Petra Benz
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
Sommerfreizeit der KSJ St. Franziskus
Blens/Nationalpark Eifel
Erlebnispädagogisches Projekt von Petra Benz
23. bis 27. Juni 2008
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Einleitung
3 Erlebnispädagogisches Konzept
3.1 Pädagogischer Hintergrund
3.2 Allgemeine Zielsetzung
3.3 Art der Unternehmung
4 Zielgruppe
4.1 Gruppenzusammensetzung
4.2 Beschreibung der Leiterinnen und Teilnehmerinnen
5 Projektverlauf
5.1 Vorbereitung
5.2 Geplanter Projektverlauf
5.2.1 Regenprogramm
5.2.2 Notfallkonzept
5.3 Tatsächlicher Projektverlauf
6 Nachbereitung
7 Reflexion
7.1 Besondere Erlebnisse
7.2 Erkenntnisse / Erfahrungen
8 Öffentlichkeitsarbeit
9 Literaturverzeichnis
10 Anhang
10.1 Wichtige Adressen
10.1.1 Kletterheim Blens
10.1.2 Notfalladressen
10.1.3 Klettererlaubnis
10.2 Material- und Einkaufslisten
10.3 Essen für 12 Personen
10.3.1 Frühstück
10.3.2 Pizza
10.3.3 Wraps mit Hackfleisch und Salaten
10.3.4 Tortellini mit Schinken-Sahne-Soße
10.3.5 Nudelsalat
10.4 Spiele und Übungen
10.4.1 Metaplan
10.4.2 Peter – Panther
10.4.3 Zeitungsschlagen/Namenspatschen
10.4.4 Spinnennetz
10.4.5 Litfasssäule
10.4.6 Seilschwingen
10.4.7 Kistenkreis
10.4.8 Die Reise nach Jerusalem – umgekehrt
10.4.9 Der Feuersee von Mikawo
10.4.10 Die feindlichen Stämme
10.4.11 City Bound – Stadtspiel „Mit Promi-Augen“
10.4.12 Parcours mit allen Sinnen im Dunkeln
10.4.13 Reflexionsmethoden
10.5 Impulse
10.5.1 Reise ins Abenteuerland
10.5.2 Gemeinschaft – einander stützen
10.5.3 Von was bin ich gehalten?
10.5.4 Einfaltig – Vielfaltig
10.6 Karten, Touristische Infos, Zugpläne
10.7 Einverständnis der Dienstvorgesetzten, Versicherung
10.8 Einverständnis der Eltern
10.9 Ausschreibung und Elternbriefe der Freizeit
10.10 Zuschüsse
10.11 Kostenaufstellung
10.12 Einladung zum Nachtreffen
1. Vorwort
„Erlebnis“ und „Abenteuer“ haben sich zu Modewörtern entwickelt. Sie sprechen viele Bedürfnisse unterschiedlicher Generationen in einer Welt an, die sich durch das „Funktionieren-Müssen“ auszeichnet, um nicht zum „Modernisierunsverlierer“ zu werden. „Erlebnis“ und „Abenteuer“ spielen schon lange in der Jugendverbandsarbeit eine wichtige Rolle, denn es sind die freien Träger der Jugendarbeit, deren Programm und Zielsetzung sich an der Bildung einer festen Gruppe orientiert. Gemeinschaft erleben, voneinander lernen, aktiv das eigene Leben gestalten, sich einmischen und die eigene Meinung vertreten, sowie Leben und Glauben miteinander zu teilen, sind Schlagworte die alle christlichen Jugendverbände miteinander verbinden. Die vorgestellten Ziele stehen dabei keineswegs im Widerspruch zu den Zielen der Erlebnispädagogik, vielmehr findet sich einer der Kernpunkte des erlebnispädagogischen Ansatzes, das Lernen an Metaphern in der Symboldidaktik der Religionspädagogik wieder. Darüber hinaus hat aber in diesem Kontext ein schlüssiges erlebnispädagogisches Konzept keine Bedeutung. Während also das „Erleben“ als solches in der Gestaltung von Gruppenstunden, Freizeiten und Aktionen sogar einen Schwerpunkt darstellt, ist die Umsetzung pädagogisch wenig reflektiert. So findet sich lediglich im „Verbandskasten“ der Kolpingjugend, einer umfassenden Bausteinsammlung zur Pädagogik des Verbandes, eine aktuelle Handreichung zum gesuchten Stichwort. Andere katholische Jugendverbände haben keine Konzepte veröffentlicht oder schließen die Erlebnispädagogik von ihrem Wesen her als selbstverständlich unausgesprochen in ihre Arbeit mit ein, was beispielsweise auf die Pfadfinderbewegung zutrifft.
Die KSJ (Katholische Studierende Jugend), der Dachverband meiner Projektgruppe, versteht sich als Schülerinnen- und Schülerverband, der in erster Linie das Thema „Bildung“ in den Blick nimmt. Da die Gruppen üblicherweise an Gymnasien und Studentengemeinden zu finden sind, steht die kognitive Auseinandersetzung mit verschiedenen aktuellen Themen im Mittelpunkt. Dabei wird die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen, das Erleben von Gemeinschaft und das Teilen religiöser Erfahrungen aus der ganzheitlichen Sicht des Christentums, also orientiert am Werte und Menschenbild der Bibel, in den Blick genommen.
Das vorliegende Projekt stellt im Kontext des üblichen und praktizierten Gruppenangebotes innerhalb der KSJ der Diözese Speyer eine Neuerung dar. Bewusst wird auf Programmpunkte wie Diskussions- und Erarbeitungsphasen zu einem bildungs- oder entwicklungspolitischen Thema verzichtet und das Erlebnis als Gruppe in der Natur in den Mittelpunkt gestellt. Soziale Kompetenzen und individuelle Persönlichkeitsmerkmale werden auf dem Hintergrund der eigenen Erfahrung gefördert und reflektiert.
Der Ausspruch „Erkläre mir – und ich vergesse. Zeige mir – und ich erinnere mich. Lass mich tun – und ich verstehe.“ ist mir dabei als „Folie“ für die Planung und Durchführung der Aktion wichtig geworden. Mir persönlich hat die Arbeit mit der KSJ Stadtgruppe sehr viel Spaß gemacht und gerade durch die Zusammensetzung als reine Mädchengruppe bereichert und herausgefordert.
2. Einleitung
Die KSJ (Katholische Studierende Jugend) ist eine Arbeitsgemeinschaft zweier eigenständiger SchülerInnen-Verbände (Heliand Mädchenkreis und Schülergemeinschaft im Bund Neudeutschland) die dem BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) angehört. Mit den Kindern- und Jugendlichen der anderen Mitgliedsverbände KjG (Katholische junge Gemeinde), J-GCL (Jugendverband Gemeinschaft Christlichen Lebens), JUKI (Jungen Kirche Speyer), CAJ (Christliche Arbeiterjugend), Kolpingjugend und der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) gestaltet sie das kirchliche Leben in den Gemeinden und Einrichtungen der Diözese Speyer unter dem Leitsatz „Jugend leitet Jugend“ entscheidend mit. Demokratie, Mitbestimmung, Gemeinschaft und Glaube sind entscheidende Themen im Alltag der über 100 Gruppen in insgesamt 22 deutschen Diözesen.
Die Stadtgruppe St. Franziskus hat sich vor 2 Jahren an den St. Franziskus Schulen neu gegründet. Derzeit treffen sich 15 Schülerinnen der 5. - 7. Klasse in einer wöchentlichen Gruppenstunde in dem von der Schule bereitgestellten KSJ-Raum. Die zwei Gruppenleiterinnen J. (16 Jahre) und Y. (17 Jahre) haben sich durch mehrere Gruppenleiterkurse für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen qualifiziert. Sie planen gemeinsame Aktionen, gestalten Bastel- und Spielangebote und tragen so zu einem attraktiven Freizeitangebot neben der Schule bei.
Begleitet wird die Gruppe durch Sr. S., die Geistliche Leiterin und Schülerinnenseelsorgerin, und durch mich (P.), die Jugendreferentin für das Dekanat. Unsere Aufgabe ist die Beratung und Unterstützung der Kinder- und Jugendlichen bei religiösen, pädagogischen und inhaltlichen Fragen in Bezug auf die Gestaltung von Gruppenstunden und Aktionen, sowie die Einbindung in die Arbeit der verschiedenen Gremien und Aufgaben innerhalb des Dachverbandes. Als hauptamtliche Mitarbeiterinnen der Diözese Speyer übernehmen wir da Verantwortung, wo es den Jugendlichen aufgrund des fehlenden Alters oder der notwendigen Erfahrung nicht möglich ist, ihre Interessen zu verwirklichen.
Die St. Franziskus Schulen, bestehend aus Gymnasium und Realschule, sind als Mädchenschule staatlich anerkannt und liegen im Zentrum der Stadt. Sie werden nach dem Privatschulgesetzt von den Dillinger Franziskanerinnen als katholische Privatschule geführt.
3. Erlebnispädagogisches Konzept
3.1 Pädagogischer Hintergrund
Die Situation in der Stadtgruppe St. Franziskus ist gekennzeichnet durch eine hohe Fluktuation der Gruppenmitglieder. Aufgrund des halbjährlich wechselnden Stundenplanes, der großen Anzahl von AG-Angeboten und den zunehmenden schulischen Belastungen infolge der Veränderungen im Bildungssystem (Stichwort G8), ist es vielen Schülerinnen nicht möglich, kontinuierlich an den Angeboten der KSJ teilzunehmen. Hinzu kommt, dass mehrere Schülerinnen im Landkreis wohnen und sie abhängig sind von den Angeboten der öffentlichen Verkehrsmittel. Das Zeitfenster, das als Schnittmenge aus dem Stundenplan der interessierten Schülerinnen der Jahrgangsstufe 5 - 7 und dem der Leiterinnen der Jahrgangsstufe 9 - 13 entsteht, ist sehr klein. Auch bei den Leiterinnen kann keine Kontinuität festgestellt werden. Innerhalb der Gründungsphase und der letzten eineinhalb Jahre haben 5 Leiterinnen aufgrund ihrer zu Ende gehenden Schulzeit die Schule verlassen und stehen wegen ihres Studiums in unterschiedlichen Städten Deutschlands auch für gezielte Projekte und Aktionen wie es beispielsweise die Sommerfreizeit darstellt, nicht zur Verfügung.Somit ist es in diesem systemischen Kontext eine große Herausforderung, die Stadtgruppe weiter aufzubauen.
Umso wichtiger erscheint es mir, in konzentrierten Wochenend- und Ferienangeboten den Prozess der Gruppenbildung zu unterstützen und die Leiterinnen zu befähigen, verantwortlich den Gruppenalltag zu gestalten. Was in einer mehrtägigen Freizeit an Erfahrungen gesammelt wird, spiegelt sich im vertrauten Miteinander der wöchentlichen Gruppenstunde wieder.
Die Erlebnispädagogik eignet sich in diesem Zusammenhang in besonderer Weise als ganzheitlicher Bildungsansatz, in dem das Erfahrungslernen – also lernen mit Händen und Füßen, allen Sinnen, Herz und Kopf – eine wichtige Rolle spielt. Gerade im Kontext der Jugendverbandsarbeit steht das eigenverantwortete Lernen und Gestalten der Inhalte im Mittelpunkt des Gruppengeschehens. Die einzelnen Mitglieder der Gruppe treffen sich nicht zum Selbstzweck, sondern wollen zusammen planen, zusammen erleben, zusammen bewegen.
Nach Werner Michel ist „Erlebnispädagogik eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.“
Die Mädchen der Stadtgruppe St. Franziskus brauchen m.E. gemeinsame Herausforderungen und Erlebnisse, die den kognitiven Ansatz des Lernens am Gymnasium ergänzen und dazu anregen, eigene Grenzen zu erfahren und zu entdecken. Auch kann es nur förderlich sein, wenn einmal ganz bewusst dem für sie typischen Angebot für eine Mädchengruppe wie basteln, gestalten und gemeinsames Spielen im Gruppenraum, ein Kontrapunkt in der Natur entgegen gesetzt wird. Im Erleben von Übungen, Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen, die für die Mädchen mit dem Prädikat „für Jungs“ besetzt ist, erfolgt über die Ziele der angebotenen Programmpunkte hinaus eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Rollenverständnis.
3.2 Allgemeine Zielsetzung
Die Ziele der durchgeführten Maßnahme lassen sich wie folgt beschreiben:
a) Partizipation:
In Anlehnung an das Prinzip der Jugendverbandsarbeit „Jugend leitet Jugend“ soll die Maßnahme in Zusammenarbeit mit den beiden ehrenamtlichen Leiterinnen geplant und durchgeführt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die bereits bestehenden Traditionen der KSJ nicht über Bord geworfen werden und die noch unerfahrenen Gruppenleiterinnen ihre Ideen einbringen können. Sie sollen Lust bekommen, neue Methoden und Bereiche kennen zu lernen, in denen sie sich anleiten lassen, gleichzeitig aber ihre Freizeit mit ihrer Gruppe gestalten dürfen. Die Leiterinnen sollen sich als Leitende in einem von der Jugendreferentin begleiteten Rahmen erleben.
b) Kooperation:
Die Stärkung des Gruppengefühls steht im Mittelpunkt der Maßnahme. Dabei gilt es durch die Programmgestaltung verstärkt gemeinsame Erlebnisse zu schaffen, die für die einzelnen Teilnehmerinnen wie die Leiterinnen eine Herausforderung darstellen. Die Gruppe kann in ihrem Gefüge wachsen, wenn es gelingt, durch unterschiedliche Angebote sowohl Stärken als auch Schwächen der einzelnen Teilnehmerinnen herauszuarbeiten und diese ihre Fähigkeiten in den Dienst der Gruppe stellen.
c) Identifikation:
Durch bereits bekannte Abläufe und die Erfahrung von Gemeinschaft soll das Verbandsbewusstsein gestärkt und vertieft werden. Diejenigen, die bereits seit längerer Zeit Mitglied der KSJ sind und bereits gewisse Verbandserfahrung gemacht haben, werden zu Multiplikatorinnen für neue Teilnehmerinnen.
d) Konfrontation:
Der KSJ Stadtgruppe St. Franziskus haftet aufgrund ihrer Verortung an einer Mädchenschule der Ruf an, ein typisches Mädchenprogramm zu bieten. Dieses Klischee wird von den Mitgliedern gepflegt und bestärkt indem eine bewusste Abgrenzung gegenüber anderer gemischtgeschlechtlicher Verbandsgruppen stattfindet. „Wir machen doch nicht so was …“ – Diese Grenze wird gezielt überschritten: Die Programmgestaltung soll die Teilnehmerinnen bewusst aus dem Bekannten herausführen und mit dem Erlebnis konfrontieren.
e) Werbung:
Die Stadtgruppe St. Franziskus öffnet sich gezielt für Mädchen, die bisher nicht die regelmäßige Gruppenstunde besucht haben, um neue Mitglieder zu gewinnen. Das spannende und attraktive Programm soll Mädchen ansprechen, die Lust auf „MEHR“ haben.
