Jennifer Baukloh
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
"Die vier Elemente erleben
Luft - Erde - Wasser - Feuer"
Erlebnispädagogisches Projekt von Jennifer Baukloh
17. bis 19. August 2009
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Beschreibung der Einrichtung
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1 Pädagogischer Hintergrund
2.2 Allgemeine Zielsetzung
2.3 Art der Unternehmung
3. Zielgruppe
3.1 Gruppenzusammensetzung
3.2 Beschreibung der Teilnehmer
3.3 Beschreibung des Durchführenden Personals
4. Projektverlauf
4.1 Vorbereitung
4.2 Geplanter Projektverlauf
4.3 Tatsächlicher Projektverlauf
4.4 Abschluss
5. Nachbereitung
5.1 Veränderungen bei den Beteiligten
5.2 Reaktionen in der Einrichtung
6. Reflexion
6.1 Besondere Erlebnisse
6.2 Erkenntnisse/Erfahrungen
7. Öffentlichkeitsarbeit
8. Literaturangaben
9. Anhang
Vorwort
Die Idee des Projektes kam mir während einer Höhlenbefahrung. Das Element Erde (Höhle) mit den anderen drei Elementen zusammen zu führen und dann unseren Kindern und Jugendlichen näher zu bringen. Nachdem ich meine Idee unserem Erziehungsleiter näher brachte, hatte ich hierfür schon meinen Projektpartner.
Nach gemeinsamer Überlegung kamen wir zu der Erkenntnis, dass der ambulante Bereich unseres Hauses besonders durstig nach Erlebnispädagogischen Elementen wirkte und deshalb schnitt ich mein Projekt auf diesen Bereich zu. Für mich ist es eine völlig neue Erfahrung, mit Familien und deren Helfern ein Projekt durchzuführen, Erwachsene zu motivieren und ihnen die Angst vor Neuem zu nehmen.
1. Einleitung Beschreibung der Einrichtung
Das Heim ist eine Einrichtung der Waisenhausstiftung in Ingolstadt. Diese Stiftung des öffentlichen Rechts geht bis auf das Jahr 1617 zurück. Der damalige Pfarrer von St. Moritz und Theologieprofessor Dr. Petrus Steuardius stiftete für die Ingolstädter Waisen ein Waisenhaus. Im Laufe der letzten Jahrzehnte gab es in der Jugendhilfe tiefgreifende Veränderungen. Das Waisenhaus entwickelte sich über ein Kinderheim zu einer heilpädagogischen Jugendhilfeeinrichtung. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im heilpädagogischen Wirken aller im Heim tätigen. Besondere Bedeutung hat eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Die Devise lautet: Weg vom Konsum, hin zur Aktion. Erlebnispädagogische Elemente dienen uns dazu, bei den Kindern und Jugendlichen die Beziehung zur sie umgebenden Natur und darüber hinaus auch zum eigenen Körper zu verbessern und ihnen neue Bereiche der Selbsterfahrung aufzuzeigen. Um den Kindern und Jugendlichen mit ihren immer individuelleren Problemen besser gerecht werden zu können, wurden in den letzten Jahren neben den bestehenden Heimgruppen eine Außenwohngruppe, eine Inobhutnahme- und Kurzzeitgruppe, der Bereich ambulante Hilfen, eine Kita und ein sozialpädagogischer Hort geschaffen.
Ich arbeite als Erzieherin in der Wohngruppe Blitz und Donner. Blitz und Donner ist eine koedukativ strukturierte Wohngruppe für 9 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die zumeist männlichen Jugendlichen entstammen Familien mit ungünstigen Lebenssituationen und einem hohen Konfliktpotential, oft sind Abweisung, Gewalt und Missbrauch Teil ihrer Lebensgeschichte.
Vier hauptamtliche ErzieherInnen/ SozialpädagogInnen sowie eine Erzieherin im Anerkennungsjahr betreuen die "Großfamilie" Blitz und Donner rund um die Uhr im Schichtdienst, dazu kommen Angebote des hauseigenen psychologischen Fachdienstes sowie Angebote durch Externe wie Musikunterricht oder Sportvereine.
Schwerpunkte der Arbeit:
• Schulische Förderung
• Psychologisch/ therapeutische Begleitung durch den psychologischen Fachdienst
• Enge Zusammenarbeit mit den Eltern
• Die Förderung der Jungendlichen im lebenspraktischen Bereich
• Entwicklung einer beruflichen Perspektive
Der Arbeitsbereich mit dem ich das Projekt durchführe:
Ambulante Hilfeangebote sollen Kinder, Jugendliche und Eltern (bzw. andere Erziehungsberechtigte) bei der Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme unterstützen. Auch den Problemen zugrunde liegende Faktoren sollten nach Möglichkeit abgeklärt werden, um der Familie zukünftig ähnliche Krisen zu ersparen. Hierbei sollen, da der Helfer nur zeitlich befristet in der Familie wirken kann, vor allem die Ressourcen und Kompetenzen der Hilfeempfänger genutzt werden. Im bestmöglichen Fall löst die Familie "das Problem" sozusagen "von alleine", und weiß auch für die Zukunft mit ähnlichen Situationen umzugehen.
