Ilka Zittlau
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
City Bound Abenteuer Städtespiele
„Städte mal ganz anders“ mit Spannung, Spiel und Spaß
Erlebnispädagogisches Projekt von Ilka Zittlau
2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung/ Beschreibung der Einrichtung
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1. pädagogischer Hintergrund
2.2. allgemeine Zielsetzung
2.3. Art der Unternehmung
3. Zielgruppe
3.1. Gruppenzusammensetzung
3.2. Beschreibung der TeilnehmerInnen
4. Projektverlauf
4.1. Vorbereitung
4.2. geplanter Verlauf
4.3. tatsächlicher Verlauf
4.4. Abschluss
5. Nachbereitung
5.1. Veränderungen bei den teilnehmenden Jugendlichen
5.2. Reaktionen in der Einrichtung
6. Reflexion
6.1. Besondere Erlebnisse
6.2. Erkenntnisse/ Erfahrungen
7. Öffentlichkeitsarbeit
8. Literaturverzeichnis
9. Anhang
1. Einleitung/ Beschreibung der Einrichtung
Die xy ist eine Einrichtung für Kinder und Jugendlichen, die verschiedene Schwerpunkte als Betreuungsangebot bietet, u.a. ambulante und stationäre Erziehungshilfen, Intensivgruppen, heilpädagogische Familienwohngruppen, betreutes Wohnen, Pflegschaftsbegleitungen.
Seit August 2003 bin ich in einer der Familienwohngruppe tätig. Wir bauten eine komplett neue Wohngruppe auf, die Platz für sieben im Notfall auch acht Kinder und Jugendliche bot. Ab diesem Zeitpunkt bereuten wir lediglich männliche Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren.
Seit Februar/ März diesen Jahres erfährt die Gruppe eine Umstrukturierung bezogen auf zu betreuendes Klientel, Teamzusammensetzung und Innenausstattung. Ziel ist es eine geschlechtsgemischte Familienwohngruppe zu errichten, die in ein Haus mit heilpädagogischer Ausstattung gebettet ist. Aus diesem Grund wird seit dem Sommer diesen Jahres unser Haus nach den pädagogischen Gesichtspunkten von Professor Mahlke („gestalteter Raum“) mit speziell ausgebildeten Handwerkern, dem Team und nicht zuletzt den Jugendlichen umgebaut.
Seit Juli 2007 besteht unser Team nun aus vier pädagogischen MitarbeiterInnen. Mein nun einziger männlicher Kollege und ich arbeiten seit Entstehung der Wohngruppe zusammen, während die zwei weiblichen Kollegen erst im Laufe des Jahres dazu stießen. Auch innerhalb der Gruppenstruktur änderte sich einiges. Lediglich zwei der bisher ausschließlich männlichen Zubetreuenden verblieben in der Gruppe. Andere männliche Jugendliche verließen uns bis zum Juli 2007 aus den unterschiedlichsten Gründen. Hinzu kamen nun zwei Mädchen im Alter von 13 und 17 Jahren.
Hieraus ergibt sich, dass ich erst sehr spät einen Überblick hatte, welche Kinder und Jugendlich für ein Projekt zur Verfügung stehen würden. Meine Ideen wurden durch verschiedene Faktoren schnell eingegrenzt. Dazu gehörten zum einen der starke Wechsel der Jugendlichen, die hohe Überstundenanzahl aller Mitarbeiter, die zur Zeit sehr begrenzten finanziellen Mittel sowie die im hohen Maße zeitlich in Anspruch nehmenden Umbauarbeiten. Folglich stellte ein Projekt im Rahmen von City Bound eine optimale Möglichkeit dar. Kostengünstige, in Dienstpläne gut zu integrierende Aktionen waren nicht zuletzt ausschlaggebend.
2. Erlebnispädagogisches Konzept
2.1. pädagogischer Hintergrund
Insgesamt drei der gesamten Mitarbeiterzahl der Einrichtung absolvieren die erlebnispädagogische Ausbildung. Bisher gab es noch kein erlebnispädagogisches Konzept der Einrichtung. Dies soll sich nun ändern. Innerhalb meiner Familienwohngruppe integrierte ich erlebnispädagogische Elemente in Freizeiten oder wenn möglich auch im Alltagsgeschehen.
Wie schon in Punkt 1 erläutert, sind mir enge Rahmenbedingungen zur Gestaltung des Projekts gesteckt worden. Um eine Gruppe zu festigen, bzw. sich erst einmal stabilisieren zu können, sind gemeinsame Erlebnisse von Bedeutung. Vertrauensaufbau, Kooperation und gemeinsame Problemlösungen bilden dafür die Grundlage.
