seit 1994

Alexander Nemetz

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Konradis auf der Suche nach dem See

Kanutour auf den Mecklenburgischen Seenplatten

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Alexander Nemetz

 

28. Mai bis 03. Juni 2007

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1.        Einleitung

 

2.        Theoretische Grundlagen und Voraussetzungen

2.1      Definition von Erlebnispädagogik und deren Stellenwert in der Einrichtung

2.1.1.  Definition von Erlebnispädagogik

2.1.2.  Vorstellung der Einrichtung

2.1.3.  Stellenwert der Erlebnispädagogik in der Einrichtung

2.2.     Definition von Verhaltensstörungen

2.3.     Beschreibung der aktuellen Gruppensituation

2.4.     Beschreibung der einzelnen Jugendlichen

 

3.        Zielsetzung

3.1.     Wahl meines Mediums und des Settings

3.2.     Rolle der Leitung

 

4.        Vorbereitung des Projekts

4.1.     Persönliche Vorbereitungen

4.2.     Finanzierungsplan

4.3.     Planung der Sicherheitsvorkehrungen

4.4.     Vorbereitungseinheiten mit der Gruppe

4.4.1.  Vorstellung des Projektrahmens

4.4.2.  Gemeinsame Projektplanung

4.4.3.  Naturschutz/Ökologie und verbindliche Sicherheitsstandarte

4.4.4.  Vertrag, praktische Tipps für die Tour, Einkauf und Materialausgabe

 

5.        Praktische Durchführung

5.1.    Tagesplanung im Einzelnen

5.2.    Praktische Umsetzung

5.3.    Nachbereitungstreffen der Erzieher

5.4.    Nachbereitungstreffen mit den Jugendlichen

 

6.       Nachbereitung

6.1.    Nachbereitungstreffen der Leiter

6.2.    Nachbereitung auf institutioneller Ebene

 

7.       Reflexion

7.1.    Reflexion der Vorbereitungstreffen

7.2.    Reflexion der praktischen Durchführung

7.3.    Reflexion mit Schwerpunkt auf die Gesamtgruppe

7.4.    Reflexion mit Schwerpunkt auf die einzelnen Jugendlichen

 

8.       Schlussgedanke

 

9.       Literaturverzeichnis

 

10.     Anhang (hier gekürzt)

 

 

 

1. Einleitung

 

Die Einleitung schreibt man immer erst dann, wenn „der Rest“ einer Ausarbeitung fertig geschrieben ist - habe ich mir sagen lassen. Nun ist es also so weit, meine Arbeit ist fertig – eben bis auf die Einleitung, und es ist doch schwieriger als ich dachte, sie zu schreiben.

 

Vielleicht nur so viel:
Kinder und Jugendliche, die Verhaltensstörungen – oder wie auch immer man diese Problematik nennen mag - zeigen, drücken letztendlich damit aus, wie sehr ihre Entwicklung durch äußere oder innere Faktoren bedroht und wie groß ihre verzweifelte Suche nach Sicherheit, Stabilität und Halt ist. Seit knapp zehn Jahren arbeite ich nun mit diesem Klientel – und dies tue ich gerne. In dieser Zeit habe ich die Erlebnispädagogik kennen und schätzen gelernt und mich deshalb auf die Suche nach einer entsprechenden Weiterbildung gemacht, um meine gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und meiner Praxis die notwendige, formale Legitimation zu geben. Mit der vorliegenden Konzeption habe ich meine aktuelle erlebnispädagogische Maßnahme  dokumentiert. Da Pädagogik zunächst im Kopf beginnt, lassen sich die folgenden Ausführungen in drei Abschnitte unterteilen: Ich beginne mit einen vornehmlich Theorie lastigen Teil, indem ich all jene für mich wichtigen Grundlagen meiner Arbeit näher beleuchte und definiere. Anschließend analysiere ich die Ausgangsbedingungen, die ich an meiner Arbeitsstelle auffinde und leite davon pädagogische, territoriale und inhaltliche Zielsetzungen sowie das Medium ab. Im dritten Teil beschreibe ich unsere Tour, die Nachbereitung und meine Reflexion.

 

In diesem Sinne wünsche ich kurzweiliges Lesen bei den auf max. 20 Seiten angesetzten Werk, die aufgrund der geforderten Inhalte zur Qualitätssicherung überschritten werden mussten.

 

 

 

2. Theoretische Grundlagen und Voraussetzungen

 

Zur Klärung meines Selbstverständnisses von notwendigen theoretischen Grundlagen wird in diesem Kapitel zunächst auf die Begrifflichkeiten von Erlebnispädagogik und Verhaltensstörungen eingegangen, um anschließend die vorherrschenden, diesbezüglichen Ausgangsbedingungen zu beschreiben, die meine Arbeitsstelle, das Haus St. Josef, mit sich bringen. Dabei wird nach der kurzen konzeptionellen Einordnung der Einrichtung auf die Situation auf der Gruppe sowie auf jene der einzelnen Gruppenmitglieder vor der Tour  eingegangen.

 

Die hier vorgenommene Analyse von Grundlagen und Ausgangsbedingungen bildet den Ausgangspunkt für die Ableitung von allen weiteren Zielen und begründet die Wahl des Settings und des Mediums.

 

 

2.1. Definition von Erlebnispädagogik und deren Stellung in der Einrichtung

 

 

2.1.1. Definition von Erlebnispädagogik

 

Bezüglich der Begrifflichkeit liegt innerhalb der Fachliteratur bis dato noch keine verbindliche Einigkeit vor.

 

Für mich macht sich Erlebnispädagogik zum Ziel, Menschen mit Hilfe eines durch Handlung initiierten Perspektivwechsels zu einer positiven Veränderung in Sichtweise, Einstellung und Verhalten zu verhelfen. Dieses Ziel wird dabei mit Hilfe des ganzheitlichen Ansatzes menschlichen Lernens erreicht. Damit wird es zur verbindlichen Grundlage, den Menschen stets dort abzuholen, wo er gerade steht. Weiter vollzieht sich Lernen in der Erlebnispädagogik im lernlogischen Kontext: Aus dem eigenständigen Tun im vorgegebenen Rahmen ergeben sich unausweichliche Konflikte und Konsequenzen, die soziale Lernprozesse „aus der Einsicht und dem Verstehen der Situation“ sowie der Nachahmung in Gang setzen. Die sich daraus ergebenden Lernprozesse ermöglichen Rückschlüsse für das zukünftige Handeln im Alltag (vgl. Flosdorf 1988, S. 140).

 

Erlebnispädagogik ist also „eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.“ (vgl. W. Michl 1998, S. 75)

 

 

2.1.2. Vorstellung der Einrichtung

 

Das Haus xy ist eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen „durch eine Verbindung von Alltagsleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung zu fördern.“ „Träger des Hauses xy ist die Sozialwerk Heilig Kreuz gGmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft des Provinz- und Missionshaus Heilig Kreuz.“ Die Einrichtung umfasst neben stationären Leistungen auch teilstationäre, Fachdienstleistungen sowie mobile sozialpädagogische Hilfen.

 

In den heilpädagogischen Wohngruppen werden die „anvertrauten Kinder und Jugendlichen in ihrer einmaligen Persönlichkeit und Art“ angenommen, „in ihrer individuellen Entwicklung“ unterstützt und gefördert. Dabei wird u.a. besonderer Wert auf folgende Grundbausteine pädagogischen Handelns gelegt: Partizipation (aktive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an der Gestaltung ihres Alltags), soziale Gruppenarbeit (stationär und teilstationär), systemische Elternarbeit/ systemisches Elterntraining (zur Vorbereitung von Rückführungen) sowie Handlungsorientiertes Lernen.

 

 

2.1.3. Stellenwert der Erlebnispädagogik in der Einrichtung

 

Die konzeptionellen Ausführungen zum handlungsorientierten Lernen lauten wie folgt:
„Lernen durch Tun gehört bei uns zum pädagogischen Alltag. (...) Aufgelockert wird der Tagesablauf durch freizeit- und erlebnispädagogische Angebote“. Durch den Einsatz der Erlebnispädagogik „fördern wir die Entwicklung von Eigeninitiative, Spontaneität, Kreativität, Entdeckung von verborgenen Fähigkeiten und Stärken sowie das Selbstvertrauen für eigene, zu treffende Entscheidungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Natursportarten, (...) die Herausforderungen im psychischen, physischen und sozialen Bereich“ mit sich bringen. 

 

 

2.2. Definition von Verhaltensstörungen

 

Vorraussetzung für die angemessene Zielsetzung und Projektplanung eines erlebnispädagogischen Projekts ist das genaue Betrachten der Bezugsgruppe (vgl. Punkt 2.1.1.) . Um den Problemkreis meines Klientels greifen zu können, wird im Folgenden näher auf die Begrifflichkeit eingegangen:

 

Hinsichtlich der Benennung und Definition von sozial abweichenden Verhalten herrscht bei den Autoren der betreffenden Disziplinen noch keine Einigkeit vor. So reichen die Begrifflichkeiten, um verstärkt gezeigtes sozial abweichendes Verhalten zu beschreiben, von „Kinder- und Jugendliche mit dissozialen Verhalten“ über „Verhaltensauffälligkeit“ bis hin zu „von seelischer Behinderung bedroht“ oder „seelisch behindert“. Die unterschiedlichen Bestimmungsmodi verweisen auf die jeweilige Sichtweise des Verfassers – ihre Entstehungs- und Behandlungsvariablen betreffend. (vgl. R. Stein 1999, S. 25)

 

Myschker legt seiner Definition den Begriff „Verhaltensstörung“ zugrunde. Da er in seiner Definition die unterschiedlichen Bedingungsvariablen und die Vielfältigkeit der Ursachen integriert, wird dieser Begriff und Definitionsansatz in der folgenden Arbeit favorisiert: „Verhaltensstörung“ ist hier als „ein von zeit- und kulturellen Erwartungsnormen abweichendes maladaptives Verhalten“ zu verstehen, „das organogen und/oder milieureaktiv bedingt ist, und wegen seiner Mehrdimensionalität, des Schweregrades und der Häufigkeit die Entwicklungs-, Lern- und Arbeitsfähigkeit sowie das Interaktionsgeschehen beeinträchtigt und ohne therapeutische, pädagogische Maßnahmen nur unzureichend überwunden werden kann.“ (vgl. Myschker 1993, S. 41)

 

 

2.3. Beschreibung der aktuellen Gruppensituation

 

In der heilpädagogischen Wohngruppe Konrad leben gegenwärtig neun männliche Jugendliche mit Verhaltensstörungen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren (vgl. Punkt 2.2.). Dabei führten viele kurzweiligen Notaufnahmen, Abgänge und Neuzugänge in kurzer Zeit zu erheblichen Spannung innerhalb der Gruppe. Zudem bringen die Jugendlichen ein großes Aggressionspotential, eine hohe Gewaltbereitschaft, niedriges Selbstwert, geringes Selbstbewusstsein sowie eine geringe Frustrationstoleranz mit, wodurch die Spannungen im alltäglichen Gruppengeschehen verschärft werden.

 

Das Zusammenleben der Jugendlichen ist deshalb immer wieder geprägt von Konflikten untereinander, die durch folgende Merkmale gekennzeichnet sind:

 

•  Festhalten an gewohnten, negativen Verhaltensmustern

•  Vermeidungsstrategien, u.a. bei Konfrontation mit den negativen Verhaltensweisen

•  Angst vor Neuem

•  Unsicherheit und Versagensängste bei der Anwendung neuer Strategien

 

Daraus ergibt sich ein unbedingter Handlungsbedarf hinsichtlich der Erweiterung sozialer Kompetenzen für jeden Einzelnen und hinsichtlich der Stärkung der Gruppenkohäsion als Basis für ein weiteres, konstruktiveres, entspannteres Zusammenleben. 

 

 

2.4. Beschreibung der einzelnen Jugendlichen

 

Da Erlebnispädagogik den Menschen dort abholt, wo er gerade steht, muss der Wahl des Mediums und des Settings eine genaue Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Stärken und des Förderbedarfs eines jeden Einzelnen vorgeschaltet werden (vgl. Punkt 2.1.1.). Deshalb werden im Folgenden kurz die einzelnen Jugendlichen mit ihren Förderschwerpunkten und Stärken vor der Maßnahme beschrieben.

 

M.L. ist 16 Jahre alt und seit drei ein halb Jahren auf unserer Gruppe. Neben oppositionellen Verhalten reagiert M. immer wieder aggressiv-ausagierend gegenüber Jugendlichen und Lehrkräften. Er wertet sich selbst auf, indem er Schwächere verbal bloß stellt und versucht sich durch Falschaussagen Vorteile gegenüber seinen Gruppenmitgliedern zu verschaffen. Immer wieder zeigt er sexuelle Auffälligkeiten (Exhibitionismus). In der Gruppe ist er sehr anerkannt und gut integriert. Die Notwendigkeit lebenspraktischer Aufgaben erkennt er nur unzureichend. Stets braucht er Aufforderungen und ein hohes Maß extrinsischer Motivation, um ihnen hinlänglich gerecht zu werden.

 

Zu M.s Stärken gehören seine Sportlichkeit, sein künstlerisches Talent – seine Kreativität. Auch mischt er sich weitgehend nicht in Konflikte anderer Jugendliche ein. Er genießt und sucht die Aufmerksamkeit und Anerkennung durch Erzieher und fordert diese z.T. nachdrücklich ein. 

 

Aus der hiesigen Schilderung lassen sich für M. folgende Zielsetzungen ableiten.

 

1. Aufbau des Selbstwerts und des Selbstbewusstsein

2. Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung

3. Bewusstwerdung lebenspraktischer Notwendigkeiten

4. Abbau oppositioneller und aggressiver Verhaltensweisen

5. Aufbau alternativer Handlungsstrategien

 

 

G.B. ist 15 Jahre und seit Juli 2004 in unserer Einrichtung. Laut multiaxialem Gutachten liegen bei G. folgende Diagnosen vor: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Störung des Sozialverhaltens mit dissozialem und aggressiven Verhalten (...) sowie eine deutliche und übergreifende soziale Beeinträchtigung in den meisten lebenspraktischen Bereichen.

 

Im Bereich des Konfliktverhaltens erzielte G. Fortschritte und war weniger impulsiv. Bei verbalen Auseinandersetzungen oder Diskussionen unter den Gruppenmitgliedern kann sich G. nur schwer zurückhalten: Er ergreift Partei für Jugendliche, die ihm sympathischer sind und beendet Diskussionen meist mit dem letzten Wort. Seit November 2006 zeigt G. wieder vermehrt massive verbale und körperliche Aggressionen, auch autoaggressives Verhalten. Im Gruppenverband ist G. angesehen, bei einigen jedoch nur akzeptiert aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit. Im lebenspraktischen Bereich zeigt G. wenig Verständnis für Ordnung und Hygiene.

 

Zu den Stärken von G. zählt sein technisches Interesse und Wissen rund um das Thema PC. Ebenso ist G. in der Lage, sich sein Geld gut einteilen zu können bzw. auf größere Anschaffungen gezielt zu sparen. Die Zielvorgaben für G. lauten wie folgt:

 

1. Annäherung an eine angemessene Selbst- und Fremdwahrnehmung

2. Ausbau sozialer Kompetenzen

3. Erkennen der Notwendigkeit bzw. der Vorteile von strukturierten Handeln und Ordnung

4. Abbau aggressiv-ausagierender Verhaltensweisen

 

 

T.M. ist 15 Jahre alt und seit 1. Januar 2006 in unserer Einrichtung. Laut Stellungnahme der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie hat T. „eine hyperkinetische Störung, die sekundär bereits zu einer Störung des Sozialverhaltens geführt hat. Die medikamentöse Behandlung führte zu einer Abnahme der Symptomatik, ist jedoch auch zukünftig nicht ausreichend für eine wirkliche Stabilisierung des Jungen.“ T. weiß sehr genau, was er kann und was nicht. Situationen, in denen er sich unsicher fühlt, versucht er durch „Coolness“ und Clownerien aus dem Weg zu gehen. Gruppenregeln und Toleranzspektren der einzelnen Erzieher testet T. immer noch aus. Auf Konsequenzen reagiert er genervt, versucht diese zu bagatellisieren oder zeigt weiterführende provozierende Verhaltensweisen, um diese Situation wiederum ins Lächerliche zu ziehen. Auf der Gruppe ist T. sehr gut integriert. Er ist hier schnell bereit, Unsinn anderer aufzugreifen, fortzuführen und Gruppenmitglieder mit geringen Ansehen bloß zu stellen.