3.3 Art der Unternehmung
In der ersten Woche der rheinland-pfälzischen Sommerferien führte ich vom 23. – 27. Juni 2008 in der Aachener Hütte in Blens eine erlebnispädagogische Sommerfreizeit unter dem Motto „Erlebnis pur“ durch. Die einfache Holzhütte der DAV Sektion Aachen liegt am Ortsrand des 300-Seelen-Dörfchens zwischen Nideggen und Heimbach im Nationalpark Eifel. Die Hütte hat 22 Schlafplätze, 2 Bäder, eine großzügig ausgestattete Küche und einen Aufenthaltsraum. Besonders die Schlafgelegenheiten sind sehr spartanisch ausgestattet. In zwei getrennt zugänglichen Fluren sind Etagenbetten eingebaut, von denen lediglich eine Vierergruppe pro Flur durch eine Tür abgetrennt ist. Alle anderen Betten sind räumlich miteinander verbunden. Der Außenbereich ist durch eine große Hecke zu den Nachbargrundstücken abgetrennt und kann zum Grillen und für eine Lagerfeuerrunde benutzt werden. Brauereigarnituren und ein Schwenkgrill sind vorhanden.
Blens liegt von Wiesen umgeben im Tal der Rur an dessen Rändern Wald und Kletterfelsen zu Unternehmungen einladen. Die beiden jeweils 6 km entfernten Orte Heimbach und Nideggen sind Kleinstädte mit 5 - 7000 Einwohnern, in denen sowohl Geschäfte als auch Ärzte zu finden sind. Beide Städte sind vom Bild her geprägt durch ihre Burgen und besitzen für den Tourismus des Eifel Nationalparks besondere Einrichtungen wie Freibad, Minigolfanlage, Kurpark, Nationalpark-Informationszentrum …(M18) Die nächst größere Stadt ist Düren (35 km entfernt), in der sich auch das Kreiskrankenhaus befindet. Köln liegt 70 km, Bonn 85 km und Aachen 50 km entfernt. Über die private Rurtalbahn, die zwischen Düren und Heimbach regelmäßig fährt, ist Blens mit allen genannten größeren Städten verbunden und von dort aus innerhalb von 2 Stunden mit der Bahn zu erreichen.
Die geplante Sommerfreizeit deckt ein kleines Spektrum der erlebnispädagogischen Möglichkeiten ab. Wandern, Klettern, mobile Seilgärten bauen und ein City-Bound-Projekt in Köln sind die Schwerpunkte. Aufgrund der Voraussetzungen vor Ort sind diese Aktivitäten allein durch Nutzung öffentlicher Verkehrsmitteln möglich.
4. Zielgruppe
4.1 Gruppenzusammensetzung
Die Gruppe bestand aus 9 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 11 und 13 Jahren sowie der KSJ-Leiterin Y. (17 Jahre) und deren Freundin Mo. (18 Jahre), die Gruppenleiterin bei den Maltesern ist. Mit vier Teilnehmerinnen und Y. habe ich bereits im Herbst vergangenen Jahres eine Wochenendfreizeit in einem Selbstversorgerhaus durchgeführt. Alle anderen Mädchen lernte ich während eines Elternabends sechs Wochen vor der Maßnahme kennen. Alle Teilnehmerinnen haben die Ausschreibung für die KSJ-Sommerfreizeit in der Schule erhalten und sich über die Katholische Jugendzentrale angemeldet.
Der besondere Charakter der Gruppe lag in der Zusammensetzung von „alten Hasen“ und „Neuen“. Dass Erstere nicht zu dominant das Gruppengeschehen beeinflussen und als Gruppe in der Gruppe agieren, mussten im Vorfeld einige Überlegungen angestellt werden. Vielmehr galt es, die erfahrenen Teilnehmerinnen zu „Mentorinnen“ der „Neuen“ werden zu lassen.
Zusätzlich war die Situation für mich neu, eine Freizeitmaßnahme von fünf Tagen mit einer reinen Mädchengruppe zu gestalten. Bisher waren alle Gruppen diverser Zeltlager, Hausfreizeiten oder Segeltörns immer geschlechtergemischt. Auf die Frage, ob sich die Geschlechterverteilung auf die Gruppendynamik einer Freizeit auswirkt und die Inhalte beeinflusst, wollte ich besonders achten.
Ein großer Unsicherheitsfaktor stellte für mich der Ausfall der mir bekannten KSJ-Gruppenleiterin J. (16 Jahre) dar. Nachdem die Ausschreibung schon mehrere Wochen im Umlauf war, stellte sie fest, dass ihre Eltern zum gleichen Zeitpunkt den Familienurlaub gebucht hatten. Gemeinsam mit Y. wurde beschlossen, die Sommerfreizeit dennoch durchzuführen und eine mir unbekannte Gruppenleiterin mitzunehmen. Erst am Freitag vor Beginn der Maßnahme war endgültig klar, dass Mo. (18 Jahre) mitfährt, was ein Kennenlernen vorher unmöglich machte. Auf Probleme im Leitungsteam musste ich mich also gefasst machen.
4.2 Beschreibung der Leiterinnen und Teilnehmerinnen
Mo. (18 Jahre), Leiterin einer Gruppe der Malteserjugend …
… besucht zurzeit ein Berufsgrundschuljahr mit Schwerpunkt Hauswirtschaft in Landstuhl. Ihre Ausbildung endet nach dem Schuljahr 2008/2009 mit dem Realschulabschluss. Sie hat einen festen Freund und gibt sich betont erwachsen, obwohl sie in ihrem Verhalten kindisch und leicht naiv wirkt. Sie hat eine freundliche Art und kann gut mit Kindern umgehen, jedoch besitzt sie als Gruppenleiterin wenig Rollensicherheit und fällt bei verschiedenen Gelegenheiten in die Rolle der Teilnehmerin zurück.
Y. (17 Jahre), Leiterin der KSJ Gruppe am St. Franziskus Gymnasium
besucht nach den Sommerferien die 12 Jahrgangsstufe. Sie ist Deutsch-Portugiesin und in Schule und Pfarrgemeinde integriert. Sie organisiert den Schulsanitätsdienst, ist Mitglied bei den Maltesern und engagiert sich in der Theater-AG der Schule. Y. ist sehr zuverlässig und in der Lage, Gruppenstunden eigenständig und mit viel Ideenreichtum zu gestalten. Sie zeigt ein hohes Verantwortungsbewusstsein und hat das Ganze im Blick. Bei den Schülerinnen ihrer Gruppe ist sie beliebt. Sie ist sportlich und bringt ihre Ideen engagiert ein.
L. ist 13 Jahre alt
und seit der Gründung der KSJ in der Gruppenstunde, bei Freizeiten und Aktionen dabei. Sie besucht die 7. Klasse am St. Franziskus Gymnasium. Sie ist eine sehr gute und motivierte Schülerin mit vielen Ideen. Sie lacht gerne und steckt andere damit an. Gerne übernimmt sie Verantwortung und will alles ausprobieren.
H. ist 13 Jahre alt
und seit einem Jahr Mitglied der KSJ. Sie besucht die 7. Klasse. Sie ist freundlich und zurückhaltend, kann ihre Meinung aber auch vertreten, wenn sie den richtigen Zeitpunkt gekommen sieht. Sie lässt lieber anderen den Vortritt, traut sich aber nach intensivem Beobachten, Probleme und Schwierigkeiten anzugehen. Wenn sie sich in einer Gruppe wohl und vertraut fühlt, „taut sie auf“ und wird zur Stimmungskanone.
Ma. ist 13 Jahre alt
und die selbsternannte Sprecherin der KSJ. Sie besucht die 6. Klasse. Ihre Stimmung schwankt sehr stark. Sie versucht ständig, an bestehenden Regeln und Vereinbarungen zu rütteln, hinterfragt alles und kann in der Gruppe schnell die Stimmung bestimmen. Dennoch ist sie eine gute Schülerin und mit Begeisterung bei der Sache, wenn sie motiviert ist. Sie will ihre und die Grenzen ihrer Mitmenschen austesten. Ma. überrascht durch Kreativität und Durchhaltevermögen.
S.E. ist 11 Jahre alt
und ebenfalls seit Gründung der KSJ dabei. Sie spielt gerne den Gruppenclown, setzt sich aber auch für die Gruppe ein. Bereitwillig übernimmt sie Aufgaben und Dienste. Ihr ist es wichtig, mit ihren Freundinnen zusammen zu sein. Unbekanntem steht sie zurückhaltend und skeptisch gegenüber. Es fällt ihr schwer, sich für Dinge zu motivieren, in denen sie keine Erfolgsaussicht sieht. S.E. ist Schülerin der 6. Klasse.
M. ist 12 Jahre
und besucht die 6. Klasse zusammen mit S.K. Sie hatte bisher keinen Kontakt zur KSJ. Sie ist hilfsbereit und freundlich, kann aber sehr aufbrausend und launisch werden, wenn etwas nicht klappt. Ihr Aussehen ist ihr sehr wichtig und sie verwendet viel Zeit darauf, sich zurecht zu machen. Sie kann sich gut in eine neue Gruppe einbringen und übernimmt freiwillig Dienste für die Gemeinschaft. Bei sportlichen Aktivitäten hält sie sich lieber zurück.
S.K. ist 12 Jahre alt
und die Freundin von M. Sie ist sehr ruhig und zurückhaltend. Vieles will sie nicht ausprobieren, lässt sich aber von der Begeisterung anderer mitreißen. In einer neuen Umgebung fühlt sie sich unsicher, was sich dadurch ausdrückt, dass sie ihre Blicke auf den Boden lenkt und nicht in die Gesichter der anderen Teilnehmerinnen schaut.
H.S. ist mit 11 Jahren
die Jüngste von 8 Geschwistern und besucht die 5. Klasse. Sie ist überfordert damit, ihr Gepäck und ihre Sachen in Ordnung zu halten. Ständig sucht sie oder verliert etwas. Sie ist sehr aktiv, redet viel und macht den Eindruck immer am Träumen zu sein. Ihre gute Stimmung und ihr Lachen sind ansteckend.
S. besucht
ebenfalls eine 5. Klasse am St. Franziskus Gymnasium. Sie ist freundlich und offen und begegnet Neuem mit viel Neugierde. Sie ist nicht besonders sportlich und geht von Misserfolgen aus. Dennoch lässt sie sich motivieren, Unbekanntes auszuprobieren.
C. besucht eine 5. Klasse und ist 11 Jahre alt.
Sie ist aufgrund ihres ADHS mit Ritalin medikamentös eingestellt. Dennoch ist sie sehr lebendig, redet ununterbrochen und braucht permanent Bewegung. Durch ihre Art eckt sie bei anderen Kindern an. Sie kann sich schlecht auf eine Sache konzentrieren, bleibt aber verbissen am Ball, wenn es gilt, ein Problem zu lösen. Sie stellt sich gern in den Dienst der Gruppe und will ihre Grenzen austesten.
5. Projektverlauf
5.1 Vorbereitung
Bereits im Dezember 2007 wurde in der Leiterrunde der KSJ der Termin für die Sommerfreizeit 2008 festgelegt und ich damit beauftragt, ein Haus zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte ich mich schon mit der Frage des Abschlussprojektes und schlug den Gruppenleiterinnen vor, eine erlebnispädagogische Freizeit mit den Inhalten Klettern, Kanu fahren und City Bound zu planen. Die Idee wurde mit breiter Zustimmung aufgenommen. Der Nationalpark Eifel und besonders die Kletterfelsen bei Nideggen waren mir durch mehrere private Besuche bekannt. Auch wusste ich, dass die Sektion Düren des DAV in Nideggen die Dürener Hütte unterhält. So fragte ich zuerst dort beim Hüttenwart an, der mich aufgrund einer bereits vorhandenen Belegung zum geplanten Zeitpunkt an die Aachener Hütte in Blens verwies.
Im Zeitraum Januar bis März gab es einige Probleme in der Stadtgruppe der KSJ. Drei Leiterinnen machten gerade ihr Abitur und konnten nicht genau sagen, ob sie im Sommer noch da sind. Eine Leiterin favorisierte es plötzlich eine gemeinsame Fahrt in die Nähe von München mit der befreundeten Stadtgruppe aus Homburg durchzuführen, wodurch erst Ende März die endgültige Buchung in Blens erfolgen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war auch klar, dass nur zwei Leiterinnen bei der Fahrt dabei sein konnten.
Als es um die Planung eines Vorbereitungstermins mit Ortsbesichtigung ging, kamen neue Probleme auf. Y. und J. konnten kein gemeinsames freies Wochenende im April und Mai finden. Eine inhaltliche Vorbereitung erst Anfang Juni, also drei Wochen vor der Maßnahme, lehnte ich ab. So entschieden wir, dass die genauen Inhalte zwar gemeinsam geplant werden sollten, eine Vortour und die Absprachen vor Ort ich jedoch alleine durchführen musste.
Da die Ausschreibung für die Sommerfreizeit schnellstmöglich in der Schule verteilt werden musste, legten wir Eckpunkte an Aktivitäten fest: Der Montag sollte der Anreise und der Gruppenfindung dienen. Diese sollte mit kooperativen Aufgaben unterstützt werden. Am Dienstag sollten verschiedene Seilelemente in der Umgebung des Kletterheims in Blens aufgebaut werden und die Gewöhnung an den Umgang mit Seilen, Helmen und Klettergurten im Vordergrund stehen. Auf Mittwoch wurde das Klettern am Naturfels festgelegt. Der Donnerstag sollte mit einer Wanderung beginnen und am Nachmittag im Schwimmbad ausklingen. Alternativ war eine Kanutour auf der Rur vorgesehen. Ob diese durchzuführen wäre, sollte die Vortour klären. Auf dem Heimweg am Freitag wollten die Leiterinnen in Köln einen längeren Aufenthalt einfügen, in dem ein Stadtspiel durchgeführt werden sollte.
Mir war klar, dass ich die Verantwortung für ein Kletterprojekt am Naturfels nicht alleine übernehmen konnte. Deshalb nahm ich Kontakt mit G. auf, einem Freund, der in Düren wohnt, und mit dem ich schon des Öfteren in Nideggen klettern war. Seine Ortskundigkeit, Erfahrung als Kletterführer des DAV und früheres Mitglied der Bergwacht in Nideggen konnten für die Durchführung und Sicherheit der Maßnahme eine wichtige Hilfe sein. Ich vereinbarte ein Treffen mit ihm während meiner Vortour, um wichtige Eckdaten mit ihm abzuklären.
Durch Recherche im Internet und das Studium verschiedener Reiseführer und Nationalpark-Infos wurde schnell deutlich, dass an eine Kanutour zum vorgegebenen Zeitpunkt aufgrund des Wasserschutzes nicht möglich war. Die Rur ist bei hohem Wasserstand lediglich im Zeitraum von 15.7. bis 28.2. zu befahren .
