seit 1994

Steffen Barthel

Abschlussprojekt der Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

"Abenteuer in der Wildnis"

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Steffen Barthel

 

 

07. - 10. Juni 2010

 

 

 

Inhaltsverzeichnis



1    Einleitung: Vorstellung der Einrichtung

 

2    Erlebnispädagogisches Konzept

2.1 Definition Erlebnispädagogik

2.2 Pädagogischer Hintergrund für mein Projekt

2.3 Allgemeine Zielsetzung

2.4 Art der Unternehmung

 

3    Zielgruppe

3.1 Gruppenzusammensetzung

3.2 Beschreibung der Teilnehmer

 

4    Projektverlauf

4.1 Vorbereitung

4.2 Geplanter Projektverlauf

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

4.4 Abschluss

 

5    Nachbereitung

5.1 Veränderung bei den beteiligten Jugendlichen und Kindern

5.2 Reaktion in der Einrichtung

 

6    Reflexion

6.1 Besondere Erlebnisse

6.2 Erkenntnisse und Erfahrungen

 

7    Öffentlichkeitsarbeit

8    Literaturverzeichnis

9    Anhang

 

 

 

1 Einleitung: Vorstellung der Einrichtung

 

Das Jugenddorf Sickingen ist eine intensivpädagogische Jugendhilfeeinrichtung, in der männliche Kinder und Jugendliche mit schweren dissozialen und emotionalen Störungen im Alter zwischen 8 und 15 Jahren aufgenommen werden. Die schulische Versorgung erfolgt durch die angegliederte private Heimsonderschule (Herman-Nohl-Schule) mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung.

 

Fachlich wird die Arbeit durch den psychologischen und den heilpädagogischen Dienst der Einrichtung und einem konsiliarisch tätigen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie unterstützt. Die Betreuung und Förderung erfolgt in einem hoch strukturierten, zeitlich festgesetzten Rahmen auf der Basis einer ständigen Überprüfung und Anpassung der Hilfeplanung. Die Durchführung und Zielsetzung der Arbeit wird mit den Betroffenen, den Familien und den Fachkräften des Jugendamtes regelmäßig überarbeitet.

 

Mein Arbeitsbereich ist die Betreuung von Jugendlichen in einer sozialtherapeutische Wohngruppe (Wohngruppe Falken), welche ein Angebot der Hilfen zur Erziehung darstellt, dessen rechtliche Grundlagen im §27i.V.m. §34 und §35a SGB VIII geregelt sind. Derzeit werden 7 Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren in dieser Wohngruppe Falken betreut.

 

Insgesamt befinden sich drei Wohngruppen mit jeweils 7 Belegungsplätzen und einer Tagesgruppe mit ca. 10 Kindern im Jugenddorf Sickingen. Mein Projekt führe ich mit den Jugendlichen der Wohngruppe, auf der ich tätig bin, durch.

 

 

2 Erlebnispädagogisches Konzept

 

Im folgenden Kapitel wird mein erlebnispädagogisches Konzept dargestellt, ausgehend von der Definition des Begriffes "Erlebnispädagogik", über den pädagogischen Hintergrund meines Projektes, bis hin zur allgemeinen Zielsetzung und Art der Unternehmung.

 

 

2.1 Definition Erlebnispädagogik

 

Unter Erlebnispädagogik wird der zielorientierte Einsatz von Natursportarten wie z.B. Trekking, Klettern usw. und die Bewältigung von Aufgaben im Outdoor - Bereich mit dem Ziel der Persönlichkeitsbildung bei den Teilnehmern verstanden. Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte pädagogische Methode, die immer physische, psychische und soziale Herausforderungen beinhaltet und die sorgfältige Reflexion des äußeren Ereignisses einschließt.

 

 

2.2 Pädagogischer Hintergrund für mein Projekt

 

Da die Jugendlichen (siehe Bild) in unserer Einrichtung teilweise sehr große Schwierigkeiten in ihrem Sozialverhalten und der Persönlichkeitsentwicklung aufweisen, ist es mir wichtig ein Projekt durchzuführen, in dem verschiedene Verhaltensweisen in den unterschiedlichsten Situationen mit ihnen erarbeitet, eingeübt und gefestigt werden können.

 

Da die Jugendlichen die entsprechenden negativen Verhaltensweisen meist im Gruppensetting aufzeigen, finde ich es sinnvoll, mein Projekt mit der gesamten Gruppe durchzuführen. Ich werde im Laufe meines Projektes immer wieder Aktivitäten, kooperative Spiele und Übungen anbieten, bei denen es darum geht, als gesamte Gruppe eine Aufgabenstellung zu erfüllen und gemeinsam zu einer Lösungsstrategie zu gelangen. Das Projekt werde ich so konzipieren, dass sich die Jugendlichen durch jede bestandene Aufgabe eine entsprechende "Belohnung" (z.B. Grillgut, Feuerholz etc.) erarbeiten können. Des Weiteren werde ich Aufgaben "anbieten", bei denen es darum geht, an die eigenen Grenzen zu gehen, um dadurch u. A. das Selbstvertrauen der Jungs zu stärken.

 

Durch das Klettern zum Beispiel möchte ich Vertrauen, Rücksichtnahme und andere positive Aspekte bei den Jungen fördern. Auch durch die Übernachtungen unter freien Himmel erhoffe ich mir, dass die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsbildung gestärkt werden und weitere wichtige Erfahrungswerte sammeln können.