Erziehungsbeistandschaft:
Die Aufgabe des Erziehungsbeistandes besteht darin, Problemlagen von Minderjährigen unter Einbeziehung ihres sozialen Umfeldes zu bearbeiten. Ohne also das Kind aus der Familie zu nehmen, soll es bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen unterstützt und seine Verselbstständigung gefördert werden. Es handelt sich um ein ambulantes sozialpädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren, die sich freiwillig und einvernehmlich auf eine zeitlich definierte und regelmäßig stattfindende Beratung und Begleitung durch eine pädagogische Fachkraft einlassen wollen. Im Gegensatz zur sozialpädagogischen Familienhilfe stehen hier das Kind/ der Jugendliche selbst und dessen Wunsch nach Hilfe im Vordergrund. Als Voraussetzung hierfür ist ein kooperatives Familiensystem notwendig und ein genau definierter Auftrag, z.B. bei gerichtlichen Auflagen.
Sozialpädagogische Familienhilfe:
Sozialpädagogische Familienhilfe soll durch intensive Betreuung und Begleitung Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie findet im familiären Umfeld statt und erfordert eine besondere Bereitschaft der Familie zur Mitarbeit und es bedarf einer besonderen Beziehung zwischen der pädagogischen Fachkraft und der Familie.
2. Erlebnispädagogisches Konzept
"Durch Bewegung draußen innen etwas in Bewegung bringen
und dadurch etwas bewegen" (,R.Gilsdorf, 1/2000, S.12)
Lautet eine einfache Formel für die angestrebte Wirkungsweise der Erlebnispädagogik.
2.1 Pädagogischer Hintergrund
Durch die vielen positiven Erfahrungen mit Erlebnispädagogischen Aktionen, die ich im Zuge meiner Tätigkeit in einer festen Wohngruppe und gruppenübergreifend im Peter Steuart Haus sammeln durfte und darf, reifte in mir die Idee, dass die typischen Elemente sich auch im Rahmen eines veränderten Konzepts umsetzen lassen können. Im Falle der ambulanten Hilfen handelte es sich zwar nicht, wie gewohnt, um ein Klientel, dass mir aus dem Heimalltag bekannt und vertraut war; auch die Arbeit mit Erwachsenen gehörte bisher nicht zu meinem Tätigkeitsfeld. Sich „Vertrauen trauen“; Kooperation und eine gemeinsame Anstrengung zur Problemlösung sind in jedem Fall Schlüsselfunktionen für den Erfolg derartiger Aktionen, und da nach meiner Erfahrung das Ergebnis selbst, das Grenzen ausloten in einem Umfeld, voller Aha!-Effekte über viele Schwellen und Ängste spielerisch hinweghilft, war ich mehr als zuversichtlich, dieses Erlebnis auch einem neuen Klientel näher zu bringen.
2.2 Allgemeine Zielsetzung
Wir möchten der Familie T. ein Programm bieten, welches sie teilweise auch in Familienausflügen umsetzen können. Einfache Aktivitäten, die mit wenig finanziellen Aufwand zu betreiben sind. Das Angebot einmal im Monat mit dem ambulanten Bereich in der Kletterhalle zu klettern wird angeboten, jedoch bisher von der Familie nicht genutzt. Vor allem soll aber in diesen Tagen der Familiensinn wieder geweckt werden und sie sollen zusammen etwas erleben.
• Konfliktfähigkeit
• Frei sein, Abenteuergefühle
• Herausforderung für die Sinne
• Helfen und sich helfen lassen
• Übernahme von Initiative und Verantwortung
• Selbstwertgefühl
• Widerstände bearbeiten
• Erleben, reflektieren
• Entscheidungs- und Handlungszwang
• Vorausschauendes Denken
• Zusammen erleben
• Zueinander finden
• Andere Wahrnehmung
• Realistische Selbsteinschätzung
• Körperbewusstsein
• Wertevermittlung
• Rollenfindung innerhalb der Familie
• Kognitive Entwicklung
• Einlassen auf Unbekanntes
• Herausforderung annehmen
• Selbstvertrauen und Vertrauen zur Familie
• Verantwortung für mich und andere übernehmen
2.3 Art der Unternehmung
Wir werden in vier Tagen die vier Elemente erleben.
In Forchheim, auf dem Jugendzeltplatz Schleuseninsel werden wir zelten. Dieser Zeltplatz ist ca. 4 ha groß, 2007 grundlegend sanierten und modernisierten, eine Küche und ein Blockhaus, als Aufenthalts-und Lagerraum stehen für uns zur Verfügung. Grillanlagen, Feuerstellen, und Sitzgruppen sind ebenfalls vorhanden.
Da ich den Jugendzeltplatz an der Schleuseninsel in Forchheim schon kannte und sehr gute Erfahrungen mit Jugendgruppen an diesem Ort sammeln durfte, fiel die Wahl des Ortes leicht. In diesem Gebiet habe ich alle Möglichkeiten um mein Projekt durchzuführen.
Element Luft:
Der Kemnitzenfels zum Klettern, Abseilen und Klettersteigen ist ca. 50 km entfernt. Die Kletterhalle ist nur 7 km entfernt, falls es regnet.
Element Erde:
Der Muggendorfer Höhlenwanderweg befindet sich in 45 km Entfernung. Dort werden wir eine Einsteiger Höhle durchwandern und "befahren".
Element Wasser:
Die Pegnitz, bei Lungsdorf, auf der wir Boot fahren, ist auch nur 60 km entfernt, also alles unter einer Stunde Fahrzeit zu erreichen.
Element Feuer:
Das Feuer wird an der dafür vorgesehener Stelle am Zeltplatz entfacht.
