer der erste Kontakt mit der Natur in diesem Ausmass. Der Weg ist erdig, felsig im Wechsel und man braucht ab und zu die Hände. Elfriede und Anne-Maria gehen voraus, Elfriede hat Angst um Anne-Maria, weil sie einmal leicht ausgerutscht ist. Ich kümmere mich um Gluthilde, die immer wieder nahe einer Panik ist. Trotzdem schafft sie den Anstieg mit mehreren kleinen Hilfestellungen. Uli bildet mit Hans-Peter den Abschluss und kümmert sich um ihn. Er wollte immer wieder zur Mama, die sich aber selbst auf sich konzentrieren musste. Hans-Peter musste sich stark konzentrieren, um den Weg zu schaffen. Als Gluthilde oben ist, gehe ich nochmal runter und hole Hans-Peter, ich trage ihn, weil er sehr erschöpft ist und Uli ebenso ihre Grenzen mit ihm erreicht hat.

 

Oben angekommen, machen wir eine Pause und es gibt Getränke und Kekse. Wir haben einen tollen Ausblick auf das Laabertal und ich werde gefragt, wie der Fluss heisst: Laaber. "So wie Laaber net, das hat mein Vater immer gesagt", entgegnet Elrfiede. Wir haben den "running gag" für die Freizeit.

 

Zurück gehen wir den Normalweg und Gluthilde ist froh und findet es angenehm wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Auch Elfriede und Anne-Maria haben ihre Grenzen kennen gelernt und sind froh wieder unten zu sein. Uns fallen die schönen Blumenwiesen auf. Das letzte Stück vom Sportplatz zum Naturfreundehaus trägt Gluthilde Hans-Peter auf den Schultern, weil er nicht mehr kann.

 

Änderungen:

An diesem Tag finden keine Niederseilelemente mehr statt, ich wollte sie eigentlich nach dem Anstieg machen, da dort ein sehr schöner Wald ist. Es war schon zu spät (17.00Uhr). Ich dachte nicht, dass dieses kleine Stück für die Mädels so anstrengend sein könnte und alle Teilnehmer sehr geschafft sind. Sie wären jetzt mit noch weiterem Angebot überfordert. Der kurze Anstieg hat nicht nur körperlich, sondern auch psychisch die Wanderer an ihre Grenzen gebracht. Zudem haben wir am Felsen länger gebraucht wegen Gluthildes Ängsten.

 

18.00-18.30 Uhr kurze Pause zu Hause

 

18.30 Uhr Kochen und Essen

Gluthilde und Elfriede kochen gemeinsam. Sie empfinden es als entspannend, weil sie diese Welt kennen, sie fühlen sich wohl. Während die Zwei kochen, drehen beide Kinder durch. Sie streiten, machen Chaos mit den Spielsachen und schreien herum. In der Reflexion sprechen wir darüber. Beim Essen fordert Hans-Peter volle Aufmerksamkeit durch sein auffallendes Verhalten. Gluthilde muss ihm das Essen wegnehmen.

 

19.00 Uhr Die Kinder gehen mit Müttern duschen und danach ins Bett
Sie schlafen gemeinsam im Kinderzimmer. Die Mütter kommen sehr bald schon nach unten und wir setzen uns auf die Terrasse zur Reflexion.

 

Reflexion des Tages:

Gluthilde: "Es war erlebnisreich, voller Emotionen, ich habe schon seit ganz langer Zeit meine Emotionen nicht so intensiv erfahren."

Elfriede: "nickendes Schulterzucken", "es war schon ok. Ich hatte nur Angst um Anne-Maria, weil ich dachte sie könnte abstürzen."

 

Situation Essensvorbereitung: gemeinsame Lösungsfindung: entweder die Kinder helfen mit oder einer von beiden kocht, der andere spielt währenddessen mit den Kindern oder sie bitten uns, dass wir Betreuerinnen uns mit den Kindern beschäftigen. Dazu möchten wir aber eine klare Ansage. Elfriede bekommt von mir eine Hilfestellung, dass sie Anne-Maria klar sagen soll, was die Konsequenz ihres Verhaltens ist, damit Anne-Maria weiss, was passiert, wenn sie Grenzen testen möchte. Elfriede möchte das versuchen.

 

Vorbesprechung Dienstag:

Die Mädels möchten Zeit zum Klettern haben, daher verschieben wir das Spätzle essen auf Abends und machen mittags Picknick. Gluthilde ist für die Spätzle verantwortlich und möchte den Teig in der Ruhezeit vorbereiten.

 

Ab ca. 1.30 Uhr sind Hans-Peter und Anne-Maria wach, die Frauen stehen nicht wirklich auf, um ihre Kinder wieder zum Schlafen zu bringen. Uli bekommt alles mit und mischt sich dann auch ein. Ich bekomme gar nichts mit und schlafe entspannt durch.

 

 

Dienstag, 06.07.2010: Wetter: es ist sonnig

 

8.00 Uhr Frühstück

Uli war beim Bäcker, wir schmieren zusätzlich Semmeln für unterwegs, packen Getränke und alles für das Picknick ein. Wir sprechen auch darüber, dass die Kinder nachts "Halligalli" gemacht haben, alle ausser mir haben wenig Schlaf bekommen, deswegen sind sie müde. Heute Nacht schlafen die Kinder getrennt, also jedes Kind bei der Mutter im Zimmer.

 

9.00 Uhr Klettern

Wir fahren mit dem Auto zum Parkplatz runter, da wir am Vortag schon festgestellt haben, dass es den Kindern sonst zu viel wird und wir viel Zeit für den Weg brauchen würden. Das Klettern soll heute im Vordergrund stehen.