 

 

2.3 Allgemeine Zielsetzung

 

Bei den Jugendlichen möchte ich folgende Ziele durch mein Projekt erreichen:

 

•  Selbstbewusstsein stärken

•  Mut, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stärken

•  Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit setzen

•  Eigenrhythmus finden, z.B. beim Wandern

•  Naturbeobachtungen ermöglichen

•  Erfolgserlebnisse schaffen

•  Gruppengefüge stärken

•  Rücksichtnahme auf Andere fördern

•  Selbstständigkeit fördern

•  Durchhaltevermögen stärken

•  Respekt vor Natur und Umwelt schaffen

 

 

2.4 Art der Unternehmung

 

Die Unternehmung bzw. der Zeitpunkt des Projektes erstreckt sich vom 07.06.2010 bis einschließlich zum 10.06.2010 und findet in einem Waldstück bei Münchweiler statt. Die einzelnen Tagesabläufe sind dabei folgendermaßen geplant:

 

 

Tag 1:

•  Gemeinsames Frühstück auf der Wohngruppe

•  Wanderung in den Wald bei Münchweiler

•  Biwak und Lager aufbauen

•  Mit den Jungs einen Metaplan durchführen

•  Festlegung der Regeln und Rahmenbedingungen des Projektes

•  Abendessen (Nudeln mit Sauce)

•  Kooperations- und Interaktionsspiele

•  Reflexion beim Lagerfeuer

 

 

Tag 2:

•  Frühstück

•  Kooperations- und Interaktionsspiele

•  Wanderung an einen Kletterfelsen

•  Klettern und Basteln

•  Zurückwandern zum Lager

•  Abendessen (Eintopf)

•  Kooperations- und Interaktionsspiele

•  Reflexion beim Lagerfeuer

•  Teig vorbereiten für Brötchen und Brot

 

 

Tag 3:

•  Frühstück mit Geburtstagskuchen, da ein Jugendlicher an diesem Tag Geburtstag hat

•  Kooperations- und Interaktionsspiele

•  Wanderung mit Kompass und Schatzsuche

•  Bogen schießen

•  Pizzaofen herstellen und Pizza backen

•  Abendessen

•  Reflexion beim Lagerfeuer

•  Nächtliches Kooperationsspiel

 

 

Tag 4:

•  Frühstück

•  Abschlussreflexion

•  Werkstücke aus Naturmaterialien herstellen

•  Brot backen

•  Naturbilderrahmen herstellen

•  "Grillfest" vorbereiten (incl. Spiele für Erzieher von den Jungs vorbereiten)

•  Abendessen

•  Rückfahrt zur Gruppe

 

Der geplante Tagesablauf ist je nach Situation veränderbar.

 

In den Freiräumen können die Jugendlichen die Eindrücke verarbeiten, mit Naturmaterialien basteln, es wird z.B. Mehl zum Brotbacken hergestellt und eine Kiste mit den unterschiedlichsten Beschäftigungsmaterialien wird bereitgestellt.

 

Des Weiteren führt jeder der Jugendlichen ein Tagebuch über das Projekt, um die Eindrücke festzuhalten und die Möglichkeit zu haben, sich die Eindrücke zu einem späteren Zeitpunkt in Erinnerung zu rufen. Jeder Junge erhält zu Beginn des Projektes eine Kamera, um seine eigenen Impressionen und Wahrnehmungen bildlich festzuhalten. Dazu findet ein kleinerer "Bildwettbewerb" statt, indem wir nach dem Entwickeln der Bilder die schönsten Aufnahmen belohnen. Zudem erhält jeder Jugendliche im Anschluss an das Projekt ein Fotoalbum mit seinen eigenen Bildern.

 

 

3 Zielgruppe

 

3.1 Gruppenzusammensetzung

 

Mein Projekt führe ich mit der Wohngruppe durch, auf welcher ich auch als Erzieher tätig bin. Zum Zeitpunkt des Projektes befinden sich sieben Jungs im Alter zwischen 11 und 14 Jahren auf der Wohngruppe. Diese Jugendlichen weisen die unterschiedlichsten Problematiken und schwere dissoziale und emotional Störungen auf. Teilweise leiden die Jugendlichen zusätzlich unter dem ADHS-Syndrom oder ähnlichen Krankheitsbildern und müssen deswegen Medikamente einnehmen. Da ich das Projekt mit der gesamten Gruppe durchführe, unterstützt mich ein Mitarbeiter unserer Gruppe als weitere Begleitperson bei meinem Konzept.

