seit 1994

Nadja Weiser

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Piratencamp Hammermühle

 

Ein erlebnispädagogisches Kinderzeltlager

im Rahmen des Projektes „Familie Leben“ des „Jugendhilfen Sprungbrett e.V.“

  

Erlebnispädagogisches Projekt von Nadja Weiser

 

 

05. bis 07. August 2008


 

 

 



Inhaltsverzeichnis

 

1.   Einleitung

1.1 Beschreibung der Einrichtung

1.2 Stellenwert der Erlebnispädagogik in der Einrichtung

 

2.   Erlebnispädagogisches Konzept

2.1 Pädagogischer Hintergrund/Idee

2.2 Allgemeine Zielsetzung

2.3 Art der Unternehmung

 

3.   Zielgruppe

3.1 Gruppenzusammensetzung

3.2 Beschreibung der Teilnehmer/innen

 

4.   Projektverlauf

4.1 Vorbereitung

4.2 Geplanter Projektverlauf

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

4.4 Abschluss

 

5.   Nachbereitung

5.1 Veränderungen bei den beteiligten Kindern

5.2 Reaktionen in der Einrichtung

 

6.   Reflexion

6.1 Besondere Erlebnisse

6.2 Erkenntnisse / Erfahrungen

 

7.   Öffentlichkeitsarbeit

 

8.   Literaturverzeichnis

 

9.   Anhang

 

 

 

 

 

1. Einleitung

 

1.1 Beschreibung der Einrichtung

 

Der Verein zur Förderung sozialpädagogischer Wohngruppen e.V. (VFSW) wurde 1982 als freier Träger der Jugendhilfe gegründet. Der Verein betreute von 1982 bis Oktober 2001 eine Jugendwohngruppe. 1997 kam der Arbeitsbereich der ambulanten Jugend- und Familienhilfen dazu. Die Entwicklungen der Jugendhilfe haben dazu geführt, den stationären Bereich 2001 zu schließen und die ambulanten Hilfen zu erweitern. Im Zuge der Umstrukturierung bekam der Verein seinen neuen Namen „Jugendhilfen Sprungbrett e.V.“ Der Verein „Jugendhilfen Sprungbrett e.V.“ ist gemeinnützig anerkannt und eingetragen. Der Verein ist Mitglied im DPWV und der IGFH.

 

Unser Verein bietet ambulante Jugend- und Familienhilfe in Nürnberg und Umgebung an. Zu unseren Maßnahmen gehören:

•  Sozialpädagogische Familienhilfe,

•  Erziehungsbeistandschaft,

•  Betreutes Einzelwohnen und

•  Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung.

 

Diese Jugendhilfemaßnahmen unterliegen dem KJHG (§31, §30, §34 und §35) und richten sich an sozial schwache Familien, Kinder und Jugendliche, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Finanziert werden diese Maßnahmen vom zuständigen Jugendamt und abgerechnet wird über einen vereinbarten Fachleistungsstundensatz. Unsere Einrichtung ist ein kleiner Anbieter in diesem Bereich und beschäftigt derzeit fünf pädagogische Teil- und Vollzeitkräfte.

 

Seit Oktober 2007 ist das Projekt „Familie Leben“ ein neuer Bestandteil unseres Vereins. Es umfasst vier Bereiche, aus denen die Familien für sie passende Angebote nutzen können.

•  Beratung/praktische Begleitung

•  Erziehungskurse

•  Familienunternehmungen

•  Kinder- und Jugendberatung

 

Die vier Bausteine sind miteinander vernetzt. Positive Erfahrungen aus einem Projektangebot, rufen Interesse und Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit in einem anderen Modul hervor. Der Familie werden so  neue Entwicklungschancen eröffnet. Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass der persönliche Kontakt zwischen Klient und Hilfeanbieter die  Bereitschaft ein Angebot anzunehmen wesentlich erhöht. Der Erstkontakt zu den Zielgruppen läuft über die Zusammenarbeit mit Multiplikatoren wie Kindergärten, Schulen, Horten, Allgemeine Soziale Dienste, andere Fachdienste, Beratungsstellen etc. Mittlerweile nehmen die Teilnehmer auch direkt Kontakt zu uns auf.

 

 

1.2 Stellenwert der Erlebnispädagogik in der Einrichtung

 

Schon in der Jugendwohngruppe war es dem Team ein großes Anliegen, erlebnispädagogische Maßnahmen anzuwenden. Den Jugendlichen sollte immer wieder die Möglichkeiten gegeben werden, eine Abwechslung zu ihrem Alltag zu erfahren. Eine Kollegin und ich waren damals für die Durchführung sämtlicher Angebote verantwortlich. Diverse Freizeiten und Wochenendaktionen wurden unter erlebnispädagogischen Aspekten durchgeführt. In der Jugendwohngruppe habe ich auch mein Praxisprojekt für meine Diplomarbeit zum Thema „Erlebnispädagogik in der Jugendhilfe“ durchgeführt.

 

Im ambulanten Bereich der Jugendhilfe gestaltet es sich schwierig, die Erlebnispädagogik einzubringen. Der Alltag der Familien und Jugendlichen ist meist problembelastet und von Krisen überschattet, so dass mehr eine Art „Feuerlöscher-Arbeit“ zu leisten ist und wenig Zeit und Raum für Aktivitäten bleibt. Unserem Team ist diese Abwechslung für die Familien sehr wichtig und wir versuchen immer wieder, die Familie bzw. Jugendlichen raus aus ihrem gewohnten Kontext zu bringen und gemeinsam mit ihrer Familie schöne Erlebnisse (vor allem in der Natur) zu schaffen. Dies war einer der Beweggründe für uns, das neue Projekt „Familie Leben“ ins Leben zu rufen. Somit haben wir die Möglichkeit, im Rahmen der Familienunternehmungen und der Kinder- und Jugendberatung Erlebnispädagogik einfließen zu lassen. Gerade bei den Ausflügen legen wir großen Wert auf konsumarme, naturnahe und erlebnisreiche Gestaltung (z.B. Schatzsuche, Waldwanderungen, Spielnachmittage, Waldweihnacht). Die Familien können hier neue Erfahrungen machen, die sie zum Nachahmen animieren und somit den Familienalltag bereichern sollen.

 

Bei diversen Ferienaktionen (z.B. Stadtrallye) im Rahmen der Kinder- und Jugendberatung konnten wir im vergangen Jahr verschiedenste erlebnispädagogische Ansätze  verwirklichen. Das Kinderzeltlager sollte ein weiteres Highlight darstellen.

 

 

2. Erlebnispädagogisches Konzept

 

2.1 Pädagogischer Hintergrund/Idee

 

Die Idee, zu einer erlebnispädagogischen Ferienfreizeit, besteht schon seit einiger Zeit. Durch das Projekt „Familie Leben“ konnten wir diese verwirklichen. Es soll ein fester Bestandteil des Projektes werden und einmal jährlich angeboten werden. Da wir keine bestehende Gruppe in unserer Arbeit betreuen, war die einzige Möglichkeit, ein Projekt mit den ehemaligen und jetzigen Klienten des Sprungbrett e.V. und „Familie Leben“ durchzuführen. Mein Team war von der Idee sofort begeistert und sie sagten mir jegliche Unterstützung zu. Eine Kollegin erklärte sich unmittelbar danach bereit, mit mir zusammen das Zeltlager durchzuführen. Sie ist ehrenamtlich seit vielen Jahren in der kirchlichen Jugendarbeit tätig und hat schon etliche Freizeiten organisiert. Bei unserem ersten Treffen Ende April legten wir den Inhalt und den groben Ablauf fest. Die Ziele und das Thema für das Zeltlager waren schnell gefunden. Wir wollten ein Motto, dass die Freizeit lebendiger und für die Kids abenteuerlicher macht. So entschieden wir uns für ein Piratencamp.

 


2.2 Allgemeine Zielsetzung

 

Wir wollten es den Familien, die wir betreuen oder betreut haben, ermöglichen, ihre Kinder auf eine Freizeit zu schicken. Finanziell ist dies für viele bei den übrigen Anbietern solcher Ferienmaßnahmen nicht möglich. Auch die Hemmschwelle, sich dort hinzuwenden ist für einige Eltern zu hoch. Speziell den Kindern aus bildungsfernen Familien wollten wir einen Ausgleich zu ihrem eher eintönigen Alltag bieten und Anregungen für Neues schaffen. Idealerweise sollten die Kids auch nach der Freizeit in Kontakt bleiben und so das soziale Netzwerk der Familien erweitern.

 

Konkrete Erwartungen und Ziele:

•  eine gute Zeit zusammen verbringen

•  mit Gleichaltrigen Spaß haben

•  als Gruppe zusammenwachsen

•  Teamwork erfahren (Hilfe geben und Hilfe annehmen)

•  Gegenseitig akzeptieren und tolerieren (trotz Unterschiede)

•  Verantwortung übernehmen

•  auf sich und andere konzentrieren

•  Abwechslung zum Alltag erleben

•  Fähigkeiten und Begabungen entdecken

•  Neues ausprobieren können und Erfahrungen sammeln

•  Herausforderungen eingehen

•  Grenzerfahrungen machen und Ängste überwinden

•  ohne Eltern eine gute Zeit erleben

•  Stärkung von Selbstwert und Selbstständigkeit

•  Ranführen ans Kanufahren und umsetzen

•  Natur erleben mit allen Sinnen

•  Erlebnisse fernab von Konsum schaffen

•  mit wenig Mitteln viel Spaß haben



Befürchtungen und Probleme, die auftreten könnten:

•  Dauerregen und schlechtes Wetter

•  Unfall oder Verletzungen

•  Überforderung der Teilnehmer/innen

•  die Gruppe findet sich nicht zusammen

•  es gibt permanent Ärger und Streit

•  Einzelne werden aufgrund persönlicher Eigenheiten stigmatisiert

•  fehlende Motivation der Teilnehmer/innen

•  mangelnde Begeisterung fürs Angebot

•  die Kids können sich nicht auf uns Betreuerinnen einlassen

•  fehlende Akzeptanz der Grenzen

•  Heimweh

 

 

2.3 Art der Unternehmung

 

Das „Piratencamp Hammermühle“ ist ein Kinderzeltlager an der Altmühl für Kinder im Alter von 8 - 13 Jahren. Es fand in der ersten Sommerferienwoche vom 05. - 07.08.2008 statt.

 

 

3. Zielgruppe

 

3.1 Gruppenzusammensetzung

 

Zu dieser Freizeit haben wir alle ehemaligen und aktuellen „Klientenkinder“ aus unsere Arbeit im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe und Familien aus unserer Projektarbeit „Familie Leben“ eingeladen. Die Kinder sind im Alter von 8 - 13 Jahren aus unterschiedlichsten Familienverhältnissen. Es sollte jeder Familie, vor allem auch finanziell, möglich sein, ihr Kind auf dieses Camp mitzuschicken. Es wurden sowohl Mädchen als auch Jungen gleichermaßen eingeladen. Zusätzlich wurde unsere Freizeit auf die Internetseite www.jugendinformation-nuernberg.de der Stadt Nürnberg aufgelistet und somit war sie allen Kindern in Nürnberg zugänglich. Die Mischung aus sozialschwachen Familien und Mittelschichtsfamilien, Jungen und Mädchen unterschiedlichen Alters und die Tatsache, dass sich nur die wenigsten vorher kannten, machte das Piratencamp für uns besonders spannend. 

 

 

3.2 Beschreibung der Teilnehmer/innen

 

F.

Er ist 13 Jahre alt und Schüler am Gymnasium. Er lebt mit seinen Eltern in einer Wohnung in Nürnberg. Sein älterer Bruder wohnt nicht mehr zuhause. F. ist sehr aktiv in seiner Freizeit und spielt seit vielen Jahren Hockey und Fußball im Verein. Er nimmt am Piratencamp teil, weil er Spaß an Outdoor-Aktivitäten hat und ihn das Kanufahren reizt. Er kennt unsere Einrichtung durch die Teilnahme an unseren Familienausflügen.

 

 

Fa.

Er ist 12 Jahre alt und besucht die 5. Klasse einer Sportschule. Fa. lebt mit seiner Mutter, dem neuen Lebensgefährten und seinen vier Geschwistern in einem Einfamilienhaus in einem Vorort von Nürnberg. Die Familie wurde von uns vor einigen Jahren durch eine SPFH unterstützt und nimmt regelmäßig an unseren Familienausflügen teil. Fa. ist ein aufmerksamer und hilfsbereiter Junge, den man für fast alles begeistern kann. Er ist mit dabei, weil er Action mag und sich gerne draußen aufhält.

 

 

K.

Er ist 11 Jahre alt und der Bruder von Fa. Er besucht die 4. Grundschulklasse. Er spielt in seiner Freizeit Tischtennis und ist immer draußen, wenn es geht. Er ist beim Piratencamp mit dabei, weil er vom Kanufahren begeistert ist und gerne tobt.

 

 

L.

Sie ist 11 Jahre alt und besucht die 5. Klasse einer Realschule. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester in einer Wohnung in Fürth. L. hat hohe soziale Kompetenzen und ist begeisterungsfähig. L. hat Epilepsie und nimmt täglich Medikamente. Einen Anfall hatte sie seit Jahren nicht mehr. Ihr Vater hat sich bei uns übers Internet gemeldet und kannte unsere Einrichtung vorher nicht. Sie war schon häufig auf Freizeiten und hat Spaß am Zelten und Kanufahren.

 

 

A.

Sie ist 10 Jahre alt und in der 4. Klasse der Grundschule. Sie lebt mit ihrer Mutter in einer Wohnung in einem Vorort von Nürnberg. A. ist Einzelkind, ihre Mutter arbeitet Teilzeit und A. ist nach der Schule im Hort. Die Familie wird von uns im Rahmen einer Erziehungsbeistandschaft seit einem Jahr unterstützt. A. kennt Fa. und K. aus der Schule. Sie ist sehr begeisterungsfähig und war die erste, die sofort zugesagt hat. Sie freut sich vor allem auf die anderen Kinder und das Kanufahren.