Alle unsere Jugendlichen kommen aus dem Koblenzer Raum, „kennen“ die Stadt und bewegen sich viel in ihr, sei es auf dem Weg zu öffentlichen Einrichtungen oder zum Zeitvertreib. Doch kennen sie ihre Stadt auch wirklich? Wissen sie welche Möglichkeiten sie ihnen bietet?
Unter anderem stellte ich mir diese Fragen und entschloss mich ein Projekt im Rahmen von City Bound zu entwickeln. Doch um Aktionen in der Heimatstadt durchführen zu können, müssen einige Vorstufen eingesetzt werden. Denn Hemmschwellen und Schamgefühl müssen abgebaut werden. So entwickelte sich das folgende Konzept. Zur Einführung wird eine andere, fremde Stadt erkundet. Mitmenschen können hierbei ohne großes Schamgefühl hinzugezogen oder angesprochen werden. Daran gekoppelt ist der zweite Schritt, sich die Heimatstadt zu Nutzen zu machen. In Anlehnung an den Aktionstag in der unbekannten Stadt sollen die Jugendlichen eine Erlebnisaktion in ihrer Stadt entwickeln und mit anderen durchführen, z.B. mit Kindern und Jugendlichen aus anderen Wohngruppen oder mit dem Beteuerteam.
Diese Konzept füllt ein drei Tagesprojekt. Lässt sich aber in Zukunft weiterhin ausbauen. Das endgültige Ziel ist, den Kindern und Jugendlichen die Scheu vor der Heimatstadt zu nehmen und sich in ihr und mit ihr frei und adäquat zu bewegen.
2.2 allgemeine Zielsetzung
• stärken des Gruppengefühls
• fördern der sozialen Kompetenz
• Eigenverantwortung übernehmen
• adäquates Handeln und Leben in Städten
• in Kontakt mit (fremden) Mitmenschen treten
• eigene Ideen entwickeln und umsetzen
• lernen Verantwortung zu tragen
• Gegebenheiten sich zu Nutze machen
• Wissen erweitern
• Herausforderungen bewältigen
• Vertrauen in sich selbst und andere aufbauen
• Verbesserung der Alltagskompetenzen
2.3 Art der Unternehmung
Beginnen wird das Projekt in Heidelberg mit einem Abenteuer Stadtspiel, weiterführend in der Auseinandersetzung der eigenen Stadt. Hierbei sollen sich die Kinder mit Gegebenheiten, Besonderheiten und historischen Hintergrund Beschäftigen. Geplant sind Stadtrundgänge unter diesen Gesichtspunkten, zur Hilfenahme unterschiedlichster öffentlicher Einrichtungen und des Internets. Hieraus entwickelt die Gruppe ihr eigenes Abenteuer Stadtspiel und setzt es mit ihren ausgesuchten Teilnehmern um.
Der erste Durchführungsort wird somit Heidelberg sein, alles weitere findet in Koblenz statt. Der Zeitraum beschränkt sich auf Oktober, da Ferienzeiten, Umbauarbeiten und Dienstzeiten berücksichtigt werden müssen.
3. Zielgruppe
3.1. Gruppenzusammensetzung
Die Gruppe setzt sich aus allen vier Jugendlichen, die in unserer Wohngruppe leben zusammen. Somit handelt es sich um zwei männliche Jugendliche im Alter von 15 und 17 Jahren, sowie zwei weiblichen Jugendlichen im Alter von 13 und 17 Jahren.
Die Art der Unternehmungen kann ich z.B. an meinen eigenen Wochenend-diensten ohne Hinzuziehen weiterer Kollegen eigenständig durchführen. Aufsichtspflicht ist in diesem Rahmen gewährleistet. Denn Gruppengröße ist überschaubar, Jungendliche sind mir bekannt und Einverständniserklärung der Eltern und Einrichtung liegen vor. Lediglich bei der letzten Aktion ist aus organisatorischen Gründen die Mithilfe von Kollegen erforderlich. Sicherheitsaspekte werden in den Vorbereitungen mit den Jungendlichen gemeinsam besprochen und geregelt.