Vom 10. bis 12. Mai fuhr ich in den Nationalpark Eifel und übernachtete auf dem Campingplatz Felsenblick bei Hausen, etwa 3 km von Blens entfernt. Am Samstagvormittag erkundete ich Heimbach, den Kurpark, die Burg, das Wasserinfo-Zentrum, das Infozentrum Nationalpark Eifel, das Freibad und informierte mich über Preise und Fahrtzeiten der Rurtalbahn. Anschließend fuhr ich nach Blens, um die DAV Hütte anzuschauen. Eine Gruppe, die die Hütte über Pfingsten gemietet hatte, erlaubte mir, von den Räumen für den Elternabend Fotos zu machen.
Gegen 15 Uhr wanderte ich von Blens nach Nideggen, um mich dort um 19 Uhr zum Abendessen mit G. zu treffen. Mit ihm klärte ich die Eckpunkte der Freizeitmaßnahme ab, erhielt wichtige Informationen über mögliche Programmalternativen und verabredete mich für den nächsten Tag mit ihm zum Klettern in Nideggen. Er erklärte sich bereit, den geplanten Klettertag mit mir zusammen durchzuführen oder im Falle seiner Verhinderung einen befreundeten Kletterführer des DAV Düren zu meiner Unterstützung anzusprechen.
Den nächsten Tag fuhr ich mit der Rurtalbahn nach Nideggen und erkundete mit G. verschiedene Kletterrouten am „Effels“. Wichtig war es mir hierbei, eine Stelle anzuschauen, an der eine Abseilübung stattfinden konnte. Da G. sich sehr gut auskennt, konnten die angestrebten Ziele verwirklicht werden. Am späten Nachmittag fuhren wir gemeinsam nach Heimbach und wanderten von dort über Blens zu meinem PKW auf den Zeltplatz zurück. Somit konnte ich die von mir vorgesehene Wanderstrecke zum Schwimmbad in Heimbach in umgekehrter Richtung begutachten.
Der Pfingstmontag diente der Erkundung verschiedener Einkaufsmöglichkeiten, der Arztpraxen in Heimbach und Nideggen und des Freizeitbades in Düren, das im Falle von schlechten Wetters mit dem Zug angesteuert werden sollte. Auf dem Heimweg nach Kaiserslautern machte ich noch einen Abstecher nach Köln. Ich parkte am Dom und suchte nach einem geeigneten Weg für mein City-Bound-Projekt „Mit Promi-Augen“, das ich bereits entwickelt hatte. Bei der Fülle der zu bewältigenden Aufgaben kam mir meine Ortskenntnis zugute, die ich durch mehrere Aufenthalte in Düren und Umgebung erworben habe.
Bei einem Treffen mit den beiden Leiterinnen am 03.06. teilte J. mit, dass sie bei der Freizeit nicht mitfahren kann, weil ihre Eltern zum gleichen Zeitpunkt den Familienurlaub in Griechenland gebucht hatten. Sie zeigte sich schuldbewusst und betonte immer wieder „total verpeilt“ zu sein. Meine erste Reaktion war, die Sommerfreizeit abzusagen, da ich mir nicht vorstellen konnte die Verantwortung für mittlerweile 8 angemeldete Kinder mit nur einer minderjährigen Gruppenleiterin zu übernehmen. Y. sah die Situation nicht ganz so dramatisch und betonte immer wieder, dass es wichtig wäre, den Mädchen diese Erfahrung zu ermöglichen und sie sicherlich eine Freundin als weitere Gruppenleiterin gewinnen könne. Nach genauem Abwägen der Lage und der Festlegung, dass nicht mehr als 10 Teilnehmerinnen mitfahren können, gingen wir an die detaillierte Planung. Y. brachte ihre Ideen gezielt ein und war bereit, einzelne Programmpunkte eigenverantwortlich vorzubereiten. Außerdem wollte sie sich um den Essensplan kümmern. In diesem dreieinhalbstündigen Treffen bereiteten wir darüber hinaus auch einen Informationsabend für Teilnehmerinnen und Eltern, der am 17.06. stattfinden sollte, vor.
In der folgenden Woche erhielten alle bereits angemeldeten Mädchen eine Anmeldebestätigung, zwei Zusatzblätter zur Anmeldung, eine Packliste und die Einladung für das Informationstreffen (M32-M36). Am 170.6.08 trafen sich sechs Teilnehmerinnen mit ihren Eltern im Gruppenraum der KSJ. Y. musste aufgrund einer Erkrankung absagen, was ich erst im Laufe des Nachmittags erfuhr. Der Elternabend fand dennoch wie geplant statt. Die Eltern und Kinder waren in erster Linie am Programm und den dafür notwendigen Voraussetzungen interessiert. Durch die bei der Vortour gemachten Fotos konnten sie einen guten Eindruck der Unterkunft und der Umgebung von Blens erhalten. Auch wurde von mir die Wichtigkeit des „Zusatzblattes zur Anmeldung“ betont und auf wichtige Ausrüstungsgegenstände wie Schlafsack und Wanderschuhe hingewiesen. Der Abend endete nach einer Stunde und hinterließ bei mir ein gutes Gefühl. Die anwesenden Mädchen, die ich bisher noch nicht gekannt hatte, machten einen motivierten und interessierten Eindruck. Allein die Situation der Gruppenleiterinnen machte mir zu diesem Zeitpunkt Kopfzerbrechen, da es Y. bisher noch nicht gelungen war, eine Freundin zur Unterstützung zu engagieren. Auch meine Versuche, eine Leiterin zu finden liefen ins Leere.
Am Mittwoch vor der Freizeit erhielt ich einen Anruf von Frau R., der Mutter von Y. Sie hatte Bedenken, ob es Y. alleine schaffen würde, mit den inzwischen neun Teilnehmerinnen alleine von Kaiserslautern mit dem Zug nach Blens zu fahren. Denn nach unserer ursprünglichen Planung sollte ich das Gepäck der Mädchen am Hauptbahnhof in Kaiserslautern einladen und den gemieteten Kleinbus mit dem Material und den Vorräten nach Blens fahren. Sie bot mir an, dass ihr Mann, also Y.s Vater, die Gruppe hinfahren und abholen könne, da er beruflich am Rückreisetag in Köln zu tun habe. Nach einem Hausbesuch mit persönlichem Gespräch entschieden wir uns schließlich für diese Möglichkeit, zumal die Zugtickets noch nicht gelöst waren.
Am Freitag, 20.06.08 trafen Y. und ich uns zum Packen des Kleinbusses und um letzte Fragen zu klären. Bei diesem Treffen überrasche Y. mich mit der Nachricht, dass sie nun kurzfristig doch eine Freundin, die sie von den Maltesern her kennt, gefunden habe, die gerne die Freizeit als Betreuerin begleiten würde. Nach telefonischer Rücksprache mit Mo. war klar, dass es nun doch gelungen war, die Fahrt mit zwei Betreuerinnen durchzuführen. Hinzu kam, dass G. das Wochenende und die Woche frei hatte und am Freitagabend mit dem Zug kam. Wir verabredeten, dass er am Montag zusammen mit der Gruppe und mir nach Blens zurück fahren konnte, was ihm ein zwar kurzes, aber auf der dreistündigen Busfahrt doch intensives Kennenlernen ermöglichte.
Nachdem sich wider Erwarten die größten Fragen und Probleme geklärt hatten, erlitt ich am Samstagnachmittag bei einem Unfall im Klettergarten, eine tiefe Platzwunde am Schienbein, die mit zehn Stichen genäht werden musste. Die erste Befürchtung, die Maßnahme absagen zu müssen, bestätigte sich nicht, jedoch blieb abzuwarten, ob ich alle Programmpunkte zuverlässig anleiten und durchführen konnte. Zudem war abzusehen, dass ich durch regelmäßige Arztbesuche die Gruppe des Öfteren alleine lassen musste.
5.2 Geplanter Projektverlauf
Montag, 23.06.08
8.00 Uhr
• Treffpunkt Hauptbahnhof Kaiserslautern
• Einsammeln der Reiseunterlagen
• Speichern der Leiter-Handynummern
• Einpacken des Gepäcks
• Gruppenbild (Fahrkarten, Foto, Tasche für Reiseunterlagen)
8.30 Uhr
• Abfahrt des Zuges / üben von Knoten
• P: Fahrt mit dem Materialbus nach Blens (Reepschnüre, Fahrplanauskunft (M22), Ortsplan Blens (M13), Wegbeschreibung (M11,M12)
12.00 Uhr
• Vermutliche Ankunft mit dem Kleinbus am Freizeithaus
• Organisation des Schlüssels
• Einkauf der frischen Lebensmittel (Einkaufsliste, Kisten besorgen)
14.00 Uhr
• Ankunft der Gruppe am Bahnhof Blens
• Marsch zum Freizeithaus
14.30 Uhr
• Begrüßung der Gruppe mit Getränken & Obst (Saft, Gläser, Obst)
• gemeinsames Ausladen des Busses
• Zimmerbelegung
• Einräumen der Zimmer
16.00 Uhr
• Kennenlernen / Zeitungsschlagen, Peter Panther, Kistenkreis, Reise nach Jerusalem-umgekehrt, Litfasssäule (12 Getränkekisten, Zeitungsrolle, Stifte, Klebeband, Zettel, Spieleanleitungen (10.4.2, 10.4.3, 10.4.8, 10.4.5, 10.4.7)
18.00 Uhr
• Erstellung eines Dienstplanes
• Vorbereitung des Abendessens (Edding, große Zeitungsrolle)
19.00 Uhr
• Abendessen: Tortellini mit Schinken-Sahne-Soße (Zutaten 10.3.4)
• Anschl. Abwasch
20.30 Uhr
• Vorstellung des geplanten Programms
• Metaplan (10.4.1)
• Austausch über Wünsche und Bedenken (Stifte, Wäscheleine, Papier, Klebeband, Programmbausteine auf A3-Plakaten)
21.30 Uhr
• Abendimpuls: Traumreise ins Abenteuerland (s. 10.5.1)
23.00 Uhr
• Nachtruhe
Dienstag, 24.06.08
8.00 Uhr
• Morgenimpuls: Gemeinschaft – einander stützen (10.5.2)
8.30 Uhr
• Frühstück
• anschl. Abwasch, Vorbereitung des Picknicks (Material wird von P. zum Veranstaltungsplatz gefahren – Aufbau Spinnennetz, Material mobile Seilgärten, Picknick, Handtücher, Badesachen)
10.00 Uhr
• Spaziergang der Gruppe zum Park an der Rur – Ortseingang von Blens
10.30 Uhr
• Seile und Knoten: Üben von Mastwurf gelegt und gesteckt, Prusikknoten, Ankerstich, Halbmastwurf, Achterknoten (1m Reepschnur pro Person)
11.00 Uhr
• Spinnennetz (10.4.4)
• Auswertung mit Steinen auf den Auswertungsbögen (10.4.13.1) (Auswertungsbögen, Seile, Karabiner, Bandschlingen)
12.30 Uhr
• Picknick im Park
• Planschen in der Rur
• P. baut mobiles Seilelement für „Feuersee von Mikawo“ auf Picknick, Badesachen, Spielanleitung „Mikawo“ (10.4.9)
14.00 Uhr
• Aufteilung in zwei Gruppen:
a) Aufbau mobiler Seilelemente nach Anleitung
b) Planschen, Schaukeln im Klettergurt, Gewöhnung an Klettergurt, Wechsel nach ca. 60 Minuten (Material mobile Seilgärten)
16.00 Uhr
• Ausprobieren der mobilen Seilelemente als Partner und Gruppenübung
17.00 Uhr
• Kooperationsübung: Der Feuersee von Mikawo
• kurze Blitzlicht-Reflexion (Geschichte zum Spiel, kl. Rucksack mit Eisgutschein)
18.00 Uhr
• Vorbereitung des Abendessens
• Abbau der Seilelemente
19.00 Uhr
• Abendessen: Wraps mit Salaten und Hackfleisch (10.3.3)
• Anschl. Y. und Mo. bereiten Nachtspiel vor
• Abwasch und Freizeit der Teilnehmerinnen (Material f. Nachtspiele)
21.00 Uhr
• Nachtspiel: Die feindlichen Stämme
• Gefühlsparcours im Dunkeln (10.4.10, 10.4.12)
23.00 Uhr
• Nachtruhe
Mittwoch, 25.06.08
8.30 Uhr
• Frühstück
• Richten von Lunchpaketen
• Abwasch
• Packen der Kletterausrüstung (Kletterausrüstung: Helme, Kletterseil, Brust- und Beckengurte, Expressen, Bandschlingen, Karabiner)
10.00 Uhr
• Shuttle nach Nideggen
• Treffen mit G. am Kurpark
• Wanderung zum Effels (Rucksäcke, Wanderschuhe, Sportkleidung, Kletterausrüstung)
11.30 Uhr bis 17.00 Uhr
• Wiederholung der Knoten und Sicherungstechniken
• Klettern am Naturfels (zwei parallele Routen durch G. und P. gesichert
• Abseilübung
• Mittagessen je nach Bedarf (Kletterausrüstung)
17.15 Uhr
• Besichtigung von Nideggen
• Eisessen
• Besichtigung der Burg nach Interesse (währenddessen Einkauf durch P., Eisgeld für Gruppenleiterinnen)
18.00 Uhr
• Shuttle zurück nach Blens
• Vorbereitung des Grills
19.30 Uhr
• Abendessen: Grillen
• Anschl. Lagerfeuerrunde (10.3.5)
22.00 Uhr
• Abendimpuls: Von was bin ich gehalten (10.5.3)
23.00 Uhr
• Nachtruhe
Donnerstag, 26.06.08
9.00 Uhr
• Frühstück anschl. Abwasch
10.15 Uhr
• Einführung ins Kartenlesen
• Wanderung nach Heimbach – Orientierung mit Karte und Kompass (Schwimmsachen, Kartenkopien laminiert (M47), 3 Kompanten)
13.00 Uhr
• Picknick im Schwimmbad
• Schwimmen
• Einkauf von P. mit Unterstützung von Freiwilligen (Eintrittsgelder)
16.00 Uhr
• Gemeinsames Treffen am Infozentrum Nationalpark Eifel
• Besuch der Ausstellung
17.17 Uhr
• Fahrt mit der Rurtalbahn zurück nach Blens (17.23 Uhr) (Geld für Fahrkarten)
18.00 Uhr
• Vorbereitung des Abendessens
19.00 Uhr
• Abendessen: Pizza
• anschl. Aufräumen und Packen (10.3.2)
20.30 Uhr
Bunter Abend
• Spiele
• Zeigen der Freizeitbilder
• Beiträge der Teilnehmerinnen
• Lieder am Lagerfeuer (Beamer, Laptop, Gitarre, Liederbücher)
22.30 Uhr
• Abendimpuls: Einfaltig - Vielfaltig 10.5.4
23.30 Uhr
• Nachtruhe
Freitag, 27.06.08
7.00 Uhr
• Wecken
7.30 Uhr
• Frühstück
• Richten der Lunchpakete
• anschl. Aufräumen
• Packen des Busses
10.30 Uhr
• Abmarsch der Gruppe zum Bahnhof Blens
• P. erledigt die restlichen Aufräumarbeiten und gibt den Schlüssel ab (Zugtickets, Reiseverbindung, Lunchpakete)
10.51 Uhr
• Abfahrt der Rurtalbahn am Bahnhof Blens
13.00 Uhr
• Treffpunkt Domplatte
• gemeinsames Picknick
• kurzer Rundgang durch den Dom
14.00 Uhr
• City Bound: „Promi-Augen“ (Stadtplan, 2 Fotoapparate, Spielbeschreibung 10.4.11, Stifte)
15.00 Uhr
• Treffpunkt aller Gruppen am Wallraff-Richartz-Museum
• „Stadtführung“
• anschl. Gelegenheit zum Shoppen
16.30 Uhr
• Abschlussreflexion auf der Domplatte (Interview)
• Gruppenfoto vor dem Dom(Foto, „Mikro“, Fotoapparat)
17.32 Uhr
• Abfahrt des Zuges am HBF Köln (Tickets, Reiseverbindung)
21.38 Uhr
• Ankunft der Gruppe am HBF
5.2.1 Regenprogramm
Für den Fall von schlechten Wetters habe ich mehrere Alternativen geplant. Zum einen wäre es möglich gewesen, den Freibadbesuch durch einen Besuch im Spaßbad in Düren zu ersetzten. Die Fahrt wäre mit der Rurtalbahn ohne große Mühen möglich gewesen. Zum anderen habe ich Material für den Bau von Schwedenstühlen (M45&M46) sowie entsprechendes Werkzeug eingepackt. Für einen verregneten Abend waren diverse Spiele sowie Beamer und Laptop zum Anschauen der Freizeitbilder und verschiedene Jugendfilme, die Y. besorgt hat, im Gepäck.