 

 

Ch.

Er ist 9 Jahre alt und in der 3. Grundschulklasse. Er lebt mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester in einer Sozialwohnung in Nürnberg. Die Familie erhält von uns seit kurzem SPFH. Ch. ist häufig Außenseiter und wird Opfer von Schikanen in der Schule. Er ist übergewichtig und hat wenig Selbstbewusstsein. Er nimmt am Piratencamp teil, weil ihn seine Mutter angemeldet hat und er Spaß mit anderen Kindern haben will.

 



J.
Sie ist 9 Jahre alt und in der 3. Klasse einer Grundschule. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einer Wohnung im Nürnberger Land. Die Mutter arbeitet Teilzeit. Die Familie nimmt ab und zu bei unseren Familienausflügen teil. J. ist ein aktives Mädchen, das begeisterungsfähig und hilfsbereit ist. Sie trainiert seit einigen Jahren im Garde-Verein. Sie ist beim Piratencamp dabei, um Spaß mit anderen Kindern zu haben und weil sie sich aufs Zelten freut.

 

 

M.

Er ist 8 Jahre alt und der Bruder von J. Er besucht die 2. Klasse der Grundschule. M. hat sehr viel Power und ist sportlich. Er wirkt im ersten Moment jünger und zierlich. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Fußball und spielt mit viel Begeisterung im Verein. Er ist mit dabei, weil seine Schwester mitfährt und er noch nie alleine von zuhause weg war.

 

 

Lu.

Er ist 8 Jahre alt und mit M. in einer Klasse. Lu. lebt mit seinen Eltern und seinem kleineren Bruder in einem Einfamilienhaus im Nürnberger Land. Der Vater arbeitet und die Mutter ist zuhause bei den Kindern. Lu. wurde von M. überredet. Er freut sich auf das Kanufahren und ist das erste Mal weg von zuhause.

 

 

D.

Er ist 8 Jahre alt und besucht die 2. Klasse. Er lebt mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder in einer Wohnung in Nürnberg. Er hat vor einem Jahr seine Schwester und seinen Vater verloren. Die Familie wird von uns im Rahmen der SPFH betreut und nimmt regelmäßig an den Familienausflügen teil. Seinen Bruder konnten wir leider nicht dazu bewegen mitzufahren, da er sich um die Mutter kümmern wollte. D. ist ein sehr mutiger Junge, der vor nichts Angst hat und sich für alles motivieren läst. Er ist sehr aktiv und muss öfters auf Grenzen aufmerksam gemacht werden. D. besticht durch seine soziale und liebe Art. Er möchte beim Piratencamp Action und Spaß haben.

 

 

4. Projektverlauf

 

4.1 Vorbereitung

 

März 2008:

Einbringen der Idee ins Team; sofortige Begeisterung und Zusage von Unterstützung, meine Kollegin, Ute, erklärte sich umgehend bereit, mit mir die Freizeit zu planen und durchzuführen.

 

25.04. - 30.05.08:

Inhaltliche Vorbereitung des Projekts: Teilnehmerfindung, Projektablauf, Finanzierungsplan, Formulare/Informationsmaterial erstellt, Aufgabenverteilung, Materiallisten, Rücksprache mit Vorstand, Geschäftsführung und Team

 

Juni 2008:

Einladungen verteilt/verschickt, Informationen auf unsere Internetseite und ins Internet gestellt, persönliche Einladungen, Bekanntmachung der Freizeit bei unseren Kooperationspartnern, Informationsmaterial verschickt

 

27.06. - 29.06.08:

Wochenende an der Hammermühle mit meiner Kollegin, Ute: Zeltplatz, Umgebung und Lagecheck; Abfahren der Kanustrecke/Altmühl (Gefahrenstellen und grober Ablauf, Spiele, Pausen), Kanuverleih und Preise abgeklärt, Spiele und Möglichkeiten abgesprochen, Vorüberlegungen zum Sicherheitskonzept vor Ort

 

30.06. - 25.07.08:

Einladung zum Vorbereitungstreffen verschickt, Anmeldungen/Teilnehmerliste, exakte Planung des Programms (Anpassung an Gruppe), Reservierung des Zeltplatzes und Fahrzeuge, Materialsammlung, Spiele und Aktionen vorbereitet, Sicherheitskonzept und Notfallplan erstellt, Absprachen und Infos im Team, Anfragen bei Sponsoren/Presse

 

28.07.08:

Vorbereitung des Vortreffens: Absprachen mit meiner Kollegin, Regeln/Ablauf fürs Camp besprochen, Speiseplan erstellt, Verkleidung und Dekoration zum Thema „Piraten“, Kennenlernspiel

 

28.07.08, 16.30 Uhr:

Vortreffen mit allen Teilnehmer/innen und deren Eltern: gegenseitiges Kennen lernen, Einstimmung auf´s Piratencamp, Ablauf, Regeln, Ziele, Wünsche und Erwartungen abgeklärt, Packliste besprochen, Fragen beantwortet

 

 

Daraus ergaben sich folgende Erwartungen und Befürchtungen:

 

Erwartungen der Teilnehmer/innen:

•  gutes Wetter

•  viel Spaß

•  neue Erfahrungen

•  gute Laune

•  nette Leute

•  viel Spaß neben und auf dem Wasser

•  gutes Essen

•  Kentern üben

•  Zeit für Fußball und andere Spiele



Befürchtungen:

•  schlechtes Wetter: kalt, Dauerregen

•  Zelt undicht

•  zu wenig Action

•  Langeweile

•  Heimweh

•  zu oft nicht im Kanu zu sein

•  Gewitter auf dem Fluss

•  Kentern

•  krank werden

•  Ärger in der Gruppe

•  Unfälle

•  Nichtschwimmer als Hindernis

 

Was darf auf keinen Fall fehlen

•  Kanufahren

•  Piratenleben

•  Lagerfeuer

•  Marshmellows

•  gute Laune

•  Schlafen

•  Fußball spielen

•  Grillen

•  Baden in der Altmühl

 

Erwartungen/Befürchtungen der Eltern:

•  viel Spaß

•  neue Erfahrungen

•  Kanufahren lernen

•  Begeisterung fürs Zelten entwickeln

•  Grenzen akzeptieren

•  mangelnde Mitarbeit

•  Heimweh

•  Unfälle

 

04.08.08:

Treffen mit Ute: Planungen durchgesprochen, Arbeitsaufträge abgeklärt, Einkaufen der Lebensmittel/Materials, restliche Vorbereitungen getroffen. Aufgrund familiärer Ereignisse, muss Ute am zweiten Tag morgens abreisen. Christine erklärte sich spontan bereit, sie zu vertreten. Alle notwendigen Absprachen wurden mit Christine getroffen. Sie war durchs Team übers Piratencamp gut informiert und involviert. Sie kennt zwei der Teilnehmer aus ihrer SPFH-Betreuung und einige von den Familienausflügen.  

 

 

4.2 Sicherheitskonzept und Notfallplan

 

Um das Projekt sicher zu planen, habe ich mich an die Empfehlungen des KAP-Instituts und des Buches „Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik“ orientiert.

 

Gefahren beurteilen:

•  Wir sind die Strecke vom 27.06 -29.06.2008 mit einer Gruppe vom Kinderladen Nürnberg mehrmals abgefahren (Auszug aus Flusskarte Anhang S. 61).

•  Der Wasserstand der Altmühl ist in den Sommermonaten konstant.

•  Wasserstand der Altmühl am 04.08.2008: 122 cm (www.kajak-channel.de).

•  Die Wettervorhersage vom 05.-07.08.2008: sonnig und hochsommerlich warm; Regenwahrscheinlichkeit 0 % (www.heidpark.wetter.net).

•  Es gibt keine Gefahrenstellen auf unserer Strecke.

•  Die zwei Wehre sind gut erkennbar und befahrbar (wer möchte).

•  Die Altmühl ist ein idealer Einsteigerfluss für Anfänger.

 

Präventive Maßnahmen für die Tour:

•  Kopfbedeckung und Sonnenschutz sind für alle Pflicht.

•  Schwimmwesten werden individuell angepasst (Kinder, Nichtschwimmer, Größe).

•  Sitzverteilung in den Kanus orientiert sich an verschiedenen Faktoren (Stärken/Schwächen, Größe, Gewicht, Anfänger etc.; Nichtschwimmer bei Betreuern).

•  Regeln und Zeichen allen erklären und gemeinsam wiederholen und vertiefen.

•  Umgang mit dem Kanu an Land einüben.

•  Mögliche Gefahren besprechen und für Rücksicht sensibilisieren.

•  Verhalten im Notfall/bei Unfall mit allen besprechen.

•  Route/Ablauf durchgehen.

•  Aktionen und Kentern nur nach Absprache.

•  Genügend Trinkwasser und Verpflegung an Board.

 

Sicherheitsvorkehrungen für die zwei Nichtschwimmer:

•  D. und Ch. tragen eine ohnmachtssichere Rettungsweste.

•  Die beiden fahren in den Betreuer-Kanus mit.

•  Die Eltern geben die Erlaubnis, dass sie bei den Kanutouren mitfahren dürfen.

•  Alle werden informiert, dass Nichtschwimmer an „Board“ sind und sie darauf Rücksicht nehmen sollen.

 

Wichtige Hilfen während der Tour:

•  Pegelstände der Altmühl

•  Flussführer

•  Wetterprognosen

 

Erste Hilfe im Kanu:

•  Erste-Hilfe-Päckchen (wasserfest verpackt)

•  Handy

•  2 Wurfsäcke

•  am Zeltplatz haben wir einen Erste-Hilfe-Koffer

 

Im Notfall sind folgende Maßnahmen zu beachten:

•  Ruhe bewahren

•  Situation erfassen und beurteilen

•  erste Sofortmaßnahmen ergreifen

•  Hilfen anfordern (Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei)

•  Organisation der Änderung

•  eine Betreuerin kümmert sich um Verletze/n, andere bleibt bei der Gruppe

•  Information des Diensthabenden Arztes

•  Information der Eltern etc./Einrichtung

•  evtl. Abbruch der Maßnahme

 

Telefonnummern:

•  Notruf Polizei/Feuerwehr: 110/112

•  Notruf Rettungsdienst: 19222

•  Krankenhaus Eichstätt: Ostendstr. 31; Tel: 08421-601-0

•  Ärzte Dollnstein: Dr. Mödl, Am Gänsbuck, Tel: 08422-382 oder Dr. Spiegel, Reichenaustraße, Tel: 08422-1477

 

Im April 2007 habe ich am Fortbildungskurs „Erste-Hilfe-Outdoor“ und im August 2007 „Kanu & Floß“ des KAP-Instituts teilgenommen. Meinen Rettungsschwimmer habe ich im September 2007 aufgefrischt.

 

 

4.3 Finanzierung

 

Unser Ziel war es eine Freizeit anzubieten, die sich alle „unsere“ Familien leisten können. Daher war klar, dass der Verein einen Teil der Kosten (vor allem die Überstunden fürs Personal) tragen wird. Dies wurde von unserer Geschäftsführung und dem Vorstand abgesegnet.  Einen Teil der Kosten versuchten wir über Spendengelder aufzutreiben.

 

Die restlichen Kosten haben wir bewusst sehr gering gehalten, um weg von einer konsumorientierten Freizeit und hin zu einem naturnahen Erlebnis zu gelangen, mit möglichst wenigen Anregungen von außen. Der Zeltplatz Hammermühle bietet hierfür ideale Bedingungen. Kein Trinkwasser und Stromversorgung und fünf Dixiklos bilden die Ausstattung. Auch unsere Angebote sollten möglichst wenig kosten, um den Kids und den Eltern zu vermitteln, dass man auch mit wenig Mitteln, viel erleben kann.  
Im Anhang habe ich den Finanzierungsplan und die tatsächlich angefallenen Kosten (Anhang S. 28/29) beigefügt.

 

 

4.4 Geplanter Projektverlauf

 

1. Tag: 05.08.2008

 

 

Zeiten

Aktion/Ort

Teilnehmer

Material/to do

9:00

Treffpunkt Hauptbahnhof Nürnberg Südausgang

alle Kids, 2 Betreuerinnen

Auto, Bus,  gesamtes Material, Gepäck-Check Kids; KK-Karten, Impfpässe, Wertsachen einsammeln

9:30

Gemeinsame Abfahrt

alle

11:00

Ankunft Zeltplatz Orientierung

alle

12:30

Auspacken, Aufbau des Camps

alle, Ute

Zelte, Schlafsäcke, Isomatten, Planen, Versorgerzelt, gesamtes Material,
Wasserversorgung, Feuerplatz

13:00

Mittagessen

alle

mitgebrachte Brotzeit, Obst

14:00

Piratenspiele zum Kennenlernen

alle, Nadja

Spiel, Material
Piratenpantomime Namensspiel

15:00

Ablauf, Regeln erklären Piratenmannschaft
Einteilung der Dienste

alle, Nadja,
Ute 

Regelwerk, Ablaufplan, Piratenutensilien, Dienstplan

15:30

Freie Zeit, Schwimmen
Federball,Fußball

Ute, Kids

Federball, Fußball etc. Picknickdecken

15:30

Aufbau und Vorbereitung fürs Geländespiel

Nadja

Seile,Tücher, Wassereimer, Bandschlingen, Schatzkarte, Geschichte etc.