 

T. hat es in Einzelsituationen geschafft, aus sich heraus zu gehen und Gefühle, Ängste und Befürchtungen mehr zu äußern, als zu Beginn der Maßnahme. Den Gruppenalltag bereichert T. mit seinen Humor, seinen schauspielerischen Talent, seiner verbalen Schlagfertigkeit und seiner Hilfsbereitschaft. Der kontaktfreudige Junge ist sportlich und hat fußballerisches Talent. Aus dieser Bestandsaufnahme lassen sich die folgende Förderschwerpunkte für T. im Rahmen des erlebnispädagogischen Projekts ableiten:

 

1. Aufbau von Selbstwert und Selbstbewusstsein.

2. Gefühle und Ängste bewusst wahrnehmen und diese im geschützten Rahmen artikulieren können.

3. Aufbau angemessener Formen der Kontaktaufnahme sowie Abbau von Clownerie, Geltungsdrang, verbale Aggression.

4. Ausbau der Kritikfähigkeit und Frustrationstoleranz.

5. Abbau lebenspraktischer Defizite.

 

 

M.P. ist 12 Jahre alt und seit November 2005 bei uns auf der Gruppe. M.P. Förderbedarf liegt u.a. im Bereich des Ausbaus der Regelakzeptanz: M. reagiert oft verbal aggressiv und trotzig, wenn ihm Grenzen aufgezeigt werden. Er ist noch nicht ausreichend in der Lage eigenes Fehlverhalten zuzugeben. Vielmehr versucht er dieses durch Verleumdungen auf andere zu schieben. Im Ausgang kommt es immer wieder zu körperlichen Auseinandersetzungen mit Kindern aus anderen Gruppen. Ständig befindet der Junge sich in Konflikten mit anderen Gruppenmitgliedern, die er durch unterschwellige Provokationen und Petzen heraufbeschwört. Deshalb ist M. im Gruppenverbund nicht angesehen und nimmt eine Außenseiterrolle ein, unter der er sehr leidet.

 

Besonders gegenüber Erziehern, in Einzelsituationen auch gegenüber anderen Jugendlichen ist M. sehr hilfsbereit. Verlässlich erledigt er übertragenen Aufgaben. Gewissenhaft erledigt er hauswirtschaftliche Aufgaben (z. B. Abspülen, Tischdecken, Abräumen usw.). In seiner Freizeit zeichnet und bastelt er gerne und ist sportlich.
Aus der vorliegenden Beschreibung ergeben sich folgende Zielsetzungen:

 

1.  Stärkung des Selbstwerts

2.  Förderung der Selbstwahrnehmung: Bewusstmachen negativer Verhaltensmodi 

3.  Förderung der Fremdwahrnehmung/ des Einfühlungsvermögens

4.  Aufbau alternativer Handlungsstrategien

5.  Verbesserung der Gruppenintegrität

 

 

D.H. ist 15 Jahre alt und ist seit März 2006 bei uns in der Einrichtung. Bei D. ist eine Anpassungsstörung diagnostiziert, die sich durch verbale und körperliche aggressive Handlungen v.a. im schulischen  Bereich  zeigt. Im Heimalltag  verhält er sich vornehmlich angepasst. Von seinen Mitbewohnern ist D. akzeptiert, jedoch zeigt der Jugendliche wenig Interesse, emotionale Bindungen im Gruppenverbund einzugehen. Sein vornehmliches Ziel ist die schnellstmögliche Rückkehr in die Familie, die auf Grund der schulischen Situation noch nicht umgesetzt werden kann. D. ist noch nicht in der Lage, Verantwortung für sein Fehlverhalten zu übernehmen. Stets sucht er die Schuld für eigenes Misslingen bei anderen. Er verfügt über eine gute Handlungssteuerung, weshalb er sich in Konfliktsituationen gut beherrschen kann. Problematisch ist jedoch hier, dass sich dadurch seine Aggressionen aufstauen und diese in unbeobachteten Situationen hervortreten.

 

D. ist handwerklich geschickt und interessiert, er verfügt über ein sehr gutes Gleichgewichtsgefühl, z. B. beim Skateboardfahren, und ist hilfsbereit. Daraus ergeben sich für D. folgende Zielsetzungen:

 

1. Beziehungsaufbau

2. Stärkung des Selbstwertes

3. Artikulierung eigener Einstellungen und Gefühle

4. Emotionale Integration in die Gruppe

5. Aufbau angemessener Strategien zum Abbau von Aggressionen

 

 

P. H. ist 14 Jahre alt und seit Juli 2006 in unserer Einrichtung, wobei er sich bis Dezember 2006 in teilstationärer Behandlung der Kinder- und Jugendpsychiatrie befand. Im Gutachten des Sozialpädiatrischen Zentrums Passau wurde im letzten Kalenderjahr folgende Diagnose gestellt:

 

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Störung des Sozialverhaltens, reaktive Bindungsstörung des Kindesalters, Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen und Begabungsmängel im Bereich der Lernbehinderung. Psychische Erkrankungen in der Familie liegen vor. Im Allgemeinen ist eine Entwicklungsverzögerung zu erkennen. P. spricht oft in einer „Babysprache“, schläft mit einem Teddybär und hat keine altersentsprechenden Interessen.  Er ist motorisch sehr unruhig, fühlt sich stets angesprochen und kommentiert Situationen sowie Unterhaltungen im Gruppengeschehen unangemessen. Dies löst  häufig  Konflikte mit anderen Jugendlichen aus und ist Ursache für seine Außenseiterrolle. P. ist ein sehr unsicheres Kind, das stets auf der Suche nach Zuwendung und körperlicher Nähe ist. Ihm unterlegenen Kindern begegnet er aggressiv ausagierend. Sind klare und eindeutige Strukturen nicht gegeben, fällt P. in alte, dissoziale Verhaltensmodi zurück (z. B. zündeln, stehlen, lügen, Sachbeschädigung und Drohungen).

 

P. begegnet Neuem stets aufgeschlossen und nimmt neugierig seine Umwelt wahr. Er ist sehr hilfsbereit besonders dann, fühlt er sich gebraucht und angenommen.
So ergeben sich für P. folgende Förderungsschwerpunkte:

 

1. Steigerung des Selbstwertgefühls

2. Anbahnung einer angemessenen Selbst- und Fremdwahrnehmung

3. Aufbau angemessener Strategien zur Kontaktaufnahme

4. Altersadäquate Interessen entwickeln, sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden

 

 

D. M. ist 16 Jahre alt und befindet sich seit September 2006 auf der Gruppe Konrad. Einweisungsgrund waren delinquente Verhaltensweisen, wie z. B. Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung durch Brandbombe und Körperverletzung. Vordergründige problematische Verhaltensweisen sind nach wie vor aggressive Handlungen gegen Mitschüler und Suchtgefährdung. Im Heimalltag verhält sich der Jugendliche vornehmlich angepasst. Negativ fallen jedoch auch hier rechtsextreme Handlungen auf (abfällige Äußerungen gegenüber Ausländern, einschlägig bekannte Musik). Von seinen Gruppenmitgliedern ist D. akzeptiert. Jedoch zeigt auch er wenig Ambitionen, sich emotional in das Gruppengeschehen einzubinden.
Nichts desto Trotz ist er gemeinschaftsfähig, hilfsbereit und zuverlässig. Gerne übernimmt er körperlich anstrengende Arbeiten und zeigt sich dabei handwerklich geschickt.

 

Für D. erachte ich folgende Zielsetzungen für notwendig:

 

1. Emotionale Integration in die Gruppe

2. Erkennen der Notwendigkeit und der Vorteile strukturierten Handelns

3. Förderung einer angemessenen Fremdwahrnehmung

4. Kennen lernen sinnstiftender Freizeitgestaltung

 

 

M. H. ist 17 Jahre alt und seit Ende Februar 2007 auf unserer Gruppe. Vornehmlicher Einweisungsgrund sind häufige und schwere innerfamiliäre Konflikte zwischen M. und seiner Mutter, ihren Lebensgefährten sowie der Großmutter. Auf Grund der belastenden häuslichen Situation strebte der Jugendliche selbst die Heimeinweisung an. Nach seiner Ankunft lebte sich M. sehr schnell ein. Auch auf Grund seiner sozialen Kompetenzen genießt er bereits jetzt ein hohes Ansehen und ist von allen akzeptiert. Er bereichert den Gruppenalltag durch sinnvolle Gruppenaktivitäten (z. B. Brettspiele). Obwohl er für sein Alter in den lebenspraktischen Bereichen sehr selbständig handelt, wirkt sein Verhalten oftmals unsicher.

 

Absolut zuverlässig erledigt er übertragene Aufgaben ist hilfsbereit und kontaktfreudig. Er zeigt handwerkliches Geschick und spielt gerne Fußball. Aus den Schilderungen lassen sich für M. folgende Ziele ableiten:

 

1. Selbstwert- und Selbstbewusstsein stärken

2. Angemessene Selbstwahrnehmung fördern

3. Sicherheit im sozialen Miteinander geben

4. Zukunftsperspektiven schaffen

 

 

J.H. ist 16 Jahre alt und seit drei Monaten wieder bei uns. Vor ca. zwei Jahren war er bereits für ein Jahr auf unserer Gruppe, wurde dann gegen den Rat der Fachkräfte in die  Familie zurück geführt. Relativ schnell viel er dort in alte Verhaltensmuster zurück, die von Schule Schwänzen bis hin zu aggressiv-ausagierenden Verhaltensweisen reichten. Seine Schwierigkeiten im verbalen Ausdruck veranlassen ihn oftmals zu impulsiven Verhalten. Außerdem fühlt er sich zu einschlägig vorbelasteten Jugendgruppen hingezogen. Da er in einem anderen Landkreis eine Lehrstelle zugesagt bekommen hat, wird er Anfang August das Heim wechseln.

 

J. ist sehr hilfsbereit und verlässlich. Er kümmert sich um Schwächere und verhält sich höflich gegenüber Autoritätspersonen. Erkennt er Autoritäten nicht an, kann er aggressiv-ausagierendes Verhalten zeigen.

 

1. Selbstwert- und Selbstbewusstsein stärken

2. Ausbau von  Selbst- u. Fremdwahrnehmung

3. Ausbau der Frustrationstoleranz

4. Zukunftsperspektiven schaffen

 

 

 

3. Zielsetzung

 

Auf der Basis der in den vorherigen Kapiteln dargestellten Ausgangsbedingungen hinsichtlich  der institutionellen und persönlichen Vorraussetzungen seitens der Institution bzw. der Jugendlichen wird im Folgenden die Wahl des Mediums und des Settings abgeleitet sowie die Rolle der Leitung aus dem oben geschilderten Selbstverständnis (vgl. Kapitel 2.1.1., 2.2.) heraus begründet.

 

 

3.1. Wahl meines Mediums und des Settings

 

Jugendliche mit Verhaltensstörungen benötigen klare und konsequente Strukturen. Um umfassende Lernprozesse in Gang setzen zu können, braucht es mehr als eine Pädagogik, die stets auf den Jugendlichen einredet und deren pädagogische Mittel sich auf das gesprochene Wort von Lob und Strafe reduzieren. Durch ein erlebnispädagogisches Setting werden dem Jugendlichen unmittelbare und  unausweichliche Wenn-Dann-Bezüge verdeutlicht: „Die gesetzten Grenzen ergeben sich meist aus der Handlung selbst und werden von ihnen nicht als willkürlich verhängte Ge- und Verbote empfunden. (...) So haben alle erlebnispädagogischen Maßnahmen gemeinsam, dass ein soziales Miteinander nur in der Gegenseitigkeit und den damit verbundenen Verzichtleistungen möglich ist.“ Der Jugendlich lernt auf diese Weise, dass er „die Qualität seines „Daseins“ selber in die Hand nimmt und eigenverantwortlich handeln kann und muss.“ (vgl. Lehrgang Einführungskurs, S. 28) 

 

Ein auf die Ausgangslage der Jugendlichen abgestimmtes und  angepasstes Medium und Setting sind also grundlegende, unabdingbare Bausteine, die zur Förderung der Persönlichkeitsbildung und des sozialen Handelns in der Erlebnispädagogik nötig sind. 

 

Neben diesen grundsätzlichen Voraussetzungen eines Settings, leitet sich aus der oben dargestellten Gruppensituation (vgl. Punkt 2.3., 2.4.) (m)ein pädagogischer Handlungsbedarf im Bereich der Persönlichkeitsbildung und des sozialen Handelns mit folgenden Schwerpunkten ab:

 

•  Stärkung und Ausbau der Ressourcen

•  Anbahnung einer angemessen Selbst- und Fremdwahrnehmung

•  Ausbau des Bedürfnisaufschubs

•  Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls

•  Förderung eines sozial verträglichen Miteinanders

•  Auf- und Ausbau adäquater Problemlösestrategien

•  Auf- und Ausbau von adäquaten Konfliktlösungsstrategien 

 

Aus der oben geschilderten Problemstellung sowie den notwendigen Voraussetzungen für ein angemessenes erlebnispädagogisches Projekt innerhalb des beschriebenen Rahmens lässt sich das Medium Kanu als äußerst geeignet ableiten, wodurch die Idee entstand, als Setting die Mecklenburgischen Seenplatten sowie eine Dauer von sieben Tagen plus Vor- und Nachbereitung auszuwählen.

 

Für die Wahl waren im Vorfeld die folgenden Gedanken ausschlaggebend:

•  Aktivität mit hohen motivationalen Charakter
   Kanufahrt, Biwakplätze, Mecklenburgische Seenplatten/ Naturschutzgebiet;

 

•  Intensive Auseinandersetzung mit einem Medium innerhalb eines stimmigen Settings
   Medium: Kanu mit täglichen Reflexionsrunden in der Natur;

 

•  Ungewohntes Umfeld, das zur Handlung zwingt 

   die in oftmals nahezu unberührter Natur eingebetteten Mecklenburgischen Seenplatten  mit ihrer Weite; Biwakplätze; Kanu;

 

•  Konfrontation mit Neuem
    Lebenswelt: Natur; Medium: Kanu;

 

•  Bewusstes Initiieren von Gruppenprozessen und Konflikten durch praktisches Tun
   Medium Kanu; Kooperations- und Problemlöseaufgaben;

 

•  Zeitlicher Rahmen, der es ermöglicht, eingefahrene Handlungsschemata und Gruppenprozesse zu durchbrechen
   Dauer: Sieben Tage sowie Vor- und Nachbereitungssitzungen

 

•  Ausbau des Bedürfnisaufschubs

 

 

3.2. Rolle der Leitung

 

Kernstück der Rolle des Leiters ist dessen Menschenbild, von dem aus sich die wichtigsten Merkmale im gegenseitigen Umgang ableiten lassen: Der Leiter akzeptiert seinen Gegenüber als gleichwertig. Dies heißt für mich, persönliches Interesse an jedem Einzelnen zeigen, jedem aktiv zuzuhören, Gefühle und Einstellungen ernst nehmen und setzt die authentische Begegnung mit dem Jugendlichen voraus. 

 

So wird (auch) der Leiter eines erlebnispädagogischen Projekts für mich zum pädagogischen Partner, dessen spezifische Rolle sich vornehmlich durch die folgenden Merkmale auszeichnet:

 

Zum einen ist der pädagogische Partner als Organisator tätig. Er plant und organisiert ein auf die Gruppenbedürfnisse sowie gesetzten Ziele abgestimmtes Lernumfeld und legt notwendige Rahmenbedingungen fest z. B. Boote und Materialien, Karten. Zum anderen ist er Lernfeldgestalter. Deshalb sehe ich es als meine zentrale Aufgabe, prozessorientiert zu planen, zu beobachten, zu reflektieren, auszuwerten und aus den gewonnenen Eindrücken und Erkenntnissen die weiteren geplanten Schritte zu betrachten und auf die aktuelle Situation abzustimmen . Außerdem ist für mich der pädagogische Partner auch Begleiter und Berater, der eine Vorbildsfunktion einnimmt (vgl. 2.1.1.). Dabei ist es jedoch wichtig, meine Person nur soweit in das Geschehen einzubringen, wie es unbedingt notwendig ist, z. B. bei drohender Selbst- und Fremdgefährdung, bei Sicherheitsvorkehrungen und im Rahmen der täglichen Reflexionsrunden. Auf der Tour selbst möchte ich beratend nur auf Nachfrage tätig werden, da unbedingten Vorrang die Selbsttätigkeit der Lernenden hat.

 

 

 

4. Vorbereitung des Projekts

 

Den folgenden Textabschnitt widme ich der Beschreibung meiner persönlichen Vorbereitungen, die sich hauptsächlich mit folgenden Inhalten auseinandersetzt: Einbeziehung von Kollegen und Heimleitung, Kurzschilderung der Planungsschritte und Phasen, Alternativen, Elterninformation, Finanzierungsplan und die Gestaltung der Vorbereitungseinheiten.