 

 

3.2 Beschreibung der Teilnehmer

 

Folgende Jugendliche (Namen geändert!) nehmen an dem Projekt teil:

 

Jonas, 12 Jahre:

•  hilfsbereit, zuvorkommend, bastelt gerne, kocht gerne, spielt gerne in der Natur

•  sehr kindlich

•  muss oft in seinem Redefluss gebremst werden

•  unterbricht oft andere Menschen in Gesprächen

•  zeigt schnell "weinerliches Verhalten", wenn etwas nicht funktioniert

•  schreit oft und macht seltsame Geräusche auf der Wohngruppe

•  geringe Frustrationstoleranz

•  bekommt Medikamente

•  Ziele: Stärkung des Selbstbewusstseins, Durchhaltevermögen stärken, Rücksichtnahme auf Andere fördern, Mut, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stärken

 

 

Bernd, 14 Jahre:

•  hilfsbereit, offen, kommunikativ, nimmt sehr gerne an Gruppenaktivitäten teil, kocht gerne

•  fordert viel Aufmerksamkeit

•  testet immer wieder seine Grenzen aus

•  In Situationen der Eskalation wird er verbal sehr aggressiv und droht mit Suizid oder Ähnlichem

•  inszeniert gerne Wutausbrüche, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken

•  lügt häufig und war schon mehrmals wegen Diebstahl auffällig

•  bekommt Medikamente

•  Ziele: Stärkung des Selbstbewusstseins, Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit stärken, Gruppengefüge stärken, Eigenrhythmus z.B. beim Wandern finden

 

 

Emanuel, 13 Jahre:

•  spielt gerne in der Natur und ist für jegliche sportlichen Aktivitäten aufgeschlossen (besonders Klettern)

•  schwankender Gemütszustand

•  auf Anweisungen reagiert er meist motzig und provokant

•  spielt gerne die Kinder untereinander aus und zeigt ein sehr manipulierendes Verhalten

•  in Diskussionen möchte er immer das letzte Wort haben

•  kann nur schwer positive Gefühle und Stimmungen zeigen

•  macht hin und wieder einen depressiven Eindruck

•  Ziele: Stärkung des Selbstbewusstseins, Mut, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stärken, Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit stärken, Gruppengefüge stärken, Rücksichtnahme auf Andere fördern

 

 

Sven, 13 Jahre:

•  hilfsbereit, offen für jegliche Freizeitaktivitäten, bastelt gerne

•  hat Schwierigkeiten damit, seine Bedürfnisse zurückzustellen

•  wenn etwas nicht nach seinem Willen geschieht, zeigt er eine starke Verweigerungshaltung

•  zeigt sexuelle Auffälligkeiten

•  benötigt enge und klare Strukturen

•  Ziele: Selbstständigkeit fördern, Mut, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stärken, Rücksichtnahme auf Andere fördern, Gruppengefüge stärken

 

 

Marcel, 12 Jahre:

•  spielt gerne im Freien, bastelt gerne, hilft gerne beim Kochen, malt gerne

•  versucht Regeln zu durchbrechen

•  versucht Konsequenzen zu umgehen

•  zeigt ein sehr provokantes Verhalten

•  zeigt ein stark aggressives Verhalten

•  zeigt kaum Schuldbewusstsein

•  sexuell auffällig

•  bekommt Medikamente

•  Ziele: Rücksichtnahme auf Andere fördern, Selbstständigkeit fördern, Durchhaltevermögen stärken, Respekt vor Natur und Umwelt schaffen

 

 

Nico, 12 Jahre:

•  hilfsbereit, meist freundlich, offen für jegliche Aktivitäten

•  sportlich orientiert

•  lässt sich schnell zu "Regelbrüchen" hinreisen

•  lügt häufig

•  wenn er bei einem "Regelbruch" oder einer „Grenzüberschreitung“ erwischt wird, versucht er durch Späße die Konsequenz zu umgehen

•  verhält sich manipulativ gegenüber anderen Jungs

•  diskutiert gerne

•  Ziele: Eigenrhythmus z.B. beim Wandern finden, Gruppengefüge stärken, Rücksichtnahme auf andere fördern, Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit stärken

 

 

Torsten, 11 Jahre:

•  befindet sich seit ca. 6 Wochen auf der Wohngruppe

•  hilfsbereit, kommunikativ, zeigt sich offen für jegliche Aktivitäten

•  sehr unruhig

•  testet sehr stark seine Grenzen

•  lügt häufig

•  kaum Vertrauen in sich

•  ständiges Nachfragen und Rückversichern von Informationen

•  schreit herum und wird sehr aggressiv, wenn etwas nicht nach seinem Willen geschieht

•  Ziele: Stärkung des Selbstbewusstseins, Mut, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stärken, Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit stärken, Gruppengefüge stärken, Rücksichtnahme auf Andere fördern.

 

 

4 Projektverlauf

 

4.1 Vorbereitung

 

Bei der Planungsphase für mein Projekt musste ich zunächst mal einen Teamkollegen finden, welcher mit mir gemeinsam das Projekt durchführte. Ein Kollege war sehr schnell gefunden und so konnte ich mich weiteren Details widmen.

 

Da das Projekt während der Schulzeit stattfand, setzte ich frühzeitig ein Schriftstück für die Schule auf, damit die Schüler für eine Woche vom Unterricht befreit werden konnten. Weitere Formalitäten erledigte ich ebenfalls rechtzeitig, damit das "Fundament" für mein Projekt geschaffen war. Dazu zählen: die Genehmigung für mein Projekt beim Förster einholen, die Jugendämter und Eltern über mein Projekt informieren und Einverständnisse beschaffen, die Motivation meiner Gruppe durch Flyer erhöhen, Verpflegungsüberlegungen anstellen und entsprechend einkaufen, Beschäftigungs- und Bastelmaterialien zusammenstellen, einen "Versorgungsbus" einplanen, Kartenmaterial besorgen und Teilstrecken durchlaufen, Gegebenheiten für das Projekt vor Ort anschauen, Bereitstellung verschiedenster Utensilien (z.B. für den Erdofen), Schlafsäcke und Rucksäcke organisieren, berechnete Stundenanzahl mit der Einrichtungsleiterin abklären, finanzielle Möglichkeiten ermitteln (mein Projekt wurde durch unser Gruppenetat finanziert und die dazu erworbenen Gegenstände und Utensilien z.B. Klettermaterial wurde durch Spendengelder finanziert), Lektüren für die kooperativen Spiele durchlesen und eine Auswahl treffen, unsere Verwaltung und die anderen Gruppen über mein Projekt informieren etc.




