Michael F. Schlenker
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
Traumfänger
Erlebnispädagogisches Projekt von Michael F. Schlenker
17. bis 21. August 2009
Inhaltsverzeichnis
1. Vorstellung der Einrichtung
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1 pädagogischer Hintergrund/Idee
2.2 Allgemeine Zielsetzung
2.3 Art der Unternehmung
3. Zielgruppe
3.1 Gruppenzusammensetzung
3.2 Beschreibungen der Teilnehmer/innen
4. Projektverlauf
4.1 Vorbereitung
4.2 Geplanter Projektverlauf
4.3 Tatsächlicher Projektverlauf
4.4 Abschluss
5. Nachbereitung
5.1 Veränderungen bei den beteiligten Jugendlichen
5.2 Reaktionen der Einrichtung
5.3 Reaktionen in der Einrichtung
6. Reflexion
6.1 Besondere Erlebnisse
6.2 Erkenntnisse/ Erfahrungen
7. Öffentlichkeitsarbeit
8. Literaturverzeichnis
9. Anhang
1. Vorstellung der Einrichtung
Zum 1. Januar 2009 sind die drei Zentren für Psychiatrie in X, Y und Z zu "XYZ für Psychiatrie" mit Geschäftssitz in B: fusioniert. "XYZ für Psychiatrie" sind auf allen Gebieten der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung tätig. Klinische Versorgungs-schwerpunkte sind neben der Allgemeinpsychiatrie die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Alterspsychiatrie, die Behandlung von Suchterkrankungen, die Psychosomatische Medizin, die Neurologie und Epileptologie. Mit ihren komplementären Angeboten im Bereich Pflege und Wohnen sowie Arbeit und Rehabilitation runden die Zentren ihre Versorgungsstruktur ab. Das "XYZ für Psychiatrie" versorgt rund 1,8 Millionen Einwohner in den Landkreisen Ravensburg, Biberach, Reutlingen, im Bodenseekreis, Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm. Rund 3200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im „XYZ-Psychiatrie“ beschäftigt.
Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters bietet Diagnostik und therapeutische Behandlung für Patienten von zirka 5 bis 18 Jahren und für ihre Familien an. Wir helfen und behandeln in Krisensituationen wie etwa bei Pubertätskrisen oder bei Selbstmordgedanken, bei familiären und schulbezogenen Verhaltensstörungen wie Teilleistungsstörungen, motorischer Unruhe, Aufmerksamkeits-Defizitsyndrom, Schulangst, Schulverweigerung sowie weiteren Auffälligkeiten, wenn eine stationäre Behandlung notwendig ist. Weiterhin behandeln wir an Psychosen, Magersucht und Bulimie oder Zwangsstörungen Erkrankte. Unsere Abteilung besteht aus drei für die Kinder und Jugendlichen ansprechend eingerichteten Stationen in einem großen Gartenpark, der sich für viele Bewegungs- und Spielmöglichkeiten anbietet. Wir verfügen über 30 Betten auf 3 Stationen und versorgen ein Einzugsgebiet, das vom Bodensee mit den Kreisen Friedrichshafen und Konstanz über Ravensburg bis zu den Kreisen Biberach und Sigmaringen reicht. Die Zufriedenheit aller unserer Patienten liegt uns am Herzen. Wir untersuchen sie seit dem Jahr 2000 in einem Forschungsprojekt.
Weiterhin gehört zur ABT 8, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie eine Station mit 16 Betten für Jugendliche mit Drogenproblemen. Der Zugang zu dieser Station ist niederschwellig angelegt, d.h. es wird den Jugendlichen "leicht" gemacht sich auf die Hilfsangebote einzulassen. Seit einem Jahr gehört zu unserer Abteilung auch eine Tagesklinik für Kinder und Jugendliche. Sie ist ein teilstationäres, wohnortnahes, Therapieangebot für Kinder und Jugendliche. Teilstationär bedeutet, dass die Kinder unter der Woche von 7 bis 17 Uhr von einem multiprofessionellen Team betreut werden. Dieses besteht aus Ärzten, Diplom-Psychologen, Erziehern, Gesundheits- und Krankenpflegern, Sozialpädagogen, Gestaltungstherapeuten, Ergotherapeuten und Lehrern, die über eine mehrjährige Erfahrung im Kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich verfügen. Wir bieten 10 Behandlungsplätze für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 – 18 Jahren. Die Behandlungsdauer richtet sich danach, ob das Kind hauptsächlich zur ausführlichen Diagnostik und/oder zur Therapie angemeldet wurde und nach den Zielvereinbarungen. In der Regel werden die Kinder von den Eltern gebracht und wieder abgeholt, je nach Vorklärung sind auch Taxifahrten möglich. Im Bereich der Tagesklinik und der KJPP in Weissenau bieten wir auch eine Kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz. Das Behandlungsangebot umfasst Hilfen in Krisensituationen, Diagnostik, Indikationsstellung für weiterführende Hilfsmaßnahmen, Einzel-, Gruppen- und Familientherapie. Darüber hinaus können Vor- und Nachbehandlungen in Zusammenarbeit mit der Tagesklinik oder auch mit der Kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung des ZfP Südwürttemberg sinnvoll sein.
Zur KJPP gehört auch eine staatliche Schule für Kranke die die meisten Kinder und Jugendliche besuchen, um den späteren Wiedereinstieg in ihre Schule/Klasse ermöglichen. Ferner können Lernverhalten und Leistungen beurteilt und eingeschätzt, sowie eine Schulperspektive erarbeitet werden und Empfehlungen gegeben werden.
Auf der Station, meinem Arbeitsplatz, werden Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aufgenommen. In seltenen und begründeten Fällen, z.B. bei starker Entwicklungsverzögerung, können auch junge Erwachsene aufgenommen werden. Die Behandlung wird durch ein multiprofessionelles Team gewährleistet. Krankenpfleger/-schwestern, Heilerziehungs-pflegerInnen, Jugend- und HeimerzieherInnen, ErzieherInnen, Kinderkrankenschwestern, Fachkrankenpfleger und Fachkräfte für KJPP arbeiten zusammen mit Ärzten, Psychologen, Ergo- und Mototherapeuten, Musik- und Reittherapeuten. Auf unserer Station gibt es 10 Behandlungsplätze, aber 13 Betten um Krisenfälle immer aufnehmen zu können. Die Aufenthaltsdauer liegt im Schnitt bei 28 Tagen, die tatsächliche Behandlungsdauer der einzelnen Jugendlichen liegt bei 1 -2 Tagen bei einer Krise, bis hin zu mehreren Monaten. Die stationäre Aufnahme wird meist über die Institutsambulanz eingeleitet, erfolgt aber auch niedergelassene Ärzte und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.
Die therapeutische Arbeit auf Station erfolgt in BZP-System und in Einzel- und Gruppentherapien, einen strukturierten Tagesablauf, in dem die individuellen Therapiepläne, mit Schule, Therapien, Freizeitgestaltung, Familiengespräche und nicht zuletzt erlebnispädagogische Elemente wie Hoch- und Niederseilgarten etc. eingebettet sind. Großen Wert legen wir auch auf die Belastungserprobung, vorzugsweise an Wochenenden, um abzugleichen was sich verändert hat. Meine Arbeit besteht in der Begleitung der Kids im Alltag, Teilnahme an Familiengesprächen, erstellen von individuellen Behandlungsplänen in Absprache mit Jugendlichen und Therapeut. Zusammen mit dem Behandlungsteam gestalten wir ein therapeutisches Milieu, das von Toleranzachtung, Wertschätzung, Rücksichtnahme und Zuhören geprägt ist. Fernen unterstützen wir die Kids bei Schule, Arbeit, Suche nach Praktika, Ausbildungsplätzen etc. Ferner bin ich für EP-Aktionen, wie Bergprojekte mit SKT-Elementen, Bogenschießen, Paddeln, Niederseilgarten zuständig. Ich arbeite im Schichtdienst, incl. Nacht- bzw. Bereitschaftsdienst.
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1 pädagogischer Hintergrund/Idee
Erlebnispädagogik gibt es in unserer Abteilung schon seit ca. 20 Jahren. So wurden Sport und Aktionen in der Natur aus (heil-)pädagogischer Sicht bei diversen "Hüttenfreizeiten" und im Alltag fest verankert. Hilfreich dabei war sicher, dass unsere Stationen am Rande der Klinik liegen und die Schussen und Wald in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen sind. So war es für die engagierten Mitarbeiter der Stationen schon immer hilfreich in der Natur etwas zu machen und die Kinder und Jugendlichen zu fördern. Daraus entstand dann das 1. Erlebnispädagogische Konzept, das seit Anfang der 90er Jahre immer wieder weiterentwickelt und aktualisiert wurde (aktuelle Erlebnispädagogische Konzeptionen siehe Anhang). Auch wurden regelmäßig Mitarbeiter zu Ausbildungs- und Zusatzqualifikationen im Bereich Erlebnispädagogik geschickt.
So entwickelten sich auf allen Stationen immer mehr erlebnispädagogische Projekte, die regelmäßig durchgeführt wurden. Auf meiner Station waren dies Hüttenaufenthalte im Bregenzerwald mit SKT, Kanutouren auf der Schussen, Iller, Donau und Hochrhein, Bogenschießen, Segeln auf dem Bodensee mit der Schiffergilde, einem Verein der Blinden- und Behindertensegeln anbietet, und verschiedenen Tagesaktionen, z.T. stationsübergreifend. Ich war bei allen Projekten dabei, übernahm dann aber immer Verantwortung im Bereich Kanu und Hüttenprojekte. Innerhalb der Abteilung KJPP bin ich für den Bogenbereich verantwortlich d.h. für Beschaffung und Kontrolle des Materials und die Ausbildung der Mitarbeiter. Dann bekamen wir vor 5 Jahren noch einen eigenen Hoch- und Niederseilgarten gespendet die seit dem rege genutzt werden.
Aufgrund von Personalabbau bzw. von verstärkten Anforderungen an das Personal kam immer mehr die Forderung auf, kürzere Projekte öfters anzubieten und längere, personal- bzw. stundenintensive Projekte zu reduzieren. Eine weitere Anforderung war, dass möglichst jeder Jugendliche der zu uns zur regulären Behandlung kommt, Krisen sind erst einmal davon ausgenommen, von EP-Projekten und von SKT-Einheiten profitiert. Da der Wechsel unserer Jugendlichen oft sehr rasch und überraschend sein kann, Entlassung (regulär, disziplinarisch oder gegen ärztlichen Rat) und Krankheitsbilder dem entgegen stehen können, sollte man auch darauf reagieren können.
Nach vielen Diskussionen und Gesprächen mit meinen EP-Kollegen, entschloss ich mich für unsere Station eine, nicht neue aber veränderte erlebnispädagogische Konzeption zu entwickeln. D.h. es sollten in sich abgeschossene Aktionen sein die man an einem Tag durchführen kann, und so z.B. in den Schulferien 1 – 4 mal in der Woche ein Ferienprogramm anbieten kann, das so flexibel ist, dass man viele Kids erreicht und auch auf das Wetter oder andere äußere Umstände reagieren kann. Man kann aber diese einzelnen Tagesprojekte durch Übernachtungsaktionen oder einen "Übertitel" zu einer größeren Aktion zusammen fassen. Man kann dann auf die Personalsituation, die Kids auf Station und den unterschiedlichen Voraussetzungen reagieren und die Aktionen zielgerichteter und flexibler handhaben.
2.2 Allgemeine Zielsetzungen
Da ich lange nicht wusste, welche Jugendlichem zum Zeitpunkt der Projekte auf Station sein würden, war die Herausforderung an mich möglichst viele Ziele "abdecken" zu können. In Absprache mit dem Team entwickelten wir für die Jugendlichen folgende allgemeine Ziele:
• Förderung von Kommunikation
• Förderung des Selbstbewusstseins
• Förderung von Ausdauer und Geduld
• Eigene Grenzen erfahren
• Selbstständigkeit und Identitätsbewusstsein fördern und entwickeln Verantwortung übernehmen
• Sozialverhalten erlernen, entwickeln, verbessern
2.3 Art des Projektes
In den Ferien fallen öfters Therapieangebote weg, da die verschiedenen Therapeuten auch Urlaub machen, die Schule hat Ferien und so haben die Kids viel "Freizeit". Wie bieten schon immer ein Ferienprogramm an, um den Tag für die Kids etwas besser zu strukturieren. Ich wollte also dieses mal in den Ferien eine Woche "Ferienprogramm" anbieten als ein EP-Projekt. Jeder Tag sollte in sich abgeschlossen sein, um auch evtl. neu aufgenommene Kids integrieren zu können bzw. auf Stärken und Schwächen der einzelnen Kids reagieren zu können, in dem sie evtl. Einen Tag auslassen. Doch sollte das ganze trotzdem ein Projekt werden.
Ein Titel wurde gesucht: Beim Brainstorming besann ich mich meiner "Lieblingsaktion": im Tipi übernachten, Bogenschießen, Natur….! Und schnell war der Titel gefunden:
"Traumfänger"
Das Tipi im Stationsgarten war unser Zentrum, dort trafen wir uns jeden Tag, gingen zur Aktion, kehrten dann wieder zum Tipi zurück um zu reflektieren. Dazwischen und danach würden wir diverse kooperative Abenteuerspiele und Aufgaben durchführen bzw. lösen, abends den Tag reflektieren. So soll jeder Tag ein Traum werden, den wir in unserem Traumfänger festhalten und erinnern wollen. Dieser Traumfänger wird jeden Tag vor unseren Augen wachsen und im Verlauf des Projektes entstehen.