16:30

Geländespiel
„Der verfluchte Schatz“

alle

Piratenverkleidung, Trillerpfeife

Freie Zeit, Ruhephase

17:30

Abendessen vorbereiten

Betreuerinnen, Kids 

Abendessen

alle

Bei Dunkelheit

Nachtwanderung Lagerfeuer, Logbuch

alle

Geschichte, Lieder  Decken, Photo, Taschenlampen

ca. 22:30

Ausklang, Zeltruhe

 

 

 

2. Tag: 06.08.2008

 

 

Zeiten

Aktion/Ort

Teilnehmer

Material/to do

Aufstehen

Betreuerinnen

Wecken, Fertigmachen

Betreuerinnen

Piratensignal

Frühstück  vorbereiten

Betreuerinnen, Kids

Frühstücksachen, Geschirr, Decken,

8:30

Frühstück 

alle

Aufräumen

Ute,Kids 

9:00

Ablösung Ute,
kurze Besprechung

Ute,Christine  

Reflexion: Was fand ich gut? Wie geht’s mir? Was erwarte ich heute?

Nadja, Kids   

9:30

Kanu - Aufwärmspiel „Stockreise“ Ranführen ans Medium

Nadja, alle   

Paddel, Trillerpfeife

10:30

Kanus checken
Trockenübungen

alle

Kanus, Paddel, Rettungswesten, Tonnen, Spanngurte

11:00 

Kanufahren auf der Altmühl (evtl. Tandem)  

alle     

Erste-Hilfe-Set, Handy,trockene Klamotten, Kamera, Verpflegung,Wasser, Sonnencreme, Karte, Kopfbedeckung, Flussführer,  Kompass,Wurfsäcke 

Spiele und Picknick auf dem Wasser, Kenterübungen und Pause Hammermühle

alle

s.o. Bälle etc.

Ca. 16:00

Paddeln zum Kanuverleih

alle

18:00

Kanus abgeben, Eis für alle

alle

18:30

Rückfahrt, Ankunft Zeltplatz

alle

Ruhephase, freie Zeit

19:00

Abendessen vorbereiten, Grillen

Betreuerinnen, Kids

Würstchen, Salate, Stockbrot, Gemüse

19:30

Abendessen, Aufräumen

Betreuerinnen, Kids

Lagerfeuer, Logbuch,Lieder, Geschichten, Stockbrot, Marshmellows, evtl. Spiele

alle

Holz, Stockbrotteig, Marshmellows, Geschichten, Lieder, Logbuch, Taschenlampen

Zeltruhe

 

 

 

 

3. Tag; 07.08.2008

 

 

Zeiten

Aktion/Ort

Teilnehmer

Material/to do

Aufstehen, Wecken

alle

Piratensignal

8:30

Frühstück

alle

Frühstücksutensilien

Aufräumen

Betreuerinnen, Kids

9:30

Morgenrunde, Reflexion

Nadja, Kids

Caesars Daumen

10:00

Aufwachspiele Piraten

alle

Kanonendonner, Kopftuchspiel

11:00

Abbau des Camps

alle

13:30

Snack

Christine, alle

Resteessen (kalt)

Abschlussrunde

Nadja, alle

"Schatzkästchen", Ehrenbrosche, Urkunde für Piraten; Reflexion

14:30

Abfahrt

alle

16:00

Ankunft, Abholen Nürnberg, HBf

alle

 

 

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

 

Dienstag, 05.08.2008

 

Um 8 Uhr konnte ich unseren reservierten 9-Sitzer-Bus beim Autoverleih abholen und mit Material beladen.

 

Um 9 Uhr trafen wir uns am Parkplatz beim Südausgang des Nürnberger Hauptbahnhofes mit allen Teilnehmer/innen und ihren Eltern. Die meisten waren pünktlich. Eine Familie kam eine halbe Stunde zu spät, da sie im Stau standen. Wir verstauten das viele Gepäck und die Sitzverteilung konnten sich die Kids selbst aussuchen. Wir sammelten von allen ihre Krankenkassenkarte, den Impfpass und sonstige Wertsachen ein. Die Wettervorhersage (drei Tage Hochsommer) stimmte uns zusätzlich fröhlich. Alle verabschiedeten sich gut gelaunt und es konnte gg. 9.45 Uhr losgehen. Auf der Fahrt konnten sich alle schon mal „beschnuppern“ und es herrschte ausgelassene Stimmung. Einige kannten sich vorher schon, andere Gesichter waren neu. Vor allem L. war in unserem Bus Wortführerin und erzählte Witze und Rätsel. Alle fanden dies lustig und beteiligten sich rege am Gespräch. F. und L. saßen vorne und entdeckten gleich gemeinsame Interessen (Musik und Witze).

 

Nach 1 ¼ Stunden Fahrt erreichten wir den Zeltplatz Hammermühle. Ute, Fa. und K. kamen kurz darauf an. Gemeinsam besichtigten wir erstmal den Platz.
Wir baten die Kids gemeinsam beim Ausladen der Fahrzeuge zu helfen und dies taten alle auch freiwillig. Nach nur 15 Minuten waren beide Autos leer und der Zeltplatz von uns „erobert“.

 

Wir entschlossen uns, erst mal eine Stärkung zu uns zu nehmen und den Mittagssnack vorzuziehen. Jeder hatte eine Brotzeit dabei und wir stellten noch Obst und Getränke für alle bereit.

 

Das Hauptthema der Kids war die Zeltaufteilung. Es herrschte große Aufregung und Euphorie. Als wir mit dem Essen fertig waren, lösten sich die letzten Wolken auf, es war blauer Himmel und traumhafte 27 Grad.

 

Um ca. 11.30 Uhr ging es an den Aufbau unseres Piratencamps. Wir erklärten den Kids, welche Zelte wir dabei haben und fragten, wer mit wem ins Zelt möchte. Die Mädels wollten auf jeden Fall zusammen in das 3-er Kuppelzelt und bei den Jungs war klar, dass M. und L., die sich ja schon kannten und Fa., K. und D. in ein Zelt wollten. Nach kurzen Überlegungen und kleineren Diskussionen entschieden sich Fa., K. und D. das kleinere Familienzelt mit zwei Kammern und die restlichen vier Jungs das größte Familienzelt mit einer Kammer zu nehmen. Die Mädels begannen sofort mit den Aufbau und kamen größtenteils alleine damit klar. Ute und ich teilten uns auf, um den Jungs beim komplizierten Aufbau zu helfen. Alle Jungs mussten immer wieder motiviert werden, weiterzumachen. Fa. war als einzigster mit Begeisterung dabei. Vor allem D., F., Ch. und Lu. mussten kontinuierlich bei der Stange gehalten werden. Es war ausgemacht, dass erst nach dem Aufbau Zeit zum Spielen oder Baden war. Dies spornte die Jungs letztendlich an, dran zu bleiben.

 

Nach dem schweißtreibenden Aufbau (ca. 1 ½  Std.) zogen sich alle um und holten sich die wohlverdiente Erfrischung in der Altmühl. Die beiden Nichtschwimmer (Ch. und D.) wurden von uns mit Schwimmflügeln versorgt und mit allen wurde abgesprochen, dass sie nur ins Wasser können, wenn einer von uns Erwachsenen dabei ist.

 

Vor allem die „Wasserrutsche“ direkt bei unserem Zeltplatz begeisterte die Kids. Sie waren alle zehn gemeinsam auf den Wassertreppen und versuchten abwechselnd gegen die Strömung anzukommen.  Ch. wirkte sehr ängstlich und unsicher. Er wurde von einigen Jungs geschupst und gehänselt. Er zeigte darauf hin wenig Interesse und Bereitschaft an jeglicher Beschäftigung. Wir ermunterten Ch. wieder mitzuspielen und forderten die Jungs auf, fair und gemeinschaftlich miteinander umzugehen. Nach kurzer Zeit löste sich die unangenehme Stimmung durch eine von D. angefangene Algenschlacht auf und alle waren wieder mit Begeisterung dabei. Ute war die ganze Zeit bei den Kids und beobachtete, wie sich alle im Wasser und miteinander verhalten.   

 

In der Zwischenzeit packte ich das restliche Material aus und richtete unsere Küchenstation ein. Nach einer guten Stunde holten wir die Kids aus dem Wasser und alle zogen sich um. Wir achteten darauf, dass sie ihre nasse Wäsche aufhingen und sich kurze Klamotten anzogen.Die Kids hatten anschließend noch freie Zeit für sich und beschäftigten sich alleine. Vier von den Jungs spielten mit einem geliehenen Volleyball unserer „Nachbarn“. Etliche Male musste der Ball vor allem von Fa. aus der Altmühl gefischt werden. Letztendlich ist der Volleyball dann doch der Strömung zum Opfer gefallen und konnte von den Jungs nicht mehr gerettet werden. Sie kamen auf uns zu und beichten den Vorfall. Wir gingen gemeinsam zum Besitzer des Balles. Dieser war sehr nett und meinte, dass hätte ihnen auch passieren können. Mit 10 € für den Ball wäre die Sache für ihn erledigt. Unsere vier Jungs waren sichtlich erleichtert und wir vereinbarten, dass wir beim Frühstück eine gemeinsame Lösung suchen werden. Vor allem M. machte sich viele Gedanken, wie er die 10 € von seinem Taschengeld zahlen sollte. Wir konnten ihn aber beruhigen und auf eine gemeinsame Lösung mit allen verweisen. 

 

In der Zwischenzeit bauten Ute und ich noch unser Zelt auf und ich konnte die Vorbereitungen für  das Geländespiel treffen. Dazu mussten zwei Bereiche mit Tüchern und Seilen abgesteckt und zwei Wassereimer versteckt werden. Das Gelände stellte sich steiler und gefährlicher als gedacht heraus. So musste ich noch einige Seile und Hilfsmittel für die Kids einbauen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren und trotzdem die Spannung noch aufrechtzuerhalten. Die Kids sollten vom Aufbau nichts mitbekommen. Dies gelang uns auch ganz gut. Ute lenkte die Kids ab und beschäftigte sich mit ihnen, so dass ich in Ruhe aufbauen konnte.

 

Gegen 16.30 Uhr kamen wir alle zur Einstiegsrunde zusammen, um das Piratencamp offiziell zu eröffnen. Wir hissten unsere Flaggen und wollten mit den Kids den Ablauf der nächsten Tage, die  Campregeln und die Diensteinteilung besprechen. Es fiel vor allem den Jungs extrem schwer stillzusitzen. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung und die Kids hatten anfangs nur Späße im Kopf und alberten rum. Für viele war diese Situation ungewohnt und es fiel ihnen schwer, sich zu konzentrieren.

 

Wir erklärten ihnen, nach einigen Versuchen anzufangen, dass sich das geplante Geländespiel durch ihre Unruhe nur verzögert. Und wir solange warten, bis sie es schaffen, still zu sein. Den Mädels ging das Rumalbern der Jungs schnell auf die Nerven und sie forderten die Jungs auf, endlich still zu sein. Sie wollten auf das Spiel nicht wegen ihnen verzichten.

 

Es dauerte ca. 10 Minuten, bis wir endgültig anfangen konnten. Ich habe K. und D., die am unruhigsten waren, mit in den Ablauf eingebunden. Daraufhin konnten wir den Kids einen Überblick über den Ablauf geben und unsere Campregeln und die Diensteinteilung (siehe Anhang S. 41/42) erklären. Uns war es wichtig immer wieder eine Verbindung mit dem Piratenleben herzustellen, um auch unangenehme Dinge (Regeln, Dienste) lebhafter und anschaulicher zu gestalten. Nachdem diese „Pflichtaufgabe“ erfüllt war, konnten wir endlich unsere Piratenmannschaft zusammenstellen. Die Kids und wir konnten uns aus einer Kleiderkiste mit Piratenutensilien das passende Piratenoutfit aussuchen. Die Begeisterung, sich zu Verkleiden war bei allen groß. Anschließend haben wir gemeinsam für jede/n aus unserem Piratenbuch einen passenden Namen gesucht. Viele Vorschläge kamen auch von den Kids selbst. Gerade die Verbindung zu dem Spielfilm „Fluch der Karibik“ machte das Ganze sehr lebendig.

 

Für das Geländespiel bildeten wir zwei Mannschaften. Dafür wurden M. und Ch. ausgewählt, um sich ihre Teams zusammenzustellen. Durch „Schnick-Schnack-Schnuck“ wurde derjenige bestimmt, der den Anfang machen durfte. Nachdem die Mannschaften standen gingen wir alle gemeinsam zum Mittelpunkt des abgesteckten Areals. Dort fing ich an, den Kids die Geschichte vom „Verfluchten Schatz“ zu erzählen. In diese Geschichte habe ich die Anleitung des Spiels integriert (siehe Anhang S. 45). Alle waren schon aufgeregt und voller Euphorie.

 

Beim ersten Teil „der Wasserversorgung“ ging es darum, welche Mannschaft mehr Wasser zur „Schatzwächterin“ bringt. Für jeden Becher und für zwei Lebensbändchen des gegnerischen Teams gab es ein Puzzleteil der Schatzkarte. Das Gegeneinanderspielen spornte alle an und sie zeigten vollen körperlichen Einsatz. Die Wikinger, mit den Mädels, gingen logistischer an die Sache ran und taktisch clever. Die überwiegend „männliche“ Seeräubercrew erzielte Vorteile über ihre Schnelligkeit. Ute musste nur selten wegen unfairen Schupsen oder „Bescheißen“ eingreifen. Vor allem F. musste einige Male „Strafe“ zahlen und seinen Wasserbecher ausleeren. Da er der älteste und größte war, versuchte er mit unfairen Mitteln die anderen auszuspielen. Ch. der oftmals körperliche Nachteile hat, konnte in diesem Spiel als „Fänger“ auftrumpfen und an Selbstvertrauen gewinnen. Die „Seeräuber“ schafften es 26 Puzzleteile und die „Wikinger“ 22 zu sammeln. Es war erstaunlich, wie schnell (20 Minuten) die Kids alle 48 Teile der Schatzkarte erkämpfen konnten. 