Sicherheitskonzept

 

Des Weiteren habe ich für mein Projekt vom 07.06.- 10.06.2010 folgende Sicherheitsstandards durchgeführt und die Sicherheitsregeln nach Siebert berücksichtigt:

 

 

Stopp-Regel

Bei einer Störung wird "Stopp" gerufen und die Situation wird so lange eingefroren bis die Ursache behoben wurde. Somit werden auftretende Probleme und Konflikte mit den Jugendlichen besprochen und bearbeitet, damit die Jugendlichen zu Lösungsstrategien gelangen und keine weiteren oder größeren Konflikte durch die entstandene Krisensituation entstehen.

 

Einhalteregel

Hierbei wird den Jugendlichen deutlich gemacht, dass diese Regel wichtig ist, um Gefahrensituationen zu vermeiden und ein gewisses Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Daher sollten sie besprochene Regeln und Vereinbarungen einhalten.

 

Zusammenbleiben

Gerade wenn wir mit einer größeren Gruppe unterwegs sind, ist es wichtig, dass die Gruppe zusammenbleibt, um diverse Gefahrenquellen zu vermeiden.



Redundanz-Regel

Das Prinzip der Redundanz besagt, das sämtliche sicherheitsrelevanten Systeme in doppelter Ausführung vorkommen müssen. Fällt eines aus so gewährleistet das Andere den sicheren Betrieb. Die Forderung nach redundanten Aufbauten kann nur gewährleistet werden wenn z.B. alle relevanten Teile doppelt vorhanden sind. Dies gilt insbesondere für alle Teile die sich öffnen lassen bzw. Gefahrenpotential in sich tragen wie z.B. Karabiner, Gurte, Knoten, Umlenkungen.

 

Vier-Augen-Prinzip

Alle sicherheitsrelevanten Teile werden hierbei bei den entsprechenden Aktivitäten (z.B. Klettern) vom Partner auf Fehler überprüft. So sollen z.B. alle Aufbauten von einer 2 Person (z.B. Kletterpartner) kontrolliert werden, um Fehler auszuschließen. Diese Punkte werde ich vor Beginn und während des Projektes immer wieder mit den Jugendlichen besprechen und eintrainierten.

 

Des Weiteren habe ich in der Vorbereitung folgende Sicherheitsfaktoren berücksichtigt:

 

•  Im Vorfeld meines Projektes habe ich den Weg und die "Station" meines Projektes genau erkundet, um Gefahrenquellen zu erkennen und ihnen gegebenenfalls entgegenwirken. Dabei habe ich mir auf der Karte die Schutzhütten und die Anfahrtswege für Rettungsdienste markiert.

•  Ich habe den zuständigen Förster über das Projekt informiert.

•  Zusammen mit meinem Kollegen bin ich die Routen zum Klettern im Vorfeld abgegangen.

•  Ich habe das Erste-Hilfe-Material zusammengestellt und bereitgelegt.

•  Bei jeder Aktivität werde ich die Jugendlichen über die diverse Gefahrenquellen aufklären.

•  Ich habe mir geeignete Plätze für die Spiele und Aufbauten ausgewählt.

•  Da wir ein Lagerfeuer machen, werde ich die Jugendlichen über die Brandgefahren aufklären.

•  Das Gepäck der Jugendlichen wird zu Beginn des Projektes überprüft, damit die Jungs keine gefährlichen Gegenstände mit sich führen.

•  Da wir einen Bus vor Ort haben, werden dort gefährliche Gegenstände (z.B. Beil, Nägel) und Medikamente der Jugendlichen aufbewahrt.

•  Im Bus befindet sich ein Feuerlöschgerät, um einen evtl. Brand zu bekämpfen.

•  Ich habe meinen Kollegen über die Standpunkte der Rettungsmittel (z.B. Feuerlöscher, Wasserzapfsteller) in Kenntnis gesetzt.

•  Mit den anderen Mitarbeitern des Teams habe ich mein Vorhaben und unseren Standort besprochen.

•  Mein Kollege und ich haben Handys in doppelter Ausführung, um z.B. ein "Versagen" eines Akkus zu kompensieren.

 

Weitere Sicherheitspunkte (z.B. Belastbarkeit der Mitarbeiter und Teilnehmer während meines Projektes, sachgemäße Bekleidung, Verhalten bei Gewitter usw.) werde ich berücksichtigen.

 

 

Notfallplan

 

Um diverse Unfälle und Gefahrenquellen zu vermeiden, werde ich folgende Punkte in meinem Notfallplan mit einbeziehen:

 

•  Ich werde mit den Jungs zum Anfang meines Projektes einen Metaplan erstellen, um ihnen die Angst zu nehmen und die Verhaltensregeln bei z.B. einem Gewitter aufzeigen.

