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18.06.2012 - Buch des Monats

 

 

 

Wilts, Heide

Inseln jenseits der Zeit

Mit der FREYDIS durch Melanesien

256 Seiten

ISBN-10: 3768824993

ISBN-13: 978-3768824996

Delius Klasing Verlag

 

 

Inhaltsbeschreibung

 

Die abgelegensten, einsamsten Winkel unseres Planeten haben es Heide und Erich Wilts angetan. Um diese Ziele aufzusuchen, segeln sie schon viele Jahre mit ihrer kleinen, hochseetüchtigen Yacht „Freydis“ über die Ozeane bis an die Peripherie der bekannten Welt. Nicht einmal eine lebensbedrohende Strandung während ihrer Überwinterung in der Antarktis konnten ihre Begeisterung am Segeln und ihre Sehnsucht nach grandioser Natur beeinträchtigen. So wurde die „Freydis“ in Deutschland zum Inbegriff des Abenteuerschiffes.

Nach gelungener 7-jähriger Antarktisumrundung und dem Aufsuchen der meisten an ihrem Rande liegenden Inseln wollen die Wilts auf dem kürzesten Weg vom Kap Hoorn über den Atlantik nach Hause. Da werden sie von der Anfrage des GEO-Magazins überrascht, ob sie mit ihrer „Freydis“ als Expeditionsbasis für eine viermonatige Forschungsreise zu den entlegensten Plätzen Melanesiens zur Verfügung stehen. Damit beginnt für die Wilts eine der abenteuerlichsten Reisen ihres bald 40-jährigen Seglerlebens, nicht nur wegen der extremen Bedingungen, die sie in Melanesien vorfinden, sondern auch wegen der äußeren Begleitumstände dieser Expedition und für GEO wird es „das aufwändigste Projekt in der Geschichte des Magazins“.

In ihrem neuen Buch nimmt Heide Wilts den Leser mit auf ein großes Segelabenteuer in die magische Inselwelt Melanesiens, gewährt einen tiefen Einblick in die Geschichte dieser Inseln und das kulturelle Leben ihrer Bewohner im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Sie erzählt die Geschichte einer ungewöhnlich langen Segel-Expedition durch die Inselwelten Vanuatus, der Salomonen und Papua-Neuguineas mit drei Teams hochkarätiger Reporter an Bord, die für GEO, NATIONAL GEOGRAPHIC und andere international renommierte Magazine tätig sind. Die Autorin lässt den Leser teilhaben am beengten, oft strapaziösen Leben an Bord in Tropenhitze und Gewitterstürmen, an riskanten Segelmanövern in unvermessenen hai- und krokodilverseuchten Gewässern voller Riffe und tückischer Strömungen, und ebenso an Exkursionen durch den Regenwald zu archäologischen Stätten und fern jeder Zivilisation lebenden Volksstämmen, an bedrohlichen Vulkaneruptionen und Bürger- und Stammeskriegen, in denen die Teilnehmer der Expedition Kopf und Kragen riskieren und die Wilts darüber hinaus ihr Schiff.

Das Buch ist voller lebendiger Schilderungen von Begegnungen ungewöhnlicher Art: mit Krokodilen etwa oder vom Kampf mit einer Seekuh, von Patienten-Sprechstunden der Autorin in Buschdörfern, von Feiern wilder Stammesfeste in den Bergen PNGs, von Erlebnissen auf den Trobriands (den „Liebesinseln“ seit Malinowski), von der zu Herzen gehenden Geschichte eines ungewöhnlichen Bordmaskottchens.

Heide Wilts bezieht in ihre Beobachtungen aber auch die äußerst interessante Arbeit der GEO-Teams mit ein. Dabei klammert sie die menschlichen Aspekte und Probleme nicht aus, die ein solches Zusammenleben an Bord mit den unter immensem Erfolgsdruck stehenden Teams und den schwierigen äußeren Bedingungen mit sich bringt.

„Inseln jenseits der Zeit“ ist die spannende, farbenfrohe und liebevolle Dokumentation einer Reise durch das heiße Herz der Südsee. Es geht um die herbe Wirklichkeit archaischen Lebens in einer Gesellschaft, wie es sie in wenigen Jahren wohl nicht mehr geben wird, um Fieberschübe, Wahnwitz, Geisterglaube und geheimnisvolle Rituale, aber auch um alte Weisheiten und Werte, die unserer modernen Gesellschaft abhanden gekommen sind. Und nicht zuletzt geht es um die Frage nach dem Wesentlichen.

 

Hier finden Sie einige Leseproben:

Wala

Malekula

Tikopia

 

 

 

 

 

Inseln jenseits… BUCHKRITIK „SEGELN“ Mail vom 20.07. und Editorial aus Heft 9/09

 

„INSELN JENSEITS DER ZEIT“

Buchkritik von Thorsten Höge, Chefredakteur des Magazins „SEGELN“  

Mail vom 20.Juli 2009            

 

Hallo!
Ich hoffe es geht Ihnen gut. Ich habe am Wochenende Ihr Buch durchgelesen und muss sagen: Toll. Eines der besten Segelbücher, die ich bisher gelesen habe – sehr durchwachsen in den Erfahrungen, die Sie dort gemacht haben, sehr vielschichtig und schonungslos ehrlich. Das muss eine sehr widersprüchliche Reise gewesen sein, das Buch heilt ein bisschen von der ja tatsächlich bei vielen vorhandenen Vorstellung der grossen Südsee-Idylle. Der teils schwierige Umgang mit der sehr speziellen Gattung homo journalisticus ließ mich gelegentlich schmunzeln.

Wir werden Ihre Geschichte nun  in Heft 9 bringen und uns dabei auf Tikopia konzentrieren, diese Insel scheint mir sehr zentral in Ihren Schilderungen.
Besten Gruss
Thorsten Höge

Redaktion segeln

 

 Im Editorial von SEGELN Heft 9 / 2009

„Als Junge verschlang ich jedes Weltumsegler-Buch, das ich in die Finger bekam. Doch irgendwann hörte ich auf damit – in den jüngeren Büchern schien alles entdeckt. Irgendwie doppelten sich die Berichte, viele Traumziele kannte man aus dem (Charter-)Urlaub. In Zeiten dauernder Rekordjagd, in denen manche meinen, sie müßten schon zweimal hintereinander nonstop um die Welt segeln, um Aufmerksamkeit zu erregen, finde ich alle Reviere „vor der Haustür“ mindestens genauso spannend. Dann erzählten die Weltumsegler Wilts bei einem Redaktionsbesuch von ihrem neuesten Buch „Inseln jenseits der Zeit“, in dem sie eine Reise nach Melanesien schildern. Mich fesselte der Entdeckergeist, den die Seiten verströmen: Kaum entdeckte Orte, eine strapaziöse Reise und eine schonungslose Schilderung der Schattenseiten des „Paradieses Südsee“. Die beiden leben noch heute ihr Ideal vom wissensdurstigen Segler, der aufbricht, um fremde Horizonte und Küsten zu erobern. Da kann man doch wieder träumen….“

 

Ihr

Thorsten Höge, Chefredakteur

 

 

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