Tag 1: Verstrickt
Tag 2: Rad-Bad, Bad-Rad
Tag3: Rollenspiele einmal anders
Tag 4: Lost in nature
Tag 5: Volltreffer
Das Projekt sollte in den Ferien von 17. – 21. August stattfinden. Aus Personalmangel verzichtete ich auf Übernachtungen im Tipi, die Kids schliefen auf Station. Die ganzen Aktionen, außer der Radtour, finden im NSG der Abteilung, im Garten der Station und im Umkreis von ca. 6 km um die Station statt. So waren wir nicht regelmäßig auf den ÖPNV oder die Nutzung eines Autos angewiesen und konnten somit das Budget schonen.
3. Zielgruppe
3.1. Gruppenzusammensetzung
Ziel war es, dass viele Kids am Projekt teilnehmen können. Ausschlusskriterien waren: Körperschemastörung (Anorexie), akute psychotische Episoden, aggressive Verhaltensstörungen und körperliche Erkrankungen/Defizite. Zum Zeitpunkt des Projektes waren fünf Mädchen, alle 17 Jahre und ein 17 jähriger Junge auf Station und kamen für das Projekt in Frage. Ein akut manischer Junge und ein Mädchen mit akutem Wahnerleben konnten nicht mit, was aber beide eher als entlastend aufnahmen. Die Teilnehmer waren meist schon länger in Behandlung und kannten sich. Die Krankheitsbilder waren depressive Erkrankungen, Essstörungen und Selbstschädigendes Verhalten, Trauma, so wie Identitätskrisen. Die Gruppenmitglieder waren fast alle Gymnasiastinnen mit guter Leistung, nur der Junge war in Ausbildung. Sie waren höflich im Umgang, sehr vernunftbetont und zeigten wenig Energie, bzw. Motivation. Alle wollten am Projekt teilnehmen und freuten sich darauf.
Da die Gruppe recht homogen war und sich schon kannte, beschloss ich jeden Tag einen anderen Kollegen, den ich im Vorfeld schon gefragt hatte, über den Tag und seine Rolle zu informieren und als Partner mitzunehmen. Auch für die Sicherheitsanforderung war dies genügend und auch nicht zu viel. So war das Verhältnis 1: 3 für diese Gruppe optimal.
3.2. Beschreibung der Teilnehmer/Innen
Co., 17 Jahre, seit 5 Monaten in Behandlung
Co. kam von der Tagesklinik für KiJu zu uns. Co. leidet unter einer starken Depression. Der Tagesablauf überfordert sie, kann sich z.T. nicht um sich kümmern, alles ist zu viel. Z.T. Suizidgedanken, aber keine Planung oder Handlungsidee, kann sich aber nicht beim Personal melden. Medikation mit Fluoxetin, darunter Besserung.
Co. ist eine sehr gute Schülerin, vielseitig interessiert, spielt Klarinette, mag Natur. Sehr gute soziale Kompetenz.
Ziel: Erleben, dass sie durch aktives Tun, Spaß hat, Aufbau von Selbstbewusstsein, Definieren der eigenen Grenzen und diese aussprechen. Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen.
J., 17 Jahre, seit 6 Wochen auf Station
J. kommt nach einem Ambulanztermin zur stationären Aufnahme. J. leidet unter Bulimie, anfangs zur Gewichtsreduktion. Weiterhin Trauma durch Verlust des leiblichen Vaters vor 5 Jahren und fehlende Verarbeitung. Hat schon körperliche Beschwerden durch Erbrechen (Haarausfall, ausbleiben der Menstruation, Zahnbeschwerden).
J. ist eine sehr gute Schülerin, in Vereinen aktiv (Klettern, und Tennis), kreativ und sportlich. Nach Umzug von ca. 200 km kaum Freunde, keine Geschwister.
Ziel: Grenzen erkennen, Übernahme von Verantwortung, neue Lösungsstrategien entwickeln, Selbstbewusstsein aufbauen.
Ca., 17 Jahre, seit 5 Wochen auf Station
Ca. kam wegen einer depressiven Störung und einer Bulimie zu uns. Vor 3 Jahren vermehrt erbrochen, hat sich daraufhin immer mehr isoliert, keine Freunde oder Kontakte mehr. Sie entwickelte Ängste vor Menschen, vermied immer mehr den Kontakt. Dazu kommen Schlafstörungen v.a. beim Einschlafen. Außerdem hindern sie Zwangsgedanken zur Ruhe zu kommen. Hat sich zum Schluss nicht mehr aus dem Haus getraut, Mobbingerfahrung durch Schüler der Waldorfschule. Die Eltern haben eine Gärtnerei, Ca. erlebt die Natur als vertraut und beruhigend. Musisch sehr begabt und sehr kreativ.
Ca. will Veränderung, hat sich die Therapie weitestgehend selbst gesucht. Sozial sehr kompetent, intelligent und sehr feinfühlig, selten blitzt Humor durch. Behandlung mit Fluoxetin.
Ziele: Selbstbewusstsein aufbauen und stärken, Förderung einer „normalen“ Kommunikation mit Peer-Group, dann auch mit Erwachsenen. Wecken der Lust auf Aktionen und Leben, Grenzen definieren und ausdehnen. Gefühle spüren.
C., 17 Jahre, seit 3 Monaten auf Station
C. kam über die Ambulanz zu uns, hat dort seit etwas mehr als einem Jahr eine ambulante Therapie wegen Bulimie gemacht. C. erbricht wenn sie unter Druck kommt und die Spannung zu groß wird. Die Spannung wird durch innerfamiliäre Konflikte und durch die Selbstüberforderung von C. aufgebaut. C. ist in diversen Musikkapellen und Vereinen, besucht die 11. Klasse des Gymnasiums, macht z.Z. den Führerschein und hat viele Bekannte und einen Freund. Zu Hause hat sie 2 Geschwister u.a. eine 4 jährige Schwester um die sich C. kümmert und die Mutter entlastet.
Ziele: Eigene Grenzen finden und durchsetzen, adäquates Maß an Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen durch Selbstbewusstsein, Kommunikation verbessern, d.h. über Gefühle und Probleme zu sprechen.
Lo., 17 Jahre, seit 7 Monaten auf Station
Lo. kam eigentlich als Junge zu uns. Aufnahmeanlass war eine depressive Entwicklung mit Suizidgedanken und –versuchen. Grund dafür ist, dass Lo. schon so lange sie denken kann, lieber ein Mädchen wäre, mit Jungs, deren Verhalten und Art zu sprechen nie etwas anfangen konnte. Spielt schon immer lieber (heimlich) mit Mädchensachen. In ihrem Dorf auf der Schwäbischen Alb sah sie keine Chance sich zu outen. So zog sie sich immer mehr zurück und wurde ausgegrenzt. Ihre körperliche Entwicklung war sehr verzögert bzw. verlief anders als sonst bei Jungs, kein/wenig Bart, kein Stimmbruch, zarte, weibliche Finger.
L. begann eine Ausbildung zum Erzieher, kam dann aber nach 6 Monaten zu uns, und entschloss sich zu einer längeren Behandlung mit Anbindung an die Uniklinik Ulm, um eine Geschlechtsumwandlung vorzubereiten. Lo. hat viel Kreativität und Power, gute soziale Kompetenz und durchschnittliche Intelligenz. Sie ist sportlich und vielseitig interessiert, hat ein offenes freundliches Wesen.
Ziele: Stärkung des Selbstbewusstseins, Identität (neu) entwickeln und stärken, neue Grenzen abstecken und Rolle finden, Förderung von Geduld für eine langwierige Therapie, neue Kommunikation in einer neuen Rolle.
L., 17 Jahre, seit 7 Wochen bei uns und wird während ihres Aufenthaltes 18
L. kommt über die Ambulanz zu uns, hatte schon Aufenthalte in KJPP Ulm hinter sich, aktuell lebt sie in einer Heimeinrichtung. Seit 1 Jahr nicht mehr zu Hause. Vermeidet Kontakt zu Männern. Hört Stimmen, oft Kopfweh, depressiv herabgestimmt. Im Verlauf des Aufenthaltes kann sie über Mißbrauchserfahrungen im Alter zw. 12 und 15 berichten. Wird dabei auch misshandelt, vor ihren Augen wurde ein Tier erschossen, um sie einzuschüchtern. L. zeigt viele Symptome einer posttraumaischen Belastungsstörung. Hat Schlafprobleme, kann häufig nicht entscheiden was sie möchte, schwankt zwischen Kleinkindverhalten und Erwachsensein. Entschließt sich letztendlich zu einer Therapie.
L. ist sportlich, hat eine gute Kondition und Freude an Bewegung. Sie ist eine gute Schülerin am Gymnasium, 12. Klasse. Viele kreative Anlagen, musisch begabt und hat sehr viel Willen sich helfen zu lassen.
Ziele: Selbstbewusstsein stärken, Geduld und Ausdauer fördern, Grenzen definieren und akzeptieren, Verbesserung von sozialem Verhalten und Kommunikation, vor allem gegenüber Männern.
K., 17 Jahre, 3 Wochen auf Station
K. wird von ihrem Therapeuten zu uns geschickt, da er ambulant nicht weiter kommt. K. zeigt seit ca. 4 Monaten eine zunehmend depressive Entwicklung mit Suizidgedanken und Selbstverletzungsverhalten (Ritzen). Z.T. auch herantasten an einen Suizidversuch. K. hat innerfamiliäre Konflikte aufgrund starker Stimmungsschwankungen und rastet immer wieder aus, bringt Eltern auch an ihre Grenzen, diese reagieren ebenso mit Gewalt und Hilflosigkeit. K. bringt sich immer wieder in Strafsituationen, da sie sehr leistungsfixiert und ehrgeizig ist, lenkt sich mit sehr viel Aktivitäten ab, erreich aber nie ihre hochgesteckten Ziele. Sehr impulsives Verhalten, dann wieder starker Rückzug und Konfliktvermeidung.
K. ist körperlich fit, macht viel Spaß und hat viele Interessen. Ihr Sozialverhalten außerhalb der Familie ist gut, kontaktfreudig und aufgeschlossen, sehr hilfsbereit und kommunikativ
Ziele: Aufbau und Stärkung des Selbstbewusstseins, Grenzen finden ohne auszuflippen, Gefühle wahrnehmen benennen, bewusstmachen, angemessen Verantwortung übernehmen.
4. Projektverlauf
4.1. Vorbereitung
4.1.1. Idee
Ideen gab es in meinem Kopf viel, auch viele mehr oder weniger ausgefallene, so z.B. einen Biathlon mit Mountainbike und Bogen. Aber das Projekt sollte ja in eine veränderte EP-Konzeption unserer Abteilung passen und flexibel, aber auch zielgerichtet und gruppenspezifisch sein. Durch Brainstorming mit Kollegen und meiner Frau kam ich dann auf die unter 2.1. näher beschriebene Idee, viele Eintagesaktionen die zusammenfassbar und auch austauschbar sind.
4.1.2. Vorstellung im Team
Die Vorstellung der Idee im Team stieß sofort auf Akzeptanz und Zustimmung. Da diese Idee eine Erweiterung und Flexibilisierung bedeutete, war es auch nicht schwer Kollegen für die einzelnen Tage zu finden, um mich zu unterstützen. Vom Stationsleiter gab es das O.K., dass diese Kollegen die eigentlich frei hatten, Überstunden machen können. So konnte der Stationsbetrieb ungestört weiterlaufen. Die Abteilungsleitung die den Bereich EP in der Abteilung sehr fördert und unterstützt, war ebenso angetan und lud sich zum Start der Kugelbahn ein.
4.1.3. Planung
Die Planung fiel mir dann doch etwas schwerer als gedacht. Es schwirrten viele Ideen im Kopf, ich kannte das Gelände und den Garten auswendig und konnte mir viele Aktionen vorstellen. Also musste ich mich einschränken und so stellte ich mir die Teilnehmer und deren Reaktionen auf die einzelnen Tage vor, wägte Aufwand und Nutzen d.h. das Erreichen der Ziele mit den Ideen ab und folgte dann auch noch etwas meinen Wünschen und so entstand dieses Projekt.
4.1.4. Vorbereitung der Gruppe
Die Vorbereitung der Gruppe erfolgte 2 Wochen vor Beginn der Maßnahme. Wir trafen uns 2 x, die Ideen, der grobe Ablauf wurden vorgestellt. Die Jugendlichen hatten auch die Möglichkeit Wünsche einzubringen, lernten sich in den zwei Treffen besser kennen und durch kooperative Abenteuerspiele etwas Vertrauen. Im 2. Treffen wurde dann auch das Essen geplant und Einkaufslisten nach den Wünschen der Kids erstellt. Ebenso erfolgte eine grobe Planung, wer an welchem Tag für das Essen zuständig ist. Alle waren schon voll Vorfreude und Erwartungen, Bekanntes nochmal zu machen und Neues zu entdecken.
4.1.5. Elterninfo
Wie bei der Vorstellung des EP-Konzeptes erwähnt, werden die Eltern bei Aufnahme ihrer Kinder über EP-Maßnahmen informiert, haben die Gelegenheit Fragen zu stellen und Maßnahmen abzulehnen. Dieses Formblatt wird unterschrieben. Bei jedem weiteren Projekt erfolg eine weitere, genaue Information mittels Brief (siehe Anhang), Infoflyer, mit nochmaliger Unterschrift und der Bitte um Erlaubnis, Fotos machen zu dürfen.
4.1.6 Vorbereitung der Gruppe
Da unsere Abteilung über viel Material verfügt, brauchte ich keines zu leihen. Das Projekt fand im Garten der Station und der näheren Umgebung statt, da dass Fahrtkosten entfielen und für die Wanderung mit Kompass konnte ich den Abteilungsbus nutzen. Die Pizzaofenbauteile bekam ich beim Schrotthändler, ein Tipi besitze ich selbst. Das Zubehör für die Kugelbahn bekam ich von befreundeten Schreiner und unserer Werkstatt. Den sehr geringen Rest, so wie das Essen und Getränke finanzierte ich über unser Essensgeld. Die Jugendlichen und Mitarbeiter wurden vom Essen abgemeldet und bekamen pro Tag und Person € 4,-. Dieser Betrag war ausreichend.