5.2.2 Notfallkonzept
Das Notfallkonzept sah wie folgt aus:
Alle Teilnehmerinnen hatten die schriftliche Erlaubnis ihrer Eltern, an den unterschiedlichen Programmpunkten teilzunehmen (vgl. M32 und M33). Zuvor waren die Eltern beim Elternabend oder bei Abwesenheit telefonisch über die Programmpunkte informiert worden. Fragen zu den Sicherheitsstandards waren im Vorfeld also mit den Eltern geklärt.
Da Y. und Mo. beide ausgebildete Schülersanitäterinnen sind, waren immer drei Personen vor Ort, die Erste Hilfe leisten konnten. Die Adressen der Ärzte, Notfallzentrale etc. waren den Gruppenleiterinnen bekannt (10.1.2). Die Teilnehmerinnen hatten alle ein Handy dabei, in das sie die Telefonnummern von Y., Mo. und mir zu Beginn der Maßnahme einspeicherten.
Am Anfang der Einheit „Mobile Seilgärten“ wurden alle Teilnehmerinnen über Gefahren und Risiken belehrt. Immer zwei Gruppenleiterinnen sicherten die Kinder bei der Übung durch Spotten und zwei Teilnehmerinnen sicherten das Seil vor dem Hochschnellen.
Das Klettern am Mittwoch wurde zusätzlich durch G. betreut, der Kletterführer des DAV ist und vielseitige Erfahrung im Umgang mit Kinder- und Jugendgruppen hat. Ebenfalls ist er durch seine Tätigkeit bei der Bergwacht mit Kletterunfällen vertraut. Durch die Ergänzung der Helme durch eine kleine Rad- und Kletterhelm-Kollektion von G. konnten gleichzeitig immer 9 Personen mit einem Helm ausgestattet werden. Wer keinen Helm auf hatte, musste sich in einem dafür eingerichteten Bereich aufhalten. Von den Gruppenleiterinnen war immer eine für die Beaufsichtigung der Mädchen zuständig, die sich gerade nicht am Felsen oder bei der Vorbereitung auf das Klettern befanden. Die Sicherung beim Klettern und Abseilen erfolgte nach den üblichen DAV-Standards.
Im Schwimmbad am Donnerstag wurde der Bademeister über die Anzahl und Zusammensetzung unserer Gruppe informiert. Da ich aufgrund meiner Verletzung nicht ins Wasser konnte brachte meine Rettungsschwimmerqualifikation in diesem Zusammenhang wenig. Die Teilnehmerinnen wurden während des Picknicks vor dem Schwimmen über Baderegeln und das Verhalten im und am Wasser belehrt.
In Köln wurde vor Beginn des Stadtspiels die Notfallnummer meines Handys überprüft. Da einige Teilnehmerinnen ihr Handy im Koffer verpackt hatten, schrieb ich ihnen die Nummer mit Kugelschreiber auf den Arm und vergewisserte mich, dass sie noch genügend Taschengeld dabei hatten. Es wurde die Regel aufgestellt, dass eine Gruppe, die sich verläuft, sich wieder dorthin begibt, wo der letzte gemeinsame Treffpunkt war.
5.3 Tatsächlicher Projektverlauf
Zu Beginn ist zu sagen, dass das erlebnispädagogische Projekt im Großen und Ganzen wie geplant durchgeführt wurde. Veränderungen ergaben sich lediglich aufgrund zeitlicher Verzögerungen oder weil es am Mittwochmorgen regnete.
Die tiefgreifendste Veränderung bezog sich, wie unter 5.2 beschrieben, auf die Hin- und Rückfahrt. Diese Änderung hatte zwar den Nachteil, dass die Teilnehmerinnen und Gruppenleiterinnen auf zwei Fahrzeuge verteilt waren und somit sich nur die Insassen des jeweiligen Fahrzeugs kennen lernten, jedoch hatte sie den positiven Nebeneffekt, Zeit und Geld zu sparen. Während der Fahrt übten Y. und G. mit den Teilnehmerinnen verschiedene Knoten.
Nach der Ankunft in Blens um 11.30 Uhr konnte ich die zuständige Hüttenaufsicht leider nicht erreichen. So picknickten wir im Garten hinter der Hütte und spielten anschließend im Hof die beiden Kennenlernspiele Peter Panter und Zeitungsschlagen im Stehen bis uns um 13.45 Uhr der Schlüssel übergeben wurde. Die Zeit nach dem Ausräumen des Busses und Einräumen der Küche nutzte ich, um einzukaufen und nach telefonischer Rücksprache mit Dr. R. in Nideggen, meine Verletzung kontrollieren zu lassen. Mit der Gruppe und den Betreuerinnen verabredete ich mich um 16.30 Uhr wieder. Ich hatte jedoch nicht genug Zeit, um Kisten im Getränkemarkt zu besorgen, weshalb wir die geplante Übung „Kistenkreis“ auf Stühlen durchführten. Die Mädchen hatten dabei viel Spaß. Auch beim anschließenden „Litfasssäulen-Spiel“ waren die Teilnehmerinnen motiviert dabei. Nach dem Abendessen nutzten einige der Mädchen die Gelegenheit, sich im Ort etwas umzusehen. Dabei entdeckten sie vier aus einem Gatter entlaufene Schafe, die herrenlos umher irrten. Voller Aufregung kamen sie zur Hütte zurück gerannt und mobilisierten alle anderen, beim Einfangen der Schafe und dem Reparieren des Zauns zu helfen. Bevor wie geplant die „Metaplan-Übung“ durchgeführt wurde, leitete Y. ein Spiel zur Gruppenfindung unter dem Titel „Die Reise nach Jerusalem – umgekehrt“ oder „Eisschollenspiel“ an. Da es nach einem intensiven Austausch über das Programm bereits 22.30 Uhr war, entschied ich mich, den geplanten Abendimpuls zu streichen und stattdessen mit den Mädchen einige Lagerlieder zu singen. Wer ins Bett gehen wollte, konnte dies tun.
Der Dienstag begann mit dem Frühstück um 8.30 Uhr. Die Mädchen halfen fleißig mit beim Richten des Picknicks und beim Abwasch, so dass der Zeitplan gut eingehalten werden konnte. Nach Absprache mit Y. und Mo. verschoben wir den Morgenimpuls auf die Zeit zwischen Abendessen und Nachtspielvorbereitung. Im Park am Ortseingang wiederholten wir zuerst verschiedne Knoten und bauten dann gemeinsam das Spinnennetz für die anschließende Übung auf. Die gestellte Aufgabe erledigte die Gruppe konzentriert und motiviert. Alle Teilnehmerinnen brachten sich in die Gruppenphase nach ihren Möglichkeiten ein und es gelang ihnen gut, eine Strategie zur Lösung der Aufgabe zu entwickeln. Dies verdeutlichte auch die anschließende Reflexion in Form eines Punkteblitzlichtes zu von mir gestellten Fragen (10.4.13.7). Im Anschluss an das Picknick baute ich die Seile für die folgenden Übungen auf. Die Mädchen nutzten die Zeit, um unter Aufsicht der Gruppenleiterinnen sich in der Rur zu erfrischen. Einige dösten auf ihren Handtüchern, andere spielten mit dem mitgebrachten Ball. Die Aufteilung in zwei Teilgruppen, die sich im Folgenden abwechselten erfolgte ohne Probleme. Nachdem Mo. und Y. in die Handhabung der Gurte von mir eingewiesen waren, kümmerten sie sich eigenständig darum, die Mädchen abwechselnd zum Schaukeln an die Leine zu hängen. Der Austausch zwischen den beiden Aktionsbereichen verlief gut. Mit Unterstützung aller gelang es, zwischen den fünf Bäumen die Übungen „Divergierendes Seil“, „Seilwanderung“ und zwei einfache Seilaufbauten mit verschiedenen Haltemöglichkeiten aufzubauen.
Bei den anschließenden Übungen achtete ich darauf, dass alle Teilnehmerinnen mindestens ein Mal an der Reihe waren. Besonders S. und S.K. hatten großen Respekt vor den Aufgaben und trauten sich nur mit viel Unterstützung und Zureden der Gruppenleiterinnen auf das Seil. Es folgte wiederum eine offen gestaltete Aktionszeit. Einige nutzten nochmals die Gelegenheit, mit den Klettergurten zu schaukeln, andere probierten auf den Seilen aus, alleine zu balancieren. Insgesamt war festzustellen, dass die Mädchen im Umgang mit dem Neuen sehr experimentierfreudig waren und zunehmend an Sicherheit gewannen. Eine Kooperationsaufgabe zum Abschluss des Seilgartenprogramms stellte die Übung „Der Feuersee von Mikawo“ da. Zur Reflexion nutzte ich den vorbereiteten „Auswertungsbogen für Problemlöseaufgaben“. Nach dem Abendessen bereiteten Y. und Mo. mit sehr viel Einsatz das Nachtspiel und den Gefühlsparcours vor. In dieser Zeit räumte ich mit den Teilnehmerinnen auf und versammelte sie zu unseren religiösen Impuls zum Thema Gemeinschaft. Lieder und ein Gebet wurden zuvor von einer Kleingruppe ausgesucht. Im Anschluss war noch kurz Gelegenheit, über den Tag in der Gruppe zu sprechen. Als wir per Handy das Signal erhielten, dass die Vorbereitungen beendet seien, dämmerte es bereits. Mit Begeisterung spielten die Mädchen anschließend in drei Gruppen das Nachtspiel, das wir leider aufgrund der späten Stunde auf 45 Minuten beschränken mussten. Der aufgebaute Fühlparcours war ein gelungener Abschluss des Tages und brachte die Teilnehmerinnen nach dem hektischen Laufspiel wieder zur Ruhe.
Am Mittwochmorgen regnete es in Strömen. Telefonisch vereinbarte ich mit G. dass er mit Brötchen zum Frühstück zu uns kommen sollte. Gruppenleiterinnen und Teilnehmerinnen weckten wir erst kurz vor neun, was nach dem anstrengenden vergangenen Tag sichtlich gut tat. Bereits beim Frühstück war das Fußball EM-Spiel Deutschland – Portugal Thema. Y. und Mo. wollten unbedingt das Spiel sehen. Einige der Mädchen stimmten ebenfalls zu, andere fanden Fußball langweilig. So planten wir für den Abend ein geteiltes Programm: Fußball in der Ortskneipe und Freizeitkino in der Kletterhütte. Gegen 10.45 Uhr, es regnete immer noch, fuhren wir mit Pkw und Kleinbus nach Abenden an die Brücke der Umgehungsstraße. G. hatte dort schon mehrfach bei Regen mit Klettergruppen Abseilübungen und Übungen zur Gewöhnung an das Gurtzeug durchgeführt. So konnten die Teilnehmerinnen ihre ersten Erfahrungen an der Schräge im Trockenen machen. Gegen 13 Uhr brachen wir zum Kletterfelsen in Nideggen auf, wo wir wegen eines weiteren Schauers uns zuerst einmal unterstellen mussten. Weil der Fels zu nass war, bauten wir die bei der Vortour ausgesuchte Abseilstation auf und führten bis 16 Uhr Abseilübung durch. Da einige Teilnehmerinnen sich dies nicht zutrauten, entstand für sie ein Leerlauf, was jedoch aufgrund der Notwendigkeit der Einbeziehung der Gruppenleiterinnen zur Absicherung nicht zu ändern war. S. und S.K. beschäftigten sich eine Zeit lang mit einigen Infotafeln des Nationalparks, die in der Nähe aufgestellt waren. Beim anschließenden Klettern gelang es, wieder alle einzubeziehen. Leider war die Zeit jedoch zu kurz, so dass die Gruppenleiterinnen und Teilnehmerinnen nur je eine der zwei angebotenen Routen begehen konnten. Kurz vor 18 Uhr brachen wir auf. G. zeigte den Mädchen Nideggen und ich fuhr zum Einkaufen. Beim folgenden Grillen war es gut, dass G. beschlossen hatte, den Abend mit uns zu verbringen, so konnte er sich um das Feuer kümmern und ich die Gruppenleiterinnen in der Küche bei der Vorbereitung der Salate unterstützten. Schade war, dass durch den Beginn des Fußballspiels um 20.15 Uhr die Gruppe beim Essen zeitlich unter Druck geriet. Das geteilte Abendprogramm führte dazu, dass der Abend für jeden individuell ausklang. Einige Teilnehmerinnen konnten sich nicht recht entscheiden, ob sie nun Fußball in der von der Hütte 100m entfernten Kneipe schauen wollten oder den Kinofilm „Filmstar mit Hindernissen“. So pendelten sie hin und her und gingen schließlich ins Bett. Es gelang nicht, alle Teilnehmerinnen zu einem gemeinsamen Abschluss nochmals zu versammeln.