 

Zuerst gibt es einige Sicherheitseinweisungen:

Wir klettern nur mit Helm, auch in der Nähe vom Felsen muss er getragen werden. Ich ziehe den Kindern die Gurte an und erkläre den Müttern, dass ich immer noch mal sehen muss, ob der Gurt richtig sitzt, nachdem sie ihn entweder den Kindern oder aber auch sich selbst neu angezogen haben. Während ich die Kinder mit Bandschlingen in die Bäume hänge und schaukeln lasse, übt Uli mit Elfriede und Gluthilde den Achterknoten. Ich erkläre ihnen während ich mich für den Vorstieg vorbereite anhand von Uli und mir den Partnercheck. Jeder kontrolliert nochmals den anderen. Ich steige eine schöne dreier Route und hänge oben einen zusätzlichen Karabiner für das zweite Seil ein. So kann ich mich mit Grigri selbst sichern und nebenher klettern, um die Kinder, aber auch Gluthilde zu unterstützen während meine Kollegin sichert. Die Route ist ca. 15 Meter lang. Elfriede klettert zuerst, sie ist zwar angespannt, konnte die Route aber gut meistern und war sichtlich stolz. Danach darf Anne-Maria klettern, ich klettere neben ihr her und merke schnell, dass ich sie immer wieder halten muss, damit sie nicht mit dem Gesicht gegen den Fels fällt. Sie schafft ca. 4-5 Meter, danach helfe ich ihr beim Abgeseilt werden. Gluthilde hat zittrige Finger und schlackrige Beine beim Einbinden, aber sie möchte es versuchen. Ich klettere neben ihr her und beruhige sie, erkläre ihr, wo sie die Füsse hinstellen kann. Sie schafft es und klettert die letzten Meter sogar alleine. Hans-Peter hat die Angst seiner Mutter vom Vortag übernommen und es führt kein Weg hin, dass er sich dem Felsen nähert. Zwischendrin spielen wir "Die Sonne geht auf" (sh. Anhang) und machen Picknick in der Nähe vom Felsen. Danach kann jeder nochmal klettern. Gluthilde traut sich jetzt alleine. Auch Uli darf mal. Es entwickelt sich im Laufe des Vormittags, dass sich immer eine Mutter um die Kinder kümmert, während die andere klettert. Allerdings sind die Kinder sehr anstrengend, es gibt immer wieder Streitigkeiten und viele Tränen. Hans-Peter findet es auch nicht gut, dass seine Mama so weit oben ist, er weint während ich auf ihn aufpasse. Wenn ich sichere, spielt Uli mit den Kindern Fingerspiele. Während Uli sichert, hänge ich ein Seil in einen nahe stehenden Baum, an dem Elfriede und Anne-Maria klettern. Hans-Peter macht es grossen Spass an der Bandschlinge aufgehängt zu schaukeln.



13.30 -16.15 Uhr Mittagsschlaf und Ruhezeit Hans-Peter schläft sofort ein.

Gluthilde und Elfriede bereiten den Spätzleteig vor. Währenddessen führe ich ein schönes Gespräch mit Anne-Maria. Es handelt von der Geschwistersituation der beiden. Jeder will genau das haben, was der andere gerade besitzt. Jeder will erster sein und besser. Die beiden stecken in einem dicken Konkurrenzkampf. Ich versuche Anne-Maria mit kindlichen Worten zu verstehen zu geben, dass es diesen Kampf gar nicht braucht, denn jeder Mensch kann etwas gut oder auch weniger gut. Ich frage sie, was sie gut kann und spüre, dass sie da so wenig sagen wird wie ihre Mutter. Ich nenne ihr einige Punkte, z.B. kann sie gut helfen, malen, ist schlau...

Dann kommen beide Mütter aus der Küche und Anne-Maria malt weiter.
Gluthilde legt sich auf die Bank und schläft recht bald ein, Elfriede durchstöbert die zur Verfügung gestellten Bücher. Wir beginnen ein Gespräch über das Klettern und Equipment.

Als ich Gluthilde und Hans-Peter wecke, sie hätten den ganzen Tag weiter schlafen können, besprechen wir kurz das weitere Vorgehen. Zum Klettern ist es bereits sehr spät und alle zu erschöpft.

 

16.30 Uhr Indianerwalk

Wir erkunden die Gegend in eine andere Richtung, wir gehen den Berg hinauf. Allerdings sind wir dabei Indianer, die sehen nämlich alles und sie teilen sich auch gegenseitig mit was sie gerade sehen. Dabei sehen wir unterschiedliche Pflanzen und Anne-Maria möchte gerne das Pflanzenbuch welches wir mitgenommen haben. Wir haben einen schönen Ausblick ins Tal und Gluthilde zeigt den Kindern, wenn man mit Daumen und Zeigefinger einen Ring bildet und vor die Augen hält kann man genauso weit sehen wie die Indianer. Oben am Hügel finden dann sehr schöne und entspannte Mutter-Kind-Aktionen statt. Mutter und Kind laufen zusammen über die Wiese, Kinder kugeln mit Indianerrollen den Berg hinunter und die Mütter fangen sie auf. Wir laufen barfuss, wie die Indianer und Anne-Maria gibt der Mama eine Wettermassage, Hans-Peter will nicht. Es herrscht eine angenehme Stimmung. Hier lasse ich den Müttern die Freiheit, selbst zu entscheiden, was sie mit ihren Kindern machen, sie sind sehr intensiv gemeinsam beschäftigt. Es wird auch viel gelacht.

 

17.30 Uhr Essen

Während Gluthilde die Käsespätzle kocht, beschäftigt sich Elfriede intensiv mit den Kindern, sie spielen mit den vorhandenen Spielsachen. Uli macht Salat und ich decke den Tisch draussen. Das Essen ist sehr lecker aber leider zu wenig. Gluthilde meint, zu Hause reicht die Portion und es bleibt meistens noch wahnsinnig viel übrig. Die Mädels stellen fest, wie viel Energie man in der Natur braucht. Wir essen noch die Semmeln und Joghurts vom Frühstück auf.

 

18.30 Uhr Slacklinen

Während dem Essen frage ich die Teilnehmer, ob sie noch ein bisschen Slacklinen möchten. Sie sind begeistert, sie kennen es bereits und Elfriede ist darin sehr gut. Nachdem ich mich bei Herrn Warmuth (Hauswart) erkundigt hatte, darf ich die Slackline im Garten aufbauen (natürlich mit Baumschutz). Zu Beginn verhalten sich alle erstmal etwas schüchtern. Uli und ich geben Hilfestellung. Es ergibt sich, dass die Mamas selbst ihren Kindern helfen und sich dann auch gegenseitig unterstützen. Zuletzt wollen Elfriede und Gluthilde gemeinsam auf der Slackline aufeinander zu laufen, Uli unterstützt sie dabei. Sie haben einen Riesenspass, als sie zusammen runter fallen.