 

Nach dem körperlich anstrengenden ersten Teil ging es beim zweiten Teil ruhiger zu. Die „Schatzwächterin“ (ich) las den zweiten Teil der Geschichte vor und es war klar, dass nur alle gemeinsam letztendlich den Schatz finden können. Eine Gruppe sollte die Schatzkarte zusammensetzen, die andere einen Vier-Zeiler zum Thema Piraten verfassen. Das Puzzeln bereitete den Kids anfangs Probleme, da sie alle gleichzeitig puzzeln wollten. D. übernahm irgendwann das Kommando und schaffte es mit Hilfe von A. und Fa. zügig die Schatzkarte zusammenzusetzen. F. alberte die ganze Zeit nur rum, bekam aber von den anderen wenig Beachtung dafür. Die „Dichter-Gruppe“ war mit viel Ehrgeiz bei der Sache. L., J. und K. bewiesen kreatives Talent und präsentierten stolz ihren Vier-Zeiler (Anhang S. 48).

 

Anschließend versuchten alle die Schatzkarte zu lesen. F. entdeckte schnell, dass der Schatz auf der anderen Flussseite vergraben sein musste. F. und Fa. wurde von der Gruppe ausgewählt, den Schatz zu bergen. In einem rasenden Tempo hatten es die beiden Jungs geschafft, die Schatzkiste in unser Camp zu bringen. Sie waren alle stolz und gespannt auf den Inhalt. D. verteilte an alle gleichmäßig den Schatz und die Kids vernaschten ihre Süßigkeiten sofort. Vor allem K. war von dem Kompass begeistert und probierte ihn gleich aus. Um ca. 18.30 Uhr war das Geländespiel zu Ende und es hat allen Spaß gemacht.

 

Ein Auszug aus dem Logbuch zeigt, wie L. dieses Spiel beschreibt:
„Wir haben beim Piratenspiel viel Spaß gehabt! Es gab zwei Teams: die Wikingerpiraten und die Seeräuber. Es war echt lustig! Wir die Wikinger mussten unser Wasser von oben holen! Leider haben die anderen gewonnen aber naja ist ja net so schlimm! (Höhöhö)“

 

Anstatt einer Erholung wollten alle vor dem Essen noch mal ins Wasser. Bei den Temperaturen war das auch für uns eine willkommene Abkühlung. Die Jungs kamen auf die Idee einen „Arschbombenwettbewerb“ zu veranstalten. Wir wiesen sie auf die Gefahren hin und beobachteten das wilde Treiben. Trotz der geringen Wassertiefe zeigten alle vollen Einsatz und störten sich nicht an kleineren Prellungen und blauen Flecken. Die Mädels bildeten die Jury und bewerteten die Sprünge. Lu. wurde, mit knappem Abstand zu den anderen, zum besten „Arschbombenspringer“ erklärt. Nach dem Umziehen haben sich die Kids eigenständig im Kreis gesetzt und „Flaschen drehen“ gespielt. Alle zehn gemeinsam dort sitzen zu sehen, war ein tolles Gefühl und zeigte wie schnell die Gruppe sich gefunden hat.

 

Währendessen hatten Ute und ich Zeit, uns ums Abendessen zu kümmern. A. und L. sind von alleine auf uns zugekommen, um ihren vereinbarten Küchendienst einzuhalten. Sie halfen beim Schneiden und „Tisch decken“. Wir beschlossen, wie echte Piraten auch, am Boden im Kreis zu essen und passten auch die Tischdekoration unserem Piratenthema an. Nach dem erlebnisreichen und aktiven Tag hatten alle großen Hunger und stürzten sich auf die Spaghetti mit Tomatensoße (ca. 19.15 Uhr).

 

K. und F. fingen an, an der Soße rumzumotzen und wollten ihre Kasperrolle ausleben. Die anderen sind aber nur sehr sporadisch darauf eingegangen und ließen sich beim Essen nicht beirren, so dass wir als Betreuerinnen gar nicht eingreifen mussten. Anschließend hat jeder sein Geschirr selbst abgespült (wie vereinbart) und die Küchencrew hat den restlichen Abwasch und das Aufräumen mit Ute zusammen übernommen. Die anderen konnten sich wieder „spaßigeren“ Aktivitäten widmen. M., Lu. und K. haben begeistert Federball gespielt, Ch. hat Rätsel aus unserer Spielbox gelöst und die Mädels haben Frisbee gespielt.

 

Bei Einbruch der Dunkelheit (ca. 21.30 Uhr) riefen wir alle zusammen und die Kids sollten sich für die bevorstehende Nachtwanderung zur Quelle warm anziehen und ihre Taschenlampen holen. Anfangs hielt sich die Begeisterung für eine Nachtwanderung in Grenzen. Nach einigen Minuten laufen und dem Anbrechen völliger Dunkelheit stieg der Spaßfaktor bei den meisten. Die Älteren machten ihre Lichter aus und erzählten sich gegenseitig gruselige Geschichten. Die Jüngeren hielten sich eher in unserer Nähe auf und fühlten sich durch ihre Taschenlampen sicher. Nach einer halben Stunde setzen wir uns alle auf dem Boden und ich erzählte eine Piratengeschichte (siehe www.kidsweb.de). Alle hörten gespannt zu und genossen die Stille. Anschließend beschlossen wir, nicht mehr weiter bis zu einer Quelle zu gehen, sondern zurück zu laufen. Alle waren mittlerweile müde und wollten schlafen gehen. Auf dem Rückweg blieben immer wieder einzelne Kids stehen und schauten mit leuchtenden Augen die Sterne an. Ute erklärte ihnen einige Sternenbilder und die Entstehung von Sternschnuppen. In dieser Nacht gab es einen atemberaubenden Sternenhimmel und unglaublich viele Sternschnuppen. So konnten wir alle etliche Wünsche ins Universum schicken. Vor allem K. und J. waren fasziniert von diesem Nachthimmel.

 

Um 23.30 Uhr erreichten wir unser Camp und alle gingen ohne Aufforderung zielstrebig ins Zelt. Einige waren noch fähig ihre Zähne zu putzen. Die meisten waren schon nach wenigen Minuten eingeschlafen, bevor wir noch gute Nacht sagen konnten. Ute und ich saßen noch einige Zeit und ließen den Tag Revue passieren. Wir waren mit dem Ablauf und unsere Crew sehr zufrieden und glücklich. Im Zelt schreib ich dann noch den ersten Eintrag ins Logbuch.

 

 

Mittwoch, 06.08.2008

 

Um 8 Uhr sind wir Betreuerinnen aufgestanden. Im Camp herrschte noch absolute Ruhe. Die am Vortag beim Bootsplatzbetreuer bestellten Brötchen wurden geliefert und wir bereiteten das Frühstück vor. Gegen 8.30 Uhr sind die Kids langsam aufgestanden. Alle hatten gut geschlafen, keiner hat gefroren und alle waren gut gelaunt. J. und Ch. waren zum Küchendienst eingeteilt und halfen ohne Aufforderung mit. Nach einer „Katzenwäsche“ versammelten wir uns alle zum Frühstück. Es gab ein reichhaltiges „Buffet“ bei dem sich jeder selbst bedienen konnte. Es zeigte sich, wer auch zuhause selbständig ist und wer von seinen Eltern alles hingestellt bekommt. Nach dem Frühstück sollten alle noch sitzen bleiben, um den Volleyballverlust zu besprechen. Wir fragten bei den Kids nach, wer eine Lösungsidee hat. Erstmal machte sich allgemeine Ratlosigkeit breit. Die betroffenen Jungs waren immer noch bedrückt über den Verlust und Fa. schlug vor, das sie das Geld von ihrem Taschengeld bezahlen könnten. Lu. meinte, dass dies unfair sei, da alle sehr wenig Taschengeld haben und doch die Eltern dafür einspringen könnten. L. erlöste uns von der anschließenden Stille und kam auf die Idee, dass die Jungs ja symbolisch die nächsten Tage Arbeiten für uns übernehmen könnten. Wir beschlossen, dass Sprungbrett e.V. die 10 € bezahlt und die vier Jungs den Abwasch für alle übernehmen und beim Küchendienst helfen. Damit waren alle einverstanden und erleichtert. Zusammen mit den vier Jungs haben wir dann den Volleyball bezahlt und die Jungs haben sich noch mal entschuldigt.

 

Dies war ein guter Lerneffekt, dass man für seine Fehler gerade stehen muss und dass die Konsequenzen dann für alle Beteiligten tragbar sein können. Nachdem dies geklärt war, konnten wir mit dem Tagesprogramm gegen 9.30 Uhr beginnen. Während Ute und Christine die Übergabe machten und Christine in alle wichtigen Dinge eingewiesen wurde, holte ich die Kids für die Morgenrunde zusammen. Wir stellten uns alle in einem Kreis auf und ich wollte von allen eine kurze Aussage, wie es ihnen heute Morgen geht, was bisher positiv für sie war und auf was sie sich heute besonders freuen. Alle beantworteten die Fragen damit, dass es ihnen gut gehe, sie bisher alles toll fanden und sie sich aufs Kanufahren freuen. Die meisten wiederholten die Antworten ihrer Vorgänger. Es war schwierig für sie, etwas Eigenes zu formulieren. Die Antworten passten aber zum Eindruck, den ich von den meisten hatte. Nach dieser Runde wurden auch schon die Kanus geliefert, was die Kids in helle Aufregung versetzte. Alle stürzten Richtung Kanus und begutachteten „ihre“ Boote. Sie kamen ständig zu uns und fragten, wer mit wem im Kanu sitzen darf und wann es losgeht. Wir vertrösteten sie noch auf eine halbe Stunde, da wir noch fertig zusammenpacken und aufräumen mussten. Ute verabschiedete sich gg. 10 Uhr von allen und Christine stellte sich vor.

 

Um 10.30 Uhr hatten sich alle umgezogen und warteten gespannt auf uns in den Kanus. Zuerst klärten wir die Sitzverteilung in den Booten. Wir legten fest, dass die beiden Nichtschwimmer jeweils bei einem von uns Erwachsenen im Kanu sitzen. Ch. wollte bei Christine sitzen, die beiden kennen sich schon durch die SPFH-Betreuung. Somit war klar, dass D. bei mir im Boot sitzt. K. war der einzige, der schon Erfahrung im Kanufahren hatte und sich auch in der Lage fühlte, zu lenken. Er bekam die Verantwortung, das dritte Boot zu steuern. F. und Fa., die ältesten sollten ihn dabei unterstützen. Die Mädels wollten unbedingt alle drei zusammen in ein Kanu. Dies lies sich aber nicht umsetzen. Wir einigten uns darauf, dass wir erstmal so anfangen und später die Plätze getauscht werden können.  Nachdem die Sitzverteilung stand sollten alle noch mal aus den Kanus aussteigen. Jeder bekam von mir, seiner Größe entsprechend ein Paddel und die passende Schwimmweste. Alle stellten sich im Kreis um die „Stockreise“ zu spielen (Anleitung Anhang S. 44). Es sollte dazu dienen, dass sich alle mit dem Medium Kanu und ihrem Paddel vertraut machen und aktiv werden. Ich erklärte ihnen das Spiel und die Gruppe konnte sich noch ein paar Minuten beraten. 

 

Es gestaltete sich schwieriger als gedacht, dass alle im Kreis die Paddel des Nachbarn auffangen konnten und ein Ablauf entstand. Die Kinder waren teilweise noch zu klein/jung für diese schwierige Koordinationsübung und die unterschiedlichen Größen der Teilnehmer verhinderten einen nahtlosen Verlauf. Immer wieder fielen Paddel auf den Boden und die Übung musste von vorne beginnen. Die Kids ließen sich aber nicht davon abhalten, es wieder und wieder zu versuchen. Sie nahmen es mit Humor und hatten trotz „Misserfolg“ viel Spaß mit der „Stockreise“. Nach dem Spiel waren alle aufgeweckter und konzentrierter bei der Sache.

 

Anschließend setzten sie sich auf ihren vorher besprochenen Platz im Kanu. Ich erklärte ihnen den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf. Mir war es wichtig, dass alle wissen, was sie erwartet. Eine kurze theoretische und praktische Einführung der möglichen Paddelschläge, wie man bremst und steuert gab es im Anschluss. Ich klärte sie über mögliche Gefahren, dem richtigen Verhalten auf dem Wasser und Signale und Zeichen fürs Kanufahren auf. Notsituationen und den Umgang bei Unfällen haben wir ebenfalls durchgesprochen (siehe Anhang S. 43). Die Kinder hörten mir konzentriert und aufmerksam zu und beteiligten sich aktiv. Die meisten sind noch nie bzw. nur sehr kurz Kanu gefahren. Es war eine Mischung aus Vorfreude, Neugierde aber auch Ungewissheit und Angst vorhanden. Alle konnten es kaum erwarten, bis es endlich losging.

 

Um 11 Uhr konnten wir dann in „See stechen“. Wir setzten die Kanus vor unserem Wehr an der Hammermühle ins Wasser. Dabei mussten wir alle zusammen helfen, da die Boote für die Kinder sehr schwer waren. Ich demonstrierte ihnen, wie man richtig und ungefährlich in ein Kanu einsteigt und lies mir dies von jedem Einzelnen zeigen. So bekam ich ein gutes Gefühl, wer eher ängstlich bzw. sicher war. Durch die wohl überlegte Sitzverteilung mussten wir keinen Katamaran bauen, sondern jedes Boot konnte alleine losfahren. Wir fuhren erstmal flussaufwärts. Die Strömung der Altmühl ist an dieser Stelle so minimal, dass man fast keinen Unterschied spürt. Die Kids sollten erstmal ein Gefühl entwickeln, wie ein Kanu und ihr Team funktionieren. Nach anfänglichen Steuerungsproblemen kamen wir schnell in Fahrt. Das Kanu ohne Erwachsene tat sich sichtlich schwerer. K. bemühte sich nach Kräften, das Boot gerade zu steuern. Doch die Absprachen zwischen den Kids fehlten noch. So musste K. erst raus finden, dass er die Ansagen machen muss, so dass alle gleichzeitig paddeln und in eine Richtung lenken. Nach dieser Erkenntnis klappte es super und sie holten uns wieder ein.