3.2. Beschreibung der TeilnehmerInnen
J., männlicher Jugendlicher ( 15 Jahre alt)
J. ist der erste Jugendliche, der zu uns kam und sämtliche Veränderungen der Wohngruppe miterlebt hat.
Seine ersten Lebensjahre verbrachte er bei seinem Vater in den Staaten. Genaue Fakten sind nicht bekannt, doch weisen eindeutige Indizien Misshandlungen und Verwahrlosung vor. Mit dem vierten Lebensjahr kam er gemeinsam mit seiner Schwester zu seiner Mutter nach Deutschland. Seine Mutter kann ihm bis heute keine stabile Beziehung bieten. J. durchlief mehrere Institutionen bis er August 2003 zu uns kam. J. besucht eine Förderschule mit Schwerpunkt lernen. Laut zweier Kinderpsychologen ist er ein Grenzfall zwischen geistiger Behinderung und schwerer Lernbehinderung. Nachahmen von Tierstimmen oder Lauten, niedrige Frustrationsgrenze, aggressive Ausbrüche bestimmen sein Verhalten.In den letzten zwei Jahren zeigte J. immense Entwicklungsschritte in jeglicher Hinsicht auf und widerlegte etliche Zukunftsprognosen im positiven Sinn.
J. Ressourcen bestehen in Neugier, Abenteuerlust, Freude an Kleinigkeiten
Ziele für J. sind eigene Ideen entwickeln zu können, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.
Jo., männlicher Jugendlicher (17 Jahre alt)
Jo. lebt nun seit November 2005 bei uns und erlebte ebenso wie J. die Veränderungen.
Jo. kam als Kind einer drogenabhängigen Mutter zur Welt. Mit knapp 4 Jahren wurde er mit seiner jüngeren Schwester von einer Pflegefamilie aufgenommen. Diese kam nicht mit seinen Verhaltensauffälligkeiten zurecht und übergab ihn der stationären Jugendhilfe. Jo. absolvierte in diesem Jahr seinen Hauptschulabschluss, obwohl er die kognitiven Fähigkeiten für eine höhere Schule hat, und begann ihm Anschluss mit einer Lehre. Klare Strukturen und Eigenverantwortung bereiten ihm Probleme.
Seine Ressourcen liegen im handwerklichen und technischen Bereich. Statt Eigenverantwortung kann er die Verantwortung für andere übernehmen.
Ziele für Jo. sind Übernehmen von Eigenverantwortung, Stadt unter anderem Aspekt als „chillen“ zu sehen.
Ja., weibliche Jugendliche (13 Jahre)
Ja. lebt seit Juli 2007 bei uns. Aus eigenem Willen wollte sie stationär untergebracht werden, da sie sich weigerte weiterhin bei ihrer psychisch kranken Mutter zu leben.
Aus beruflichen Gründen kann der getrennt lebende Vater sie nicht aufnehmen. Ja. ist ein sehr ich-bezogenes Mädchen. Sie ist sehr materialistisch eingestellt, findet alles und jeden „sch…“ und ihr Handeln ist durch Lügen geprägt.
Ihre Ressourcen bestehen in Interesse und Wissbegier was z.B. Sehenswürdigkeiten betrifft, Unternehmungslust und Ausdauer.
Ziele für Ja. sind sich unter anderem einen stabilen Platz innerhalb der Gruppe zu sichern, durch positive Erfahrungen und Erleben ihre Lügen zu relativieren und eine positive Einstellung zu erhalten.
S., weibliche Jugendliche (17 Jahre alt)
S. lebt seit Juli 2007 in unserer Wohngruppe. Nach der Zwangsräumung der mütterlichen Wohnung wurde sie zu uns gebracht. S. erlebte Drogenkonsum und Prostitution der Mutter und übernahm die elterliche Fürsorge für ihre jüngere Schwester. Zur Zeit besucht sie die Schule, um ihren Hauptschulabschluss nachzuholen. S. ist ein emotional instabiles Mädchen.
Ihre Ressourcen bestehen aus einem ausgeprägten Sozialverhalten, Kommunikationsfreude und Offenheit.
Ziele für S. sind positive Erfahrungen zu sammeln und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.
4. Projektverlauf
4.1. Vorbereitung
Die Vorbereitungen verliefen mit Schwierigkeiten, da sämtliche Projektideen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht umsetzbar waren. Nachdem die Idee zum City Bound Projekt entstanden war, liefen die Vorbereitungen recht reibungslos. Das in sich aufbauende Konzept war mir schnell klar und so musste ich die einzelnen Aktionen noch genauer vorbereiten und die Jugendlichen entsprechend mit einbeziehen.