 

19.30 Uhr Bett gehen der Kinder, Reflexion

Die Mamas bringen ihre Kinder ins Bett und kommen sehr bald wieder runter. Beide Kinder kommen nach unten und Elfriede geht nochmal mit ihnen hoch.

 



Reflexion des Tages:

Die Mädels kommen freiwillig zur Reflexion, so einfach hatte ich es mir nicht vorgestellt. Gleich die erste Frage, die sie mir stellten: ob ich ihnen denn auch eine vier zu klettern zutrauen würde und ob wir statt Niederseilelemente morgen auch klettern gehen könnten. Sie würden ausserdem gerne in der Mittagsruhe nochmal die Slackline probieren wollen. Es war gut, dass wir mit dem Auto runter gefahren sind, so erschöpft wie alle waren. Das Picknick müssen wir am nächsten Tag anders gestalten. Dazu gehen wir ein Stück vom Fels weg, da wir in der Wiese essen sollten, damit Hans-Peter und Anne-Maria nicht nebenbei mit Erde spielen können. Beide sahen aus wie Höhlenforscher.

 

Gluthilde: "Ich war total fertig und bin einfach eingeschlafen, ich wollte das gar nicht. Das Klettern war der Hammer, ich hatte echt Schiss und meine Beine haben geschlackert, war dann richtig stolz, dass ich´s geschafft habe. Ich hab mir vorgenommen, ich pack´s an und schaff´s auch. Den Indianerwalk empfand ich als angenehm. Ich fand die Körpernähe und Liebe sehr intensiv. Die Verantwortung und das Vertrauen zu meinem Kind sind besser geworden nach diesem Tag. Er kann ein bisschen besser hören. Öfter mal hab ich gedacht, ich will nicht mehr."

 

Elfriede: "Mir gings beim Klettern gut, ich fand die Aussicht von oben schön. Ich war der Meinung, Anne-Maria ist zu weit oben, da war kurz eine Angst da, aber es war dann ok. Der Indianerausflug war schon innig. Anne-Maria hat auch sehr schnell aufgehört zu bocken."

Input: Gerade wenn ihr keine Lust habt euch mit euren Kindern zu beschäftigen, werden sie schnell unruhig und suchen Aufmerksamkeit. Dann hilft es trotzdem etwas zu tun, es müssen keine grossen Events sein. Je präsenter ihr seid, desto weniger Stress gibt es, das konntet ihr heute selber gut erkennen. Gluthilde meint dazu, dass sie erst ihren inneren Schweinehund überwinden müsse.

 

Welche Ideen habt ihr, dass zu Hause auch umsetzen zu können?

Gluthilde mit Hans-Peter: Geschichten im Bett erzählen, auf den Spielplatz gehen, in den Kogl (ein kleines Waldstück) gehen Elfriede mit Anne-Maria: Spazieren gehen Macht euch mal bis morgen Gedanken, wo eure Stärken sind.

 

 

Mittwoch, 07.07.2010: Wetter: schönster Sonnenschein

 

08.00 Uhr Frühstück, "Die Sonne geht auf"

Wir spielen zuerst die Sonne geht auf zum Wachwerden. Danach gibt´s Frühstück. Diese Nacht ist ohne Komplikationen verlaufen, die Kinder und Elfriede haben durchgeschlafen, Gluthilde hatte Probleme mit dem Einschlafen.

 

09.00 Uhr Klettern mit Picknick

Wir klettern heute eine vier und eine vier plus. Die schwerere Route führt zu einer kleinen Höhle im Fels. Mein Ziel für heute ist es, dass auch die jungen Frauen im Toprope sichern, bisher haben sie sich das nicht zugetraut. Wir verbringen die Zeit bis zum Picknick mit Klettern und Sichern lernen. Dabei binde ich die Kinder ein, indem sie "nachsichern". Gluthilde traut sich zuerst und Elfriede klettert. Ich stehe in der Nachsicherung und dann hilft Anne-Maria noch. Uli kümmert sich um Hans-Peter. Elfriede sichert danach Uli, Hans-Peter hilft kurz, Gluthilde hängt Gluthilde beim Sichern, Anne-Maria sichert nach dann die Kinder im Baum auf und lässt sie schaukeln. Jede sichert und klettert mehrmals, Elfriede schafft es dann auch, ihre eigene Tochter zu sichern.

 

Nach dem Picknick, diesmal auf einer Wiese, so dass die Kinder nicht die Erde mitessen, geht Uli mit den Kindern spazieren, sie versuchen zur Laaber zu kommen. So haben die Mütter die Möglichkeit, einen Steigklemmenaufstieg mit Springen und eigenem Abseilen auszuprobieren. Zuerst erklären sie mich beide für verrückt, versuchen es dann aber doch und haben dabei grossen Spass. Sie kommen gut mit der doch recht schwierigen Technik zurecht. Wir sind heute spät dran, deswegen gehen Uli, Gluthilde und die Kinder schon voraus während Elfriede und ich gemeinsam aufräumen und ein wichtiges Gespräch über Vertrauen ins eigene Handeln führen.

 

14.00-16.00 Uhr Mittagsschlaf und Ruhezeit

Hans-Peter schläft schnell ein, Uli kümmert sich um Anne-Maria und wir bauen die Slackline auf. Die Mädchen schaffen es, dass sich nur eine an mir festhält und sie dabei umeinander und aneinander vorbeilaufen. Sie schaffen es auch kurze Zeit alleine zu stehen, sie unterstützen sich gegenseitig von Anfang an heute. Sie lachen beide sehr viel und holen sich auch Schrammen und freuen sich darüber.

