seit 1994

Marion Lutz

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

"Kanutour - Wildwasserabenteuertour"

 08. - 10. September 2010

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Marion Lutz

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1.   Einleitung

 

2.   Erlebnispädagogisches Konzept

2.1 Pädagogischer Hintergrund und Idee

2.2 Allgemeine Zielsetzung

2.3 Art der Unternehmung

 

3.   Zielgruppe

3.1 Moritz

3.2 Markus

3.3 Sonja

3.4 Tanja

3.5 Heike

3.6 Paul

 

4.   Projektverlauf

4.1 Vorüberlegungen

4.2 Geplanter Projektverlauf

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

4.4 Abschluss

 

5.   Nachbearbeitung

 

6.   Reflexion

 

7.   Öffentlichkeitsarbeit

 

 

1. Einleitung

 

Diese Arbeit entsteht als Bericht über die Durchführung eines pädagogisches Projekts im Rahmen der Ausbildung zur Erlebnispädagogin. Voraussetzung war ein gemeinsames Erlebnis, an dem die doch sehr unterschiedlichen Kinder und Jugendlichen meiner Arbeitsstelle, einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche, teilnehmen konnten. Da ich viel Erfahrung im Kanusport habe, bot es sich an, eine Kanufahrt mit der Gruppe durchzuführen. Eine Strecke zu paddeln mit einem klaren Ziel vor Augen stärkt das Selbstbewusstsein eines jeden Einzelnen, und auch den Gruppenzusammenhalt. Das Projekt sollte außerdem zu einer Art "Wiederkennenlernen" werden, da ich kurz vor der Ausfahrt aus der Elternzeit an meine alte Arbeitsstelle zurückkam. Meine Arbeitsstelle ist eine Außenwohngruppe (AWG) einer kirchlichen Stiftung öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Württemberg. Die Stammeinrichtung hat ihren Sitz in Stuttgart mit Außenstellen in angrenzenden Landkreisen. Aus ihrer räumlichen und historischen Lage heraus sieht sich die Einrichtung für die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Stuttgart und in der Region in besonderer Weise verantwortlich. Im Jahr 2006 fusionierte sie zu der "Stiftung Jugendhilfe aktiv". Im Leitbild der Stiftung Jugendhilfe aktiv (SJ aktiv) beschreibt sie ihre Aufgaben darin, Kindern und Jugendlichen die in ihrer aktuellen Lebenssituation beeinträchtigt sind, durch liebevolle Zuwendung und Erziehung in ihrer Entwicklung zu unterstützen und dabei die Herkunftsfamilien und Sorgeberechtigten mit einzubeziehen.

 

 

Die Kinder und Jugendliche sollen lernen:

 

•  vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen

•  Selbstwertgefühl zu entwickeln

•  Verantwortung zu übernehmen

•  soziale Kompetenz, Achtung und Toleranz im Zusammenleben mit Anderen zu erlangen

•  eigene Perspektiven zu entwickeln, um eine Rückführung in die Familie oder die Verselbständigung in eine eigene Lebensführung zu erreichen

 

 

Die Außenwohngruppe (ca. 20 km von Stuttgart entfernt) beschreibt ihre Arbeit folgendermaßen:

 

"Im Zentrum unserer Arbeit stehen die Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen der Kinder, Jungendlichen und Familien, auf die wir bauen. Zur Einübung von lebenspraktischen Fähigkeiten und zur Bewältigung von Alltagssituationen bieten wir einen klaren, überschaubaren und strukturierten Lebensrahmen, der Orientierung und Halt gibt.

 

Wir entwickeln individuelle und auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte Hilfen für die Einzelnen, die Gruppe und die Lebenssituationen der Familien.
Wir fördern individuelle Freizeitgestaltung und führen freizeit- und erlebnispädagogische Maßnahmen durch.

 

Wir bieten eine intensive, auch aufsuchende Elternarbeit zur bestmöglichen Einbindung in den Erziehungsprozess.

 

Wir arbeiten ziel- und lösungsorientiert nach systemischem Ansatz.

 

Wir arbeiten kooperativ mit psychologischen, therapeutische, sozialen und anderen Diensten und Einrichtungen zusammen."

 

 

2. Erlebnispädagogisches Konzept

 

2.1 Pädagogischer Hintergrund und Idee

 

Die AWG Möglingen besteht aus einer gemischten Gruppe von Jungen und Mädchen im Alter von acht bis achtzehn Jahren, mit leistungsstarken und schwachen Kindern und Jugendlichen. Wichtig für den Erfolg des Projekts ist eine gemeinsame Aktion zu finden, an der die ganze Gruppe Spaß hat und jeder mitmachen kann. Da während der Schulzeit der Schwerpunkt auf schulischen Themen liegt, kommt das gemeinsame Erleben als Gruppe oft zu kurz. Ein gemeinsames Erlebnisprojekt in den Ferien ist daher eine gute Gelegenheit, für die Kinder und Jugendlichen, sich von einer anderen Seite zu erleben.

 

Wie schon erwähnt kam nach 14 Monaten aus der Elternzeit zurück und hatte das Glück wieder mit 50% in meiner alten Arbeitsstelle arbeiten zu können. Die Besetzung der Gruppe hatte sich in dieser Zeit nicht verändert, was ein optimaler Ausgangspunkt für ein Erlebnisprojekt war. Somit kannte ich die Stärken und Schwächen der Kinder und Jugendlichen und konnte die Aktion während der Elternzeit planen. Mein Arbeitsbeginn war im September 2009. Ich hatte einen Wochenenddienst vor der geplanten Ausfahrt zu absolvieren und daher genügend Zeit für eine Vorbesprechung mit den Kindern und Jugendlichen und natürlich zum Packen! In der letzten Sommerferienwoche fand die "Wildwasserabenteuertour" statt!