3. Zielgruppe
3.1 Gruppenzusammensetzung
Familienausgangssituation:
Die Familienhilfe besteht seit Februar 2010. Maria, die Fachkraft besucht die Familie zweimal wöchentlich. Ein Termin ist allein für die Tochter bestimmt, der zweite bezieht die Eltern mit ein. Gemeinsamkeiten in der Familie sind kaum vorhanden, auch Angebote der Fachkraft die Familie zu einem gemeinsamen Tun hinzuführen scheitern meist. Die Mutter wäre bereit für gemeinsame Unternehmungen, der Vater jedoch findet wenig Zeit und scheint nur mäßiges Interesse daran zu haben etwas mit seiner Familie zu unternehmen. Maria unterstützt die Mutter dabei Termine wahrzunehmen und Haushaltssachen zu erledigen, wie z. B. einen Essensplan erarbeiten, darüber hinaus hilft sie beim Kochen. Die Familiensituation wird maßgeblich durch die psychische Erkrankung der Mutter beeinflusst.
Familie T. schien für dieses Projekt sehr geeignet, da bei ihnen entscheidender Weise ein hohes Maß an Bereitschaft vorhanden war, an sich zu arbeiten um Veränderungen herbeizuführen.
3.2 Beschreibung der Teilnehmer
Herr T.:
Der Vater ist ein 36-jähriger Industriemechaniker. Er arbeitet in Dauernachtschicht. Herr T. macht einen grundsätzlich freundlichen Eindruck, wirkt sportlich, ehrgeizig, fürsorglich und kontaktfreudig; aber auch sehr fordernd gegenüber sich selbst und anderen. Er ist offenbar sehr mit seiner Herkunftsfamilie verbunden und plant beispielsweise Urlaube mit seinen Eltern, anstatt mit seiner Familie. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen seine Freunde sowie seine sportlichen Interessen. Da seine Frau nicht wirklich konsequent ist, fühlt Herr T. sich entsprechend zur Strenge verpflichtet und sein Auftreten wirkt oft entsprechend. Herr T. kümmert sich um die meisten Haushaltsangelegenheiten.
Frau T.:
Die Mutter ist eine 35-jährige Arzthelferin in Rente. Frau T. ist ausgesprochen fürsorglich, will es allen anderen Recht machen, wird jedoch durch ihr vielschichtiges Krankheitsbild in ihrem Tun sehr eingeschränkt. Sie leidet unter Angststörungen, sozialen Phobien und einer manischen Depression, verlässt so gut wie das Haus. Unlängst wurde ADHS bei ihr diagnostiziert, außerdem fürchtet sie einen Rückfall in ihre frühere Kaufsucht. Die Borderlinerin verbringt oft Tage ausschließlich in ihrem Zimmer. In Anfällen von Selbstverletzung zerkratzt sie sich das Gesicht mit der Nagelschere oder ähnlichen Gegenständen. Hinzu kommen nicht näher beschriebene Probleme mit den Bandscheiben.
V. Kind:
V. ist 12 Jahre alt und Hauptschülerin mit guten Noten. Sie ist ein "liebes Kind", kann ihre Gefühle gut äußern, benötigt viel Aufmerksamkeit und zeigt jedoch emotional instabile Züge. Sie fühlt sich der Mutter verpflichtet, ist hilfsbereit, anhänglich und eifersüchtig. Sie ist in Therapie wegen ihrer Dyskalkulie. Den hohen Ansprüchen ihres Vaters (sowohl intellektuell als auch verhaltensbezogen) kann das Mädchen nicht gerecht werden. Gleichzeitig hält sie ihren Vater nicht für einfühlsam genug gegenüber der Mutter: Er wisse nicht was ihre Mutter brauche, wenn es ihr schlecht geht. Sie übernimmt die Mutterrolle und kümmert sich dann um ihr "Kind", die Mutter.
Familienhelferin:
Maria ist eine aufgeschlossene Frau mittleren Alters. Fachlich sehr gut, bodenständig und naturliebend, dabei spontan, sehr herzlich, lustig, direkt und einfallsreich. Sie erwies sich als Stütze und große Hilfe, war konsequent, erlebnisbereit, sehr zuverlässig, offen für Neues und in höchstem Maße kooperationsfähig.
3.3 Beschreibung des Durchführenden Personals
Josef Finkenzeller:
Sozialpädagoge und seit langem Erziehungsleiter des Peter Steuart Hauses in Ingolstadt. Seine vielfältigen Interessen und Begabungen, von Bergsteigen, Klettern und Höhlenbefahrung bis hin zum Kochen und Musizieren prädestinieren ihn geradezu für derartige Unternehmungen. Seine Erfahrung sowie seine flexible und höchst kooperative Herangehensweise erleichtern den Umgang mit Unvorhergesehenem und Alltäglichem.
Jenny Baukloh:
Erzieherin, seit mehreren Jahren in der Jungengruppe des Peter Steuart Hauses. Ich bin überzeugte Erlebnispädagogin und betreue die Erlebnispädagogischen Aktivitäten der Heimgruppen, so etwa beim Klettern, Höhlenwandern oder Iglu bauen.
4. Projektverlauf
4.1 Vorbereitung
Mit der Bereichsleitung, der ambulanten Hilfen, besprachen wir unser geplantes Projekt. Ich entwarf einen Flyer, und sie gab diesen an die Familienhelfer weiter. Die Helfer besprachen dann mein Vorhaben mit den Familien ab. Leider gab es nur wenig Interesse, wahrscheinlich war der Zeitpunkt nicht ganz passend für alle. Jedoch hat sich eine Familienhelferin mit ihrer zu betreuenden Familie angemeldet. Die Bereichsleitung begrüßte es aber, dieses Projekt nur mit dieser Familie durchzuführen, nach Absprache mit unserem Heimleiter genehmigte er mir mein Projekt.