 

16.30 Uhr Burg anschauen, Essen gehen

Ich habe mir am Montag in der Ruhezeit die Umgebung mit dem Auto angesehen und die Schlossbrauerei Eichhofen wieder gefunden (wir waren dort auch mit dem KAP), ich entdeckte dabei auch die Burg auf der anderen Seite. Wir fahren also, mit Deutschlandfahnen im Gesicht, zur Brauerei und laufen von dort aus zur Burgruine. Von Herrn Warmuth haben wir erfahren, dass es sich um eine Höhlenburg handelte. Unterwegs halten wir an der Mühle und erklären Anne-Maria, was eine Mühle macht, danach stöhnen die jungen Frauen über die Brennesseln und Büsche, die in den Weg hängen. Ihnen gefällt dann die "coole" Aussicht. Leider kann man nur einmal an der Burg entlanglaufen, da sie ansonsten gesperrt ist. Wir laufen auf der anderen Seite wieder hinunter und freuen uns auf das Abendessen.

 

18.00 Uhr Essen

Für die Kinder gibt es einen kleinen Sandkasten zum Spielen und sie sind zufrieden und ruhig. Elfriede ist genervt, da sich keiner richtig entscheiden kann, Hans-Peter fällt es sehr schwer Tischregeln einzuhalten. Trotzdem ist es ein angenehmes Essen. Für die Teilnehmer ist es eher selten, dass sie Essen gehen können, da sie die finanziellen Möglichkeiten nicht haben. So ist dieser Ausflug etwas besonderes.

 

19.30 Uhr Wieder zurück, Schlafenszeit und Reflexion

Als wir zurückkommen, bringen die jungen Frauen die Kinder recht schnell ins Bett, sie schlafen auch sehr bald ein. Sie kommen beide zur Reflexion und ich spreche an, dass es mir gefällt, dass ich sie nicht lange dazu bitten muss. Gluthilde antwortet, dass dies normal ist.

 

Reflexion:

Klettern und sichern:

Beide: "Es ist der Wahnsinn, wir haben erreicht, was wir wollten. Die Kinder waren an dem Tag auch brav."

Elfriede: "Ich hab sogar meine Tochter gesichert, ihr Leben in der Hand gehabt."

Gluthilde fand es schlecht, dass sie beim Hinweg mit Hans-Peter ganz hinten war und keiner auf sie gewartet hat, sie fand das getrennt laufen nicht gut. Ich erklärte ihr, dass ich es sehr schön fand, wie sie sich genau zu diesem Zeitpunkt um Hans-Peter gekümmert hat und ich deswegen nicht warten wollte. Sie tut sich schwer, das anzunehmen.Steigklemmenaufstieg "war sehr geil":



Ich frage, was sie daraus für die Zukunft mitnehmen können. Beide antworten Selbstvertrauen, sich selbst mehr zutrauen.

Gluthilde sagt dann:"Am Anfang denkt man, ein Riesenberg steht vor einem und dann schafft man´s doch". Bei ihr hat sich Eehrgeiz entwickelt und sie hatte die Ruhe, um geradlinig zu denken.

Elfriede will den Mut, den sie heute erfahren hat mit nach Hause nehmen, sie hat viel Energie entwickelt. Sie sollen bei der Übernachtung draussen ihre Stärken aufschreiben.

 

20.30 Uhr Fussball WM

Wir bekommen von Herrn Warmuth einen Fernseher geliehen, da es sich nicht vermeiden lässt, das WM-Halbfinale anzuschauen. Die Mädchen sind total aufgekratzt. Uli zieht sich zurück und wir schauen zu dritt das Spiel. Die Beiden freuen sich auch darüber, dass ich mit ihnen das Ganze anschaue. Da ich von Fussball keine Ahnung habe, finden sie auch meine Fragen sehr amüsant. Ich erfahre, auf welche Spieler die jungen Frauen stehen und dass Fussball auch zur Männerschau taugt. Uli kommt am Ende des Spiels auch dazu und es entsteht eine Stimmung jenseits von Betreuerin, Betreuten Verhältnissen.

 

ca. 22.30 Uhr Übernachtung draussen

Ich begleite die beiden zu der grossen Wiese oberhalb des Naturfreundehauses. Dort haben wir am Dienstag die Mutter-Kind-Aktion gemacht. Sie sind ausgerüstet mit Isomatten, Schlafsäcken, warmer Kleidung, Taschenlampen, Handy und Schreibzeug. Nachdem sie ihr Lager hergerichtet haben, verlasse ich sie und sage ihnen, dass, wenn es nicht geht, sie mich anrufen können, ich würde sie dann auch holen. Den Kindern haben wir nichts gesagt, sonst hätten sie nicht geschlafen. Ich lasse zum Schlafen mein Handy an, nachdem ich nochmal eine SMS geschrieben habe und die Bestätigung bekam, dass alles ok ist. Die Zimmertür
lasse ich offen, damit ich die Kinder höre.

 

 

Donnerstag, 08.07.2010: Wetter: schönster Sonnenschein

 

Anne-Maria wacht um 6.15 Uhr auf.

 

Ich hole sie, bevor sie Hans-Peter wecken kann in mein Zimmer und erkläre ihr, dass die Mamas auf dem Berg schlafen. Wir ziehen uns flott an und gehen die Mamas aufwecken.



Nachdem beide duschen waren, frühstücken wir und packen die Sachen zusammen. Um 10.00 Uhr sitzen wir in den Autos und fahren zum versprochenen Spielplatz. Dort gibt es dann eine grosse Abschlussreflexion, die Mütter sind allerdings sehr müde und erschöoft, ich denke, sie haben weing geschlafen.

 

Nachdem sie ihre Stärken nicht aufgeschrieben haben, haben sie jetzt Zeit dafür. Uli kümmert sich um die Kinder, während ich mich kurz zurückziehe um für jeden eine Postkarte zu schreiben, die ich vorher gefunden hatte.

 

 

Reflexion der Übernachtung und des Fussballspiels:

Sie fanden beide die Gemeinschaft beim Fussballschauen sehr schön, wir waren dabei für sie keine Betreuerinnen, sie meinen wir hätten uns von einer anderen Seite gezeigt und alle konnten komplett entspannen.

 

Die Übernachtung war für beide etwas Aussergewöhnliches, etwas Neues und sie waren komplett raus aus dem Alltag. Es war auch nicht so schlimm, wie sie es sich vorgestellt hatten. Gluthilde erzählt, dass sie grüne Augen gesehen hat, sie erzählt es allerdings nicht ängstlich sondern amüsiert.