 

 

2.2 Allgemeine Zielsetzung

 

•  Es sollte ein "Wiederkennenlernen" werden, da wir uns 14 Monate nicht gesehen hatten.

•  Es sollte ein gemeinsames Erlebnis sein, auf das sich alle freuen und mitmachen können, ein „Highlight“ in den Sommerferien.

•  Eine neue Mitarbeiterin sollte die Kinder und Mitarbeiter in der Freizeit besser kennen lernen

•  Die Schönheit der Natur sollte den Kindern während des Kanufahrens gezeigt werden. Die Natur sieht aus der Sicht des Flusses ganz anders aus

•  Da wir die halbe Strecke durch ein Naturschutzgebiet gefahren sind, sollten die Kindern lernen, was Naturschutz auf dem Fluß bedeutet mit Ausstiegsmöglichkeiten, Nistplätzen von Vögeln etc.

•  Sozialkompetenzen und Selbstwert sollten ausgebaut werden.

 

 

2.3 Art der Unternehmung

 

Ungefähr die Hälfte der Kinder und Jugendlichen war schon einmal Kanu fahren und wollte das gerne einmal wieder tun. In meiner Freizeit bin ich selbst schon viel Kanu und Kajak fahren, da mein Lebenspartner Mitglied in einem Kanuverein ist. Außerdem hatte ich schon seit einiger Zeit die Idee, mit den Kindern aus der AWG Möglingen Kanu zu fahren. Die Fortbildung "Kanu und Floß" bestärkte mich in meiner Idee und gab mir die notwendige Sicherheit dieses Projekt mit den Kindern durchzuführen. Auch die breite Altersspanne lässt sich in einem Kanuprojekt gut kombinieren. "Kanutouren bieten ein abgegrenztes Lernfeld, das bezogen auf die Teilnehmer und die Ziele durch die verantwortlichen Personen organisiert und strukturiert werden kann." (Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik, S. 84, 2003, Perschke, Flosdorf)

 

 

3. Zielgruppe

 

Die Außenwohngruppe besteht aus 6 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen acht und achtzehn Jahren, drei Mädchen und drei Jungen. Die Gruppe besteht in dieser Zusammensetzung seit eineinhalb Jahren. Vier Mitarbeiter arbeiten im Wechsel im vollstationären Dienst. Die Gruppe hat das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet.

 

Das Kollegium hat während meiner 14-monatigen Elternzeit gewechselt. Eine Kollegin ist geblieben, zwei neue kamen hinzu. Zur Tour plante ich meine "alte" Kollegin mitzunehmen, die schon einmal in einem Kanu gesessen war und sich gut vorstellen konnte mitzukommen. Eine neue Kollegin, die zehn Tage vorher angefangen hat, nahmen wir zusätzlich spontan auf die Tour mit, damit sie die Gruppe und die Mitarbeiter besser kennen lernen kann. Nachfolgend werde ich die einzelnen Freizeitteilnehmer kurz beschreiben. Aus Gründen der Vertraulichkeit sind die Namen geändert.

 

 

3.1 Moritz

 

Moritz ist 8 Jahre alt und lebt seit eineinhalb Jahren in der Gruppe in Möglingen. Er ist der Jüngste in der Wohngruppe. Moritz kommt nach den Sommerferien in die 3. Klasse der Grundschule für Erziehungshilfe. Er hat ein rundes Gesicht und ein liebeswertes, fröhliches Grinsen. Als Moritz in die Gruppe kam, war seine Ernährung beschränkt auf Döner, Pommes und Süßigkeiten. Ein Kind das keine Spaghetti, Pizza, Wurst, Käse, Gemüse etc.mochte. Schon sechs Wochen später aß Moritz alles am Mittagstisch ohne Beschwerde mit. Erfolgsrezept war ein guter Nachtisch als Anreiz sowie die Beharrlichkeit des Mitarbeiters. Moritz sieht sich als Mittelpunkt der Welt. Es fällt ihm schwer, sich in andere hinein zu versetzen. Er wertet sich häufig durch Abwertung anderer Kinder auf und weiß alles besser als die anderen – auch, wenn diese einige Jahre älter sind als er. Wenig entwickelt ist seine innere Kontrolle. Er bedarf deshalb sehr stark der äußeren Kontrolle des Erwachsenen. Moritz ist mutiger geworden, vor allem im motorischen Bereich, beim Rad fahren und schwimmen. Ein Jahr zuvor traute er sich im Schwimmbad nicht im Nichtschwimmerbereich ins Wasser zu hüpfen und hatte auch Angst auf einem See Tretboot zu fahren. Bei ihm war ich mir nicht sicher, wie er auf das Kanu fahren reagieren würde. Ob es große Überredungskünste meinerseits kosten wird, damit er ins Boot steigt !