Da am Vorabend keine gezielte Besprechung über das Programm des Donnerstags stattgefunden hatte und einige Teilnehmerinnen trotz mehrfacher Aufforderung nicht sofort zum gerichteten Frühstück kamen, begann der Morgen nach dem Impuls „Von was bin ich gehalten“ mit einer Aussprache. Schnell wurde deutlich, dass an eine Wanderung nicht zu denken war, da die Mädchen der Meinung waren, dass der Donnerstag zum Relaxen dienen sollte. Ausschlaggebend war hierbei sicherlich, dass ich aufgrund meiner Verletzung und meines daraus resultierenden geschwollenen Fußes nicht mitgehen konnte und die beiden Gruppenleiterinnen die Gruppe nur halbherzig motivierten und ungern alleine die Verantwortung bei der Wanderung tragen wollten. So wurde das Frühstück ausgedehnt und die Zeit zur Vorbereitung des Bunten Abends und zum Aufräumen genutzt. Um 12 Uhr fuhren wir mit dem Kleinbus nach Heimbach ins Freibad. Gegen 13 Uhr stellte Ma. fest, dass sie von einer Zecke gebissen worden war. Da es uns und dem Sanitätspersonal nicht gelang, diese ordnungsgemäß zu entfernen nahm ich sie zur Ärztin in Heimbach mit, wo wir uns beide behandeln ließen. Auf dem Rückweg kauften wir nochmals ein. Ich brachte Ma. zurück zum Schwimmbad, vereinbarte mit der Gruppe um 17 Uhr einen Treffpunkt am Infozentrum Nationalpark Eifel und besorgte die Fahrkarten für die Zugfahrt am Freitagmorgen nach Köln. Leider hatte ich übersehen, dass das Infozentrum bereits um 17 Uhr schließt, weshalb wir gemeinsam nach Blens zurückfuhren. Der Tag klang wie geplant mit dem Bunten Abend aus, bei dem sich alle einbrachten und bis 22.30 Uhr gespielt wurde. Den Abschluss bildete eine Tagesreflexion und der Ausblick auf den Freitag.
Allen Teilnehmerinnen war bewusst, dass der Freitagmorgen unter einem straffen Zeitplan ablaufen musste. Nach dem Frühstück wurden die Dienste (Toiletten putzen, auskehren, Müll wegbringen, Küchendienst, Bus packen …) verteilt. In der Nacht hatte ich zusammen mit den Gruppenleiterinnen bereits die meisten Arbeitsmaterialien und haltbare Lebensmittel zusammen gepackt, so dass diese nur noch weg geräumt werden mussten. So konnten wir den Zeitplan gut einhalten und ich musste lediglich den Flur des Freizeithauses und die Küche putzen, nachdem die Gruppe zum Bahnhof aufgebrochen war. Nach ihrer Ankunft in Köln beschlossen die Mädchen entgegen der Abmachungen, zuerst einmal den Dom und einen der Türme zu besichtigen, weshalb ich bis 12.30 Uhr vergeblich auf der Domplatte auf die Gruppe wartete. Immerhin kamen dann, eine halbe Stunde nach vereinbartem Treffpunkt, M. und S.K., um mir zu sagen, wo sie seien. Per Handy waren die Gruppenleiterinnen nicht erreichbar. Wie geplant konnte dann das Stadtspiel durchgeführt werden und die Teilnehmerinnen trafen pünktlich am Wallraff-Richartz-Museum ein. Lediglich Mo. und Y. hatten sich verlaufen und mussten per Telefon „gelotst“ werden. Gruppe 1 präsentierte uns dann eine wirklich unterhaltsame Stadtführung aus der Sicht der Promis, während Gruppe 2 zerknirscht gestehen musste, nichts gemacht zu haben, weil nach dem ersten geknipsten Bild der Fotoapparat nicht mehr ging und sie nicht auf die Idee gekommen waren, sich die entsprechenden Orte zu merken und die Führung ohne Fotos zu planen. So blieb für die Teilnehmerinnen mehr Zeit für eine kleine Shoppingtour, bevor der Abschluss um 17.30 Uhr auf der Domplatte erfolgte. Zuerst wurde per Interview der Tag und die Freizeit reflektiert und schließlich zum Abschluss die Gruppenaufgabe „Seilschwingen“ (10.4.6) bewältigt, was ein gutes Gruppenerlebnis am Ende darstellte. Herr R. holte uns um 18.30 Uhr ab und so kamen wir um 21.50 Uhr am HBF Kaiserslautern an, wo die Eltern bereits warteten.
6. Nachbereitung
Am Samstagmorgen traf ich mit um 11 Uhr mit Y. zum Ausladen des Kleinbusses und Aufräumen sowie einer Kurzreflektion in der Jugendzentrale. Leider konnte Mo. nicht dabei sein. Wir planten für Montag den 18.8. ein Nachtreffen und tauschten die Bilder der Freizeit aus. Aufgrund der Ferien hatten wir beide keinen Kontakt mehr zu den Teilnehmerinnen.
Zum zweistündigen Nachtreffen, bei dem Bilder gezeigt wurden und Y. und ich einen kleinen Imbiss gerichtet hatten, kamen acht Teilnehmerinnen und ihre Eltern. S. konnte leider nicht dabei sein.
In der Woche darauf besuchte ich die Gruppenstunde der KSJ in der Schule. Außer den „alten Hasen“ nahmen drei der „neuen“ Freizeitteilnehmerinnen an dem Treffen teil. Sie traten Anfang September in die KSJ offiziell ein.
7. Reflexion
7.1 Besondere Erlebnisse
Schon beim Einzug in die Hütte wurde deutlich, dass die Mädchen mehr Komfort und vor allen Dingen mehr Sauberkeit erwartet hatten. Besonders in den Schlafräumen tummelten sich Spinnen und es war offensichtlich, dass die vorhergehende Gruppe die Bäder nur sehr sporadisch geputzt hatte. Besonders M. und S.E. machten sich einen Spaß daraus, das Haus zuerst einmal zu verschönern. Ich „spielte“ mit und brachte der Gruppe vom Einkauf ein Sortiment an Putzmitteln mit, das gerade im Sonderangebot war und setzte das beiliegende T-Shirt mit der Aufschrift „Rein ins Vergnügen“ als Sonderpreis für besondere Reinlichkeit aus. Somit gelang es, die anfänglich schlechte Stimmung wegen der mangelnden Sauberkeit positiv aufzufangen.
Ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag war das Einfangen der Schafe. Alle Teilnehmerinnen machten spontan mit und nahmen ihre Mission sehr ernst. Die Gruppenleiterinnen motivierten die Mädchen und trugen durch „Showeinlagen“ am Elektrozaun zur guten Stimmung bei. So gelang es bereits am ersten Tag, unterstützt durch den gezielten Einsatz von Gruppenaufgabenstellungen (Eisschollenspiel) und Kennenlernspielen, die Teilnehmerinnen zu einer Gruppe zusammen zu bringen.
Die Highlights der beiden kommenden Tage waren für mich, zu sehen, wie gut die Teilnehmerinnen die angebotenen Methoden annahmen. Sie ließen sich leicht begeistern und lösten gestellte Aufgaben mit viel Engagement und Motivation. Durch die eingefügten Kurzreflexionen (Caesars Daumen, Magische Finger – vgl. 10.4.13) gelang es, die Stimmung in der Gruppe deutlich abzulesen. Mich faszinierte die Begeisterung, mit der Gruppenleiterinnen wie Teilnehmerinnen das Schaukeln, das als Angebot zum Kennenlernen der Klettergurte eingebaut war, annahmen. Auch war ich erstaunt, mit welcher Ernsthaftigkeit sie das Klettern angingen. Es fehlte ihnen zu keinem Zeitpunkt der nötige Respekt vor der Höhe und dem unbekannten Medium.
Ein weiterer Höhepunkt stellte für mich die Stadtführung der Mädchen im Anschluss an das City-Bound-Projekt dar. Besonders Ma. und S. gelang es, durch gespielte Ernsthaftigkeit im Stil einer Fremdenführerin die anderen Teilnehmerinnen in ihren Bann zu ziehen. C., die in der anderen Gruppe war, rutschte vor dem Rathaus der Satz „Echt? – Wie peinlich!“ heraus, was alle zum Lachen brachte. Auch der Abschluss auf der Domplatte mit der gemeinsamen Schlussaktion muss als gelungenes Gruppenelement bewertet werden.
7.2 Erkenntnisse/Erfahrungen
Insgesamt betrachtet muss die Maßnahme als voller Erfolg angesehen werden.
Die Befürchtungen, dass es aufgrund der fehlenden Vertrautheit im Gruppenleiterteam, sowie der fehlenden Ortskenntnis der Leiterinnen zu entscheidenden Problemen kommt, bestätigten sich nicht. Jedoch wurde in einzelnen Punkten immer wieder deutlich, dass sowohl Y. als auch Mo. wenig Erfahrung im Freizeitablauf mitbringen, was durch meine starke Führung und Unterstützung aufgefangen werden musste. Viele alltagsorganisatorische Fragen, wie die Vorbereitung der Mahlzeiten, eigenständiges Aufräumen oder ein vorausschauendes Denken konnte von beiden nicht ohne Anweisung bewältigt werden. Da, wo sie sich inhaltlich und gestalterisch einbrachten, erfüllten sie ihre Aufgabe gut. Lediglich Mo. viel hin und wieder aus ihrer Gruppenleiterinnenrolle, als sie beispielsweise die geplante Wanderung zum Schwimmbad mit am lautesten boykottierte.
Für mich bedeutete die gegebene Situation auch im Zusammenhang mit meiner Verletzung einen erhöhten Kraftaufwand, da sowohl die Organisation als auch die Programminhalte nicht nur bei mir zusammen liefen, sondern auch maßgeblich von mir initiiert werden mussten.
Eine gute Entscheidung war es, G. zur Unterstützung des Kletterns mit einzubeziehen. So konnte ich Verantwortung abgeben und erhielt selbst Sicherheit mit einer Methode, die ich bisher nur im privaten Bereich und nicht mit einer Gruppe erlebt hatte. Da bei meiner Vortour die Kletteralternative unter der Brücke bei Abenden lediglich angesprochen worden war, hätte ich mich ohne G. in unbekanntes Terrain begeben müssen oder ein Alternativprogramm durchführen müssen.
In Bezug auf das von mir gesteckte Ziel der Kooperation in der Gruppe lässt sich sagen, dass bis zum Ende die Trennung in „Interne“ und „Externe“ blieb, jedoch bei gemeinsamen Übungen alle Teilnehmerinnen sich in die Gemeinschaft mit einbrachten. Ich kann keine Situation benennen, bei der sich eines der Mädchen bewusst ausgegrenzt hat. Der Gruppenzusammenhalt wurde somit gefördert, ohne dass sich vorhandene Strukturen aufgelöst haben. Darüber hinaus ist es gelungen, durch die gemeinsam gemachten Erfahrungen die Gruppe der KSJlerinnen in ihrem Verbandsbewusstsein und Zusammenhalt zu stärken, während bei den anderen Interesse an den Gruppenstunden geweckt wurde. So haben sich drei Teilnehmerinnen entschieden, Mitglied in der KSJ zu werden.
Die Erfahrungen der Mädchen in Bezug auf die Frage „Finde ein Wort, das für dich diese Freizeit zusammenfassend beschreibt“, wurden im Abschlussinterview auf der Domplatte mit „herausfordernd“, „spannend“, „Begeisterung“, „Bereicherung“, „Spaß“, „vielfältig“ ins Wort gebracht. Für mich drückt dieser Abschluss in Zusammenhang mit den anderen Reflexionsergebnissen, die manchmal blitzlichtartig aufgefangen wurden, aus, dass es gelungen ist, den Mädchen eine positive Gruppenerfahrung zu vermitteln. Einzelne wurden bei den mobilen Seilelementen und beim Klettern an ihre Grenzen geführt und konnten sich ohne Probleme von den anderen „auffangen“ lassen. Beziehungen sind gewachsen, die hoffentlich noch lange nachwirken.
Schade war es, dass die von mir geplanten religiösen Impulse aufgrund der Fülle des Programms und vieler organisatorischer Fragen, die mich persönlich von der Durchführung abhielten, immer wieder gestrichen oder verschoben wurden. So kam der von mir geplante Rahmen in diesem Bereich nicht zum Tragen.
Persönlich wurde ich in diesen Tagen vielfach bereichert und beschenkt. Dies liegt zum einen an der sehr angenehmen Gruppe, zum anderen an der Möglichkeit, mich selbst im erlebnispädagogischen Kontext ausprobieren zu können. Mir wurde deutlich, dass eine reine Mädchengruppe ihre Besonderheiten mit sich bringt und erlebnispädagogische Übungen und Aufgaben auch von dieser Zielgruppe ohne Hemmschwelle angegangen werden. Einzelne Übungen wie das „Spinnennetz“, das ich schon mehrfach in gemischt geschlechtlichen Gruppen eingesetzt habe, wurden aufgrund der fehlenden Scheu, die andere zu berühren, sogar flüssiger und effektiver gelöst. Diese Maßnahme hat bei mir „Lust auf mehr“ geweckt!
8. Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit muss als mangelhaft bezeichnet werden. Zwar wurde im Anschluss ein Artikel für die Verbandszeitschrift des BDKJ Speyer von mir geschrieben, jedoch konnte dieser aus verschiedenen Gründen nicht in der aktuellen Ausgabe nach den Ferien erscheinen und eine Veröffentlichung im vierten Quartal machte keinen Sinn mehr. Es erfolgte lediglich die Gestaltung eines Plakates, das die Mädchen in der Gruppenstunde mit Fotos aufbereiteten und im Flur aufhängten.