•  Mein gesamtes Team wie auch die Einrichtungsleitung ist über das Projekt und den genauen Standort informiert, um bei einem evtl. Zwischenfall schnell vor Ort sein zu können.

•  Es wurde eine Rufbereitschaft eingerichtet, damit wir unsere Kollegen rund um die Uhr erreichen können.

•  Ich habe mich im Vorfeld über Schutzhütten und Anfahrtswege für Rettungsdienste informiert.

•  Wir haben mit den Jugendlichen in Rollenspielen verschiedene Verhaltensregeln in den unterschiedlichsten Szenarien durchgespielt (z.B. Verhalten bei Brandverletzungen, Armbruch), um den Umgang mit Gefahren einzuüben.

•  Die Informationen über die Standorte der sich in der Nähe befindenden Krankenhäuser und Ärzte sind mir bekannt.

•  Damit wir schnell bei Unfällen reagieren können, führen wir mehrere Erste-Hilfe-Taschen mit, welche auch unter den Jugendlichen aufgeteilt werden.

 

 

4.2 Geplanter Projektverlauf

 

Der geplante Tagesablauf, gegliedert nach Tagen, gestaltet sich wie folgt:

 

Tag 1:

Gemeinsames Frühstück auf der Wohngruppe

Wanderung in den Wald bei Münchweiler

Biwak und Lager aufbauen

Mit den Jungs einen Metaplan durchführen

Festlegung der Regeln und Rahmenbedingungen des Projektes

Abendessen (Nudeln mit Sauce)

Kooperations- und Interaktionsspiele

Reflexion beim Lagerfeuer

 

 

Tag 2:

Frühstück

Kooperations- und Interaktionsspiele

Wanderung an einen Kletterfelsen

Klettern und Basteln

Zurückwandern zum Lager

Abendessen (Eintopf)

Kooperations- und Interaktionsspiele

Reflexion beim Lagerfeuer

Teig vorbereiten für Brötchen und Brot

 

 

Tag 3:

Frühstück mit Geburtstagskuchen, da ein Jugendlicher an diesem Tag Geburtstag hat

Kooperations- und Interaktionsspiele

Wanderung mit Kompass und Schatzsuche

Bogen schießen

Pizzaofen herstellen und Pizza backen

Abendessen

Reflexion beim Lagerfeuer

Nächtliches Kooperationsspiel

 

 

Tag 4:

Frühstück

Abschlussreflexion

Werkstücke aus Naturmaterialien herstellen

Brot backen

Naturbilderrahmen herstellen

"Grillfest" vorbereiten (incl. Spiele für Erzieher von den Jungs vorbereiten)

Abendessen

Rückfahrt zur Gruppe

 

 

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

 

Tag 1:

10:00 Uhr gemeinsames Frühstück mit dem gesamten Team und Hauswirtschaft

11:30 Uhr Wanderung zu unserem Lager mit kleineren "Auflockerungsspielen" und adäquaten Pausen

16:30 Uhr Ankunft im Lager (nach einem Fußweg von ungefähr 25-30km)

17:00 Uhr Lageraufbau und Ausräumen des in der Nähe stehenden Verpflegungsbusses

18:00 Uhr Besprechung der Regeln und Rahmenbedingungen, anschließend Austeilen der Halsketten als Symbol für Durchhaltevermögen und Zusammenhalt

18:45 Uhr Aufteilung der Jugendlichen in drei Gruppen:

1. Gruppe ist zuständig für das Sammeln von Holz

2. Gruppe ist zuständig für das Sägen und Zerkleinern des Holzes

3. Gruppe ist zuständig für die Vorbereitung und das Kochen des Abendessens.

21:00 Uhr Gemeinsames Abendessen (Nudeln mit Sauce)

21:30 Uhr Gemeinsames Erledigen des Küchendienstes

22:00 Uhr Herausgabe der Tagesbücher für die Jugendlichen

22:30 Uhr Reflexion des Tages beim Lagerfeuer

Austeilen der Taschenlampen

Gemütlicher Ausklang des Tages

ca. 0:00 Uhr Nachtruhe

 

 

Tag 2:

07:30 Uhr Alle Jungs sind wach

Gemeinsames Sammeln von Feuerholz und anschließendes Feuermachen mit Zunder

08:30 Uhr Erstellen und Besprechen eines Metaplans mit den Jugendlichen

09:10 Uhr Frühsport

09:20 Uhr Frühstück, anschließend gemeinsames Abwaschen

10:00 Uhr Basteln mit Naturmaterialien (z. B. Löffel hergestellt, Stöcke geschnitzt etc.)

11:30 Uhr Kooperatives Abenteuerspiel: "Der Sandsturm"

12:30 Uhr Herstellen von Zunder

13:00 Uhr Mittagessen (Obst, Brot, Wurst, Käse)

13:20 Uhr Mittagsruhe (jeder Jugendliche nahm eine Auszeit für sich und musste sich still beschäftigen)

14:30 Uhr Durchlaufen eines Barfußpfades

15:30 Uhr Zwischenmahlzeit

16:30 Uhr Spiel "Der Turmbau" (Die Jungs wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und anschließend mussten beide Gruppen versuchen, einen hohen Turm mit Naturmaterialien zu bauen.)