 

Auf dem Spielplatz befindet sich ein Klettergerüst mit acht Sprossen. Ich bitte alle, sich auf die Stufe zu stellen, wie sie für sich das Projekt bewerten würden (0= schlecht, 8= super). Anne-Maria stellt sich auf Stufe 8, ihr hat alles gefallen. Elfriede und Gluthilde stellen sich auf Stufe 7, weil sie Kinder so anstrengend waren gibt es keine 8 Punkte bei Elfriede, bei Gluthilde ebenso, bei ihr kommt noch ihre Panikattacke dazu. Hans-Peter klettert so auf dem Gerüst herum. Beide Mädchen stellen noch fest, dass es gar keinen Streit unter den Müttern gab und es für sie so angenehm war wie ein kleiner Urlaub. Zum Abschluss kommt noch die Aussage:"Kaum zu glauben, aber es war mit euch Betreuerinnen auszuhalten."

 

Als ich ihnen die Postkarten überreiche entsteht eine gerührte Atmosphäre und Gluthilde hat sogar Tränen in den Augen.

 

 

4.4 Nachtreffen

 

Am 26.07.2010 fand mit den beiden Müttern ein Nachreffen statt, während die Kinder im Kindergarten und bei der Tagesmutter waren.

 

Ich gebe den Mädels ihren, vor dem Projekt geschriebenen, Metaplan.



Wie würden denn eure Befürchtungen jetzt aussehen?

Gluthilde: "Meine vorherigen Befürchtungen waren gegen die Panikattacke am Montag lächerlich."

Beide: "Grundsätzlich haben sich alle Befürchtungen zerschlagen, weil wir es kennen gelernt haben und es so schön war. Ich könnt weinen, weil wir nicht mehr dort sind".

Gluthilde mit einem Grinsen: "Eine Befürchtung wäre, dass du was vorsteigen musst, wo du nicht mehr runter kommst.."



Für die Zukunft möchten sich beide nicht mehr so viele Sorgen machen, wenn etwas Neues auf sie zukommt. Sie möchten offener und beruhigter damit umgehen, weniger ängstlich.


Im Alltag

Aussagen der Mädchen:

Im Alltag kann Elfriede besser mit Anne-Maria umgehen, sie kann die Provokationen von Anne-Maria mit einem Lächeln hinnehmen, sie kann besser mit Anne-Maria reden, etwas erklären und sie besser verstehen. Elfriedes Blick hat sich verändert, sie sieht jetzt mehr das Gute und kann leichter zur Ruhe kommen. Anne-Maria darf jetzt Fahrrad fahren und alleine ausserhalb vom Garten spielen, ohne das Elfriede Angst um sie hat.

 

Gluthilde kann ein bisschen konsequenter mit Hans-Peter umgehen, er hört besser als zuvor und sie geht auf seine Ebene runter und fasst ihn an den Händen. Sie möchte vielleicht zu einer Erziehungsberatung gehen.

 

Beide sagen aus, dass alle viel ruhiger miteinander umgehen und weniger Schimpfen. Sie spielen mehr mit den Kindern und gehen mit ihnen raus. Übernommen haben sie die Aufteilung beim Kochen, eine kümmert sich um das Essen, die andere um die Kinder. Sie können besser eingreifen bevor die Situation eskaliert.

 

Ziele

Elfriede sagt, sie ist geduldiger und mutiger geworden, sie kann ihre Wünsche offener formulieren. Ihr Selbstvertrauen ist stärker geworden.

Gluthilde hat durch´s Klettern viel Vertrauen gewonnen, sie hat ihr Leben und das ihres Kindes in andere Hände gegeben.

 

Mutter-Kind-Beziehung

Die Konfrontation mit uns Betreuerinnen war anstrengend. Wir waren die ganze Zeit anwesend und haben die Situationen genauso miterlebt, anders als im Alltag. Dadurch konnten beide die Kritik annehmen und versuchen sie umzusetzen, obwohl es nervlich sehr anstrengend war, permanent mit dem wieso, weshalb, warum konfrontiert zu sein. Es bestand ein "positives Betreuerverhältnis".

 

Was würdet ihr beim nächsten Mal anders machen?

Wir würden länger bleiben wollen, da wir am Mittwoch erst richtig angekommen waren und da erst zur Ruhe gekommen sind. Von Anfang an den Kindern mehr zutrauen.

 

Was waren für euch die Highlights?

Elfriede: "Dass ich die Wand geschafft habe, NEIN, dass ich mein Kind gesichert habe."

Gluthilde: "Dass ich die Wand ohne Panik geschafft hab, das draussen schlafen und dass Uli ihre Arbeitsgrenze beim Fussballschauen fallen lassen hat und so locker war."

 

 

5 Nachbereitung

 

5.1 Veränderung bei den Betreuten

 

Hier ist es wichtig zu erwähnen, dass ich diese beiden jungen Frauen mit ihren Kindern nicht selbst betreue, sie somit nicht regelmässig im Alltag erlebe. Ich bin dadurch auch sehr stark von den Beobachtungen meiner Kolleginnen abhängig.

 

Vor dem Projekt waren alle Teilnehmerinnen sehr nervös und angespannt. Sie schwankten zwischen positiver und negativer Einstellung zur Unternehmung. Besonders Elfriede, die sich nicht gerne auf etwas Neues einlässt, war hin und her gerissen, ob sie überhaupt mitfahren will. Sie äusserte sich gegenüber einer Kollegin dahingehend, ob sie sich nicht den Arm brechen soll, damit sie nicht mitkommen muss. Andererseits hat sie sich dann wieder auf "den kleinen Urlaub" gefreut. Elfriede war bei der Vorbereitung eher passiv.