9. Literaturverzeichnis
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• City Bound, Kursunterlagen ZEP, KAP-Institut 2008
• Crowter, C.: City Bound, Erlebnispädagogische Aktivitäten in der Stadt, München 2005
• Dewald, W. u. Häußler, C.: On-Line, Spiele und Abenteuer mit dem Seil, 2. Auflage, Augsburg 2007
• Dütting, F.: Wenn Pädagogik was erleben will – Kritische Anmerkungen zum interessanten Verhältnis von „Erlebnispädagogik“ und Jugendarbeit, S. 318-326 in: deutsche jugend, Zeitschrift für die Jugendarbeit, Heft 7-8, München 1994
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• Einführungskurs, Kursunterlagen ZEP, KAP-Institut , 2007
• Erste-Hilfe-Outdoor, Kursunterlagen ZEP, KAP-Institut, 2006
• Gilsdorf, R. u. Kistner, G.: Kooperative Abenteuerspiele 1, 13. Auflage, Seelze-Velber 2004
• Gilsdorf, R. u. Kistner, G.: Kooperative Abenteuerspiele 2, 3. Auflage, Seelze-Velber 2003
• Heckmair, B. u. Michl, W.: Erleben und Lernen, Einführung in die Erlebnispädagogik, 5. Auflage, München 2004
• Herrmann, M.: Erlebnisorientierte Mädchenarbeit, München 1995
• Katholische Junge Gemeinde (Hrsg.): Lirum Larum Löffelstiel – ein vollwertiges Kochbuch für zu Hause, in Gruppenstunden und auf Freizeiten, 2. Auflage, Köln 1988
• Kolpingwerk Deutschland (Hrsg.): Erlebnispädagogische Elemente in der Arbeit mit Gruppen, Verbandskasten-Themenheft der Kolpingjugend 10, Köln 2001
• Meiser, C.: Henry David Thoreau – Ausgewählte Texte, München 1987
• Mobile Seilgärten, Kursunterlagen ZEP, KAP-Institut, 2008
• Mountainbike, Kursunterlagen ZEP, KAP-Institut, 2007
• Muff, A. u Engelhardt, H.: Erlebnispädagogik und Spiritualität – 44 Anregungen für die Gruppenarbeit, München 2007
• Naumann, H.: Kompass-Wanderführer Hohes Venn – Eifel, Deutsch-Belgischer Nationalpark, 6. korrigierte Auflage, Ostfilden 2002
• Perschke H., Flosdorf P. u.a.: Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik – Praxishandbuch für Einrichtungen und Dienste in der Erziehungshilfe, München 2003
• Reiners, A. Praktische Erlebnispädagogik, 7. Auflage, Augsburg, 2004
• Reiners, A.: Praktische Erlebnispädagogik, 5. Auflage, Augsburg 2000
• Ruse, D.: City Adventures, erlebnispädagogische Aktivitäten (nicht nur) für kleine und große Städte(r), München 1996
• Senninger, T.: Abenteuer leiten – in Abenteuern lernen, Münster 2000
• Thoreau, H. D.: Leben aus den Wurzeln, Die Inspiration der Stille als Weg zum Wesentlichen, 2. Auflage, Freiburg i. Br. 1997
• Thoreau, H. D.: Walden, Ein Leben mit der Natur, 5. Auflage, München 2007
• Völkening, M.: Meine schönsten Gelände-&Nachtspiele, 2. Auflage, Fulda 1997
• Waldau, K., Betz H. u Krauß U.: Abenteuer Firmung, Firmvorbereitung mit Sport, Spiel und Erlebnispädagogik, München 2006
10. Anhang
10.1 Wichtige Adressen
10.1.1 Kletterheim Blens
Lage: Blens bei Nideggen (Eifel)
24 Betten
Hüttenwart und Reservierung:
Lothar Maigré
Buschweg 65
53757 Sankt Augustin, Tel.: 02241 / 205443
Informationen zur Umgebung: de.wikipedia.org/wiki/Heimbach_(Eifel), http://www.eifelhuetten.de/
Einkaufsmöglichkeit besteht sowohl in Heimbach (Edeka, Penny-Markt, Bäckereinen, Apotheke) als auch in Nideggen (Bäckereien, Extra-Markt, Lidl, Aldi, Bürobedarf, Baumarkt, Schlecker …). Beide Ortschaften liegen etwa 6 km weit von Blens entfernt.
Buchungsbestätigung: M40
10.1.2 Notfalladressen:
Polizei: 110
Feuer: 112
Unfall/Krankenwagen: 112
Arztnotruf: 0180/504 4100
Zahnärztl. Notdienst: 0180/598 6700
Einsatzleitstelle: 02421/5590
Krankenhaus Düren
Roonstraße 30
52351 Düren
Telefon: 02421 300
Ärzte für Allgemeinmedizin:
Praxis Dr. Rauh
Rathausstr. 7
52385 Nideggen
02427/6074
Öffnungszeiten:
Mo: 7.30 – 13 Uhr; 15.30 – 19.00 Uhr
Di: 7.30 – 16 Uhr
Mi: 7.30 – 13 Uhr
Do: 7.30 – 13 Uhr; 15.30 – 19.00 Uhr
Fr: 7.30 – 13 Uhr
Praxis Dr Bidaoui
Hengebachstr. 28/30
Heimbach
02446/3634
Praxis Dr. Reddelien
Hengebachstr. 21
Heimbach
02446/226
10.1.3 Klettererlaubnis:
Tagestickets sind an der Aral-Tankstelle in Nideggen zum Peis von 3 € erhältlich. Nach Rücksprache mit der Ortsgemeinde ist das Klettern für Kinder- und Jugendgruppen mit pädagogischer Zielsetzung kostenlos.
Kontakt:
Ortsverwaltung Nideggen – Sachbearbeiter für die Kletterfelsen:
Herr Rheinbach
Zimmer 240
Tel: 02427 809-37
Fax: 02427 809-47
Kletteranweisungen M 15
Kletterkarte M 16
10.2 Material- und Einkaufslisten
Medienkoffer:
mit Eddings, Filzstifte, Buntstifte, Bleistifte, Radierer, Spitzer, Scheren, Wolle, Panzertape, Kreppband, Tesa, Faltfrisbee, Faltball, Locher, Kerzenhalter Glas, Teelichter, Kugelschreiber, Pinnnägel, Klebepunkte, Papier A3 weiß, Papier A3 bunt, Papier A4 bunt, Papier A4 weiß, Papier C6 bunt, Romeékarten, Luftballons, Nadel&Faden, Feuerzeug, Reflexionszielscheibe, Stadtpläne Köln
Spielematerialkoffer:
mit Mausefallen, 6 Tennisbälle, 10 TT-Bälle, 100 Wäscheklammern, 8 Augenbinden, 3 Kompanten, 2 große Würfel, 1 Ballpumpe, 2 Ringe mit 10 Schnüren
Ausrüstung Klettern/Mobile Seilgärten:
Seile:
70m Kletterseil, 10m Statikseil blau, 20m Statikseil weiß, 40m Statikseil weiß
Gurte & Helme:
1 Klettergurt Petzl, 1 Helm Edelrid, 1 Kalkbag, 2 Helme Salewa, 2 Gurte Salewa, 2 Brustgurte Salewa
Karabiner&Zubehör:
5 Expressen Camp, 3 Globus Alpinplatten, 3 Alpinplatten Salewa silber, 33 HMS-Karabiner, 1 Edelrid.-Seilrolle klein, 1 Camp-Seilrolle groß, 1 Abseilachter
Schlingen&Schnüre:
3 Prusikschlingen, 10m Reepschnur blau 5 mm, 2m Reepschnur rot 5mm, 8x1m, Reepschnur blau 4mm, 8x1m Reepschnur m. Holzkugel
Bandschlingen genäht:
2 x 60 cm, 5 x 120 cm, 1 x 50 cm schmal, 1 x 180 cm schmal, 1 x 240 cm schmal
Bandschlingen gesteckt:
1 x 310 cm, 3 x 120 cm, 14 x 110 cm, 9 x 40 cm
Sonstiges:
1 Tibloc, 1 Anleitung Flaschenzug laminiert, 1 Gewebeplane, 10 Paar Arbeitshandschuhe, 7x Baumschutz Teppich, 4x Baumschutz Teichfolie
Die Materialien gehören der Katholischen Jugendzentrale und mir privat.
Kiste für die religiösen Impulse:
mit Klangschale m. Schlagwerk, Tücher (2 rot, 2 orange, 2 grün, 2 braun, 2 blau, 2 weiß, 2 schwarz), 3 indische Saris, Kerze, Feuerzeug, Kerzenständer, Jakobsmuschel, Bibel, Tischgebetekartei, 12 Liederbücher f. Gebet & Gottesdienst
Sonst. Material:
Zuschusslisten KL, Land, Kreis, Kassenbuch, Verbandskasten, Coolpack, Querweltein, Koop. Abenteuerspiele 1+2, Das Ding - Liederbuch, Gitarre, Knotenbuch, Buch On-Line, Fußball, Gummiball, 12 Liederbücher Freizeitlieder, Kabeltrommel, Beamer, Laptop, Verstärker-Boxen
Baumaterial für Schwedenstühle:
244 Spax-Schrauben, 2 Akkuschrauber mit Wechselakkus, Holzlatten vorgesägt (72 Stk.: 60x18x325 mm), Holzlatten vorgesägt (24 Stk.: 24x48x700 mm), Holzlatten vorgesägt (24 Stk.: 24x48x550 mm), Markisenstoff (2500 mm breit x 1000 mm hoch), 2 Tacker, 1 Packung Tackerklammern, 5 x Schmirgelpapier
Essensreste & Co aus der Jugendzentrale:
Kaba, Servietten, 2 Gläser Sauerkirschen, Kl. Dose Mais, Brause, 1 Glas Oliven, 2 Marmeladen, Ketchup, Senf, Sonnenblumenöl, 250g Nudeln, Gr. Dose Ananas, Müllbeutel, Zewa, Alu- und Frischhaltefolie
Einkaufsliste:
• 3l Lactosefreie Milch
• 1 Kiste Milch
• 1 P. Müsli
• 1 P. Frühstückssmacks
• 2 Margarine
• 2 Nutella
• 1 Marmelade (Kirsch)
• 3 Zucker
• 4 P. Tee
• 2,5 kg Tortellini
• 500 g Nudeln
• 5 kg Kartoffeln
• 2,5l Sahne
• 1 kg Speckwürfel
• Gemüsebrühe
• 5 kg Mehl
• Remouladensoße
• 2 Frischkäse
• 2 Stangensalami
• 2 Gläser Gewürzgurken
• 1,5 kg Tomaten
• 5 kg Äpfel
• 2 kg Pfirsiche
• Vanillepuddingpulver
• Wackelpudding
• Spüllappen
• Spülschwämme
• Brotzeittüten
• 5 Salatgurken
• 2 kg Reis
• 1,5 kg Popcornmais
• Süßigkeiten
• 1 P. Trockenhefe
• Salz
• Essig
• Salatgewürze
• Öl
• Knabberzeug
frische Lebensmittel, die nach Bedarf gekauft werden:
• Joghurtsoße
• Gemüse
• Salat
• Brot
• Wurst
• Käse
• Quark
• Hackfleisch
• Pizza Fertigteig
10.3 Essen (für 12 Personen)
10.3.1 Frühstück
2 Nutella, 2 Margarine, 1 Packung Pops, 1 Packung Müsli, 2 Marmeladen, Frischkäse, Wurst, Käse, Brot, Kaba, Tee
10.3.2 Pizza
Zutaten:
• 4 Packungen Fertigpizzateig
• 200g Schinken
• 200 g Salami
• 1 mittlere Dose Mais
• 3 Paprika
• 5 Tomaten
• 250 g frische Champignons
• 1 mittlere Dose Ananas
• 1 kg geriebener Käse
• 2 Zwiebeln
• Pizzagewürz
Die 4 Pizzen werden im Umluftherd nach Anweisung gebacken.
Dazu wird ein Salat gereicht.
10.3.3 Wraps mit Hackfleisch und Salaten
Zutaten für die Hackfleischsoße:
• 2 kg Hackfleisch
• 4 Zwiebeln
• 1 Knoblauchzehe
• Hackfleischgewürz
• ½ l Gemüsebrühe
• Tomatenmark
• Pfeffer, Salz
Zutaten für die Füllung:
• 4 Paprika
• 2 Salatgurken
• 1 Dose Mais
• 1 Glas Oliven
• Salatcreme
• Remoulade
• 5 Tomaten
Zutaten für die Wraps:
• 10 Eier
• 10 EL Mehl
• 200 ml Wasser
• Salz
• Öl zum Anbraten
Eier und Wasser mit dem Salz schaumig schlagen. Nach und nach Mehl unterheben. Zum Braten der Wraps eine mittlere beschichtete Pfanne verwenden.
10.3.4 Tortellini mit Schinken-Sahne-Soße
Zutaten:
• 2,5 kg Tortellini
• 1 kg Speck
• 4 Zwiebeln
• 1 l Gemüsebrühe
• 1 l Sahne
• Mehl
• Muskat
• Pfeffer, Salz, Basilikum
Zwiebeln und Speck anbraten, mit der Gemüsebrühe ablöschen. Anschließend Sahne hinzugeben und kochen lassen. Mit Mehl abbinden und den Gewürzen abschmecken.
10.3.5 Nudelsalat
Zutaten:
• 1 kg Nudeln
• 1 Dose Erbsen, Paprika, Mais (Mexican Mix)
• 200 g Fleischwurst in Würfeln
• Essig, Öl, Gewürze
10.4 Spiele und Übungen
10.4.1 Metaplan
Material:
Stifte, Papier, Wäscheleine, Wäscheklammern
Ablauf:
Das Programm der Freizeit wird mit Stichpunkten auf A3-Plakaten vorgestellt.
Aufgabenstellung:
Jede Teilnehmerin zeichnet ihren Handumriss auf ein Blatt Papier.
In die Hand werden Erwartungen geschrieben.
Um die Hand werden Befürchtungen geschrieben.
Auf der Rückseite des Blattes werden Programmpunkte ergänzt, die auf jeden Fall stattfinden sollen, damit die Freizeit gelungen ist.
Im Plenum …
… wird sich über die Erwartungen und Befürchtungen ausgetauscht und das geplante Programm durch wichtige Punkte ergänzt.
10.4.1.1 Ergebnisse des Metaplans
vgl. Anlage Materialien 1-10
10.4.2 Peter – Panther
Geste, Laut, typische Bewegung für das gewählte Tier
Alle Teilnehmerinnen sitzen oder stehen in einem Kreis. Eine fängt an und stellt sich mit Vornamen vor, nennt anschließend ein Tier, das mit dem gleichen Anfangsbuchstaben wie der Vorname beginnt und fügt dem schließlich noch eine für das Tier typische Geste mit einem Laut hinzu. Das Spiel setzt sich im Uhrzeigersinn fort, d.h. die linke Nachbarin hat nun die Aufgabe zuerst den Namen, das Tier, die Geste und den Laut der Vorgängerin zu wiederholen und anschließend ihren eigenen Vornamen, ein dementsprechendes Tier und eine Geste mit Laut anzufügen. Das Spiel setzt sich im Kreis fort bis die Teilnehmerin erreicht ist, die das Spiel begonnen hat.
10.4.3 Zeitungsschlagen/Namenspatschen
Material:
eine zusammengerollte und mit Klebeband umwickelte Zeitung
Beschreibung des Spiels:
Ziel des Spiels ist es, den Namen einer anderen Person zu nennen, bevor man selbst abgepatscht wird. Alle Mitspielerinnen setzen sich in einen Kreis mit dem Gesicht nach innen gewandt und den Füßen nach vorne gestreckt. Die Spieler rücken so eng zusammen, dass in der Mitte ein Kreis entsteht, der einen Durchmesser von ca. 2m hat. Eine Mitspielerin stellt sich nun in die Mitte des Kreises und bekommt eine Zeitungspatsche. Dann beginnt eine andere Mitspielerin, in dem sie den Namen einer anderen Teilnehmerin im Kreis nennt. Diese muss nun den Namen einer nächsten Mitspielerin nennen, bevor die Zeitungspatscherin sie mit ihrer Patsche abschlägt. Gelingt dies, bevor der nächste Name zu hören war, so tauschen beide die Positionen. Die Spielerin in der Mitte setzt sich zu den anderen in den Kreis und ruft jetzt den Namen einer anderen Mitspielerin, die die neue Patscherin abschlagen muss.
Um zu verhindern, dass die Mitspielerin in der Mitte aufgrund anhaltenden Misserfolges die Lust am Spiel verliert, muss vor Beginn des Spiels deutlich gemacht werden, dass die Patscherin jederzeit entscheiden kann, ihre Aufgabe an eine andere Mitspielerin weiterzugeben.
10.4.4 Spinnennetz
Material:
2 Bäume im Abstand von ca. 4 m, 1 langes Seil
Spielaufbau:
Zwischen zwei Bäumen wird ein Spinnennetz mit Hilfe eines Seils gespannt. Es sollte 0,5 m über dem Boden beginnen und etwa 2 m Höhe haben. Je nach Teilnehmerinnenzahl müssen zwischen 10-12 Löcher im Netz in verschiedenen Höhen vorhanden sein.