17:15 Uhr Auswertung und Reflexion des Wettkampfes "Der Turmbau"

18:30 Uhr Vorbereitung des Abendessens (Brenneselsuppe und Eintopf)

19:45 Uhr Herausgabe der Tagesbücher für die Jugendlichen

20:15 Uhr Abendessen

20:45 Uhr Gemeinsames Erledigen des Küchendienstes

21:30 Uhr Suche nach einer Wasserquelle mit zwei Jugendlichen

22:30 Uhr Reflexion des Tages beim Lagerfeuer mit Benennung von drei positiven Eigenschaften vom Sitznachbar(siehe Bild)

ca. 0:00 Uhr Nachtruhe

 

 

Tag 3:

07:30 Uhr Alle Jungs sind wach

07:45 Uhr Frühsport

Warming up: "Speedy Gonzales"

08:00 Uhr

1. Gruppe: Teig für Brötchen vorbereitet

2. Gruppe: Holz fürs Lagerfeuer gesammelt und zerkleinert

09:30 Uhr Frühstück, anschließend gemeinsames Abwaschen

11:00 Uhr Arbeit mit Naturmaterialien (z.B. Messer hergestellt, an den Löffeln weitergearbeitet)

12:30 Uhr Mittagessen mit Kuchen (da ein Jugendlicher an diesem Tag Geburtstag hatte) und kleiner Geburtstagsfeier

13:15 Uhr Herausgabe der Einwegkameras, damit jeder Jugendliche seine eigenen Bilder machen kann und Besprechung des geplanten Fotowettbewerbs

14:15 Uhr Kooperatives Abenteuerspiel: "Gortischer Knoten"

15:00 Uhr Klettern an einem Sandsteinfelsen

17:30 Uhr Schatzsuche mit Karte und Kompass

19:00 Uhr Herstellung eines Pizzaofens, Sammeln von Holz und Vorbereitung des Teiges für die Pizza

21:00 Uhr Abendessen

21:30 Uhr Ein starkes Gewitter mit heftigem Regenfall zwang uns dazu, das Abendessen abrupt zu beenden und Unterschlupf unter den Felsen zu finden. Als die Wetterlage sich immer weiter verschlimmert, sahen wir uns gezwungen, zu unserem Bus zu laufen und drinnen zu warten, bis sich die Schlechtwetterfront verzog.

23:30 Uhr Wir gingen wieder zu unserem Lager zurück und backten weiter unsere Pizzen.

ca.01:30Uhr Nachtruhe

 



Tag 4:

09:00 Uhr Alle Jungs sind wach

09:30 Uhr Warming up: "Schattenboxen"

10:00 Uhr Sammeln von Holz und "Entfachen" des Lagerfeuers

10:30 Uhr Frühstück, anschließend gemeinsames Abwaschen

12:00 Uhr Tagesbuchherausgabe, Mittagsruhe

13:00 Uhr Kooperatives Abenteuerspiel: "Blinder Mathematiker" (siehe Bild)

13:45 Uhr Mittagessen (Obst und Brot)

14:15 Uhr Aufgabe zur Abschlussreflexion: "Das Fotoalbum"

15:00 Uhr Abschlussreflexion

16:00 Uhr Klettern und Vorbereitung des "Abschlussfests"

17:30 Uhr Abschlussfest

ca.21:00Uhr Heimfahrt mit den Bussen

 

Einige ursprünglich geplante Punkte meines Projektes musste ich verändern, da die Jungs teilweise sehr ausgelastet waren und mit den Aufgaben an ihre Grenzen kamen. Ein Bespiel hierfür wäre die Erstellung des Metaplanes, welche ich erst am zweiten Tag durchführen konnte. Ein weiterer Grund für Programmveränderungen war, dass wir für manche Aktivitäten mehr Zeit brauchten, als ich im Vorfeld geplant hatte, so dass wir teilweise nicht alle Punkte der jeweils geplanten Tagesordnung durchführen konnten. So hatten wir z.B. keine Naturbilderrahmen hergestellt und wir ließen auch das ein oder andere Kooperationsspiel "fallen".

 

 

4.4 Abschluss

 

Mein Projekt schloss ich zunächst damit ab, dass wir am letzten Abend ein Abschlussfest mit den gesamten Erziehern, Einrichtungsleitung und Fachdienst (Psychologen und Heilpädagoge) veranstalteten.

 

Dazu luden wir alle Beteiligten vor Ort in den Wald ein und stellten ihnen zunächst unser Projekt vor. Dafür suchte sich jeder Jugendliche einen Bereich der letzten vier Tage aus, den er dann kurz allen „Besuchern“ erklärte und teilweise vorführte. So stellten die Jungs nachstehende Bereiche vor:

 

Jonas: Toilettengang

Bernd: Klettern

Emanuel: Pizzaofen

Sven: Karte und Kompass

Marcel: Herstellung von Mehl

Nico: Herstellung von Zunder und das Anzünden des Lagerfeuers

Torsten: Vorstellung der gebastelten Holzarbeiten (z.B. Löffel)

 

Nach der "Präsentation" liefen wir mit allen Jugendlichen und Betreuern auf den Gipfel unseres Lagers und führten das Spiel "Eier im Nest" mit der gesamten Gruppe durch. Dies sollte nochmals dazu dienen, den Jugendlichen zu verdeutlichen, dass wir alle an einem Strang ziehen und es für ihre Entwicklung wichtig ist, die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Danach übergab ich den Teilnehmern meines Projektes Urkunden und wir ließen dann den Abend mit Grillen und gemütlichem Beisammensein ausklingen (siehe Bild).