 

 

3.2 Markus

 

Markus ist 9 Jahre alt und lebt seit mehr als drei Jahren in Möglingen. Er hat keinen Kontakt zu seinen Eltern. Möglingen ist sein Zuhause. Er kommt nach den Sommerferien in die 4. Klasse der Förderschule. Er kann lesen und einfache Rechenaufgaben lösen, ist jedoch ein sehr schwacher Schüler, der im Unterricht häufig negativ durch sein Verhalten auffällt. Bis vor einem Jahr musste er nachts Windeln tragen. Heute braucht er tagsüber einige Unterstützung des Erwachsenen zur Erinnerung an den Toilettengang. Markus’ Ausdauer und Konzentration ist schwankend und abhängig von seiner Tagesverfassung. Feste Tagesabläufe, positive Bestätigung, Präsenz des Erwachsenen, sowie gleichbleibende Regeln, Grenzen und Konsequenzen sind für ihn wichtig und geben ihm Sicherheit. Markus ist sportlich. Er kann gut Rad und Inline Skater fahren. Schwimmen kann er nicht. Daher hatte er einige Bedenken bezüglich des Kanu fahrens.

 

 

3.3 Sonja

 

Sonja ist 13 Jahre alt und lebt seit 4 Jahren in Möglingen. Sie hat eine psychisch kranke Mutter und keinen Kontakt zu ihrem Vater. Sie hat es geschafft, von der 5. Klasse der Förderschule in die 5. Klasse der Hauptschule zu wechseln. Sie kann sich schwer abgrenzen, hat wenig Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen. Sonja ist nicht sehr sportlich, kann schwimmen und so dachte ich, Kanu fahren wird ihr Spaß machen und sie kann dadurch mehr Selbstwertgefühl erlangen.

 

 

3.4 Tanja

 

Tanja ist 13 Jahre alt und wohnt schon seit 10 Jahren in Möglingen. Sie geht in die 9. Klasse der Hauptschule. Tanja ist ein zuverlässiges, introvertiertes und verschlossenes Mädchen, das durch seine geringe Frustrationstoleranz rasch Blockaden in Lernsituationen und sozialen Bezügen aufbaut, aus denen sie ohne intensive Unterstützung nicht rauskommt. Dadurch gerät sie immer mehr in Isolation und ihr Selbstwertgefühl sinkt. Auf das Kanu fahren freute sie sich schon lange.

 

 

3.5 Heike

 

Heike ist 14 Jahre alt und die Schwester von Tanja. Sie wohnt, genauso wie ihre Schwester, seit 10 Jahren in der Wohngruppe. Sie besucht die 10. Klasse der Realschule. Sie ist ein kontaktfreudiges Mädchen und unternimmt gerne viel mit ihren Freundinnen. Heike hat viele Ideen, bei der Umsetzung fehlt es ihr häufig an Struktur. Sie ist ein sportliches Mädchen und freut sich auf die Kanufreizeit.

 

 

3.6 Paul

 

Paul ist 18 Jahre alt und lebt seit vier Jahren in der Wohngruppe. Er geht auf die Werkstufe in eine Schule für geistig Behinderte. Er ist ein sehr sportlicher geistig Behinderter Junge. Er hat einen Tick für penibelste Ordnung in seinem Zimmer. Paul braucht feste und klare Strukturen und fällt manchmal durch lautes Grölen, Angebereien, Aggressivität und provozierendes Verhalten auf. Manchmal fällt es ihm schwer seine Behinderung zu akzeptieren. Er war schon einige Male Kanu fahren und ist ein guter Schwimmer. Bei angemessenem Verhalten, wird das Kanu fahren kein Problem für ihn darstellen.

 

 

4. Projektverlauf

 

4.1 Vorüberlegungen

 

Wie schon Anfangs erwähnt, wälzte ich die Idee einer Kanufreizeit schon seit einiger Zeit. Während meiner Schwangerschaft und Elternzeit musste ich diese Idee zwar zurückstellen, als dann sicher war, dass meine 50%-ige Arbeitsstelle wieder an meinem alten Arbeitsplatz sein wird, fing ich im Frühjahr an zu planen. Ich besprach mit meiner "alten Kollegin" einen guten Zeitpunkt für die Tour und wir legten die letzte Sommerferienwoche fest. Es sollte eine Tour mit 2 Übernachtungen werden. Durch einige Kletterurlaube kannte ich die Gegend um das Donautal bei Sigmaringen gut. Ich wusste, dass es dort einfache Strecken mit dem Kanu zu paddeln gibt und eine schön gelegene Jugendherberge in der Nähe ist. Ich nahm Kontakt zu einem Kanuverleih auf und paddelte mit Freunden die Strecke zur Vorbereitung. Dabei hielt ich Ausschau nach Picknickplätzen und Rastplätzen. Eine Schwierigkeit stellte für mich das Naturschutzgebiet dar. Meine erste Idee war, mit den Kindern bzw. Jugendlichen an einem Tag Kanus zu leihen, die Paddeltechnik zu erklären, Kanuspiele zu machen und ein kleines Stück zu paddeln. Dann am zweiten Tag eine längere Strecke zu paddeln. Dies ist so nicht umzusetzen, da es aus Gründen des Naturschutzes bestimmte Auflagen zu beachten gibt. So dürfen z.B. die Boote nur am Vormittag zu einer vorgegebenen Uhrzeit zu Wasser gelassen werden, und auch nur um die Donau abwärts paddeln, und nicht um an einer Stelle Übungen zu machen. Die erste mögliche Anlegestelle wäre dann erst einige Flusskilometer weiter unterhalb gewesen. So entschied ich mich nur einen einzigen Kanupaddeltag zu machen und darin so viele Programmpunkte wie möglich zu integrieren. Als ein anderes Problem erwies sich der Pegelstand der Donau. Bei zu niedrigem Wasserstand ist Kanu fahren auf der Strecke nicht zulässig. Der Stand wird jeden Morgen gemessen, erst dann kann entschieden werden ob die Fahrt angetreten werden darf.