Aufgabenstellung:
Aufgabe der Gruppe ist es, alle Teilnehmerinnen durch die Löcher im Netz zu schleusen, wobei jede Berührung des Netzes untersagt ist.
Wenn das Netz berührt wurde, muss die gesamte Gruppe von vorn beginnen. Außerdem darf jedes Loch nur einmal benutzt werden. Diejenige, die einmal durch das Netz hindurch ist, darf nicht mehr auf die andere Seite zurück, um den Restlichen zu helfen. Die Hilfe kann nur auf der einen Seite geschehen, auf der sie sich im Moment befindet.
10.4.5 Litfasssäule
Material:
viele kleine Zettel, Kreppband, Stifte
Beschreibung:
Die einzelnen Teilnehmerinnen schreiben auf kleine Zettel, was sie über die Mitspielerinnen wissen und kleben dies Zettel an die Mitspielerinnen (z.B. Hobbies, Alter, Interessantes …).
Sobald keiner Mitspielerin mehr etwas einfällt, stellt jede Spielerin ihre rechte Nachbarin anhand der an ihr klebenden Zettel vor.
10.4.6 Seilschwingen
Material:
ca. 10 m langes Seil (für 12 Personen)
Aufgabenstellung:
Ein Seil wird an den Enden von je einer Person festgehalten und gleichmäßig so in Bewegung versetzt, dass eine spindelförmige, rund zwei Meter hohe Schwungbahn entsteht. Die gesamte Gruppe muss nun – wie beim Seilspringen – im rechten Winkel durch diese Spindel laufen, ohne dass eine Unterbrechung im Ablauf entsteht. Auch die Haltenden müssen durch das Seil laufen.
Variationen:
• Die gesamte Gruppe muss gleichzeitig mehrmals über das Seil springen, ohne daran hängen zu bleiben.
• Jedes Mal, wenn von der Spielleitung geklatscht wird, muss eine Person durch das Seil laufen
• …
10.4.7 Kistenkreis
Material:
Pro Person eine leere Getränkekiste – alternativ: ein Stuhl pro Person, Augenbinden
Durchführung:
Jede Teilnehmerin erhält einen Stuhl/eine Kiste, auf den/die sie sich stellt. Die Gruppe steht im Kreis.
a) Aufgabe der Teilnehmerinnen ist es, sich auf den Stühlen/Kisten stehend zu sortieren nach: Alter, Vornamen, Klasse, Anzahl der Geschwister, Mathenote
b) Die Teilnehmerinnen mit den besten Mathenoten erhalten eine Augenbinde und sind von nun an blind. Es erfolgt das Sortieren nach: Nachname, Mitglied in der KSJ seit …, Lieblingsessen, LieblingslehrerIn …
Dabei müssen die übrigen Mitspielerinnen die „Blinden“ unterstützen. Die „Blindheit“ wechselt nach je zwei Durchgängen an Teilnehmerinnen, die noch nicht blind waren.
10.4.8 Die Reise nach Jerusalem – umgekehrt
Material:
Stuhl für jede Teilnehmerin, Musik, CD-Player
Story:
Eine Israelische Reisegruppe macht eine Kreuzfahrt nach Grönland, um dort einmal den polaren Winter und die riesigen Eisflächen anzusehen. Leider erleiden sie Schiffbruch – doch sie haben Glück im Unglück und können sich auf eine treibende Eisscholle retten. Als der Sommer eintritt, treiben sie langsam auf ihrer Eisscholle an Grönland vorbei in die offene See in Richtung ihres Heimatlandes. Alle wünschen sich, Jerusalem heil wieder zu sehen, doch durch die Eisschmelze wird die rettende Eisscholle immer kleiner ….
Aufgabe:
Alle sollen nach Hause kommen. Platz ist auf der kleinsten Scholle …
Jeweils wenn die Musik läuft, wird ein Stuhl weggenommen. Dabei wird erzählt, welche Länder die Eisscholle gerade passiert. Ist die Musik aus, muss die Gruppe versuchen, alle Teilnehmerinnen auf dem verbleibenden Eisschollenrest unterzubringen.
10.4.9 Der Feuersee von Mikawo
Material:
20 m Statikseil, mehrere Bandschlingen, 8 HMS Karabiner, 1 Prusikschlinge, 2 Alpinplatte, Rucksack mit Gutschein zum Eisessen, 2 Bäume im Abstand von maximal 7 m, Kletterseil, Geschichte „Der Feuersee von Mikawo“
Aufbau:
Zwischen zwei Bäumen wird ein Seil in Knie- und eines über Kopfhöhe gespannt. An das obere Seil wird mit einer langen Bandschlinge der Rucksack mit dem Gutschein für ein Eis pro Person gehängt, so dass dieser etwa 20 cm unterhalb des unteren Seiles über dem Boden hängt. Um beide Bäume wird mittels des Kletterseils ein „Feuersee“ abgegrenzt, dessen Ufer lediglich an einer Stelle an einen der Bäume heranreicht.
Geschichte & Aufgabenstellung:
Der Feuersee von Mikawo
Im Land Mikawo erzählt man sich die Geschichte eines Feuersees. Er liegt zwischen hohen, kahlen Bergen friedlich da. Aber sein Wasser brennt wie Feuer und jedes Lebewesen, das mit dem Wasser in Berührung kommt, muss elendig sterben. Man kann weder mit einem Boot oder Schiff den See befahren, denn der Feuersee vernichtet alle Materialien mit denen das Wasser in Berührung kommt.
In diesem See liegt jedoch ein unermesslicher Schatz. Er ist in einen Beutel verpackt, dem das Wasser des Feuersees nichts schadet.
Ihr wollt diesen Schatz bergen. Ihr wollt das Geheimnis des Sees erkunden und die Macht des Sees überlisten.
Geht mit Bedacht zu Werke: Wenn ihr unter die Wasseroberfläche des Sees gelangt, also in den See eintaucht, sterbt ihr. Die Weisen des Landes erzählen, dass nur der den Schatz heben kann, der über das Wasser geht!
(in Anlehnung an eine Kleingruppenarbeit während des Kurses „Mobile Seilgärten“)
10.4.10 Die feindlichen Stämme
Die „Blaunasen“, „Rotohren“ und „Grünwangen“ versuchen sich gegenseitig ihre Schätze zu klauen und Gefangene zu nehmen.
Dieses Spiel wird in drei Gruppen gespielt.
Jede Gruppe, auch Stamm genannt, erhält eine bestimmte Farbe zugewiesen und schminkt sich in dieser Farbe, wie es im Stammesnamen angedeutet ist. Die „Blaunasen“ kriegen blaue Nasen, die „Rotohren“ rote Ohren und die „Grünwangen“ grüne Wangen.
Alle drei Stämme bekommen einen Ball und errichten innerhalb der Geländegrenzen an unterschiedlichen Stellen ein Lager, in dem sie den Schatz verstecken und ihre Gefangenen festhalten. Die Standorte der Lager der anderen Stämme sind nicht bekannt.
Ziel des Spiels ist es, den eigenen Schatz zu bewachen, die Schätze der jeweils anderen Stämme zu stehlen und möglichst viele Gefangene zu machen.
Gefangene werden gemacht, indem man den feindlichen Krieger mit der Hand auf den Rücken schlägt. Wer zuerst auf den Rücken getroffen wird, wurde gefangen und muss sich sofort ergeben. Sobald der Schlag erfolgt ist, muss sich der getroffene Krieger widerstandslos zum Lager seines Feindes führen lassen, wo die Gefangenen an einen Baum gebunden werden. Es ist erlaubt, den Gefangenen auf dem Transportweg bereits die Hände zu fesseln. Beim Fesseln ist immer darauf zu achten, dass dies nicht zu fest geschieht.
Wurde ein Spieler gefangen, muss er seinen Gegner widerstandslos bis ins feindliche Lager folgen und darf unterwegs nicht abhauen. Er kann jedoch auf dem Transportweg von einem anderen Spieler befreit werden, indem dieser dem Gegner auf den Rücken schlägt und ihn so gefangen nimmt. Die Gefangenen können aus dem gegnerischen Lager befreit werden. Dazu nimmt man die Wächter gefangen oder lockt sie weg und befreit den/die Gefangenen. Die Gefangenen können sich natürlich jedoch auch selbst von ihren Fesseln befreien und abhauen.
Wenn der Gefangene im gegnerischen Lager sein Ehrenwort gibt, nicht abzuhauen, dann darf er nicht gefesselt werden, muss aber sein Ehrenwort einhalten, bis er befreit wird oder ihm ein Mitglied des gegnerischen Stammes das Verlassen des Lagers erlaubt. Wortspiele oder entnervendes Fragen um die Erlaubnis zu erlangen, sind ausdrücklich erwünscht.
Sollte ein Stamm den Schatz eines anderen Stammes erbeuten, so muss dieser bei dem eigenen Schatz versteckt werden, damit die anderen die Chance haben, sich ihn wiederzuholen.
Das Spiel sollte innerhalb eines bestimmten Gebietes gespielt werden, deren Grenzen den Spielern bekannt sind.
Das Spiel ist beendet, wenn die Spielzeit abgelaufen ist (sie wird vorher jedem bekannt gegeben) oder wenn ein verabredetes Endsignal (z.B. das Pfeifen eines bestimmten Trillerpfeifensignals) ertönt.
Gewonnen hat der Stamm, der die meisten Schätze erbeutet hat. Haben mehrere Stämme die gleiche Anzahl von Schätzen, entscheidet die Anzahl der Gefangenen darüber wer gewonnen hat.
Alle Spieler müssen vorher mit Indianerehrenwort schwören, dass sie sich an die Spielregeln halten und niemand verletzen oder wehtun werden!
10.4.11 City Bound – Stadtspiel „Mit Promi-Augen“
Material:
Pro Teilnehmerin ein Innenstadtplan von Köln mit eingezeichneter Route, 2 Fotoapparate, Stift pro Gruppe
Aufgabenstellung:
Köln ist die Stadt der Narren und Jecken, gut katholischen und der einfachen Leute. Köln ist aber auch die Stadt der Promis, der Reichen und Schönen, der Frauen und Männer aus Film, Fernsehn und Showbuissness. Ihr habt auf der Zugfahrt hierher eine ganz besondere Gabe erhalten. Ihr könnt die Welt durch und durch erkennen. Ihr seht, welche berühmten Persönlichkeiten auf diesen Straßen gegangen sind. Ihr seht, wer wo was erlebt hat – Ah – auch ich habe diese Gabe: Ich sehe, dass aus diesem Schuhgeschäft Dieter Bohlen heraus kam. Mit ein paar neuen, weißen, Lackstiefeln – und – oh Schreck: Er ist gleich vor der Tür in einen Hundehaufen getreten. Es gab einen furchtbaren Streit mit der Verkäuferin, weil sie die Schuhe nicht umtauschen wollte … Könnt ihr euch das vorstellen?
Findet den Weg entlang eurer markierten Route vom Dom zum Wallraff-Richartz-Museum. Schreibt auf, was die Promis hier in Köln erlebt haben. Macht Fotos von den Orten und Gebäuden und bereitet für die andere Gruppe eine Stadtführung mit den Augen der Promis vor!
Dazu habt ihr 60 Min. Zeit!
Stadtführung mit den „Augen der Promis“ gesehen:
Gruppenergebnis Gruppe 1:
1. Im Steakhaus aß Bratt Pitt sein erstes Steak, obwohl er ja in Amerika wohnt und eigentlich Vegetarier ist.
2. In der Buchhandlung Kösel kaufte Madonna ihrer kleinen Tochter „Emilys Abenteuer“, ein Wörterbuch Chinesisch – Deutsch, Deutsch – Chinesisch und ein Kochbuch von Tim Mälzer.
3. Hier hat DJ Ötzi die Idee zu seinem neuen Hit „Ein Stern“ als er gerade eine Frühlingsrolle aß.
4. Hier jobbte Heidi Klum mit 17. Sie wurde gefeuert, weil sie einer Oma eine Glatze schnitt.
5. Vor diesem Gebäude wurde Angela Merkel entdeckt, als sie den Papst küsste.
6. Hier wurde Robin Williams eingeschlossen, weil er nackt durch den Dom lief. Als Strafe durfte er sich aber auch hier nichts anziehen. Ganz Köln sah sich den nackten Robin an.
7. Justin Timberlakes Vater war früher der Kardinal von Köln.
8. Hier heiratete Shakira und als sie die Treppe hinunter ging, zerriss ihr Kleid und sie stand in ihrer Brautwäsche da.
9. Celine Dion kaufte hier ihr Hochzeitskleid. Doch am Dom sah sie ihren Mann mit Paris Hilton rumknutschen. Da tauschte sie das Kleid sofort um.
10. In der Parfümerie hat Christina Agulera ihr erstes Parfüm rausgegeben. Ein voller Reinfall. Damit es niemand mitbekommt, kaufte sie die ganze Parfümerie.
10.4.12 Parcours mit allen Sinnen im Dunkeln
Material:
langes Seil, Augenbinden, Tücher, kurze Seilstücke mit Holzkugel, Schnur, Servierten, Essig, Nutella, Frühstückspops, Topf, Gummihandschuh, Wasser, Teebeutel, Knoblauch …
Vorbereitung:
Zwischen mehreren Bäumen wird das lange Seil gespannt. An das Seil werden Tücher und Seilstücke mit Holzkugeln gebunden, um die folgende Aufgabe zu charakterisieren.
3 Tücher bedeutet schmecken
2 Tücher bedeutet riechen
1 Seilstück mit Holzkugel bedeutet fühlen
Die Teilnehmerinnen werden einzeln an das Seil herangeführt und müssen erraten, was sich an der jeweiligen Station verbirgt. Die Gruppenleiterinnen und Teilnehmerinnen, die schon den Parcours beendet haben assistieren dabei.
10.4.13 Reflexionsmethoden
10.4.13.1 Auswertungsbogen für Problemlöseaufgaben
1. Ich habe vor Beginn der Aktion daran geglaubt, dass wir es schaffen werden!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
2. Ich habe während der Beratung daran geglaubt, dass wir es schaffen werden!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
3. Ich wollte mich an der Beratung beteiligen!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
4. Ich konnte mich an der Beratung beteiligen!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
5. Meine Meinung wurde gehört und diskutiert!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
6. Ich habe während der Aktion daran geglaubt, dass wir es schaffen!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
7. Ich wollte mich bei der Aktion einbringen!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
8. Ich konnte mich bei der Aktion einbringen!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
9. Ich habe mich (z.B. beim Getragenwerden) sicher gefühlt!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
10. Ich habe mich dafür verantwortlich gefühlt, dass die Aktion gelingt!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
11. Wir haben gut zusammen gearbeitet!
wenig sehr
-5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5
Umsetzung:
Die Fragen werden auf große Plakate geschrieben. Jede Teilnehmerin sucht sich einen Stein, mit dem sie ihre Bewertung abgibt. Die Fragen werden nacheinander bewertet und ausgewertet.