 


4.1. Persönliche Vorbereitung

(persönliches Material, Checkliste  Gefahren: Kenterung, Wetter andere Verkehrsteilnehmer, Regeln für Gruppenfahrten, Medikamente, Elternschreiben)

 

Bereits im Oktober 2006 begann ich mit meinen Vorbereitungen für die Planung unseres Projekts. Da Erlebnispädagogik ein fester Bestandteil in der Arbeit mit unseren Kindern- und Jugendlichen ist bekam ich von Seiten unseres Hauses viel Zustimmung. Zu Beginn meiner Planung ging es hauptsächlich um die Eruierung der Möglichkeiten, die für  unsere Gruppe mobilisiert werden können (Finanzen, Medium, Mitarbeiter, Zeitpunkt, Zeitrahmen für das Projekt, welche Materialien stehen zur Verfügung bzw. was muss noch alles besorgt und angeschafft werden). Hierbei war es mir sehr wichtig, von Anfang an unser gesamtes Team mit einzubeziehen, um möglichst viele Vorschläge, Ideen, Befürchtungen etc. zu sammeln, so dass   ein großes Spektrum an Bezugskriterien aufgebaut wurde. Ich ging dabei von einem erlebnispädagogischen Projekt aus, das sich über mindestens eine Woche erstreckt – und, wenn möglich, in einen für die Jugendlichen unbekannten Gebiet statt findet. Relativ schnell war  klar, dass eine einwöchige Kanutour eine besonders geeignete Maßnahme für unsere Jugendlichen in ihrer momentanen Gruppensituation ist (vgl. Punkt 3.1). Auf Grund meiner jahrelangen persönlichen Erfahrungen mit dem Gebiet der „Mecklenburgischen Seenplatten“, weiß ich um die vielfältigen  Möglichkeiten, die sich aus dem Gebiet erschließen und um dessen Eignung für erlebnispädagogische Projekte.

 

Durch die entstandenen Rahmenbedingungen war nun  klar, dass diese Maßnahme nur in den Ferien durchgeführt werden konnte. Aus organisatorischen Gründen wählten wir hierzu die erste Pfingstwoche (28.05.07 – 03.06.07). Schnell fand sich auch ein Mitarbeiter meines Teams, Hr. Stockinger, der mich auf unserer Tour unterstützen wollte.

 

Von Anfang an stand fest, dass durch die gewählten Rahmenbedingungen ein großer organisatorischer, logistischer und finanzieller Aufwand entstehen würde. Bereits im November 06 kam es zu einem ersten Treffen mit unserer  Heimleitung,  der ich unsere Idee präsentierte und eine ungefähre Vorstellung über die entstehenden Kosten gab. Zeitgleich stellten wir einen Antrag an den Förderverein des Haus xy mit der Bitte, unser geplantes Projekt finanziell zu unterstützen. Die Kosten unseres Projekts legte ich mit ca. 1500,00 Euro fest (Materialbeschaffung, Ausleihgebühren für Boote und Zubehör, Übernachtung, Benzinkosten usw.).

 

Da die finanzielle Unterstützung zu diesem Zeitpunkt noch unklar war, suchte ich nach Ausweichmöglichkeiten in der näheren Umgebung: Hätte unser Projekt in diesem Rahmen nicht stattfinden können, wären wir auf  den „Schwarzen Regen“ ausgewichen, um dort eine drei bis viertägige Tour zu planen, welche kostengünstiger und mit weniger Aufwand verbunden gewesen wäre. Auch dieses Gebiet ist mir ebenfalls aus meiner Tätigkeit als Kajakguide bestens bekannt (vgl. Anhang: Flussbeschreibung „Der schwarze Regen“).

 

Anfang Februar 07 erhielt ich jedoch die Zusage unseres Hauses, dass unser geplantes Projekt durch den Förderverein mit 1000 Euro unterstützt und die restlichen Kosten von unserer Einrichtung getragen werden würden.

 

Im Anschluss daran ging es nun in die konkrete Planungsphase. Hierzu erstellte ich eine Konzeption, u. a. für das Haus xy,  in der noch einmal die Bedeutung von Erlebnispädagogik in unserer Einrichtung, für die Gruppen und für unser spezifisches Klientel  hervorgehoben wurde (vgl. Anhang Konzeption). Des weiteren wurden noch Elternbriefe, Anmeldebogen inkl. rechtlicher Absicherung  sowie eine Adressliste der Eltern (für Notfälle) erarbeitet (vgl. Anhang).

 

In einem weiteren Schritt stellte ich die Ausarbeitungen sowohl unserer Heimleitung als auch unserer Pädagogischen Leitung vor. Wichtig war mir hierbei, dass die Einrichtung zu jeder Zeit über die einzelnen Planungsschritte informiert wurde und notwendige versicherungsspezifische Fragen abgeklärt wurden.

 

Mit der gewonnenen Sicherheit und der positiven Rückmeldung von den einbezogenen Seiten wurden nun telefonisch alle Eltern über das bevorstehende Projekt informiert - mit der Bitte um Rücksendung der zugesandten Anmeldebögen. Gleichzeitig nutzte ich dieses Gespräch als Chance, bestehende Ängste, Befürchtungen, Fragen usw. persönlich mit den Eltern zu besprechen, um möglichst viel Klarheit über das anstehende Projekt zu schaffen.

 

Gemeinsam mit Hr. Stockinger informierte ich die restlichen Mitarbeiter in den wöchentlichen Teamsitzungen über den aktuellen Stand des Projektes, um auch hier die nötige  Transparenz jeden Einzelnen zu geben. Zu diesem Zweck legte ich einen Ordner über unser EP-Projekt an, der für meine Kollegen zur Einsicht diente und sie stets über den aktuellen Stand informierte. Darüber hinaus konnten so Elemente der Dokumentation  auch als Unterstützung für bevorstehende Hilfeplangespräche, Interventionsberichte, Elterngespräche usw. genutzt werden.

 

Zeitgleich kümmerten wir uns um die Anschaffung der fehlenden Materialien (z. B. Packsäcke, Batterien für Stirnlampen, zwei fehlende Trangia, vier neue Zelte, Kartenmaterial usw.). Im Vorfeld planten wir die Boote am Kanu-Campingplatz „Am Röblinsee“ zu buchen. Auf Grund der hohen Ausleihgebühren (pro Tag 30 Euro) entschieden wir uns jedoch die benötigten Boote, Schwimmwesten, Paddel und Bootsanhänger vom Stadtjungendring Passau auszuleihen. Obwohl dies für uns zwar organisatorisch und logistisch sehr viel aufwendiger war, jedoch kostengünstiger (pro Tag 5 Euro, vgl. Anhang: Reservierungsbestätigung), nahmen wir den Mehraufwand gerne in Kauf. Vor der Reservierung verschaffte ich mir persönlich einen Überblick über den Zustand der Boote und Materialien, die uns vom Stadtjugendring zur Verfügung gestellt wurden. Ebenso forderte ich eine Preisliste vom Campingplatz „Am Röblinsee“ an, um einen Einblick über die aktuellen Preise zu bekommen, da dieser Campingplatz als Start- bzw. Endpunkt unserer Tour geplant war (vgl. Anhang: Informationsbroschüre).

 

Nach dem wir sämtliche Informationen und Preise gesammelt hatten, wurde ein konkreter Finanzierungsplan erstellt:


Finanzierungsplan

 

Material, das im Vorfeld über das Haus xy und durch Spendengelder finanziert wurde:

 

 

Packsäcke:

8 Stck. (60 Liter) á 18,95 Euro

= 151,60 Euro

Zelte: 

4 Stck. á 89,99 Euro

= 359,96 Euro

Trangia:

2 Stck. á 53,95 Euro

= 107,90 Euro

Batterien:

9 Stck. á 2,95 Euro

=   26,55 Euro

Summe 

    646,01 Euro

 

 

Der Freundeskreis (Förderverein) des Haus xy unterstützte unser erlebnispädagogisches Projekt mit weiteren 1000,00 Euro.

 

Diese Summe wurde verwendet für:

 

 

Campingplatz

1 Kind á 4 Euro x 2 Übernachtungen

= 8,00 Euro

inkl. Zeltplatz:

7 Jugendliche á 7 Euro x 2 Übernachtungen

= 98,00 Euro

2 Erwachsene á 7 Euro x 2 Übernachtungen

= 28,00 Euro

Stellplatz für Busse und Anhänger:

2 Busse á 2 Euro x 6 Nächte

= 24,00 Euro

Ausleihgebühr für    
Boote, Paddel und
Schwimmwesten

5 Boote (Canadier) á 5 Euro x 7 Tage                

= 175,00 Euro

Benzinkosten:

1 Busse á 75 Liter; Preis pro Liter 1,15 Euro; Strecke ca. 800 km (einfach); Verbrauch pro 100 km ca. 10 Liter
= 92,00 Euro pro Bus á 800 km x 2
= 184,00 Euro (Hin- u. Rückfahrt)
= 184,00 Euro x 2 Busse

= 368,00 Euro

Summe: 

701,00 Euro

 

Die Versorgung mit Lebensmittel wurde über das Essensgeld finanziert:


 
Pro Jugendlicher á 4 Euro am Tag
(für Frühstück, Mittag- u. Abendessen

= Tagessatz)  x 9 Jugendliche x 7 Tage                                                   252,00 Euro

 

Die zusätzlichen Kosten für Organisatorisches (Müllsäcke, Filme, Hygieneartikel usw.) wurden über die Pauschale aufgebracht.

 

 

4.3. Planung der Sicherheitsvorkehrungen

 

Des weiteren erstellten wir eine Medikamentenliste mit genauer Dosierung und Notfallmedikamente, welche für die einzelnen Jugendlichen notwendig gewesen sind (vgl. Anhang: Medikamentenliste).

 

Durch meine Ausbildung als  VDKS Kanuguide/Kajakguide (vgl. Anhang: Zertifikat) besitze ich die notwendigen Kenntnisse bzw. Erfahrungen über die Sicherheitsstandards auf dem Wasser. Dies beinhaltet u. a. Rettungsschwimmerabzeichen (vgl. Urkunde), aktive und passive Rettungsmethoden einschließlich Gefahren des Ertrinkens auf offenem Wasser, Paddeltechniken, Erste-Hilfe-Ausbildung, Vorfahrtsregeln bzw. Rangordnung auf Binnengewässer, Wetterkunde usw. Trotz meiner Vorkenntnisse war mir meine projektspezifische persönliche Vorbereitung sehr wichtig: Grundlage hierfür waren Lehrgangsunterlagen vom Verband Deutscher Kanuschulung (vgl. Anhang: Auszug aus Lehrgangsunterlagen) und das Buch „Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik“ (vgl. 2003 Perschke, Peter Flosdorf u.a.). Die im Anhang beigelegten Auszüge beschreiben u. a. alle wichtigen Themenbereiche, die bei einer Gruppenunternehmung auf dem Wasser notwendig und abzuklären sind.

 

Im Anschluss daran ging es um die Ausarbeitung und Planung unserer Vorbereitungstreffen, die im Punkt 4.4. genauer beschrieben werden.

 

 

4.4. Vorbereitungseinheiten mit der Gruppe

 

 

4.4.1. Vorstellung des Projektrahmens

 

Die Jugendlichen wurden eine Woche vor der ersten Einheit im wöchentlichen statt findenden Gruppengespräch darüber informiert, dass am 19.04.2007 unser erstes Vorbereitungstreffen stattfinden werde. Zusätzlich wurde eine Einladung auf der Gruppe ausgehängt, um die Jugendlichen einerseits an das bevorstehende Treffen zu erinnern und andererseits um  Verbindlichkeiten zu schaffen.

 

Für dieses erste Vorbereitungstreffen standen folgende Zielsetzungen im Mittelpunkt:

 

•  Neugierde wecken

•  Ängste/Befürchtungen abbauen

•  Klarheit schaffen

 

Zu Beginn der Einheit wurden die Gruppenmitglieder von Hr. Stockinger und mir willkommen geheißen und im weiteren Verlauf über die Inhalte unseres gemeinsamen Projekts informiert. Dabei wurde von den folgenden „W-Fragen“ ausgegangen, deren Antworten mit Flipchart und Karte verdeutlicht wurden:

 

1. Wann findet unsere Tour statt?

2. Wie lange dauert das Projekt?

3. Wo/in welchen Gebiet findet es statt?

4. Mit welchen Medium/mit was (Begrifflichkeit erklären: Kanu, Canadier und Kajak)

5. Warum/mit welchem Hintergrund/Ziel findet das Projekt statt?

6. Rolle der Leiter

 

Bei der Beantwortung der Fragen war es wichtig, dass die Jugendlichen durch die aktive Teilnahme an der Gestaltung der Plakate in den Ablaufplan miteinbezogen wurden.

 

Im Anschluss daran wurde Raum für Fragen, Ängste und Befürchtungen gegeben. Hieraus entnommene Inhalte wurden schriftliche fixiert und dienten als ein Grundstein für den späteren gemeinsam zu beschließenden Vertrag.

 

Zum Abschluss suchte sich jeder Jugendliche einen Gegenstand aus der Natur aus und durch das anschließende Legen der Materialien entstand ein Gruppensoziogramm.

 

Die gemeinsam erstellten Plakate wurden auf der Gruppe aufgehängt und der Termin mit inhaltlichen  Ausblick auf das nächste Treffen bekannt gegeben.

 

Materialien:

 

- Flipchart                             
- Plakate                                
- Farbige Stifte
- Zettel
- Kartenmaterial
- Bilder
- Kamera/Foto

 

 

4.4.2. Gemeinsame Projektplanung

 

Inhalt des zweiten Treffens am 26.04.07 war die konkrete Tourenplanung. Hierbei ging es um die Themen Kartenkunde/Streckenübersicht, Gruppeneinteilung, Erstellen der Materialliste und Essenslisten.

 

Zielsetzungen dabei waren:

 

•  Sicherheit schaffen durch das Geben von wesentlichen, tourspezifischen Informationen

•  Verbindlichkeiten schaffen

•  Förderung lebenspraktischer Fertigkeiten

•  Meinungen/Vorschläge anderer akzeptieren und ernst nehmen lernen

•  Lernen sich in den Gruppenprozess einzubringen

•  Ängste/Befürchtungen ernst nehmen

 

 

Kartenkunde/Streckenübersicht:

 

Zunächst war es für mich wichtig, den Jugendlichen Start- und Zielpunkte unserer Tour auf der Karte zu zeigen. Dabei wurden wichtige Elemente der Kartenkunde besprochen. Zur Verdeutlichung der vorgegebenen Etappenziele bekam jeder Teilnehmer den betreffenden Kartenausschnitt ausgehändigt. Anhand dieser wurden die Rahmenbedingungen der jeweiligen Tourentage besprochen (vgl.  Punkt 5 „Praktische Durchführung“).

 

 

Gruppeneinteilung:

 

Bereits im Vorfeld führte ich mit zwei der Jugendlichen (M.P. und P.H.) ein ausführliches Gespräch über das Thema Bootseinteilung. Da gerade diese Jugendlichen eine Außenseiterrolle auf der Gruppe einnehmen und körperlich viel schwächer als der Rest der Gruppe sind war mein Vorschlag, dass dies bei der Einteilung der Boote von der Gesamtgruppe berücksichtigt werden muss. Gleichzeitig sollten sich jedoch die Beiden Gedanken, Aufgaben, Stärken/Ressourcen überlegen, welche sie für die Gruppe bzw. zum Gelingen der Tour beitragen könnten. Somit blieb der Gruppe noch genügend Spielraum für eigene Entscheidungen und Lösungsstrategien z. B.:

 

•  Ein „Schwächerer“ + ein „Stärkerer“ in einem Boot

•  Material wird auf „Stärkere“ Boote verteilt

•  Während der Tour werden die einzelnen Boote je nach Situation durchgewechselt

 

 

Erstellen der Material-, Pack- und Essensliste:

 

Im Anschluss daran ging es nun um die Erstellung der Materialliste/Essensliste. Hr. Stockinger und ich haben bereits im Vorfeld unsere beiden Listen erstellt um den Jugendlichen, wenn nötig, ein Beispiel vorlegen zu können. Ziel sollte jedoch schon sein, dass die Gruppe gemeinsam auf alle wichtigen Materialien kommt. Im Bezug auf die Essensliste blieb dann wiederum viel Spielraum für die Gruppe (je nach Einteilung). Im Vorfeld wurden die Jugendlichen informiert, dass jedem von ihnen 4 Euro pro Tag (Tagessatz) für Essen zur Verfügung steht. Der Gruppe blieb es nun selbst überlassen, wie sie planen möchten. Als weiterer informativer Hinweis wurde gemeinsam ein Rechenbeispiel gelöst (wie viel Geld steht einer Einzelperson für sieben Tage zur Verfügung, wie viel einer Gruppe von zwei oder mehr Personen). Anschließend vollzogen die Jugendlichen ihre Essensplanung für den besagten Zeitraum und fixierten sie auf Plakate, die zu den bisherigen gehängt wurden.