Die Material- und Einkaufsliste wurde anhand der Aktivitäten erstellt. Dementsprechend kaufte ich ein und packte die nötigen Materialien zusammen.
Die jeweiligen Listen befinden sich im Anhang.
Kostenplanung/Finanzierung:
Josef und ich vereinbaren Termine mit den umliegenden Jugendämtern und stellen das Projekt vor. Wir machen die Kostenplanung wie folgt: Die Kosten des Projektes werden, bis zu einem gewissen Satz, durch das Jugendamt übernommen. Die Teilnehmer zahlen lediglich einen Essenbeitrag von 27 € pro Familie; dies dient auch als Ansporn, tatsächlich teil zu nehmen und nicht in letzter Sekunde abzusagen. Materialkosten entstehen uns ebenfalls keine, da wir unsere Heimeigene Ausrüstung verwenden. Die Tabelle befindet sich im Anhang.
Sicherheiten:
Allgemein für jede Aktion gilt:
Den Anweisungen des durchführenden Personals ist Folge zu leisten, dies wird mit der Unterschrift bei der Einverständniserklärung akzeptiert. Immer mitzuführen ist das Erste Hilfe Pack und ein Handy, um Notrufe abzusetzen. Alle rechtlichen und versicherungstechnischen Aspekte sind überdacht. Die Sicherheitsstandards sind gegeben.
Element Luft (Klettern/Abseilen)
• Klettern und sichern nur mit kompletter Ausrüstung
• Helme werden stets während der ganzen Aktion auf dem Kopf getragen
• TN müssen mit dem Material vertraut gemacht werden
• Funktionsfähigkeit des Materials, der Knoten und sonstiges müssen von uns geprüft werden. Allgemeine Kontrolle und Einschreiten bei Verstößen
Element Erde (Höhlentour)
• Ersatzleuchtmittel mitführen
• Sicherstellung bei Krisen intervenieren zu können, Einfühlvermögen ist vorhanden
• Grundkenntnisse der Höhlenbefahrung
• Höhle soll bekannt sein
• Außenstehende Personen sind über die Befahrung der Höhle informiert
Element Feuer/Wasser (Lagerfeuer, Lichtertüten, Boot fahrt)
• Feuer nicht in brandgefährdeter Umgebung
• Feuer nicht ohne Aufsicht lassen
• Sand oder Wasser griffbereit halten
• Alle TN müssen schwimmen können
• Helm und Schwimmwesten werden angezogen
• TN haben elementare Fahrtechniken geübt
• Permanenter Sichtkontakt ist nötig
4.2 Geplanter Projektverlauf
Vortreffen am Montag, den 09. August 2010 18 Uhr
Begrüßung/Vorstellung
Spiel Litfaßsäule (KAP Anleitung zur Praxis S.77)
Vorstellen des Projektes
Speiseplan erarbeiten
Packliste besprechen
Einverständniserklärungen
Offene Fragen klären
Materialanpassung (Gummistiefel/Wanderschuhe/Schlatze)
Gespräch mit ambulanter Hilfe
Tag 1
Dienstag, 17. August 2010 Tageselement Luft
08:15 Uhr Treffpunkt Maria, Josef und Jenny
09:00 Uhr Abfahrt Familie holen
11:00 Uhr Ankunft in Forchheim am Zeltplatz
Kurze Brotzeit, Schlüssel-& Zeltplatzübergabe
12:30 Uhr Abfahrt nach Kemnitzenstein zum Klettern
12:45 Uhr Ankunft Spiel Balken
13:00 Uhr Einweisung, Klettersachen anziehen
13:15 Uhr Klettersteig/Klettern/Abseilen
15:15 Uhr Reflexion vor Ort
15:45 Uhr Abfahrt zum Zeltplatz
16:30 Uhr Ankunft, Familie baut Zelt auf
18:00 Uhr Abendessen Josef und ich kochen
19:00 Uhr Naturmandala
19:30 Uhr Abendreflexion Element Luft
Nach jeder Aktion wird täglich und gleich an Ort und Stelle Cäsars Daumen durchgeführt und eine Blitzlichtrunde gestartet.
Tag 2
18. August 2010 Tageselement Erde
08:30 Uhr Warm-up Seilspringen am Anfang wechselt sich die Familie ab, dann schwingen wir und die Familie springt zu dritt.
08:45 Uhr Frühstück
09:45 Uhr Abfahrt zum Muggendorfer Höhlen Wanderweg
10:30 Uhr Ankunft, Höhlen Wanderung
12:30 Uhr Brotzeit
13:00 Uhr Phantasiereise Samenkorn in der Höhle
13:30 Uhr Reflexion in der Durchgangshöhle
15:30 Uhr Rückfahrt
16:45 Uhr Ankunft am Zeltplatz
18:30 Uhr Abendessen, Familie übernimmt Verantwortung
20:00 Uhr Reflexion Element Erde
Tag 3
Donnerstag, 19. August 2010 Tageselemente Wasser und Feuer
08:30 Uhr Warm-up Akrobatik Pyramidenbau
08:45 Uhr Frühstück
09:45 Uhr Abfahrt nach Lungsdorf
10:45 Uhr Ankunft Boot aufpumpen, Auto weg fahren nach Vorra ca. 30 min.
11:30 Uhr Abfahrt mit dem Boot auf der Pegnitz
12:45 Uhr Zweite Umsteigstelle in Enzendorf Brotzeit, Entenfüttern, Vertrauenswanderung
13:45 Uhr Weiterfahrt nach Vorra
15:30 Uhr Ankunft in Vorra Biergarten "Pegnitzinsel" (Bahnhofstr.91247 Vorra) Maria und ich holen Auto aus Lungsdorf 30 min.