 

Nach einer viertel Stunde wollten alle eine Abkühlung. D. quängelte die ganze Zeit, dass er aus dem Boot ins Wasser springen möchte. Wir beschlossen, bei einer kleinen Bucht und eine Erfrischungspause einzulegen. Diese wurde von den meisten mit Begeisterung angenommen. Sie sprangen von ihren Kanus ins Wasser und planschten in der Altmühl. Nur Ch. war skeptisch und wollte im Boot bleiben.

 

Nach dieser Abkühlung ging es weiter flussaufwärts. Das Steuern klappte bei allen Kanus immer besser und die Kommunikation innerhalb der Teams war deutlich zu hören. Es gab kleinere Wettrennen und gegenseitiges Nassspritzen auf der Strecke. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich. Die entgegenkommenden Boote wunderten sich zwar über uns, aber unsere Kids waren stolz darauf gegen den Strom zu paddeln. Dazwischen kamen wir immer wieder mit allen Kanus zusammen und tauschten mit einem Namensspiel die Plätze durch. Nach ca. einer Stunde machten wir unser wohl verdientes Picknick auf dem Wasser.

 

Dafür banden wir alle Boote nebeneinander und ließen uns flussabwärts treiben. Die äußeren Kanus hatten die Aufgabe zu steuern und das Mittlere sollte uns alle zusammen halten. Dies klappte einwandfrei und wir konnten die leckere Brotzeit und das herrliche Wetter genießen. Eine Runde Sonnencreme gab´s für alle obendrein, denn die Sonne brannte ganz schön runter. Nach dieser Stärkung paddelten wir gemütlich bis zu unserem Zeltplatz. Natürlich durften alle diesmal das Wehr an der Hammermühle fahren. Keiner wollte sich das entgehen lassen und nach einer kurzen Einweisung meinerseits „stürzten“ alle die „Rutsche“ hinunter und schrieen vor Begeisterung. Klitschnass stiegen wir dann bei unserem Camp aus. K. verletzte sich beim Rausspringen aus dem Kanu am Fuß. Ein spitzer Stein hatte zwei Zehen aufgeritzt und er blutete stark. Die Kids holten mich sofort zur Hilfe. Gemeinsam stützten wir K. und brachten ihn an Land. Ich versorgte ihn medizinisch und die Blutung lies sich stoppen. K. war sehr tapfer und ruhig.

 

Das Herausheben der Boote war sehr anstrengend und die meisten brauchten danach eine Erholungspause. Unsere Jungs wollten aber unbedingt das Wehr noch mal fahren. Wir vereinbarten, dass wenn sie das Kanu eigenständig in und aus dem Wasser bekommen, können sie so oft fahren wie sie wollen. Nach zweimaligen Rutschen und Kanuschleppen, hatten auch sie erstmal genug. Mit Melone und Snacks gestärkt, ging es gegen 16 Uhr wieder in die Boote flussabwärts Richtung Dollnstein. Die Kanus sollten bis 18 Uhr beim Kanuverleih sein (für die gesamte Strecke braucht man ca. 1 ½ Stunden). Alle wollten natürlich unser Wehr noch mal fahren und starten vergnügt in die zweite Runde. Nach wenigen Metern kam uns eine Schwanenfamilie mit Jungtieren entgegen und machte sich auf dem gesamten Fluss breit. Uns wurde es allen ein wenig mulmig und wir paddelten mit unseren drei Booten schweigend am äußersten rechten Rand an ihnen vorbei. Anschließend brachen wir in ein lautes Gelächter aus und waren froh, dass wir einem Schwanenangriff entkommen konnten.

 

Eigentlich wollte ich mit den Kids noch „Treibgut“ (Anhang S. 45) spielen, aber die Erschöpfung machte sich nach einer Stunde bemerkbar und die Kids waren genug damit beschäftigt, vorwärts zu kommen. Kleine Aufmunterungen und Motivationsschübe gaben uns die anderen Boote, mit denen wir kleinere Wettkämpfe starteten. Das zweite Wehr am Hexenacker hob die Stimmung wieder enorm. Dieses Wehr ist etwas steiler aber kürzer als die Hammermühle. Keiner von den Kids hatte Angst und wollte sich diesen Spaß entgehen lassen. Vom Hexenacker war es noch eine halbe Stunde bis zum Ziel. Alle aktivierten ihre letzten Kräfte und paddelten angestrengt aber fröhlich zum Kanuverleih. Das versprochene Eis am Ausstieg motivierte sie zusätzlich.

 

Pünktlich um 18 Uhr erreichten wir den Kanuverleih und die Mitarbeiter halfen uns beim Herausheben der Boote. Die Kids waren erschöpft aber auch glücklich und stolz auf sich, dass sie die ganze Strecke geschafft hatten. Anschließend gab es das versprochene Eis und alle waren zufrieden. In ausgelassener Stimmung wurden wir vom Kanuverleih zu unserem Zeltplatz zurück gefahren. Ein Teil der Kids ruhte sich aus, die anderen spielten Federball oder planschten im Wasser.

 

Somit hatten wir Zeit, das Abendessen vorzubereiten. Christine kochte Kartoffeln und bereitete mit dem Küchendienst, F. und Fa., die Salate vor. Ch. und K. halfen mir beim Anzünden des Lagerfeuers. Alle suchten sich Stöcke aus dem Wald und schnitzen diese mit Vorsicht. 

 

Gegen 19.30 Uhr versammelten wir uns um das Lagerfeuer und es gab Würstchen, Kartoffeln, Salate und Brötchen. Nach diesem Tag hatten wir alle riesigen Hunger. Im Anschluss gab es den von J. und A. morgens zubereiteten Stockbrotteig und die lang ersehnten Marshmellows. Alle hielten mit leuchtenden Augen ihre Stöcke ins Feuer und vernaschten mit Genuss die Leckereien.

 

Es herrschte eine ausgelassene, harmonische Stimmung. Wir sangen Lieder und die Kids erzählten sich gegenseitig Witze und Geschichten. Einige schrieben ins Logbuch und wollten sich darin verewigen. L., J., K. und Lu. verschwanden immer wieder im Mädelszelt und spielten „Wahrheit oder Pflicht“. Es war abgesprochen, was erlaubt ist und was nicht. Fa. und F. waren davon genervt und motzten K. und Lu. immer wieder an. Die beiden gingen aber nicht darauf ein und somit entstand keine blöde Stimmung.   

 

Um 22.30 Uhr wurden alle langsam müde. Sie wollten alle draußen vor dem Lagerfeuer schlafen und für uns sprach nichts dagegen. In dieser Nacht gab es unzählige Sternschnuppen und es war relativ warm. Wir vereinbarten, dass die Kids draußen schlafen können, wenn sie ruhig sind und auch wirklich schlafen, ansonsten müssten alle in die Zelte. Nach ca. 15 Minuten herrschte Ruhe im Camp und alle waren eingeschlafen. Christine und ich ließen den Tag am Lagerfeuer ausklingen und reflektierten die Erlebnisse. Um 1.30 Uhr löschten wir das Feuer und ich schrieb noch ins Logbuch.

 

 

Donnerstag, 07.08.2008

 

Am nächsten Morgen herrschte im Camp eine unglaublich schöne Stille. Alle Kids lagen noch genauso, wie am Vorabend, in ihren Schlafsäcken und schliefen seelenruhig. 

 

Dieser Eindruck gehörte zu den schönsten der letzten Tage. Alle gemeinsam liegen zu sehen und festzustellen, dass wir eine super Gruppe waren und alle auf ihre Art liebenswert sind. Wir beschlossen die Kids noch schlafen zu lassen und bereiteten das Frühstück vor. Um ca. 9 Uhr krabbelten die ersten langsam und verschlafen aus ihren Schlafsäcken und machten sich frisch.

 

Gegen 9.30 Uhr waren alle „wach“ und wir frühstückten gemeinsam. Ich erklärte ihnen den Ablauf des heutigen Tages und wir starteten mit „Caesars Daumen“ (Anhang S. 47). Nach anfänglicher Verwirrung, was ich von ihnen wollen könnte, verstanden alle, den Sinn dieser Übung. Die meisten zeigten mit ihrem Daumen nach oben und äußerten, wie gut es ihnen hier gefällt und das sie es schade finden, heute schon wieder nach Hause zu müssen. Lu. Daumen zeigt als einziger nach unten.

 

Ich fragte ihn anschließend, ohne die anderen, was los sei. Er meinte, dass er Heimweh hat und seine Mama vermisst. Er war schließlich das erste Mal von zuhause weg. Nachdem ich ihm ein paar Tränen trocknen konnte, ging es ihm schon wieder besser. Nach unserer Morgenrunde starteten wir mit dem Aufräumen und einige fingen schon an, ihre Sachen zu packen. Währenddessen steckte ich das Spielfeld für die nächsten Spiele ab und bereitete alles dafür vor.

 

Um 10.30 Uhr rief ich alle zu mir auf die Wiese und erklärte die Spielregeln für unser Piratentuch-Fangspiel (Anleitung Anhang S. 46). Ch. wollte anfangs nicht mitspielen und blieb in sicherer Entfernung von der Gruppe weg. Christine versuchte mit ihm zu reden und kam zur Gruppe und erklärte uns, dass Ch. weint und Angst hat, dass er bei dem Spiel versagt und ihn alle auslachen. Gemeinsam überlegten die Kids, wie wir Ch. zum Mitspielen bringen könnten. D. und Lu. machten den Vorschlag, dass sie Ch. sagen können, dass sie ihn nicht auslachen werden und dass es bei diesem Spiel nicht darum geht, der Schnellste zu sein. Die beiden schafften es tatsächlich Ch. zu überzeugen und er kam mit einem Lächeln auf den Lippen zur Gruppe.

 

Nun konnte es losgehen. Jeder bekam von mir ein Piratentuch und steckte sich dieses hinten in die Hose. Alle verteilten sich auf dem Spielfeld. Nach dem Anpfiff rannten alle aufeinander los und versuchten sich gegenseitig die Tücher zu klauen, um am Ende möglichst viele zu haben. M. kam nach wenigen Minuten auf mich zu gerannt und weinte. Ich unterbrach das Spiel und versuchte herauszufinden, was passiert war. D. soll ihn angeblich geschupst haben und er hat sich am Arm wehgetan. Ich holte D. dazu. Er entschuldigte sich bei M. und das Spiel konnte weitergehen.  Nach 10 Minuten pfiff ich das Spiel ab und Fa. hatte zu diesem Zeitpunkt die meisten Tücher. Er wurde zum „Superpiraten“ gekürt. Das Spiel hat allen Spaß gemacht und sie konnten sich noch mal auspowern.

 

Für das zweite Spiel dem „Kanonendonner“ (Anhang S. 46), bildeten wir zwei Mannschaften. Dafür stellten sich die Kids alphabetisch nach ihren Piratennamen in eine Reihe und jeder zweite gehörte zu einem Team. Beide Teams bekamen von uns eine Decke und stellten sich in ihrer Spielfeldhälfte gegenüber auf. Die Mannschaften sollten versuchen, 10 verschiedene „Kanonen“ in unterschiedlichen Größen und Gewicht, aufs gegnerische Feld zu schleudern, ohne dass die anderen die „Kanone“ abfangen konnten. Anfangs hatten die Gruppen ihre Probleme, da sie sich nicht abgesprochen hatten. Nachdem L. in ihrer Mannschaft und F. bei seiner das Kommando übernahm, klappte es immer besser. Einige fühlten sich immer wieder benachteiligt und unfair von uns Schiedsrichtern behandelt. Den Spaß ließen wir uns davon aber nicht nehmen. Die Mannschaft von F. gewann knapp mit zwei „Kanonen“ Vorsprung. Alle wollten anschließend noch mehr Spiele, aber es war leider höchste Zeit zum Aufräumen.

 

Um 12 Uhr starten wir alle gemeinsam den Abbau unseres Piratenlagers. Die Kids hatten ihre eigenen Sachen schnell zusammengepackt und halfen im Anschluss mit, die Zelte abzubauen. Bei der Hitze war das ganz schön schweißtreibend und wir mussten alle immer wieder motivieren, weiterzumachen. Wer mit seinen Sachen fertig war, konnte noch mal schwimmen gehen oder im Wald toben. Die Mädels waren am Schnellsten fertig. Nach zwei Stunden war der größte Teil geschafft und es gab für alle einen Mittagssnack. Alle hatten nach der Anstrengung richtig Hunger und so wurden unsere Reste fast alle aufgegessen.

 

Um 14.30 Uhr kamen wir ein letztes Mal im Sitzkreis zur Abschlussrunde zusammen. Ich wollte mich bei allen Piraten für die tollen Tage bedanken und wie begeistert ich von der Stimmung und dem unkomplizierten Ablauf war. Um dem Piratencamp einen würdigen Abschluss zu geben schlug ich vor, dass auch wir einen Schatz hinterlassen sollten. Und da schöne Erinnerungen, der schönste Schatz sind, bat ich alle auf dem mitgebrachten Piratenbriefpapier ihre ganz persönlichen schönen Erinnerungen aufzuschreiben. (Beschreibung siehe Anhang S. 47)  Alle schrieben oder malten mit Begeisterung und steckten ihre Zettel in die Schatztruhe (Anhang S. 52-57).   