 

Materialien:

 

- Stifte
- Plakate
- Flipchart
- Zettel
- Vorbereitete Materialliste/Essensliste
- Kamera/Foto

 

 

4.4.3. Naturschutz/Ökologie und verbindliche Sicherheitsstandarte

 

Themenschwerpunkte unseres dritten Vorbereitungstreffen waren die Themen Ökologie und verbindliche Sicherheitsstandarte (Verhalten auf dem Wasser, bei Schleusen, Wehren, wichtige Schifffahrtssymbole und Zeichen für interne Kommunikation). Dabei standen insbesondere die folgenden Zielsetzungen im Fordergrund:

 

•  Verantwortungsgefühl für Natur/Umwelt wecken

•  Kennen lernen der wichtigsten Schifffahrtszeichen auf Binnenschifffahrtsstraßen

•  Sensibilisierung für Gefahren

•  Verbindliche Zeichen zur internen Kommunikation vereinbaren

 

Bereits im Vorfeld der Einheit suchte ich mir wichtige Symbole/Schifffahrtszeichen auf Binnengewässer heraus und vergrößerte diese. Im Anschluss kopierte ich sie zwei mal und hatte so ein fertiges Memory-Spiel, das wir zu Beginn der Sitzung spielten. So entstand ein spielerischer Bezug, der in einen gegenseitigen Austausch mündete und schließlich zur Klärung der Symbole führte.

 

Von dieser theoretischen Basis ausgehend, ergab sich die Notwendigkeit und die Frage nach Möglichkeiten der Verständigung untereinander auf dem Wasser. Die drei wichtigsten internen Zeichen zur Verständigung auf dem Wasser wurden deshalb gemeinsam besprochen:

 

1. In die Richtung, wo ich hinzeige, wird auch tatsächlich hingefahren!

2. Ausgestrechter Arm mit offener Handfläche = HALT!

3. Ausgestreckter Arm nach oben und dabei kreisender Zeigefinger = Päckchen packen bzw. alle kommen am vordersten Boot zusammen und halten sich aneinander fest

 

Anschließend sollten die Jugendlichen gemeinsam überlegen, welche Verhaltensregeln in einem Naturschutzgebiet am Wasser bzw. an Land wichtig sind (z. B. Schilf = Brutstätte für Vögel, Waldbrandgefahr, Müll muss außer auf Campingplätzen mitgenommen werden, Boote aus dem Wasser tragen wegen Uferböschung und Vegetation = nicht wahllos überall seine Spuren hinterlassen usw.).

 

Einer kurzen Zusammenfassung der erarbeiteten Inhalte durch die Jugendlichen folgte der Ausblick auf unser letztes Vorbereitungstreffen.

 

Material:

 

- Flipcharts
- Stifte
- Plakate
- Zettel
- Schifffahrtszeichen für Memory-Spiel
- Kamera/Foto

 

 

4.4.4. Vertrag, praktische Tipps für die Tour, Einkauf und Materialausgabe

 

Zentrales Anliegen des letzten Treffens vor Beginn unserer Tour war die Ausarbeitung eines  Vertrages sowie hilfreiche Tipps bzgl. des richtigen Packens, des Einkaufens und der Materialausgabe. Im Rahmen dieser Sitzung waren besonders folgende Zielsetzungen von tragender Bedeutung:

 

•  Verbindlichkeiten schaffen

•  Ängste/Befürchtungen/Unsicherheiten abbauen und Sicherheit schaffen

•  Förderung im lebenspraktischen Bereich

 

In einer gemeinsamen Runde hatte nun jeder Beteiligte die Möglichkeit, all jene Dinge anzusprechen, die aus seiner Sicht für ein gutes Gelingen der Tour wichtig waren. Diese Inhalte wurden gemeinsam intensiv besprochen und unter Oberbegriffen zusammen gefasst. Letztere schrieben die Jugendlichen anschließend mit einem wasserfesten Stift auf ein Laken und bestätigten u.a. damit deren Akzeptanz mit ihrer Unterschrift, wodurch der verbindlich Charakter visualisiert wurde. Der auf das Laken fixierte Vertrag konnte nun zu einem ständigen Begleiter unserer Tour werden, auf dessen Inhalt unterwegs immer wieder Bezug genommen werden konnte (z.B. in Reflexionsrunden oder im Rahmen der Konfliktaufarbeitung).

 

Da ein Teil der Jugendlichen kaum auf mehrtägige Tourenerfahrung zurückgreifen konnte, war es mir vor dem Einkauf der Lebensmittel wichtig, ihnen hilfreiche Tipps hinsichtlich des Packens sowie der Handhabung bestimmter Materialien anzubieten (Volumen des Packsacks, Packtechnik, Möglichkeiten des Kochens mit dem Trangia usw.).

 

Anschließend war es an der Zeit, die nötigen Lebensmittel einzukaufen. Mit unseren hauseigenen Bus machten wir uns auf den Weg in die nahegelegene Ortschaft Hutthurm, um Essen und ausstehende Hygieneartikel zu besorgen.  Dazu wurde jedem Einzelnen im Vorfeld sein zur Verfügung stehendes Budget ausgezahlt, das er für sieben Tage zur Verfügung hatte.

 

Nach unserer Rückkehr auf die Gruppe wurde die Materialausgabe zum zentralen Thema: Alle benötigten Materialien wurden im Vorfeld von meinen Kollegen auf die Gruppe, in  einen dafür extra umfunktionierten `Materialraum´, gebracht. Hier wurde jedem Jugendlichen eine Materialliste und eine Packliste ausgehändigt. An Hand dieser Liste wurde nun das benötigte Material für jeden zusammengestellt. Den Erhalt der Materialien bestätigten die Jugendlichen mit ihrer Unterschrift ebenso wie den Hinweis, dass fahrlässig oder mutwillig beschädigte Gegenstände durch das eigene Taschengeld ersetzt werden müssen.

 

Die fertig gepackten Sachen wurden anschließend bis zur Abreise in den dafür umfunktionierten Materialraum gelagert.

 

Materialien:

 

- Laken
- Wasserfeste Stifte
- Geld für Einkauf
- Materialliste
- Packliste
- Trangia/Packsäcke usw. als Anschauungsmaterial
- Kamera/Foto

 

 

 

5. Praktische Durchführung

 

Planungsschwerpunkte sind auch für die praktische Durchführung das Schaffen von Sicherheit durch eine Eingewöhnungszeit im neuen Umfeld, mit dem Medium und den hiermit verbundenen Aufgaben. Erst dann folgt schrittweise die Steigerung der Eigenverantwortlichkeit. Deshalb sind für die ersten Tage Etappenziele vorgegeben und notwendige Unterstützung – soweit nötig – eingeplant. 

 

 

5.1. Tagesplanung im Einzelnen

 

1. Tag, 28. Mai 07

 

Zeit Ablauf Methoden Materialien (untereinander)

 

6.00 Uhr 
Abfahrt vom Haus xy  
Die Busse werden bereits am 27.05.07 mit den Jugendlichen eingeräumt und abfahrtsbereit gemacht.

 

Ca. 16.00 Uhr 
Ankunft am Campingplatz „Am Röblinsee“ 
Anmeldung an der Rezeption, Einholung der Platzregeln, Materialverteilung an die Jugendlichen und Aufbau der Zelte. 

 

Ca. 18.00 Uhr 
Sicherheitsgespräch 
Die im Vorfeld besprochenen Sicherheitsregeln (vgl. Vorbereitungstreffen) werden kurz umrissen: Jeder Jugendliche wird auf Richtigkeit und Vollständigkeit seiner Ausrüstung kontrolliert. Platz für offene Fragen und Ängste geben.   
Canadier, Paddel, Schwimmwesten, Wurfsack

 

Ca. 18.30 Uhr 
Warming-up 
Paddel Hipp Hopp (Kooperative Abenteuerstpiele 2/ S. 90)
(Spiel wurde auf Paddel umgeändert) 
Paddel, Schwimmwesten

 

Ca. 18.40 Uhr 
Übungen und Spiele auf dem See zur:
- Paddelgewöhnung (Verschiedene Techniken ausprobiere, z. B. Bogenschlag, Ziehschlag, Konterschlag)
- Wassergewöhnung (z. B. T-Bergung üben, gekenterten Kanadier von vorne nach hinten abtauchen, unter dem Boot durch tauchen usw.)
- Bootsgewöhnung (Süllrandsitzen, im Boot Knien, Positionswechsel, Wasserrugby)

 

Ca. 20.00 Uhr
Umziehen  

 

Ca. 20.15 Uhr 
Kochen und Abendessen 
Einteilung nach Kochgruppen wie vereinbart (vgl. Vorbereitungstreffen)
Trangia, Spiritus, Essen

 

Ca. 21.30 Uhr
Reflexion  „Caesars Daumen/ Punkteblitzlicht“: „Wie hat mir der Tag gefallen?“ (vgl. KAP Einführungskurs, S. 70) 
Vertrag, Logbuch, Ausblick 
Kurze Absprache, wie der morgige Tag verlaufen soll (vgl. kooperative Abenteuerspiele 1, S. 161) 

 

Ca. 22.15 Uhr 
Zeit für eigene Bedürfnisse   

 

Da der weitere, tatsächliche Verlauf unserer Tour von der Leistungsfähigkeit der Gruppe und von den jeweiligen, sich entwickelnden Gruppenprozessen abhängig sein wird, sind alle Planungsinhalte der folgenden Tage auf das wesentliche reduziert und haben zeitlich und örtlich keine Verbindlichkeit. Feststehende Bestandteile bleiben jedoch die Morgenrunden (Befindlichkeitsrunde), Raum für offene Fragen, Ängste, Befürchtungen und Änderungsvorschläge, die Abfahrtszeit sowie tägliche Reflexionsrunden.  
Neben den genannten Befindlichkeitsrunden wird die Stimmung Einzelner und der Gruppe stets im Fokus der Betrachtung liegen, damit gewonnene Eindrücke während den Reflexionsrunden thematisiert werden können.

 

Ein mitgeführtes Logbuch ermöglicht zudem jedem, täglich eigene Gedanken aufzuschreiben. Die Eintragung sind jedoch – im Gegensatz zu den Reflexionsrunden - freiwillig.   

 

Im Rahmen der Reflexionsrunden wird zudem täglich die Einhaltung des gemeinsam entwickelten Vertrages hinterfragt (vgl. Punkt 4.2.4.): Hierzu wird der Inhalt und die Verbindlichkeit (Unterschriften) mit Hilfe des beschriebenen Lakens verdeutlicht und Anlass für den Austausch. 

 

 

2. Tag, 29. Mai 07

 

Zeit Ablauf Methoden Materialien (untereinander)

 

Ca. 7.00 Uhr 
Frühstück am Campingplatz „Am Röblinsee“
Essen, Trangia

 

Ca. 8.00 Uhr  
Packen
Zelte abbauen
Materialien u. sonstiges einpacken
Müll entsorgen
Boote beladen ...logisch, oder?

 

Ca. 09.00 Uhr 
Treffen an der Einsatzstelle 
Befindlichkeitsrunde: „Wetterkarte“ (modifiziert) (vgl. Kooperative Abenteuerspiele 1, S. 173) ggf. Konfliktbearbeitung
Wiederholung der drei wichtigsten Kommunikationszeichen auf dem Wasser
Überprüfung der Schwimmwesten 

 

Ca. 09.30 Uhr 
Abfahrt 
Canadier fahren
Zur Wegfindung stehen so viele Fragen wie notwendig zur Verfügung 
Boote, Paddel, Schwimmweste, Trinkwasser, sowie sämtliches Material für 5 Tage

 

Ca. 11.30 Uhr 
Mittagspause
Essen, abh. von den jeweiligen Bedürfnissen 
siehe oben

 

Ca. 12.30 Uhr 
Fortsetzung der Fahrt
(weitere Pausen bestimmt die Gruppe) 
Paddeln
Zur Wegfindung stehen so viele Fragen wie notwendig zur Verfügung
siehe oben

 

Ca. 18.00 Uhr 
Ankunft am Biwakplatz 
Boote sichern, bzw. an Land bringen
Besichtigung der Örtlichkeit
Festlegung der Zeltplätze und des Raucherplatzes
Ausladen der Boote
Aufbau der Zelte und auspacken
siehe oben

 

Ca. 19.00 Uhr 
Abendessen 
Kochen und essen, je nach Kleingruppe variabel (vgl. Vorbereitungstreffen: Gruppeneinteilung, Speiseplan)
Abspülen, aufräumen
siehe oben

 

Ca. 20.00 Uhr  
Reflexion
„Momentaufnahme“ (vgl. Kooperative Abenteuerspiele2, S. 167) modifiziert:
Soziogramm durch Aufstellung
Evt. pantomimisch: Zeige  wie es dir geht/ wie es dir zu diesem Zeitpunkt gegangen ist/ ...
Vertrag, Logbuch

 

Ca. 21.00 Uhr 
Zeit für eigene Bedürfnisse   
Evt. Lagerfeuer

 

 

3. Tag, 30. Mai 07

 

Zeit Ablauf Methoden Materialien (untereinander)

 

Ca. 7.00 Uhr 
Frühstück Biwackplatz
Essen, Trangia

 

Ca. 8.00 Uhr  
Packen
Zelte abbauen
Materialien u. sonstiges einpacken
Müll entsorgen
Boote beladen

 

Ca. 09.00 Uhr 
Treffen an der Einsatzstelle 
Warming-up: „Impulse“ (vgl. Kooperative Abenteuerspiele 1,  S.60)
ggf. Konfliktbearbeitung
Nochmaliges Abfragen der drei wichtigsten Kommunikationszeichen auf dem Wasser
Überprüfung der Schwimmwesten 

 

Ca. 09.30 Uhr 
Abfahrt 
Canadier fahren

Fragenkontingent wird auf Leistungsstand der Gruppe abgestimmt 
Boote, Paddel, Schwimmweste, Trinkwasser, sowie sämtliches Material für die Tour

 

Ca. 11.30 Uhr 
Mittagspause
Essen, abh.von den jeweiligen Bedürfnissen 
siehe oben

 

Ca. 12.30 Uhr 
Fortsetzung der Fahrt
(weitere Pausen bestimmt die Gruppe) 
Paddeln
Fragenkontingent wird auf Leistungsstand der Gruppe abgestimmt
siehe oben

 

Ca. 18.00 Uhr 
Ankunft am Biwakplatz 
Boote sichern, bzw. an Land bringen
Besichtigung der Örtlichkeit
Festlegung der Zeltplätze und des Raucherplatzes
Ausladen der Boote
Aufbau der Zelte und auspacken
siehe oben

 

Ca. 19.00 Uhr 
Abendessen 
Kochen und essen, je nach Kleingruppe variabel (vgl. Vorbereitungstreffen: Gruppeneinteilung, Speiseplan)
Abspülen, aufräumen
siehe oben

 

Ca. 20.00 Uhr  
Reflexion: „Autoritätsreihe“ (vgl. Kooperative Abenteuer- spiele 1, S. 172)
Besprechung des nächsten Tages 
Vertrag, Logbuch

 

Ca. 21.00 Uhr 
Zeit für eigene Bedürfnisse   
Evt. Lagerfeuer

 

 

4. Tag, 31. Mai 07

 

Zeit Ablauf Methoden Materialien

 

Zeitpunkt bestimmt am Abend zuvor die Gruppe 
Frühstück Biwackplatz
Essen, Trangia

 

Ca. 11.00 Uhr
Interaktionsspiel: „Menschliche Pyramide“ (vgl. Praktische Erlebnispädagogik, S. 127)
Reflexion: Offener Austausch über das gerade Erlebte 

 

Ca. 12.00 Uhr
Mittagessen 
Essen, Trangia,

 

Ca. 13.30 Uhr
Spiele auf dem Wasser:  
Wie viele passen auf ein Boot ?
Kanupolo
Katz und Maus
Ritterspiele
(vgl. VDKS Schulungs- unterlagen, S. 19)
Platz für eigene Ideen lassen!!! 
Canadier, Paddel, Schwimmwesten, Badesachen

 

Ca. 15.30 Uhr
Pause
Essen, abh. von den jeweiligen Bedürfnissen 
Essen je nach Bedarf


Ca. 16.30 Uhr
Problemlöseaufgabe 
„Zeltbau“ (vgl. Praktische Erlebnispädagogik, S. 163)

Im Anschluss sofort ein Standogramm bilden lassen mit der Frage: “Wie hat die Gruppe zusammengearbeitet?“
Reflexion „Meine Rolle“ (vgl. Praktische Erlebnispädagogik, S. 197) 
Verpacktes Zelt, Augenbinden, Vertrag

 

Ca. 18.15 Uhr 
Abendessen

Besprechung des nächsten Tages 
Kochen und essen, je nach Kleingruppe variabel (vgl. Vorbereitungstreffen: Gruppeneinteilung, Speiseplan)
Abspülen, aufräumen

Gruppe soll den Weg zum ersten Biwackplatz selber organisieren
Abfahrtsplan
Selbständiges Finden des Weges
Pausenplanung
Organisation auf dem Wasser 
siehe oben
Karte

 

Ca. 19.30 Uhr 
Zeit für eigene Bedürfnisse 
Evtl. Fußball, Feuerholz sammeln, Lagerfeuer 
Fußball, Feuerholz, Logbuch

 

 

5. Tag, 01. Juni  07

 

Für diesen Tag möchte ich bewusst keinen Ablaufplan erstellen, da ich zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht sagen kann, wie sich die Gruppe an diesem Tag organisiert.
Hr. Stockinger und ich werden während dieser Tagestour hauptsächlich die Rolle des Beobachters einnehmen und nur bei Verletzung der Sicherheitsregeln und Risiken (Schleusen usw.) eingreifen. Die von uns gemachten Eindrücke und Beobachtungen werden wir in unserer gemeinsamen Tagesreflexion mit einfließen lassen.