16:00 Uhr Reflexion
16:30 Uhr Abfahrt Familie und Maria zum Zeltplatz Abendessen für Fam. Ich hole Josef von einer anderen Höhlentour
18:00 Uhr Gemeinsames Abendessen
19:00 Uhr Element Feuer Lagerfeuer und Lichtertüten
20:30 Uhr Abendreflexion
4. Tag Freitag, 20.08.2010
Die 4 Elemente Reflexion
08:30 Uhr Warm-up
08:45 Uhr Frühstück
09:30 Uhr Gesamtreflexion Brief an mich selbst
Termin für Nachtreffen vereinbaren!
12:00 Uhr Abbau
13:15 Uhr Heimfahrt
15:00 Uhr Ankunft
5. Tag
Termin wird mit Familie vereinbart
Nachtreffen
Foto Show
Gespräch über Veränderungen, Ereignisse, Erlebnisse bisher
Kooperationsspiel
4.3 Tatsächlicher Projektverlauf
Vortreffen Montag, 09. August 2010
18:00 Uhr Begrüßung, Vorstellung, Ablauf des heutigen Abends
18:10 Uhr Spiel Litfaßsäule
Änderungen seitens der Familie: Vanessa ist heute nicht dabei, weil sie zu ihrem Freund wollte und die Eltern dachten, das Vortreffen sei "nicht so wichtig" und Vanessa braucht nicht unbedingt dabei zu sein. Dazu bitten die Eltern dann noch darum, das Projekt um einen Tag zu verkürzen, weil sie am Freitag in den Urlaub fahren.
Wir gehen darauf ein, sprechen über den Ablauf im Anschluss. Deshalb ist der vierte geplante Tag nicht durchstrukturiert in meiner Planung. Wir erarbeiten den Speiseplan, besprechen die Packliste und lassen die Einverständniserklärungen unterschreiben. Die Familie zeigt sich motiviert und gespannt auf die bevorstehenden Tage.
Dienstag, 17.08.2010
Um 11 Uhr Ankunft in Forchheim am Zeltplatz. Der Zeltplatz wird uns von Hr. Mirsberger, dem Platzwart übergeben. Nach gemeinsamen Kaffeetrinken werden die Zelte aufgebaut; die Familie baut ihres auf, die Helfer ihr eigenes.
Um 13 Uhr machen wir eine Zeltplatzbegehung, anschließend wird Brotzeit gemacht, dabei Gespräche über den erfolgreichen Zeltaufbau, den Freundeskreis der Tochter und den Sohn Nico, der jetzt bei seinem Vater wohnt. In der anschließenden Einführungsrunde verteilen wir die Tagebücher und erklären die ersten Abläufe. So zum Beispiel, dass wir aufgrund des Regens in die Kletterhalle ausweichen werden, da der Fels zu nass ist.
Die Familie schlägt vor, auf Wunsch von Frau T. erst später in die Kletterhalle zu gehen und stattdessen zuerst Pilze zu suchen: Frau T. wünscht sich dies schon seit Jahren und die Familie kam noch nie dazu. Beide Eltern waren als Kinder in den Pilzen, aber gemeinsam als Familie noch nie.
Bevor wir losziehen, geben wir zum Überlegen und "sich Gedanken machen" bis zur Abendreflexion die Frage aus: Warum bin ich hier?
Die um 15 Uhr gestartete Schwammerlsuche erwies sich zwar als nur mäßig erfolgreich, dafür erfuhren wir von Frau T. viel über die Familie und ihre Krankheiten im Besonderen.
Zwischen 16:30 Uhr und 19:15 Uhr besuchten wir die Kletterhalle Magnesia in Forchheim und beendeten die Aktion mit Cäsars Daumen und einer Blitzlichtreflexion (Alle Daumen zeigten 100 % an).
Gegen 19:30 Uhr trafen wir wieder am Zeltplatz ein. Dort beschäftigte sich Familie T. noch eine halbe Stunde mit der "Kooperationsaufgabe NÄGEL"; anschließend wurde zusammen gekocht, gegessen und abgespült. Die Abendreflexionsrunde gegen 21:15 Uhr beschloss den ersten Tag der Unternehmung.
Mittwoch, 18.08.2010
Wir begannen den Tag gegen 8 Uhr mit einem sportlichen Warm-up: Seilspringen. Frau T. entschied sich, aufgrund ihrer Bandscheibenschmerzen, nur das Seil zu schwingen; Vater und Tochter waren dagegen mit Begeisterung dabei. Zum Schluss stieg Maria noch ins Springen mit ein.
Nach dem gemeinsamen Frühstück fuhren wir gegen 10 Uhr los, zum Muggendorfer Höhlenwanderweg. Dort angekommen marschierten wir zum Aussichtspunkt; nicht ohne die Chance auf weitere Pilzbeute ungenutzt verstreichen zu lassen! Angekommen an der Oswaldhöhle, einem Durchgangsstück zur Wundershöhle, erklärte ich in einer Seitenniesche die Struktur sowie ökologische Aspekte des Höhlensystems.
Wir begannen den Einstieg in die Wundershöhle gegen 12 Uhr, wobei Frau T. zunächst angesichts des relativ engen Schlufs verweigerte, von ihrer Familie, besonders von ihrer Tochter, aber dann doch noch ausreichend motiviert werden konnte. Im Inneren, beim ersten Abstieg, verweigerte Frau T. erneut das Weitergehen. An dieser Stelle war es ihr Mann, der ihr Mut zusprach, sie stützte und ihr so über die schwierige Stelle half. Den nächsten Abstieg meisterte Frau T. prima, es machte ihr sogar sichtlich Spaß. Wir verließen die Höhle gegen 13 Uhr und stärkten uns vor dem Höhleneingang mit einer Brotzeit.