 

Nach ca. zwei Wochen veranstalteten wir nochmals einen kleinen gemütlichen Nachmittag und ich teilte den Jugendlichen die Fotoalben mit den Bildern aus, welche sie mit ihren Einwegkameras gemacht haben. So erhielt jeder Jugendliche sein eigenes Album mit den gesammelten Erinnerungsfotos. Weiterhin wählten wir (die gesamten Betreuer unseres Teams) die schönsten Bilder im Vorfeld aus und kürten dann die entsprechenden Jungs und Bilder mit kleinen Preisen. Zum Abschluss dieses Nachmittages und auch meines Projektes schauten wir uns nochmals alle Bilder, die ich während des Projektes gemacht hatte, über den Beamer und die Leinwand an.

 

 

5 Nachbereitung

 

In diesem Abschnitt wird auf die Veränderung bei den Jugendlichen und Kindern eingegangen, die an dem Projekt beteiligt waren.

 

 

5.1 Veränderung bei den beteiligten Jugendlichen und Kindern

 

Bei dem gesamten Projekt wurde mir bewusst, dass die Jugendlichen sich sehr gut ohne die üblichen Medien unserer Gesellschaft (z.B. Fernsehen, Computer) beschäftigen können. Die Jungs waren aufgeschlossen für jegliche Aktivitäten und gingen deutlich an ihre Grenzen. Dabei wurden wir von einigen Jugendlichen sehr stark überrascht, denen wir im Vorfeld unseres Projektes nicht so viel zugetraut hätten. Es zeigten z. B. die Kinder, welche unter dem ADHS-Syndrom leiten, ein enormes Durchhaltevermögen und sie wirkten ausgeglichener. So saß z.B. Jonas zwei Stunden ununterbrochen am Feuer und arbeitete mit seinem Taschenmesser am Holz herum. Auf der Gruppe hingegen hat er bereits Probleme damit, sich 20 Minuten still zu beschäftigen.

 

Auch andere Jugendliche wirkten nach dem Projekt selbstbewusster. Sie erzählten noch lange nach unserem Ausflug über die Aktivitäten, die Übernachtungen im Wald und vor allem über das Unwetter, welchem wir am dritten Tag ausgeliefert waren. Bei den Erzählungen waren sie sehr stolz auf das, was sie geleistet haben und die entsprechenden Hürden, welche sie im Laufe der vier Tage überwinden mussten. Es zeigte sich auch bei einigen Jugendlichen eine gewisse Wertschätzung der Gegenstände und Dinge, über welche sie im Alltag verfügen. So kam es nach dem Projekt z.B. zu weniger Beschädigungen von dem Gruppeneigentum und den eigenen Utensilien.

 

Des Weiteren traten Eskalationen nicht so häufig auf, als ich befürchtet hatte. Als Grund hierfür vermute ich, dass der körperliche Ausgleich zu sehen ist, wie auch das fehlende "Publikum", welches sie in unserer Einrichtung durch andere Jungs oder Betreuer haben. Die Jugendlichen konnten sich auf meinen Kollegen und mich während der Zeit sehr gut und intensiv einstellen. Auch nach dem Projekt hatte ich einen besseren "Draht" zum ein oder anderen Jugendlichen als zu Beginn meines Vorhabens. Ich denke, dass durch ein solches Projekt jeder Jugendliche in seiner Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation gefördert wird.

 

 

5.2 Reaktion in der Einrichtung

 

Durch den Abschluss meines Projektes erhielten alle Betreuer, die Einrichtungsleitung wie auch der Fachdienst Einblicke in die Durchführung und Aktivitäten, welche wir mit den Jugendlichen während der vier Tage im Wald ausübten. Alle Beteiligten waren positiv überrascht, dass mein Projekt relativ "reibungslos" und ohne größere Zwischenfälle ablief. Meine Kollegen stellten kleine positive Veränderungen bei den Jugendlichen fest und bestärkten mich damit, solch ein Projekt öfters durchzuführen.

 

 

6 Reflexion

 

6.1 Besondere Erlebnisse

 

Das gesamte Projekt lief relativ "reibungslos" ab, so kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Erstaunlich für mich war, dass der ein oder andere Jugendliche viel mehr geleistet und sich ganz deutlich an die eigenen Grenzen "gequält" hat, wie ich ihm bei der Planung zugetraut hätte. Die Jungs waren rund um die Uhr damit beschäftigt, unser Lagerfeuer am Brennen zu halten. So sammelten sie ständig Holz und bereiteten es für das Feuer vor. Dabei war es schön zu beobachten, dass auch die Jungs zusammen Holz sammelten und zerkleinerten, welche sich normalerweise auf der Wohngruppe nicht allzu gut verstehen. Diese Verhaltensweise war auch bei den verschiedenen Aktionen zu erkennen. So fanden z.B. am Lagerfeuer viele interessante und auch intensive Gespräche zwischen den Jugendlichen statt, obwohl sie im Alltag meist egoistisch denken und handeln und jeder meist nur auf die eigenen Bedürfnisse schaut.