 

Ziel der Gruppe sollte an diesem Tag sein, dass wir alle gemeinsam bis spätestens 18.00 Uhr an unserem ersten Biwakplatz wieder ankommen. Sollte die Gruppe es bis zu diesem Zeitpunkt nicht schaffen ihr Ziel zu erreichen, muss nach geeigneten Lösungsmöglichkeiten gesucht werden (z. B. Wetterlage lässt es noch zu etwas weiter zu fahren, evtl. sogar mit Stirnlampen ? Höchste Aufmerksamkeit der Leitung, extra Sicherheitsregeln ausmachen! Oder nach anderen geeigneten Übernachtungsplätzen suchen).

 

Nach dem wir alle einen geeigneten Übernachtungsplatz gefunden haben (Thema Ökologie – nicht jeder Platz ist für eine Übernachtung geeignet!) und der Platz  eingerichtet wurde, findet je nach Kochgruppe, das Abendessen statt.

 

Im Anschluss daran erfolgt unsere Reflexion. Anhand unseres Vertrages soll der heutige Tag noch einmal genau analysiert werden („Wie war`s?“, vgl. Kooperative Abenteuerspiele 1, S. 166). Zum Abschluss soll sich jeder einen Gegenstand aus der Natur suchen und gemeinsam ein Gruppensoziogramm erstellen.

 

Als Ausblick für den kommenden Tag (letzter Tag auf dem Wasser) bleibt es der Gruppe überlassen, ob sie sich noch einmal selbständig organisieren möchten oder mit Hilfestellung der Betreuer. Der restliche Abend bleibt zur freien Verfügung.

 

 

Tag 6, 02. Juni 07

 

Ablaufplan wenn sich Gruppe nicht selber organisieren möchte

 

Zeit Ablauf Methoden Materialien (untereinander)

 

Ca. 5.00 
Aufstehen, evtl. kurz was frühstücken
Da heute zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Wasser gefrühstückt wird, bekommen sie entsprechende Hinweise um das benötigte Essen gut zugänglich einzupacken 
Essen, Trangia

 

Ca. 05.30  
Packen
Zelte abbauen
Materialien u. sonstiges einpacken
Müll entsorgen
Boote beladen

 

Ca. 06.15 Uhr 
Treffen an der Einsatzstelle
Befindlichkeitsrunde: „Zündhölzer“ (vgl. KAP Lehrgang Einführungskurs, S. 70)
ggf. Konfliktbearbeitung
Überprüfung der Schwimmwesten 

 

Ca. 06.30 Uhr 
Abfahrt 
Canadier fahren
Zur Verfügung stehendes Fragenkontingent wurde von der Gruppe bestimmt
Boote, Paddel, Schwimmweste, Trinkwasser, sowie sämtliches Material für die Tour

 

Ca. 08.30 Uhr
Frühstück auf dem Wasser
Päckchen packen und gemeinsames Essen auf dem Wasser 

 

Ca. 09.00 Uhr 
Fortsetzung der Fahrt
(weitere Pausen bestimmt die Gruppe) 
Paddeln
Fragenkontingent: siehe oben
siehe oben

 

Ca. 16.00 Uhr  
Ankunft am Campingplatz „Am Röblinsee“ 
Boote sichern, bzw. an Land bringen
Anmeldung an der Rezeption
Festlegung der Zeltplätze und des Raucherplatzes
Ausladen der Boote
Aufbau der Zelte 
siehe oben

 

Ca. 17.00 Uhr 
Abendessen 
Kochen und essen, je nach Kleingruppe variabel (vgl. Vorbereitungstreffen: Gruppeneinteilung, Speiseplan)
Abspülen, aufräumen
siehe oben

 

Ca. 18.15 Uhr  
Gemeinsamer Spaziergang nach Fürstenberg zum Eisessen
Gruppe wird eingeladen 
Geld

 

Ca. 20.15 Uhr 
Reflexion  
„Brief an mich selbst“
Jedes Gruppenmitglied soll sich einen Platz seiner Wahl suchen (jeder für sich allein) und seine positivsten Erinnerungen an die vergangene Woche aufschreiben bzw. Was habe ich persönlich für mich in dieser Woche mitgenommen, was möchte ich mitnehmen und in den Gruppenalltag übertragen, Platz für eigene Gedanken). Dieser Brief wird den Jugendlichen ca. 2 Monate nach der Tour wieder ausgehändigt.
Briefumschlag, Zettel, Stift

 

 

7. Tag, 03. Mai 07

 

Ca. 07.00 Uhr 
Gemeinsames Vorbereiten, Essen und Aufräumen des Frühstücks 
Jede Gruppe soll die Lebensmittel mit- bringen, die sie noch übrig hat 
Essen, Trangia

 

Ca. 08.30 Uhr 
Gemeinsames  Packen der Busse  
Sämtliches Material

 

Ca. 10.00 Uhr  
Abfahrt vom Campingplatz „Am Röblinsee“ 

 

Ca. 20.00 Uhr 
Ankunft im Haus xy, Gemeinsames Auspacken und Abendessen 
Abendessen wird im Vorfeld vom diensthabenden Erzieher vorbereitet 

 

 

5.2 Praktische Umsetzung

 

1. Tag, 28. Mai 07

 

Um die Gruppensituation einschätzen und ggf. formen zu können, bin ich bereits um 5 Uhr 15 auf der Gruppe angekommen. Hier artikulierten T.M. und G.B. Ängste und Befürchtungen. T. sagte mir, er habe Angst zu kentern. In diesem Zusammenhang berichtete er von einem früheren Bootserlebnis mit seiner Mutter. G.B., der bis dato seine spürbaren Ängste noch nicht formulieren konnte, lag angezogen in seinem Bett und wollte nicht aufstehen. Im Gespräch stellte sich heraus, dass er sich die Tour nicht zu traute und sein Können enorm herab setzte. Durch das intensive Einzelgespräch konnte ich den Jugendlichen soweit beruhigen, dass er bereit war, die Reise anzutreten. Der Rest der Gruppe war gut motiviert, so dass wir zum geplanten Zeitpunkt die Fahrt zum Röblinsee antreten konnten.

 

Die lang andauernde Busfahrt verlief unerwartet unproblematisch und harmonisch: Die Jugendlichen regelten eigenständig die Sitzpositionen und wechselten diese regelmäßig. Alle Beteiligten empfanden die Fahrt als sehr langwierig. Trotz dieser Belastung erachteten sie die große Distanz zum Heim als „cool“.

 

Bei starken Regen und Gewitter kamen wir mit einer Stunde `Verspätung´ am Zeltplatz an. Der weitere Verlauf entsprach den Planungsinhalten, jedoch mit veränderter Reihenfolge auf Wunsch der Gruppe: So wurde nach dem Abklingen des Gewitters zunächst gekocht, anschließend das Sicherheitsgespräch mit Bootseinweisung und Übungen auf dem Wasser durchgeführt, das in die Reflektionsrunde und in den Ausblick mündete (vgl. Punkt 5.1.). Bei der Reflektionsrunde gaben alle Jugendlichen eine sehr positive Rückmeldung, bis auf M.L. (vgl. Punkt 5.2.). Die Grundstimmung war auch am späten Abend harmonisch. Die verbleibende Zeit verbrachten die Gruppenmitglieder in Kleingruppen.

 

 

2. Tag, 29. Mai 07

 

In dieser Nacht gab es starke Gewitter und Regen. Die Gruppe fand sich pünktlich an der Einsatzstelle ein. Teilweise haben die Jugendlichen auf ein Frühstück verzichtet, da der Bedeutsamkeit der eigenen Pünktlichkeit Vorrang gegeben wurde. Die Morgenrunde fand planmäßig statt: Alle Gruppenmitglieder signalisierten, dass es ihnen gut ging. Der Abfahrtszeitpunkt verschob sich von neun auf zehn Uhr. Die Bootsverteilung wurde unterwegs von der Gruppe eigenständig geändert, um den Vermögen Einzelner und den Bedürfnissen anderer gerecht werden zu können. Dies ist ihnen sehr gut gelungen, ebenso das Einhalten sämtlicher Sicherheitsregeln (Schleuse, Päckchen-Packen usw.).

 

Um zwölf Uhr fand die einstündige Mittagspause statt. Aufgrund eines aufziehenden Gewitters musste die Gruppe schließlich um 15 Uhr 30 schnellst möglich das Wasser verlassen. Auf einem Privatgrund wurden Mensch und Boot gesichert. Das auf dem Grundstück gelegene (Nobel-) Restaurant gewährte uns Unterschlupf, bis sich das Wetter wieder beruhigte. Um 16 Uhr 15 konnten wir unsere Tour Richtung Biwakplatz fortsetzen.

 

17 Uhr: Weltuntergang

 

Binnen weniger Minuten verfinsterte sich der Himmel und ein heftiges Unwetter mit starkem Hagelschlag (Eurogroß), eisigem Wind und Blitzeinschlägen auf dem Wasser zog auf. Schnellst möglich steuerten wir das Ufer an und zogen die Boote an Land. Die Gruppensituation war zu Beginn des Unwetters sehr angespannt und z.T. panisch, was durch fehlende Unterstellmöglichkeiten verstärkt wurde. Einzelne Gruppenmitglieder zeigten außerordentliche Angstreaktionen und verloren die Kontrolle über sich. Diese Situation begann sich etwas zu entspannen, als jeder Körperkontakt zum anderen suchte, um sich zu wärmen und den Körper vor den niederprasselnden Hagel zu schützen. So standen Betreuer und Jugendliche über 45 Minuten mit intensivsten Körperkontakt sich haltend zusammen, bis sich das Unwetter beruhigte.

 

Das offensichtliche Ergebnis dieser Heimsuche waren mit Wasser voll gelaufene Boote, nasse Kleidung, durchnässte Schlafsäcke, Zelte und die Vermutung, dass durch den Hagel erhebliche Schäden am Material entstanden sein könnten – sowie extrem durchgefrorene Jugendliche. Deshalb traf ich die Entscheidung, einen nahegelegenen Campingplatz anstelle des Biwakplatzes anzufahren, wobei hier der Gruppe die Mitsprache vorenthalten wurde. 

 

Nach einer kurzen Rückfahrt zum Natur-Campingplatz am Großen Pälitzsee luden wir die Boote aus, entleerten sie und bauten die Zelte auf. Ein Ersatzzelt erwies sich als dringend notwendig. Auffällig war, dass sich die Gruppe erstmalig beim Aufbau der Zelte gegenseitig unterstütze und Kleidung untereinander verliehen wurde, da der Bestand trockener Kleidung auf ein Minimum reduziert war. Auch die Kochgruppen lösten sich auf und es entstand eine gemeinsame Großkochgruppe.

 

Um 21 Uhr 45 fand die Abschlussreflexion am Bootssteg statt: Alle Jugendlichen äußerten sich absolut positiv über den intensiven Zusammenhalt der Gruppe und das dadurch erfahrene Gefühl. M.L., der erhebliche Angstreaktionen während des Unwetters zeigte, verbalisierte diese hier vor der ganzen Gruppe. Im Gruppensoziogramm entstand erstmalig ein Bild der idealen Gruppe. 

 

Bevor stand eine Nacht, die für viele nicht nur durch nasse Kleidung und Schlafsäcke beeinträchtigt wurde, sondern auch durch außerordentlich niedrige Außentemperaturen. (vgl. Punkt 6)

 

 

3. Tag, 30. Mai 07

 

Ursprünglich geplant war für diesen Tag die Anfahrt eines Biwakplatzes am Tietzowsee. Durch die gestrigen unvorhersehbaren Vorkommnisse wurde entsprechend umdisponiert: Nach einer sehr kalten Nacht sammelten Hr. Stockinger, ich und die Jungs die nassen Kleidungsstücke und Schlafsäcke zusammen, um sie mit dem Trockner des Campingplatzes zu trocknen. Gemeinsam wurde in der Morgenrunde beschlossen, den für den gestrigen Tag als Etappenziel eingeplanten Biwakplatz anzufahren, um hier für einen weiteren Tag zu verweilen. Im Team wurde gepackt, worauf hin ein Warming-up folgte (11 Uhr).

 

Da es bis 14 Uhr dauerte, bis alle notwendigen Teile getrocknet waren, vertrieb sich die Gruppe die Restzeit mit Fußball, Mittagessen und anderen Spiele. Um 14 Uhr starteten wir Richtung Biwakplatz mit guter Stimmung und trockener Kleidung, wo wir ca. nach einer Stunde ankamen. Die Fahrt selbst genossen die Jugendlichen sehr. Am Biwakplatz organisierte sich die Gruppe selbst: Sie vollzogen einen Material-Check, richteten einen Raucherplatz und einen Donnerbalken ein und bauten ihre Zelte auf.

 

M.L. äußerte schließlich den Wunsch, eine eigene Reflektionsrunde mit dem Namen „Erfahrungspunkte sammeln“ zu gestalten, die er vor jener von mir geplanten Abschlussreflexion einbrachte.

 

Bei der von mir gestalteten Tagesabschlussreflexion „Autoritätsreihe“ positionierten sich alle auf einer Ebene, bis auf P.H. und M.L., der die vorherige Reflexion sehr gut und mit voller Anerkennung anleitete. Anschließend wurde anhand des Vertrages eruiert, welche im gemeinsamen Vertrag fixierten Punkte eingehalten wurden und an welchen noch gearbeitet werden muss.

 

Zum Schluss fand noch der Ausblick für den nächsten Tag statt. Gemeinsam entschied die Gruppe den morgigen Tag am Biwakplatz mit Spielen am Wasser  „rund ums Boot“ zu gestalten. Die verbleibenden Stunden verbrachten wir mit Spielen, Kenterübungen auf dem Wasser, mit Angeln, Holz für Lagerfeuer sammeln und am Lagerfeuer sitzen. Am Lagerfeuer wurden auch P.H. und M.P. in die Gruppe integriert: Teilweise massierten sie den Rücken anderer, wurden selbst massiert und am Feuer gewärmt. D.H. trug M.P. zum Zelt.  Mit D.M., P.H. und M.P. fuhr ich im Dunkeln auf ihren Wunsch hin aufs Wasser. Alle genossen die Ruhe und die besondere Stimmung. Teilweise saßen wir ganz still im Boot, schlossen die Augen und lauschten auf die Geräusche um uns herum.   

 

 

4. Tag, 31. Mai 07

 

Dies war ein Tag, der im Groben vom geplanten Ablauf  kaum abwich:

 

Bis 11 Uhr hatten alle Beteiligten gefrühstückt, so dass wie geplant mit dem ersten Interaktionsspiel begonnen werden konnte, die „Menschliche Pyramide“. Diese Aufgabe löste die Gruppe ohne Probleme, unter Einbezug eines Jeden innerhalb fünf Minuten. Anschließend diskutieren sie über weitere Lösungsmöglichkeiten.