Danach ging es weiter zur Witzenhöhle. Der Abstieg im Wald war rutschig und der Boden vom Regen aufgeweicht. Frau T., verunsichert vom schwierigen Vorwärtskommen, wurde von Maria unterstützt und gehalten.
In dieser Höhle sollte die Familie den Weg selbst finden. Die Höhle ist dafür sehr gut geeignet, denn es gibt zwar mehrere Blindwege, jedoch keine Absturzmöglichkeit. Familie T. machte sich auf, um die Höhle zu erforschen, fand den Weg und war sehr begeistert. In der großen Halle angekommen, machte die Familie den Vorschlag, das Licht zu löschen und ein paar Minuten in der Dunkelheit in sich zu gehen. Spontan, da glücklicherweise mit Isomatten und Musik Medium ausgestattet, führten wir die Phantasiereise "Samenkorn" durch, untermalt mit Musik von "World of smooth Meditation".
Die anschließende Unterhaltung drehte sich, naheliegend angesichts des soeben erlebten, um Blindsein und blinde Menschen. Es entstand die Idee eines Familienausflugs in das Blindencafé in Nürnberg. Das Element Erde wurde anhand der Phantasiereise nähergebracht.
Wir kehrten langsam zurück in die große Eingangshalle der Höhle. Dort sprachen wir noch über Höhlensysteme, Geschichtliches und Bewohner derartiger Höhlen.
Frau T. nach der Phantasiereise in der Witzenhöhle.
Gegen 15 Uhr wanderten wir den Waldweg zurück nach oben. An einer Lichtung machten wir ein kurzes Blitzlicht, davor Cäsars Daumen. Alle Daumen zeigten 100% an.
Weil noch genug Zeit war äußerten wir die Idee, jetzt noch nach Kümmersreuth zu fahren, um am Kemnitzenstein die Abseilaktion durchzuführen.
Erfreulicherweise zeigte sich Familie T. motiviert und bereit dazu. Als wir um 16 Uhr am Kemnitzenstein ankamen, begannen wir sofort mit dem nötigen Aufbau der Sicherung, sodass Frau T. bereits 30 Minuten später als Erste abseilen konnte. Nach ihr folgten V., dann Herr T., nochmals Frau T. und V. zum Schluss. Sie hatten vollstes Vertrauen zu uns und meisterten das Abseilen, wie "alte Hasen". In der Zwischenzeit hatte Maria bereits Feuerholz für das Lagerfeuer organisiert.
Um 18 Uhr waren Familie T. und Maria zurück am Zeltplatz, während wir noch abbauten, Seile und Gurte verstauten und eine Schwarzwälder Kirschtorte zum Grillen kauften. Als wir ebenfalls an den Zelten eintrafen, brannte bereits das Lagerfeuer, überwacht von Herrn T., während Frau T. mit ihrer Tochter Gemüse schnippelte und dazwischen ging sie immer wieder ihrem Papa zur Hand.
Da wir nur das Lagerfeuer und keinen "richtigen" Grill hatten, entstand eine Art "alternatives Grillen". In Grillschalen, die sich leider als nicht besonders hitzebeständig erwiesen, wollten wir verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, am Lagerfeuer Essen zuzubereiten. Tatsächlich haben wir mehrere Lösungen gefunden, so z.B. Gemüse und Ziegenkäse in Alufolienpäckchen, Stöcke, die V. und ihr Papa geschnitzt hatte, um die Würstel aufzuspießen, Kartoffelspalten in Alufolie und als Nachspeise Schwarzwälder Kirsch Torte gegrillt.
Als es nach dem Essen gegen 21 Uhr dunkel wurde, stellten wir der Familie die Aufgabe, Luminaria Lichtertüten zu gestalten. Sie sollten auf die Tüten schreiben, was sie momentan glücklich macht. Die Aktion gefiel allen Beteiligten und es herrschte reges Gestalten und eine stimmungsvolle Atmosphäre. Diese mit Teelichtern bestückten Tüten stellten wir um das Lagerfeuer herum auf.
Daran schloss sich unsere Abendreflexionsrunde an, sowie weitere Lagerfeuergespräche, bis wir kurz nach Mitternacht schlafen gingen.
Donnerstag, 19.08.2010
Heute begannen wir den Tag wieder mit einem sportlichen Warm-up. Die Familie übte sich im Pyramidenbau, in unterschiedlicher Besetzung: drei Formationen von Mutter und Vater, zwei Formationen Tochter/Vater und als komplette Familie in zwei Formationen.
Anschließend wurde gefrühstückt und gegen 9:45 Uhr brachen wir nach Lungsdorf auf. Nach einer Stunde Fahrt angekommen, wurden die Boote ausgeladen und von Familie T. mit Marias Hilfe aufgepumpt, während Josef und ich in der Zwischenzeit ein Auto zum Anlegeplatz nach Artelshofen brachten. Wir verkürzten die Route, da wir Zeit für die Abschlussreflexion sparen wollten. Normaler Weise hätte Josef an der heutigen Bootstour gar nicht teilgenommen, da er eigentlich den Stadtjugendring durch die Schönsteinhöhle führen sollte, diese sagten aber ab und deshalb ist er bei uns dabei.