 

Ich buchte bei einem Kanu-Verleih die Boote und erkundigte mich nach einer Alternativstrecke, falls der Pegelstand zu niedrig ist. Diese gab es! Daraufhin reservierte ich die Übernachtungsplätze in der Jugendherberge "Burg Wildenstein" in Leibertingen.

 

Ich stellte ein Programm für die Freizeit zusammen und besprach sie mit der Einrichtungsleitung. In diesem Zusammenhang klärte ich ebenfalls die Frage der Unfall- und Haftpflichtversicherung. (siehe Anhang)

 

Bei einem Familientag im Juni 2009 in Möglingen, nahmen die Kinder und Jugendliche und ihre Eltern teil. Das war für mich eine gute Gelegenheit, den Eltern und den Kindern die Tour vorzustellen, sowie die Einverständniserklärung, zur Veröffentlichung der Fotos in meiner Arbeit und für die Öffentlichkeitsarbeit, von den Eltern unterschreiben lassen.

 

In der Heimerziehung ist den Erziehern die mit den Kindern arbeiten die Aufsichtspflicht übertragen. Diese beinhaltet Freizeitaktivitäten wie Schwimmen, Klettern, Kanu fahren und vieles mehr. Daher muss von den Eltern keine zusätzliche Einverständniserklärung unterschrieben werden.

 

Zwei Tage vor unserer großen Fahrt hatte ich Gruppendienst. Am Abend erstellten wir zusammen eine Packliste. Am nächsten Tag wurde gepackt und die ersten Fragen konnte ich beantworten und alle Teilnehmer zur Fahrt motivieren.

 

 

4.2 Geplanter Projektverlauf

 

Kanutour von 8. - 10. September 2009

 

1.Tag:

 

•  Abfahrt in Möglingen ca. 10 Uhr, Strecke von Möglingen nach Leibertingen 140 km. Strecke geht über die Schwäbische Alb und ist laut Routenplaner in 2:40 Stunden machbar.

•  Ankunft im Donautal um ca. 13 Uhr. Anschließend ein kleines Picknick an der Donau.

•  Anmeldung in der Jugendherberge und beziehen der Zimmer.

•  Erkunden der Umgebung und der Burg.

•  Gemeinsames Treffen und Erstellung eines Metaplans: welche Erwartungen habe ich an die Freizeit, an das Kanu fahren, wo sind meine Bedenken/Ängste? (siehe Anhang)

•  Vorstellung der Tour, welche Regeln sind wichtig? Wie z.B. Verhalten auf dem Wasser, welches ist das erste Boot, wie weit darf man voraus paddeln, wie ist die Einteilung der Boote, was ist für den Naturschutz zu beachten, welche Hausregeln gelten in der Jugendherberge?

•  "Warming-up": Spiel „Anschleichen“ ( siehe Anhang)

•  Kooperationsspiel "Drama auf der Donau"

•  Kleine Reflexionsrunde (Caesars Daumen)

•  Holz sammeln im Wald für den Lagerfeuerabend.

•  Abendessen in der Jugendherberge.

•  Lagerfeuer mit Stockbrot (bei Regen: Spiele im Haus).

 

 

2.Tag:

 

•  Ausleihen der Kanus, Einweisung, Paddelübungen, Fahrt der ersten Kilometer.

•  Picknick am Fluss, danach Paddelspiel und Geschicklichkeitsspiele mit Kanus.

•  Weiterfahrt mit den Kanus.

•  Nächste Pause mit Wurfsacktraining.

•  Weiterfahrt mit den Kanus zum Ziel.

•  Abendessen.

•  Abend: Reflexionsrunde mit Skala von 1 bis 10.

•  Offenes Spielangebot für die älteren Kinder (Kartenspiele, Gesellschaftsspiele...).

 

 

3.Tag:

 

•  "Warming–up": Fangspiel

•  Stabmeditation

•  Gordischer Knoten

•  Knoten im Seil

•  Rückblick

•  Heimfahrt

 

 

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

 

Wir hatten Glück: für die letzte Septemberwoche war schönes Spätsommerwetter angesagt. Die Kanutour hätte zwar bei jedem Wetter stattgefunden, aber bei Sonnenschein macht natürlich alles noch mehr Spaß. Die Fahrt, Picknick und das Ankommen verliefen ohne Probleme. Die Jugendherberge Burg Wildenstein sieht von außen prachtvoll aus, die Zimmer dagegen sind sehr eng und klein, fast schon karg. Die erste Enttäuschung darüber brachte so Mancher deutlich zum Ausdruck.

 

Nach einer kleinen Erkundungstour trafen wir uns vor der Jugendherberge, da gab es eine große Wiese mit Bänken und Tischen. Wir erarbeiteten einen Metaplan. Jeder bekam jeweils zwei rote und zwei grüne Zettel für positive Erwartungen bzw. Ängste. Diese wurden eingesammelt und zusammen vorgelesen und auf einem großen Plan geordnet aufgeklebt. Nur zwei Jugendliche hatten Bedenken sich am nächsten Tag ins Boot zu schwingen, die meisten äußerten sich über die unschönen Zimmer. Fast alle Teilnehmer freuten sich auf die Tour und das schöne Wetter.