 

Aufgrund des starken Windes wurden die für 14 Uhr vorgesehenen Spiele auf dem Wasser zurückgestellt, und die Problemlöseaufgabe „Zeltbau“ vorgezogen: Schnell konnte die Gruppe anfänglichen Unmut hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades der Aufgabe überwinden. Wieder sammelten sie gemeinsam verschiedene Lösungsmöglichkeiten, entschieden sich nach nur fünf Minuten Besprechungszeit die verschiedenen Aufgaben zu verteilen und Kleingruppen zu bilden. Nach weiteren fünfzehn Minuten stand das Zelt hervorragend.

 

Das abschließende Standogramm spiegelte den graduellen Zusammenhalt und –Arbeit wieder: Alle Jugendlichen positionierten sich kreisförmig.

 

Danach fand bis 16 Uhr die Tourenplanung der Gruppe für den nächsten Tag statt (vgl. Punkt 5.1). Der Gesprächsverlauf fand stets unter Einhaltung grundlegender Gesprächsregeln statt, die Bootsverteilung wurde neu geregelt: z.B. sollte  M.L. entlastet werden und auch einmal mit einem Stärkeren fahren können. Abfahrtszeitpunkt wurde auf 07.37 gelegt, der erste Stopp  am Campingplatz des Vortages geplant, um hier die Wasservorräte auffüllen zu können. Für den weiteren Verlauf wurden zwei Pausen eingeplant mit je 30 Minuten. Der von ihnen festgelegte Zielpunkt war der Biwakplatz am Ziernsee.

 

Die Zeit bis 17 Uhr verblieb zur freien Gestaltung. Hier angelte die Hälfte der Gruppe, um für alle Steckerlfische zu fangen. Es folgten ab 17 Uhr die Spiele auf dem Wasser, die analog der Planung durchgeführt wurden. Ab 18 Uhr kochten die Jugendlichen je nach Bedürfnis, angelten weiter oder sammelten Holz für das Lagerfeuer.

 

Dieser Tag erwies sich als sehr bedeutsam, um intensive Einzelgespräche mit den Jungs zu führen, besonders G.B. und T.M. suchten immer wieder Kontakt zu uns Betreuern. Der Tag verlief sehr harmonisch.

 

 

5. Tag, 1. Juni 07

 

M.P. und P.H., die Jüngsten und Schwächsten der Gruppe, waren bereits um sechs Uhr wach und fingen an zu packen. Sie waren die Ersten, die fertig waren. Beide halfen anschließend der Restgruppe beim Packen. Die gesamte Gruppe arbeitete dabei relativ schnell. G.B. nahm sich freiwillig um das Aufräumen des Biwakplatzes an. Aufgrund der Aufräumarbeiten verzögerte sich die Abfahrtszeit um 30 Minuten. Während der Tour kam es zu einem größeren Konflikt zwischen M.P. und der Restgruppe, da dieser mit einer weiteren Bootseinteilung nicht einverstanden war. Zwischenzeitlich fanden heftige gegenseitige Beschimpfungen statt. Letztlich entschied sich die Gruppe, dass M.P. seinen „Sturkopf“ durchsetzen solle. Das unsoziale Verhalten von M.P. wurde nachdrücklich durch z.T. verletzende Kommentare während der Tour bewertet. G.B. nahm sich im Laufe der weiteren Fahrt um P.H. an und fuhr die Restzeit mit ihm im Boot. Um 14 Uhr 30 kamen wir am Biwakplatz an. Umgehend wurden die Zelte aufgebaut und gekocht. Am Spätnachmittag fand die Abschlussreflexion „Wie war´s?“ mit anschließenden Soziogramm statt. Mit fortschreitender Reflexion verbesserte sich die Stimmung wieder und nahm schließlich einen harmonischen Ausklang. Jeder Einzelne war in der Lage, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen und anderen eindeutige, nicht verletzende Rückmeldungen zu geben. Das Soziogramm entsprach wieder fast jenem einer idealen Gruppe: Bis auf M.L. legten alle ihren gefundenen Gegenstand in die Mitte.

 

Anschließend wurde der gemeinsame Ausblick für den kommenden Tag geformt. Auf Wunsch der Gesamtgruppe verlief die Planung des letzten Tourtages gemeinsam mit Betreuern und Jugendlichen. Der restliche Abend stand den Jugendlichen zu ihrer freien Verfügung. Am Lagerfeuer war notwendiger Raum für Gespräche mit den Jugendlichen.

 

 

6. Tag, 2. Juni 07

 

Nach dem Frühstück um 9 Uhr 30 fand die Morgenrunde „Zündhölzer“ mit dem Fazit – gute Stimmung, jeder wünschte sich einen letzten guten Tag ohne Reibungen und ohne Streiterein – statt. Die am Tag zuvor geplante Abfahrt verspätete sich um ca. 30 Minuten, da der Biwakplatz noch nicht fertigt aufgeräumt war. Die Bootsverteilung wurde wie am Vorbereitungstreffen vereinbart durchgeführt.

 

Um 13 Uhr kamen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour an. Tatsächlich verlief die gemeinsame Fahrt ausgeglichen und entspannt. Nach der Ankunft wurden die Boote entladen und die Zelte aufgebaut. Um ca. 14 Uhr 30 gingen wir dann alle gemeinsam nach Fürstenberg, um dort Grillfleisch und Proviant für den Abend und die Autofahrt zu besorgen. Vor dem Grillen schrieben die Jugendlichen als abschließende Reflexion einen Brief an sich selbst. Anschließend wurde gemeinsam gegrillt und gegessen. Die Restzeit verblieb der Gruppe zur freien Verfügung. Diese Zeit nutzten einige um Dinge, die sie nicht mehr brauchten zu packen, andere reinigten die Boote und wieder rum andere legten sich bereits am frühen Abend schlafen.

 

Auszug aus dem Lockbuch: „22 Uhr: Gemütlicher Ausklang bei kalten Temperaturen, Nieselregen und Stirnlampenleuchten. Prost, Franz!“  

 

 

7. Tag, 2. Juni 07

 

Alles verlief nach Plan: Wir kamen sogar 30 Minuten früher als angedacht im Haus xy an. Die Rückfahrt verlief wesentlich ruhiger als die Hinfahrt, da die meisten Jugendlichen Schlaf nachholten. Bei Ankunft im Haus packten wir gemeinsam die Busse aus, sortierten geliehenes Material bzw. reinigten dies zunächst, legten Zelte zum Trocknen aus, brachten schmutzige Wäsche in die Waschküche, reinigten die Busse, bauten die Sitze wieder ein, so dass alle anstehenden Aufräumarbeiten bereits an diesem Abend ihren Abschluss fanden. Anschließend aßen wir gemeinsam auf der Gruppe das von der Kollegin vorbereitete Essen.

 

 

 

6. Nachbereitung

 

Unter Nachbereitung werden in der vorliegenden Arbeit alle an die Tour anschließenden Treffen verstanden, die direkt mit dieser im Zusammenhang stehen. Damit wird eine klare begriffliche und folglich inhaltliche Unterscheidung zum Themenfeld Reflexion zu Grunde gelegt.

 

 

6.1. Nachbereitungstreffen der Leiter

 

Bereits am ersten Tag nach unserer Tour traf ich mich mit Hr. Stockinger, um die Tour und unsere Zusammenarbeit gemeinsam abschließend zu reflektieren. Wir kamen zu dem Konzens, dass wir sehr gut kooperierten und uns stets aufeinander verlassen konnten – also dem idealen Team sehr nahe waren. Aufgrund der erlebten Extremsituation am zweiten Tourtag wurde nachdrücklich deutlich, wie bedeutsam eine gute Zusammenarbeit für das positive Gelingen einer solchen Unternehmung war. Die gewonnene Vertrauensebene, welche uns die Jugendlichen entgegen brachten, aber auch die gute Stimmung, aller Widrigkeiten zum Trotz, bestärkte uns in der gewählten Rollenvorstellung eines Leiters. Bereits hier erklärte sich Hr. Stockinger bereit, sich an der weiteren erlebnispädagogischen Arbeit mit der Gruppe zu beteiligen. Mehr noch - er freut sich wie ich schon jetzt auf die nächste Tour.  

 

 

6.2. Nachbereitung auf institutioneller Ebene

 

Auf Gruppenebene

 

Die gesamten auf der Tour gewonnenen Eindrücke, Erfahrungen und Erkenntnisse wurden bei einem Klausurtag am 23.06.07 dem gesamten Team vorgestellt. Anschließend wurden in diesem Rahmen gemeinsam Wege erarbeitet, wie die begonnenen Prozesse im Alltag fortgesetzt werden können. Ferner habe ich den Stellenwert der Erlebnispädagogik auf unserer Gruppe – aber auch im Heimalltag thematisiert und einen bedeutsameren Stellenwert für unsere Arbeit auf der Gruppe angestrebt.

 

 

Auf Ebene des Freundeskreis

 

Zu einem Grillabend wurden die Vertreter des Freundeskreises eingeladen, ihnen das Bildmaterial und die gewonnenen Eindrücke der Tour gemeinsam mit den Jugendlichen näher gebracht. Es wurde sich nachhaltig bedankt, da ohne die finanzielle Unterstützung des Freundeskreises keine Umsetzung in diesem Rahmen möglich gewesen wäre.

 

 

Auf Ebene des Hauses xy

 

Auf vier Plakatwänden wurde im Eingangsbereich des Hauses eine Bildausstellung mit Kurzbeschreibung mit den Jugendlichen aufgebaut. Diese Ausstellung wird drei Monate dem Haus und seinen Besuchern erhalten bleiben. Sie dokumentiert unsere Arbeitsweise und die Leistung der Jugendlichen.

 

 

Auf Ebene der Leitung

 

Heimleitung und Pädagogische Leitung erhielten die schriftliche Ausarbeitung, die Präsentation sowie die Zusage, Auszüge hieraus ins Internet zu stellen, um das Haus noch deutlicher mit seiner erlebnispädagogischen Arbeitsweise darzustellen.

 

 

Auf Ebene des Jugendamts

 

Jeder Bezugsbetreuer nahm die auf der Tour gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in seine Zielsetzung auf, informierte das Jugendamt über Verlauf und Ergebnisse der Maßnahme.

 

 

Auf Ebene der Öffentlichkeit


Da im Freundeskreis wichtige Vertreter auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene vertreten sind, werde ich bei der kommenden Jahresversammlung das Projekt vorstellen und mich nochmals für die finanzielle Unterstützung bedanken.   

 

 

 

7. Reflexion

 

Eines der Kernstücke der Pädagogik ist das Reflektieren von Praxis. Es ist eine bestimmte Form der kognitiven Nachbereitung, durch deren Intensität sich Erlebnispädagogik (auch) von Freizeitmaßnahmen unterscheidet. So werden im folgenden Kapitel die getätigten  Beobachtungen mit den gesetzten Zielsetzungen für Leiter, die Gruppe und für jeden einzelnen Jugendlichen hinsichtlich der Zielerreichung und auffälliger Besonderheiten abgeglichen und Ableitungen für das weitere pädagogische Wirken gezogen. 

 

 

7.1. Reflexion der Vorbereitungstreffen

 

Die ausgewählten Inhalte erscheinen in diesem Umfang auch im Rückblick als wichtig und sinnvoll. Jedoch ist es für alle weiteren Projekte bedeutsam, mehr Zeit für die Vorbereitung einzuplanen. So hätten bei diesem Projekt sechs Vorbereitungstreffen mit kürzeren Einheiten gut getan, da die Jugendlichen durch Schule und Hausaufgabenzeit kognitiv vorbelastet sind.

 

Obwohl für diese Tour nicht notwendig, stelle ich mir die Frage in wie fern bereits in die  Planungsphase  gruppendynamische Elemente mit einfließen sollten. Bei meiner nächsten Tourenplanung werde ich dies prüfen.

 

 

7.2. Reflexion der praktischen Durchführung

 

Diese intensive, kleinschrittige Vorbereitungsarbeit hat sich absolut bewährt. Es traten keinerlei organisatorische Probleme vor- und während der Tour auf und ebenso wenig Probleme mit dem Material. Gerade aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse erachte ich diese Vorarbeit als essentiellen Baustein für das Gelingen der Tour.

 

Weiterer essentieller Baustein ist die Art und Weise des Umgangs mit den Jugendlichen. Wir lebten unsere Rolle als pädagogischer Partner der nicht nur beobachtet, sondern auch berät und begleitet - wenn es notwendig ist. In den Vorbereitungstreffen, aber besonders auf der Tour, zeigte es sich, wie viele Jugendliche ein unerwartet hohes Maß an Angst in sich tragen, die im gewohnten Alltag nicht offenbar wird. Besonders auf der Basis dieses Hintergrunds bekommt die Forderung Nachdruck, dass es die Aufgabe eines (Erlebnis-) Pädagogen ist, die Jugendlichen dort abzuholen wo sie stehen - sie also nicht unvorbereitet und schutzlos in das sprichwörtlich kalte Wasser fallen zu lassen.

 

Vielmehr geht es darum ihnen ein Mindestmaß an sicherheitsgebenden Strukturen anzubieten, die nach und nach abgebaut werden, um sie letztendlich in ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben zu  entlassen. So hat es sich bewährt, bei dieser ersten Gruppenerfahrung mit dem Kanadier, zunächst die Etappenziele vorzugeben und erst nach einer Eingewöhnungszeit einen Tag der Selbstplanung einzubringen.

 

Rückblickend auf diese Tour ist mir deutlich geworden, welche außerordentliche Rolle die Natur mit all ihren Unvorherbestimmbarkeiten und Extremen in der Erlebnispädagogik einnehmen kann: Das unvermittelt über uns hereinbrechende Unwetter brachte die Jugendlichen an die Grenzen ihrer psychischen und physischen Belastbarkeit. Diese Grenzerfahrung war der Wendepunkt unserer Tour. Sie initiierte tiefgreifende Erfahrung und setzte unglaubliche Gruppenprozesse frei.

 

Deshalb komme ich zum Schluss, meine Definition von Erlebnispädagogik um vier Wörter zu erweitern: Für mich macht sich Erlebnispädagogik nun zum Ziel, Menschen mit Hilfe eines durch Handlung initiierten Perspektivwechsels zunächst zu einer Grenzerfahrung und schließlich zu einer positiven Veränderung in Sichtweise, Einstellung und Verhalten zu verhelfen.

 

Auch deshalb bin ich der Auffassung, dass die Leiterperson im Vorfeld äußerst reflektiert ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten einschätzen muss. Sie muss abwägen, ob sie sich dem logistischen, körperlichen und psychischen Anforderungen einer Tour mit dem hier beschriebenen Umfang gewachsen fühlt. Eine Tour mit unseren Personalschlüssel setzt beim Leiter eine gewisse körperliche Belastbarkeit aber vor allem eine sehr gute Kenntnis des Mediums und der territorialen Gegebenheiten voraus. Mit dem Vermögen des Leiters steht und fällt eine Tour.

 

 

7.3. Reflexion mit Schwerpunkt Gesamtgruppe

 

Rückblickend ist festzustellen: Zu Beginn der Tourenplanung wurden nach eingehender Analyse der Gruppensituation Ziele für die Gesamtgruppe abgeleitet, die zur besseren Überschaubarkeit im Rahmen der folgenden Reflexion nun nochmals aufgeführt werden (vgl. Punkt 3):

 

•  Stärkung und Ausbau der Ressourcen

•  Anbahnung einer angemessen Selbst- und Fremdwahrnehmung

•  Ausbau des Bedürfnisaufschubs

•  Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls

•  Förderung eines sozial verträglichen Miteinanders

•  Auf- und Ausbau adäquater Problemlösestrategien

•  Auf- und Ausbau von adäquaten Konfliktlösungsstrategien 

 

Ein Ressourcenausbau im Bereich des Kanadierfahrens, der Organisation, der Selbstversorgung, der Selbstverantwortlichkeit – des gesamten lebenspraktischen Bereiches - wurde durch das tägliche Ritual des eigenverantwortlichen Essens, Aus- und Aufräumens gewährleistet. Dabei ergab sich die Notwendigkeit dieser im Alltag unbeliebten Aufgaben   aus der Unmittelbarkeit drohender Konsequenzen aus der Natur – nämlich nasser Kleidung, nasser Schlafsäcke, Frieren usw.

 

Durch die immer wieder kehrenden Befindlichkeits- und Reflexionsrunden am Morgen und am Abend konnte die Selbst- und Fremdwahrnehmung eines Jeden deutlich gestärkt werden, zumal hier die Gruppe als Regulativ fungierte.