4.1.7. Sicherheitskonzept
Das Sicherheitskonzept übernahm ich weitestgehend nach Standard unseres EP-Konzeptes. Helmpflicht im Niederseilgarten, Spotten der Teilnehmer, Sicherheitsstandard nach Unterlagen aus dem Kurs „mobile Seilgärten“. Bei der Seilbrücke zusätzlich 2 malige Inspektion durch 2 Mitarbeiter, Redundanz bei den Seilen. Radfahren und Baden: nochmal direkt vor Abfahrt StVO erklärt, ein Mitarbeiter fährt vorne, einer hinten. Helmpflicht, Fahrräder waren überprüft. Reparaturkid dabei, alle hatten einen Fahrradführerschein, Karten mit Streckenplan ausgeteilt, Treffpunkte besprochen, Schwimmen können alle, DLRG in Nähe.
Kugelbahn:
Einweisung der Kids an Maschinen. Aufbau von sicheren Werkbänken. Das Gelände war so beschaffen, dass wir keine Leitern, auch nicht für den Start brauchten. Verbandzeug vor Ort.
Waldtag:
Den Kids wurde die terrestrische Navigation erklärt und ihr Wissen überprüft. Bei jeder Gruppe war ein Mitarbeiter mit Notfallpack und Handy dabei. Ich kannte das Gelände auswendig und konnte innerhalb von max.10 min. jeden Punkt erreichen.
Pizzaofenbau:
allgemeine Regeln beim Umgang mit Feuer (Wasser daneben, Wind beachten etc.) und natürlich die Auswahl des Platzes. Ebenso Handschuhe und überprüftes Werkzeug.
Bogentag:
Alle Sicherheitsregeln nach Bogenkonzeption der Abteilung, überprüftes Material. Die Teilnehmer über Stopp-Regelung, das Holen der Pfeile und die Wichtigkeit der Konzentration beim Umgang mit geladener Waffe informiert, Möglichkeit von Pausen. Zudem war immer der Inhalt der Notfallliste (siehe Anhang) dabei bzw. wurde organisiert, ebenso immer dabei die Notfall-Pocket-Card vom KAP.
4.1.8 Notfall
Ablauf nach Standard und im EP-Konzept nach den 5 W-Regeln. Info an Dienstarzt und Leitung. Immer zwei Mitarbeiter, so dass einer gehen kann, z.B. ins KH. Die Station war informiert und war sozusagen unsere Basisstation.
Bei schlechtem Wetter hätten wir die einzelnen Tage tauschen können. Bogenschießen wäre in der Halle möglich, Kugelbahn im Treppenhaus der Station oder in der Sporthalle. Immer 2 examinierte und in EP-Aktionen erfahrene Mitarbeiter begleiteten die Aktion.
4.2. Geplanter Projektverlauf
Das Zentrum unseres Projektes war das Tipi. Wir hatten es in der Woche zuvor im Garten der Station gestellt, und zwar so, dass es von keiner Station aus gesehen werden konnte und dass viel Platz drum herum blieb. Darin wollten wir jeden Tag beginnen und abends zur Tagesreflexion zurückkehren. Dazwischen plante ich immer wieder Aufwärm- bzw. Kooperationsspiele ein, die ich situationsangepasst einstreuen und variieren konnte. Dass bei der Essenszubereitung alle mithelfen war von Anfang an allen klar, ebenso dass abends alle beim aufräumen des Materials mithelfen. Das Frühstück gab es auf der Station um die Gruppenstruktur zu erhalten, und den Projektteilnehmer keine allzu große Sonderrolle zu geben. Auch die Hygiene war auf Station einfacher zu leisten, ebenso das Schlafen, der Nachtdienst war sowieso anwesend.
1. Tag "Verstrickt"
8.30 Uhr Morgenrunde im Tipi
nochmalige Einführung ins Projekt; Metaplan Ängste und Erwartungen; Vorstellung “Traumfänger”; Spiel “Litfasssäule”; Fotokind; Tagebuch; Stimmungsbarometer; Vertrag bzgl. der Teilnahme; Gruppenregeln definieren, Regelwächter
10.00 Uhr Pause mit Süßigkeiten/Obst
10.30 Uhr Abmarsch in NSG
Tarzan; V-Bridge; Reflexion
11.30 Uhr Wanderung zum Hotterloch (Material laut Liste mitnehmen)
12.15 Uhr Feuer machen und grillen, Zeit bis
13.30 Uhr Spiel "Mist, Mist, Mist"
14.00 Uhr Erklären von Knoten und Flaschenzug
14.30 Uhr Aufbau für "Seiltänzer" und "Chaplin-walk"
15.30 Uhr Seilbrückenbau
17.00 Uhr Abbau und Abmarsch
17.45 Uhr Abendessen
18.30 Uhr Reflexion im Tipi
2. Tag Rad-Bad-Bad-Rad
8.30 Uhr Morgenrunde im Tipi-Aufwärmspiel
Sicherheitsblock; Straßenverkehrsregeln; Verhalten im Straßenverkehr; Vorstellung Streckenverlauf (Selbsteinschätzung); Treffpunkte
9.30 Uhr Überprüfen und packen der Räder, Sättel einstellen
10.00 Uhr Abfahrt
10.45 Uhr 1. Treffpunkt, Pause mit Süßigkeiten
11.00 Uhr Weiterfahrt
11.45 Uhr 2. Treffpunkt, Pause mit Spiel (alle versuchen sich auf den Rädern gegenseitig zu halten)
12.00 Uhr weiter bis zum Zielpunkt, Langenargen, Vesper einkaufen
12.30 Uhr Strandbad, Badepause, Vesper, evtl. Land-art
14.30 Uhr Rückfahrt
15.15 Uhr 3. Treffpunkt, Pause mit Spiel (Schweine im Weltall)
15.30 Uhr Weiterfahrt
16.15 Uhr 4. Treffpunkt, Pause mit Süßigkeiten
16.30 Uhr letzter Streckenabschnitt
17.15 Uhr Ankunft, aufräumen, ggf. duschen
18.00 Uhr Verwöhnessen
3. Tag "Rollenspiel" einmal anders
8.30 Uhr Morgenrunde im Tipi
Warming up, Stabspiel, Kistenspiel (Selbsteinschätzung)
10.00 Uhr Pause am Tipi, Süßis
10.15 Uhr Einführung "Bau einer Kugelbahn"
Welchen Anforderungen muss die Bahn gerecht werden; Sicherheitsblock
11.00 Uhr Baubeginn
12.30 Uhr Gemüsesuppe kochen, anschl. Essen und Pause
14.00 Uhr Weiterbau der Kugelbahn
15.30 Uhr Probelauf
16.00 Uhr Präsentation der Kugelbahn, Abteilungsleitung wird eingeladen
Kaffe und Kekse
16.45 Uhr Abbau und Aufräumen
17.30 Uhr Reflexion
18.00 Uhr Vesper
4. Tag "Lost in nature"
8.30 Uhr Morgenrunde im Tipi
Warming-up, Schneesturm
9.15 Uhr Einführung in terrestrische Navigation, Überprüfung des Gelernten,Sicherheitsblock
10.00 Uhr Pause, Süßigkeiten
10.15 Uhr Rucksack packen, Ersatzschuhe
10.30 Uhr Fahrt zu den Aussetzpunkten, Wanderung zum Treffpunkt
Aufgabe Land Art, fotografieren
12.00 Uhr am Treffpunkt, Bau eines Pizzaofen und Pizzabacken
14.30 Uhr Abmarsch Bachwanderung Aufgabe Müll sammeln
16.30 Uhr Abholen am Endpunkt, zurück ans Tipi Gruppenspiel
17.30 Uhr Abendessen
18.00 Uhr Reflexion im Tipi
5. Tag "Volltreffer"
8.30 Uhr Morgenrunde im Tipi
Einführung nach Standard- Sicherheitsblock
10.00 Uhr 1. Schießrunde
11.00 Uhr Pause mit Süßigkeiten
11.15 Uhr 2.Schießrunde
12.15 Uhr Vesper
13.00 Uhr Bau eines "Wunschpfeils", als Erinnerung
13.45 Uhr Warming-up
14.00 Uhr Abfahrt in den Parcours; Einschießen anschl. Parcours
16.00 Uhr Reflexion und anschl. Rückfahrt, unterwegs Einkauf fürs Grillen
17.00 Uhr gemeinsames Vorbereiten des Grillbuffet mit anschl. Verzehr
19.00 Uhr Abschlussreflexion dann Stimmungsbarometer
4.3. Tatsächlicher Projektverlauf
Im Allgemeinen ist gutes Wetter für EP-Projekte immer erwünscht und macht es allen Beteiligten leichter. Wir haben aber bei diesem Projekt erlebt, dass das Wetter auch zu gut sein kann: wir erwischten die heißeste Woche des Jahres mit Temperaturen bis an die 40°C. Ich achtete natürlich darauf, dass alle genügend tranken und kümmerte mich um den Sonnenschutz für alle. Wir nutzten jede Gelegenheit uns im Schatten aufzuhalten, aber solch eine Hitze lähmt Geist und Körper, macht alles fast schon zur Qual. Dadurch war es auch verständlich, dass die Motivation ab und an nachließ.
Montag 17. August
An unserem 1. Morgen trafen wir uns alle wie geplant um 8.00 Uhr pünktlich im Tipi. Ich stellte das Projekt nochmals vor, und wir machten unseren Metaplan. Anschließend stellte ich unseren Traumfänger vor, der anfangs nur ein Kreis auf einem Blatt war und sich im Projektverlauf immer weiter entwickelte. Durch das Spiel "Litfasssäule" lockerte sich die Atmosphäre etwas und wir tauschten unsere Zweit- und Drittnamen aus, was zu vielen Lachern führte. Beim Stimmungsbarometer kehrte wieder etwas Ernsthaftigkeit ein, die Sache wurde ernst genommen, ebenso das anschließende Erstellen unserer Gruppenregeln. Aufgrund ihrer Fähigkeiten, alle waren im Gymnasium, entwickelte sich eine rege Diskussion über die Regeln, ob in der einen nicht gleich die andere schon enthalten sei, ob es Zusatzregeln zu Regeln geben müsste……!
Insgesamt erwies sich die Gruppe immer wieder als sehr "verkopft". Deshalb verzichtete ich auf den "Regelwächter", da es sonst zu endlosen Diskussionen zu kommen drohte. Leider wollte keiner der Gruppe ein Projekttagebuch schreiben, umso begeisterter waren sie als "Fotokinder" dabei, denn richtige Dias zu machen, Bilder die man nicht mehr korrigieren kann, so etwas "altmodisches", hatte noch keine gemacht. Auch die Einschränkung der Bildmenge war neu.
Im Anschluss daran schloss ich mit allen einen Handschlagvertrag für dieses Projekt, dabei zu bleiben wenn es irgendwie ging, die anderen zu respektieren und sich zu unterstützen. Natürlich kann es Krisen geben, und niemand wird zu etwas gezwungen, jeden Tag war 3-mal Zeit, Bedenken und Schwierigkeiten zu äußern und ggf. aufzuhören. Danach war kurz Pause und dann machten wir uns auf zum Niederseilgarten. Dort wärmten wir uns auf, durch Armkreisen, Atemkontrolle und den Stand des Bären. So gerüstet war die V-Bridge eine leichte Übung, aber alle schätzten sich zu schlecht ein, schaffen also mehr als sie dachten. Beim "Tarzan" arbeitete die Gruppe geschlossen zusammen, hatte viel Spaß und wurde ein bisschen zu „Kleinkindern“. So aufgelockert lies es sich gut reflektieren.
Wir packten dann das notwendige Material in den Handwagen und los ging es zum "Hotterloch" im nahegelegenen Wald. Als erstes Feuermachen und Grillen. Die Gruppe sammelte soviel Holz, dass es für Tage reichen sollte. Nach der Diskussion, an welcher Feuerstelle jetzt gegrillt werden sollte, bauten wir provisorische Sitzbänke und endlich gab es auch Essen.
Zum Verdauen und Aufwärmen gab es "Mist, Mist, Mist". Dann erklärte ich ihnen Knoten, Material und den Flaschenzug. Und dann die erst Überraschung. J. ist ein einem Kletterverein und hat viel Erfahrung. So erklärte sie die ganzen Sachen den Anderen sehr gut und richtig und half beim Aufbau der Seilelemente. Dann mein persönlicher Supergau. Ich hatte die Klettergurte vergessen. Alles war da, z.T. doppelt, aber die Klettergurte waren auf Station. Doch ein Anruf und Kollege Robert war noch 20 min. da und brachte sie. Danke! Dann bauten wir alles für den "Seiltänzer" auf und diese Aufgabe machte allen viel Spaß. Bis alle mal dran waren war die Zeit doch weiter fortgeschritten und die Hitze nahm tropische Ausmaße an. So berieten wir in der Gruppe wie es weiter gehen soll und alle wollten jetzt die Seilbrücke bauen, dafür den Chaplinwalk weglassen. Beim Aufbau der Brücke halfen alle mit, J. knotete die Seile auf der einen Seite fest. Als ich dies überprüft hatte, spannten wir auf der anderen Seite mit Hilfe des Flaschenzugs die Seile. Superteamwork der ganzen Gruppe. Das Begehen war für so manche eine Überwindung, aber alle schafften es, sich zu motivieren. Am anderen Ende konnten sie absteigen, zurückgehen oder sich von den anderen zurückziehen lassen. Alle entschieden sich für die 3. Möglichkeit und genossen es, über die Schlucht gezogen zu werden.
Dann schlug die Hitze zu und die Müdigkeit übermannte uns, so dass der Abbau und der Rückweg doppelt so lang gefühlt wurden, wie er war. Am Tipi genossen wir dann unser Abendessen, reflektierten den Tag mit dem Punkteblitzlicht und dann durften alle zum duschen. Ein Teil ging danach direkt ins Bett.