 

Es folgte ein Spiel "Anschleichen" und dann das Kooperationsspiel "Drama auf der Donau" (siehe Anhang). Die in dem Spiel vorkommenden "Verletzungen" von jedem Einzelnen überlegte ich mir schon im Vorfeld entsprechend der Person. Heike z.B., die in der Gruppe gerne den Ton angibt und Hilfserzieher spielt, sollte in dem Spiel blind und stumm und somit auf die Hilfe der Anderen angewiesen sein. Für dieses Spiel kalkulierte ich deutlich mehr Zeit ein, als wir letztlich benötigten, da ich auf meine Erinnerung an das Spiel mit Erwachsenen zurückgegriffen hatte. Mit den Kindern ging alles flotter. Eine „Lahme“ rollte sich sogar durchs Gras und kam ohne fremde Hilfe an. Für den vorlauten Markus war es sichtlich schwer stumm zu sein. Als das Spiel beendet war, indem alle das Floß sicher erreicht hatten und die Augenbinden abgenommen wurden, wollte jeder nochmals spielen und sich die "Verletzungen" aber selbst aussuchen.

 

Nun ging es ans Holz sammeln für den Lagerfeuer- bzw. Stockbrotabend. Die ausgesuchte Grillstelle ist toll auf einer Anhöhe in der Nähe der Jugendherberge gelegen, auf welche die Abendsonne noch sehr lange scheint. Das Holz sammeln im angrenzenden Wald, machte allen Spaß und da wir zwischen Holzsammeln und Lagerfeuer zum Abendessen in die Jugendherberge gingen war es sehr wichtig, das Holz gut zu verstecken, dass keine andere Gruppe es nehmen könnte. Der 8-jährige Markus fragte mich, ob ich ihm helfen könnte einen festgewachsenen Baumstamm mitzunehmen: "...das Holz das da feststeckt...", so Markus. Es hat mich doch sehr gewundert, dass er bisher scheinbar selten im Wald war und wirklich glaubte man könnte ein Bäumchen einfach so aus der Erde ziehen! Der Stockbrotabend war ein voller Erfolg mit unseren gemeinsam geschnitzten Stöcken. Besonders erfreulich war an diesem Tag, dass alle Gruppenmitglieder am Programm teilgenommen haben und sich niemand - auch nicht die pubertierenden Mädels - verweigert hat und beleidigt im Zimmer saß!

 

 

Der Kanutag

 

Leider mussten wir feststellen dass die Donau auf der geplanten Strecke von Gutenstein nach Sigmaringen zu wenig Wasser hatte und wir deshalb auf der Alternativstrecke paddeln mussten. Auch eine Strecke auf der Donau: von Riedlingen nach Zwiefalten. Die Boote wurden von mir eingeteilt:

•  ein 2er Kanu mit dem sportlichen, geistig behinderten Paul und der ältesten der Mädchen.

•  ein 3er Kanu mit meiner neuen Kollegin und den zwei jüngeren Mädchen

•  ein 4er Kanu mit den zwei kleinen Jungs, beides Nichtschwimmer, saßen mit meiner Kollegin und mir im Boot, wobei ich den hinteren Platz übernahm.

 

Nach der Einweisung durch mich und die Kontrolle, ob die Schwimmwesten korrekt angelegt wurden, ging es los. Gleich am Anfang war eine, für unerfahrene Paddler schwierige Stelle zu überwinden, die trotzdem alle gut gemeistert haben. Für die zwei jüngeren Mädchen im 3-er Boot war dies eine Situation der Überforderung, was zu einem Streit führte. Daraufhin änderte ich die Sitzordnung in dem Kanu und wir machten erneute Übungen zur Lenktechnik. Nach einem Drittel der Strecke legten wird die wohlverdiente Rast ein und spielten das Paddelspiel (siehe Anhang). Die Stimmung in dem 3-er Boot besserte sich dadurch immer noch nicht und Tanja bekam bei der Weiterfahrt einen ihrer "Böcke" und verweigerte sich ganz. Das Boot trieb unter einem Baum durch und verfing sich in den Ästen. Für Sonja war dies alles zu viel und sie heulte.

 

Wir starteten eine Rettungsaktion und wechselten danach die Sitzordnung der Boote. Am Ende kamen wir doch noch gut an der Ausstiegsstelle an. Überraschend war, dass bei der späteren Reflexionsrunde die beiden jüngeren Mädchen Sonja und Tanja das Kanu fahren nicht so schlecht bewerteten, wie ich es erwartet hätte. Im Zahlenstrahl von 1-10 mit einer fünf! Zehn bedeutet sehr gut, null: nie wieder Boot fahren. Alle Anderen gaben 10 Punkte.

 

 

Tag 3

 

Der Tag begann mit einem "warming-up" Fangspiel. Bei der "Stabmeditation" (siehe Anhang) gaben die beiden ältesten Mädchen gleich Anweisungen und die Gruppe folgte. So konnte die Aufgabe schnell und ohne Zwischenfälle erledigt werden. Bei dem Spiel „Gordischer Knoten“ machten alle mit und der "Knoten" ließ sich relativ leicht lösen. Anders war es beim Spiel: Knoten im Seil. Da waren alle auf die Anweisungen der Realschülerinnen angewiesen und es war schwierig für die jüngeren Teilnehmer, sich zu konzentrieren.