 

Anschließend wurde jedem der „Piratenorden“ verliehen und  Süßigkeiten  mit Piratentattoos verteilt. L. hatte eine zusätzliche gute Idee, die wir spontan aufgriffen. Wer mochte, konnte sich seine Piratenverkleidung mitnehmen und von allen unterschreiben lassen. Die Mädels waren davon begeistert, von den Jungs wollten nur ein paar diese Erinnerung mitnehmen. Ein gemeinsames Photo mit allen vor unseren Flaggen bildete einen schönen Abschluss unseres Piratencamps.                                               

 

Danach packten wir unter Hektik noch die letzen Sachen zusammen und verstauten alles in den Fahrzeugen. Es war klar, dass wir mit einer Stunde Verspätung in Nürnberg ankommen werden. Also ließ ich alle Kids ihre Eltern selbst anrufen, um ihnen mitzuteilen, dass sie uns erst um 17 Uhr abholen brauchen. F. übernahm dabei die Regie und trommelte alle Kids zusammen.

 

Gegen 15.45 Uhr machten wir uns auf die Heimreise. Alle waren müde, erschöpft aber glücklich. Es herrschte ausgelassene Stimmung im Auto und nach einem Zwischenstopp im Supermarkt, um Getränke zu besorgen, konnte es zurück nach Nürnberg gehen. Während der Fahrt schliefen K., Fa. und D. friedlich nebeneinander. Gerade die drei Jungs, die in den letzten Tagen am aktivsten waren, schliefen die ganze Heimfahrt über tief und fest.

 

Nach 1 ¼ Stunden Fahrt kamen wir am Hauptbahnhof Nürnberg an. Dort wurden wir von den Eltern erwartet. Wir luden das Gepäck aus und übergaben den Eltern ihre Schützlinge. Wir verabschiedeten uns noch von allen und erzählten den Eltern kurz die Ereignisse der letzten Tage. Meine Kollegin und ich brachten noch den geliehenen Bus zurück und luden das Material im Büro aus.

 

 

4.4 Abschluss    

 

Den Abschluss mit den Kids vor Ort habe ich oben bereits beschrieben. Mit meinem Team konnte ich im Anschluss die Freizeit reflektieren und abschließen. Die Abrechnung der Finanzen und die Dokumentation des Piratencamps bildeten für mich den vorläufigen Abschluss. Aufgrund der Urlaubs- und Ferienzeit war bisher kein Nachtreffen möglich. Es war aber der Wunsch von uns und den Kids ein Nachtreffen zu veranstalten bzw. die Freizeit im nächsten Jahr zu wiederholen. Das Nachtreffen findet voraussichtlich in den Herbstferien im November statt. Alle Teilnehmer/innen erhielten von uns persönlich oder per Post eine CD mit allen Photos des Camps. Durch die Ausarbeitung dieser Dokumentation hatte ich die Möglichkeit, das Zeltlager ausführlich zu reflektieren und viele Erkenntnisse für die weitere erlebnispädagogische Arbeit gewinnen.

 

 

5. Nachbereitung


5.1 Veränderungen bei den beteiligten Kinder/Jugendlichen

 

Dies zu beurteilen, fällt mir sehr schwer. Die meisten der Kinder habe ich seither nicht mehr gesehen bzw. erlebe sie nicht regelmäßig. Einige von ihnen kommen weiterhin zu unseren Familienunternehmungen und freuen sich jedes Mal sehr, wenn sie andere „Piraten“ treffen. Meine Intuition war es, die Kids regelmäßig im Rahmen der Ausflüge oder der Ferienaktionen wieder zusammen zu bringen. Es könnten Beziehungen unabhängig von uns entstehen. Dies zeigt sich aber leider nur bedingt möglich, da vieles von ihren Eltern abhängt, ob diese an den Unternehmungen teilnehmen oder nicht.

 

In den Weihnachtsferien planen wir eine größere Aktion, bei der wir alle Familien einladen und sich so alle wieder treffen können. Auch in den anderen Ferien werden wir versuchen die „Piratencrew“ wieder zusammenzubringen. Im nächsten Jahr soll eine ähnliche Freizeit stattfinden, bei der alle Interesse angemeldet haben. Die Rückmeldung von den Eltern bzw. den Kids selbst war durchwegs positiv. Alle hatten viel Spaß und konnten schöne Erlebnisse mit nach Hause nehmen. Vor allem die Mütter von M. und L. waren sehr positiv überrascht, dass keiner der beiden Heimweh hatte und sich gut in die Gruppe integrieren konnte. Die drei Mädchen sind während des Camps zusammengewachsen und wollten in Kontakt bleiben. Ob das aufgrund der Distanz und unterschiedlichen Lebensweisen möglich ist, bleibt abzuwarten. Ch. der sich häufig als Außenseiter erlebt, fühlte sich wohl in der Gruppe und sagte, er habe Freunde gefunden. D. konnte seit langem wieder befreit, ohne Sorgen, Spaß haben. Um es mit den Worten der Kids zu beschreiben, wie sie das Piratencamp erlebt haben, habe ich  Auszüge aus dem Logbuch und die Erinnerungsschriftstücke im Anhang  (S. 49-57) beigefügt.

 

 

5.2 Reaktionen in der Einrichtung

 

Die Rückmeldungen des Teams und des Vorstandes waren durchweg positiv. Das Piratencamp war eine gelungene Freizeit und soll in ähnlicher Form im nächsten Jahr wieder angeboten werden.  Alle Mitarbeiterinnen schilderten die positiven Rückmeldungen aus den Familien, die sie betreuen.

 

 

6. Reflexion

 

6.1 Besondere Erlebnisse

 

Die plötzliche Nachricht, dass meine Kollegin, Ute, aufgrund eines Todesfalls in ihrer Familie nur einen Tag bleiben kann, verunsicherte mich anfangs sehr. Ich dachte, alles bleibt nun an mir alleine hängen. Meine andere Kollegin, Christine, erklärte sich aber ganz spontan bereit, die Vertretung zu übernehmen und mich zu unterstützen. Da sie auch einige Kinder kannte und Erfahrung im Kanufahren hat, war ich erleichtert und dankbar.

 

Das Kanufahren war für alle der Höhepunkt. Es war für die meisten Kids eine neue Erfahrung und das Fahren der Wehre bereitete ihnen am meisten Spaß.

 

Die unmittelbare Nähe der Altmühl war die perfekte Grundlage für ein gelungenes Zeltlager. Die Kids konnten die ganze Zeit am und im Wasser sein und sich dort austoben. Besonders beeindruckend war für mich, dass sich die Gruppe so schnell zusammen gefunden hat. Trotz des unterschiedlichen Alters, Geschlecht und Herkunft, haben sich alle von Anfang an gut verstanden und zusammengehalten. Die meiste Zeit waren alle zehn Kids zusammen. Auch ohne unsere Anleitung spielten sie gemeinsam oder tobten im Wasser.

 

Die Kreativität der Kids hat mich ebenfalls beeindruckt. Viele brachten ihre eigenen Ideen ein. Sie erfanden neue Spiele (Arschbomben-WM, Algenschlacht, Fußballvolleyball) und erzählten eigene Geschichten, Witze und sangen Lieder.

 

 

6.2 Erkenntnisse / Erfahrungen

 

Eine ausführliche Planung und detaillierte Vorbereitung für ein solches Zeltlager bilden die Grundlage für eine gelungene Freizeit. Nur so kann man auf Unvorhergesehenes reagieren und den Kids und ihren Eltern eine gewisse Sicherheit geben. Es war einerseits schwierig, andererseits spannend eine Freizeit zu planen, ohne die Teilnehmer/innen gut zu kennen. Die Gruppenkonstellation stand relativ kurzfristig vorher fest, so dass wir die Planung erst spät anpassen konnten. 

 

Die Erwartungen der Teilnehmer/innen waren größtenteils identisch und passten zu unserem Programm. Wir haben versucht, möglichst vielen gerecht zu werden und ein ausgewogenes Programm anzubieten. Die meisten von uns und den Teilnehmer/innen genannten Ziele konnten erreicht und umgesetzt werden. Die zu Beginn genannten Befürchtungen traten durch unsere gute Vorbereitung und während der Freizeit spontanen, professionellen Agierens nicht ein. Die gemeinsamen Erlebnisse, der Umgang mit anderen und ungewohnten Situationen, hat die Gruppe zusammenwachsen lassen. Jeder zeigte sich so, wie er eben als Person ist. Jeder brachte seine Stärken aber auch Schwächen ein und dies wurde größtenteils von allen akzeptiert.

 

Es gab einige zeitliche und inhaltliche Veränderungen. Uns war es wichtig, spontane und eigene Ideen der Kids unterzubringen und dafür den geplanten Ablauf anzupassen. Kleinere Verletzungen und Tränen ließen sich schnell beheben und die Kids haben sich vor allem gegenseitig geholfen.

 

Alle gingen unerwartet freiwillig schlafen und mussten morgens regelrecht aus ihren Schlafsäcken gezogen werden.

 

Das Aufräumen am letzen Tag hat länger als erwartet gedauert. So verzögerte sich die Ankunft um eine Stunde. 

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Zeltlager gut geplant und vorbereitet war. Wir als Team waren sehr motiviert und professionell. Die Gruppe hat optimal zusammen gefunden. Das Wetter und die Lokation waren ideal. Perfekter hätte das Piratencamp für uns alle nicht laufen können.

 

Das einzige was nicht klappte, war die Spendenabsage unseres Sponsors. Aber schon im Vorfeld war klar, dass die Freizeit auch ohne diese Spende über die Rücklagen des Vereins finanzierbar ist.

 

 

7. Öffentlichkeitsarbeit

 

Vor und nach dem Piratencamp habe ich Kontakt mit unseren lokalen Zeitungen aufgenommen. Leider hatte kein Interesse, einen Artikel zu veröffentlichen. Im Zuge der Finanzierung habe ich versucht Spendengelder aufzutreiben. Die Karstadt-Quelle-Versicherung wollte 1000 Euro für das Zeltlager spenden. Leider scheiterte dies an der bereits abgelaufenen Vorstandssitzung. Im nächsten Jahr haben wir aber gute Chancen die Spende für eine weitere Freizeit zu bekommen. Auf unserer Internetseite werden wir Bilder und Informationen zum Piratencamp veröffentlichen. Eine Vereins-/ Mitarbeiterzeitung hat unser Verein nicht.

 

 

8. Literaturverzeichnis

 

Hubert Perschke und Peter Flosdorf u.a.: „Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik, Praxishandbuch für Einrichtungen und Dienste in der Erziehungshilfe“ erschienen im Juventa Verlag, Weinheim und München 2003

Rüdiger Gilsdorf und Günter Kistner: „Kooperative Abenteuerspiele 2“ erschienen im Kallmeyer Verlag, Seelze-Velber 2006

Bernd Heckmair und Werner Michl: „Erleben und Lernen“ erschienen im Reinhardt Verlag, München 2004 

Konzeption Jugendhilfen Sprungbrett e.V. und „Familie Leben“

KAP-Institut: Lehrgangs- und Kursunterlagen: Kanu & Floß, 2007

KAP-Institut: Lehrgangs- und Kursunterlagen: Mobile Seilgärten, 2007

KAP-Institut: Lehrgangs- und Kursunterlagen: Anleitung zur Praxis, 2007
Konzeption „Jugendhilfen Sprungbrett e.V.“ und „Familie Leben“

„Einfach schlau! Die Welt der Piraten“; Media Verlagsgesellschaft mbH, Scheidegg 2008

www.kanu-bayern.org

www.kanu.de

www.wetterfest.de

www.kidsweb.de

www.gruppenspiele-hits.de

 

 

9. Anhang

 

Kalkulation                               

Tatsächliche Ausgaben                            

Material- und Checkliste inkl. Aufgabenverteilung 

Versicherungsanfrage       

Einladung           

Ausschreibung des Piratencamps

Anmeldung/Einverständniserklärung   

Ablauf (Kurz) für Teilnehmer/Eltern   

Packliste            

Einladung Vorbereitungstreffen           

Vorbereitungstreffen (Stichpunkte)           

Adressen und Ansprechpartner       

Regeln fürs Camp               

Speiseplan/Einteilung des Küchendienstes   

Verhalten auf dem Wasser               

Beschreibung der Spiele           

 

 

Folgende Unterlagen konnte ich nur in ausgedruckter Form anhängen:

 

Vier-Zeiler der Kids vom Geländespiel       

Auszüge aus dem Logbuch           

Feedback/Schatz der Teilnehmerinnen       

Nutzungsvertrag Hammermühle   

Anfahrtsbeschreibung zum Zeltplatz   

Prospekt des Kanuverleihs       

Flusskarte aus „Bootswandern auf der Altmühl“   

 

 

 

Kalkulation „Piratencamp“



Personalkosten

(2 Mitarbeiterinnen/Sozpäd.

3 Tage a 12 h; 72 h; 35,4 Überstunden)                            741,03 €

Leihgebühr Anhänger/Zelte                                                  50,00 €

Leihgebühr VW-Bus 9-Sitzer (3 Tage)                                 300,00 €

Zeltplatz  (2 Übernachtungen 1€ pro Person/Nacht)             28,00 €

Kanuverleih inkl. Transport                                                  172,00 €

Material                                                                                  60,00 €

Verpflegung 14 Personen  für 3 Tage (Gasflasche)                50,00 €

Feuerholz (vor Ort)                                                                 10,00 €

1 Auto, 1VW-Bus 9-Sitzer (Spritkosten)                                 60,00 €
_______________________________________________________

Gesamtkosten:                                                                   1571,03 €

                                                       
Zu zahlender Betrag für die Teilnehmer:

1571,03 Euro : 12 Teilnehmer = 130,92 Euro

 

Im Flyer schreiben wir die Maßnahme mit 30,00 Euro aus (360 €), ansonsten können es sich die Familien nicht leisten.

Den restlichen Betrag von 1211,03 € übernimmt Sprungbrett e.V. bzw. wird über Spendengelder finanziert.  