Dienstag,18. August
Wir trafen uns wieder pünktlich im Tipi. Als erstes lies ich jeden aufschreiben was am vorigen Tag das Highlight für ihn war, dann äußerte sich jeder zu seiner Befindlichkeit und zu seinen Erwartungen an den Tag. Ich beschloss schon am Vorabend, dass wir so schnell wie möglich los sollten, da dieser Tag der heißeste Tag des Jahres werden sollte. So genügte ein kurzer Sicherheitsblock, alle bleiben zusammen, 1 Mitarbeiter vorne und einer hinten, nicht nebeneinander fahren, und, da alle den Fahrradführerschein hatten, ein kurzer Hinweis auf die StVO und das Verhalten im Straßenverkehr. Die Räder hatte ein Kollege am Vortag überprüft. So blieb mir nur noch den Streckenverlauf vorzustellen, die Alternativen in der Mittagshitze (mit Zug zurück, im Wald dafür aber länger fahren) vorzustellen, die festgelegten Treff- bzw. Pausenpunkte zu erklären. Als dann alle eingecremt waren, wurden die Räder bepackt und los ging.
Es lief alles so gut, dass die Kids keine langen Pausen machen wollten, lieber schnell weiter. Wir nutzen die Pause zum Trinken, jeder musste! Dann weiter auf kleinen Straßen dem zweiten Treffpunkt entgegen. Dort gab es Getränke, Süßis und Obst. Vor Abfahrt stellten die Kids ihre Geschicklichkeit unter Beweis und schafften er aus dem Fahren sich zu treffen und gegenseitig zu halten ohne mit den Füßen den Boden zu berühren. Dann die Schlussetappe bis zum See. Alle waren hungrig, so wurde ein Superpicknick vorbereitet und auch gleich wieder verzehrt. Nach kurzer Rast, dann ab ins Wasser. Hierbei zeigte sich v.a. Ca. von einer nicht bekannten Seite. Sie tollte im Wasser herum wie ein Otter, lachte und hatte viel Spaß. Sie war schon über 1 Jahr nicht mehr beim Baden gewesen und konnte sich dazu entschließen ihren neuen Badeanzug zu tragen. Auch die anderen außer L. gingen ins Wasser und genossen danach eine Ruhepause im Schatten, da die 35° C Marke an diesem Tag schon erreicht war. Auch die vorgesehene Land Art (Steintürme bauen) entfiel aufgrund der Hitze.
So ging es dann, wie geplant, gegen 14.30 Uhr wieder zurück. Die Gruppe entschied, nicht mit dem Zug zurück fahren zu wollen, sondern im Wald zurück zu radeln. Auf dieser Strecke gab es dann auch die Gelegenheit "Blind" zu fahren, da die Straße breit und für Autos gesperrt war. Diese Möglichkeit nutzt v.a. Co. Und Lo. Sie schilderten dabei auch, wie sich ihre Wahrnehmung veränderte. L. meinte hinterher, dass sie sich über sich selbst wundert, denn sie hätte mit vertrauen können und sich von mir halten, was vorher für sie unmöglich schien. Lo. Setzte das Blindfahren auf ihre Highlight –Liste. Dann kurze Pause, viel Trinken und ein Spiel "Schweine im Weltall". J. wollte nicht mitmachen, da sie keine Kraft mehr hätte, aber sie wollte auch keinen Powerriegel o.ä. essen und nichts trinken. Ich lies sie ausruhen, aber Trinken war unumgänglich. Die Getränke waren aufgebraucht, so dass wir beschlossen in Tettnang einzukaufen. So fuhren wir die 3 km bis Tettnang und kauften ein.
Von da an ging immer leicht bergab, Richtung Tipi. Gegen 17.00 Uhr kamen wir sehr ausgepowert an. Kurz die Räder aufräumen, Rucksäcke und Satteltaschen leeren und dann unter die Dusche. Wir nutzen die Zeit und ließen den Tag an uns vorüberziehen. Cäsars Daumen ragte bei der Reflexion bei allen nach oben. Allen war klar, das hat Spaß gemacht. Und dann kam Schwester Anitas "verwöhn Küche" für hungrige Radler. J. hatte sich vor Müdigkeit und Erschöpfung hingelegt und hätte das Essen Verschlafen, aber die Gruppe war schon zusammengewachsen, dass sie geholt wurde und gerne kam. Essstörungen waren nicht mehr zu beobachten. Alle hatten einen gesunden Appetit und nach dem dieser gestillt war, eine gesunde Müdigkeit.
Mittwoch, 19. August
Als wir uns wie immer zur Morgenrunde im Tipi trafen, waren alle noch sehr müde. Grund dafür war die, für die Gruppe ungewohnt große, Aktivitäten der letzten Tage, aber auch die extreme Hitze, bis knapp unter 40°C. Dennoch waren alle pünktlich und fliesen sich gleich zur Stabmeditation motivieren. Als der Stab wie von Zauberhand noch oben stieg war das Lachen groß. Viele Versuche später verschoben wir das Spiel um dann mit Getränkekisten die Zusammenarbeit zu fördern. Erst sortieren nach verschiedenen Gesichtspunkten, dann Einschätzen, auf wie viele Kisten kann die Gruppe stehen. Sie schätzten 2, das schafften sie dann auch. Nun wollten sie mehr und es auf einer ausprobieren, was dann aber zu viel war. Kurze Pause mit Getränken und Obst, Süßis waren bei der Hitze nicht gewünscht, und dann ging es an den Bau der Kugelbahn. Es brauchte etwas, bis alle im Bilde waren und sich ein solches machen konnten. Vor allem bei den Vorgaben: Looping, Drehrichtungsänderung, freier Fall, Wasserdurchfahrt und verschiedene Klänge. Jetzt hätten sie am liebsten einfach drauf losgelegt, wir mussten erst ein Sonnensegel gegen die unerträgliche Hitze spannen, und unseren Arbeitsplatz mit Böcken, Brettern, Biertischen aufbauen und dann noch das Werkzeug erklären. Wir besprachen was alles gefährlich sein könnte, v.a. Elektrowerkzeug, herausstehende Nägel/Schrauben, Stolperfallen etc. Den Start konnten wir auf unserer Rampe in den Garten legen und hatten so einen Höhenunterschied ohne Leiter von mehr als 4m. Die Gruppe hatte viele Ideen und alle fingen zu zweit, zu dritt an zu bauen. Allerdings gab es niemanden der den Überblick hatte, und sie arbeiteten vor sich hin.
Kurz vor Mittag kam es dann zum Streit. Alle waren unzufrieden mit dem Verlauf, aber keiner wollte den anderen kritisieren oder überstimmen. So hatte sich immer mehr Frust aufgestaut und platzte dann plötzlich heraus. So entschied ich, erst mal das Mittagessen zu kochen. Frische Gemüsesuppe. Es gab viel zu schneiden und zu schälen. Und schon ein neuer Krach, mit Karotten oder ohne, Sellerie, ja, nein….! K. stürmte zornig in ihr Zimmer und lies die Gruppe zurück. Die Lösung der Gruppe war dann, das Gemüse nicht so klein zu schneiden, dass man die entsprechenden Stücke ohne Mühe beim Schöpfen weglassen, oder am Tellerrand liegen lassen konnte. Solange die Suppe kochte führte ich ein kurzes Krisengespräch mit K. Sie lies sich, nach dem alles Mal raus war, wieder auf die Gruppe und die Aufgaben ein und kam zum Essen.
Nach dem Essen war meine Frage, wie geht es weiter, was braucht ihr. Die Lösung kam von K. Nochmal die gesamte Bahn anschauen und besprechen, was, wo, wie und dann Arbeitstrupps bilden um die einzelnen Abschnitte herzustellen und dann miteinander verbinden. Mit diesem Plan im Kopf ging es dann weiter. Alle hatten neue Motivation, und so ging der Bau rasch voran und wir konnten pünktlich den 1. Probelauf starten: und er klappte! Natürlich waren alle sehr stolz, mit Recht. Nun ging es an die Feinarbeiten. Alles wurde noch perfektioniert und stabilisiert. Um 16.00 Uhr gab es dann Kaffe und Kekse und viel Wasser. Das Thermometer zeigte wieder über 35°C an. Nun kam auch der pflegerische Abteilungsleiter. Co. Erklärte ihm die Bahn, die Schwierigkeiten, die Bedingungen und dann wurde die Bahn offiziell eigeweiht. Danach durften alle Erbauer und nach ihnen alle anderen Kids der Station und die anwesenden Mitarbeiter und Therapeuten. Dieses Lob tat allen sichtlich gut und machte sie stolz, erst recht als Kinder und Jugendlicher der anderen Stationen kamen und Kugeln rollen lassen durften. Selbst die "so coolen Jungs" waren beeindruckt. Nun noch kurz (?) aufgeräumt, wobei wieder alle vorbildlich zusammengearbeitet haben. In der Reflexion (Papierkorb und Schatzkiste) kamen 2 Themen heraus:
1. Fanden alle gut, auch mal gestritten zu haben.
2. Auch wie sie gestritten hatten fanden alle o.k.
Es war toll, dass alle durchgehalten haben und sie nicht aufgegeben haben.
Danach gab es noch gemeinsames Abendessen, und ich hörte als ich noch Vorbereitungen für den nächsten Tag traf, einige Male Kugeln durch die Bahn rollen.
Donnerstag, 20. August
Etwas ausgeruhter trafen wir uns an diesem Morgen. Nach dem üblichen Rückblick auf den gestrigen Tag, war wieder ein, sehr Wichtiges warm-up dran. "Sandsturm"! So liefen wir vom Tipi aus, auf die andere Seite des Hauses und die Gruppe musste mit verbundenen Augen zurückfinden. L. konnte nicht mitmachen, da sie mit verbundenen Augen in Panik gerät und auch zu viel Nähe für sie blind nicht zu ertragen ist. Der Rest der Gruppe hatte viel Spaß und lachte, L. half beim Sichern, damit niemand stolpert oder verletzt wird. Nun kam die "terrestrische Navigation"! Die Gruppe verstand sofort wie das geht und ich überprüfte das Wissen bei jedem einzelnen. Dann bildeten wir 2 Gruppen mit je einem Kollegen, besprachen noch den Notfallplan und dann führ ich die Gruppen zu den jeweiligen Aussetzpunkten. Die Gruppen hatten die Aufgabe an einem vorgegebenen Ort ein Land Art- Werk zu erstellen und zu fotografieren: Die 1. Gruppe ein Mandala, die 2. Gruppe ein Spinnennetz, jeweils aus Naturmaterial. Fotografieren sollten sie es damit ich überprüfen konnte, ob sie auch wirklich über diesen bestimmten Ort gegangen sind. Da wir früh dran waren, waren die Temperaturen noch angenehm, was sich im Tagesverlauf aber änderte.
Ich holte solange die Gruppen unterwegs waren, alles Material zum Bau von Pizzaöfen und die Nahrungsmittel und brachte sie zum Treffpunkt. Als ich dort ankam war die 1. Gruppe schon da, und fühlten sich wie die Sieger. Aber das half ihnen nichts, nun mussten sie auch graben, buddeln, Steine schleppen etc. um die Öfen zu bauen. Co. Kümmerte sich um den Teig und die „Küche“, die anderen bauten die Öfen. Vor allem Lo. Entdeckte ihre Kindheit und grub mit bloßen Händen und lackierten Fingernägeln in der Erde um den Ofen zu perfektionieren. Schließlich ging es noch ans Holzsammeln. Es war aber auch noch viel Holz vom Seiltag übrig und niemand hatte es verbraucht. Nach etwa einer Stunde rauchten alle 3 Öfen und die Pizzen wurden vorbereitet. Nun kam das große Dilemma. Die Öfen brauchten lange und die notwendige Hitze zu erreichen. Dafür schaffte das die Sonne spielend und im Übermaß. Also bei weit über 30°C Feuer machen, in Gang halten, blasen, nachlegen, warten…! Kurz und gut, als die Pizzen fertig waren, waren auch wir an unserem Garpunkt angelangt. Dennoch, sogar den Mädchen mit Essstörung schmeckten die Pizzen prima.
Allerdings war es später als geplant und die Aussicht auf die Bachwanderung gefiel keinem der Gruppe, sie wollten einfach den Wald genießen, dort Schiffe basteln, erkunden, Dinge sammeln für das Mandala. Also ließen wir den Dingen ihren Lauf, bauten dann die Öfen ab, machten alle Löcher wieder zu, warfen die Steine in den Bach und gingen dann zum Tipi zurück.
Freitag, 21. August
So schnell kann es gehen, dies ist schon unser letzter Tag und der stand ganz im Zeichen von Pfeil und Bogen. Nach dem Rückblick spielten wir, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, „Storch und Gorilla“. Dabei ging Ca. so sehr in die jeweilige Rolle mit Mimik und Gestik, dass alle anderen herzhaft lachen mussten. Dieses Spiel gab allen die gute Laune und Energie zurück, die am Vorabend doch gelitten hatten.