Aufgrund eines privaten Ausflugs nach Heidelberg konnte ich das Stadtspiel vorbereiten. Weitere Informationen besorgte ich mir über Internet und Fachliteratur. Das Stadtspiel sollte sich aus verschiedenen Aspekten zusammensetzen. Zum einen sollte die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten näher gebracht werden, zum anderen interaktive Spiele und Auseinandersetzung mit Mitmenschen eingebunden werden. Da Heidelberg Studentenstadt und bekannt für ihre Herzlichkeit ist, bot sie sich als Einstieg an. Auch ist Heidelberg eine sehr übersichtliche Stadt, in der die Orientierung nur schwer zu verlieren ist. Somit ist die Sicherheit mit Stadtplan und Handy gewährleistet.
Das Team wurde über den geplanten Verlauf informiert ebenso die Eltern. Wir verfügen über eine elterliche Vollmacht für jedes Kind. So bedarf es nur noch einer spezifischen Einverständniserklärung (siehe Anhang), die persönlich von mir eingeholt wurden. Über Besonderheiten wie z.B. spezielle Medikamenteinnahme bin ich durch meine tägliche Arbeit informiert und weiß diese fachgerecht zu handhaben.
Zur Zeit meines Projektes arbeitete bei uns eine Praktikantin, die ich mit einbezog. Ihre Aufgabe bestand darin, die Aktionen mit der Digitalkamera zu dokumentieren.
Eine andere Kollegin übernahm mit den Jugendlichen die Proviantplanung und trug sorge dafür, dass alle zum Abfahrtstermin startklar waren. Weiterhin musste ich in Dienstplan und Termine der Kinder in die zeitliche Abfolge zur weiteren Projektgestaltung in Koblenz einbauen. Dies gestaltete sich als äußerst schwierig, da doch alle daran teilnehmen sollten und wollten. Daten wurden schließlich gefunden und festgehalten und die Kollegen in ihre Aufgaben eingewiesen.
Die Vorbereitungen zum Stadtspiel sollten auf zwei Tage aufgeteilt werden und von den Jugendlichen übernommen werden, mit meiner Unterstützung. Zur Durchführung des Stadtspiels in Koblenz war das Betreuerteam oder die Kinder und Jugendlichen einer anderen Wohngruppe gedacht, wozu die Einverständniserklärungen der Eltern eingeholten werden müssten.
Das Stadtspiel in Heidelberg sollten alle beteiligten Jugendlichen zu gleichem Maße durchführen.
Während die Vorbereitung des Projekts in Koblenz je nach den Stärken und Interessen der Kinder aufgeteilt werden sollte. Somit waren J. und Ja. Für die Ideensammlung rund um das Koblenzer Stadtspiel gedacht, während Jo. aufgrund seiner PC Kenntnisse, die Aufgabenbögen erstellen sollte. Sa. sollte den Part der Begrüßung und Begleitung übernehmen.
Sicherheitskonzept
• Verkehrsregeln und sicherer Umgang im Straßenverkehr sind allen bekannt und wurden nur kurz wiederholt.
• Kollegen und Eltern wurden von Ausflugsziel und zeitlicher Dauer informiert
• Genaue Treffpunkte und Uhrzeiten sollten vor ort vereinbart werden
• Umgang oder Zugang auf andere Mitmenschen wurden besprochen und Vereinbarungen getroffen
• Austausch von Handynummern untereinander und Garantie von Erreichbarkeit
• Einpacken eines 1. Hilfe Sets
• Bus wurde vorher voll getankt und durchgecheckt
• Zusage von Verlässlichkeit innerhalb des Teams oder der Teams
Finanzierungsplan
Tagesprojekt in Heidelberg:
&nb
Proviant aus bestehenden Lebensmitteln | |
Sprit ( aus Haushaltskasse) | ca. 50,00 € |
Döner + Getränke für 6 Personen | ca. 36,00 € |
Studentenkuss (Heidelberger Schokolade) | ca. 12,00 € |
Tagesprojekt in Koblenz:
Fährfahrt: pro Person 1,30 x 7 Personen | 9,10 € |
Eintritt zur Festung: Familienkarte | 6,00 € |
Getränke und Kuchen aus Haushaltsvorräten |
Material generell
5 Augenbinden, pro Stück 4,95 | 24,75 € |
6 Fotos | 2,10 € |
Gesamtkosten ca. 139,95 €
4.2. geplanter Verlauf
Das Abenteuer Stadtspiel in Heidelberg sollte am 02.10.2007 stattfinden. Abfahrt in Koblenz war um 10.30 Uhr geplant, da mit einer Fahrzeit von ca. 2 Stunden zu rechnen war. In der Hälfte der Fahrzeit sollte auf einem Parkplatz ein Stopp eingelegt werden, um dort Kooperations- und Vertrauensspiele durchzuführen. Ebenso sollten die Teilnehmer dort ihre Aufgabenbögen erhalten, um Fragen oder Unsicherheiten zu klären. Da die Gruppendynamik sich kurz zuvor ungünstig verändert hatte, dachte ich eine gemeinsame Tour durch Heidelberg an. Zum einen hätte ich so die Möglichkeit bei dynamischen Prozessen einzugreifen und zum anderen könnte ich Hilfestellungen geben, um auf Passanten zu zugehen, Aufgabenstellungen zu lösen. Aufenthalt in Heidelberg war für ca. vier Stunden angedacht. Anschließende Rückfahrt sollte ca. 2 Stunden dauern.