 

Gluthilde war motivierter, hat sich dann auch bezüglich der Vorbereitung was mitzunehmen ist, angestrengt. Sie erlebt gerne etwas und war nicht ganz so angespannt wie Elfriede. Beide jungen Frauen wurden im Laufe des Projektes ruhiger und entspannten sich sichtlich. Sie gewinnen Vertrauen zu sich selbst. Im Umgang mit den Kindern konnten sie Ratschläge annehmen und umsetzen.Im Alltag dominiert Gluthilde in der WG, sie traut sich mehr und ist die Wortführerin. Beim Klettern übernimmt Elfriede die erste Rolle, sie ist mutiger und muss nicht mit ihrer Angst kämpfen wie Gluthilde. Dieser Rollentausch ist für beide eine neue Erfahrung.

 

 

Gluthilde:

 

kann im Alltag gut argumentieren und ihre Gefühle wegreden. Bei dem Projekt musste sie sich gleich am Montag ihren eigenen Ängsten stellen und kam diesen auch nicht aus. Sie musste sich ihre Schwäche eingestehen und offen zeigen, weil sie an selbst ungeahnte Grenzen kam. Durch diese Konfrontation wurde sie ruhiger und hat in dieser Zeit ein Stück zu sich selbst gefunden. Sie konnte verantwortungsbewusst mit sich und ihrem Kind umgehen. Sie hat es auch durch intensive Beobachtung unsererseits geschafft, mit ihrem Kind besser umzugehen, einen engeren Kontakt zu ihrem Kind herzustellen, mit ihm etwas zu unternehmen, nicht nebenher laufen zu lassen. Sie musste in dieser Zeit auch nicht mit Hans-Peter schreien. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, auf seine Höhe zu gehen und Körperkontakt herzustellen. Von meinen Kolleginnen weiss ich, dass Gluthilde mit Hans-Peter jetzt öfter auf den Spielplatz geht und sich dort auch mit ihm beschäftigt. Sie ist geduldiger mit ihm geworden und traut ihm mehr zu.

 

 

Hans-Peter:

 

Ist ein sehr anstrengendes Kind. Wir konnten beobachten, dass es, wie wir dachten, nicht an Gluthilde liegt, dass sie mit ihrem Kind schreit, sondern dass Hans-Peter häufig absichtlich provoziert um Aufmerksamkeit zu bekommen. Selbst ich kam mit seinem Weinen, Schreien und nicht hören wollen an meine Grenzen. Für Hans-Peter war das Projekt nicht so sinnvoll wie für die anderen Teilnehmer, da er noch zu klein ist. Er hat gleich am ersten Tag die Ängste der Mutter gespürt und sich dadurch nicht dazu bringen lassen zu klettern. Ihn dazu zu zwingen sehe ich nicht als Möglichkeit. Am Mittwoch war er dann allerdings so weit entspannt, dass wir ihn auf ein Stück Fels setzen konnten und er dort freudig auf seine Mama gewartet hat. Wenn mehr Zeit gewesen wäre hätte ich mehr erreichen können. Wir haben erkannt, dass Hans-Peter dringend Frühförderung oder Mutter und Sohn gemeinsam Erziehungsberatung brauchen.

 

 

Elfriede:

 

hat ihren Mut entdeckt. Sie konnte durch Gluthildes Panikattacke feststellen, dass Klettern nichts Alltägliches ist und sie etwas besonderes kann. Sie hat es geschafft, sich selbst zu vertrauen, indem sie ihr eigenes Kind sichert. Bis Mittwoch bestätigte mir Elfriede immer wieder, dass sie das nicht tun werde.
Sie durfte erfahren, etwas zu können und war sehr stolz auf sich. Sie traut jetzt sich und ihrem Kind mehr zu und ist auch offener für Neues. Elfriede treibt seit dem Projekt Sport und geht regelmässig ins Fitnessstudio. Elfriede war vom Projekt sehr begeistert und es war schön zu sehen, dass Elfriede zu begeistern ist, da sie sonst eher passives Verhalten an den Tag legt. Sie kam völlig aus sich heraus und war offen.

 

Anne-Maria:

 

hatte am Klettern viel Spass und für sie war es wichtig, ihren Körper wahrzunehmen und sich zu spüren. Beim Klettern brauchte man manchmal Geduld. Im Laufe des Projektes konnte Anne-Maria besser warten, bis sie dran war und sich oftmals alleine beschäftigen.

 

Die "Geschwistersituation" war sehr anstrengend. Es gab häufig Streit, weil Anne-Maria nicht nachgeben wollte oder besser sein wollte wie Hans-Peter. Dieses Verhalten ist so eingefahren, dass auch mehrere Spiele oder Gespräche keine Veränderung gebracht haben. Geholfen hat ein bisschen die intensive Beschäftigung von Mutter und Kind gemeinsam.

 

 

5.2 Reaktion der Kolleginnen

 

Da wir alle freiberuflich tätig sind, haben wir meistens nur einmal wöchentlich im Team miteinander zu tun. Unter der Woche sehen wir uns kaum. Daher haben zwar alle Kolleginnen gewusst, dass dieses Projekt stattfindet, miteinbezogen waren aber nur Uli und die Leitungen. Daher habe ich keine Äusserungen der Kolleginnen vor dem Projekt. Nach dem Projekt habe ich per Mail nachgefragt und von den meisten eine kurze Rückmeldung bekommen.

 

Allesamt schildern die vor dem Projekt bestehende Nervosität der Teilnehmerinnen und die Begeisterung danach. Jede Kollegin, die in dieser WG arbeitet, hat einen ausführlichen Bericht von den Mädchen erhalten. Besonders in Erinnerung geblieben ist bei Gluthilde die Übernachtung und das Hans-Peter davon nicht gemerkt hat. Bei Elfriede ist der Mut und Stolz geblieben. Auch dass die Kinder nervig und anstrengend waren stand im Bericht der Mädels im Vordergrund.

 

Von zwei Kolleginnen kam die Resonanz, dass sie das Projekt als sehr wertvoll für die Mädels empfanden, obwohl sie nur die Berichte der beiden kennen. Eine Kollegin hat die Wichtigkeit der Mutter-Kind-Beziehung erkannt, für eine andere Kollegin geht die Überlegung dahin, so etwas ohne Kinder zu gestalten.