 

Da das Gelingen der Gesamttour nur gemeinsam möglich war – aber auch durch das Wetter - musste jeder einzelne Bedürfnisse zurückstellen. Eigene Bedürfnisse wurden in ihrer Notwendigkeit hinterfragt und verloren an Bedeutung, angesichts des extremen Unwetters, das bei allen große Ängste auslöste. Aber auch ohne Unwetter hätte ein Umdenken statt gefunden, da die Jugendlichen die Tagesgestaltungen als erfüllend wahrnahmen und erkannten, dass „man auch ohne Alltagssachen gut leben kann, z.B. Elektrogeräte“ (Lockbuch, M.H.).  

 

Die graduelle Veränderung des Zusammenhalts auf der Tour beeindruckte nicht nur mich nachdrücklich: Durch  das Zusammenspiel des intensiven Naturereignisses und des in dieser und in späteren Situationen schützenden und bestärkenden Zuspruch und ehrlicher  Anerkennung erbrachter Leistungen seitens der Leiter, waren die Jugendlichen in der Lage, eine negative Situation positiv umzudeuten und entsprechend zu agieren:
„Heute war der Tag ziemlich anstrengend!! Am Anfang war das Wetter zwar voll schön, aber dann wurde es auf einmal dunkel und es hagelte sogar. Aber der Gruppenzusammenhalt, des hob i in den drei Jahrn wo ich da bin noch nie ghabt! Nacht, i bin müd!“ (Lockbuch, G.B.)

 

Visualisiert wurde das Gruppenzugehörigkeitsgefühl durch tägliche Soziogramme, die für sich sprechen (vgl. Punkt 5.1).

 

In den täglichen Befindlichkeitsrunden wünschten sich viele der Jugendlichen ein friedliches Miteinander auf dem Wasser und später auch auf der Gruppe. Meinen Beobachtungen entsprechend war dieser Wunsch bei den meisten so intensiv, dass sie bereit waren, eigene Interessen und Impulse zurück zu stellen. Durch die Reflexionsrunden waren alle in der Lage angemessen Konflikte aufzuarbeiten und damit positiv aufzulösen. Doch werden sie auch künftig auf solche angeleitete Hilfsmittel angewiesen sein. 

 

 

7.4. Reflexion mit Schwerpunkt auf einzelnen Jugendlichen

 

M.L.

 

war durchwegs im Gruppengeschehen anerkannt und gestaltete es aktiv mit – so inszenierte er auch eine eigene Reflexionsrunde, die allseits positives Feedback auslöste. Auffällig war jedoch, dass er stets bei den Soziogrammen sich von der Gruppe distanzierte und meist als einziger sich mit großer Distanz zum Rest positionierte. Zweimal wurde er von Gruppenmitgliedern dabei ins Zentrum gezogen, wogegen er sich nicht wehrte und dort mit den anderen verweilen konnte. Für dieses Verhalten bekam er ab den dritten Tag  von der Restgruppe negative Rückmeldung, der keine Verhaltensänderung folgte.

 

Auffallend war auch M.s Verhalten bei dem Unwetter: Hier zeigte er panikartige Angstzustände mit absoluten Kontrollverlust über Körperfunktionen, er ventilierte, zitterte, schrie und weinte. Durch ein Höchstmaß an körperlicher Nähe, Zuwendung und beruhigenden Zuspruch konnte sich der Junge während des anhaltenden Unwetters beruhigen. 

 

Diese beiden Verhaltensmodi können unterschiedlich gedeutet werden: Sicherlich verweisen sie jedoch auf ein außergewöhnlich geringes Selbstwert und auf ein entsprechend umfassendes emotionales Problem des Jugendlichen. Deshalb wurden diese Beobachtungen an den behandelnden Psychologen und das Team weitergegeben, mit Appell an den Bezugserzieher, die Zielsetzung für M. entsprechend zu überarbeiten. Als herausragende Ressourcen sind seine Fürsorge für Schwächere zu nennen und Ideenreichtum und Geschick soziale Zusammenhänge mit der Gruppe zu hinterfragen. Oppositionelles Verhalten zeigte er während der Tour in keiner Weise.

 

 

G.B.

 

Bei G. war zunächst auffällig, dass er mit großen Befürchtungen und Ängsten die Tour antrat. Diese konnte er jedoch erst am Morgen des Abreisetages äußern, als er sich zurück ins Bett legte, anstelle zum Bus zu gehen. Auch war er der einzige, der stets mit Schwimmweste auf das Wasser ging, auch dann, wenn die anderen, davon befreit wurden.

 

Das G. ein hohes Maß an Ängsten hat,  wurde zudem während des Unwetters deutlich, als er sich panikartig von der Gruppe entfernte und sich abseits der anderen zusammenkauerte. Nach intensivem Zureden und Eingehen auf den Jungen mit wohl dosierten Körperkontakt ging er mit zur Gruppe, integrierte sich, konnte Nähe zulassen und geben. Im Gegensatz zum bisherigen Gruppenalltag suchte G. ab dem zweiten Abend enorm die Nähe und den Gesprächsaustausch mit den Betreuern. Sehr reflektiert sprach er über Erlebtes und Allgemeines, ordnete die persönliche Bedeutsamkeit von Erfahrungen in sein Leben ein – auch in seine Zukunft. Mit seiner reflektierten Art und der Gabe, komplexe Zusammenhänge präzise in Worte zu kleiden, stabilisierte er die Gruppe.

 

 

T.M.

 

T. konnte erstmals am Morgen der Abfahrt seine Ängste vor dem Bootfahren mir gegenüber benennen. Für ihn waren die Übungen und Spiele zur Paddel, Wasser- und Bootsgewöhnung essentiell: Schnell konnte er seine Ängste abbauen. Er war schließlich am dritten Tag der einzige, der es wagte auf dem Süllrand einen Handstand zu machen. Das Formulieren von eigenen Gefühlen gelang ihm durchwegs. Auch gelang es ihm in den Bereichen Organisation und Planung Fortschritte zu erzielen und deren Notwendigkeit zu erkennen.

 

Hinsichtlich seiner Clownerien fand bei mir ein Umdenken statt: Ich sehe sie nun nicht mehr als ein Manko, das abgebaut werden muss, sondern vielmehr als den humoristischen Teil seiner Persönlichkeit. Mir wird es künftig darum gehen, ihn dahingegen zu sensibilisieren, dass diese Art in manchen Situationen einfach unpassend ist.

 

Wichtig wird im künftigen Gruppenalltag auch sein, die erworbenen Einsichten zur Notwendigkeit von Organisation weiter auszubauen, da dieses Defizit ihn in seinem bisherigen Leben sehr beeinträchtigt hat. 

 

 

P.M.

 

Während der Tour wurde deutlich, dass M.s Probleme im Sozialverhalten wesentlich größer sind, als erwartet: Stets auf seinen Vorteil bedacht, nutzte er die kognitive Unterlegenheit seines Kochgruppenpartners aus, gab diesem z.T. nur kaltes Gemüse, während er warme Gerichte verspeiste. Regelmäßig versuchte er Aufmerksamkeit bei Älteren zu erlangen, indem er intrigierte und dieses gegeneinander auszuspielen suchte. Durch unmissverständliches Feedback der Gruppe, die ihn immer wieder auffing, schaffte er nur unmittelbar nach einem Fehlverhalten, sein Verhalten zu reflektieren und sich angemessen zu entschuldigen. Ihm gelang es jedoch nicht, diese Erfahrung in künftige, ähnliche Situationen zu übertragen. Trotz alle dem wurde er immer wieder in die Gruppe integriert und nahm keine Außenseiterrolle wie auf der Gruppe ein. Gerade aus diesem Hintergrund heraus erscheint die folgende, auf der Tour gemachte Beobachtung äußerst hilfreich für die weiter Zusammenarbeit mit dem Jungen: Mario lernt unwahrscheinlich gut durch Nachahmung.

 

 

D.H.

 

verhielt sich während der Tour zurückhaltend. Ich habe die Vermutung, dass er auch Ängste vor der Kanufahrt bzw. dem Ungewissen hatte, die er jedoch nicht äußern konnte. An den Reflexionsrunden nahm er aktiv und konstruktiv teil, äußerte vornehmlich positive Gefühle. Er schien besonders die Lagerstimmung, das Kochen und gemütliche Beisammensein zu genießen. Ansonsten wirkte er auf die Gruppe durchgehend stabilisierend. Die Dauer der Maßnahme reichte nicht aus, es ihm zu ermöglichen, auch negative Gefühle, die sich ausschließlich auf seine Person reduzieren (z.B. Ängste),  zu äußern. Entsprechend wird die Zielsetzung mit anderen Schwerpunkt für den Gruppenalltag umformuliert.

 

 

H.P.

 

Während der Tour wurde deutlich, dass P. massive Schwierigkeiten im lebenspraktischen Bereich hat und auf Überforderungssituationen mit Handlungsunfähigkeit reagiert: Er wirkte in entsprechenden Situationen wie versteinert. Aufgrund seines geringen Selbstwertes und der kognitiven und körperlichen Überlegenheit der anderen Jugendlichen gelang es ihm wiederholt oftmals nicht Primärbedürfnisse zu äußern, so dass wir Betreuer mehrmals einschreiten mussten. Bis auf M.P. nahmen alle Jugendlichen sehr viel Rücksicht, gaben dem Jungen von ihrem Essen und nahmen ihn im Boot auf. Oftmals trotzte er wie ein Kleinkind. Trotz dieser Allüren bekam er von den Älteren einen Schutzraum, da diese erkannten, dass der Junge nicht anders kann. Für die weitere Zusammenarbeit mit dem Jungen wurde deutlich, dass er ohne umfassende Unterstützung nicht überlebensfähig wäre und eine Werkstätte für Behinderte mit betreutem Wohnen nach Auslaufen unserer Maßnahme anzustreben ist. Die für die Tour formulierten Ziele müssen erhalten und im Gruppenalltag weiter angestrebt werden. 

 

 

D.M.

 

Für D. war diese Maßnahme durchwegs ein Erfolg: Alle im Vorfeld gesetzten Ziele wurden erreicht, auch hat ihm die Tour sehr viel Freude bereitet. Besonders genoss er die körperliche Anstrengung. Aber auch auf emotional-sozialer Ebene konnte er große Erfolge für sich erzielen: „Viele neue Sachen und Ideen entwickelt. Besseres kennen lernen anderer. Vorurteile abbauen. Fähigkeiten anderer und sich selbst erkennen.“ (Lockbuch, D.M.) 

 

 

M.H.

 

Bei M. wurden während der Tour seine Stärken im Sozialverhalten deutlich: Er wirkte in der Gruppe ausgleichend, vermittelnd, genoss das Vertrauen der Jugendlichen bei Fragen zur Wegstrecke und war trotzdem in der Lage, Missstände zu benennen und Verhaltensänderungen angemessen einzufordern. So kann davon ausgegangen werden, dass auch bei ihm die für die Maßnahme gesetzten Ziele erreicht wurden.

 

 

J.H.

 

Da J. mit dem Medium Kajak vertraut ist, hat er seinen Gruppenmitgliedern bereits vor der Tour viele Ratschläge gegeben und Sicherheit ausgestrahlt. Schon allein dadurch verbesserte sich sein Ansehen innerhalb der Gruppe. Auf der Tour selbst setzte er diesen Wissens- und Erfahrungsvorsprung nicht ein, um sich in den Vordergrund zu spielen oder die Gruppe anzuführen. Auch zeigte er während der Tour keine impulsiven Verhaltensweisen. J. gelang es hervorragend sich zu kontrollieren, seine Bedürfnisse zurück zu stellen und Rücksicht auf andere zu nehmen. Um sein geringes Selbstwert und Impulssteuerung in den Griff zu bekommen, braucht es eine intensive Förderung der verbalen Ausdrucksfähigkeit. Ich gehe davon aus, dass sich durch eine intensive Förderung der verbalen Ausdrucksfähigkeit die oben genannten Defizite deutlich verbessern würden.

 

 

 

8. Ausblick und Schlussgedanke

 

Gerne blicke ich auf die gemeinsamen Wochen und Monate intensiver Zusammenarbeit mit den Jugendlichen aber auch mit Hr. Stockinger zurück. Diese Erfahrungen haben mir nachhaltig verdeutlicht, welch wertvolle Ressource die Erlebnispädagogik in der Jugendarbeit, besonders in der Arbeit mit schwierigen Jugendlichen haben kann, finden wesentliche Aspekte in Theorie und Praxis ihren Raum. Ich komme jedoch nicht darum herum, es zu akzeptieren, dass diese pädagogische Linie nicht von jedem Mitarbeiter als sinnstiftend wahrgenommen und mitgetragen wird – zumindest nicht in jenem Mindestmaß, wie ich es mir wünschen würde.

 

Durch das Unwetter während der Tour wurde mir klar, welche Bedeutsamkeit Grenzerfahrungen haben und was Erlebnispädagogik besonders macht:

 

Grenzerfahrungen psychischer Belastbarkeit, wie sie unsere Jugendlichen aus ihren biografischen Erleben zu genüge kennen, werden in der Erlebnispädagogik umgedeutet: sie müssen hier zwar auch alleine durchstanden werden – jedoch werden  Erfahrungen ermöglicht, die sich von Gefühlen des Verlassen- und Im-Stich-Gelassen-Worden-Seins abgrenzen, die so Vertrauen, aber auch Gruppengefühl entstehen lassen und damit die Voraussetzung für Gruppenfähigkeit schaffen: Hier werden sie aufgefangen, gemeinsam wird reflektiert und Parallelen für den späteren Alltag gezogen.    

 

Wiederholt wurde mir deutlich, wie gerne ich erlebnispädagogisch arbeite und wie sinnstiftend ich dann meine Arbeit wahrnehme. Hr. Stockinger und ich befinden uns bereits Mitten in den Vorüberlegungen für unser nächstes erlebnispädagogisches Projekt. 

 

 

 

9. Literaturverzeichnis

 

Birzele J. und Hoffmann O. l.: Mit allen Wassern gewaschen, 1. Auflage 2003, Ziel Verlag

 

Gilsdorf R. und Kistner G.: Kooperative Abenteuerspiele, Seelze-Velber, 4. Auflage 1997; Kallmeyer

 

Gilsdorf R. und Kistner G.: Kooperative Abenteuerspiele 2, Seelze-Velber, 5. Auflage 2006; Kallmeyer

 

Heckmair B. und Michl W.: Erleben und Lernen – Einführung in die Erlebnispädagogik, 5. Auflage 2004; Ernst Reinhardt Verlag

 

KAP Lehrgangsunterlagen: Einführungskurs 2006

 

KAP Lehrgangsunterlagen: Anleitung zur Praxis 2007

 

Myschker N.: Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, Stuttgart 1993; Kohlhammer Verlag

 

Perschke H. und Flosdorf P. u.a.: Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik, Weinheim und München 2003; Juventa Verlag

 

Reiners A.: Praktische Erlebnispädagogik, Alling, 4. Auflage 1997; Sandmann Verlag

 

Stein R. und Faas A. u.a.: Unterricht bei Verhaltensstörungen, Berlin 1999; Luchterhand Verlag

 

Verband Deutscher Kanuschulung, Lehrgangsunterlagen 2003

 

 

 

10. Anhang (hier gekürzt)

 

 

Erlebnispädagogisches Konzept:

 

Stellung der Erlebnispädagogik im Konzept des Hauses  xy

 

Das Haus xy ist eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kinder und Jugendliche mit zum Teil erheblicher Verhaltensproblematik und/oder seelischen Behinderungen „durch eine Verbindung von Alltagsleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung zu fördern.“ „Träger des Hauses xy ist die Sozialwerk Heilig Kreuz gGmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft des Provinz- und Missionshaus Heilig Kreuz.“

 

Die Einrichtung umfasst neben stationären auch teilstationäre Leistungen, Fachdienstleistungen sowie mobile sozialpädagogische Hilfen.

 

In den heilpädagogischen Wohngruppen werden die „anvertrauten Kinder und Jugendlichen in ihrer einmaligen Persönlichkeit und Art“ angenommen, „in ihrer individuellen Entwicklung“ unterstützt und gefördert.

 

Dabei wird u.a. besonderer Wert auf folgende Grundbausteine pädagogischen Handelns gelegt:

 

Partizipation (aktive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an der Gestaltung ihres Alltags), soziale Gruppenarbeit (stationär und teilstationär), systemische Elternarbeit/ systemisches Elterntraining (zur Vorbereitung von Rückführungen) sowie Handlungsorientiertes Lernen.