Noch Vorort oder während der Rückfahrt bietet sich die Möglichkeit die ersten Eindrücke zu berichten und zu teilen. Am folgenden Tag sollte dann eine Reflektion stattfinden.
Da danach die Herbstferien und der weitere Umbau vonstatten gehen sollten, lagen knapp zwei Wochen zwischen den folgenden Projekttagen. Innerhalb einer Woche sollten die Vorbreitung der Kids als auch die gemeinsame Durchführung in Koblenz ablaufen.
Samstag, 27.10.2007 war für den Koblenzer Aktionstag geplant. Mit den Jugendlichen wollte ich mich um 11.30 Uhr zur letzten Besprechung treffen und um 12.30 Uhr sollte es am vereinbarten Startpunkt in Koblenz losgehen. Ende war ca. 16.00 Uhr, 16.30 Uhr angesetzt. Eine gemeinsame Reflektion mit allen an dem Tag Beteiligten sollte direkt im Anschluss geführt werden.
4.3. tatsächlicher Verlauf
Die zeitliche Planung des Tages in Heidelberg verlief optimal. Spiele wurden in voller Länge und Konzentration durchgeführt. Nach Verteilen der Aufgabenzettel kristallisierte sich schnell heraus, dass die zwei Mädels als eine und die zwei Jungs als anderer Gruppe getrennt voneinander losziehen wollten. In Heidelberg vereinbarten wir Treffpunkt und Uhrzeit und verglichen nochmals die Handynummern.
Zum vereinbarten Zeitpunkt waren alle anwesend und die Stimmung geteilt. Aufgaben machten Spaß, doch die Reaktionen der Mitmenschen waren sehr verhalten, zum Teil auch unhöflich. Somit beschlossen wir gemeinsam weiter zu gehen. Bei einem gemeinsamen Essen besprachen wir den bisherigen Verlauf, verglichen Ergebnisse. Wir beschlossen den restlichen Tag als gemeinsames Team zu verbringen und bei verschiedenen Aufgaben stellte ich mich als Zugpferd vorne an. Die Stimmung und Motivation hob sich und das Stadtspiel nahm seinen Lauf.
Während der Rückfahrt besprachen wir noch Eindrücke und Erlebnisse, doch schliefen die Kids schnell ein.
Die Projektplanung für Koblenz verlief anders als erwartet. Jo. zog sich aufgrund persönlicher Belange und Zeitmangel heraus. S. bat darum, Hintergrundwissen im Internet erforschen zu können, dafür aber bei der Vorbereitungstour durch Koblenz außen vor gelassen werden zu können. J. stellte u.a. ein Rätsel mit Sehenswürdigkeiten von Koblenz zusammen und überlegte sich Aufgaben und Spiel rundum seinen Lieblingsfussballverein TUS Koblenz. Ja. und J. beteiligten sich am Rundgang durch Koblenz zur Ideensammlung, stellten Fragen und Fotos zusammen und waren nicht zu bremsen. Bei einem sinnvollen Aufbau benötigten sie Hilfestellung. Für verschiedene Aktionen verhandelte Ja. Preise und Eintrittsgelder. Zum Abschluss war eine Runde mit heißen Getränken und Kuchen gedacht und beide backten dafür.
Da wir aus finanziellen Gründen nicht den Sessellift wie geplant nutzen konnten, baten wir einen Kollegen als „Taxifahrer“ mit unserem Gruppenbus einzuspringen, was er bereitwillig tat. Statt des Teams (Überstundenzahl jedes Mitarbeiters zu hoch), noch der Kinder aus einer anderen Wohngruppe (Organisationsschwierigkeiten) mussten die Jugendlichen und ich spontan nach anderen Teilnehmern suchen. Leider konnten wir so kurzfristig nur zwei Teilnehmer auftreiben, zwei meiner Freunde. Unsere Praktikantin
fiel leider aus gesundheitlichen Gründen aus.