 

 

Von der Trägerin bekam ich folgende Rückmeldung:

 

"Für die Einrichtung sind solche Maßnahmen wertvoll; unsere Angebote sollten sich ohnehin erweitern. Die Kalkulation war großzügig bemessen, wurde gut eingehalten. Die Planung war für den ersten "Versuch" gut, bei weiteren Aktivitäten wird es sicher einfacher für Dich! Schwierig ist, alle Mütter unter einen Hut zu bringen, da die Altersspanne bei den Kindern groß ist. Beide Mütter haben im Detail erkannt, dass es um Vertrauen, Zusammenhalten, Miteinander gegangen ist. Claudia M."

 

 

6 Reflexion

 

6.1 Besondere Erlebnisse

 

Für mich war gleich zu Anfang das Erlebnis mit Gluthilde herausragend. Bei ihrer Panikattacke sah ich das Projekt scheitern.

 

Ich dachte, dass ich es nicht schaffen werde genug Vertrauen zu erwecken, dass Gluthilde an die Thematik Klettern herangehen würde. Ich wurde eines besseren belehrt. Für mich konnte ich lernen, mit der ganzen Situation geduldig umzugehen und das Geschehen reifen zu lassen ohne großartig Eingreifen zu müssen.

 

Am ersten Abend haben beide Mädchen gekocht, während die Spielsituation im anderen Raum zwischen den Kindern eskaliert ist, sie gestritten und geweint haben. Die Mütter haben eingegriffen mittels Schimpfen und Bestrafen. Ich habe mich bewusst nicht in diese Situation eingemischt. Ich wollte bei der Reflexion mit den Frauen auf diese Situation eingehen, um ihr Bewusstsein zu wecken. Sie konnten mit meiner Beobachtung und meinen Argumenten gut umgehen und die nächsten Tage kümmerte sich immer eine Mutter um die Kinder, die andere um das Essen. Sie lernten durch mein Nichteingreifen und nur Beobachten wesentlich mehr, als wenn ich den Konflikt gelöst hätte. Für meine Kollegin und mich war dieses Aushalten solcher Verhaltensmuster oft schwer und gelang auch nicht immer, trotzdem war das Erreichen des Zieles dadurch für die Mütter besser zu sehen.

 

Besonders wichtig empfand ich die kleinen, zwischendurch geführten Gespräche mit einzelnen Teilnehmern. Diese Gespräche ergaben sich in unterschiedlichen Situationen von selbst und wurden auch nicht in der Reflexion am Abend thematisiert. Diese Gespräche umfassten sensible Inhalte und fanden auf der Gefühlsebene statt.

 



Das Klettern selbst:

 

Ein Freund formulierte es sehr treffend."Das Klettern soll Spass machen und muss sicher sein, es kommt nicht auf den Schwierigkeitsgrad an." Das Klettern war für mich überaus anstrengend. Nicht von der Schwierigkeit her, sondern von der Sicherheit her betrachtet. Ich inspizierte beim Vorstieg den Fels, ob lockere Steine dabei sind, wo sind besondere Risiken, hängt das Seil sicher, zusätzlicher Schraubkarabiner, sind die Teilnehmer alle richtig eingebunden. Die Konzentration darauf, die Verantwortung dafür, und immer mal wieder weinende oder quengelnde Kinder im Hintergrund, der pädagogische Aspekt und das alles gleichzeitig haben mich viel Energie gekostet. Trotzdem war es das wert und ich würde es jederzeit wieder machen. Die strahlenden Augen, der Stolz im Blick der Mädchen, die gewonnenen Erfahrungen für alle glichen es wieder aus.

 

 

Das Fussballspiel:

 

War mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Es hatte für mich mit Erlebinspädagogik nichts zu tun und der Plan war ja, dass die jungen Frauen ohne ihre Kinder in dieser Nacht draussen schlafen sollten. Ich wollte aber auch nicht über die Wünsche der Mädchen hinwegehen. Ich überlegte lange, was ich diesbezüglich tun soll. Zum Glück hatte Herr Warmuth einen Fernseher für uns, denn irgendwo hinzugehen und das Spiel zu sehen wäre mit den Kindern nicht möglich gewesen (Start des Spiels 20.30 Uhr). Ich musste mich also darauf einlassen und entschloss mich dann auch mit dabei zu sein. Im Nachhinein entpuppte sich diese Entscheidung als richtig. Es entstand eine lockere Atmosphäre, alle waren entspannt und jede Menge Spass war mit dabei. Es hat die Gruppe mehr zusammen geführt als ich angenommen hatte. Zum Glück konnte ich meine innere Abneigung überwinden und war offen für diese Idee.

 

 

Die Übernachtung:

 

war für mich eine wichtige Herausforderung, die ich auch noch intensiv, nachdem ich die jungen Frauen am Berg gelassen hatte, mit meiner Kollegin reflektierte. Ich selbst habe alleine Angst in der Dunkelheit und für mich war der Weg allein zurück angsteinflössend. Ich hatte zwar eine Stirnlampe dabei, die aber nicht das Rascheln in der Wiese neben mir beleuchtete. Mir war sehr unheimlich, und ich hatte Herzklopfen auf dem Weg zurück zum Haus und wusste nicht, ob es die richtige Entscheidung war, den Mädels die Idee zu unterbreiten, dort oben zu schlafen. Meine Kollegin konnte mich auch nicht bestärken richtig gehandelt zu haben, da sie das gleiche Unbehagen hatte und auch in vielen anderen Bereichen ängstlicher ist und dadurch den Mädels auch wesentlich weniger zugetraut hätte als ich. Auch die Argumente, die jungen Frauen seien Volljährig und hätten selbst entschieden, konnten mein Gewissen nicht beruhigen. Gleichzeitig wusste ich, dass die Erfahrung für die beiden enorm sein kann und ich ihnen keinen Gefallen tue, sie zurück zu holen. Letztendlich half mir, den beiden eine SMS zu schreiben, wie es ihnen geht. Ich bekam folgende amüsante SMS zurück: "HILFE! Hier ist ein Riesenbär der uns fressen will.  Nein Spass alles ok sind am einschlafen...AH und no was laaber ned ;-) gute nacht schlaf gut", danach war mir wohler und ich konnte sogar halbwegs schlafen. Ich fand die Erfahrung gut, dass auch ich an meine Grenzen kam und doch bereit war, die Befürchtungen auszuhalten, trotz der Verantwortung, die ich damit übernommen hatte.