 

Als schönstes Erlebnis fand ich persönlich den Wettereinbruch am Abend des dritten Tages. So waren die Jungs mit ihren Ängsten konfrontiert und der Gruppenzusammenhalt war enorm zu spüren. Die Jungs waren nach dem Gewitter sehr stolz auf sich und das Highlight an diesem Abend war, dass wir uns dann nochmals um 0:00 Uhr das Feuer angemacht hatten und unsere Pizza bis in die Nacht hinein gemeinsam gegessen hatten.

 

Da wir auf der Wohngruppe einen detaillierten und genauen Tagesablauf haben, wussten die Jungs unsere "Freiheit" sehr zu schätzen, welche sie über die vier Tage hatten. So war es für uns in Ordnung, dass sich jeder Jugendliche am Abend zum Schlafen hinlegte, wenn er müde war und wir ihm dafür keine zeitliche Grenze setzten. Erstaunlich für mich war auch, dass die Jungs unsere "Spielekiste" nur ganz selten benutzten und sie sich immer wieder selber mit den vorhandenen Naturmaterialien beschäftigten.

 

Das Projekt verlief meiner Meinung nach mit gutem Erfolg, da ich positive Rückmeldungen von meinem Team, dem Fachdienst und der Einrichtungsleitung bekam und mein Kollege und ich mit weniger Eskalationen und Zwischenfällen zu tun hatten als wir im Vorfeld kalkuliert haben. Auch die Jungs zeigten positive Verhaltensänderungen und redeten noch lange nach der Durchführung des Projektes über Erlebtes und die Erfahrungen, welche sie in diesen vier Tagen gesammelt hatten. Wenn ich ein solches Projekt nochmals durchführe, würde ich folgende Punkte nochmals überdenken und detaillierter planen:

 

•  Mich bereits im Vorfeld nach einer intakten Quelle umsehen, damit der Weg zum Frischwasser abholen entfällt bzw. verkürzt wird.

•  Da in unserem Lager hin und wieder etwas Unordnung herrschte, würde ich mit mehr Kisten „arbeiten“. So würde ich z.B. für Tag 1 eine Kiste zusammenstellen, in der sich das gesamte Equipment für den entsprechenden Tag befindet.

•  Den Heimweg evtl. nochmals zu Fuß zurücklegen (evtl. 1 Stück mit der Bahn, den restlichen Weg per Fuß).

•  Das Projekt mit sieben Jungs evtl. mit einer dritten Person durchführen, um "Zwischenfälle" nochmals besser kompensieren und organisatorische Vorteile verschaffen zu können (z.B. Besorgung des Frischwassers).

•  Den Tagesablauf nochmals detaillierter planen und durchstrukturieren.

 

 

6.2 Erkenntnisse und Erfahrungen

 

Ich stellte fest, dass ein solches erlebnispädagogisches Projekt sehr wichtig für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sein kann und dabei viele positive Aspekte in der Verhaltensveränderung erzielt werden können. Um die Nachhaltigkeit zu intensivieren, müssten solche Projekte des Öfteren durchgeführt werden. Die Jungs erzählten war noch lange von unserem Ausflug, aber nach einer bestimmten Zeit fielen sie wieder in ihren "Alltag" und die entsprechenden Verhaltensmuster zurück.

 

Da unser Projekt positiv verlief und bei den Jungs Verhaltensveränderungen zu beobachten waren, führen wir nun regelmäßig (1xmonatlich) einen erlebnispädagogischen Tag durch. Für das nächste Jahr planen wir wieder ähnliche Projekte, wozu wir auch schon die Unterstützung und die Zusage unserer Einrichtungsleiterin haben.

 

 

7 Öffentlichkeitsarbeit

 

Um mein Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen, vereinbarte ich einen Termin mit einer Redakteurin der "Rheinpfalz". Es fand dann ein Interview statt, wozu noch ein Bild von mir und den Jugendlichen gemacht wurde. Dieser Artikel erschien dann ca. 2 Monate nach meinem Projekt in der "Rheinpfalz" (regionale Zeitung, ca.250.000 Auflagen). Dieser Bericht wurde auch in unserer Verwaltung aufgehängt, um Einblicke des Projekts für andere Wohngruppen zu ermöglichen.

 

Ebenso wurden die Jugendämter über mein Projekt informiert und es fand nochmals in Hilfeplangesprächen die Reflexion meines Projektes und weitere Vorhaben für die einzelnen Jugendlichen statt.



8 Literaturverzeichnis

 

Auf folgende Literatur hatte ich bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung meines Projektes zurückgegriffen:

•  Gilsdorf Rüdiger und Kistner Günter, "Kooperative Abenteuerspiele 1", 12. Auflage 2003, Kallmeyer

•  Gilsdorf Rüdiger und Kistner Günter, "Kooperative Abenteuerspiele 2", 2. Auflage 2002, Kallmeyer

•  KAP Lehrgangsunterlagen, "Mobile Seilgärten"

•  KAP Lehrgangsunterlegen, "Einführungskurs"

•  KAP Lehrgangsunterlagen, "Anleitung zur Praxis"

•  Topographische Karte 1:25000, "Naturpark Pfälzerwald", 1. Auflage 2009

 

 

9 Anhang

 

 

 

Abschlussprojekt der Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

"Abenteuer in der Wildnis"

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Steffen Barthel

 

 

 

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