S. übernahm die Begrüßung und den Einstieg in unser Koblenzer Stadtspiel und übernahm die Rolle des Dokumentierens mit der Kamera. Ja. und J. übernahmen die Verantwortung für ihren Teil der Aufgaben. Sie stellten Projektleitung dar und übernahmen auch die Funktion eines Stadtführers. Nach Ankunft auf der Festung der Ehrenbreitstein wartete noch eine Überraschung für alle. Eine Blindenkarawane geführt von Sa. brachte alle (Teilnehmer sowie die Jugendlichen) zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf das Deutsche Eck und einem gedeckten Picknicktisch. Während des gemütlichen Picknicks tauschten alle Teilnehmer ihre Erlebnisse und Eindrücke aus.
Der zeitliche Rahmen zog sich nach hinten etwas hinaus, da alle Beteiligten viel Spaß und Freude an dem Stadtspiel hatten.
4.4. Abschluss
Einen endgültigen Abschluss dieses Projektes gab bzw. gibt es noch nicht, da es noch nicht abgeschlossen ist. Es soll noch dahin weitergeführt werden, dass die Jugendlichen gemeinsam mit mir weitere City Bound Aspekte in der Stadt durchführen werden. Sie sollen weiterhin ihre Hemmschwellen und ihr Schamgefühl überwinden. Im folgenden Teamgespräch erhalten die Kollegen eines Ist- Standes des Projekts.
5. Nachbereitung
5.1. Veränderungen bei den teilnehmenden Jugendlichen
Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe wurde gestärkt durch die gemeinsamen Erfahrungen und Erlebnisse. Bis heute tauschen sie ihre Eindrücke und Erinnerungen aus, z. B., dass die Mädels das Lied „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“ singen. Die Befürchtungen, dass sie selber in Koblenz in große Aktion treten müssen, konnte ich ihnen schnell durch meine Projektgestaltung nehmen. Letztendlich integrierten sie sich in die Spiele und Aufgaben und gingen auch selber auf andere, ihnen fremde Menschen zu. Hemmschwellen wurden somit schon eindeutig abgebaut. Ja. entwickelte während dieses Projektes einen Ehrgeiz und ein Engagement, was ich nicht erwartet hätte. Ihre Ideen und ihr Auge/ Blick für Details waren umwerfend, sowohl für sie als auch andere.Jo. blieb bei vielen Aktionen scheu im Hintergrund, doch betrachtete er alles mit Spannung und Freude und nahm im Stillen teil.
5.2. Reaktionen in der Einrichtung
Positive Rückmeldungen kamen von allen Kollegen. Sie bekundeten Interesse und übernahmen bereitwillig alle ihnen angedachten Aufgaben.
6. Reflexion
6.1. Besondere Erlebnisse
Jo. zog sich nach der Aktion in Heidelberg aus dem weiteren Projekt heraus. Doch bekundete er reges Interesse an den Fotos und unterstützte mich tatkräftig bei meiner Power Point Präsentation. Dies bewies mir, dass er doch seinen persönlichen Anteil beitragen wollte.
Da wir in Heidelberg doch auf mehr Hürden stießen sind als gedacht, bleibt mir ein Ehepaar in Erinnerung, welches begeistert Aufgaben mit uns löste und reges Interesse am Projekt zeigte und sich lange mit uns unterhielt.
6.2. Erkenntnisse/ Erfahrungen
Aktionen innerhalb von City Bound müssen sehr gut durchdacht und kritisch hinterfragt werden. Die Teilnehmer müssen gut darauf vorbereitet werden. Ein langsamer Aufbau der Aktionen und Spiele ist in der eigenen Heimatstadt (erst recht, wenn diese sehr überschaubar ist) sinnvoll. Nur so können Jugendliche zu einem aktiven Einsatz und zu einer optimalen Umsetzung gelangen.
7. Öffentlichkeitsarbeit
Kontakte zur Koblenzer Touristeninformation wurden geknüpft. Mit den Jugendlichen gemeinsam entwickelte Stadt Abenteurspiele sollen ihnen vorgelegt werden. Ein Hort von Koblenz ist an unserem Konzept interessiert und möchte es einsetzen.