Nun zum Schießen: Ich erklärte der Gruppe zuerst die Handhabung von Pfeil und Bogen. Danach kamen wir zum Thema wie gefährlich kann das sein und war für Regeln brauchen wir. Derart gerüstet und informiert, ging es dann ans Schießen. Immer in 4er Gruppen, da ansonsten der Überblick verloren geht, schossen sie zuerst auf die Scheibe, dann oben bzw. unten, rechts oder links. So entwickelten alle eine recht ansprechende Technik und übten mit Freude und Spaß. Nach der Pause, zum Trinken und Obst essen, wurden die Treffer immer besser. Nach einem kurzen Vesper am Mittag ging es dann an den Bau von Wunschpfeilen. Die Pfeile wurden aus den Komponenten Spitze zum Aufschrauben, Schaft aus Holz, Nock und Befiederung zusammengebaut und individuell gestaltet. Co. Z.B. beschrieb ihren weißen Pfeil ganz fein mit vielen Wünschen für sich und die anderen. So entstanden kleine Kunstwerke, die die Kids mit nach Hause nehmen durften, so zu sagen als Erinnerung. Für den Nachmittag hätte ich mit der Gruppe kostenlos in einen Bogenparcours in Grünkraut können. Der Betreiber erliess uns die Gebühr von € 6,- pro Person. In einem Bogenparcours ist die Schussposition festgelegt und man schießt auf sehr realistisch gestaltet und bemalte Tiere aus Hartschaum. Doch wollte die Gruppe lieber verschiedene Schießrunden im Garten machen. Also machten wir das. Der Höhepunkt war dann das Luftballonschießen, bei dem J. ihr Erfolgserlebnis hatte. Sie traf als erste den einzigen, roten Ballon, so zu sagen der Hauptpreis. Aber auch alle anderen trafen.
Co. Bekam dann einen Stimmungseinbruch, den sie sich wirklich wegschoss: sie fragte ob sie alle Pfeile die übrig sind hintereinander schießen dürfe. Sie durfte und so schoss sie 3 Serien mit jeweils 40 Pfeilen. Daraufhin meinte sie: "Das hab´ ich gebraucht, das hat gut getan!" Dies haben wir dann abends nochmal unter vier Augen besprochen, und Co. nahm dies mit in ihre nächste Einzeltherapie.
Als wir zum Ende kamen, ging meine Kollegin mit 2 Mädels zum Einkaufen. Die anderen räumten auf. Dann bereitete die Gruppe ein super Grillbuffet mit Salaten, Dips etc. vor. Wir luden die anderen "Mitpatienten" auch ein, ebenso die Mitarbeiter und Therapeuten. Gemeinsam schlemmten wir eine gute Stunde lang. Beim Essen kam dann das Gespräch auf den Tag und auf das Spiel "Gorilla und Storch". Die Kids v.a. Co. erzählten so begeistert, dass unsere Stationsärztin dies unbedingt spielen wollte und so spielten wir es nochmal, mit allen Anwesenden. Beim Aufräumen halfen uns dankenswerter Weise die Eingeladenen, so dass dies rasch vorbei war. Jetzt trafen wir uns zum letzten Mal in "unserem" Tipi. In ruhiger Runde und mit Fackeln in der Mitte, sollte oder durfte jeder nun die letzten 5 Tage reflektieren. Die Punkte die berücksichtigt werden können waren: Was hat mir gut gefallen? Was war doof? Habe ich mich wohl gefühlt? Wie war die Rolle des Leiters? Haben sich Ängste und Erwartungen erfüllt? Danach trug jeder seine Befindlichkeit auf dem Stimmungsbarometer ein und wir machten ein Spotlight für jeden. Dann verabschiedeten wir uns "um eine Woche reicher" wie Lo. Mir zum Abschied sagte.
4.3. Abschluss
Einen ersten Abschluss habe ich, da ich gleich am Tag nach dem Projekt in den Nachtdienst musste schon mit in den letzten Tag gepackt. So gab es die Reflexion über das Gesamtprojekt für jeden mit Punkten die mir wichtig waren, aber auch mit der Möglichkeit, mehr oder andere Themen aufzugreifen. Einen zweiten Abschluss gab es dann 4 Wochen später. Wir gingen mit Station zum Bergprojekt und die Hälfte der Teilnehmer war dabei. Ich brachte die Dias und Projektor mit, und wir schauten sie zusammen an. Jeder Teilnehmer hat dann auch eine CD mit den schönsten Bildern erhalten. Die positive Stimmung zu der
Kids hielt lange an und ich bekam viele Anrufe und, oder Grüße ausgerichtet, alle denken gern an „unser“ Projekt zurück. Eine Woche später bastelten wir dann, aus während des Projektes gesammelten Naturmaterialien, einen Traumfänger.
5. Nachbereitung
5.1. Veränderungen bei den beteiligten Jugendlichen
Die ohnehin schon gute Stimmung habe ich, vor allem nach dem Streit am Mittwoch doch erheblich verbesser. Aus den vielen auf sich selbst konzentrierten Mädchen ist eine Gemeinschaft geworden, die auch an Wochenenden Kontakt untereinander haben und viel im Ausgang zusammen machen. Kritik wird und darf auch geübt werden, die gegenseitige Unterstützung funktioniert. Das Sozialverhalten ist sehr gut, neue Kids z.B. werden integriert. Das Stationsklima wird bis in den Oktober beeinflusst.
Co.
kann viel besser Entscheidungen treffen, ist nicht mehr so verunsichert. Bezieht mehr Stellung und kann ihren Standpunkt anderen gegenüber deutlich vertreten. Wenn es sein musste auch mal lauter als früher. In ihrer Freizeit ist sie nun aktiver, unternimmt mehr, v.a. mit Freundinnen. Sie wirkt viel selbstbewusster, ihr Auftreten hat an Souveränität gewonnen. Co. ging von uns aus nicht mehr in die Tagesklinik zurück, sondern macht eine Reha-Maßnahme und geht anschließend in ein Internat, in dem sie einen Schulabschluss und eine Lehre machen kann.
J.
war während des Projektes an Grenzen gekommen, die sie nicht kannte. Dies hat ihr ermöglicht ihre Essproblematik ernster zu nehmen und neue Lösungswege zu suchen und passende Strategien zu entwickeln. J. scheint sich ihrer Lage mehr bewusst, was zu einer Verbesserung der intrafamiliären Dynamik geführt hat. J. ist nun in ambulanter Behandlung.
Ca.
hatte im Verlauf des Projektes mehr Kontakt zu den anderen Kids aufgebaut, geht mit diesen in Ausgang. Ist gut in die Gruppe integriert. Konnte für sich einstehen und war auch stimmlich präsenter als zuvor. Ein Highlight für mich war die ausgelassene Freude am und im Wasser beim Baden. Da nun aber alle anderen Teilnehmer des Projektes entlassen regredierte Ca. stark, d.h. sie war wieder mehr „in ihr Loch“ gefallen, aß wieder weniger. Im Projekt hatte sie sich normal ernährt. Allerdings gibt es wieder mehr Tage die besser sind, an denen es ihr besser geht.
C.
hat viele Schritte gemacht. Sie kümmert sich nun auch um sich und nicht um alle anderen, hat ihre Grenzen gefunden und akzeptiert. Ihr Essverhalten hat sich normalisiert. C. ging von hier aus in eine Spezialklinik für Essstörungen in der Lüneburger Heide zur Reha. Hat dadurch erst einmal Abstand von Zuhause, kann nun aber auch ihr Leben planen nach ihren Wünschen. C. war zuletzt einer der tragenden Pfeiler der Gruppe.
Lo.
Hat es geschafft. Sie ist im Verlauf des Projektes immer mehr in ihre neue Rolle als Mädchen gewachsen. Bewegt sich souverän in der Mädchengruppe und macht Witze über Jungs. Sie hat sich Selbstbewusstsein erarbeitet und scheint nun auch geduldig an ihre langdauernde Therapie heranzugehen. Lo. Ist mittlerweile in einer Pflegefamilie, in der sie sich sehr wohl fühlt und die ihre Wünsche akzeptieren kann. Weiterhin ist sie an der Uniklinik Ulm angebunden, bei einem Spezialisten für Transsexualität. Sie geht nun ihren Weg, meldet sich immer wieder telefonisch.
L.
ist für mich schwer einzuschätzen. Sie hat alles mitgemacht, weil "das ja ein tolles Projekt mit tollen Angeboten" war. Am Ende hat sie bei der Reflexion erzählt, wie sehr sie sich überwinden musste, hat noch nie so viele Ängste ausgehalten, weint. Andererseits lacht sie viel, machte alles mit und hätte auch noch mehr gemacht. Immerhin hat sie mich als Mann ausgehalten, ein Schritt in die Normalität. Zum Schluss schrieb sie mir einen vier Seiten langen Brief, in dem sie mir die Schuld für ihre schlechten Gefühle gibt. L. ist mittlerweile wieder in ihrer Heimeinrichtung, aber ambulant bei uns in Therapie. Laut Therapeuten macht L. Fortschritte u.a. der Brief an mich konnte gut eingesetzt und als "Spiegel" benutzt werden.
K.
hat das Projekt genossen. Ist schon immer sehr sportlich orientiert und konnte dies beim Projekt gut nutzen. Sie hat gelernt an Grenzen zu gehen, und auch das man streiten kann ohne alles zu beenden. Sie ist sich ihren Gefühlen bewusster geworden, kann diese artikulieren und darauf reagieren, mit ihnen umgehen. K. Eltern sind bereit für eine Familientherapie. K. selbst arbeitet an sich, ihren Leistungsanspruch zurück zu fahren und auch Schwächen zu zulassen.
5.2. Reaktion in der Einrichtung
Auch wenn es bei uns schon lange EP-Projekte gibt, so rief dieses Projekt doch sehr viel Aufmerksamkeit hervor. Meine EP-Kollegen und die Mitarbeiter die dabei waren, bescheinigten mir eine sehr gute Vorbereitung und Organisation des Projektes. Auch die Grundidee, viele Tagesprojekte in einen Rahmen in ein Thema zu fassen bzw. unter eine Überschrift zu stellen wurde als zukunftsorientiert und wegweisend bezeichnet. Unsere Abteilungsleitung war ebenso sehr von diesem Projekt angetan und möchte dass ich dieses Projekt in unserer Abteilungsinternen Fortbildungsreihe, zu der auch Mitarbeiter von kooperierenden Einrichtungen und niedergelassene Kinder- und Jugendtherapeuten kommen, vorstelle. Von unserer Psychologin bekam ich viele positive Rückmeldungen der Kids, die sie in ihren Therapiestunden beobachtete oder erzählt bekam. Auf Station wird dieses Projekt als Grundlage zur Überarbeitung unseres EP-Konzeptes verwendet, um öfters Aktionen machen zu können an denen dann mehr Jugendliche teilnehmen.
Aber es wurde mir auch reflektiert, dass dieses Projekt sehr umfangreich und eigentlich zu viel für einen allein ist. Auch zu viel Input pro Tag und zu wenig Pausen waren andere Einwände. Aber insgesamt ein gelungenes Projekt.
6. Reflexion
6.1. Besondere Ereignisse
Für mich, aber auch für die Kids war das eine sehr schöne und abwechslungsreiche Woche, mit neuen Erfahrungen und schönen Erlebnissen. 4 – 5 dieser Erlebnisse werden mir, und mit Sicherheit auch den Kids in besonderer Erinnerung bleiben.
• Als Ca. im Wasser ausgelassen tobte, sich freute und viel Spaß hatte. Endlich aus „dem dunklen Loch der Depression“ raus. Ihre Augen strahlten, sie lebte!
• Die Reflektion/Erfahrung der Gruppe, dass Streit im Sinne von Auseinandersetzung etwas positives, reinigendes sein kann und es danach, oft sogar besser, weitergeht.
• Das Vertrauen das die Kids beim blind fahren in mich hatten, wie sie es genossen und was sie plötzlich wahrnahmen.
• Dass nicht Sensationelles, Außergewöhnliches, in diesem Fall Bogenparcours wichtig war, sondern auch einfache Dinge, hier Pfeilbau und einfache Schiessrunden für die Gruppe schön war.
6.2. Erkenntnisse und Erfahrungen
Für mich war das Projekt sehr lehrreich. Meine Haupterkenntnis ist im Nachhinein: weniger ist mehr. So waren einige Tage doch zu voll gepackt und z.B. die Bachwanderung mussten wir weglassen. Dafür könnte man andere Sachen ausdehnen, bzw. vertiefen oder einfach Zeit zum Spielen in der Aktion geben. Beim nächsten Projekt werde ich auch die Gruppe mehr in die Planung mit einbeziehen und so für mich etwas Entlastung herbeiführen und den Teilnehmern mehr Verantwortung und damit Identifikation mit dem Projekt, geben. Noch mehr weg von Animation/Bespassung.
Ein so großes Projekt ist für einen allein zu viel und nur mit viel Aufwand zu realisieren. In Zukunft nur zu zweit. Außerdem ist die Dauer, 5 Tage hintereinander, zumindest für meine Kids in unserer Einrichtung, zu viel.
Das Zeitmanagement hat recht gut geklappt, wir blieben meist in m Rahmen. Die wenige Verschiebung war einkalkuliert.
Obwohl wir einen Niederseilgarten haben, sind mobile Seilelemente eine sehr tolle und aufregende Sache. Man kann mit ihnen viel Abwechslung und Kreativität in die EP-Projekte bringen und die Kids sind bei Planung und Aufbau beteiligt. Wieder weniger Konsum, mehr Verantwortung.
Fasziniert war ich auch, wie gut der Pfeilbau ankam. Die Kids genossen diese ruhige Beschäftigung, es war eine gelungene Abwechslung und brachte auch Kreativität mit rein. Das gleiche gilt für die Land Art Aufgaben.
7. Öffentlichkeitsarbeit
Öffentlichkeitsarbeit ist bei uns kaum möglich, da die Jugendlichen und Eltern ihr Einverständnis dafür nicht geben. So bleibt es weitestgehend bei Präsentation der Fotos auf Station und bei verschiedenen Fortbildungen. Allgemein gehaltene Artikel über EP, und evtl. dann auch über das Projekt Traumfänger, erscheinen immer wieder in unserer Hauszeitung.
Sponsoring war nicht notwendig, a wir fast alles Material innerhalb unserer Abteilung haben. Für die zwei Schreinereien, die mit Material für die Kugelbahn gespendet hatten, u.a. die Schreinerei meines Bruders, mache ich Werbung am Bogenschießstand beim Tag der offenen Tür.