 

 

 

Versicherungsanfrage  

 

bGW
Hamburg





Nürnberg, den 28.05.2008

 

Anfrage zum Leistungsumfang der Unfallversicherung

Kundennummer: ................................

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit möchte ich anfragen, ob wir als Mitarbeiterinnen des Sprungbrett e.V. im Rahmen Ihrer Versicherung für eventuell anstehende Schadenersatzansprüche Dritter aufgrund von Unfällen, die während der Durchführung der geplanten Maßnahme passieren, versichert sind, bzw. ob generell ein Versicherungsschutz für diese Maßnahme gewährt ist.



Wir fahren mit unseren Privat-PKW und nehmen die Kinder/Teilnehmer mit. Ist dies im Rahmen der Versicherung als Dienstfahrt abgesichert bzw. wie müssten wir uns absichern. Maßnahme: siehe beiliegendes Infoblatt.



Ich möchte Sie bitten, mir schriftlich Antwort an oben genannte Adresse zukommen zu lassen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen


_______________
Nadja Weiser

 

 

 

 

Anmeldung "Piratencamp an der Altmühl"

 

Kinderzeltlager vom 05. – 07. August 2008

Vor- und Zuname:_____________________________________

 

Adresse:_____________________________________________

 

Tel:_________________________________________________

 

Hiermit gebe ich meine Einverständnis, dass unser Sohn/unsere Tochter

_________________

 

Am erlebnispädagogischen Projekt „Piratencamp an der Altmühl“ vom 05.-07.08.2008 teilnehmen darf.



__________________________________________________________

Ort, Datum        Unterschrift Erziehungsberechtigter

 


Weiter bin ich damit einverstanden, dass mein Sohn/meine Tochter _____________________ während der Maßnahme fotografiert und gefilmt werden darf. Ebenso bin ich damit einverstanden, dass diese Bilder in den Medien, der Fachpresse sowie zur Öffentlichkeitsarbeit des Sprungbrett e.V. ohne Namensnennung und in wohlwollender Form verwendet werden dürfen.

 

__________________________________________________________

Ort, Datum        Unterschrift Erziehungsberechtigter



Ich bin damit einverstanden, dass unser Sohn/unsere Tochter an allen Aktivitäten der Freizeit teilnehmen darf.

? Ja            ? Nein

Welche?_______________________

 

Wir bestätigen, dass unser Sohn/unsere Tochter an keinerlei körperlichen Krankheiten oder Einschränkungen leidet, welche die Ausübung der Aktionen beeinträchtigen oder ihrer/seine Gesundheit gefährden könnte.

? Ja            ? Nein

Welche?________________________

 

Wir bestätigen hiermit, dass unser Sohn/unsere Tochter schwimmen kann.

? Ja         ? Ja, aber nicht sehr sicher        ? Nein

____________________________________________________________

Ort, Datum        Unterschrift Erziehungsberechtigter

 



Hiermit bestätigen wir, dass unser Sohn/unsere Tochter im Notfall ärztlich versorgt werden darf.

? Ja            ? Nein

Unser Sohn/unsere Tochter hat folgende Erkrankungen/Allergien:

____________________________________________________________

 

Im Umgang mit der oben genannten Krankheit/Allergie sind folgende Verhaltensregeln und Vorschriften zu beachten (Notfallmedikation, Diät, Vermeidung von bestimmten Lebensmitteln,......)

____________________________________________________________

____________________________________________________________

 

Unser Sohn/unsere Tochter muss regelmäßig Medikamente einnehmen:

? Ja            ? Nein

Welche?_____________________

Dosierung?___________________

 

Hiermit gestatten wir Frau Weiser/Frau Maar, unserem Sohn/unserer Tochter während der gesamten Maßnahme das Medikament zu verabreichen. (Geben Sie diese Medikamente zu Beginn der Freizeit bitte persönlich bei Frau Weiser/Frau Maar ab und weisen Sie sie in die Verabreichung ein).

Unser Sohn/unsere Tochter wurde gegen folgende Krankheiten geimpft:

Kinderlähmung       ? Ja     ?Nein        Wann?________________

Wundstarrkrampf   ? Ja     ?Nein        Wann?________________

FSME                      ? Ja     ?Nein        Wann?________________

 

Bitte geben Sie den Namen, Adresse und Telefonnummer des Hausarztes an.

_____________________________________________________________

 

Bitte geben Sie an, unter welcher Telefonnummer wir Sie während des Projektes im Notfall erreichen können.

_____________________________________________________________


_____________________________________________________________

Ort, Datum            Unterschrift Erziehungsberechtigter

 

 

 

Ablaufplan (kurz) „Piratencamp“

 

 

1. Tag; 05.08.2008

 

 

9:00 Uhr Treffpunkt: Hauptbahnhof Nürnberg Südausgang/Parkplatz

9:30 Uhr Gemeinsame Abfahrt

11:00 Uhr Ankunft Hammermühle Zeltplatz/Orientierung

-12:30 Uhr Auspacken/Aufbau des Camps

13:00/30 Uhr Mittagessen

14:00 Uhr Piratenspiele zum Kennenlernen

15:00 Uhr Ablauf/Regeln erklären/ Einteilung der Dienste Piratenmannschaft

15:30 Uhr Freie Zeit/Schwimmen/ Federball/Fußball etc.

15:30 Uhr Aufbau Geländespiel

16:30/17:00 Uhr Geländespiel „Der verfluchte Schatz“

Ca. 18:30 Uhr Abendessen/Reflexionsrunde

19:30/20:00 Uhr Nachtwanderung/Lagerfeuer/Logbuch

ca. 22:30 Uhr Ausklang/Zeltruhe

 

 

2. Tag; 06.08.2008

 

Aufstehen/Wecken

8:30 Uhr Frühstück

9:30 Uhr Aufwärmspiel Kanu

10:30 Uhr Kanus checken/Trockenübungen

11:00 Uhr Kanufahren Altmühl Inkl. Spiele/Picknick auf dem Wasser

18:30 Uhr Ankunft Zeltplatz

Ruhephase/freie Zeit

19:30 Uhr Abendessen/Aufräumen

Lagerfeuer/ Logbuch

Lieder/Geschichten/Stockbrot/Marshmellows

ca. 22:30 Uhr Ausklang/Zeltruhe

 

 

3. Tag; 07.08.2008

 

Aufstehen/Wecken

8:30 Uhr Frühstück

9:30 Uhr Morgenrunde/Aufwachspiele

11:00 Uhr Abbau des Camps

13:30 Uhr Snack

Abschlussrunde

14:30 Uhr Abfahrt

16:00 Uhr Ankunft/ Abholen

Nürnberg Hauptbahnhof /Südausgang/Parkplatz

 

 

 

Packliste


•  Schlafsack

•  Isomatte

•  Teller/Becher/Besteck (Plastik)

•  Kleidung, die schmutzig werden darf/warme Sachen

•  Regenhose/Regenjacke/Gummistiefel

•  Badesachen

•  feste Schuhe/Sandalen

•  Handtücher

•  Waschsachen

•  Stirnlampe bzw. Taschenlampe

•  Kopfbedeckung

•  Mückenspray/Sonnencreme

•  Impfpass/Krankenkassenkarte

•  Medikamente (bei Bedarf)

•  Taschengeld nicht notwendig

 

 

 

Vorbereitungstreffen


Ute und ich im Piratenoutfit

Dekoration des Raumes; Getränke und Kekse

•  Kennenlernspiel mit Ball (Alle im Kreis aufstellen und Ball zuwerfen; sich vorstellen und Wünsche und Befürchtungen fürs Piratencamp äußern)

•  Ablauf

•  Packliste (Kleidung: Mengen etc./Zelte von uns…)

•  Abfahrt/Ankunft mit Eltern

•  Piratenverkleidung etc. kann jeder mitbringen, keine Waffen; Taschenmesser okay in Absprache mit uns

•  Handy/Elektrogeräte am besten nicht mitnehmen, bzw. werden von uns aufbewahrt und bei Bedarf ausgegeben;

•  Eltern können bei uns anrufen zwischen 18/19 Uhr (Handynummer?)

•  Waschen/Essen/Zelte besprechen; bei Bedarf Schlafsäcke, Isomatten von Sprungbrett

•  Nichtschwimmer/Wasser

•  Kids müssen nichts mitnehmen; kein Taschengeld notwendig

•  Unser Ziel: Spaß & Erlebnisse in der Natur haben; eine gute Zeit miteinander verbringen!

•  Freizeit so günstig, da Spendengelder

•  Fragen?!

 

 



Adressen und Ansprechpartner

 

Infozentrum Naturpark Altmühl;

Zeltplatzreservierung Hammermühle
Notre Dame 1
85072 Eichstätt    
Tel: 08421/9876-14
Fax: 08421/9876-54   

www.naturpark-altmuehltal.de

 

 

Bootsplatzbetreuer/Brötchen/Feuerholz

Herr Armann
Tel: 09145/7262   

 

 

Kanuverleih

Fa. Otto Rehm
Papst-Viktor-Str.6
91795 Dollnstein    
Tel: 08422/987654    
www.rehm-r.de

 

 

 

Regeln fürs Camp

 

Echte Piraten hatten ihre eigenen Gesetze an Board (Piratenbuch Auszug aus Piratengesetz zeigen). Ohne diese Gesetze, war ein Zusammenleben auf engstem Raum nicht möglich. Alle hielten sich an diese Vorgaben und hielten zusammen.



•  Wir wollen eine schöne Zeit verbringen, viel Spaß und Abenteuer erleben!

•  Nicht entfernen ohne Abmelden; in Rufweite bleiben!

•  Kein offenes Feuer, nur Betreuerinnen!

•  Ins Wasser nur nach Absprache und immer in Begleitung von einer Betreuerin!

•  Nichtschwimmer nur mit Schwimmflügel ins Wasser!

•  Wir helfen alle zusammen; Gemeinschaft!

•  Wir essen gemeinsam, bei Hunger oder Durst könnt ihr uns jederzeit fragen, wir geben die Lebensmittel aus, keine Selbstbedienung!

•  Alle benutzen die Toiletten (Dixiklos), nicht das Gebüsch!

•  Wasser in den Kanistern ist wertvolles Trinkwasser, begrenzt im Camp, sparsamer Umgang; Waschen in der Altmühl!

•  Keine Handys/Elektrogeräte; werden von uns im Auto aufbewahrt und nur bei Bedarf ausgegeben!

 



Speiseplan Piratencamp vom 05.-07.08. 2008   -   12 Personen

 

Dienstag:

Mittagssnack: Obst, Wasser, Apfelschorle

Abendessen: Spaghetti mit Tomatensauce, Rohkost (Tomaten, Gurken), geriebener Käse

Nachtisch: Fruchtjoghurts

Snack/Naschen (bei Bedarf): Chips, Kekse, Obst, Rohkost, Brot und Wurst/Käse

 

 

Mittwoch:

Frühstück: Brötchen (am Vortag beim Platzwart bestellen, Abfrage wer wie viel will), Margarine, Marmelade, Nutella, Cornflakes, Müsli, Obst, Käse/Wurst, Milch, Kaba, Tee, Zucker, Kaffee

Stockbrotteig zubereiten: Mehl, Wasser, Salz,

Mittagssnack für jeden: 2 belegte Brötchen, Apfel, Banane, Karotten, Süßigkeit, 2 Apfelschorlen/Wasser (kleine Flaschen), Für alle Rohkost und Nachschub…

Zwischenmahlzeit in Pause am Camp:Wassermelone, Joghurts, Kekse, Muffins

Abendessen: Grillen/Lagerfeuer: Würstchen (Bratwürste und Bockwürste), gemischter Salat, Brötchen/Brot, Ketchup, Senf, Rohkost, gekochte Kartoffeln, Kräuterquark, Stockbrot, Marshmellows

Snack/Naschen (bei Bedarf): Chips, Salzstangen, Kekse, Obst

 

 

Donnerstag:

Frühstück: Brötchen (am Vortag beim Platzwart bestellen, Abfrage wer wie viel will), Margarine, Marmelade, Nutella, Cornflakes, Müsli, Obst, Käse/Wurst, Milch, Kaba, Tee, Zucker, Kaffee

Mittagessen/Resteessen: Würstchen, Brötchen/Brote, Wurst/Käse, Dosenfisch, Salamisticks, Rohkost, Obst, Joghurts etc.

Süßigkeiten und Melone für Abschlussrunde

 

 


 
Verhalten auf dem Wasser!

 

•  Signale & Zeichen erklären! Daumen nach oben/unten: alles okay/nicht okay; Pfiff von den Betreuerinnen: Stopp! Zeichen für Wehr/Aussteigen zeigen und erklären

•  Die Gruppe bleibt immer zusammen/In Sichtweite

•  Kommandos von Betreuerinnen abwarten, z.B. zum Kentern

•  Schwimmwesten bleiben die ganze Zeit angezogen.

•  Vor Wehren/Gefahrenstellen warten; erst gemeinsam anschauen und entscheiden, ob das Wehr von allen im Boot gefahren werden kann/will.

•  wenn zu viel Wasser im Kanu, raus schöpfen

•  nur nach Absprache mit Betreuerinnen aus dem Kanu aussteigen/springen

•  wenn jemand rausfliegt helfen alle zusammen, um ihn/sie wieder ins Boot zu holen

•  im Notfall sofort Betreuerinnen informieren

 

Ablauf, zeitlicher Rahmen, Sitzverteilung, Paddelhaltung, verschiedene Paddelschläge, Steuerung, Bremsen und bei Unsicherheit evtl. Katamaranbau erklären, vorführen und an Land üben.