10.4.13.2 Blitzlicht
Jede Teilnehmerin versucht durch einen kurzen Satz ihre Gefühle und Meinung zur gerade durchgeführten Aktion zusammen zu fassen.
10.4.13.3 Interview
Ein Gegenstand, z.B. eine Banane, wird zum Mikrofon. Jede Teilnehmerin schlüpf der Reihe nach in die Rolle des Reporters und interviewt die rechte Nachbarin über die gerade gelaufene Aktion, den Tag, was nicht gut war …
10.4.13.4 3 Finger
Daumen: Das fand ich spitze!
Zeigefinger: Das will ich sagen/Darauf will ich hinweisen!
Mittelfinger: Das stinkt mir!
Nacheinander äußern die Teilnehmerinnen ihre Meinung unter dien Aspekten der drei Finger.
10.4.13.5 Zielscheibe
Auf große Plakate wird für jeden Tag eine Zielscheibe mit 5 Ringen vorbereitet. Am äußeren Rand stehen die Kategorien: Gruppe, Leitung, Programm, Essen, Wetter, Stimmung.
Einige Felder sind frei, um täglich aktuelle Programmpunkte ergänzen zu können, die die Gruppe bewerten will. Am Ende jedes Tages kann jede Teilnehmerin in jeder Kategorie einen Punkt verteilen. Die höchste Bewertung erfolgt, wenn der Punkt in die Mitte der Zielscheibe gesetzt wird – in Richtung Rand erfolgt eine schlechtere Bewertung. Über die Woche hinweg entsteht so ein Gesamtbild.
Tipp: Den inneren Kreis nicht zu klein machen.
Ergebnisse: M41 – M44
10.4.13.6 Caesars Daumen
Eine Aktion wird mit gut, mittel oder schlecht mit Hilfe des Daumens bewertet. Zeigt dieser nach oben ist der Programmpunkt gut, liegt er quer, ist die Bewertung mittelmäßig und ist er schlecht, zeigt der Daumen nach unten. Mit dieser Methode können schnell Stimmungen eingefangen werden.
10.4.13.7 Punkteblitzlicht/Fingerzeig
Die 10 Finger stellen 10 mögliche Punkte dar. Eine Aktion wird bewertet, indem alle die Augen schließen und von 1-10 Punkte vergeben, indem sie ihre Finger in die Luft strecken. Die Augen werden geöffnet und die Gruppe sieht, wie die Meinung innerhalb der Teilnehmenden ist.
10.5 Impulse
10.5.1 Reise ins Abenteuerland
Vorbereitung:
Schlafsäcke auf Boden auslegen, CD-Player, CD „Abenteuerland“ von PUR, Buntstifte, Wachsmalstifte, A4 und A3 Blätter, Meditationsmusik
Lied: Pur – Abenteuerland
Traumreise: In den Wald
Stell dir vor, du stehst am Waldrand und schaust auf den Wald vor dir. Dein Weg verschwindet zwischen den Bäumen. Der Wald sieht dunkel aus…
Du senkst den Blick und trittst in den Wald… Du bleibst wieder stehen. Du schließt die Augen und öffnest sie wieder… Das Dunkel hat sich irgendwie aufgelöst, der Wald ist licht und weit…
Du drehst dich um und schaust zurück. Die Wiese vor dem Wald kommt dir jetzt viel heller als vorhin vor, als du über sie gingst. Viel zu hell, viel zu grell scheint dir das Licht dort…
Du gehst den Weg weiter hinein in den Wald. Durch hohe Räume klingt Vogelrufen. Es scheint dir manchmal, als würden die Vögel sich unterhalten. Mal ruft der eine, und gleich darauf antwortet der andere… Du gehst mit festen Schritten den Weg…
Die Luft ist kühl und rein. Dein Atem geht ein und aus, ein und aus, ganz ruhig und gleichmäßig, ganz von allein…
Durch Bäume streicht Wind. Blätter rascheln, Holz tönt, wenn Äste gegeneinander schlagen. Du spürst den Wind in den Haaren…
Am Weg blühen Hecken, Brombeeren vielleicht oder Himbeeren…
Du betrachtest die Dornenranken…
Du betrachtest die leuchtenden Blüten…
Du riechst den süßen Duft…
Vor dir über dem Weg wird es hell. Der Wald ist zu Ende, dort geht es wieder hinaus auf die Wiesen…
Am Waldausgang bleibst du stehen, im Schatten von mächtigen Eichen. Draußen ist es hell, blendend hell…
Du schließt die Augen und empfindest ganz den lebendigen Wald…
Du öffnest die Augen wieder und trittst hinaus auf die Wiesen…
Du gehst über die Wiesen. Das Licht ist freundlich und warm.
Schmetterlinge spielen über dem Weg…
Auf der Wiese siehst du ein buntes Treiben – unbekannte Dinge erwarten dich – du bist fasziniert, begeistert – du willst alles genau anschauen – alles genau sehen – verlass den Rand der Wiese und schau dich um – beginne zu entdecken – lass dich ansprechen – wandere umher und lass dir Zeit, dich auf das Abenteuer einzulassen – was ist das Abenteuer …
Wenn du genug hast, vom Herumschauen und Beobachten oder vom Mitmachen, setzte dich an einen gemütlichen Platz und ruhe dich aus.
Langsam kommst du wieder zurück ….
Wenn du möchtest, kannst du das, was du erlebt hast, aufmalen. Jede kann entscheiden, wann sie den Raum verlassen und ins Bett gehen will. Wer allerdings gegangen ist, bleibt bitte draußen, um die anderen nicht zu stören.
Malphase
Der Impuls klingt mit Meditationsmusik individuell aus.
10.5.2 Gemeinschaft – einander stützen
Begrüßung
Aufgabe: einen Stock zu suchen – 10 Min. Zeit
Wenn alle zurück sind: Lied
Stöcke werden in Mitte gelegt
L:
Beginn unserer Freizeit – Gemeinschaft mit unterschiedlichen Menschen muss zusammenwachsen – heute Morgen denken wir anhand der Stöcke ein wenig über Gemeinschaft nach.
Wer ist stark und kann einen der Stöcke zerbrechen?
TN zerbricht einen Stock
L:
So ein Stock, wenn er schon etwas älter ist und nicht all zu dick, kann leicht zerbrochen werden.
Problemlöseaufgabe:
1 Schnur, findet heraus, wie es möglich ist, dass der einzelne Stock nicht zerbrochen werden kann
Stöcke werden zusammengebunden, Versuch, zu zerbrechen, scheitert
L:
Gedanken zu den Stöcken und zur Gemeinschaft:
Wenn wir die Stöcke miteinander verbinden – aneinander binden, dann ist es nicht so leicht, den einzelnen Stock zu zerbrechen. Deshalb ist das Modell der zusammengebunden Stöcke ein gutes Beispiel für ein gelungenes Miteinander. Wir, als Gruppe können uns auch dahin entwickeln. Je fester wir zusammenfinden, umso weniger ist es möglich, dass dem Einzelnen etwas passiert. Der eine stützt den anderen.
Gebet: (aus Gebetkartei von TN ausgesucht)
10.5.3 Von was bin ich gehalten?
Material:
ca. 10 m dünne Reepschnur, Schere
Eine Reepschnur wird von Person zu Person im Kreis weitergegeben, bis alle sich an der Schnur festhalten können.
L:
Die Schnur ladt uns ein, über unser Leben nachzudenken
Geschichte: Die Spinne
Eines schönen Morgens glitt vom hohen Baum am festen Faden die Spinne herab. Unten im Gebüsch baute sie ihr Netz, das sie im Laufe des Tages immer großartiger entwickelte und mit dem sie reiche Beute fing.
Als Abend geworden war, lief sie ihr Netz noch einmal ab, um es auszubessern. Da entdeckte sie auch wieder den Faden nach oben, an dem sie heruntergestiegen war. Sie hatte ihn in ihrer betriebsamen Geschäftigkeit ganz vergessen. Da sie schlecht gelaunt war und auch nicht mehr wusste, wozu er diene, hielt sie ihn für überflüssig und biss ihn kurzerhand ab.
Sofort fiel das Netz mit ihr in die Tiefe, wickelte sich um sie wie ein nasser Lappen und erstickte sie.
L:
Halt – Sicherheit ist wichtig - Von was bin ich gehalten?
Die Teilnehmerinnen tauschen sich aus:
Bezug zur Erfahrung, beim Klettern vom Seil gehalten zu werden.
L:
Zur Erinnerung darf sich jede ein Stück an der Reepschnur abschneiden. Knüpft es um das Armgelenk eurer rechten Nachbarin und sagt ihr dabei ein gutes Wort, einen schönen Wunsch oder eine Aufmunterung …
Lied:
10.5.4 Einfaltig – Vielfaltig
Material:
2 Blätter A 6 für jede Teilnehmerin
Begrüßung und Aufgabenstellung:
L:
Falten ein Blatt ein Mal in der Mitte, zerknüllt das andere Blatt und faltet es wieder auseinander.
Gedanken zu Einfalt und Vielfalt
Gebet: (aus Gebetskartei von TN ausgesucht)
Lied
10.6 Karten, touristische Infos, Zugpläne
• Wegbeschreibung nach Blens: M11, M12
• Ortspläne Heimbach, Blens: M13
• Ortsplan Nideggen: M14
• Touristeninformation Heimbach: M17
• Touristeninformation „Rureifel – Natur erleben“: M18
• Streckenpläne uns Informationen zur Rurtalbahn: M19- M21
• Zugverbindung Kaiserslautern – Blens am 23.06.08: M22
• Zugverbindung Blens – Köln am 27.06.08: M23
• Zugverbindung Köln – Kaiserslautern am 27.06.08: M24
• Liniennetzplan Regionalverkehr Rheinland-Pfalz: M25
• Liniennetzplan Regionalverkehr Nordrhein-Westfalen: M26
10.7 Einverständnis der Dienstvorgesetzten, Versicherung
• Einverständniserklärung des Bischöflichen Ordinariates Speyer: M27
• Versicherungsbestätigung: M28
10.8 Einverständnis der Eltern
Exemplarisch werden in M28 und M29 zwei Einverständniserklärungen beigelegt. Leider war aufgrund der Verwendung von dunkelrotem Kopierpapier (wie es in unserer Einrichtung für die Zusatzblätter zur Anmeldung standardmäßig üblich ist) eine Kopie nicht möglich.
10.9 Ausschreibung und Elternbriefe der Freizeit
• Exemplarische Anmeldung einer Teilnehmerin: M30
• Ausschreibung: M31
• Zusatzblatt zur Anmeldung: M32/M33
• Reisebrief: M34
• Packliste: M35
• Anmeldebestätigung: M36
10.10 Zuschüsse
Im Rahmen des Kinder- und Jugendplanes des Landes Rheinland-Pfalz, der Stadt Kaiserslautern und des Landkreises Kaiserslautern können für Freizeitmaßnahmen mit dem Schwerpunkt „Entwicklung und Einübung sozialen Verhaltens“ Zuschüsse beantragt werden.
Dabei erhalten alle Teilnehmerinnen aus dem Landkreis pro Tag 2 €, alle Teilnehmerinnen aus der Stadt pro Tag 2,50 € und alle Teilnehmerinnen von der Landesstelle 2,50 €. Der Nachweis über die Inhalte und das Programm ist nicht notwendig.
Die Anträge müssen bis 4 bzw. 8 Wochen nach Beendigung der Freizeit eingereicht sein und werden auf das Konto der Jugendorganisation überwiesen.
• Antrag Landeszuschüsse: M37
• Antrag Kreiszuschüsse: M38
• Antrag Stadtzuschüsse: M39
10.11 Kostenaufstellung
Finanzierungsplan für das Erlebnispädagogische Projekt der KSJ St. Franziskus Kaiserslautern
Kategorie | Berechnungs-grundlage | p.Person | Gesamt |
Übernachtung TN | 4 Ü x 5,00 € | 20,00 € | 220,00 € |
Übernachtung Leitung | 4 Ü x 10,00 € | 40,00 € | 40,00 € |
Mittagessen | 5 ME x 2,50 € | 12,50 € | 150,00 € |
Frühstück | 4 F x 2,00 € | 8,00 € | 96,00 € |
Abendessen | 5 A x 2,00 € | 10,00 € | 120,00 € |
Zugfahrt Rheinland-Pfalz-Ticket | 2 Tickets á 26,00 € x 2 Tage | 10,40 € | 104,00 € |
Zugfahrt Schöner-Tag-Ticket NRW | 2 Tickets á 35,00 € x 2 Tage | 14,00 € | 140,00 € |
Kosten Kleinbus | 1000 km x 0,30 € | 33,33 € | 300,00 € |
Programm-kosten | pauschal 10,00 € | 120,00 € | |
Material Schwedenstuhl | pauschal 10,00 € | 120,00 € | |
1.410,00 € |
Einnahmen bei 10 Teilnehmerinnen:
Kategorie | Berechnungs-grundlage | p.Person | Gesamt |
Zuschüsse Kreis/Land | 4,50 € x 5 Tage | 22,50 € | 225,00 € |
TN-Beitrag Nichtmitglieder | 130,00 € x 5 | 130,00 € | 650,00 € |
TN-Beitrag Mitglieder | 110,00 € x 5 | 110,00 € | 550,00 € |
1.425,00 € |
Tatsächliche Ausgaben und Einnahmen:
Einnahmen: | |
Zuschüsse Stadt | 75,00 € |
Zuschüsse Kreis | 50,00 € |
Zuschüsse Land | 150,00 € |
Teilnehmerbeiträge Nichtmitglieder | 650,00 € |
Teilnehmerbeiträge Mitglieder | 440,00 € |
1.365,00 € | |
Ausgaben: | |
Übernachtungskosten | 240,00 € |
Fahrtkosten Kleinbus | 220,80 € |
Fahrtkosten PKW Vater | 100,00 € |
Verpflegung | 481,16 € |
Programmkosten | 30,50 € |
1.072,46 € |
10.12 Einladung zum Nachtreffen
Hallo liebe Freizeitteilnehmerinnen!
Die Ferien sind schon fast wieder vorbei und der letzte Sonnenbrand schon eine Zeitlang her – die Schule beginnt wieder und damit der Alltag!
Um euch diesen etwas zu verschönern und nette und witzige Erinnerungen aufzufrischen, aber auch, um mal so richtig bei den Eltern angeben zu können, was wir in unsere Freizeit alles geschafft haben, laden wir euch herzlich zu einem Nachtreffen ein.
Es findet statt, am Montag, 18.08.2008 um 18:00 Uhr im Konferenzraum des Bistumshauses, Klosterstr. 6, Kaiserslautern (neben der Martinskirche).
Wer Bilder gemacht hat, bringt diese bitte auf CD, USB-Stick oder in Papierform mit.
Da es einen kleinen Imbiss geben wird, bitten wir um Rückmeldung bis zum 15. August!
Auf euer Kommen freuen sich
P. & Y.
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
Sommerfreizeit der KSJ St. Franziskus
Blens/Nationalpark Eifel