8. Literaturliste
Praktische Erlebnispädagogik 2, Annette Reiners, Ziel Verlag, 1. Auflage 2005
Lehrgangsunterlagen vom KAP-Institut: Mobile Seilgärten, Erste Hilfe Outdoor, Anleitung zur Praxis, Einführungskurs
Konzeption Bogenschießen, KJP Weissenau
EP-Konzept, KJP Weissenau
Kooperative Abenteuerspiel 1 und 2, Gilsdorf/Kistner, Kallmeyer Verlag
Qualitätsmanagement Handbuch, ZfP Südwürttemberg
9. Anhang
Einverständnis der Leitung
Schreiben an Versicherungsfachmann mit Anlage Infoflyer
Infoflyer
Antwort der Versicherung
Packliste für die Kids
Elternbrief
Materiallisten
Erlebnistherapie Konzeption
Konzeption Bogenschießen
Finanzierung
Regelwerk
Genehmigungen
Einverständnis der Leitung
Einverständnis zum EP- Projekt
"Traumfänger"
17. - 21. August 2009
Hr. Schlenker hat mir, Hr. Suso Rodriguez, pflegerischer Abteilungsleiter, der Abteilung KJPP Weissenau, die Konzeption für das erlebnispädagogische Projekt "Traumfänger" vorgelegt. Inhalt und geplanter Ablauf wurden besprochen.
Hiermit bestätige ich, von der Konzeption und Durchführung des Projektes "Traumfänger" unter der Leitung von Herrn Schlenker in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Im Rahmen unsere erlebnispädagogischen Arbeit, die ein wichtiger Teil unseres Behandlungs- und pflegerisch/pädagogischen Konzeptes ist, unterstützen wir die Arbeit und das Projekt von Herrn Schlenker.
Suso Rodriguez
Pflegerischer Abteilungsleiter der Abteilung KJPP
Anschreiben an Versicherungsfachmann
Herr Liebrich
Versicherungsfachmann in der allgemeinen Verwaltung
Betreff: Anfrage zum Versicherungsschutz bei erlebnispädagogischen Projekten
Sehr geehrter Herr Liebrich,
In unserem Telefonat habe ich Ihnen bereits mündlich mein Anliegen geschildert. Wie besprochen informiere ich Sie hiermit schriftlich und inhaltlich über das geplante erlebnispädagogische Projekt "Traumfänger".
Hiermit möchte ich anfragen, ob ich als Mitarbeiter der KJPP im Rahmen der unserer Versicherung für eventuell anstehende Schadensersatzansprüche Dritter aufgrund von Unfällen, die während der Durchführung der geplanten Maßnahme passieren, versichert bin.
Maßnahme: siehe beiliegendes Infoblatt
Da die Maßnahme als Abschlussarbeit meiner Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik mit Bildern dokumentiert werden soll, werden wir mehrer Fotokameras samt Zubehör mitführen. Diese Kameras sind z.T. Privateigentum und werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Sind diese Kameras innerhalb des Projektes mitversichert?
Ich möchte Sie nun bitten, mit schriftlich Antwort an oben genannte Adresse zukommen zu lassen. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Michael F. Schlenker
Anlage:
Infoflyer zum EP- Projekt
"Traumfänger"
17. - 21. August 2009
Wir werden bei diesem erlebnispädagogischen Projekt jeden Tag gemeinsam Aktionen unternehmen, die uns viel Spaß und Abwechslung, aber auch Erfahrung und (eigene) Grenzen bringen werden. Ausgangs- und Zielpunkt jeden Tages ist unser Tipi im Garten der Station. Dort treffen wir uns jeden Morgen, besprechen was der Tag uns bringen wird und wie wir ihn gestallten wollen. Hierher kehren wir auch jeden Abend wieder zurück.
Welche Aktion an welchem Tag stattfinden wird, werden wir, je nach Wetterlage, kurzfristig entscheiden.
Folgende Aktionen sind geplant:
1. "Verstrickt": Wir werden uns mit und auf Seilen näherkommen
2. "Lost in Nature": ausgesetzt an einem unbekannten Ausgangspunkt, wandern wir zurück, bauen einen Pizzaofen, lernen den Bach neu zu erfahren.
3. "Rollenspiel auf andere Art": Wir bauen eine Riesenkugelbahn
4. "Rad Bad - Bad Rad": Radtour mit Badespaß
5. "Volltreffer": Winnetou trifft Robin Hood - alles ums Bogenschießen
Die Aktionen werden ergänzt durch Kooperationsaufgaben und verschiedene Spiele.
Die Verpflegung während des Tages und am Abend, werden wir selbst besorgen und an verschiedenen Orten zubereiten.
Anhand der Packliste kann überprüft werden, ob etwas fehlt, und wir sind bei der Organisation fehlender Dinge gerne behilflich.
Wir freuen uns auf Schöne Tage und gutes Wetter,
Michael F. Schlenker
und das ganze Team der Station
Packliste für die Kids
Ihr braucht für unser Projekt “Traumfänger” folgende Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände:
Feste Schuhe, am besten Trekking- oder Wanderschuhe
Regenfeste, -dichte Kleidung
Badesachen
einen kleinen Rucksack
Mütze/ Hut/ Kopftuch
Sonnenschutz
Spaß, Phantasie, Mut und Neugier
Elternbrief
Liebe Eltern,
Die Station bietet in den Sommerferien ein Ferienprogramm an. Im Rahmen dieses Ferienprogramms werde ich mit den Jugendlichen ein erlebnispädagogisches Projekt durchführen.
"Traumfänger"
17. - 21. August 2009
Ihr Einverständnis, dass ihr Kind bei solchen Projekten mitmachen kann, haben sie ja schon bei der Aufnahme gegeben. Trotzdem bitte ich sie, ihr Einverständnis für dieses Projekt zu geben ebenso die Erlaubnis von ihrem Kind Fotos machen zu dürfen und diese in meiner Abschlussdokumentation und bei Abteilungsinternen Zwecken verwenden zu dürfen.
Aus dem Infoflyer, können sie ersehen, wie wir die Tage gestallten wollen und wie viel Spaß und Abenteuer auf uns zukommen werden. Bei weiteren Fragen stehe ich ihnen gerne unter der Stationsnummer zu Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Michael F. Schlenker
Hiermit erkläre ich mich mit der Teilnahme meines Kindes
am Projekt Traumfänger einverstanden, ebenso bin ich damit einverstanden, dass Fotos gemacht werden und in oben angegebener Weise verwendet werden können.
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Unterschrift
Materiallisten
Materialliste, immer dabei:
• Erste-Hilfe-Set
• Handy, Telefonnummern
• Notfallplan
• Info auf Station gegeben
• Trinkflaschen
• Regenbekleidung
• Rucksack
• Sonnenschutz
• Messer
• Fotoapparat und Filme
Materialliste, Verstrickt:
• 3 Statikseile
• Bandschlingen
• HMS-Karabiner
• Kletterseile
• Helme
• Klettergurte (Brust- und Hüftgurt)
• Kombizange
• Baumschutz
Essen
• Grill und Grillzange
• Grillgut, Salat, Brot, Rohkost
• Feuerzeug, Anzünder (Bio)
• Süßis
Materialliste, Rad-Bad, Bad-Rad:
• Räder für alle überprüft, o.k.
• Helme
• Badesachen
• Streckenplan mit Treffpunkten
• Flickzeug/Werkzeug
Essen
• Süßis
• Obst
• Vesper, Brot, Käse, Wurst, Rohkost
Materialliste, Rollenspiel einmal anders:
• Bretter
• Leisen
• Stangen
• Kabelbinder
• Schrauben
• Nägel
• Drainagerohre
• Akkuschrauber
• Dachrinnen
• Sieb etc.
• Boule Kugeln
• Schnur
• Klebeband
• Spax 40er und 60er
• Bits
• Bohrer
• Säge
• Leitern
• Hammer
• Böcke
• Stich- und Kreissäge
Essen
• Gemüse, Gewürze
• Süßis
• Obst
• Kekse, Kaffee
Materialliste, Lost in nature:
• 2 Kompasse
• Karte(kopiert, mit Ausgangs- und Zielpunkt)
• Müllsäcke
• Ersatzkleidung
• Schuhwerk
• 3 große Dosen
• Spaten und Schaufel
• Alufolie
• 3 Ofenrohre
• Biberschwanzziegel
• Planen, Gurte, Seile (Schlechtwetter)
Essen
• Pizzateig und Belag
• Süßis
• Obst, Rohkost
Materialliste, Volltreffer:
• Bögen
• Pfeile
• Schießhandschuhe
• Armschutz
• Scheiben
• Netz
• Luftballons
• Auflagen
• Pfeilbaumaterial: 8 Spitzen, 24 Federn, 8 Nocken, Farben, Werkzeug
Essen
• Süßis
• Vesper
• Grillgut, Salate, Brot
Erlebnistherapie-Konzeption
Erlebnistherapie als Behandlungsmethode in der ambulanten- u. stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie
Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
am ZfP - Die Weissenau; Abt. 8
Inhaltsverzeichnis:
1.) Einleitung
2.) Definition Erlebnispädagogik / Erlebnistherapie
3.) Eckpunkte Erlebnistherapeutischen Handelns
4.) Besondere Aspekte für unsere Umsetzung
5.) Das Setting
6.) Transfer
7.) Qualität in der Erlebnistherapie
8.) Spannungsfelder in der ET
9.) Projektbezogene Unterkonzepte der Stationen
10.) Sicherheitsmanagement (Unfallprävention- Notfallmanagement Krisenmanagement)
11.) Aufgabenbereiche, Rollenfunktionen
12.) Literatur
1 Einleitung
1.1 Der lernpsychologische Ansatz
Wir behalten 20% was wir hören, 30% was wir sehen, 40% hören und sehen
70% was wir in Worte fassen, 80% was wir selbst tun. Darauf baut der Handlungsansatz der Erlebnistherapie auf. Erlebnistherapie als Methode hat nicht zuletzt einen so hohen Stellenwert, da es für schwierige Kinder und Jugendliche, die durch Gespräche kaum erreichbar sind, besonders effektive Lernformen anbietet.
1.2 Erlebnistherapie im Bezug auf den Behandlungsauftrag
Die Erlebnistherapie als ein Handlungsorientiertes Element in unserem Rahmenprogramm der Behandlungsmaßnahmen.
Verhaltensmuster können zur DIAGNOSTIK beobachtet und dokumentiert werden. Im unmittelbaren tun vergessen die TN oft ihre Hemmungen und gehen aus sich heraus, oder sie stoßen auf Widerstand mit ihren Verhaltensweisen, die im Alltagsgeschehen so nicht oder erst nach längerer Zeit deutlich würden.
Einfluss auf die GRUPPENDYNAMIK, die für das Behandlungssetting eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Die Elemente können auch dazu dienen, Patienten in die Gruppe zu integrieren, Rollen transparent zu machen und Rollenzuschreibungen zu beeinflussen.
INIVIDUELLE THERAPIEZIELE können mit Erlebnistherapeutischen Behandlungselementen unterstützt werden
2 Erlebnispädagogik / Erlebnistherapie
2.1 Definition Erlebnispädagogik
HECKMAIR und MICHEL definieren Erlebnispädagogik als eine Handlungsorientierte Methode, um ein weiterbildendes, Persönlichkeitsentwickelndes oder therapeutisches Ziel zu erreichen.. Grundlagen sind dabei zwischenmenschlichen Begegnung und Beziehung, weil sie durch oft notwendige persönliche Nähe, neue Sichtweisen der Fremd- und Selbstwahrnehmung eröffnen, und somit feste Einstellungen und Urteile ins Wanken kommen können. Allerdings sollte eine einzelne Aktion nicht allein stehend als „erlebnispädagogisch oder nicht“ eingestuft werden. Es muss immer das Gesamtprogramm im Kontext bewertet werden.
2.2 Definition-Erlebnistherapie
Der Auftrag der Kinder- und Jugendpsychiatrie beinhaltet Diagnostik und Bewältigung von psychische Störungen, d.h. neue Handlungsmöglichkeiten zu erschließen und unwirkames Coping abzubauen.
Klassifizierung der erlebnispädagogischen Anwendungsgebiete nach Simon Priest
EP-TYP | ZWECK/ZIEL | ERGEBNISSE |
Freizeit/Erholung | Gefühle verändern | Spaß |
Pädagogik/Bildung | Denken verändern & | Neue Konzepte/Impulse |
Entwicklungsförderung | Pos.Verhaltensänderung, | Verstärkung funktionaler Verhaltensweisen |
Therapeutisch | Abbau von Fehlverhalten & | Abbau düsfunktionaler Verhaltensweisen |
© Simon Priest
Ziel ist es in diesem Sinne, ein Entwicklungsförderndes und aktivierendes Programm anzubieten, das die Patienten ganzheitlich anspricht.
Erlebnispädagogische Inhalte im Rahmen der therapeutischen Behandlungsmaßnahmen unterscheiden sich auf den ersten Blick nur wenig von Erlebnistherapeutischen Maßnahmen. Einzelne Maßnahmen müssen immer im Gesamtkontext gesehen werden in die sie eingebettet sind, daraus lassen sich die Zielgerichtetheit und die Qualität ableiten.
3 Eckpunkte Erlebnistherapeutischen Handelns
• Einbettung in das therapeutisches Setting | Vorbereitung |
• Zielgerichtetheit des Angebots | Aktion |
• Reflexion der Aktivität | Reflektion |
• Vermittlung und Unterstützung | Transfer |
4 Besondere Aspekte für unsere Umsetzung
Im Vorgespräch mit dem TN und dem therapeutischen Team versuchen wir den individuellen Handlungsbedarf festzulegen und gemeinsame Ziele zu formulieren. Die innere Zustimmung des TN zu Aktivitäten, während Maßnahmen bleibt freiwillig. Motivationsarbeit mit aufbauendem Charakter durch die Leiter, unterstützt diese.
In der Aktivität können neue Ziele entstehen, die durch den Trainer gewichtet und eingebracht werden.