Bei unserer Rückkehr stellten wir fest, dass bei einem der Boote eine Naht aufging und der Boden sich anschickte, durchzubrechen. Dies war umso ärgerlicher, da beide Boote 14 Tage zuvor extra auf Leck getestet worden waren. Die Familie und Maria versuchten Lösungen zu finden und entschieden, dass die Familie alleine Boot fährt, weil die Eltern bereits Bootserfahrung hatten.
Ich wollte mich mit dieser Notlösung jedoch nicht zufriedengeben. Ich schaute mich in dem kleinen Örtchen Lungsdorf nach einem Ersatzboot um und fand tatsächlich einen Bootsverleih, wo ich uns einen Kanadier mietete. So fuhren also Familie T. im Schlauchboot, Josef, Maria und ich im Kanadier.
Um 12:15 Uhr, nach kurzen Erklärungen, und einer Einweisung wurden die Boote zu Wasser gelassen. Zuvor wurden die Schwimmwesten verteilt und die Helme angeboten. Außerdem wurde unter den Besatzungsmitgliedern altes Brot verteilt, um unterwegs Enten zu füttern.
Familie T. hatte kleinere Probleme mit der Steuerung und fuhr zunächst entsprechend oft ins Gebüsch des Uferdickichts.
Gegen 13 Uhr kamen wir an die erste Umstieg Stelle. Es gab erste kleinere Diskussionen über die Fahrkünste des Einzelnen, wir versuchten zu schlichten und gaben Tipps zur besseren Paddeltechnik.
An der zweiten Umstieg Stelle, etwa 15 Minuten später, machten wir Brotzeit. Hier kam es nun zum Streit zwischen Mutter und Vater, die Schlauchbootfahrt wurde mit dem Familienleben verglichen. Man unterstellte sich gegenseitig, man versuche gegeneinander zu paddeln, ohne Rücksicht auf das Tempo des anderen, man behindere sich gegenseitig bzw. ließe den langsameren nicht mithalten. Die Tochter stand hilflos zwischen den beiden Diskutanten. Wir unterbrachen die Diskussion.
Die an dieser Stelle geplante Vertrauenswanderung konnte nicht durchgeführt werden, da Frau T. dies nun verweigerte. Alternativ fiel mir ein, die Eltern in den Kanadier zu setzen und V. zu uns ins Boot zu holen, damit sich die Eltern alleine wieder einigen können.
Um 14 Uhr fuhren wir in neuer Besetzung weiter.
Es gab erneut Uneinigkeiten, aber nach und nach kamen die Eltern klar und das Boot fuhr in der richtigen Richtung. V., bei uns im Boot, war offensichtlich traurig, verstand aber die Situation, und stimmte uns zu, dass die Eltern erst mal allein zusammen finden müssen. Nach einiger Zeit überholten uns diese und forderten ihre Tochter zurück, was wir jedoch zunächst verneinten, um die gute Stimmung noch etwas auszubauen und sich festigen zu lassen.
Um 14:45 Uhr trafen wir in Artelshofen, am eigentlichen Ziel der Bootsreise, ein. Weil die Familie einen positiven Abschluss der etwas verkorksten Tour bekommen sollte, parkte ich das Auto kurzentschlossen eine Ortschaft weiter, V. wurde wieder ins "elterliche" Boot gesetzt und die Familie paddelte zusammen im Kanadier weiter; Josef und Maria allein im Schlauchboot.
Gleich nach der Aktion, gegen 15:30 Uhr in Vorra angekommen, war wieder Cäsars Daumen an der Reihe. Die Daumen zeigten dieses Mal bei Frau T. 30 %, bei Vater 25 % und bei V. 50% an.
15:45 Uhr Wir trockneten die Boote, verluden den geliehenen Kanadier und brachten ihn zur Ausleihstelle zurück. Währenddessen sorgte sich die Familie um das Schlauchboot und bereitete dies für die Heimfahrt vor.
Wieder am Zeltplatz angekommen, gegen 17:45 Uhr, tranken wir Kaffee, bauten die Zelte ab und im Anschluss kümmerte ich mich um das Abendessen, Gnoggi al quattro formaggi und Salat. Der Rest putzte die Duschen/ Toilettenanlagen und räumte auf. Nach dem alles sauber, abgebaut, und verladen war gab es das Abschlussabendessen um 19:15 Uhr.
Nach der Stärkung teilte ich die Abschlussreflexionen aus, wir besprachen sie und reflektierten nochmal die vergangenen Tage. Sodann bat ich die Familienmitglieder, sich mit dem Fragebogen zu beschäftigen und einen "Brief an sich selbst" zu schreiben. Dafür gab ich ihnen 45 Minuten Zeit.
Um 20:45 Uhr war Abfahrt nach Hause.
Das Projekt ist gut und entspannt zu Ende gegangen.
Für den 16.09. 2010 um 18 Uhr ist ein Nachtreffen vereinbart.
4.4. Abschluss
Donnerstag, 16.09.2010 18 Uhr
Nachtreffen
Am 10.09.2010 schickten wir die "Briefe an sich selbst" ab. Am 16.09. um 18 Uhr begrüßten wir uns alle wieder, jeder war zu dem Treffen erschienen. In einer kurzen Befindlichkeitsrunde erzählte jeder, was sich in diesem knappen Monat getan hatte und wie die momentane Situation war. Anschließend zeigte ich eine Diashow der Bilder unserer Unternehmung. Zum Abschluss machten wir noch die Vertrauenswanderung, welche am dritten Tag nicht durchgeführt werden konnte.