 

 

 

Beschreibung der Spiele



Kennenlernspiele

 

Piraten-Pantomime bzw.
Piraten-Maler/Erklärung von verschiedenen Begriffen
(www.gruppenspiele-hits.de/motto-kinderfest/piraten-pantomime.html)



Dauer: ca. 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Gruppengröße: egal
Vorbereitung: keine
Material: nichts außer Begriffe

 

Spielbeschreibung:

Wenn Piraten in fremden Gewässern unterwegs waren und ein Schiff kaperten, oder sich mit Eingeborenen unterhielten, dann fehlte es oft an den Sprachkenntnissen. Sie mussten sich mit Händen und Füssen verständigen. Gelingt es in der Gruppe herauszufinden, was ein Gruppenmitglied versucht darzustellen?

Z.B. Anker, Augenklappe, Fass, Fernrohr, Flaschenpost, Floß, Kanone, Kapitän, Knoten, Meuterei, Pirat, Säbel, Schatz, Schiff, Segel, Totenkopf….

Wertung: Pro erratenen Begriff einen Punkt

 

 

 

Das schnellste Namenspiel der Welt

(KAP, Kanu & Floß, S. 52)

 

Ort: in einem Raum oder auf einer Wiese
Dauer: 10-15 Minuten
Eignung: für Gruppen von 12-30 Personen ab 12 Jahren
Hilfsmittel: Stoppuhr

 

Beschreibung des Spiels:

Die Gruppe stellt sich im Kreis auf. Der Spielleiter steht ebenfalls im Kreis und eröffnet das Spiel, indem er die Stoppuhr zückt und bekannt gibt, dass es sich bei der nun folgenden Aufgabe um einen Wettlauf gegen die Zeit handelt. Dann wendet er sich seinem linken Nachbarn zu und sagt schnell seinen Vornamen. Dieser muss sich nun seinerseits an seinen nächsten Nachbarn wenden und seinen eigenen Namen bekannt geben. So gehen die Namen möglichst in Windeseile- um die Runde, und die Zeit wird gestoppt, wenn der Name des rechten Nachbarn beim Spielleiter angekommen ist. Weitere Versuche können nun gestartet werden, die Namensrunde zeitlich zu beschleunigen…

 

 

Spiele im und ums Kanu

 

Stockreise

(KAP, Kanu & Floß, S. 60)

Ort: auf einer Wiese
Dauer: 10-12 Minuten
Eignung: Gruppe von 8-18 Personen
Material: Paddel oder Stöcke entsprechend der Anzahl der Mitspielerinnen, Trillerpfeife

 

Beschreibung des Spiels:

Jede Spielerin erhält ein Paddel und die Gruppe stellt sich im Kreis auf. Alle Personen stellen ihr Paddel vor sich auf den Boden und halten diesen mit der rechten Hand fest. Die gemeinsame Herausforderung besteht nun darin, gleichzeitig das eigene Paddel loszulassen, einen Schritt im Kreis weiterzugehen und das Paddel der Nachbarin zu ergreifen. Ziel der Gruppe ist es, diese Wanderung so lange fortzusetzen, bis alle wieder ihr eigenes Paddel in Händen halten, ohne dass die Paddel zwischenzeitlich umgefallen oder mit einem anderen Paddel in Berührung gekommen ist. Dabei dürfen die Paddel grundsätzlich nur mit der rechten Hand berührt werden. Wird eine dieser Regeln verletzt, so muss die ganze Gruppe von vorne beginnen. Vor Beginn der Versuche ist es sinnvoll, der Gruppe etwas Zeit zur Besprechung einer Strategie zu geben.

 

 

Treibgut

(angelehnt an KAP, Kanu & Floß, S. 56)

Ort: auf einem Fluss/See
Dauer: 30-60 Minuten
Eignung: für Gruppen von 8-18 Personen
Material: Kanus, Paddel, Schwimmwesten für alle, diverse schwimmende Gegenstände, evtl. improvisierte Fanggeräte

 

Beschreibung der Aktion:

Das Treibgut wird vom Leiter über Bord geworfen. Die einzelnen Kanu-Teams sollen mit Hilfe ihrer Paddel etc. möglichst schnell versuchen möglichst viel Treibgut einzusammeln. Wer die meisten Sachen geborgen hat, hat gewonnen.

 

 

Sonstige Aktionen auf dem Kanu:

•  Plätze tauschen auf den Booten: Namen sagen und mit wem man tauschen will, evtl. noch ergänzen mit Hobby…

•  Wettfahren: entweder direkt gegeneinander oder zwei Kanus hinten mit Spanngurten verbunden 

•  stehend fahren

•  Kenterübungen

•  Picknick auf den Booten: Alle Kanus zusammenbinden, nebeneinander; Essen auf dem Wasser

 

 

Piratenspiele (Action)

 

Geländespiel "Der verfluchte Schatz"

 

Ort: unebenes Gelände, ca. zwei gleichgroße Abschnitte abstecken, Gefahren beachten
Dauer: 60-120 Minuten
Gruppe: 10-16 Teilnehmer, zwei gleich große Gruppen, Alter: 8-14 Jahre
Material: Geschichte und Spielerklärung, selbst gebastelte Schatzkarte, 2 Wassereimer, Papierbecher (für jeden TN einen), Lebensbänder (Wolle in zwei    verschiedenen Farben, für jeden TN zwei), diverse Materialien zum Spielfeldabstecken/Geländebegrenzung, Seile für die Sicherheit, Piratenverkleidung, Piratenbriefpapier und Stifte, Schatzkiste + Inhalt (vorher verstecken)

 

Geschichte und Spielbeschreibung (eigens erfunden):Der Legende nach ist auf dieser Insel auf der ihr gelandet seid ein Schatz vom englischen König James I vergraben. Im Jahre 1670 raubte einer der größten Piraten „Sir Henry Morgan“ bei seinem spektakulärsten Beutezeug mit 36 Schiffen und 2000 Piraten Panama aus. Zu dieser Zeit war Panama englische Kolonie und reich an Schätzen. Den dort geraubten Schatz versteckte Sir Henry Morgan auf der Insel Tortuga. Diese war damals der einzige Seeräuberstaat und somit Zufluchtort vieler Piraten. Alle bisherigen Versuche sämtlicher Piraten, den Schatz zu finden und zu bergen sind gescheitert. Die meisten sind auf der Suche verdurstet, denn das Trinkwasser auf der Insel Tortuga ist sehr rar und die beiden einzigen Quellen zugewachsen und nicht leicht zu finden. Eure Aufgabe ist es nun (in zwei Gruppen Piraten/Wikinger) jeweils eine/eure Quelle zu finden, um nicht zu verdursten. In der Mitte der Insel sitzt der alte Schatzwächter, den ihr mit dem gefundenen Wasser versorgen müsst, um an die Einzelteile der Schatzkarte ranzukommen. Wasser ist das höchste Gut auf Tortuga und so könnt ihr Euch die Teile erkaufen. Aber passt auf, die anderen Piraten/Wikinger können Euch daran hindern bzw. Euch die 2 Lebensbänder entziehen. (Durch Schnick-Schnack-Schnuck).Nur beim Schatzwächter könnt Ihr diese zurückkaufen, um nicht zu „verdursten“, wie schon viele vor Euch. Am besten verteilt ihr verschiedene Aufgaben innerhalb Eurer Crew. 2-3 Wasserholer und 2-3 Lebensbänder-Casher. Natürlich gehören Originalnamen in Eurer Piraten/Wikingercrew dazu. (Vorlage Geschichten/Buch Piraten/Wikinger). Ihr habt nun eine Stunde Zeit, alle Einzelteile der Schatzkarte zu „erkaufen“, um dann vom Schatzwächter einen weiteren Hinweis zu erhalten, der Euch zum Schatz führt. Ihr habt nun die Einzelteile der Schatzkarte und könnt eigentlich loslegen, aber....Von sicherer Quelle habe ich erfahren, dass die englische Flotte Wind davon bekommen hat, dass der Schatz von König James I immer noch auf Tortuga vergraben ist und bisher von keinem Piraten der Welt geborgen werden konnte. Und da die Engländer ja den Anspruch auf den legendären Schatz haben, sind sie mit 30 Galeonen und etlichen Kanonen beladen unterwegs nach Tortuga. Ihr könnt den Schatz nur vor den Engländern finden und bergen und nicht in die Schusslinie geraten, wenn ihr alle zusammenhaltet. Piraten sämtlicher Herkunft haben schon immer gegen die königliche Macht zusammen gekämpft, nur so hatten sie eine Chance. Legt also die Einzelteile der Schatzkarte zusammen und begebt Euch gemeinsam auf den Weg. Der Schatzwächter sagt euch wie: Eine Gruppe puzzelt, die andere dichtet einen Vierzeiler für den Schatzwächter.



Fuchsschwanzspiel
auf Piraten umgeschrieben;

"Fang das Piratenkopftuch und werde der Superpirat!"

 

Ort: große Wiese
Dauer: 10-20 Minuten
Eignung: als Aufwachspiel/Action, Gruppe von 8-16 Teilnehmer
Material: Kopftücher (pro TN eins), Trillerpfeife, Seile etc. zum Spielfeld abstecken

 

Spielbeschreibung:

Jeder erhält ein Piratenkopftuch und steckt sich dieses hinten in seine Hose. Das Tuch soll für alle gut sichtbar und erreichbar sein. Die Spieler verteilen sich nun auf dem abgesteckten Spielfeld. Mit dem Startpfiff versuchen alle möglichst viele Tücher zu ergattern. Das gewonnene Tuch wird ebenfalls hinten in die Hose gesteckt. Wer am Ende der Spielzeit die meisten Tücher in seiner Hose stecken hat, ist der Superpirat.

 

 

Kanonendonner

(www.gruppenspiele-hits.de/motto-kinderfest/kanonendonner.html)

 

Dauer: ca. 15 Minuten
Alter: ab 10 Jahren
Gruppengröße: beliebig, Aufteilung der Teams in zwei gleich große Gruppen
Vorbereitung: Spielfeld abstecken, Wurfgeschosse
Material: unterschiedlich schwere und große Wurfgeschosse, 2 Decken, Spielfeldmarkierung

 

Spielbeschreibung:

Für dieses Spiel werden 2 Decken benötigt. Die beiden Teams halten gemeinsam die Decke in ihrem Spielfeld. Abwechselnd versuchen die Teams die Wurfgeschosse ins gegnerische Feld zu katapultieren, ohne das die andere Mannschaft diese mit ihrer Decke fangen kann. Wer die meisten Wurfgeschosse der anderen Mannschaft fängt, hat gewonnen.

Jedes Team hat 6-10 Wurfgeschosse

Kann im Sommer auch mit Wasserbomben gespielt werden. 

 

 

Spiele/Übungen zur Reflexion

 

Wie geht’s mir? Was war für mich positiv an diesem Tag?

 

Ort: überall
Dauer: ca. 10-15 Minuten
Eignung: als Ausklang/Reflexion des vergangenen Tages oder am Anfang des neuen Tages; Stimmungsabfrage; 10-12 Teilnehmer ab 8 Jahren

 

Beschreibung der Übung:

Die Gruppe stellt sich im Kreis auf und der Leiter stellt die beiden Fragen. Nacheinander können die Teilnehmer dann in kurzen Sätzen beschreiben, wie sie sich fühlen und was sie gut fanden. Bewusst wird dabei auf die Frage verzichtet, was sie schlecht fanden. Gerade bei Kindern zeigt sich, dass sie hauptsächlich die Aussagen des Vorredners wiederholen und auf das Schlechte einspielen.

 

 

Caesars Daumen

(KAP, Einführungskurs, S. 70)

 

Ort: überall
Dauer: 20 Minuten
Eignung: Übung zu Beginn einer Morgenrunde, mit dem Ziel der Stimmungsabfrage inklusive Reflexion der vergangenen Aktion/Tag; 10-12 Teilnehmer
Material: keins

 

Beschreibung der Reflexion:

Die Teilnehmer finden sich im Kreis zusammen. Der Leiter bittet sie zu reflektieren, was sie am Vortag erlebt haben und die sich daraus ergebende Stimmung per Daumenanzeige signalisieren. Alle Teilnehmer schließen zunächst die Augen und zeigen ihre Stimmung mit dem Daumen an. Zeigt der Daumen nach oben würde das bedeuten, dass jemand stimmungsmäßig super gelaunt ist, zeigt er nach unten wäre dies ein Zeichen dafür, dass er kurz davor steht, nach Hause zu fahren. Erst wenn alle ihre Entscheidung getroffen haben, gibt der Leiter ein Zeichen, dass die Augen wieder geöffnet werden können. Dann können sich alle umschauen, wie die Stimmung der anderen ist. Jede Person wird dazu aufgefordert noch maximal drei Sätze zu der eigenen Stimmung mitzuteilen.

 

 

Abschlussreflexion

Wie war´s? abgewandelt in "Schatzkiste"

(angelehnt an KAP, Einführungskurs, S. 74)

 

Ort: überall
Dauer: 20-30 Minuten
Eignung: Gruppe von 10-30 Personen ab 10 Jahren
Hilfsmittel: Schatzkiste, Papier (Piratenbriefpapier), Stifte

 

Beschreibung der Reflexion:

Der Leiter präsentiert der versammelten Gruppe die Schatzkiste. Piraten hinterlassen meist, bevor sie einen Ort verlassen, einen Schatz. Der wertvollste aller Schätze ist unsere Erinnerung. Alle Teilnehmer sollen nun auf dem Piratenbriefpapier, jeder für sich, seine schönen Erinnerungen der letzten Tage aufschreiben oder malen und dann zusammenfalten und in die Schatzkiste legen. Diese wird von dem Leiter aufbewahrt und kann z. B. beim Nachtreffen wieder hervorgeholt werden.

 

 

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Piratencamp Hammermühle

 

Ein erlebnispädagogisches Kinderzeltlager

im Rahmen des Projektes „Familie Leben“ des „Jugendhilfen Sprungbrett e.V.“

 

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Nadja Weiser

 

 

 

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