 

 

6.2 Erkenntnisse/ Erfahrungen

 

Die Planung war für mich relativ chaotisch, da lange Zeit nicht fest stand, in welchem Rahmen das Projekt stattfinden konnte. Als die Teilnehmer dann ausgesucht waren erlebte ich im Vorfeld die Unterstützung meiner Trägerin positiv, die mir nicht nur die finanzielle Freiheit gab, sondern auch ihre Möglichkeiten ausschöpfte um das Projekt durchführbar zu machen.

 

Durch mein privates Interesse am Klettern fiel es mir auch leicht, die nötige Ausrüstung von Freunden zu leihen. Ich habe gelernt, welch organisatorischer Aufwand hinter einem Projekt steht. Bei der Planung musste ich für mich festlegen, wo bei den Teilnehmern Anforderungen und Erlebnisse entstehen und wo ich sie evtl. überfordern könnte oder die Grenzen zu weit ausreize. Durch meine freie relativ flexible Planung konnte ich so individuell auf die Bedürfnisse eingehen.

 

Bei der Durchführung habe ich selbst viele wertvolle Erfahrungen gemacht. Es fällt mir schwer, anderen etwas zuzutrauen und mich dabei zurückzuhalten, sie die Erlebnisse selbst machen zu lassen. Bei diesem Projekt habe ich mir fest vorgenommen, nicht einen permanenten Input meinerseits zu geben, sondern zu beobachten und geschehen zu lassen. Dies ist mir in den Mutter-Kind-Aktionen gut gelungen, oft auch beim Klettern. Allerdings musste sich das auch bei den jungen Frauen erst entwickeln, am Anfang brauchten sie intensivere Unterstützung, im Laufe des Projektes konnte ich mich immer mehr zurücknehmen und sie unterstützten sich mehr gegenseitig.

 

Die Teilnehmer waren gut in das Projekt eingebunden, ihre Ideen wurden miteinbezogen und sie fanden das Projekt durchgehend positiv. Die Reflexion war für sie in Ordnung und sie konnten Lob und Kritik annehmen. Je nach Gruppe und Teilnehmer würde ich allerdings bei anderen Projekten andere Formen der Reflexion wählen, für unser Projekt war diese Form die Richtige. Ich habe bewusst die Kinder nicht mit in die Reflexion miteinbezogen, da die Mütter so offener über ihr Verhalten den Kindern gegenüber sprechen konnten. Für diese Form des Projektes musste ich die Erfahrung machen, dass Hans-Peter zu jung war. Er ist bei einigen Aktionen überfordert gewesen oder nur mit gelaufen. Für die Zukunft ist es wichtig, mir mehr Gedanken darüber zu machen, womit man die "Kleinen" erreichen kann. Hans-Peter war im Nachhinein gesehen eindeutig zu jung und zu klein.

 

Für zukünftige Projekte ist es wichtig, dass ich meine Kolleginnen besser einbeziehe. Bei diesem Projekt wollte ich ihre Ideen nicht umsetzen, da es ja mein Projekt sein sollte. Ich habe dabei egoistisch gehandelt, weil ich es nicht anders wollte. Meine Kollegin hat sich zu meinem Glück selbst in die Helferrolle begeben. In einer Reflexion konnten wir darüber offen reden. Als Projektleitung muss ich in Zukunft die Rollen klar verteilen und schon in der Vorbereitung diese Thematik ansprechen und die Aufgabenverteilung klar regeln. Eine weitere Kollegin, die für Gluthilde die Bezugsbetreuerin ist, hätte ich intensiv über das Verhalten von ihr informieren müssen. Das ist leider im Alltag untergegangen.

 

Um auf meine Fragen vom Anfang zurückzukommen:

"Wie kann ich in der Erlebnispädagogik eine Mutter-Kind-Beziehung intensivieren?"

"Wie kann eine junge Mutter in der Erlebnispädagogik lernen, Grenzen richtig zu setzen?"

 

Indem die Kinder miteinbezogen werden, Angebote entsprechend gestaltet (Indianerwalk), Absprachen gefordert (wer kümmert sich wann), selbst vorgelebet, in der Reflexion darüber geredet wird. Durch das Klettern lernen Kinder sehr klar sich an Regeln halten zu müssen.

 

 

7 Öffentlichkeitsarbeit

 

Hat nicht stattgefunden, da die jungen Frauen hier im Landkreis nicht in der Zeitung erscheinen wollten. Sie möchten ein geregeltes und anonymes Leben führen und nicht in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit geraten. Es ist ihnen manchmal schon unangenehm, wenn der Kindergarten, die Schule oder die Tagesmutter ihre Lebensumstände kennen. Auch von Seiten der Leitung wird das so gesehen.

 

 

8 Literaturverzeichnis

 

•  Seil- und Sicherungstechnik, Bruckmann Verlag

•  Slackline, Panico Alpinverlag

•  Kletterführer Südlicher Frankenjura, Panico Alpinverlag

•  Kooperative Abenteuerspiele, Klett Verlag

•  Abenteuer leiten- in Abenteuer leben, Ökotopia Verlag

•  KAP Unterlagen

•  Pflanzen der Wiese, Kaiserverlag

•  Bäume und Sträucher, Kaiserverlag

•  Heilpflanzen, Kaiserverlag

 

 

9 Anhang

 

•  Metaplan der jungen Frauen

•  erarbeitete Ziele mit den Frauen

•  Stärken der Frauen

•  Einverständniserklärung der jungen Frauen

•  Einverständniserklärung der Leitung

•  Kostenaufstellung

•  eigene Equipmentliste (die der jungen Frauen besitzen sie selbst)

•  Ärzteliste

•  Anmeldebestätigung Naturfreundehaus

•  Bild von Anne-Maria vom Klettern

•  Auszug aus dem Projekttagebuch

•  Kopie der Postkarte

•  "Die Sonne geht auf"

•  "Wie geht´s - danke gut"

 

 

 

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Klettercats mit Kids

Erlebnispädagogisches Projekt von Tanja Schmuck

 

 

 

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