 

 

4.4 Abschluss

 

Es waren drei sehr schöne Tage, an die alle gerne zurück denken werden und auf jeden Fall werden wir bald wieder Kanu fahren gehen. Bei einem gemeinsamen Gruppenabend schauten wir die Bildershow über unsere Wildwasserabendteuertour an und jeder konnte sich einige Fotos für das eigene Album aussuchen.

 

 

5. Nachbearbeitung

 

Für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen ist es förderlich, dass beim Kanu fahren Ursache und Wirkung so nah beieinander liegen. Ein schönes Beispiel dafür ist der kleine Moritz, er denkt von sich er sei der Mittelpunkt der Welt. Saß im Boot, streichelte das Wasser mit dem Paddel und gab den Anderen gute Ratschläge! Daraufhin haben wir im Boot aufgehört zu paddeln und forderten Moritz auf, er solle doch alleine paddeln. Er merkte sofort, dass er den Mund zu voll genommen hatte, weil er alleine gar nichts ausrichten konnte. "Jugendliche erfahren sich und ihr Handeln authentisch, die Konsequenzen ergeben sich nicht durch das Eingreifen der pädagogischen Fachkraft, sondern durch die äußeren Umstände." (Flosdorf, B., S. 86)

 

Markus rief gerne zu den anderen Booten hinüber: "Wir sind schneller!" und merkte immer wieder durch unseren Hinweis, dass dies nur im Moment der Fall war und dass das gemeinsame Ankommen wichtiger ist. Fischer beschreibt in den Prinzipien der Erlebnispädagogik, dass keine Mutproben und Wettkämpfe im Vordergrund stehen sollen, sondern die gemeinsame Bewältigung der anstehenden Aufgaben.(vgl. Fischer, T., S. 40)

 

Ein anderes Beispiel war Tanja, die sich "verbockte". Sie merkte, dass sie auch trotz "Bock" bis zum Ende mitpaddeln musste um zur Ausstiegsstelle zu kommen. Sie drohte zwar ins Wasser zu springen und gar nichts mehr zu machen, zog es jedoch vor im Boot sitzen zu bleiben.

 

Obwohl Paul geistig schwächer ist fiel er positiv durch ein gutes Gefühl für das Boot auf und konnte so aktiv bei der "Rettungsaktion" mithelfen.

 

Sonja wiederum, die in Tränen ausgebrochen ist, weil sie dachte, das Boot kippt und sinkt war nachher sehr stolz am Ziel zu sein und ihre Angst war vergessen. Ihr Selbstwertgefühl konnte dadurch verbessert werden. "Jugendliche haben das Bedürfnis, sich selbst zu spüren sich selbst in Grenzsituationen zu erfahren (über den eigenen Schatten zu springen)" (vgl. Fischer, T.,S 39)

 

Wünschenswert wäre bald wieder eine Kanufreizeit anbieten zu können, da ich viele Paddelspiele nicht einbringen konnte. Dazu hätten die Teilnehmer mehr Erfahrung gebraucht.

 

 

6. Reflexion

 

Wichtig für die ganze Tour war die gute Planung im Vorfeld. So konnte sichergestellt werden, dass bei der Durchführung des Programms von der Seite der Leitung keine Verunsicherungen entstehen. Wenn die Gruppe anfangen würde zu diskutieren, wäre es schwierig das Geplante durchzusetzen. Eine Zusammenfassung zum Ablauf des Programms, die ich immer zur Hand hatte, half mir an alles geplante zu denken. Eine große Hilfe war meine Kollegin, die eine feste und langjährige Bezugsperson für die Kinder und Jugendlichen darstellte. Sie hatte die Gruppe fest im Griff. So konnten wir kleine Stimmungsschwankungen der Teilnehmer am Anfang abfangen und die Harmonie in der Gruppe blieb bestehen.

 

 

7. Öffentlichkeitsarbeit

 

Die Außenstelle in Möglingen der Stiftung Jugendhilfe aktiv wird 25 Jahre. Am Freitag, den 13. November 2009 soll die 25-Jahr-Feier in der Einrichtung stattfinden. Es werden 60-80 Leute erwartet, unter anderem der Stiftungsrat, der Vorstand der SJ aktiv und auch die Leitung des Jugendamtes. Zu dem Anlass werde ich eine Fotowand über unsere Tage im Donautal gestalten.

 

 

Anhang

 

 

Reservierungsbestätigung Kanutour auf der Oberen Donau

 

 

Sehr geehrte Frau Lutz,

 

Gerne haben wir die gewünschte Reservierung für Ihren Kanuausflug von:

 

Gutenstein nach Sigmaringen, Dauer ca. 3,5 Stunden für 8 Personen zum Termin: 09.09.2009 Mittwoch für 2-2er Canadiern und 1 4er Familienboot,
vorgenommen.

 

An unserer Kanustation in Gutenstein, Bei der Brücke 1, Nostalgie-Cafe erhalten Sie eine ausführliche Einweisung zu Paddeltechnik, Streckenführung und Naturschutz, bevor Sie aufbrechen zu einer Kanufahrt auf einer der schönsten Strecken im Oberen Donautal.

 

Es gibt unterwegs die Möglichkeit einzukehren oder an einem öffentlichen Grillplatz zu rasten. Vor dem Ausstieg in Sigmaringen wartet auf mutige Kanuten ein besonderer Spaß: Mit dem Kanu geht es die Wasserrutsche am Wehr in Laiz hinunter.