5. Nachbereitung
5.1 Veränderungen bei den Beteiligten
Eine erfreuliche Veränderung im Freizeitverhalten der Familie: Sie gehen regelmäßig mit der Kollegin von den ambulanten Hilfen in die Kletterhalle, was sie vorher "irgendwie nie auf die Reihe gekriegt" haben. Man sieht sich wieder als Einheit, als Familie; man hat die Erfahrung (neu) machen können, dass man nicht nur einen ganzen Tag zusammen verbringen kann, sondern ihn auch noch im friedlichen Miteinander verbringen kann. Besonders Frau T. ist an den vielen Momenten, als sie über ihren Schatten springen konnte, sichtlich gewachsen. Die Rollenverteilung des Familiensystems scheint wesentlich besser im Lot als noch vor Wochen. Eine angedachte Therapie V.´ s wird zunächst nicht mehr diskutiert, V. wirkt gefestigt in ihrer Tochter-Rolle, dies vor allem dank der wieder erstarkten Mutter.
5.2 Reaktionen in der Einrichtung
Die Bereichsleitung ambulante Hilfen war begeistert von dem Angebot, lobte vor allem die Effektivität der Maßnahme: Die Veränderung, die in kurzer Zeit im Familiensystem erreicht werden konnte, macht das Angebot für betreute Familien mit ähnlicher Problematik sehr interessant. Die Maßnahme soll ins Programm der ambulanten Hilfen übernommen werden.
6. Reflexion
6.1 Besondere Erlebnisse
Herausstechendes Erlebnis dieses Angebots war für mich der Moment der Rückmeldung der Familie beim Nachtreffen. Ich hatte nicht mit derartiger Zufriedenheit und Begeisterung seitens der Eltern gerechnet; gerade weil ich üblicherweise mit Kindern und Jugendlichen arbeite hatte ich zu Beginn der Maßnahme ein wenig Sorge, wie ich und meine Art im Rahmen einer erlebnispädagogischen Freizeit wohl auf Erwachsene wirken würde. Umso mehr freute es mich, dass die Eltern sich nicht nur gut betreut und geführt fühlten, sondern sich dankbar zeigten dafür, dass ihrem Familienleben auf relativ unspektakuläre Weise ein derart positiver Impuls gegeben werden konnte.
6.2 Erkenntnisse/Erfahrungen
Viele Zusammenhänge und Mechanismen, die im Lauf der Unternehmung zu beobachten waren, kenne ich bereits aus dem Heimalltag bzw. verschiedenen Freizeiten und Klettertouren. Trotzdem war es oft überraschend und lehrreich, die Familie in ihrem Zusammenfinden und –spiel zu beobachten. Auch bei Familie T. schien mir ein entscheidendes Element das Outdoor-Erlebnis, das Bewegen, Lernen und Sein in der Natur. Losgelöst vom gewohnten Umfeld, auf die Gruppe bzw. Familie reduziert und sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen – diese nachhaltige Erfahrung hat auch im Fall der Familie T. positive und anhaltende Impulse gesetzt.
Die Zusammenarbeit mit meinem Projektpartner, Josef Finkenzeller, hat mal wieder hervorragend funktioniert. Des Öfteren sind wir zusammen für Projekte unterwegs und ergänzen uns einwandfrei. Es ist immer wieder schön.
7. Öffentlichkeitsarbeit
Das Projekt sowie die Bilder werden wir anlässlich unseres nächsten Hausfestes für die Öffentlichkeit bereitstellen. Für das Jugendamt Ingolstadt wurde ist ein Maßnahmenbericht verfasst. Am Ende des Jahres wird auf der Homepage der Einrichtung im Rahmen eines Jahresberichts das Projekt veröffentlich.
8. Literaturverzeichnis
Zitat EP Konzept: R. Gilsdorf Wikipedia.de
Sicherheiten: "Erlebnispädagogik in der Natur" Kölsch Wagner Verlag Reinhardt
Spiel Litfaßsäule: KAP Anleitung zur Praxis S. 77
Reflexionsmethode Cäsars Daumen und Blitzlicht: Sammlungen aus dem Internet
Spiel Balken: "Erlebnispädagogik in der Natur" Kölsch Wagner Verlag Reinhardt
Naturmandala: KAP Unterlagen
Vertrauenswanderung: Erlebnispädagogik in der Natur Kölsch Wagner Verlag Reinhardt
Kooperationsaufgabe Nägel: Josef Finkenzellers Fundus 16 Nägel auf einen Nagel stapeln
Phantasiereise Samenkorn: Kollegin Daniela Gugg
Pyramidenkarten Akrobatik 1 Dietma Klein 2005
Höhlen der Fränkischen Schweiz Friedrich Herrmann Carl Verlag
9. Anhang
• Steckbrief Jugendzeltplatz Schleuseninsel, Anmeldung E-Mail Kontakt, Gebühren
• Flyer fürs Projekt
• Einkaufsliste
• Materialliste
• Kostenplanung
• Tatsächliche Kosten
• Ablauf Vortreffen meine Notizen
• Spiel Litfasssäule
• Speisepläne Herr und Frau T. ,Zusammengestellter Speiseplan
• Packliste
• Einverständniserklärungen
• Beschreibung Klettergebiet Kemnitzenstein
• Öffnungszeiten Kletterhalle Magnesia
• Spiel Balken
• Meine Anhaltspunkte
• Höhlenbeschreibung
• Phantasiereise Samenkorn
• Bootstourenplan
• Gesamtreflexion der Familie
• Vertrauenswanderung
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
„Die vier Elemente erleben“
Erlebnispädagogisches Projekt von Jennifer Baukloh