8. Literaturverzeichnis
Erleben und Lernen, Einführung in die Erlebnispädagogik 5. Auflage Heckmair, Michl
Kursunterlagen City Bound
Marco Polo Reiseführer „ Heidelberg“
Internet, speziell Wikipedia
Touristeninforamtionen von Heidelberg und Koblenz
9. Anhang
Materialliste
Für Kooperations- und Vertrauensspiele
- leere Getränkekisten
- Augenbinden
- zahlreiche Alltagsgegenstände
Allgemeines
- 1. Hilfe Set
- Digitalkameras
- Stadtpläne
- entwickelte Fotos mit speziellen Motiven
- Handys
- Stifte (Kugelschreiber, Textmarker)
- mehrfach kopierte Aufgabenlisten
- Bargeld
- Dienstausweis/ Personalausweis
Proviant
- Für Heidelberg: zweites Frühstück und Getränke
- Für Koblenz: Kuchen, heiße Getränke, Geschirr, Servietten
City Bound
Abenteuer Stadtspiel
Heidelberg gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands-eine Stadt mit schillernder Vergangenheit und faszinierender Gegenwart!
Nun taucht ein oder ab in diese Stadt und lernt sie und euch dabei kennen!
1. Findet erst einmal allgemeine Informationen über Heidelberg heraus
Einwohnerzahl ___________________________________________
Bundesland _____________________________________________
Wappen _________________________________________________
Kfz.- Kennzeichen ________________________________________
Lokale Mundart _________________________________________
2. Was kann man in Heidelberg verlieren?? Passt dabei bitte auf, dass ihr es heute nicht verlieren werdet ;-)
3. In Heidelberg wurde 1907 ein besonderer Fund gemacht. Findet heraus, worum es dabei handelt und wo dieser Fund gelagert wird.
4. Inzwischen wisst ihr, welche Mundart hier gesprochen wird. Übersetzt nun folgende Begriffe und lasst euch von den Heidelbergern helfen!
aus da Lameng __________________________________________
Aagedrobbe ____________________________________________
Abbord ________________________________________________
awweil ________________________________________________
Babblwasser ____________________________________________
Lappeduddl _____________________________________________
Metzlsupp ______________________________________________
Muggebatscha ___________________________________________
Dappschädl ______________________________________________
Noigeblaggder ___________________________________________
Ogseaag ________________________________________________
Eischhännsche ___________________________________________
Geeleriewe ______________________________________________
Schesslong ______________________________________________
Schickse ________________________________________________
Schlappgosch ____________________________________________
Könnt ihr erkennen welche europäische Sprache Einfluss genommen hat?
________________________________________________________
5. Hier sind nun ein paar Heidelberger Spezialitäten aufgelistet. Was das nur sein mag?
Buwespitzle
Kerscheplotzer
Verheierte
Da fehlt aber noch eine typische Süßigkeit
Wenn ihr herausfinden konntet welche, dann besorgt jedem von uns eine!
6. Nun gelangen wir in die berühmt berüchtigte Fußgängerzone.
Was macht sie so einzigartig in Deutschland?
Angeblich soll diese Fußgängerzone die meisten Schuhgeschäfte und Handyläden haben. Ob das wohl stimmt? Also Mädels, ihr zählt die Schuhgeschäfte und die Jungs die Handyläden.
7. Ihr habt Fotos erhalten und ordnet diese bitte zu.
Auf der Rückseite der Fotos stehen weitere Aufgaben.
Macht ein Gruppenfoto vor dem Hotel zum Ritter als auch vor der Tierfigur- und bitte lächeln.
8. Wer war eigentlich Elisabeth von der Pfalz? Was könnt ihr über sie in Erfahrung bringen?
9. In Heidelberg sind noch viele Burschenschaften vertreten? Aber warum handelt es sich bei Burschenschaften?
Hier seht ihr das Wappen der Burschenschaft Frankonia.
Entdeckt ihr bei eurer Tour durch Heidelberg mehrerer solcher Wappen, dann fotografiert sie.
10. Welche öffentliche Verkehrsmittel bietet die Stadt Heidelberg ihren Bürgern?
Zudem ist Heidelberg eine äußerst freundliche Fahrradstadt, was mir besonders gefällt.
Wie lang ist das Radnetz innerhalb der Stadt?
Was dürfen die Radfahrer hier aber nicht anderswo?
Fotografiert eine besonders große Fahrradansammlung und schätzt mal wie viele Räder dort stehen!
11. Blindenkarawane
12. Das Heidelberger Schloss
Welche Wege führen zum Schloß?
13. Stellt vor dem Schloss folgendes Gruppenfoto zusammen.
Es sollen darauf zu sehen sein: 5 Asiaten, ein junges Pärchen, zwei Rentner, Mutter mit Kind, evtl. Schüler und natürlich ihr
14. Rap
Ganz zu Anfang solltet ihr doch herausfinden, was man in Heidelberg verlieren kann. Nun sucht euch einen Heidelberger, der euch tatkräftig und textkräftig unterstützt.