 

Preis 19 Euro pro Person in 2er und 3er Kanadiern

Preis 14 Euro für Kinder bis 14 Jahren

Preis 55 Euro für Familenboot – 2 Kinder und 2 Erwachsene

Schwimmwesten, Paddel, Kleidersack oder wasserdichte Tonne, Kontingentgebühr, Kanurücktransport und Einweisung sind inklusive.

 

Unsere Boote haben einen hohen Sicherheitsstandard und sind unsinkbar.

 

Wir verweisen auf die Verordnung des Landratsamtes zum Befahren der Donau, einzusehen auf unserer Homepage unter www.kanutouren-pfefferle.de unter
"Hinweise".

 

Personentransfer

Wenn gewünscht, bringen wir Sie mit unseren hauseigenen Shuttlebussen zum Ausstieg zurück; Preis pro Person 3 Euro.

 

Wir freuen uns darauf, Sie als Bootsgäste begrüßen zu dürfen und senden freundliche Grüße aus Sigmaringen,

 

Walburga Pfefferle und Team

Gästehaus Pfefferle und Kanutouren

 

 

 

Packliste zur Kanutour für die Außenwohngruppe

 

•  2 Hosen

•  1 Kurze Hose

•  2 Pullis

•  2 T-Shirts

•  2 Unterwäsche

•  2 Socken

•  1 Handtuch

•  Badekleidung

•  Waschbeutel

•  Hausschuhe

•  Turnschuhe

•  Schuhe, die nass werden dürfen, wenn vorhanden "Teva-Sandalen"

•  Sonnenhut

•  Sonnencreme

•  Buch

 

 

 

Materialliste für Mitarbeiter

 

•  Wurfsack

•  Seil/e

•  Picknickdecke

•  5 Taschenmesser

•  Zeitungen

•  Feuerzeug

•  Hefeteig

•  Flip Chart Bogen

•  2 Edding, rot und schwarz

•  Ca. 40 Zettel für Metaplan in den Farben grün und rot

•  Tesafilm

•  Schere

•  4 Augenbinden

•  Gesellschaftsspiele

•  Erste Hilfe Koffer

•  Zeltstange

•  10 Stück 1,5 m lange Seile

•  Kerzen

•  Taschenlampe

•  Schokoriegel

•  Wasserflaschen

•  Obst

 

 

 

Kostenaufstellung für die Kanutour

 

 

Die Kosten werden von der Gruppenkasse der AWG Möglingen getragen:

 

Jugendherberge:

9 Betten im Mehrbettzimmer mit VP 25,90 € pro Tag, für 2 Nächte:

9 * 25,90 € * 2 = 466,20 €

 

Kanuverleih:

1 Familienboot: 55.- €

1 Person unter 14 Jahren: 14.- €

4 Personen Erwachsen *19.- € = 76.-€

= 145.- €

 

Fahrtkosten: (mit dem Transitbus der Einrichtung)

Einfache Strecke von Möglingen nach Leibertingen: 140 km

Rückweg: 140 km

Hin und Rückweg von der Donau zur Jugendherberge: 40 km

= 320 km

320 km * 0,30 € Kilometerpauschale = 96.- €

 

Verpflegungskosten:

Getränke für die Fahrt, Brezeln, Müsliriegel, Obst ca. 30.- €

 

Kosten insgesamt:

Jugendherberge: 466,20 €

Kanuverleih: 145,00 €

Fahrtkosten: 96,00 €

Verpflegungskosten: 30,00 €

Fotos für Stellwand: 38,00 €

Kosten insgesamt: 765,20 €

 

 

 

Spiele

 

1. Metaplan

 

Jeder Teilnehmer erhält zwei rote und zwei grüne Karten, auf denen er seine Befürchtungen und Erwartungen notiert. Das kann auf ein Erlebnispädagogisches Projekt wie z.B. Kanu fahren bezogen sein oder auf die gesamten drei geplanten, gemeinsamen Tage. Daraufhin werden die Karten eingesammelt und auf einem großen Blatt geordnet, besprochen und nach thematischen Schwerpunkten für alle sichtbar, aufgeklebt. (vgl. Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik, Lehrgang Anleitung zur Praxis, Kap- Institut, Undorf)

 

 

2. Anschleichen

 

Ein Teilnehmer sitzt mit verbundenen Augen in der Mitte eines Kreises auf dem Boden. Alle übrigen Teilnehmer versuchen sich nun dieser Person unbemerkt zu nähern. Hört der blinde Teilnehmer in der Mitte ein Geräusch, zeigt er mit dem Arm in die betreffende Richtung und ruft „Stopp“. Der ertappte Teilnehmer muss zurück zum Ausgangspunkt. Wer zuerst im Kreis angelangt ist, übernimmt die Rolle des blinden Teilnehmers und das Spiel beginnt von neuem. (vgl. Subito, spontane Gruppenspiele mit kleinem Material, 2003, Luzern)

 

 

3. Drama auf der Donau

 

Geschichte: Alle Teilnehmer sitzen auf einem Floß (Decke auf der Wiese) und fahren gemütlich auf der Donau. Plötzlich wird das Floß von einer Strömung erfasst und treibt auf einen Fels zu. Es kracht und alle Teilnehmer sind über Bord. Jeder Teilnehmer hat große "Verletzungen" wie z.B. blind, stumm, lahme Arme, lahme Beine…etc. und sind weit voneinander verteilt. Wird es die Gruppe schaffen, indem sie sich gegenseitig helfen, in 20 Minuten zusammen wieder zurück auf das treibende Floß zu kommen? "Verletzungen" sind so eingeteilt, dass Teilnehmer, die gerne das Sagen in der Gruppe haben, stumm und lahm sind, so dass schwächere Teilnehmer aufgefordert werden zu helfen.