Schaffung von isomorphen (strukturgleichen) Situationen, Verknüpfung mit Metaphern.
Wichtige Voraussetzung und die Basis ist eine tragfähige Beziehung.
Unser Blickwinkel richtet sich vor allem auf die Ressourcen der TN.
Die Natur dient als Medium für die erlebnistherapeutische Maßnahme.
Herausforderungen werden durch den Trainer konstruiert oder durch die Natur vorgegeben.
Authentizität und Unausweichlichkeit der Situation für TN und Trainer, unmittelbare Erfahrbarkeit des Handelns ist gegeben.
Authentizität des Trainers; unmittelbare Erfahrbarkeit als personales Modell und Bewusstsein des Trainers darüber werden vorausgesetzt.
Wir nutzen die Gruppendynamik als psychosoziales Experimentier- und Lernfeld
Lösungsorientierte Bewältigung von Konflikten, Ungang mit Grenzen.
Jede Aktivität braucht die Reflektion des Erlebten, um Gefühle und Handlung zur Erfahrung werden zu lassen. Bewusst sollte sein, dass auch die Reflektion eine eigene Handlung ist, die wiederum wieder mit Vorerfahrungen und Gefühlen verbunden ist.
Der herausfordernde Charakter erhöht Motivation und Antrieb für die Aktivität und führt zu Spaß und Lebensfreude als konstruktive Begleiterscheinung.
Der Transfer findet schon während der Aktivität statt und muss auf Station im therapeutischen Setthing fortgeführt werden.
5 Das Setting
Die wichtigsten Vorrausetzungen für das Stattfinden und die Effektivität einer erlebnistherapeutischen Maßnahme ist deren Akzeptanz: Diese muss von allen am Prozess beteiligten Bereichen und Personen gegeben sein:
• Klinikleitung
• Abteilungsleitung
• Duale Leitung
• Team
• Sorgeberechtigte des Teilnehmers. (Von den Personensorgeberechtigten wird eine schriftliche Einverständniserklärung eingeholt.
a) Personal und Projektfinanzierung
Daraus resultiert die weitgehende Bereitstellung der finanziellen Mittel über das Abteilungs-/Stations-Budget.
Zuschüsse z.B. für Sachmittel, können auch vom Förderverein Villa Kunterbunt, beantragt werden.
Des Weiteren muss der personelle Rahmen gesichert sein.
Dies bedeutet, dass der reibungslose Stationsablauf gewährleistet sein muss, obwohl sich Teile des Teams auf einem erlebnispädagogischen Projekt befinden. Dies gilt auch für die Vor- und Nachbereitungsphase.
b) Material
Für das unterschiedliche Angebot an Maßnahmen ist eine Vielfalt an Materialien notwendig. Die hochwertigen Materialien müssen technisch auf vertretbarem Stand sein und regelmäßig überprüft, gewartet, und gegebenenfalls ausgetauscht werden; um keine Sicherheitsrisiken bei der Hard Ware einzugehen. Nur so ist ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Teilnehmer gewährleistet.
c) Fortbildung und Sicherheit
Um die Qualität der Projekte zu sichern ist die fachbezogene Fort- und Weiterbildung der durchführenden Mitarbeiter unerlässlich.
Zudem wurden allgemeine Sicherheitsstandards für die einzelnen Maßnahmen erarbeitet.
Die durchführenden Mitarbeiter sind dazu angehalten, sich über die neuesten Projektbezogene Sicherheitsstandards zu informieren und diese umzusetzen.
d) Jahresplanung
Da alle 4 Stationen des Kinder- und Jugendbereichs erlebnispädagogische Projekte durchführen, findet eine gemeinsame Jahresplanung statt.
Somit ist auch gewährleistet, dass für jede einzelne Aktion das benötigte Material zur Verfügung steht. Vorrang haben Stations- übergreifende Projekte.
6 Transfer
Voraussetzung, dass Transfer stattfinden kann:
Die Inhalte eines Projektes müssen im Team durch Präsentation im Vorfeld transparent gemacht werden. Wichtige Inhalte und Ziele des jeweiligen erlebnistherapeutischen Projektes stellen die Projektleiter dem Pflegepersonal und den fallverantwortlichen Therapeuten vor. In diesem Rahmen können gemeinsam Patienten ausgewählt und individuelle Ziele entwickelt werden. Bei der Auswahl der Teilnehmer sollte berücksichtigt werden, dass die Patienten nach Abschluss des Projekts noch einige Tage auf Station sind. Somit kann der Übertrag von Erfahrenem in den Alltag durch Transferhilfen unterstützt werden.
Die Durchführung
Reflexion als elementarer Bestandteil des Transfers, sollte in aktuellen Situationen zeitnah stattfinden (z.B. Konfliktstoff abends am Lagerfeuer diskutieren und Verbindung in den Alltag schaffen).Verschiedene Reflexionsmethoden unterstützen die Verknüpfung von Gefühl und Erleben. Die Abschlussreflexion fokussiert die gesammelten Erfahrungen für den Transferprozess. Dabei sind psychosoziale und gruppendynamische Prozesse zu erfassen und aufzugreifen. Eine stichpunktartige Dokumentation der Erfahrungen schon während des Projekts kann dazu sehr hilfreich sein und erleichtert den Rückblick des Projektteams.
Nach dem Projekt
Das Projektteam reflektiert den Aktionsablauf und sammelt gemeinsam abschließende Stichpunkte, um die Dokumentation unter Therapiezielen in der Krankenakte der einzelnen Patienten aufteilen zu können.
Projektnachbereitung
Es sollten in der folgenden Übergabe /Visite, ein Teamer der Maßnahme und ein fallverantwortlicher Therapeut anwesend sein. So können die Verhaltensbeobachtungen und Projektergebnisse eingebracht und in das weitere therapeutische Vorgehen miteinbezogen werden. Es können Impulse für Therapieprogramme aufgegriffen werden. Projektergebnisse können auch in der Familienberatung ihren Platz finden. Wünschenswert wäre hierbei die Festlegung eines Familiengespräches in der Woche nach Projektende, wobei die Präsenz eines Projekttrainers aufgrund der unmittelbaren Erfahrungen von Bedeutung ist. Auch die jeweiligen Bezugspersonen sollten auf das ET- Team zukommen, so dass sie ausreichende Infos erhalten und Hilfen zum Alltagstransfer geben können.
Transferhilfen können im Alltag geschaffen werden durch Hinweise auf konkrete Erfahrungen aus dem Projekt bei strukturähnlichen Problemstellungen des Alltags. Dadurch können konstruktive Verhaltensalternativen verstärkt und /oder fortgeführt werden.
7 Zum Thema Qualität in der Erlebnistherapie (ET)
Erlebnistherapeutische Projekte gliedern sich in die drei gleichwertigen Teile
Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung auf.
Um einen sinnvollen Ablauf der Projekte zu gewährleisten, ist es notwendig, dem zuständigen Mitarbeiter für das gesamte Projekt mit all seinen Teilen den notwendigen Freiraum zu schaffen.
Betreuungsschlüssel MA zu TN. (Richtwert 1-3 TN pro MA).
Die VORBEREITUNG hat die Funktion, Vertrauen zwischen den Teilnehmern und den Trainern aufzubauen, Beziehungen zu intensivieren und Motivation zu fördern.
Mit der DURCHFÜHRUNG eines erlebnistherapeutischen Projekts sind auch viele organisatorische Aufgaben zu bewältigen. Das Erledigen dieser Aufgaben ist Grundlage für einen reibungslosen Ablauf und die Konzentration auf die laufenden Prozesse. Die Einbeziehung der Teilnehmer in diese Aufgaben dient der Förderung von Umsicht, Verantwortung und Achtsamkeit im Umgang mit dem Material.
Die AKTIVITÄT selbst fordert die volle Aufmerksamkeit und Konzentration des Trainers. Während der Aktion hat der Trainer nicht nur die Aufgabe für die Hard- Skills zu sorgen, wesentlich ist vor allem auch der Blick auf psychosoziale und
gruppendynamische Prozesse.
Diese gilt es wahrzunehmen, zu thematisieren und gegebenenfalls
geeignete Methoden einzusetzen, um diese positiv zu kanalisieren.
Die NACHBEARBEITUNG dient vor allem dem Transfer, der neu erworbenen Fähigkeiten und wieder entdeckten Ressourcen. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Transparenz im therapeutischen Team. Die gemachten Erfahrungen sollen durch die Unterstützung der Bezugsgruppe vertieft und in konkreten Schritten weiter getragen werden.
Es wird angestrebt, WIRKUNGSNACHWEISE durch wissenschaftliche Evaluation des ET-Ansatzes zu erbringen und zu unterstützen.
8 Spannungsfelder
Langfristige Planung - zielgerichtete- patientenbezogene Aktionen
Lösungsansätze
• zeitlich kürzere Projekte, ortsnah, kleinere Gruppen.
• mehr Material à mehr Flexibilität in der zeitlichen Festlegung (auch Doppelmaßnahmen sind dadurch eher möglich).
• Themenstandards für bestimmte Problembereiche der Patienten erstellen.
• Terminüberschneidungen des Patienten EPà andere Termine (Jugendamt,
Familiengespräche, Entlassungen) à rechtzeitige detaillierte Absprachen mit den fallverantwortlichen Therapeuten.
• längere Verweildauer der Patienten und geplante Entlassungen erleichtern die Planung (ist kaum zu beeinflussen). ßàDruck der Krankenkassen
• die Erkenntnisse bei Teilnehmer aus Projekten können bei Bedarf durch eine ambulante Nachbehandlung weiter verfolgt werden à Zielgerichtetheit!
• Stationsübergreifende Maßnahmen ermöglichen eine genauere Zielsetzung und können Erfordernisse des Dienstablaufes entschärfen. Sie erfordern jedoch einen organisatorischen höheren Aufwand.
• Alltagsnah im Wochenplan eingebettete Maßnahmen, mit wenig organisatorischem Aufwand im Vorfeld verbunden.
• mehrtägige externe Aktionen vor allem in der Ferienzeit, um die Station zu entlasten.(Ausfall von verschiedenen Behandlungsangeboten im Wochenplan). - Entgegen steht der Urlaubsplan. In den Ferienzeiten fallen vermehrt Mitarbeiter aus. Projekte mit einem hohen Mitarbeiteraufwand können in diesen Zeiträumen nur bedingt umgesetzt werden.
9 Projektbezogene Unterkonzepte der Stationen
Einbeziehung der Projekte ins therapeutische Setting
• Bogenschießen: alle Stationen der Abt. 8, z.T. im wöchentlichen Therapieplan eingebunden oder in Projekten
• Klettern: zweiwöchentlich im Therapieplan der Station 81 und 83 eingebunden und Tagesprojekt der St. 81 und 83 im Klettergarten
• Kanadierfahren: meist 3 tätiges Projekt, alle Stationen der Abteilung
• Krieger-Projekt: (Aufenthalt in der freien Natur, Selbstversorgung, Interaktionsaufgaben, Selbsterfahrung, Initiationsrituale) St. 84
• Adventure-Tour: (Zelten, Lagerleben, Kooperationsaufgaben), St. 81
• Kuttersegeln: mehrtägiges Projekt, Station 81 und 83
• Schneeschuh mehrtägiges Projekt, z. B. St. 81
• "Hexenloch"-Projekt: (Outdoor, Zelt/ Hütte, Lagerleben, Teamtask) mehrtägiges Projekt, Station 82 und 83
• Mountainbike fahren: (Aus Sicherheitsgründen Helmpflicht für Patienten und Mitarbeiter). Projektbezogen mehrtägig auf Station 82
10 Sicherheitsmanagement( Unfallprävention, Unfallmanagement, Krisenmanagement)
10.1 Unfallprävention
Allgemeine Qualifizierung und Verantwortungsbereiche der Projektleiter
Die Projektleitung trägt die Hauptverantwortung
Die Projektleitung ist Qualifiziert mit den Erlebnispädagogischen Grundlagen. Sie vermittelt entsprechendes Grundlagenwissen.
Sachliche und technische Kompetenz der Projektleitung muss durch eine entsprechende fachsportliche Schulung im jeweiligen Bereich belegt sein. Das Handeln muss verantwortbar sein! z.B. Klettern, Kanadier, ....
Die Projektleitung muss eine ausreichende Routine und Erfahrung in dem jeweils angebotenen Bereich mitbringen , um der Verantwortung gerecht werden zu können.
Die jeweilige Fachkompetenz zu den eingesetzten Medien muss durch bekannte Neuerungen, der allgemein gültigen Sicherheitsstandards, erweitert werden.
Die eigene Belastbarkeit im angebotenen Bereich sollte so groß sein, dass die eigenen Grenzen gekannt und nicht ausgereizt werden, sondern soviel Energie und Erfahrung vorhanden ist, dass ein Sicherheitsspielraum gewahrt wird.
Die Projektleitung ist in der Lage sein, auftretende psychische oder emotionale Reaktionen/Schwierigkeiten der Teilnehmer auffangen zu können.
Die Projektleitung verschafft sich ausreichende Informationen im Bezug auf die Teilnehmer/ Gruppe:
• individuelle Ängste
• mögliche Unfähigkeiten
• Belastbarkeit
• Gruppensituation
• Individuelle Betreuung
• Gesundheit (Medis/Epilepsien/Allergien)
Die Projektleitung hat den Auftrag die Verantwortlichkeiten klar zu benennen
Die Projektleitung wägt die Ausarbeitung eines Notfallplans für die Maßnahme ab, und zeigt sich dafür verantwortlich.
1. Hilfe-Set, Notfallhandy mit entspr. Nummer ist mitführen
Die Projektleitung muss sowohl für die Überprüfung, als auch den sachgerechten Umgang mit dem Material sorgen.
Die Projektleitung kennt das Projektgebiet aus eigener Erfahrung oder beschafft sich ausreichende Informationen dazu. (z. B. Karten, Internet..)