Viel Spaß !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Stadtralley durch Koblenz
Los geht’s mit dem Lösen der Aufgaben!
Wir wünschen euch viel Spaß dabei und stehen euch mit Rat und Tat zur Seite!
1.) Zum Einstieg testen wir mal euer Allgemeinwissen über Koblenz
Schreibe 5 Kirchen auf
Welche berühmten Töchter und Söhne der Stadt Koblenz kennst du?
Fürst von Metternich, österreichischer Staatsmann;
Joseph Görres, Journalist;
Clemens Brentano, Schriftsteller und Dichter;
Max von Laue, Physiker und Nobelpreisträger;
Fritz von Unruh, Schriftsteller und Dramatiker;
Rudi Gutendorf, Fußballtrainer;
Jürgen Zack, Triathlet;
Bodo Illgner, ehemaliger Nationaltorhüter und Fußball-Weltmeister 1990
Schreibe 3 Brücken auf
Rhein: Bendorfer Autobahnbrücke, Pfaffendorfer Brücke, Horchheimer Eisenbahnbrücke, Südbrücke
Mosel: Balduinbrücke, Moseleisenbahnbrücke, Europabrücke, Staustufe Koblenz, Kurt-Schumacher-Brücke, Gülser Eisenbahnbrücke
Nenne 5 Feste
Finde 3 Partnerstädte heraus
Nenne 4 Koblenzer Medien
Und jetzt noch ein paar Koblenzer Spruchweisheiten:
Wir nennen euch die Redewendung und ihr sagt uns die passende Koblenzer Eigenschaften
Zom Liere es-et nie zo spät.
Dä Blick, dat Gesicht sääd alles.
Met uns kammer Pärd stehle ginn.
2.) Euer Weg führt euch zum Schängelbrunnen
Fotografiert ihn und versucht etwas über sein Entstehen zu erfahren
Und was tut er?
3.) Der eine spuckt, der andere rollt mit den Augen und streckt die Zunge raus
Wie oft streckt er die Zunge raus???
Über welchem Museum gibt es ihn???
Könnt ihr die Geschichte über ihn herausfinden, wenn ja dann schreibt sie auf
4.) Einmal quer durch die Altstadt
Bund verstreut in der Altstadt stehen Koblenzer Figuren. Findet, fotografiert sie und notiert euch ihre Namen
Mitten in der Altstadt versteckt sich ein Brunnen. Welche Märchen kennt ihr in denen ein Brunnen vorkommt?
Apropos Märchen: Ein Ganz bestimmtes befindet sich als Bild an der Wand eines Schnellrestaurants. Welches ist es?? Fotografiert es und nennt uns den Namen des Restaurants
5.) Ihr habt ein Foto erhalten, auf dem eine Figur abgebildet ist, findet heraus an welcher Kirche sie ist. Macht auch natürlich ein Foto von ihr mit euch davor. Ein Tipp: Es ist die größte Kirche von Koblenz
Wann wurde sie erbaut?
Wann wurde sie mal zerstört?
Sie wurde auch wieder aufgebaut, wann war das?
Von wem wurde sie zerstört?
6.) Nun geht ihr dort hin, wo Mosel und Rhein sich treffen
Zählt die Stufen hoch bis zum Kaiser
Ihr findet am Deutschen Eck Wappen von den Bundesländern sucht euch 3 aus und nennt deren Landeshauptstädte.
In der Hand haltet ihr ein Foto vom Deutschen Kaiser. Aus welchem Blickwinkel wurde es gemacht? Nennt Fluss Seite und Fahne
7.) Ein kleines Boot bringt euch über den Rhein, wenn ihr uns das Lied vom Kowelenzer Schängel beibringt, spendieren wir euch die Fahrt ;-)
8.) Überraschung
TUS
Was verbirgt sich hinter diesen drei Buchstaben?
An welchen Tagen hat die Mannschaft Training?
In welche Liga spielt sie?
Nenne 10 Spieler der Mannschaft
Wie sieht das Vereinszeichen aus? Vielleicht könnt ihr eins mitbringen
Wo ist der TUS- Shop? Lasst euch davor fotografieren.
Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik
im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP
des KAP-Institutes
City Bound Abenteuer Städtespiele
„Städte mal ganz anders“ mit Spannung, Spiel und Spaß
Erlebnispädagogisches Projekt von Ilka Zittlau