 

 

4. Cäsars Daumen

 

Zur Reflexion/Stimmungsabfrage: Alle Teilnehmer versammeln sich in einem Kreis und schließen die Augen. Nun sollen sie durch Daumenanzeige signalisieren, was sie am heutigen Tag erlebt haben, in welcher Stimmung sie sich gerade befinden. Nun öffnen alle wieder die Augen und können so, ohne von den anderen beeinflusst zu werden, ihre Stimmung darstellen und jeder kann noch ein paar Sätze dazu sagen. Daumen, der nach unten zeigt bedeutet schlechte Stimmung, nach oben sehr gute Laune. (vgl. Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik, Einführungskurs, Kap- Institut, Undorf)

 

 

5. Zahlenskala

 

Der Leiter hat zu dieser Abschlussauswertung ein Seil vorbereitet. Es wird gerade auf den Boden gelegt. Der Anfang steht für die Zahl 0 und das Ende für die Zahl 10. Nun werden die Teilnehmer aufgefordert, sich an der Stelle des Seils zu positionieren, wie ihnen ihrer Einschätzung nach die Aktion davor gefallen hat. 0 steht für gar nicht gefallen, 10 für sehr gut gefallen. Jeder darf daraufhin noch ein paar Sätze dazu sagen.

 

 

6. Die Stabmeditation

 

Eine Gruppe teilt sich in zwei Hälften und bildet so zwei Reihen, die sich in kurzem Abstand gegenüberstehen. Der Spielleiter hält den Stab auf Brusthöhe. Nun versuchen die Teilnehmer, indem sie beide Zeigefinger vorstrecken, Kontakt mit dem Stab aufzunehmen. Alle Beteiligten schließen kurz die Augen und kommen zur Ruhe. Ziel ist es, dass der Stab von allen beteiligten Fingern berührt und getragen wird. Nun kommt die eigentliche Aufgabe: Alle versuchen gemeinsam, den Stab auf dem Boden abzulegen, alle Teilnehmer sollen dabei immer Kontakt mit dem Zeigefinger zum Stab behalten. (vgl. Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik, Lehrgang Kanu & Floß, Kap- Institut, Undorf)

 

 

7. Gordischer Knoten

 

Eine bis vier Personen stehen außerhalb. Die anderen Teilnehmer stehen im Kreis und strecken ihre Hände in die Mitte. Nun gehen alle in die Mitte und halten eine Hand, die sie ergreifen können fes. Der Kreis beginnt sich kreuz und quer zu verflechten, bis jeder eine freie Hand gefunden hat. Die spielenden Teilnehmer halten sich dabei immer fest an den Händen und dürfen nicht loslassen. Die anderen Teilnehmer versuchen den Knoten wieder zu entwirren, ohne die Hände zu trennen.

 

 

8. Fangspiel

 

Alle Teilnehmer stehen im Kreis. Ein Fänger läuft um den Kreis, berührt plötzlich einen Teilnehmer am Rücken und ruft dabei: "Komm mit!" oder "Geh weg!". Bei "Komm mit" folgt die berührte Person dem Fänger, versucht diesen zu überholen und in die freigewordenen Lücke zu kommen. Bei "Geh weg" rennt die Person in entgegengesetzter Richtung und versucht ebenfalls schneller in der Lücke zu sein. Wer übrig bleibt, läuft weiter und das Spiel beginnt von vorne. (vgl. Subito, S.28, 2003)

 

 

9. Knoten im Seil

 

Die Teilnehmer stehen in einer Reihe, zwischen ihnen befindet sich jeweils ein von beiden festgehaltenes Seilstück, das ca. 1,5 m lang ist. Die Teilnehmer, die am Anfang und am Ende stehen, haben eine freie Hand. Die Aufgabe ist nun, dass in jedes Seilstück ein einfacher Knoten (Hausfrauenknoten) gemacht werden muss, ohne dass die Teilnehmer das Seil loslassen. (vgl. Lehrgang Mobile Seilgärten, KAP- Institut)

 

 

 

Literaturverzeichnis

Bertschy, F. und Kaderli, M. (2003), Subito, Spontane Gruppenspiele mit k(l)einem Material, Luzern

Flosdorf, P. (1996), Erlebnispädagogik in der Heimerziehung: Ergebnisse einer Fachtagung "(Er-)Leben ins Leben Hinein", Freiburg

Fischer, D. (1985), (Er-)Leben statt reden: Erlebnispädagogik in der offenen Jugendarbeit, Weinheim und München

Gilsdorf, R. und Kistner, K. (2006), Kooperative Abenteuerspiele, Praxishilfen für Schule, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung, Seelze

Kreszmeier, A. und Hufenus, H. (2000), Wagnisse des Lernens, Aus der Praxis der kreativ- rituellen Prozessgestaltung, Bern, Stuttgart, Wien

Perschke, H. und Flosdorf, P. (2003), Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik, Praxisbuch für Einrichtungen und Dienste in der Erziehungshilfe, Weinheim und München

KAP-Institut, Lehrgangs-/ Kursunterlagen, Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP, Undorf

Paulinenpflege (2000), Flyer der Außenstelle Möglingen, Stuttgart

 

 

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

"Kanutour - Wildwasserabenteuertour"

 

 

 

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