                                                                      

Die konzeptionellen Ausführungen zum handlungsorientierten Lernen lauten wie folgt:

 

„Lernen durch Tun gehört bei uns zum pädagogischen Alltag. Die Kinder und Jugendlichen werden, soweit es ihr Entwicklungsstand zulässt, in den hauswirtschaftlichen Alltag miteinbezogen. Aufgelockert wird der Tagesablauf durch freizeit- und erlebnispädagogische Angebote“. Durch den Einsatz der Erlebnispädagogik „fördern wir die Entwicklung von Eigeninitiative, Spontaneität, Kreativität, Entdeckung von verborgenen Fähigkeiten und Stärken sowie das Selbstvertrauen für eigene, zu treffende Entscheidungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Natursportarten, (...) die Herausforderungen im psychischen, physischen und sozialen Bereich“ mit sich bringen. „Die Teilnehmer/-innen erhalten innerhalb der Gruppe Gelegenheiten anderen zu helfen und sich helfen zu lassen, Verantwortung zu übernehmen und zu übertragen. Durch dieses sogenannte „Soziale Lernen“ in der Gruppe unterstützen wir gezielt soziales Verhalten.“                                

 

Was ist Erlebnispädagogik?

 

Bezüglich der Begrifflichkeit herrscht innerhalb der Fachliteratur bis dato noch keine verbindliche Einigkeit. Meiner Arbeit liegt die folgende zugrunde:

 

„Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.“ (Werner Michl)

 

Warum ist Erlebnispädagogik auf der Gruppe Konrad wichtig?

 

In der heilpädagogischen Wohngruppe Konrad leben gegenwärtig acht männliche Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Dabei führten viele Abgänge und Neuzugänge innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen Spannung in der Gruppensituation. Zudem bringen die Jugendlichen ein großes Aggressionspotential, eine hohe Gewaltbereitschaft, niedriges Selbstwert, geringes Selbstbewusstsein sowie eine geringe Frustrationstoleranz mit, wodurch die Spannungen im Zusammenleben verschärft werden.

 

Das alltägliche Zusammenleben der Jugendlichen ist deshalb immer wieder geprägt von Konflikten untereinander, die durch folgende Merkmale gekennzeichnet sind:

 

•  Festhalten an gewohnten, negativen Verhaltensmustern;

•  Vermeidungsstrategien, u.a. bei Konfrontation mit den negativen Verhaltensweisen;

•  Angst vor Neuem;

•  Unsicherheit und Versagensängste bei der Anwendung neuer Strategien.

 

2. Warum Kanu, warum Mecklenburgische Seenplatten, warum 7 Tage?

 

Aus der oben dargestellten Gruppensituation leitet sich demnach ein pädagogischer Handlungsbedarf im Bereich des sozialen Handelns mit folgenden Schwerpunkten ab:

 

•  Stärkung und Ausbau der individuellen persönlichen Ressourcen

•  Anbahnung einer angemessen Selbst- und Fremdwahrnehmung

•  Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls

•  Förderung eines sozial verträglichen Miteinanders

•  Auf- und Ausbau adäquater Problemlösestrategien

•  Auf- und Ausbau von adäquaten Konfliktlösungsstrategien     

                                                                 
                                                         
Um diese Ziele mit den Jugendlichen anbahnen zu können, ist ein besonderes Setting notwendig, das folgende Voraussetzungen mit sich bringt:

 

•  Aktivität mit hohen motivationalen Charakter ? Kanufahrt, Biwakplätze, Mecklenburgische Seenplatten/ Naturschutzgebiet;

•  Intensive Auseinandersetzung mit einem Medium innerhalb eines stimmigen Settings ? Medium: Kanu mit täglichen Reflexionsrunden in der Natur;

•  Zusammenleben auf engsten Raum ? im Kanu bzw. Zelt

•  Ungewohntes Umfeld ? die in oftmals nahezu unberührter Natur eingebetteten Mecklenburgischen Seenplatten mit ihrer Weite; Biwakplätze; Kanu;

•  Konfrontation mit Neuem ? Lebenswelt: Natur; Medium: Kanu;

•  Bewusstes Initiieren von Gruppenprozessen und Konflikten durch praktisches Tun ? Medium Kanu; Kooperations- und Problemlöseaufgaben;

•  Zeitlicher Rahmen, der es ermöglicht, eingefahrene Handlungsschemata und Gruppenprozesse zu durchbrechen ? Dauer: Sieben Tage sowie Vor- und Nachbereitungssitzungen

                                               
                                                            
Aus der oben geschilderten Problemstellung sowie den notwendigen Voraussetzungen für ein angemessenes erlebnispädagogisches Projekt innerhalb des beschriebenen Rahmens lässt sich das Medium Kanu als äußerst geeignet ableiten, wodurch die Idee entstand, als Setting die Mecklenburgischen Seenplatten sowie eine Dauer von sieben Tagen plus Vor- und Nachbereitung auszuwählen.

 

 

________________________    ______________________
        Fachliche Leitung                           Projektleitung

 

 

 

 

 

Informationsbrief an die Eltern: 

 

Liebe Eltern,

 

dank der umfassenden finanziellen Unterstützung durch das Haus xy und unserem Förderverein, wird die Gruppe Konrad in den diesjährigen Pfingstferien eine erlebnispädagogische Maßnahme in den Mecklenburgischen Seenplatten für ihre Jugendlichen anbieten können. Dabei wird eine sieben tägige Kanutour geplant und durchgeführt, die am 28. Mai beginnen und am 03. Juni enden wird.

 

Die Zielsetzung der Unternehmung ist es, die sozialen Kompetenzen Ihres Kindes zu fördern, wobei Ressourcen bewusst gemacht und gestärkt werden und die Gruppenfähigkeit ausgebaut werden soll.

 

Zentral ist also die Förderung von folgenden Lernprozessen:

 

•  Kooperatives Handeln durch das gemeinsame Handeln „in einer Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, statt miteinander zu konkurrieren“ (R. Gilsdorf, G. Kistner)

•  Erweiterung der eigenen Handlungsmöglichkeiten durch das Erlebnis von Spannung und Herausforderung. 

 

Die auf der Tour gewonnenen positiven Erfahrungen können sich förderlich auf das Sozialverhalten Ihres Kindes auswirken, da sie das Selbstwertgefühl stärken und zur Erlangung einer angemessenen Selbst- und Fremdeinschätzung beitragen. Ferner unterstützen sie eine positive Integrität und Problembewältigung im künftigen Leben Ihres Kindes.

 


Zum Ablauf der Tour

 

Eine der erlebnispädagogischen Grundlagen ist es, die Jugendlichen in Planung, Vorbereitung, Durchführung und Reflexion aktiv mit einzubeziehen. Deshalb werden im Vorfeld regelmäßige Vorbereitungstreffen statt finden. Zentrale Themen sind hier: Formulierung der Zielsetzung für jeden Einzelnen und die Gruppe, adäquate Ausrüstung, Planung und Einkauf der Lebensmittel, Tourenplanung, Verhaltensregeln im Binnengewässer, usw.

 

 
Das erste Etappenziel wird der Campingplatz in Fürstenberg sein („Kanu-Camp“ Am Röblinsee, Röblinsee Nord 1, 16798 Fürstenberg), zu dem wir mit den hauseigenen Bussen reisen und dort die erste Nacht verbringen  werden. Vorort  werden die gebuchten Kanus, Schwimmwesten und Paddel ausgeliehen und nach Einweisung erprobt.

 

Am Folgetag beginnt unsere fünftägige Kanutour, wobei auf Biwak- und Campingplätzen übernachtet wird. Letztes Etappenziel wird erneut der Campingplatz in Fürstenberg sein, von wo aus wir die Rückreise antreten werden.

 

Um „Soziales Lernen“ gezielt zu initiieren, werden neben dem Kanufahren, Reflexionsrunden, Kooperations- und Problemlöseaufgaben fester Bestandteil eines jeden Tages  sein.

 

Im Anschluss an unsere Tour wird ein gemeinsamer Abschlussabend mit Präsentation das Erreichte abrunden. Im täglichen Zusammensein mit dem Jugendlichen werden  Verknüpfungen zum Alltag hergestellt.

 

Begleitet wird die Maßnahme von Hr. Stockinger (staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger) und Hr. Nemetz (staatlich anerkannter Erzieher, zertifizierter Kanuguide/Kajak des VDKS, Erlebnispädagoge i.A.).

 

Wünschen Sie weitere Auskünfte zur Maßnahme, können Sie diese unter der folgenden Tel.-Nummer erfragen: A. Nemetz, Tel. 08505  9138 33.

 

Um Ihren Sohn  die Teilnahme an diesem Projekt zu ermöglichen, benötigen wir Ihr Einverständnis. Deshalb bitten wir Sie, den beiliegenden Anmeldebogen ausgefüllt und unterschrieben an die Gruppe Konrad, z.Hd. Hr. Nemetz, zurückzusenden.

 

Mit vielen freundlichen Grüßen,

 

___________________                                                   _____________________
  (Fachliche Leitung)                                                                (Projektleitung)

 

 

 

 

 


Materialliste allgemein:


- Canadier
- Paddel
- Spanngurte
- Schwimmwesten
- Wurfsack
- Erste Hilfe
- Packsäcke
- Zelt
- Schlafsack
- Isomatte
- Biwaksack
- Wasserkanister
- Ausweis/Impfbuch/Versichertenkarte
- Medikamente pro. Jgdl. (vgl. Anlage)
- Foto/Filme
- Kartenmaterial
- Stirnlampe
- Kocher (Trangia)
- Spiritus
- Feuerzeug
- Dosenöffner
- Besteck/Teller/Tasse
- Messer
- Spülutensilien (Geschirrtücher/Schwämme/Spülmittel)
- Spaten u. Beil
- Toilettenpapier
- Müllsäcke
- Sonnencreme
- Sonnenschutz (Kappe)
- Autan (Salbe gegen Mücken)
- Quittungsblock
- Adressliste der Eltern

 

 

 

 

 

Materialliste für Jugendliche:

 

- Zelt
- Packsack
- Schlafsack
- Isomatte
- Trangia
- Feuerzeug
- Toilettenpapier
- Spiritus
- Teller/Tasse/Besteck/Geschirrtuch
- Spülutensilien
- Müllsäcke (für Kleidung)
- Treckingschuhe
- Stirnlampe
- Regenhose
- Regenjacke
- Biwacksack (nach Bedarf)
- Autan

 

Hiermit bestätige ich, dass ich die angekreuzten Materialien erhalten habe und diese sachgemäß behandle.

 

Sollte trotz dessen bei unsachgemäßem Umgang etwas kaputt gehen, muss dafür Ersatz geleistet werden.

 


______________________                               ______________________________
Ort, Datum, Unterschrift Jgl.                                            Erzieher

 

 

 

 

 

Packliste für Jugendliche:

 

- 3 Paar Socken
- 3 Unterhosen
- 1 lange Hose
- 1 lange Trainingshose
- 1 kurze Hose
- 1  Badehose
- 1 Fliespulli oder warmen Pulli  
- 3-4  T-Shirts
- warme Jacke
- Regenjacke
- Regenhose
- feste Schuhe (ggf. bei Materialausgabe ausleihen)
- Turnschuhe
- evt. Sonnenbrille
- Kappe (Sonnenschutz)
- Sonnencreme
- kleines Handtuch
- großes Handtuch
- Hygieneartikel (Zahnbürste, Zahnpasta, Duschgel, Shampoo)
- Tempos
- Toilettenpapier

 

 

 

 

 

Einkaufsliste:

 

- Brot 
- Käse (4 Blockkäse)
- Wurst (Stangenwurst/ Hartwurst)
- Brunch (2-3 Stück)
- Dosenfische

 

- Gurken
- Paprikaschoten
- Karotten
- Zucchini

 

- Zucker
- Milch
- Aufgusskaffee (2 Päckchen)
- Marmelade
- Nutella

 

- Riegel / Süßigkeiten & Bonbons / Tick Tack/ Kaugummi
- Obst (Bananen, Äpfel, Pfirsiche,...)

 

- pro Kopf: 6 Fertiggerichte

 

Getränke:

 

- pro Kopf: 1 ½ l. Flasche für die Fahrt
- Brausetabletten (20 Tabletten)
- Saftpackungen

 

- Frühstücksbeutel
- Gewürzkarussell

 

Grillen:

 

- 11 x Grillfleisch
- 11 X (Kaas-)Würschtl
- Ketchup
- Brot
- Evt. Getränke

 

Tipps für Jugendliche:

 

- Brotmenge: Wer ist wie viele Scheiben pro Mahlzeit? (geschnittenes Brot kaufen?)
- Blockkäse
- Hartwust, Stange
- Jeder braucht Wasserflasche für die Fahrt!
- Milch in Plastikflaschen abfüllen (Tetrapack)
- Frühstücksbeutel
- Salz etc. von Gruppe

 

 

 

 

 

Medikamentenliste Gruppe Konrad

 

 

Name:

Medikament:  

Dosierung:

M -  Mi - A - N

M. P.

Medikinet 20 mg retard

1 – 0 – 0

G. B.  

Concerta 54 mg 

Risperdal Saft 0,75 ml

1 – 0 – 0 

1 – 0 – 0

P. H. 

Concerta 36 mg 

Mirta TAD 15 mg  

 0,5 – 0 – 0 – 0,5 

 1 – 0 – 0 – 0

T. M. 

Medikinet 20 mg

retardRisperdal 0,5 mg   

0,5 – 0 – 0 – 1

2 – 0 – 0 – 0,5 

                                                                      

usw. ....

   

 

 

 


  
Anmeldebogen für die Kanutour auf den Mecklenburgischen Seenplatten


Vor- und Zuname:_______________________________________________________

Adresse:______________________________________________________________

Tel.___________________________________________________________________

 

Hiermit gebe ich mein Einverständnis, dass unser Sohn_________________________ am erlebnispädagogischen Projekt vom 28.05.07 – 03.06.07 teilnehmen darf.

 

Weiter bin ich damit einverstanden, dass mein Sohn_________________________ während der Maßnahme fotografiert und gefilmt werden darf. Ebenso bin ich damit einverstanden, dass diese Bilder in den Medien, der Fachpresse sowie zur Öffentlichkeitsarbeit des Kinderheimes Haus xy ohne Namensnennung und in wohlwollender Form verwendet werden dürfen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass unser Sohn an allen Aktivitäten des erlebnispädagogischen Projektes  teilnehmen darf.

 

                                      
 O Ja                              O Nein                   Wenn nein, welche?

                                                                      _____________________________

 

Wir bestätigen, dass unser Sohn an keinerlei körperlichen Krankheiten oder Einschränkungen leidet, welche die Ausübung dieser Sportarten beeinträchtigen oder seine Gesundheit gefährden könnte.

 

 O Ja                               O Nein                                     Welche?

_________________________________________________

 

Wir bestätigen hiermit, dass unser Sohn schwimmen kann.

 O Ja                             O Ja, aber nicht sehr sicher                       O Nein

 

Hiermit bestätigen wir, dass unser Sohn im Bedarfsfall jederzeit ärztlich versorgt werden darf.

O Ja                                                     O Nein

 


___________________________________________________________________________
Ort, Datum                                         Unterschrift Erziehungsberechtigter

 

Unser Sohn hat folgende Erkrankungen/Allergien:

___________________________________________________________________________

 

Im Umgang mit der oben genannten Krankheit/Allergie sind folgende Verhaltensregeln und Vorschriften zu beachten (Notfallmedikation, Diät, Vermeidung von bestimmten Lebensmitteln...)

___________________________________________________________________________

 

Unser Sohn unsere Tochter muss regelmäßig Medikamente einnehmen:

O Ja                                  O Nein  Welche?____________________________________________________

                                         Dosierung?__________________________________________________

 

Hiermit gestatten wir Hr. Nemetz/Hr. Stockinger unserem Sohn während der Maßnahme das Medikament zu verabreichen.

 

Unser Sohn wurde gegen folgende Krankheiten geimpft:

Kinderlähmung       O  Ja        Nein O           Wann? _________________

Wundstarrkrampf   O Ja         Nein O           Wann?__________________

FSME                      O Ja         Nein O           Wann?__________________

 

Bitte geben Sie den Namen, Adresse und Telefonnummer des Hausarztes an.

___________________________________________________________________________

 

Bitte geben Sie an, unter welcher Telefonnummer wir Sie während des Projektes im Notfall erreichen können.

___________________________________________________________________________

 


___________________________________________________________________________
Ort, Datum                                                              Unterschrift Erziehungsberechtigter

 

      

 

Einladung zum Vorbereitungstreffen:

 

Liebe Konradis!

 

Hiermit möchten wir Euch herzlich zu dem ersten Vorbereitungstreffen für unsere bevorstehende Tour einladen!

 

Donnerstag, 19. April 2007, um 15 Uhr 30 im Wohnzimmer

 

Auf Euer Kommen freuen wir uns!

 

Euer

 

Alex & Franz

 

 

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Konradis auf der Suche nach dem See

Kanutour auf den Mecklenburgischen Seenplatten

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Alexander Nemetz 

 

 

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