Fachsportliche Qualifizierungsvoraussetzungen der Projektleiter und Projektmitarbeiter zu den verschiedenen Medien
Klettern in Sportkletterhallen und dem DAV – Turm:
Qualifikation. Über entsprechende Qualifizierung in Material- und Kletterkunde, mit Vorstiegspraxis ( z. B: Einführung ins Klettern und Aufbaukurs bei Fritz Würth- Kletterhalle Amtzell)
Niederseilgarten: Interne Einführungsschulung zur Benutzung der Anlage, NSG- Betreibermanual ist zu beachten
Hochseilgarten: Seilgartentrainerqualifikation mit Prüfung, HSG- Betreibermanual ist zu beachten.
Bogenschießen: Interne Bogenschießfortbildung (Qualifizierung im Handling Materialkunde und Sicherheitsstandards, Setting mit Anwendungsmöglichkeiten und eigener Praxiserfahrung im Bogenschießen
Kanufahren im Zahmwasser bis Wildwasser 1: ( Seen ausgenommen )
Jeder Bootsführer braucht im WW
1. fachsportlichen Schein, Qualifizierung Grundkurs WW1-2
2. Rettungsschwimmer Bronze
3. 1. Hilfe Kurs
Schneeschuh laufen in gefährdeten Neigungswinkeln und Steigungen abseits von gesicherten Wegen im Zusammenhang mit entsprechender Lawinenrisikostufe wo ein Lawinenrisiko nicht auszuschließen ist. Projektleiter Schneeschuhlaufen Qualifizierung mit Lawinenkurs Lehrgang um entsprechende Risiken einschätzen zu können.
Wandern ab 1800 Metern (Zusatzqualifikation DAV-Alpin) , Umgang mit Karte und Kompass, Wetterkunde, Knotenkunde ………
10.2 Notfallmanagement
1. Sofortmaßmaßnahmen
a. Evt. Gruppe Informieren (Stop Regel)
b. Evt. Technisch / Bergung
c. Evt. Medizinisch ( Vitale Bedrohung)
2. Patientencheck
d. Prioritäten setzen
3. Notruf nach dem 5 W Schema:
1.Was ist passiert
2.Wo- Örtlichkeit
3.Wie viele Personen,
4.Welche Verletzungen
5. Wer gibt Auskunft.
4. Weitere Erst Hilfe
5. Info an AVD
10.3 Krisenmanagement
• Ansprechpartner ist nur die Abteilungsleitung ( Ärztliche und pflegerische Leitung)
• Kontakt zu Angehörigen, Medien, Presse, öffentlichen Stellen
• Info-Hotline zum "Veranstalter" Sekretariat KI/ JU oder AVD; Infosperre der Mitarbeiter nach außen!
• Krisenstab:
- Ärztliche Leitung
- Pflegerische Leitung
- ET- Sicherheitsbeauftragter
- ggf. externe Sicherheitsexperten
• interner Unfallbericht abfassen.
• Erreichbarkeit der Projektverantwortlichen über Handy !
• Rechtsabteilung und Versicherung informieren
11 Aufgabenbereiche- Zuständigkeiten- Rollenfunktionen
(Besetzungen der Rollen sind aus den Protokollen zu entnehmen, Aktualisierungen ¼ Jahresprotokoll)
11.1 Aufgabenbereiche
Aufgabenbereiche der Abteilungskoordinatoren
Ansprechpartner für Abt. Leitung
Ansprechpartner für alle EP/ ET-Zuständigen der einzelnen Stationen
Ansprechpartner für Öffentlichkeitsarbeit
Organisation von Jahresklausurtreffen
Vorantreiben von Stationsübergreifenden EP/ ET-Belangen ( Konzepte, interne Fortbildungen etc.)
Strukturierung und Moderation der EP-Besprechung ; ( Themenspeicher: Info-Punkte/ Diskussionspunkte)
Mail-Einladung an alle Stationen zum EP/ ET-Treff mit erster Themenausrichtung im Themenspeicher ( Probelauf)
Anregen von Fachliteratur, Zeitschrift E&L (Bücherei) und FOB im Team
Aufgabenbereich Sicherheitsbeauftragter
Entwicklung von Sicherheitsstandards und Manualen
Betreuung der Mitarbeiter in der Umsetzung dieser Richtlinien
Organisation von Fortbildungen zur Unfallprävention
Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen
Aufgabenbereich zu den verschiedenen Medien
Inventur, Listen, Ordnungssysteme, Kennzeichnungen, Lagerungsüberblick
Bedarfsanalyse und Organisation von Neubeschaffung und Reparatur der Materialien
11.2 Rollenfunktionen
ET - Koordinatoren:
Sicherheitsbeauftragter:
Boote/ Kanadierausrüstung :
Bogenschießausrüstung:
Mountainbikeausrüstung:
Inventur Kellerinventar: jährlich rotierend im Wechsel
ET - Verantwortliche Mitarbeiter der Stationen:
ET- Verantworliche Duale Leiter der Stationen:
Pflegerische Abteilungsleitung:
Ärztliche Abteilungsleitung:
Datum: Dokumentenstand Stand . 13 März 2009
12 Literaturhinweise
"Von der Erlebnispädagogik zur Erlebnistherapie" von Rüdiger Gilsdorf,
Perspektiven erfahrungsorientientierten Lernens auf der Grundlage systemischer und prozessdirektiver Ansätze, EHP – Fachbuch.
"Die Sprache der Berge" von M. Schwiersch , Sandmannverlag
"Erlebnistherapie-Ein innovativer Weg in der psychotherapeutischen Arbeit"
(Beiträge zur 2. Fachtagung Erlebnistherapie 1998 in der Fontane-Klinik)
"Die Wildnis in mir"- Mit Drogenabhängigen in den Wäldern Kanadas/Alling 98, von Monika Fluechiger-Suepp, Tagebuch einer Langzeittherapie.
"Missgeschicke" Eine Sammlung erlebnispädagogischer Praxisfälle, Eigenverlag Dewalt/ Kraus/ Schwiersch, Pronten 2003
"Erste Hilfe Outdoor, Notfall- und Krisenmanagement- Emergency Leadership", Zeitschrift: Erleben und Lernen Nr. : 2/ 2005
"Therapeutische Metaphern für Kinder und das Kind in uns"
Auer Verlag, Mills/ Crowley
Konzept Bogenschießen
Bogenschießen in der stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Therapie
Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter ZfP- Weissenau Abt 8
"…und das Bogenschießen kann somit unter keinen Umständen den Sinn haben, mit Bogen und Pfeil äußerlich, sondern mit sich selbst innerlich etwas auszurichten"
Eugen Herrigel
Inhaltsverzeichnis
1. Ziele
2. Materialien
3. Patientenauswahl - Ausschlusskriterien
4. Gewährleistung der Sicherheit für alle Beteiligten
5. Inhalt der Vorübungen
6. Methodischer Aufbau einer Bogenschießeinheit
7. Erleben beim therapeutischen Bogenschießen
8. Zuständigkeiten
1. Mögliche Ziele oder das Besondere an dieser Erlebnisorientierten Methode
Statt Ergebnisfixierung - Aufmerksamkeit auf inneren Prozess
Beziehungsarbeit
Integration in die Gruppe, soziales Lernen (Absprachen u. Reihenfolge einhalten, Umgang mit Konkurrenz,)
Disziplinierte Strukturierung
Aktivierung und Förderung der Konzentration
Innere Wahrnehmung,
Körpererleben
Spannung und Entspannung
Erfolgerleben (durch leichtes Abstufen des Schwierigkeitslevels)– Ausgleich zu frustrierenden Lebensbereichen, Steigerung des Selbstwert
Erhöhung der Frustrationstolleranz und Geduld im verfolgen längerer Ziele
Förderung der Differenzierungsfähigkeit des Patienten, Arbeit mit Teilzielen kein "alles oder nichts"
persönliche Zielverfolgung, eigene Ziele finden
reale Selbsteinschätzung, durch unmittelbare Rückmeldungen
Arbeit mit Metaphern- Rückschlüsse von äußeren und inneren Analogien:
z.B.:"den eigenen Standpunkt finden", "nicht loslassen können", "dem Ziel näher kommen"
Intensive diagnostische Verhaltensbeobachtung
2. Materialien
Verschiedene Langbögen und Recurvebögen zum Instinktschießen
Schießplatz und Equipment in Mariatal von Station 84
Schießplatz und Equipment im Garten der Ki/ Jugend Stationen 81-83
3. Patientenauswahl- Ausschlusskriterien
Gefahr unvorhersehbarer aggressiver Ausbrüche
Gruppenfähigkeit und soziale Anpassungsfähigkeit nicht einschätzbar
Massive Körperschemastörung
4. Gewährleistung der Sicherheit für alle Beteiligten
Zustand des Materials, und die korrekte Lage der Sehne beim Spannen des
Bogens, vor dem Schießen prüfen
Thematisieren von Pfeil und Bogen als Waffe
Engmaschige Betreuung von Anfängern
Vermittlung der Grundlagen: Hard-Skills, Handling des Equipment, Schutzvorkehrungen( kein Übertreten, kein Leerschießen, Pfeilfangnetz, Armschutz…)
Emotionale Entlastung vor dem Schießen bei starker Anspannung des Patienten, durch ausreichende Vorübungen
Absolutes Freihalten der Flugschneise, (kein Übertreten der Schusslinie oder Querlaufen vor den Bögen)
Striktes Einhalten der Vorbesprochenen Regel, andernfalls Ausschluss des TN
Schutzvorhang hinter den Schießscheiben
Sicherheitskomando: STOP-bei erkanntem Risiko bedeutet, alle TN nehmen Bögen sofort runter!!!
Notwendigkeit von ungeteilter Aufmerksamkeit: keine Zigaretten, Discman, Handys
5. Inhalt der Vorübungen
Atem – Aufmerksamkeit
Finden des Standes
Bewusstsein für Arme und Beine
Schultern auflockern
Aufrichten des Körpers
Entspannen des Körpers
Gezielte unverkrampfte Spannung
Wechsel von Spannung/ Entspannung (innen und außen)
6. Methodischer Aufbau einer Bogenschießeinheit
Zeitfenster (90 bis 120 Min.)
Auswahl der TN,(bewährte Gruppengröße 3 TN)
Aufbau des Equipment mit den TN ( Scheibe, Ständer, Köcher, Schusslinie, Bögen, Pfeile)
Einstimmung/Vorübungen
Vermittlung der Grundlagen: Sicherheitsregeln, Handling des Bogens, Arm und Fingerschutz, Körperhaltung, schießen (focusieren, spannen, ankern, lösen, mitgehen)
Schießrunden: Es wird genau besprochen, wie viele Schüsse in welcher Reihenfolge abgegeben werden.
Mögliche Reihenfolge: Ringscheibe, getroffene Pfeile zählen, Obere-/ untere Hälfte, Spot, Luftballon, gleichzeitiges schießen, Rhytmusschießen, Entfernungen verändern
Aufräumen mit den TN
Reflektion
Dokumentation
7. Erleben beim therapeutischen Bogenschießen
Den eigenen Stand als sicher erleben
Aufrechte kraftvolle Haltung mit Öffnung des Brustkorbs ohne Verkrampfung
Extreme Spannung beim Spannen der Bogensehne bei gleichzeitiger Entspannung des übrigen Körpers
Bündelung der Aufmerksamkeit auf das Wesentliche
Der Zeitpunkt des Loslassens muss selbst bestimmt werden und kann nicht endlos hinausgezögert werden
Geduld muss aufgebracht werden um das Bogenschießen wirklich zu erlernen
Kraft und Macht über den Schuss werden als lustvoll erlebt
Unmittelbare Rückmeldungen auf eigene Zielsetzungen
Das Ergebnis, also die Anzahl der Treffer, tritt in den Hintergrund gegenüber dem Vollzug des Schießens - Schrittweise arbeiten von Teilerfolgen
Erleben von Ruhe und Entspannung in einer Reizarmen Umgebung
Zuständigkeiten
Equipment: Michael Schlenker
Konzept: Michael Schlenker
Finanzierungsplan
Da wir nicht auf Station essen, bekommen wir das Verpflegungsgeld ausbezahlt. Wir erhalten pro Jugendlichen und Betreuer 4,-€ pro Tag. Davon bestritten wir die Ausgaben für unsere Verpflegung. Sonstige Ausgaben hatten wir nicht, das Material für die Kugelbahn wurde gespendet, das Pfeilbaumaterial ebenso und auch die Benutzung der Bogenparcours wäre kostenlos gewesen. So hatten wir 180,- € zur Verfügung.
Regelwerk
Es hat sich für uns bei EP-Aktionen bewährt, außer den Regeln, die die Sicherheit betreffen, das Regelwerk für die Gruppe mit der Gruppe zu erarbeiten. Die jeweiligen Regeln werden von allen unterschrieben und aufgehängt, in diesem Fall im Tipi. Je nach Gruppe bestimmen die Mitglieder einen Regelwächter, der auf die Einhaltung achtet. So gibt es bei uns, außer sicherheitsrelevante, keine starren Regeln. Einen Vertrag habe ich mit dieser Gruppe mündlich und per Handschlag geschlossen.
Genehmigungen
Die einzige Genehmigung die ich für das Projekt brauchte, war die vom Förster, da der Wald in dem wir unsere Aktionen durchführten, der Stadt gehört. Wir machten unser Feuer zum Grillen an einer öffentlichen Grillstelle, dort auch die Pizzaöfen in einem Sandsteinfelsen direkt am Fluss und die Seilelemente an einer Stelle die im Herbst ausgeforstet wird, so dass wir nur an einem Baum den Baumschutz anbringen mussten. Mit Hr. Fürgut beging ich vor Ort das Gelände und er gab mir sein Einverständnis mündlich.
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
Traumfänger
Erlebnispädagogisches Projekt von Michael F. Schlenker





